[
  {
    "start": 15.82,
    "end": 20.1,
    "text": "Ganz herzlich willkommen zur ersten Folge von Selbstwort!"
  },
  {
    "start": 21.32,
    "end": 23.16,
    "text": "In diesem Podcast geht es um Suizid."
  },
  {
    "start": 23.76,
    "end": 30.36,
    "text": "Betroffene erzählen ihre Geschichten, von ihren Erfahrungen und allem was mit ihrer jeweiligen Situation einhergeht."
  },
  {
    "start": 31.46,
    "end": 34.6,
    "text": "Mein Name ist Elisa Roth und ich selbst bin eine Betrofene."
  },
  {
    "start": 35.06,
    "end": 37.66,
    "text": "Meine Mutter hat sich im Jahr two-tausend zwei das Leben genommen."
  },
  {
    "start": 37.98,
    "end": 39.14,
    "text": "da war ich siebenundzwanzig."
  },
  {
    "start": 40.28,
    "end": 46.02,
    "text": "Da das Thema Suizid und dass darüber Reden immer noch so ein Tabu ist, kam mir die Idee für diesen Podcast."
  },
  {
    "start": 46.66,
    "end": 50.28,
    "text": "Denn Betroffene wollen ja reden – sie wollen ihre Geschichten erzählen!"
  },
  {
    "start": 50.7,
    "end": 54.62,
    "text": "Und das sollen Sie – laut, deutlich und für alle hörbar."
  },
  {
    "start": 56.3,
    "end": 60.76,
    "text": "Diese erste Folge habe ich ursprünglich am vierzehnten Februar-Zw.A."
  },
  {
    "start": 61.16,
    "end": 61.98,
    "text": "veröffentlicht."
  },
  {
    "start": 62.52,
    "end": 65.88,
    "text": "Das ist fast auf den Tag genau inzwischen fünf Jahre her…."
  },
  {
    "start": 67.04,
    "end": 76.1,
    "text": "Vor einigen Tagen habe ich nach all den Jahren wieder in meine Geschichte, also die ersten beiden Folgen dieses Podcasts reingehört und mich ehrlich gesagt ziemlich geschämt."
  },
  {
    "start": 76.76,
    "end": 76.86,
    "text": "Ja!"
  },
  {
    "start": 77.2,
    "end": 81.22,
    "text": "Ich weiß es waren nun mal die Anfänger und ich hatte keinerlei Erfahrungen."
  },
  {
    "start": 81.34,
    "end": 87.46,
    "text": "alles war komplett neu für mich und ich weiß auch dass viele von euch die folgen genau deswegen gerne mochten."
  },
  {
    "start": 88.22,
    "end": 98.0,
    "text": "aber ich konnte das so einfach nicht länger stehen lassen Denn es wird ja immer wieder Hörer geben, die nicht schon länger mit mir auf dieser Reise sind, sondern die erst neu dazukommen."
  },
  {
    "start": 98.6,
    "end": 103.14,
    "text": "Und denen bin ich es einfach schuldig, nicht so leihenhaft und holprig daherzukommen!"
  },
  {
    "start": 103.8,
    "end": 107.56,
    "text": "Und deshalb habe ich nun genau diese beiden Folgen neu eingelesen."
  },
  {
    "start": 109.22,
    "end": 118.34,
    "text": "Bei ihrer Veröffentlichung – und tatsächlich auch bis einschließlich Folge sechzehn hieß der Podcast noch anders, nämlich das ist ja wohl eine Unverschämtheit…."
  },
  {
    "start": 119.28,
    "end": 122.6,
    "text": "Ich habe den Titel sehr geliebt und fand ihn unglaublich passend."
  },
  {
    "start": 123.12,
    "end": 125.7,
    "text": "Woher er kommt, werdet ihr in dieser ersten Folge"
  },
  {
    "start": 125.8,
    "end": 126.26,
    "text": "erfahren.\"."
  },
  {
    "start": 127.2,
    "end": 132.84,
    "text": "Aber auf Dauer war der Titel dann doch etwas sperrig und missverständlich – daher ist es selbst Wort geworden!"
  },
  {
    "start": 134.82,
    "end": 136.28,
    "text": "Bevor's aber mit dieser Folge."
  },
  {
    "start": 136.36,
    "end": 139.14,
    "text": "nun losgeht ein bisschen Werbung in eigener Sache."
  },
  {
    "start": 139.94,
    "end": 145.92,
    "text": "Mein Buch das den Titl Suizid Das Leben Danach Trägt Ist überall zu bestellen."
  },
  {
    "start": 146.86,
    "end": 150.42,
    "text": "Die Verlagsseite mit dem Bestell-Link findet ihr in den Schornhauts."
  },
  {
    "start": 151.24,
    "end": 160.94,
    "text": "In diesem Buch sind acht von ihnen selbst verfassten suizidbetroffenen Geschichten enthalten, meine eigene eingeschlossen – des weiteren zwei Erzählungen bzw."
  },
  {
    "start": 161.44,
    "end": 171.32,
    "text": "ein Interview mit an Depressionen erkrankten die jeweils mehrere Suizidversuche überlebt haben sowie einen Kapitel mit Tipps für den Umgang mit Trauernden."
  },
  {
    "start": 172.26,
    "end": 181.9,
    "text": "Und zu guter Letzt ein Interview mit der psychologischen Psychotherapeutin Veronica Barmann, der ich bei euch eingesammelte Fragen zum Thema Suizid und Depressionen gestellt habe."
  },
  {
    "start": 183.78,
    "end": 190.08,
    "text": "Das zweite ist – ihr habt es sicher schon mehrfach über Instagram und Facebook mitbekommen – dass ich den Hagi erfunden habe!"
  },
  {
    "start": 190.88,
    "end": 200.9,
    "text": "Dabei handelt es sich um eine Umarmung zum Verschenken in Form eines Hoodies, also eines kaputzen Pullovers auf denen auf der Rückseite umarmende Arme gedruckt sind…."
  },
  {
    "start": 201.78,
    "end": 210.64,
    "text": "Jahrelang habe ich selbst nach einem Geschenk gesucht, mit dem man jemandem stellvertretend eine Umarmung schenken kann die immer wenn es nötig ist hervorgeholt werden kann."
  },
  {
    "start": 211.28,
    "end": 219.98,
    "text": "Zum Beispiel nach einem Trauerfall wo Umarmungen ja oft das Wohltunste und Hilfreichste sind oder einfach grundsätzlich für jeden der es einfach verdient hat."
  },
  {
    "start": 220.9,
    "end": 230.48,
    "text": "Es gibt den Hagi auch für Kinder denn besonders sie können eine umarmung in schweren Zeiten so gut gebrauchen vielleicht ja von jemanden den Sie vermissen der nicht mehr da is."
  },
  {
    "start": 231.28,
    "end": 239.7,
    "text": "Mit einem Hagi machst du ein ganz warmherziges, sehr persönliches, besonderes, bedeutungsvolles einzigartiges Geschenk das voller Liebe steckt."
  },
  {
    "start": 240.52,
    "end": 242.62,
    "text": "Den Link zur Website findet ihr in den Shownotes."
  },
  {
    "start": 243.4,
    "end": 246.94,
    "text": "Ihr könnt euch auf der Homepage euren ganz individuellen Hagi zusammenstellen!"
  },
  {
    "start": 249.48,
    "end": 259.579,
    "text": "Bevor ihr nun diese Folge hört möchte ich euch ganz eindringlich bitten vorab die Folge Null anzuhören denn darin gehe ich auf alle Gefahren die dieser Podcast mit sich bringt ein."
  },
  {
    "start": 261.14,
    "end": 267.1,
    "text": "Und nun hört ihr den ersten Teil meiner Geschichte, die ich im Jahr ist, bereits aufgeschrieben habe."
  },
  {
    "start": 269.92,
    "end": 276.48,
    "text": "Der vierte Oktober, ich war siebenundzwanzig Jahre alt, hat mein Leben verändert – für immer!"
  },
  {
    "start": 277.68,
    "end": 281.46,
    "text": "Ich habe es in dem Moment jedenfalls überhaupt nicht kommen sehen."
  },
  {
    "start": 282.38,
    "end": 293.86,
    "text": "Ich war absolut und vollkommen unvorbereitet wie ein Schlag in den Magen ohne vorher die Bauchmuskeln anspannen zu können Und von diesem Schlag habe ich mich bis heute nicht wieder erholt."
  },
  {
    "start": 294.74,
    "end": 307.48,
    "text": "Ich bin zwar wieder aufgestanden und habe gelernt, weiterzumachen – aber so viele Narben ja sogar offene Wunden und neue Verletzungen sind zurückgeblieben, dass sich es oft gar nicht in Worte fassen oder sie erklären kann."
  },
  {
    "start": 308.38,
    "end": 312.16,
    "text": "Oft bin ich mir ihrer noch nicht einmal bewusst, sondern bemerke Sie erst rückblickend!"
  },
  {
    "start": 313.62,
    "end": 314.4,
    "text": "Aber von Anfang an…."
  },
  {
    "start": 315.84,
    "end": 318.06,
    "text": "Am dritten Oktober — das war ein Donnerstag."
  },
  {
    "start": 318.76,
    "end": 322.12,
    "text": "Ich wohnte seit einer Weile, nachdem ich ein paar Jahre in England gelebt hatte."
  },
  {
    "start": 322.54,
    "end": 328.08,
    "text": "Alleine in einer heruntergekommenen aber für mich wunderschönen und gemütlichen Altbauwohnung in Köln."
  },
  {
    "start": 328.78,
    "end": 332.56,
    "text": "Telefonierte ich wie es mehrfach pro Woche üblich war mit meiner Mutter."
  },
  {
    "start": 333.6,
    "end": 342.48,
    "text": "Wir sprachen über dies und das Unter anderem über meine zu dieser Zeit mal wieder anhaltende Schlaflosigkeit die mich im Laufe meines Lebens immer wieder heim suchte."
  },
  {
    "start": 343.2,
    "end": 345.52,
    "text": "Sie fragte mich was ich an dem Abend noch vor habe."
  },
  {
    "start": 346.24,
    "end": 352.52,
    "text": "Ich sagte, ich werde zum Wiederholten Male den Film The Green Mile ansehen der später im Fernsehen laufen würde."
  },
  {
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    "end": 354.04,
    "text": "Ich liebte diesen Film!"
  },
  {
    "start": 354.8,
    "end": 356.12,
    "text": "Ich erzählte ihr von der Handlung."
  },
  {
    "start": 356.62,
    "end": 361.8,
    "text": "Sie wirkte sehr interessiert und sagte dass sie sich den wohl auch ansehen müsse wenn er mir denn so gut gefallen."
  },
  {
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    "end": 364.76,
    "text": "Kurz darauf haben wir uns verabschiedet und aufgelegt."
  },
  {
    "start": 366.34,
    "end": 375.52,
    "text": "Ich versuche seit über fünfzehn Jahren immer wieder mit dieses Telefongespräch ins Gedächtnis zu rufen um jedes einzelne Wort noch einmal hervorzuholen."
  },
  {
    "start": 376.16,
    "end": 378.18,
    "text": "Es gelingt mir leider nicht mehr ganz vollständig."
  },
  {
    "start": 379.0,
    "end": 386.8,
    "text": "Das Gefühl, dass aber in mir hochkommt wenn ich an dieses Gespräch denke – obwohl ich den exakten Wortlaut nicht mehr weiß– ist entsetzen."
  },
  {
    "start": 387.36,
    "end": 388.78,
    "text": "Wirkliches Entsetzen!"
  },
  {
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    "end": 394.12,
    "text": "Denn es war so ein normales und unbemerkenswertes Telefonat."
  },
  {
    "start": 394.62,
    "end": 396.2,
    "text": "Ja, es war regelrecht unbeschwert."
  },
  {
    "start": 397.56,
    "end": 401.76,
    "text": "Immer schon hatte ich ein sehr feines Gespür dafür, wenn es meiner Mutter nicht gut ging."
  },
  {
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    "end": 404.68,
    "text": "Schon bei der ersten Silbe konnte ich das hören."
  },
  {
    "start": 405.42,
    "end": 410.26,
    "text": "Sie konnte mir nichts vormachen, auch wenn es eigentlich nie thematisiert wurde zwischen uns."
  },
  {
    "start": 411.04,
    "end": 414.78,
    "text": "Und wie sehr wünschte ich mir heute dass ich es viel öfter zum Thema gemacht hätte?"
  },
  {
    "start": 415.26,
    "end": 417.72,
    "text": "Warum habe ich nie herausfinden wollen was mit ihr los war?"
  },
  {
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    "end": 419.2,
    "text": "Warum ist ihr schlecht ging?"
  },
  {
    "start": 419.62,
    "end": 425.68,
    "text": "Warum sie wieder mal diese Nuance in der Stimme hatte die mich unmittelbar beunruhigte und gleichzeitig aber auch ein kleines bisschen nervte?"
  },
  {
    "start": 426.46,
    "end": 433.26,
    "text": "noch vor ein paar Jahren hätte ich das übrigens niemals zugeben können dass mich so viele Aspekte dieser Krankheit und ihres Verhaltens nerften."
  },
  {
    "start": 433.88,
    "end": 438.28,
    "text": "Heute wünsche ich mir jeden Tag, dass sich sie mit all meinen Fragen löchern könnte."
  },
  {
    "start": 438.76,
    "end": 442.52,
    "text": "Ich muss doch wissen was mit ihr los war, warum sie so wahr wie sie war."
  },
  {
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    "end": 444.68,
    "text": "Aber damals war das einfach kein Thema."
  },
  {
    "start": 445.98,
    "end": 451.24,
    "text": "Aber bei diesem Telefonat habe ich nichts gemerkt – nicht das kleinste bisschen!"
  },
  {
    "start": 451.84,
    "end": 454.82,
    "text": "Ich habe nichts gespürt von besagter Nurentz in der Stimme."
  },
  {
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    "end": 456.06,
    "text": "Es ging ihr"
  },
  {
    "start": 456.14,
    "end": 456.36,
    "text": "gut.\"."
  },
  {
    "start": 458.4,
    "end": 469.34,
    "text": "Nachdem der Film zu Ende war, habe ich bei ihr angerufen um zu hören ob ihr der Film ebenso gefallen habt wie Da hatte ich den Eindruck, dass sie irgendwie ein kleines bisschen... Mir fehlt der passende Ausdruck dafür."
  },
  {
    "start": 469.52,
    "end": 471.5,
    "text": "Ja nicht ganz bei der Sache war!"
  },
  {
    "start": 472.24,
    "end": 474.18,
    "text": "Als sei sie ein klein bisschen durcheinander."
  },
  {
    "start": 474.94,
    "end": 482.78,
    "text": "Sie hat dann zwar behauptet ihr habe der Film auch ganz toll gefallen aber Ich habe gemerkt das sie ihn gar nicht oder zumindest nur in Teilen geguckt hatte."
  },
  {
    "start": 483.3,
    "end": 485.18,
    "text": "Weiter dabei gedacht habe ich mir aber nichts."
  },
  {
    "start": 485.5,
    "end": 489.66,
    "text": "Dann hatte sie sich eben doch nicht so sehr dafür interessiert und mochte es einfach nur nicht zugeben."
  },
  {
    "start": 490.04,
    "end": 493.3,
    "text": "um mich Nicht zu verletzen oder zu enttäuschen Das war ja nicht weiter schlimm."
  },
  {
    "start": 494.2,
    "end": 497.62,
    "text": "Von besagter Nios in der Stimme war nach wie vor nichts zu spüren."
  },
  {
    "start": 498.26,
    "end": 502.84,
    "text": "Nichts davon, dass es ihr schlecht ging – nur eben, dass sie irgendwie ein bisschen durcheinander wirkte."
  },
  {
    "start": 503.34,
    "end": 504.62,
    "text": "Aber beunruhigt hat mich das nicht!"
  },
  {
    "start": 505.68,
    "end": 509.94,
    "text": "Später wusste ich, dass zu diesem Zeitpunkt bereits alles vorbereitet war."
  },
  {
    "start": 510.5,
    "end": 514.12,
    "text": "Die Abschiedspriefe an meinen Bruder, meinen Vater und mich waren geschrieben."
  },
  {
    "start": 514.76,
    "end": 521.5,
    "text": "Sie hatte ihre Post umgeleitet zur Adresse meines Vaters Zur Erklärung, meine Eltern lebten zu dem Zeitpunkt bereits zwei Jahre getrennt."
  },
  {
    "start": 522.299,
    "end": 526.32,
    "text": "Sie hatte in ihrer Wohnung alles beschriftet was hier irgendwie erklärungswürdig erschien."
  },
  {
    "start": 526.86,
    "end": 530.26,
    "text": "Sie hat einen Laptop den sie vor kurzem gekauft hatte wieder umgetauscht."
  },
  {
    "start": 530.7,
    "end": 533.48,
    "text": "Sie hätte ihr Gefrierfach abgetaut und den Kühlschrank gelehrt."
  },
  {
    "start": 534.2,
    "end": 537.48,
    "text": "Sie hatten ein Zettel für ihre Hosentasche geschrieben auf dem Stand."
  },
  {
    "start": 538.04,
    "end": 543.32,
    "text": "bitte benachrichtigen sie meinen nächsten Angehörigen nämlich meinen Vater, mit Adresse und Telefonnummer."
  },
  {
    "start": 543.66,
    "end": 550.96,
    "text": "Und sie hatte ihren Ausweis und einen Brillen-Etoibel bereit gelegt, dass sie mit in den Keller nehmen würde um dort dann ihre Brille hineinlegen zu können."
  },
  {
    "start": 551.86,
    "end": 562.12,
    "text": "Das alles war sogar schon vorbereitet gewesen als wir das erste Mal an diesem Tag telefoniert hatten bevor Sie im zweiten Gespräch etwas verwirrt gewirkt hatte ja als sie unbeschwert gewirkte."
  },
  {
    "start": 563.2,
    "end": 573.28,
    "text": "Das konnte ich daran sehen, dass sie meinem Abschiedsbrief noch einen Zettel beigefügt hatte mit einem anderen Stift geschrieben auf dem Sie auf eben erwähnte Schlaflosigkeit Bezug nahmen."
  },
  {
    "start": 574.44,
    "end": 580.5,
    "text": "All das lässt mich auch fünfzehn Jahre später noch so fassungslos und entsetzt zurück!"
  },
  {
    "start": 581.3,
    "end": 583.36,
    "text": "Wie kann ich ihr nichts angemerkt haben?"
  },
  {
    "start": 584.06,
    "end": 588.84,
    "text": "Ich hätte doch die Nyonce in ihrer Stimme bemerken müssen – wenn nicht in diesen Gesprächen, in welchen denn"
  },
  {
    "start": 588.92,
    "end": 589.1,
    "text": "dann?!"
  },
  {
    "start": 589.74,
    "end": 591.06,
    "text": "Aber da war nichts!"
  },
  {
    "start": 592.66,
    "end": 597.88,
    "text": "Ein Gefühl, dass ich jahrelang nicht zugelassen habe – ja mir regelrecht verboten habe – war Wut."
  },
  {
    "start": 598.7,
    "end": 602.78,
    "text": "Und dabei war ich später und bin es heute noch so verdammt wütend auf sie!"
  },
  {
    "start": 603.6,
    "end": 610.24,
    "text": "Wie konnte sie in aller Ruhe und unbeschwert mit mir telefonieren, wo sie doch genau wusste was ihr am nächsten Tag tun würde?"
  },
  {
    "start": 611.12,
    "end": 612.86,
    "text": "Wo sie schon alles vorbereitet hatte?"
  },
  {
    "start": 613.18,
    "end": 615.58,
    "text": "Wo die Abschiedsbriefe an uns neben ihr"
  },
  {
    "start": 615.68,
    "end": 615.96,
    "text": "lagen?!"
  },
  {
    "start": 616.72,
    "end": 622.2,
    "text": "Und wenn sie es schon vorgehabt hatte, dann hätte ich doch gedacht das ist ihr wenigstens schwerfallen würde mit mir zu sprechen."
  },
  {
    "start": 622.24,
    "end": 625.62,
    "text": "Dass die sich irgendwie besonders von mir verabschieden würde."
  },
  {
    "start": 625.66,
    "end": 628.96,
    "text": "Dass sie mir noch irgendwas wünschen oder raten oder sagen würde."
  },
  {
    "start": 629.22,
    "end": 629.5,
    "text": "Nein!"
  },
  {
    "start": 629.92,
    "end": 631.66,
    "text": "Sie hat einfach – mach's gut Lisa."
  },
  {
    "start": 632.02,
    "end": 634.92,
    "text": "gesagt – warum war sie nicht traurig gewesen?"
  },
  {
    "start": 637.02,
    "end": 648.6,
    "text": "Wenn ich aber einen Schritt zurücktrete und aufhöre über mich selbst nachzudenken und mich in den Mittelpunkt des Geschehens zu heben… dann weiß ich, dass sie erfüllt gewesen sein muss von unendlicher Erleichterung."
  },
  {
    "start": 649.18,
    "end": 651.68,
    "text": "Ja vielleicht sogar von Freude und von Ruhe."
  },
  {
    "start": 653.56,
    "end": 659.06,
    "text": "Immer wieder habe ich versucht mir vorzustellen wie der Gang aus ihrer Wohnung hinaus in den Keller gewesen sein muß."
  },
  {
    "start": 659.74,
    "end": 663.48,
    "text": "Für mich ist dieser Gedanke fast nicht auszuhalten und gänzlich unvorstellbar."
  },
  {
    "start": 664.18,
    "end": 664.82,
    "text": "Wie kann sie?"
  },
  {
    "start": 665.44,
    "end": 676.46,
    "text": "Als würde sie auf eine Reise gehen Naja im Grunde war es das ja auch Noch kurz im Flur ihrer Wohnung inhalten und überlegen, so habe ich alles Ausweiszettel, Brillen-Etoile Schlüssel, Strickkiste."
  },
  {
    "start": 677.32,
    "end": 686.92,
    "text": "Und dann ihre Wohnungstür abschließen – in den Keller gehen, den Strick ans Rohr unter der Decke knoten die Kiste bereitstellen, ihre Brille abnehmen und in das Brillenetui legen und dann tun was sie getan hat!"
  },
  {
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    "end": 691.22,
    "text": "Das kann man alles nur schaffen wenn man ruhig und bedacht ist."
  },
  {
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    "text": "Und genau so muss es gewesen sein."
  },
  {
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    "end": 697.9,
    "text": "Sie muss erfüllt gewesen sein von Erleichterung und Ruhe."
  },
  {
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    "end": 705.62,
    "text": "Und wenn ich einen Schritt zurücktrete und aufhöre, über mich selbst nachzudenken – und mich selbst in den Mittelpunkt des Geschehens zu heben?"
  },
  {
    "start": 706.16,
    "end": 706.98,
    "text": "Dann freut mich das."
  },
  {
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    "end": 728.92,
    "text": "Denn nach neunundfünfzig Jahren, in denen sie immer nach anderen geschaut hat und immer auf andere gewartet hat … zum Beispiel darauf dass ihre Mutter meine Oma stirbt und ihrer Entscheidung nicht mehr erleben muss… und dass mein Bruder und ich fertig mit Ausbildung und Studium und soweit gesettelt sind tut sie zum ersten Mal genau das, wonach ihr ist."
  },
  {
    "start": 729.66,
    "end": 731.44,
    "text": "Ohne die für Sie sonst so übliche"
  },
  {
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    "end": 731.98,
    "text": "Rücksicht.\"."
  },
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    "end": 741.36,
    "text": "Und wenn ich einen Schritt zurücktrete und aufhöre über mich selbst nachzudenken – und mich selbst in deinem Mittelpunkt des Geschehens zu heben – dann finde ich es gut!"
  },
  {
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    "end": 747.6,
    "text": "Wie unvorstellbar und unerträglich muss ein Leben sein, dass man nicht leben will?"
  },
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    "text": "Wenn man den Tod dem Leben vorzieht…."
  },
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    "end": 758.0,
    "text": "Meine Mutter hat mir mal erzählt, dass sie bereits mit vier Jahren dachte Mich hat niemand gefragt, ob ich überhaupt leben will."
  },
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    "end": 759.34,
    "text": "Das will ich nämlich gar nicht!"
  },
  {
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    "end": 772.4,
    "text": "Und dass sie sich mit diesen kleinen unschuldigen unerfahrenden kindlichen vier Jahren schon vorgestellt hat wie es wäre wenn Sie sich auf diese Schienen legen oder vor jenen vorbeifahrenen Zug werfen würde?"
  },
  {
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    "end": 775.64,
    "text": "Wie unvorstellbar für Menschen mit einer gesunden"
  },
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    "text": "Seele?!"
  },
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    "end": 781.8,
    "text": "Wie unendlich lange hat sie dann noch durchgehalten – fünfundfünfzig Jahre!"
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    "text": "Was müssen das für Qualen gewesen sein?"
  },
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    "end": 791.34,
    "text": "Ich bin so oft die Fotos aus ihrem Leben durchgegangen, auf der Suche nach einem schönen Bild."
  },
  {
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    "text": "Und dabei ist mir noch einmal eine ganz andere Art – die unfassbare Tragweite der lebenslangen Folter, die es für sie gewesen sein muss, bewusst geworden."
  },
  {
    "start": 801.2,
    "end": 806.08,
    "text": "Denn ein Foto, auf dem Sie glücklich und unbeschwert aussah, habe ich so gut wie nicht finden können."
  },
  {
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    "end": 810.98,
    "text": "Insgesamt aus Ihrem neunfünfzigjährigen Leben sind es vielleicht fünf Stück!"
  },
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    "end": 814.06,
    "text": "Jetzt bin ich aber ein bisschen abgeschweift."
  },
  {
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    "end": 815.58,
    "text": "zurück zur Chronologie."
  },
  {
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    "end": 822.78,
    "text": "Nach den beiden erwähnten Telefonaten am dritten Oktober, zwei Tausendzwei blieb kein komisches Gefühl zurück."
  },
  {
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    "text": "Ich habe noch nicht einmal nochmal darüber nachgedacht."
  },
  {
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    "end": 830.14,
    "text": "Es waren ganz normale ja schöne Telefonate mit meiner Mutter gewesen."
  },
  {
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    "end": 838.62,
    "text": "Am vierten Oktober ihrem tatsächlichen Todestag ging es mir nicht so richtig gut Konnte ist aber nicht in Worte fassen."
  },
  {
    "start": 839.22,
    "end": 853.7,
    "text": "Ich weiß noch, dass ich an diesem Abend mit zwei meiner Freundinnen in einer Cocktailbar verabredet war und mich den ganzen Abend wie auch schon tagsüber undefinierbare Schmerzen am ganzen Körper mehr eigentlich im Körper gequält haben."
  },
  {
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    "end": 856.18,
    "text": "So etwas hatte ich vorher noch nie gehabt!"
  },
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    "end": 863.2,
    "text": "Es waren nicht wirklich unerträglich schlimm – wir Mädels hatten trotzdem einen schönen Abend aber trotzdem unangenehm und komisch."
  },
  {
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    "end": 867.46,
    "text": "Schlafen konnte ich, soweit ich mich erinnere, in der Nacht aber ganz"
  },
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    "text": "gut.\"."
  },
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    "end": 879.02,
    "text": "Am nächsten Tag, einem Samstag war ich den ganzen Tag über zu Hause da ich einen sehr großen Auftrag Kostüme für ein Damenkarnewaldsverein abzuarbeiten bzw."
  },
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    "text": "anzufertigen hatte."
  },
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    "text": "Gegen halb sieben Abends klingelte es an der Tür."
  },
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    "end": 889.88,
    "text": "Das hat mich etwas verwundert denn keiner meiner Freunde ist je unangemeldet bei mir vorbeigekommen."
  },
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    "end": 895.86,
    "text": "Leider hatte ich keine Gegensprechanlage so dass ich hätte erfragen können wer da etwas von mir wollte."
  },
  {
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    "end": 905.76,
    "text": "Ich habe die Tür trotzdem per Knopfdruck geöffnet und da meine Wohnung oben unterm Dach lag, konnte ich das Treppenhaus hinuntersehen und versuchen zu erkennen wer da käme."
  },
  {
    "start": 906.68,
    "end": 911.12,
    "text": "Unverkennbar waren es zwei Polizisten – ein älterer und ganz junger!"
  },
  {
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    "text": "Der soll wohl lernen wie man sich in solchen Situationen verhält dachte ich."
  },
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    "end": 917.4,
    "text": "Sofort fing mein Gehirn an zu rattern."
  },
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    "end": 923.32,
    "text": "Sicher ist mein Fahrrad geklaut worden wobei bei einem Fahrraddiebstahl kommen noch nicht zwei Polizen zu einem nach Hause."
  },
  {
    "start": 923.78,
    "end": 925.74,
    "text": "dann ist es wohl mein Auto scheiße."
  },
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    "end": 927.48,
    "text": "Ich mochte das Auto wirklich sehr."
  },
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    "start": 927.86,
    "end": 933.14,
    "text": "Es war mein erstes richtiges Auto, ein cooles Auto – ein nagelneues Auto!"
  },
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    "end": 934.1,
    "text": "Scheiße!\"."
  },
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    "end": 939.2,
    "text": "Als die Polizisten dann vor meiner Tür angekommen waren, sagte der Ältere …."
  },
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    "text": "Die ganze Zeit hat immer nur der ältere geredet bis zum Schluss…."
  },
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    "end": 945.72,
    "text": "Der Junge sollte ja lernen wie man solche Situationen regelt…."
  },
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    "end": 947.6,
    "text": "Wir möchten gerne zu Frau Roth."
  },
  {
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    "end": 948.98,
    "text": "Das bin ich."
  },
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  },
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    "end": 955.52,
    "text": "Und da habe mich doch gewundert dass mir bei einem geklauten Auto so einen Theater macht."
  },
  {
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  },
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    "text": "Selbst als Sie mich aufforderten, mich hinzusetzen hatte ich immer noch nicht den Hauch einer Ahnung oder besser Vorahnung!"
  },
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    "text": "Ich war immer noch bei meinem beschissenem Auto."
  },
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    "end": 971.96,
    "text": "und weshalb so ein förmlicher und umstelliger Quatsch wegen eines Autos veranstaltet wurde."
  },
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    "text": "Der erste Teil des dann folgenden Satzes passte auch zu meinen Erwartungen."
  },
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    "text": "Wir müssen Ihnen leider mitteilen das Und dann folgen die Worte nach denen von Einer auf die andere Sekunde Alles anders war."
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    "text": "ist.\"."
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    "text": "Ich habe laut gelacht, ich habe tatsächlich gelacht."
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    "text": "lachen?!"
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    "end": 1006.14,
    "text": "Wie kann ich in so eine Situation gelacht"
  },
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    "end": 1006.6,
    "text": "haben?!"
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    "end": 1013.32,
    "text": "Und da ich ja noch unser unbeschwertes und schönes Telefonat von vor gestern im Kopf hatte dachte ich sofort an einen Unfall."
  },
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    "end": 1015.04,
    "text": "Sie hat sich das Leben genommen."
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  },
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    "text": "Und die Millionen Gedanken, die einem das Gehirn in solch einer Situation zuschießt – sie hat es getan!"
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    "text": "Sie hat es tatsächlich getan!"
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    "text": "Jetzt hat sie es tatsächlich getan!"
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    "text": "Wie hat sie es getan?"
  },
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    "text": "Wollen Sie das wirklich"
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    "end": 1048.48,
    "text": "wissen?\"."
  },
  {
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    "end": 1050.94,
    "text": "Ja, sie hat sich erhängt."
  },
  {
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    "end": 1067.1,
    "text": "Ich erinnere mich, dass ich dann angefangen habe, mich bei den Polizisten dafür zu entschuldigen, dass sie nun unsere wegen in so einer schlimmen Situation waren und dass es mir so Leid für sie tat, dass die solch furchtbare Nachrichten überbringen mussten – und dass ja sicher dieser Teil ihres Jobs wirklich schlimm sei."
  },
  {
    "start": 1067.52,
    "end": 1068.06,
    "text": "wie absurd!"
  },
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    "end": 1073.72,
    "text": "Aber mein auf diesem Terrain bislang ungeübtes Gehirn wusste sich nicht sinnvoll zu"
  },
  {
    "start": 1073.82,
    "end": 1074.24,
    "text": "verhalten.\"."
  },
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    "text": "Wann genau ich anfing zu weinen, weiß ich nicht mehr."
  },
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    "end": 1085.7,
    "text": "Aber zu dem Zeitpunkt, als sich mich bei den freundlichen Polizisten entschuldigte und ihnen mein Mitleid- und Mitgefühl ausdrückte, weinte ich längst."
  },
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    "text": "Und freundlich waren sie wirklich!"
  },
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    "end": 1095.16,
    "text": "Wobei ich das ja nur über den Älteren zu sagen vermag, da der Junge keinen Ton gesagt hat – weil er ja zusehen und lernen musste…"
  },
  {
    "start": 1095.58,
    "end": 1096.04,
    "text": "vermutlich.\"."
  },
  {
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    "end": 1111.32,
    "text": "Vielleicht waren die Rollen aber auch deshalb so klar verteilt, weil es womöglich etwas schräg und unangebracht gewesen wäre wenn sie sich mit dem Überbringen der Informationen abgewechselt hätten oder gar in einen Überbringungswettstreit geraten und einander bei sich umgebracht."
  },
  {
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    "end": 1113.74,
    "text": "Und Sie hat sich erhängt ins Wort gefallen"
  },
  {
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    "end": 1114.02,
    "text": "werden.\"."
  },
  {
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    "end": 1125.5,
    "text": "Der ältere Polizist war wirklich – ich sollte sehr bald feststellen dass das absolut keine Selbstverständlichkeit ist – so freundlich, geduldig und einfühlsam wie man es nur sein kann!"
  },
  {
    "start": 1126.18,
    "end": 1129.76,
    "text": "Ich erinnere mich an ein unglaubliches Gefühl der Dankbarkeit für sein Verhalten."
  },
  {
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    "end": 1151.02,
    "text": "Als ich in all dem Irrsinn dann in der Lage war, einen ganz kurzen und geraden Gedanken zu fassen habe ich mich – auch die Polizisten – gefragt wie so eigentlich ich in Köln von der Polizei informiert würde ob denn mein Vater, der genau wie meine Mutter in Münster wohnte noch nichts wisse."
  },
  {
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    "end": 1161.26,
    "text": "Man sagte mir dann, dass die Polizei in Münster versucht habe meinen Vater zu Hause aufzusuchen ihn aber nicht angetroffen habe und dieser somit noch nicht informiert sei."
  },
  {
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    "end": 1168.38,
    "text": "Tja da hatte also der gut durchdachte und vorbereitete Zettel meiner Mutter doch nichts gebracht."
  },
  {
    "start": 1169.22,
    "end": 1187.24,
    "text": "Rückblickend Da ich mir ja heute durchaus Dinge wie Wut, Sarkasmus und Ironie im Bezug auf den Suizid meiner Mutter erlaube und zugestehe muss ich sagen dass ich eine gewisse Häme darüber empfinde das es ihr nicht gelungen ist auch diese Situation zu organisieren beziehungsweise zu planen."
  },
  {
    "start": 1187.78,
    "end": 1191.72,
    "text": "Denn damit das mein Vater nicht erreichbar sein könnte hatte sie wohl nicht gerechnet."
  },
  {
    "start": 1192.16,
    "end": 1192.44,
    "text": "Zu dumm!"
  },
  {
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    "end": 1196.72,
    "text": "Nur zum allgemeinen Verständnis, wie organisiert und ordentlich sie war."
  },
  {
    "start": 1197.34,
    "end": 1203.22,
    "text": "Sie hat in ihrem Abschiedsbrief vorgeschlagen welche Beerdigung für sie am geeigneten wäre – nämlich eine Anonyme!"
  },
  {
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    "end": 1210.74,
    "text": "Und sie hat doch allen Ernstes die Quittung für den Strick mit dem sie sich erhängt hat schön säuberlich an ihren Altpapierkorb gelegt."
  },
  {
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    "end": 1213.16,
    "text": "Ich denke man bekommt ein ungefähres Bild."
  },
  {
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    "end": 1217.38,
    "text": "Ich wusste nun also dass mein Vater es noch gut hatte."
  },
  {
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    "end": 1218.84,
    "text": "Er wusste ja von nichts."
  },
  {
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    "end": 1220.82,
    "text": "Darum beneidet ich ihn sehr."
  },
  {
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    "end": 1225.86,
    "text": "So langsam realisierte ich dann, dass der ganze Scheiß dementsprechend an mir hängen."
  },
  {
    "start": 1226.74,
    "end": 1229.42,
    "text": "Wie sollte ich es aber meinem Vater und Bruder beibringen?"
  },
  {
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    "end": 1232.0,
    "text": "Absolut unvorstellbar für mich!"
  },
  {
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    "end": 1236.28,
    "text": "Überhaupt wusste ich ja gar nicht wie ich jetzt weiter vorgehen und was ich tun sollte…."
  },
  {
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    "end": 1243.62,
    "text": "Der freundliche Polizist gab mir dann die Telefonnummer der Rechtsmedizin in Münster – dorthin hatte man meine Mutter wohl gebracht."
  },
  {
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    "text": "Verständlicherweise sehr aufgelöst, rief ich an und bis heute ärgere ich mich zutiefst über meine Verwirrung und Unaufmerksamkeit, die es mir nicht erlaubten, mir den Namen desjenigen zu merken, den ich da am anderen Ende der Leitung hatte."
  },
  {
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    "end": 1266.54,
    "text": "Ich erinnere mich, dass sich den Herrn fragte wie ich denn jetzt weiter vorgehen solle und das ich es ja aber nicht meinem Vater sagen könne."
  },
  {
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    "text": "Seine einfühlsame und geduldige Antwort lautete Sie sind jetzt gerade etwas anstrengend und ich weiß nicht genau inwieweit sie das, was ich Ihnen jetzt sage, kapieren."
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  {
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    "text": "Aber ich kann Ihnen sagen dass Sie ja jetzt Bescheid wissen und wir damit aus dem Schneider sind."
  },
  {
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    "text": "sehen Sie selbst zu wie Sie es"
  },
  {
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    "end": 1281.9,
    "text": "machen.\"."
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  {
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    "end": 1284.0,
    "text": "Und das war's!"
  },
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    "text": "Wow!"
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    "text": "Schappo!"
  },
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    "end": 1290.44,
    "text": "Unzählige Teilnahmen an Schulungen Wie gehe ich mit Betroffenen Angehörigen um?"
  },
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    "text": "Hatten sich offensichtlich bezahlt gemacht."
  },
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    "end": 1295.46,
    "text": "Nicht Vor Montag."
  },
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    "end": 1298.76,
    "text": "so bekam ich dann noch die Info im Bezug auf die Wohnungsschlüssel meiner Mutter."
  },
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    "end": 1303.28,
    "text": "Es war ja zu dem Zeitpunkt gerade erst Samstag, ließ sie sich als ohnehin nichts weiter erreichen."
  },
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    "end": 1319.6,
    "text": "Bis heute weiß ich nicht wie wir diese zwei Nicht-Enden-Wollenden-Tage herum gekriegt haben Denn erst am Montag konnten uns die Wohnungsschlüssel ausgehändigt werden und erst dann konnten wir die Abschiedsbriefe lesen, die sie in ihrer Wohnung für uns hinterlegt hatte."
  },
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    "text": "Was?"
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    "end": 1324.68,
    "text": "Für ein Horror Und nicht gerade –wie soll ich sagen– kundenfreundlich."
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    "text": "Die von der Telefonsituation etwas peinlich berührten Polizisten ließen mich dann so lange nicht alleine bis meine Freundin, die ich anschließend anrief da war."
  },
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    "text": "Bis heute bin ich so dankbar dafür dass das Schicksal dafür gesorgt hat, dass meine Freundinnen genau zu diesem Zeitpunkt Zuhause waren."
  },
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    "end": 1343.82,
    "text": "Es war schließlich Samstagabend."
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    "end": 1353.7,
    "text": "Ich weiß noch wie in dem Moment als die Worte aus meinem Mund kam dachte Wie absurd es war genau diese Worte zu sagen beziehungsweise sagen zu müssen."
  },
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    "text": "Meine Mutter hat sich umgebracht."
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    "text": "Und wie sehr habe ich meine Freundin in diesem Augenblick dafür geliebt, dass das Einzige was sie sagte war?"
  },
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    "text": "Ich komme sofort!"
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    "text": "Die normale Wegstrecke zwischen unseren beiden Wohnungen betrug mit dem Fahrrad unter normalen Umständen fünf Minuten."
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    "text": "Irgendwie hat sie es aber geschafft, das übliche Raumzeitgefüge auszuhebeln und stand schon nach ein paar Sekunden von meiner Tür."
  },
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    "end": 1387.28,
    "text": "Nachdem dann die Polizisten gegangen waren, hatte ich das große Bedürfnis meinen Ex-Freund zu dem ich nach wie vor aber ein enges Verhältnis hatte anzurufen."
  },
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    "end": 1402.8,
    "text": "Auch ihn habe ich zu meiner riesigen Erleichterung sofort erreicht – er war gerade in Düsseldorf bei seiner Exfreunden meiner Nachfolgerin und wie ich im Nachhinein erfahren habe hatten sie sich wohl von diesem Treffen eine Wiederaufnahme der zuvor gescheiterten Beziehungen erhofft…."
  },
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    "text": "Oh Mann!"
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    "text": "Und nun kam ich daher und machte den ganzen Abend"
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    "text": "kaputt.\"."
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    "text": "Ich hoffe und glaube, dass ich mich im Laufe der Jahre aber ausreichend dafür entschuldigt habe."
  },
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    "end": 1420.84,
    "text": "Der Gute hat dann jedenfalls alles stehen und liegen gelassen – wobei bis heute ehrlich gesagt gar nicht weiß ob seine Ex-Freundin schon gelegen hat, aber das ist ein anderes Thema – und ist sofort zu mir gefahren!"
  },
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    "end": 1435.0,
    "text": "An weitere Einzelheiten oder Gesprächsinhalte die dann in meiner Wohnung stattfanden kann ich mich auch wenn ich es noch so sehr versuche nicht mehr erinnern mag unter anderem auch daran liegen da sich inzwischen eine Flasche Amaretto geöffnet."
  },
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    "text": "Ich weiß nur noch, dass ich noch bei einem weiteren Freund mit dem mich für den Abend eigentlich verabredet gewesen war angerufen habe um zu sagen das daraus nun ausgegebenem Anlass nichts würde."
  },
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    "text": "Leider!"
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    "end": 1451.44,
    "text": "Was für ein absurder Grund eine Verabredung absagen zu müssen."
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    "text": "Sorry, ich kann heute nicht."
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    "end": 1460.78,
    "text": "meine Mutter hat sich umgebracht weil auch er ein ganz toller Freund war und ist, ist der auch noch bei mir vorbeigekommen."
  },
  {
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    "text": "In der Zwischenzeit hatte ich einige Male versucht meinen Vater telefonisch zu erreichen."
  },
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    "text": "Gott, was hatten wir da noch für Knochenhändis?"
  },
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    "text": "Und mein Vater war zwar im Besitz eines solchen hat es aber praktischerweise nie benutzt."
  },
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    "end": 1488.08,
    "text": "Das Ungewöhnliche war aber dass dieses Telefon meine Anrufe selbstständig in der Hosentasche angenommen hat das heißt dass ich einen rascheln und rumlaufen hören konnte sonst aber nichts keine Stimme oder sonst etwas aus dem Ich hätte entschließen können wo zum Teufel er war."
  },
  {
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    "end": 1495.06,
    "text": "Es war ja inzwischen schon später samstagabend und ich hatte überhaupt keine Erklärung dafür wo mein vater jetzt noch sein könnte."
  },
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    "end": 1507.4,
    "text": "Irgendwann beschlich mich die schlimme Angst, er könne doch inzwischen vom Tod meiner Mutter erfahren haben und nun auf dem Weg sein – in einen Wald oder sonst wohin etwas ebenso Schlimmes in seiner Verzweiflung zu tun."
  },
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    "text": "Wie ferngesteuert haben wir uns dann sofort auf den Weg nach Münster gemacht?"
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    "end": 1514.66,
    "text": "Meine Freundin, mein Ex-Freund und ich."
  },
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    "text": "An der anderthalbstündige Autofahrt kann ich mich nicht mehr erinnern."
  },
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    "text": "Als wir am Haus meines Vaters ankamen, haben auch wir ihn nicht angetroffen."
  },
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    "text": "Mit meiner Panik habe ich gesagt dass wir rumfahren und ihn suchen müssen!"
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    "text": "Was für ein bescheuerter Gedanke, denn Kleines Münster ja noch nicht gerade."
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    "text": "Und wo genau ich dann hätte hinfahren wollen kann ich auch nicht mehr"
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    "text": "sagen.\"."
  },
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    "text": "Das Vorhaben hat sich dann zum Glück – wobei Glück hier wirklich nicht das richtige Wort ist!"
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    "end": 1547.02,
    "text": "Denn ich wusste ja was mir beim Zusammentreffen mit meinem Vater bevorstand nämlich dass überbringen dieser unvorstellbaren Nachricht Zerschlagen."
  },
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    "end": 1555.48,
    "text": "da mein Vater in dem Moment als wir wieder fahren wollten selbst vorgefahren kam Freude strahlend ist er aus dem Auto gestiegen mit den Worten, Mensch was macht ihr denn hier?"
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    "text": "Das ist aber schön euch zu sehen."
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    "text": "Was verschafft mir denn dieser unerwartete Besuch?"
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    "text": "Wie kann es sein da sich nicht auf der Stelle tot umgefallen bin?"
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    "text": "Wie schafft man es in solchen Situationen so funktionieren?"
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    "text": "Man is wie auf Autopilot ferngesteuert!"
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    "end": 1572.28,
    "text": "Man macht einfach."
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    "text": "Ich habe es dann geschafft meinen Vater ins Haus zu boxieren ohne schon draußen etwas sagen zu müssen."
  },
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    "text": "Im Hausflur angekommen, haben meine Freunde dann irgendwie und total hilflos versucht sich in die Küche zu verziehen, damit ich mit meinem Vater alleine sein konnte."
  },
  {
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    "text": "Die beiden taten mir so unendlich leid."
  },
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    "text": "In was für eine Situation hatte ich sie gebracht?"
  },
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    "end": 1600.82,
    "text": "Von einer auf die andere Sekunde war auch für Sie alles anders – und sie wurden völlig unfreiwillig in ein Gewässer geworfen, indem sie nicht zu schwimmen wussten!"
  },
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    "end": 1603.18,
    "text": "Und wie sie es aber doch konnten…."
  },
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    "end": 1609.32,
    "text": "Die beiden waren an dem Tag wie Flügel für mich, wobei der Begriff Krücken es vielleicht eher trifft."
  },
  {
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    "text": "Flügel hört sich so schön und zu leicht und zu frei an – aber schön, leicht und frei war nach diesem Tag für eine sehr lange Zeit gar nichts mehr!"
  },
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    "end": 1626.16,
    "text": "Sie waren also meine Krücken, solche die man sich unter die Achseln klemmt und die einen dann tragen, nicht solcher auf die man mit den Händen stützt."
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    "text": "Ohne die beiden hätte ich nicht überlebt."
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    "text": "Wie dankbar ich ihnen bin?"
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    "end": 1634.96,
    "text": "Nun stand ich also mit meinem erwartungsvollen Vater im Flur."
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    "text": "Dieses Bild werde ich nie vergessen."
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    "text": "Ich habe nur vier Worte gesagt, G hat sich umgebracht."
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    "text": "Als Erklärung mein Bruder und ich haben unsere Mutter seit wir sehr klein waren beim Vornamen genannt."
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    "text": "Daraufhin hatte einen lauten Schrei ausgestoßen und ist zusammen gebrochen."
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    "text": "Irgendwie hab' ich ihn dann ins Wohnzimmer geschafft."
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    "text": "Meine Freunde haben zeitgleich das Haus verlassen."
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    "end": 1659.2,
    "text": "wie hilflos und unbeholfen wir alle waren."
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    "end": 1665.64,
    "text": "Ich erinnere mich, dass es mir für die beiden so leid hat und das ist mir so unangenehm war, dass ich sie in diese Situation gebracht hatte."
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  {
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    "end": 1668.6,
    "text": "Die beiden waren nicht miteinander befreundet."
  },
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    "end": 1680.54,
    "text": "Sie kannten sich nur über mich Zum Glück schon seit einigen Jahren Und was sehr half, sie mochten sich immer schon Aber nun war ja meine arme Freundin aus Köln Indem ihr fremden Münster und es war schon total spät!"
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    "end": 1686.44,
    "text": "Wir waren mit dem Auto meines Ex-Freundes gefahren Also konnte sie nicht ohne Weiteres wieder zurück."
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  {
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    "end": 1694.6,
    "text": "Die Eltern meines Exfreundes wohnten ebenfalls in Münster, dort sind die beiden dann zum Übernachten hingefahren – ohne Übernachtungsklamotten und alles!"
  },
  {
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    "text": "Wie ihr weiterer Abend noch ausgesehen hat und wie meine Freunde wieder zurück nach Köln gekommen war weiß ich nicht mehr."
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  {
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    "text": "Nur dass Sie in diesem Moment die tollsten Freunde waren, die man sich nur wünschen konnte."
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    "text": "An die Zeit, die mein Vater und ich dann im Wohnzimmer verbracht haben kann ich mich auch so gut wie nicht mehr erinnern."
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    "text": "Es ist alles"
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    "text": "weg.\"."
  },
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    "end": 1724.36,
    "text": "Ich weiß nur noch, dass ich damit beschäftigt war dafür zu sorgen, das mein Vater nicht ganz abschmierte und ihn wie einen ertrinkenden irgendwie so gutes ging über Wasser zu halten."
  },
  {
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    "text": "Meine Eltern waren immer absolut militante Nichtraucher und haben immer gedroht, dass sie mich sollten sehr herausfinden, dass sich Rauche rausschmeißen würden – daran habe ich nie Zweifel gehabt!"
  },
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    "text": "Inzwischen war ich aber siebenundzwanzig Jahre alt und hatte durchaus schon die ein oder andere Zigarette geraucht."
  },
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    "text": "Es waren wohl auch eher mehr als wenige…."
  },
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    "end": 1749.76,
    "text": "Aber nie im Leben hätte ich mich getraut, es meinen Eltern zu sagen oder noch schlimmer vor ihnen eine Zigarette zu rauchen."
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    "text": "Nun in dieser unvorstellbaren und unbegreiflichen Wohnzimmersituation habe ich aber genau das getan."
  },
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    "end": 1760.78,
    "text": "Das war nun mein erbärmlicher Rettungsring um nicht zu ertrinken."
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    "text": "Ich habe einfach die Terrassentür geöffnet meinem Vater gesagt dass muss jetzt sein und mir einer angesteckt Und ich bin noch nicht einmal rausgegangen dazu."
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    "text": "Im normalen leben hätte ich das selbst für die Zahlung einer sehr hohen Summe nicht gewagt."
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    "text": "Never!"
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    "text": "Ob mein Vater davon überhaupt etwas mitbekommen hat oder ob er sich heute noch daran erinnern kann, weiß ich nicht."
  },
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    "text": "Unbedingt noch einmal zu Sprache bringen möchte ich es auch mit zweiundvierzig nicht – Ich feichlinge."
  },
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    "text": "Als ich das Gefühl hatte, mein Vater könne kurz alleine weiter schwimmen bin ich in ein anderes Zimmer gegangen um meinen Bruder anzurufen."
  },
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    "text": "Inzwischen muss es ungefähr halb einen Uhr morgens gewesen sein."
  },
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    "end": 1804.36,
    "text": "Mein Bruder lebte zu dieser Zeit in München und auch hier hat Wer auch immer, dafür gesorgt dass ich ihnen sofort am Telefon hatte."
  },
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    "text": "Er hatte gerade Besuch von seiner Ex-Freunden."
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    "text": "Auch die beiden hatten nach dem Ende ihrer Beziehung ein sehr enges und freundschaftliches Verhältnis."
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    "text": "Gott war ich froh das er nicht alleine war Und dann noch mit ihr zusammen."
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    "text": "Glück in solch großem Unglück."
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    "text": "Sie hatte meine Mutter gut gekannt."
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    "text": "Es hätte also vermutlich keine bessere Personen geben können Die in dem Moment hätte bei ihm sein können."
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    "text": "An unser Gespräch kann ich mich im Einzelnen ebenfalls nicht erinnern Aber mein Bruder hat mir das Überbringen der alles verändernden Nachricht sehr leicht gemacht."
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    "text": "Er hat sehr nüchtern, sachlich und ruhig reagiert."
  },
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    "text": "Ich weiß noch nicht einmal mehr ob er geweint hat."
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    "text": "Rückblickend erscheint es mir fast als habe er ist irgendwie gewusst."
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    "text": "so gefasst war er."
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    "text": "Auch hierfür war ich unendlich dankbar."
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    "text": "Für noch einen ertrinkenden hätte ich keine Kapazitäten mehr gehabt."
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  {
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    "text": "Rechtssachlich haben wir dann abgemacht, dass er sich so schnell wie möglich in München in den Zug setzen und nach Münster kommen würde."
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    "text": "Ich kann mich erinnern das ich dann endlich irgendwann im Bett lag und zum ersten Mal seit es an meiner Wohnungstür geklingelt hatte alleine war."
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    "text": "Das Gefühl, dass ich in diesem Moment zum ersten mal richtig wahrgenommen habe, kann nicht kaum in Worte fassen."
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    "text": "Ich habe es auch ehrlich gesagt noch nie versucht!"
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  {
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    "end": 1880.18,
    "text": "Ich probiere es mal."
  },
  {
    "start": 1881.8,
    "end": 1888.52,
    "text": "Es ist als ob man in King Kongs Hand sitzt, und er seine Finger zu Faust bald während man drin sitzt."
  },
  {
    "start": 1889.22,
    "end": 1894.6,
    "text": "Und die Faust ist so stark und überwältigend und schwarz und behaart!"
  },
  {
    "start": 1894.68,
    "end": 1904.96,
    "text": "Man kann nicht mehr atmen und nichts mehr sehen, Und die borstigen Haare verursachen einen unbeschreiblichen stechenden Schmerz Während man einfach zerdrückt wird."
  },
  {
    "start": 1905.64,
    "end": 1913.62,
    "text": "Immer wieder habe ich gehofft dass sich alles nur träumen und gleich schweißgebadet aufwachen würde Aber die Faust hat immer wieder und fester zugedrückt."
  },
  {
    "start": 1914.14,
    "end": 1917.98,
    "text": "Irgendwann hab' ich gehört wie ich Laute von mir gegeben habe Wie ein Tier."
  },
  {
    "start": 1918.78,
    "end": 1919.6,
    "text": "Ich weiß nicht warum."
  },
  {
    "start": 1920.06,
    "end": 1922.92,
    "text": "Ob ich ge hoffte habe das dadurch der unsägliche Schmerzzelindert?"
  },
  {
    "start": 1923.54,
    "end": 1925.38,
    "text": "Ich weiß es nicht und konnte das auch nicht steuern."
  },
  {
    "start": 1926.28,
    "end": 1929.3,
    "text": "Wenn mich jemand in diesem Moment gesehen hätte, hätte ich mich geschämt."
  },
  {
    "start": 1929.74,
    "end": 1931.5,
    "text": "Ich war wirklich nur noch wie ein Tier."
  },
  {
    "start": 1932.12,
    "end": 1935.04,
    "text": "Kein lautes Tier aber einen sehr schlimm verwundeten."
  },
  {
    "start": 1936.68,
    "end": 1944.48,
    "text": "Mittendrin habe ich dann mit meinem Freund den ich zu dieser Zeit erst vier Wochen hatte und der für ein paar Tage in Amerika war telefoniert – das erste Mal an diesem Tag!"
  },
  {
    "start": 1945.18,
    "end": 1954.2,
    "text": "Ich weiß noch, wie ich mich kaum getraut habe zu sagen was passiert ist... Mit einer Irren beziehungsweise einer, die eine irre Mutter hat will ja schließlich keiner eine Beziehung führen."
  },
  {
    "start": 1954.24,
    "end": 1959.1,
    "text": "Schon gar nicht mit einer, mit der es schon von Anfang an schwierig und beschwerlich ist – dachte ich."
  },
  {
    "start": 1960.02,
    "end": 1963.36,
    "text": "Besonders lange hat das Telefonat nicht gedauert und geholfen hat's auch nicht."
  },
  {
    "start": 1964.5,
    "end": 1968.96,
    "text": "Geschlafen habe ich in dieser Nacht wie auch in den Folgenächten nicht aber das war okay."
  },
  {
    "start": 1969.82,
    "end": 1973.34,
    "text": "Ich hätte es als Verrat am meiner Mutter empfunden wenn ich ruhig hätte schlafen können."
  },
  {
    "start": 1973.7,
    "end": 1977.8,
    "text": "Ich fand dass war ihr schuldig auch zu leiden und Qualen zu erdulden."
  },
  {
    "start": 1978.94,
    "end": 1980.38,
    "text": "Schon ein bisschen krank, ich weiß."
  },
  {
    "start": 1980.72,
    "end": 1988.04,
    "text": "Aber ich glaube das gehört einfach zu den Besonderheiten wenn der Tod eines Angehörigen oder eines nahestehenden Menschen durch einen Suizid geschieht."
  },
  {
    "start": 1990.0,
    "end": 1996.44,
    "text": "Wann genau dann am Sonntag mein Bruder bei uns war gehört ebenfalls zu meinen Erinnerungslücken aber es ging irgendwie schnell."
  },
  {
    "start": 1997.36,
    "end": 2004.2,
    "text": "Was wir an diesem Tag gemacht haben was und ob wir geredet haben was Und ob wir gegessen haben davon weiß Ich allerdings nichts mehr."
  },
  {
    "start": 2004.68,
    "end": 2011.28,
    "text": "Doch, mein Bruder und ich sind zu unserer Tante der ältesten Schwester unserer Mutter gegangen die nur zwei Häuser Blocks weiter wohnte."
  },
  {
    "start": 2011.74,
    "end": 2013.84,
    "text": "Wie Roboter haben wir an ihrer Tür geklingelt?"
  },
  {
    "start": 2014.8,
    "end": 2024.2,
    "text": "Durch die Gläser einer Haustür konnte meine Tante uns schon vor dem Öffnen sehen Und irgendwann später hat sie mir erzählt dass sie in dem Moment indem Sie uns sah schon wusste das etwas passiert war."
  },
  {
    "start": 2025.3,
    "end": 2033.16,
    "text": "Mein Bruder hat wohl noch ganz hilflos und ungelenk gefragt ob wir uns alle mal hinsetzen könnten und spätestens da war meiner tante klar was passiert war."
  },
  {
    "start": 2033.98,
    "end": 2037.32,
    "text": "Sie hat fürchterlich angefangen zu zittern, als wir ihr sagten was passiert ist."
  },
  {
    "start": 2038.08,
    "end": 2044.56,
    "text": "Ich bin immer noch beeindruckt wie sie es geschafft hat sich unsere Wegen so unglaublich zusammenzureißen und nicht zu weinen."
  },
  {
    "start": 2045.26,
    "end": 2048.28,
    "text": "dabei kann ich mir ungefähr vorstellen wie sie sich gefüllt haben muss."
  },
  {
    "start": 2048.96,
    "end": 2055.84,
    "text": "die beiden standen sich sehr nahe und hatten ein inniges und enges Verhältnis bis circa ein Jahr vor ihrem Tod aber dazu später mehr."
  },
  {
    "start": 2058.04,
    "end": 2063.159,
    "text": "Was wir also nach dem Besuch bei unserer Tante noch den restlichen Tag übergemacht haben ist eine weitere Gedächtnislücke."
  },
  {
    "start": 2063.78,
    "end": 2067.36,
    "text": "Tun konnten wir ja noch nichts, da wir den Wohnungsschlüssel meiner Mutter nicht hatten."
  },
  {
    "start": 2067.9,
    "end": 2076.76,
    "text": "Das war das Schlimmste – zu wissen dass sie Briefe hinterlassen hatte, sie aber noch nicht lesen zu können und so lange keine Erklärung oder Verabschiedung zu haben!"
  },
  {
    "start": 2077.58,
    "end": 2080.46,
    "text": "Ich weiß ich sollte dankbar sein, dass wir überhaupt Briefer bekommen haben."
  },
  {
    "start": 2081.08,
    "end": 2081.699,
    "text": "Das bin ich."
  },
  {
    "start": 2082.12,
    "end": 2084.02,
    "text": "Weiß Gott aus tiefstem Herzen."
  },
  {
    "start": 2084.78,
    "end": 2089.08,
    "text": "Ich weiß nicht mehr wie ich alles überhaupt hätte verkraften sollen wenn Sie sich diese Mühe nicht gemacht"
  },
  {
    "start": 2089.12,
    "end": 2089.38,
    "text": "hätten.\"."
  },
  {
    "start": 2090.36,
    "end": 2095.199,
    "text": "Natürlich kann niemand mit einer kranken Seele, einem Menschen mit einer gesunden Seele wirklich verständlich machen."
  },
  {
    "start": 2095.52,
    "end": 2097.36,
    "text": "Warum es keinen anderen Ausweg mehr gibt?"
  },
  {
    "start": 2098.02,
    "end": 2101.16,
    "text": "Dieses Verständnis kann eine gesunde Seele niemals haben!"
  },
  {
    "start": 2102.54,
    "end": 2117.64,
    "text": "Vielleicht ist es anmaßend und falsch und egoistisch und kindisch das zu sagen aber ich finde wirklich dass derjenige der einen Suizid verübt und damit seinen angehörigen großen Schaden zufügt es ihnen schuldig ist etwas zu hinterlassen, dass einem Erklärungsversuch gleich kommt."
  },
  {
    "start": 2118.2,
    "end": 2121.5,
    "text": "Ich finde, das ist ein Zeichen von Respekt und Wertschätzung und Anerkennung."
  },
  {
    "start": 2123.08,
    "end": 2128.04,
    "text": "Jetzt, wo ich aber gerade diese Worte schreibe, merke ich – dass es tatsächlich kindisch und albern ist, das zu sagen!"
  },
  {
    "start": 2128.6,
    "end": 2128.66,
    "text": "Der."
  },
  {
    "start": 2128.72,
    "end": 2136.58,
    "text": "mit dieser Ansicht nehme ich eben genau die Position dessen ein der es nicht schafft nur die Situation des Menschen mit der kranken Seele zu betrachten."
  },
  {
    "start": 2137.42,
    "end": 2139.9,
    "text": "Depressionen folgen nur ihrer eigenen Logik."
  },
  {
    "start": 2140.28,
    "end": 2142.66,
    "text": "Gesunde Maßstäbe darf man hier nicht ansetzen."
  },
  {
    "start": 2143.04,
    "end": 2144.78,
    "text": "Das macht einen als Außenstehenden kaputt."
  },
  {
    "start": 2146.04,
    "end": 2152.28,
    "text": "Wenn man es nicht schafft, sich selbst als Angehöriger außen vorzulassen und das Ganze von Außen zu betrachten."
  },
  {
    "start": 2152.9,
    "end": 2156.96,
    "text": "Dann ist der Suizid eines nahestehenden Menschen ein riesiger Schlag in die Fresse!"
  },
  {
    "start": 2157.38,
    "end": 2162.26,
    "text": "Man fühlt sich hintergangen, enttäuscht, bedrogen, belogen und verraten."
  },
  {
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    "text": "Halbwegs überleben kann man So habe ich es für mich jedenfalls herausgefunden, nur wenn man es schafft sich selbst zu hundert Prozent aus der Situation herauszunehmen und einzig und allein den kranken Menschen zu betrachten."
  },
  {
    "start": 2175.76,
    "end": 2178.14,
    "text": "Und irgendwie zu versuchen Verständnis aufzubringen."
  },
  {
    "start": 2178.78,
    "end": 2185.02,
    "text": "Das ist natürlich so gut wie nicht möglich denn wie soll man etwas verstehen das auf einer Stoffwechselstörung des Gehirns beruht?"
  },
  {
    "start": 2185.38,
    "end": 2187.84,
    "text": "Der Kranke selbst weiß ja noch nicht einmal was mit ihm los ist!"
  },
  {
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    "end": 2199.32,
    "text": "Aber eben genau aus dem Grund muss man sich selbst außen vorlassen und sich immer wieder vor Augen führen, dass es mit einem Selbst als Angehöriger oder Freund nichts zu tun hat."
  },
  {
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    "end": 2201.66,
    "text": "Der Kranke konnte nicht anders!"
  },
  {
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    "text": "Da lässt sich mit Logik- und Rationalität nichts machen."
  },
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    "text": "Leider – vielleicht auch zum Glück, ich weiß das nicht – kann ich mich an viele Dinge nicht mehr erinnern."
  },
  {
    "start": 2211.3,
    "end": 2217.86,
    "text": "Zum Beispiel habe ich keine Erinnerung mehr daran wie wir dann, als es endlich Montag war, an die Wohnungsschlüssel meiner Mutter gekommen"
  },
  {
    "start": 2217.92,
    "end": 2218.1,
    "text": "sind.\"."
  },
  {
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    "text": "Sind wir zur Polizei gefahren oder zu Rechtsmedizin?"
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    "text": "Oder hat sie uns jemand gebracht?"
  },
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    "text": "Sicher nicht."
  },
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    "text": "Das weiß ich alles nicht mehr!"
  },
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    "end": 2232.64,
    "text": "Auch hat mein Gehirn netterweise dafür gesorgt, dass ich nicht mehr den Moment vor Augen habe in dem wir dann tatsächlich ihre Wohnung betreten haben."
  },
  {
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    "end": 2238.16,
    "text": "Dunkel kann ich mich daran erinnern das alle drei Abschiedsbriefe auf ihrem Schreibtisch gelegen haben."
  },
  {
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    "end": 2242.08,
    "text": "Aber wie es dann war als wir sie gelesen haben entzieht sich mir."
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    "text": "Es muss schrecklich gewesen sein."
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    "text": "Haben wir uns gemütlich hingesetzt, um sie zu lesen?"
  },
  {
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    "text": "Ist jeder für sich in einen anderen Raum gegangen?"
  },
  {
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    "end": 2251.64,
    "text": "Haben wir sie gleichzeitig im Stehen gelesen und dann untereinander getauscht?"
  },
  {
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    "end": 2252.7,
    "text": "Keine Ahnung."
  },
  {
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    "end": 2260.68,
    "text": "Zwei Drittel der Briefe an meinen Bruder und mich waren identisch – nur das letzte Drittel hat sie persönlich an jeden von uns gerichtet!"
  },
  {
    "start": 2262.72,
    "end": 2272.52,
    "text": "Lange habe ich überlegt ob ich Auszüge des Briefes teilen soll aber ich finde dass meine Mutter sehr gute und passende Worte so man das in dieser Situation überhaupt sagen kann gefunden hat."
  },
  {
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    "end": 2278.24,
    "text": "Und wenn sie auch nur einem anderen Menschen in irgendeiner Weise helfen, dann hat es sich gelohnt."
  },
  {
    "start": 2278.9,
    "end": 2286.96,
    "text": "Denn das kann ich jedenfalls aus meiner eigenen Erfahrung sagen – man ist in den Folgejahren des Suizids auf einer nicht endenden Suche!"
  },
  {
    "start": 2287.7,
    "end": 2289.46,
    "text": "Nach was genau weiß man selbst nicht?"
  },
  {
    "start": 2290.1,
    "end": 2306.04,
    "text": "Aber da das Gehirn ja permanent versucht, dass Geschehene durch weitere Puzzleteile zu einem wenn es irgendwie geht logischen Gesamtbild zusammenzusetzen sucht und sucht man nach allem was auch nur ansatzweise den Zweck des besseren Verständnisses erfüllen kann."
  },
  {
    "start": 2306.7,
    "end": 2310.48,
    "text": "Und vielleicht sind ja Ihre Worte für irgendjemanden daraus ein kleines Puzzlestück!"
  },
  {
    "start": 2312.32,
    "end": 2317.26,
    "text": "Meine geliebten Kinder ich schreibe euch weil ihr verständlicher Weise eine Erklärung wollt."
  },
  {
    "start": 2318.06,
    "end": 2324.82,
    "text": "Der freiwillige Schritt in den Tod ist aber von vornherein so unnormal, dass eine Verständigung darüber nie möglich ist."
  },
  {
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    "text": "Ich bin in jeder Hinsicht an meinem Leben gescheitert – was ich schon mit dreiundzwanzig Jahren vorausgesehen habe und kann es nicht fortsetzen."
  },
  {
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    "text": "Insbesondere kann ich endgültig nicht mehr berufstätig sein!"
  },
  {
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    "end": 2343.02,
    "text": "Meine Tätigkeit an den Patienten empfinde ich direkt als betrügerisch wie ich zu ihrer Ausübung längst nicht mehr in der Lage bin."
  },
  {
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    "end": 2346.1,
    "text": "Auch zu anderem ist mein Gehirn nicht mehr fähig."
  },
  {
    "start": 2346.58,
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    "text": "Es ist ausgebrannt."
  },
  {
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    "end": 2351.44,
    "text": "Eine Lebensmöglichkeit für mich ohne Beruf sehe ich daher auch nicht."
  },
  {
    "start": 2352.72,
    "end": 2358.34,
    "text": "Meine Schuld euch gegenüber empfinde ich als extrem schmerzhaft und trotzdem setze ich mich diesmal darüber hinweg."
  },
  {
    "start": 2359.42,
    "end": 2373.88,
    "text": "Ich nehme euch den Menschen, der zwar in eurem erwachsenen Leben nur noch eine Nebenrolle spielt Der aber so etwas wie die einzige verlässliche Konstante im Leben eines jeden bildet wegen der absolut unerschütterlichen Liebe Die eine Mutter immer für ihre Kinder bereit hält."
  },
  {
    "start": 2374.58,
    "end": 2380.28,
    "text": "Wie gerne hätte ich diese meine tiefe starke Liebe für euch weiterhin zu eurem Wohlergehen eingesetzt?"
  },
  {
    "start": 2381.36,
    "end": 2389.16,
    "text": "Wenn ich jetzt meinen Schwächen nachgebe und mich davon stehle, so wird meine Schuld euch gegenüber nur dadurch gemildert dass man es auch umgekehrt sehen kann."
  },
  {
    "start": 2390.06,
    "end": 2397.36,
    "text": "Ich empfinde es als eine wichtige Lebensleistung von mir das sich solange den mich immer wieder anfechnenden Todeswunsch bekämpft habe."
  },
  {
    "start": 2398.22,
    "end": 2406.18,
    "text": "mit allen Große Anstrengungen die mir möglich waren habe ich immer wieder versucht, mein Leben zu gestalten entgegen meinen tiefen Gemütsverstimmungen."
  },
  {
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    "end": 2410.54,
    "text": "Auch habe ich durchaus Hilfe gesucht allerdings nicht wirklich gefunden."
  },
  {
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    "end": 2412.0,
    "text": "auch das liegt wohl an mir."
  },
  {
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    "end": 2416.76,
    "text": "Bitte denkt nicht ach hätte man doch es wäre doch so einfach gewesen."
  },
  {
    "start": 2417.84,
    "end": 2426.6,
    "text": "gerade die abnorme tiefe Kommunikationsstörung die sich gerne hinter einer perfekten Fassade verbirgt ist ja Kernpunkt des Leidens zum Tode."
  },
  {
    "start": 2427.5,
    "end": 2434.88,
    "text": "Seht die Selbsttötung als notwendige Todesfolge einer Krankheit, Persönlichkeitsstörung an, die kaum vermeidbar ist."
  },
  {
    "start": 2435.28,
    "end": 2437.32,
    "text": "Ähnlich etwa wie bei Krebs oder"
  },
  {
    "start": 2437.38,
    "end": 2437.72,
    "text": "ähnlichem.\"."
  },
  {
    "start": 2441.5,
    "end": 2444.02,
    "text": "Und genau mit diesen Worten beschreibt sie es sehr gut, wie ich finde."
  },
  {
    "start": 2444.56,
    "end": 2448.78,
    "text": "Es war ein unheilbarer Krebs der Seele und dieser Krebs hat sie umgebracht."
  },
  {
    "start": 2450.02,
    "end": 2470.2,
    "text": "Dass das Gehirn ein hochdifiziles und fragiles und unglaublich komplexes Organ ist, is ja nichts Neues Das aber schon eine Stoffwechselstörung oder was auch immer ist letztlich tatsächlich auszulösen vermag, dazu führt dass sich der wird dieses Organ selbst vernichtet ohne sich dem aktiv widersetzen zu können finde ich mehr als erschreckend und grausam."
  },
  {
    "start": 2471.74,
    "end": 2476.86,
    "text": "Wie genau die kommenden Tage nach dem Erhalt der Briefe aussahen weiß ich auch nicht mehr im Detail."
  },
  {
    "start": 2477.32,
    "end": 2484.24,
    "text": "zum Glück wie absurd gibt es ja viele Dinge die nun getan werden mussten und die davon abhalten verrückt zu werden und der Trauer zu erliegen."
  },
  {
    "start": 2485.38,
    "end": 2490.72,
    "text": "am Absurdessen fand Ich meiner Mutter etwas hübsches zum anziehen herauszusuchen Für den Sarg."
  },
  {
    "start": 2491.5,
    "end": 2500.56,
    "text": "Es war absolut ausgeschlossen für mich, dass sie so ein fürchterliches geisterhaftes geschmackloses überhaupt nicht ihrem Typ entsprechendes kaltes Polyester-Totenhemd tragen würde."
  },
  {
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    "end": 2511.56,
    "text": "Gut wenn ich gewusst hätte das ihr als Geist wiederkehrt und irgendwo auf einer verlassenen Kirmis nachts im Nebel mit dem Chaos Hell fahren möchte dann hätte ich ihr ja gerne den Gefallen mit dem Nachthin getan aber das hatte sie nirgendwo schriftlich vermerkt."
  },
  {
    "start": 2512.46,
    "end": 2516.64,
    "text": "Ich wollte, dass die sich wohl fühlte und etwas tragen würde, dass ihr gefiel und bequem war."
  },
  {
    "start": 2517.44,
    "end": 2524.36,
    "text": "Also musste ich mich der wohlbekannten Prozedur hingeben, vor einem großen Kleiderschrank zu stehen und nichts Passendes zum Anziehen zu finden."
  },
  {
    "start": 2525.3,
    "end": 2530.04,
    "text": "Dieses Mal natürlich irgendwie etwas anders gelagert – und weitaus dramatischer und absurder!"
  },
  {
    "start": 2531.52,
    "end": 2541.32,
    "text": "Der Gedanke, der gerade meine Hirnwindungen kreuz ist dass es irgendwie gut aber auch schade ist das es damals noch keine Smartphones bzw gute Foto-Handys gab."
  },
  {
    "start": 2542.1,
    "end": 2546.02,
    "text": "Wäre ich heute in der gleichen Situation so würde ich von allem Fotos machen."
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    "end": 2549.64,
    "text": "Die könnte ich mir immer wieder ansehen und würde so nichts vergessen."
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    "end": 2552.26,
    "text": "Ich hasse es, dass ich so vieles vergessen habe."
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    "text": "Vielleicht ist das auch gut so."
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    "text": "Ich weiß es nicht!"
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    "text": "Aber so gerne würde ich zum Beispiel noch wissen was ich ihr dann am Ende angezogen habe."
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    "text": "So ungefähr weiß ich es noch aber eben nicht mehr genau Und ich würde es aber so gerne ganz genau wissen."
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    "text": "Weiterhelfende meiner Trauer und Verarbeitung, das Ganze würde es mit Sicherheit nicht."
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    "text": "Aber das gehört eben zu den besagten Puzzleteilchen nach denen das Gehirn permanent auf der Suche ist in der Hoffnung dass alles irgendwie klarer wird."
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    "text": "Ich weiß daß ich ihr auch Unterwäsche-und Strümpfe herausgesucht habe damit ihr warm genug ist."
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    "text": "Schuhe so mein Gedanke braucht sie ja nicht denn herumlaufen würde sie ja wohl nicht mehr."
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    "text": "Und einen ihrer Lieblingspolower."
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    "text": "Wie gerne wüsste ich, wie genau er ausgesehen hat?"
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    "text": "Dann könnte ich nachsehen ob auf irgendwelchen alten Fotos drauf ist."
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    "text": "Ja und dann würde es mir auch nicht anders oder besser gehen als jetzt wo ich sie eben nicht mehr genau weiß."
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    "text": "Großen Wert habe ich darauf gelegt einen Ring mit einzupacken den ich eher als Kind zu Weihnachten geschenkt hatte."
  },
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    "end": 2621.9,
    "text": "Ich hatte mein Taschengeld zusammen gekratzt und auf dem Weihnachtsmarkt einen Ring gekauft mit ihrem Initial in Schreibschrift Getragen hatte sie denn natürlich nie wie das manchmal so ist mit den Geschenken der eigenen Kinder."
  },
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    "text": "Aber da er mir, und wie ich hoffte auch ihr sehr viel bedeutete wollte ich das sie ihn mitnehmen."
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    "text": "Ich denke wenn er ihr nichts bedeutet hätte hättet es ihnen nicht all die Jahre aufbewahrt."
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    "text": "Wo habe ich alle die Sachen hineingepackt?"
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    "text": "In eine Plastiktüte?"
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    "text": "Ich weiß es nicht mehr sicher nicht in eine schäbige Plastik-Tüte."
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    "text": "Würde ich's heute noch mal machen müssen würde ich alles in ein Stoffbeutel legen."
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    "text": "Die hat sie immer benutzt."
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    "text": "Das würde gut zu ihr passen."
  },
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    "text": "aber ob ich das damals auch getan hab I don't know."
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    "text": "Übergeben habe ich dann diese Sachen dem Bestattungsunternehmer, bei unserem zweiten oder dritten Treffen."
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    "text": "Wie oft trifft man sich da überhaupt?"
  },
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    "text": "Ich erinnere mich an zwei Male!"
  },
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    "text": "Wie haben wir den rausgesucht?"
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    "text": "Warum ihn?"
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    "text": "Websites wie www.bestattungen.de oder sowas gab es ja damals noch nicht gibt es hier."
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    "text": "heute muss ich mal nachsehen wäre doch vielleicht eine Geschäftsidee."
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    "text": "und was sagen die wenn man zu ihnen ins Ladengeschäft kommt?"
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    "text": "einen schönen guten Tag womit kann ich Ihnen denn weiterhelfen?"
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    "text": "oder so etwas lockeres?"
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    "text": "Und man selbst sagt dann so etwas wie, ach net dass sie fragen wir sind auf der Suche nach einem hübschen robusten langlebigen Sarg."
  },
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    "text": "Keine Ahnung mehr!"
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    "end": 2695.3,
    "text": "Es gibt nur noch Fragmente die von diesem Besuch aufblitzen zum Beispiel das tatsächliche Aussuchen des Sarges."
  },
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    "text": "Was nimmt man da?"
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    "end": 2697.88,
    "text": "Worauf achtet man da?"
  },
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    "end": 2707.34,
    "text": "Dass der Deckel nicht während der Bollerwagenfahrt von der Kapelle zur Grabstritte und oder beim Herablassen ins Grab aufgeht oder irgendwie verrutscht versteht sich in meinen Augen von selbst."
  },
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    "end": 2714.68,
    "text": "Auf besonders starke oder vertrauenserweckende Scharniere muss man also nicht achten Auf die Innenverkleidung oder Innenausstattung?"
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    "end": 2720.68,
    "text": "Eigentlich ja nicht, denn es würde keinen offenen Sarg geben an denen noch einmal alle Gäste herantreten könnten."
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    "text": "Aber sie sollte es trotzdem gemütlich haben und nicht in dem harten Ding hin-undherrollen – also Herr mit der gerühmten weißbleulichen Poliers der Innenvergleitung!"
  },
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    "end": 2738.68,
    "text": "Gerade frage ich mich ob ich heute von dem Sarg wie er dann mit all den Blumen und Grenzen drum herum in der Kapelle stand ein Handyfoto gemacht hätte…."
  },
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    "text": "Ich glaube tatsächlich schon…."
  },
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    "text": "Aber heute habe ich immer das Gefühl, alles für die Ewigkeit festhalten zu müssen."
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    "text": "Oder weil die Zeiten heute so sind wie sie sind und man sowieso jeden Scheiß fotografiert?"
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    "text": "Würde mich mal interessieren!"
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    "end": 2769.1,
    "text": "Zurück zum Bestattungsunternehmer Nachdem wir bei ihm im Ladengeschäft waren und einen Sarg ausgesucht hatten, ist er in derselben Woche noch zu uns nach Hause gekommen."
  },
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    "text": "Mitgebracht hat er Vorlagen für Traueranzeigen."
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    "text": "Daraus haben wir dann eine aussuchen können."
  },
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    "end": 2782.46,
    "text": "Da man sich ja im Normalfall in diesem Alter mit so etwas noch nicht unbedingt beschäftigt, ist man über Vorschläge für so eine Anzeige ganz dankbar."
  },
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    "text": "Selbst raussuchen muss man nur den entsprechenden Text bzw."
  },
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    "text": "Gedicht oder Spruch."
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    "text": "Wo genau ich den gefunden habe weiß ich auch nicht mehr."
  },
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    "text": "Aber als ich ihn las wusste ich das es der Richtige war."
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    "text": "Von wem er stammt?"
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    "text": "Oder woher er kommt kann ich leider nicht sagen!"
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    "text": "Ich meine mich zu erinnern, dass ich ihn etwas abgeändert bzw."
  },
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    "text": "gekürzt"
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    "text": "habe.\"."
  },
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    "end": 2807.3,
    "text": "Auf der Anzeige war er dann so zu lesen."
  },
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    "text": "Das gefällt mir auch heute noch sehr gut!"
  },
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    "end": 2832.6,
    "text": "Worüber ich allerdings etwas verwundert bin ist der Satz, der unter dem Namen und den Geburts- und Sterbedaten stand – nämlich Im Herzen und in den Gedanken bleiben wir verbunden, dein Tod berührt uns tief."
  },
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    "text": "Dein Tod beruht uns tief?"
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    "text": "In den Gedankenbleiben wir verbinden?"
  },
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    "text": "Das würde ich für jemanden schreiben, den ich flüchtig gekannt habe und zu dem ich keine weitere nennenswerte Verbindung habe von dem ich dann aber irgendwie behaupten müsste dass sich beruhrt wäre."
  },
  {
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    "end": 2852.34,
    "text": "Mit großer Sicherheit wäre ich das aber tatsächlich auch, denn heutzutage berührt mich alles zutiefst."
  },
  {
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    "text": "Sogar neulich beim Erdbeeren schneiden war ich zu tiefsberührt – da war nämlich eine Erdbäre total verkruppelt und überhaupt nicht so hübsch anzusehen wie ihre Kollegen!"
  },
  {
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    "end": 2865.44,
    "text": "Und weil sie mir deshalb so leid hat musste ich auch ein kurzes Tränchen verdrücken…soviel dazu."
  },
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    "text": "Aber doch nicht bei meiner eigenen Mutter deren Tod mich schier um den Verstand brachte und ich nicht wusste, wie mein Leben überhaupt weitergehen sollte?"
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    "text": "Da war ich tief"
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    "text": "berührt?!"
  },
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    "text": "Naja, man ist ja in so einer Situation tatsächlich etwas geistig umnachtet und tut irgendwie auch Dinge die nicht ganz rational erklärbar sind."
  },
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    "text": "Ich schiebe es also einfach darauf."
  },
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    "text": "Bei einem Bestattungsunternehmer würde man doch ganz grundsätzlich davon ausgehen dass er den Umgang mit Trauernden sehr gut kennt und eben genau weiß worauf man achten muss und was wichtig in dieser Situation ist."
  },
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    "text": "Ja das dachte ich auch falsch gedacht."
  },
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    "end": 2912.34,
    "text": "Zuerst einmal hat er uns den Fehler machen lassen, dass wir auf der Traueranzeige vergassen, den Mädchennamen meiner Mutter zu erwähnen."
  },
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    "text": "Nämlich Vorname, Nachname, Geboren, Mädchenname."
  },
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    "text": "Das macht man normalerweise immer so."
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    "text": "Wie gesagt zum Glück macht man sowas ja nicht so oft."
  },
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    "text": "Da kann einem so etwas schon mal passieren."
  },
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    "text": "Aber da würde man ja denken, dass ein jemand wie ein Bestattungsunternehmer der jeden Tag damit zu tun hat darauf aufmerksam macht."
  },
  {
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    "text": "Denn genau dieser Fehler ist bei manchen Mitgliedern meiner Familie und meiner Mutter sehr unangenehm aufgefallen – das tut mir im Nachhinein wirklich von Herzen leid!"
  },
  {
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    "end": 2948.76,
    "text": "Das war natürlich nicht im Ansatz unserer Absicht."
  },
  {
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    "end": 2955.5,
    "text": "Ich glaube aber zu wissen, dass es uns zum Glück niemand nachhaltig zum Vorwurf gemacht oder immer noch macht."
  },
  {
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    "text": "Den jeder kann sich so glaube ich vorstellen, dass man einfach nicht ganz her seiner Sinne ist in so einer Situation."
  },
  {
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    "text": "Was sich dem Herrn von der Bestattung aber nicht verzeihen kann, ist etwas anderes."
  },
  {
    "start": 2968.76,
    "end": 2972.68,
    "text": "Es ging bei seinem Besuch auch darum ob wir unsere Mutter noch einmal sehen wollten."
  },
  {
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    "end": 2986.68,
    "text": "Obwohl er ja bereits die Umstände ihres Todes kannte habe ich noch einmal sehr deutlich gemacht das es mir und uns extrem wichtig war ,dass wir sie nur nochmal sehen wollten wenn sie wie soll ich sagen zumutbar aussah."
  },
  {
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    "end": 2988.84,
    "text": "Alles andere käme nicht in Frage."
  },
  {
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    "end": 2997.3,
    "text": "Mehrfach hat er gesagt, dass er natürlich ganz besonderen Wert darauf legen würde nur das Ertragbare auch zuzulassen und uns zu präsentieren."
  },
  {
    "start": 2997.82,
    "end": 3006.12,
    "text": "Ganz besonders würde er darauf achten Und wenn er denken würde, dass es nicht mehr zumutbar sei dann könnten wir uns wirklich darauf verlassen Dass er uns das auch sagen würde."
  },
  {
    "start": 3007.76,
    "end": 3016.68,
    "text": "Da sich meine Mutter nie geschminkt und keinerlei Make-up je getragen hat habe ich ihn auch noch gebeten sie Nicht wie einen Klauen anzubinseln oder ist sonst wie zu übertreiben."
  },
  {
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    "end": 3022.82,
    "text": "Wann genau was in dieser Woche stattgefunden hat, kann ich auch nicht mehr festmachen."
  },
  {
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    "end": 3041.56,
    "text": "Tatsache ist dass sich am Samstag den fünften Oktober über ihren Tod informiert wurde Wir Montag den siebten oktober ihre wohnungsschlüssel bekommen haben und zum ersten mal mit dem bestattungsunternehmer gesprochen Haben und am freitag darauf also am elften oktober zwei tausendzwei schon die beerdigung meiner mutter war."
  },
  {
    "start": 3042.96,
    "end": 3047.38,
    "text": "In diesen tagen stand nun also der moment an indem wir sie das letzte Mal sehen würden."
  },
  {
    "start": 3048.16,
    "end": 3048.88,
    "text": "Und was soll ich sagen?"
  },
  {
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    "end": 3052.78,
    "text": "Diesen Moment werde ich in meinem Leben nicht vergessen."
  },
  {
    "start": 3053.46,
    "end": 3054.74,
    "text": "Er gehört mit zu den Schlimmsten!"
  },
  {
    "start": 3056.32,
    "end": 3071.4,
    "text": "Meine Tante, die älteste Schwester meiner Mutter, die trotz zwölf Jahren Altersunterschied zeitlebens ein sehr, sehr enges Verhältnis zu ihr hatte – mein Vater, meinen Bruder und ich sind also gemeinsam zudem Friedhof gefahren auf dem auch die Beerdigung stattfinden würde."
  },
  {
    "start": 3072.12,
    "end": 3076.2,
    "text": "Hier war meine Mutter im Seitenflügel der Kapelle in einem Raum aufgebart."
  },
  {
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    "end": 3084.14,
    "text": "Die Tür des Raumes stand offen und mein Vater und Bruder haben diesen vor mir, soweit ich mich erinnere ohne zu zögern, betreten."
  },
  {
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    "end": 3087.62,
    "text": "Ich habe es nur bis vor die offene Tür bzw."
  },
  {
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    "end": 3090.0,
    "text": "einen Schritt entfernt vom Türrahmen geschafft –."
  },
  {
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    "text": "das einzige was aus mir herauskam war ein lauter Schrei!"
  },
  {
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    "end": 3100.38,
    "text": "Ich war noch nie so voller Entsetzen, Horror, Angst, Ekel und Wut gewesen."
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    "end": 3109.3,
    "text": "All diese Gefühle haben meinen Körper dazu gebracht sofort nach draußen zu rennen, ohne den Raum überhaupt betreten zu haben."
  },
  {
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    "text": "Meine Mutter sah aus wie aus einem Horrorfilm."
  },
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    "text": "Was ich gesehen hatte, hatte mit ihr nicht im Ansatz mehr etwas zu tun."
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    "text": "Ich hatte mich im Vorfeld nicht damit beschäftigt, wie Menschen aussehen können die sich erhängt haben."
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    "text": "Ich wusste nicht was mit ihren Körpern geschieht."
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    "text": "hätte ich mich mal vorher informiert?"
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    "text": "Sie muss sich mit solcher Wucht erhängt haben, dass ihr Kiefer gebrochen war."
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    "text": "Er war total schief und zu einer Seite geschoben."
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    "text": "Etwas Symmetrisches war in ihrem Gesicht nicht mehr zu finden."
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    "text": "oder lag es daran das sie stundenlang gehangen hatte Und die Totenstarre in dieser Position eingetreten war?"
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    "text": "ich bin keine Pathologin Ich möchte es auch eigentlich nicht wissen aber eigentlich kann sie nicht so ewig da gehangen haben."
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    "text": "Wir konnten später nachvollziehen, dass sie an dem Tag um halb vier Uhr Nachmittags noch E-Mails abgerufen hatte und ihr Nachbar sie dann um halbst sieben Uhr abends erhängt im Keller fand."
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    "text": "Das Gesicht das zu sehen war, war obendrein noch genau wie ich es eben nicht gewollt hatte, wie ein Clown angepinselt – total geschminkt!"
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    "text": "Vielleicht hat man irgendwie versucht durch das Makeup irgendwelche Spuren zu verdecken?"
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    "text": "Ich weiß es nicht…."
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    "text": "Aber etwas groteskeres kann ich mir kaum vorstellen... Meine Tante, die nach meinem Schrei und davonlaufen ebenfalls den Raum nicht mehr betreten sondern auch nur vom Türrahmen aus einen Blick hineingeworfen hat, sagte dass das Haar meiner Mutter Schnee weiß gewesen sei."
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    "text": "Bis zu ihrem Tod hatte sie dunkelbraunes Haar, das ein ganz bisschen durchzogen war von einigen wenigen grauen Haaren aber keinesfalls war."
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    "text": "es weiß Das erinnere ich überhaupt nicht."
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    "text": "In meiner Erinnerung hatte sie noch ihre gewohnte Haarfarbe und das Haar war merkwürdig auftupiert, das war sicher auch das erste Mal dass das jemand mit ihrem Haar gemacht hat."
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    "text": "aber Ich kann mich täuschen!"
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    "text": "Ich weiß es nicht mehr."
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    "text": "Dass plötzlich ergraute oder erweiste Haar passte ja im Grunde sehr gut zu der Horrorfilmszenerie Mein Bruder."
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    "text": "Mit meinem Vater habe ich bis heute ja nie wieder ein Wort über alles, was damals geschehen ist gesprochen."
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    "text": "Ist wohl trotz meines Ausflippens ganz ruhig zu ihr gegangen und hat ihre Hand berührt um sich so von ihr zu verabschieden."
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    "text": "Ich habe ihn nachher gefragt ob er sehen konnte, ob sie meinen Ring getragen hat aber daran konnte er sich nicht erinnern."
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    "text": "Ist ja am Grunde auch nicht weiter wichtig, obwohl es mir durchaus etwas ausgemacht hätte zu wissen dass er nun irgendwo bei dem blöden Beerdigungsheini herumflog statt am Finger meiner Mutter zu stecken."
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    "text": "Es freut mich für meinen Bruder das er ihr Tschüss sagen konnte sie noch einmal in Ruhe ansehen konnte sie nochmal berühren konnte."
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    "text": "sicher war all das fast unerträglich Aber ich hatte bei Gesprächen darüber mit ihm nicht den Eindruck, dass er sich extrem zwingen musste das alles zu tun sondern dass es mehr oder weniger einfach aus dem heraus kam."
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    "text": "Ich hätte es nicht ertragen können aus nächster Nähe in ihr verunstaltetes Gesicht zu sehen."
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    "text": "da wäre für mich die sichtbare Brutalität und Gewalt des Erhängens nicht auszuhalten gewesen."
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    "text": "beeindruckend dass mein Bruder und Vater das aushalten konnten."
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    "text": "So unaussprechlich schrecklich dieser Moment auch war und so viel Verachtung ich auch für den Beerdigungsunternehmer übrig hatte, und so sehr ich mir auch wünschte diese Bilder nie gesehen zu haben."
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    "text": "So froh bin ich trotzdem dass sich sie noch einmal gesehen habe Auch wenn es nur ein oder zwei Sekunden waren Denn so weiß ich zu hundert Prozent das sie tatsächlich nicht mehr lebt."
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    "text": "Ich hatte den Beweis mehr als deutlich vor Augen."
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    "text": "Ich kann mir vorstellen, dass mein Gehirn sonst aus Selbstschutz oder Übersprungshandlung – oder wie man es nennen soll -, um nicht mit dem unvorstellbaren Umgehen zu müssen."
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    "text": "Dazu geneigt hätte immer wieder den Ausfluchsgedanken zu verfolgen, das sie ja vielleicht doch gar nicht tot sei!"
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    "text": "Ein paar Monate nach ihrem Tod ist mir im Supermarkt eine Frau über den Weg gelaufen die unglaubliche Ähnlichkeit mit ihr hatte."
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    "text": "weinen.\"."
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    "text": "Vielleicht war es also doch ein ganz guter Tausch eingebranntes Horror-Klauenbild gegen durchdrehendes Verrücktengehirn."
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    "text": "Eine schöne Begebenheit, die sich in den folgenden Tagen ereignete war auch folgende."
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    "text": "Offensichtlich bin ich während der Woche vor der Beerdigung, in der ich durchgehend im Münster im Haus meines Vaters war mit dem Bus irgendwo hingefahren – wohin und warum?"
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    "text": "Das weiß ich nur noch weil ich auf dem Weg von der Bushaltestelle zum Haus eines Vaters einen Nachbarn getroffen habe."
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    "text": "Kein unmittelbarer sondern einfach einer aus dem Wohnviertel."
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    "text": "er ist der Vater einer ehemaligen Grundschulfreundin."
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    "text": "Die zwanzig Jahre zuvor und seither habe ich ihn nie wieder getroffen, aber ausgerechnet an diesem verdammten Tag natürlich."
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    "text": "Wie mir an der Sensationsgeilheit die ich sofort in seinen Augen erkennen konnte klar wurde hatte er wohl vom Tod meiner Mutter in der Zeitung gelesen."
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    "text": "dort hatten wir eine Todesanzeige geschaltet."
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    "text": "Sobald er mich sah, kam er auf mich zugestürzt und statt eines von einem normalen Menschen zu erwartenden herzliches Beileid oder es tut mir leid oder ähnliches platzte ist aus ihm heraus."
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    "text": "Natürlich hätte ich mir irgendwas ausdenken können wie sie war krank was ja auch gestimmt hätte oder sonst irgendetwas anderes."
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    "text": "also habe ich ordnungsgemäß geantwortet."
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    "text": "Sie hat sich das Leben genommen."
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    "text": "seine oscar verdächtige Antwort lautete Also das gibt's doch nicht."
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    "text": "Das ist ja wohl eine Unverschämtheit!"
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    "text": "Das ist wie Hanne-Loro Kohl, die hatte sich ein Jahr zuvor das Leben genommen nur als Erklärung."
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    "text": "Was soll ich sagen?"
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    "end": 3492.88,
    "text": "Meine eine Tochter, die ist ja jetzt noch Berlin gezogen und hat da einen ganz tollen Job angefangen und meine andere Tochter ist auch sehr erfolgreich und macht was auch immer bla bla bla... Ich wäre beinahe vor Fassungslosigkeit in Ohnmacht gefallen und war nur damit beschäftigt meine Beine in Bewegung zu setzen um mich aus der Situation zu entfernen."
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    "text": "Schade eigentlich."
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    "text": "Im Nachhinein hätte ich mir mehr Verstand und Reaktionsvermögen gewünscht, und hätte ihm einfach volle Kanne in die Eier getreten um ihn anschließend ins Gesicht zu spucken."
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    "text": "Was genau stimmt denn mit manchen Menschen nicht?"
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    "text": "Die Beerdigung."
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    "text": "Die Beerdigung war genau eine Woche nach dem Suizid meiner Mutter."
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    "text": "Ich weiß noch genau was ich angezogen habe."
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    "text": "Komisch."
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    "text": "Das Gehirn ist schon ein komisches Ding."
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    "text": "Ich habe einen schwarzen In sich gestreiften Hosenanzug getragen."
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    "text": "Den hatte ich schon, ich habe ihn nicht extra gekauft."
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    "text": "Dazu ein schwarzes Hemd und eine schwarze Krawatte."
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    "text": "Alles sollte streng und steif und unlocker aussehen."
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    "text": "Irgendetwas Schönes oder Hübsches oder Lockeres hätte ich als Verrat empfunden."
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    "text": "Natürlich hat mir der Hosenanzug gefallen sonst hätte ich ihn ja nicht gekauft aber er passte einfach in seinem uniformartigen Stil perfekt zu meiner Verfassung."
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    "text": "Mein damaliger Freund ist nicht mit zur Beerdigung gekommen Er könne sich nicht frei nehmen."
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    "text": "Was für ein Quatsch!"
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    "text": "Er hatte einfach keine Lust, die Anstrengung der Situation auf sich zu nehmen."
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    "text": "Wir waren seit vier Wochen zusammen."
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    "text": "Weder meine Familie noch Freunde kannten ihn Und dann musste man direkt mit auf eine Beerdigung gehen?"
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    "text": "Harter Tobak."
  },
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    "text": "Aber in meiner Welt verhält man sich auch nach vier Wochen schon anders Vor allem wenn man sich wünscht mit diesem Menschen länger zusammenzuleiben."
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    "text": "Mit das größte Geschenk in meinem Leben sind meine Freunde."
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    "text": "Ich habe nicht Unzählige, aber die, die ich habe bedeuten mir alles."
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    "text": "Auch wenn man sich unter Umständen sogar nur ganz selten sieht – es sind die besten, die man haben kann!"
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    "text": "Und die haben mich getragen an diesem Tag."
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    "text": "Ohne sie hätte ich es nicht durchgestanden."
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    "text": "Alle waren da, selbst mein Exfreund von dem ich mich erst kürzlich getrennt hatte."
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    "text": "Es muss schwer für ihn gewesen sein dort hinzukommen."
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    "text": "Aber die Zuneigung zu meiner Mutter hat ihm das überwinden lassen und das hat mir die Welt"
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    "text": "bedeutet.\"."
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    "text": "Ich muss ihm das heute noch einmal sagen, um sicherzugehen, dass er das weiß."
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    "text": "Alles fing an in der Friedhofs eigenen Kapelle und die war rappelvoll!"
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    "text": "Sie hatte immer geglaubt, dass niemand sie mochte Und ihre Patienten erst recht nicht."
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    "text": "Die haben sie verehrt und waren ebenfalls voller fassungsloser Trauer."
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    "text": "ich wünschte so sehr, sie hätte das sehen können."
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    "text": "Vielleicht hat sie es ja auch."
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    "text": "Kurz vor oder kurz nach der Beerdigung, ich weiß es nicht mehr genau hatte Ich einen Traum in dem die beerdigung gerade stattfand und wir alle um das Grab meiner mutter herum standen Und plötzlich sehe ich sie in der ferne auf einem weg vorbei laufen."
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    "text": "Ich bin sofort auf sie zugestürmt voller wut- und erleichterung zugleich."
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    "text": "ich habe Sie angeschrien ob sie eigentlich wissen was ihr uns angetan habe und Was dass alles sollte."
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    "text": "da hat sie nur gesagt sie haben mal wissen und sehen wollen wie Die leute so reagieren."
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    "text": "An die eigentliche Trauerfeier kann ich mich auch nicht mehr wirklich erinnern."
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    "text": "Er hat sich sehr viel Mühe mit der Rede gemacht Obwohl kein einziges Wort tatsächlich in meinem Hirn angekommen ist."
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    "text": "Ich habe die Rede noch irgendwo in Schriftform zu Hause."
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    "text": "Ich komme aus einer riesigen Akademikerfamilie Meine Mutter mit sechs Geschwistern Mein Vater mit zwei und alle mit mehreren Kindern, und alle Akademiker."
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    "text": "Und dann ich!"
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    "text": "Ich verstehe immer nur die Hälfte von allem was so gesprochen wird."
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    "text": "in meiner kleinen Welt ist alles irgendwie unkomplizierter und ungestochener."
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    "text": "sicher hätte ich selbst einfach eine Rede halten können wenn ich es persönlicher und emotionaler hätte haben wollen aber selbst unter normalen Umständen habe ich noch nie vor mehreren Menschen auch nur ein Wort herausgebracht."
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    "text": "wie hätte ich da also in dem Moment funktionieren sollen?"
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    "text": "Nichtsdestotrotz war es eine schöne Rede."
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    "text": "Mein Onkel, der der Ehemann einer älteren Schwester meiner Mutter war, kannte meine Mutter mehr oder weniger ihr Leben lang."
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    "text": "Daher war es wirklich eine sehr persönliche Rede und dafür bin ich ihm sehr dankbar!"
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    "text": "Mein Cousin – ein herausragender Chilist hat einige Stücke gespielt."
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    "text": "Welche es waren weiß ich leider auch nicht mehr."
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    "text": "nur noch dass sie mich zerrissen haben Aber auch ihm war ich dafür unendlich dankbar, denn die ganze Trauerfeier hatte etwas wirklich Schönes Persönliches Familiäres."
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    "text": "Anschließend wurde der Sarg auf einem Karren – sicher gibt es dafür einen vornehmeren und schöneren Begriff, den weiß ich aber nicht – zur Grabstätte gezogen."
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    "text": "Das war ein ziemlicher Fußmarsch Denn der Friedhof ist sehr groß, aber so wunderschön."
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    "text": "Es ist sein Waldfriedhof wo die Leute hinkommen nur um Deutsch spazieren zu gehen."
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    "text": "Ein richtiger Friedhof."
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    "text": "Ich bin so froh, dass sie dort ihr Grab hat."
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    "text": "Mein Bruder, Vater und ich sind in erster Reihe hinter dem Karren gegangen."
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    "text": "Ob jemand bei uns war weiß ich nicht mehr."
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    "text": "Ob wir uns bei den Händen genommen haben weiß ich auch nicht mehr – heute würde ich das natürlich tun!"
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    "text": "Aber es kann sein, dass wir es nicht taten."
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    "text": "Denn Leid teilen überhaupt irgendetwas miteinander teilen war nicht so das Ding unserer Familie."
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    "text": "Was sich nie vergessen werde, war das Wetter."
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    "text": "Es war ja schon Mitte Oktober und da muss man eigentlich mit allem rechnen, aber schöner hätte das Wetter nicht sein können."
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    "text": "Es war strahlend blauer Himmel – die Sonne hat geschehen als gäb es kein Morgen!"
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    "text": "Eigentlich liegen mehr oder weniger alle Gräber auf dem Friedhof unter Bäumen so dass keine unmittelbare Sonne auf die Gräbe strahlt."
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    "text": "Als sich aber alle um das noch leere Grab meiner Mutter versammelt hatten, war das plötzlich anders…."
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    "text": "Wie in einem Science-Fiction-Film haben Sonnenstrahlen wie von einem Scheinwerfer direkt auf ihr Grab geschehen."
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    "text": "Das war unglaublich schön!"
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    "text": "Mich hat so sehr beeindruckt und gerührt, wie viele Menschen dort waren – das war wirklich schön."
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    "text": "Und so traurig zugleich weil meine Mutter Zeit ihres Lebens immer davon ausgegangen ist dass sie keiner mag."
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    "text": "Etwas abgelenkt war ich während der Zeremonie am Grab durch einen mir unbekannten jungen Mann, der mit einer langstieligen roten Rose in erster Reihe vor ihrem Grab stand und ganz bitterlich geweint hat."
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    "text": "Die ganze Zeit habe ich mich gefragt wer das wohl sein könnte?"
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    "text": "Vielleicht ein verschollener verschwiegender Bruder?"
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    "text": "So wie der geweint hatte musste es schon eine sehr nahestehende Person gewesen sein!"
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    "text": "Als alles vorbei war, hat sich herausgestellt, dass es einfach ein verrückter War, dessen fragwürdiges Hobby ist oder war – ob es ihn noch gibt weiß ich nicht – auf Beerdigungen zu gehen und dort Herzzerreißend zu weinen."
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    "text": "Was es nicht alles gibt!"
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    "text": "Die eigentliche Zeremonie am Grab liegt auch in meinem Gehirn Nebel."
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    "text": "Keine Ahnung wer da was gesagt hat, ob es mein Onkel noch einmal war?"
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    "text": "Vermutlich…."
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    "text": "Wie auf jeder Beerdigung standen alle so gut."
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    "text": "es ging um das Grab herum, um dann anschließend vor das Sandhäufchen zu treten, um eine Schippe Erde auf den Sack zu schmeißen."
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    "text": "Warum genau macht man das eigentlich?"
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    "text": "So als würde man sagen ich helfe dich mit unter die Erde zu bringen, gut dass du weg bist und durch meine Hilfe geht's jetzt schneller oder sehr merkwürdig."
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    "text": "da wäre es doch viel schöner ausschließlich Blumen zu werfen."
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    "text": "Und genau das habe ich auch getan."
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    "text": "Ich schmeiße doch nicht Sand auf jemanden."
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    "text": "Was für die anderen Gäste vermutlich etwas befremdlich gewesen sein mag, ich habe außer der Rose noch ein Dienerviertagebuch das mit einer schwarzen Satinschleife umwickelt war, mit zu ihr ins Grab geworfen."
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    "text": "Meine Mutter und ich hatten einen nicht ganz unkompliziertes Verhältnis – sie war immer distanziert und kühl zu mir."
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    "text": "Gesorgt und gekümmert hat sie sich um meinen Bruder da der gefühlsmäßig wie sie zumindest zu Glauben schien, viel näher an ihr dran war."
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    "text": "Ich war immer schon das Mädchen mit der Werkzeugkiste, dass die Dinge selbst geregelt und in die Hand genommen hat – da brauchte man sich nicht großartig drumzukümmern!"
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    "text": "Vermutlich war es auch ein Selbstläufer…."
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    "text": "ich konnte mir vorstellen, dass ich genau so war eben weil man sich nie ständig um mich gedreht und gekümmert hat."
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    "text": "Ich erinnere mich an eine Situation, in der ich einen ziemlich erbärmlichen Versuch gestartet habe, um wenigstens mal kurz an Aufmerksamkeit zu"
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    "text": "kommen.\"."
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    "text": "Ich habe, als Kind wohlgemerkt – meine Ferse so lange in den Duschabfluss gedrückt, dass auf der Haut ein kreisrunder Abdruck entstand."
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    "text": "Damit bin ich dann zu meiner Mutter gegangen und habe es ihr gezeigt und ganz besorgt gefragt was das denn bloß sei!"
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    "text": "Wenn ich damals nur schon etwas mehr Weitsicht gehabt hätte, dann hätte ich ja wissen müssen, dass meine schlaue Mutter schon auf hundert Meter Entfernung sah, was Sache ist."
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    "text": "Sie hat noch nicht einmal so getan, als würde sie mein Spiel mitspielen."
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    "text": "Ich habe sie als Erwachsene mal gefragt warum sie mich als Kind nicht einmal ab- und zu in den Arm genommen hat?"
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    "text": "Mit meinem Bruder war das nie ein Problem …."
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    "text": "mit dem konnte sie das Und ihre Antwort war, dass ich das ja nie gewollt habe."
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    "text": "Es kann natürlich sein, dass die Ablehnung, die ich immer spüren konnte ist für mich unangenehm gemacht hat oder ich merkte, dass es eben keine echte Umarmung ein in den Arm nehmen war wie bei meinem Bruder – keine Ahnung."
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    "text": "Ich kann wirklich bis heute nicht sagen, was genau das Problem zwischen uns war."
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    "text": "Ich habe es mir teils so erklärt, dass es vielleicht wie eine Art Eiversucht auf ihrer Seite auf mich war."
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    "end": 4096.56,
    "text": "Ich war lebenslustig, hatte immer viele Freunde, habe sehr gut und erfolgreich Geige gespielt, Sport gemacht – alles ist mir so zugefallen!"
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    "text": "Und sie hat eben genau das alles nicht."
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    "text": "Sie war gehemmt, verklemmt, kontrolliert, zwanghaft, eben das genaue"
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    "text": "Und anstatt sich für mich zu freuen oder es einfach hinzunehmen, konnte ich immer so eine Art Abneigung spüren."
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    "text": "Besonders später – als ich siebzehn oder achtzehn Jahre alt war, als ich meinen ersten Freund hatte und auf Partys angefangen habe, zu saufen und auszugehen — da wurde es so schlimm, das sie nicht einmal mehr mit mir geredet hat!"
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    "text": "Und das Schlimmste war, dass mein Bruder ausgerechnet zu dieser Zeit für ein Jahr in Frankreich zum Schüleraustausch war."
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    "text": "Das heißt ich war ganz allein Zuhause – das war keine schöne Zeit!"
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    "text": "Dass mit ihm nicht reden hat sie oft gemacht, mich einfach ignoriert und mit Liebesentzug gestraft wenn man das überhaupt so sagen kann."
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    "text": "damit der Liebe war es ja wie schon erwähnt ohnehin nicht so üppig."
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    "text": "Als kleines Kind wollte Ich immer unbedingt Ohrlöcher haben Und als ich sechs war, habe ich endlich einen Gutschein dafür zu Weihnachten bekommen."
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    "text": "Das war mit Abstand das schönste Geschenk ever!"
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    "text": "Ich konnte es kaum erwarten, dass endlich die Geschäfte und Juweliere wieder öffnen nach den Feiertagen, damit wir zum Stechen der Ohrlöcher fahren könnten."
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    "text": "Ich war so tapfer und habe nicht eine Millisekunde mit der Wimper gezuckt – was meine Mutter anschließend gesagt hat, nun kommt ihr mal nicht toll vor."
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    "text": "Vielen Dank für die Anteilnahme an meiner Freude."
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    "text": "Viele Jahre durfte ich dann auch nur Ohrstecker tragen."
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    "text": "Keine langen O-Ringe!"
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    "text": "Das hatte sie mir verboten, da sie eben Angst hatte dass das mit dem mich selbst toll finden dadurch verstärkt wurde."
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    "text": "Hä?"
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    "text": "Wie auch immer... Ich habe sie dann wieder heimlich ausgetauscht."
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    "text": "Immer wenn ich das Haus verlassen hatte und wieder zurück getauscht kurz bevor ich wieder nach Hause kam."
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    "text": "Nachdem ich damit neunzehn Abitur gemacht hatte und nach Köln gezogen war hat sich unser Verhältnis grundlegend verändert."
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    "text": "Es wurde sehr herzlich, warm vertraut und eng."
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    "text": "Warum diese Veränderung eingetreten ist kann ich nicht sagen – es war mir auch egal!"
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    "text": "Ich habe es einfach nur genossen und fand das total schön."
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    "end": 4235.98,
    "text": "Nichtsdestotrotz hat die neu entstandene Nähe nicht bewirkt, dass sich das Gefühl hatte ihr alles sagen und erzählen zu können."
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    "end": 4242.14,
    "text": "Die grundsätzliche Bereitschaft hierfür war da und ich hätte es nur zu gerne gewollt aber ich konnte es"
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    "end": 4242.46,
    "text": "nicht.\"."
  },
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    "text": "Da ich aber dennoch wollte, dass meine Mutter Einblick in mein Leben und meine Welt bekommt, habe ich den Kompromiss des vorhin genannten Tagebuchs gewählt."
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    "text": "Immer wieder habe ich dort hineingeschrieben was mich bewegte und was mir widerfuhr und mich umtrieb – auch Dinge aus der Vergangenheit die mich immer noch beschäftigten, auch Dinge die mit ihr und unserem schwierigen Verhältnis zu tun hatten."
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    "text": "Eines Tages wenn es voll gewesen wäre hätte ich es ihr gegeben und sie hätte es in Ruhe lesen können ohne unmittelbar in meiner Gegenwart darauf reagieren zu müssen."
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    "text": "Sie hätte es dann, wenn sie gewollt hätte, irgendwann später tun können aber ich hätte das auch nicht vorausgesetzt oder erwartet."
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    "text": "Natürlich haben auf der Beerdigung alle mitbekommen das Buch ins Grab geworfen aber darauf angesprochen hat mich bis auf meine Tante niemand."
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    "end": 4325.6,
    "text": "Als die Beerdigung selbst vorbei war wir aber noch alle am Grab standen kam dann natürlich der Moment der Beileidsbekundungen."
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    "text": "Ich weiß, dass auf vielen Beerdigungen ausdrücklich darauf verzichtet wird."
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    "text": "Bei uns war das nicht so und auch wenn sehr viele Menschen dabei waren die ich noch nicht einmal kannte, so hat mir das doch etwas Kraft gegeben."
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    "text": "So viele Menschen wissen immer nicht wie sie reagieren sollen wenn es einen Todesfall bei einem Mitmenschen gegeben hat."
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    "text": "soll man etwas sagen?"
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    "text": "Soll man nichts sagen?"
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    "text": "Wenn ja was ist herzliches Beileid nicht zu profan?"
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    "text": "müsste man nicht etwas hilfreicheres sagen?"
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    "text": "Aber ich kann für mich sagen, dass alles besser ist als nichts zu sagen – und mein Beileid ist schon genau richtig!"
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    "text": "Denn natürlich wird es nichts geben, das dem Betroffenen irgendwie tatsächlich hilft."
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    "text": "Das Wichtigste ist den Betroffenens zu signalisieren, dass man Anteil nimmt und es einem nicht egal ist und dass es einem Leid tut."
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    "text": "Das reicht"
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    "text": "absolut.\"."
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    "text": "Oft habe ich nämlich erlebt, dass das was passiert ist einfach komplett totgeschwiegen wird nicht mit einer einzigen Silbe erwähnt und darunter waren in meinem Fall wirklich sehr, sehr enge Freunde."
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    "text": "aber vielleicht bin ich da unfair und gehe zu stark von mir selbst aus Denn wie ich ja bereits sagte, da ist jeder anders und braucht dementsprechend auch unterschiedliche Dinge."
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    "text": "Aber von diesem Freund habe ich bis zum heutigen Tage nie wieder etwas gehört."
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    "text": "Eine andere Freundin die mir damals auch sehr nahelstand hat ebenso unbeholfen reagiert – und neben überhaupt nicht reagiert!"
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    "text": "Sich nicht gemeldet weder telefonisch noch schriftlich noch sonst."
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    "text": "Und bei ihr hat mich das tatsächlich ziemlich getroffen, weil es so unerwartet war, da sie ein total emotionaler Mensch war und sicher immer noch ist."
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    "text": "Viele Jahre später sind für uns durch Zufall wieder über den Weg gelaufen – und bei dieser Gelegenheit hat sie mir gesagt, dass sie einfach nicht wusste was sie sagen sollte!"
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    "text": "Ich mache ihr das persönlich überhaupt nicht zum Vorwurf, denn genau das hatte ich ja vermutet."
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    "text": "Mir war klar, dass es nicht darin begründet lag, dass sich je egal war oder indem etwas geschehen."
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    "text": "Sie war einfach nur zu hilflos."
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    "text": "unsere Erziehung, das Thema Tod – besonders der Suizid – ist und bleibt einfach ein"
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    "text": "Tabu.\"."
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    "text": "Ich verstehe schon warum die Menschen Angst haben einen anzusprechen oder das Thema von sich aus zu eröffnen."
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    "text": "Sie befürchten dass sie damit Wunden erneut aufreißen oder die unerträgliche Situation möglicherweise noch verschlimmern könnten…."
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    "text": "Aber meine Erfahrung ist, dass die meisten Betroffenen eigentlich alle mit denen ich bisher zu tun hatte sprechen und angesprochen werden möchten."
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    "text": "Ich habe es bis zum heutigen Tag immer als Last empfunden eben nicht weinen zu können oder zu dürfen um das gegenüber dadurch nicht zu belasten oder zu verunsichern auch wenn mir oft vielleicht danach gewesen wäre Aber ich war oft schon dankbar, wenn mein Gegenüber die Hürde genommen hatte mich anzusprechen oder das Thema zu eröffnen."
  },
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    "text": "machen.\"."
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    "text": "Ich sag ja als Angehöriger ist man permanent gewollt und ungewollt damit beschäftigt sich mit den Emotionen der Außenstehenden auseinanderzusetzen."
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    "text": "Eine andere Situation, die mir so lebhaft oder besser unlebhaft, in Erinnerung geblieben ist war die als ich kurz nach der Beerdigung meiner Mutter wieder zurück in Köln in das Atelier kam für dass sich zu dieser Zeit immer mal wieder gearbeitet hatte."
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    "text": "Direkt nach dem Abitur hatte ich dort ein Jahr Praktikum gemacht und in den Jahren danach immer wieder für die Kostümbildnerin dort gearbeitet sodass ich alle Mitarbeiterinnen dort sehr gut kannte."
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    "text": "Denn ich hatte mit besagter Kostümbildnerin noch in der Nacht der Todesnachricht telefoniert und keiner hat sich gerührt."
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    "text": "Ich auf der einen Seite und alle anderen auf der anderen Seite."
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    "text": "Heute, wo ich älter bin und mehr Erfahrung habe, hätte ich vermutlich etwas gesagt um die Situationen und alle Beteiligten zu erlösen und zu entspannen."
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    "text": "Aber damals war alles noch so frisch und ich war vierundzwanzig Stunden am Tag damit beschäftigt nicht den Verstand zu verlieren dass sich mich darum nicht auch noch hätte kümmern können."
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    "text": "meine Last war schon zu groß wie sie war."
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    "text": "Auf Facebook gibt es die Möglichkeit sich mit anderen Betroffenen auszutauschen."
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    "text": "Sucht dafür nach der Gruppe mit dem Namen Selbstwort."
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    "text": "Der Austausch darüber ist um einiges einfacher als in den bisherigen Forum, das es auf meiner Webseite gab."
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    "text": "Wer einfach nur auf dem Laufenden gehalten werden möchte."
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    "end": 4650.86,
    "text": "was diesen Podcast angeht, der findet ihn auf Instagram unter selbstwort unterstrich podcast und Facebook unter Selbstwort."
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    "text": "Über eine positive Bewertung des Podcasts und ebenso des Buches überall dort wo es möglich ist freue ich mich sehr."
  },
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    "end": 4664.32,
    "text": "Wer mich mit einer Tasse The unterstützen möchte, da ich wie ihr wisst kein Geld für das was ich hier tue bekomme."
  },
  {
    "start": 4664.92,
    "end": 4668.48,
    "text": "Der kann das über meinen Paypal Spendenbutton auf meiner Webseite tun!"
  },
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    "end": 4679.92,
    "text": "Wenn du auch eine Betroffene oder ein Betrofener von Suizid bist und du deine Geschichte hier erzählen möchtest dann melde dich gerne bei mir unter mailadselbstwort.com."
  },
  {
    "start": 4681.08,
    "end": 4688.76,
    "text": "Du hast die Möglichkeit dein Erlebnis im Gespräch mit mir zu erzielen oder du kannst es aufschreiben mehr als Text zukommen lassen und ich lese es dann vor."
  },
  {
    "start": 4689.94,
    "end": 4691.5,
    "text": "Ich danke euch sehr fürs Zuhören."
  },
  {
    "start": 4692.3,
    "end": 4695.72,
    "text": "Ich wünsche euch alles Liebste, Weste und Schönste!"
  },
  {
    "start": 4696.9,
    "end": 4704.98,
    "text": "Übrigens bedeutet mir diese Formulierung mit Alles Liebeste, Beste und Schönste wahnsinnig viel da meine Mutter das immer unter ihre Briefe und Postkarten geschrieben hat."
  },
  {
    "start": 4706.84,
    "end": 4709.2,
    "text": "Passt gut auf euch auf und bleibt vor allem gesund."
  },
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    "start": 4710.14,
    "end": 4711.46,
    "text": "Bis zum nächsten Mal."
  }
]