[
  {
    "start": 10.78,
    "end": 10.98,
    "text": "Sie hören den"
  },
  {
    "start": 11.12,
    "end": 13.02,
    "text": "Springer Medizin Podcast."
  },
  {
    "start": 14.04,
    "end": 17.54,
    "text": "Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge der ZFA Talks."
  },
  {
    "start": 18.08,
    "end": 19.52,
    "text": "Mein Name ist Claudia Bayer."
  },
  {
    "start": 19.799,
    "end": 23.78,
    "text": "Ich bin eine heute leicht verschnupfte Redakteurin bei SpringerMedizin.de."
  },
  {
    "start": 24.799,
    "end": 28.939,
    "text": "Etwa jede fünfte Person erkrankt im Laufe ihres Lebens an einer Depression."
  },
  {
    "start": 29.54,
    "end": 37.68,
    "text": "Angesichts dieser hohen Lebenszeitprävalenz ist es wenig überraschend, dass das Thema auch in der hausatzlichen Versorgung eine zentrale Rolle spielt."
  },
  {
    "start": 38.16,
    "end": 42.46,
    "text": "Doch die Realität zeigt, Eine Diagnose allein reicht oft nicht aus."
  },
  {
    "start": 43.14,
    "end": 49.519,
    "text": "Der Weg in eine psychotherapeutische Behandlung ist oft lang, Wartezeiten von mehreren Monaten keine Seltenheit."
  },
  {
    "start": 50.48,
    "end": 56.78,
    "text": "Gerade in dieser Phase zwischen Diagnose und dem Therapiebeginn kommt der Haushaltspraxis eine besondere Bedeutung zu."
  },
  {
    "start": 57.6,
    "end": 63.66,
    "text": "Sie ist häufig die erste Anlaufstelle und soll im Optimalfall die Zeit bis zum Therapieplatz überbrücken."
  },
  {
    "start": 64.36,
    "end": 66.04,
    "text": "Doch wie kann das konkret aussehen?"
  },
  {
    "start": 66.58,
    "end": 68.72,
    "text": "Ich begrüße heute zwei Expertinnen bei mir."
  },
  {
    "start": 69.1,
    "end": 71.12,
    "text": "Die erste ist Frau Professorin Dr."
  },
  {
    "start": 71.22,
    "end": 72.04,
    "text": "Anne Simmenroth."
  },
  {
    "start": 72.46,
    "end": 82.6,
    "text": "Sie ist Hausärztin und leitet gemeinsam mit Professorin Ildikou Gadiour als Doppelspitze das Institut für Allgemeinmedizin im Universitätsklinikum in Würzburg."
  },
  {
    "start": 83.4,
    "end": 85.52,
    "text": "Und mein zweiter Gast ist Maike Grauthausen."
  },
  {
    "start": 86.12,
    "end": 94.02,
    "text": "Sie ist Diplompsychologin und Psychotherapeutin und wissenschaftliche Mitarbeiterin ebenfalls am Institut für Allgemeinmedizin in Würzburg."
  },
  {
    "start": 94.56,
    "end": 102.72,
    "text": "Hallo an Sie beide und schön, dass Sie heute beide hier sind und wir mit Ihren beiden unterschiedlichen fachlichen Perspektiven auf das Thema Depressionen schauen können."
  },
  {
    "start": 103.16,
    "end": 103.92,
    "text": "Hallo Frau Bayer."
  },
  {
    "start": 103.96,
    "end": 104.34,
    "text": "Hallo"
  },
  {
    "start": 104.42,
    "end": 105.86,
    "text": "Frau Bayer, vielen Dank für die Einladung."
  },
  {
    "start": 106.28,
    "end": 110.26,
    "text": "Wie erleben Sie denn die derzeitige Versorgungslage bei psychischen Erkrankungen?"
  },
  {
    "start": 110.94,
    "end": 114.6,
    "text": "Ja, in der Hausarztpraxis ist es eine echte Herausforderung."
  },
  {
    "start": 115.4,
    "end": 129.9,
    "text": "In letzter Zeit, ich würde sagen wirklich in den letzten Jahren, zunehmend, weil wir einfach merken, dass die Prävalenz aller psychische Erkrankungen zunimmt und Patienten zu uns kommen und wir immer wieder das Gefühl haben, dass wir doch nicht genug Zeit haben."
  },
  {
    "start": 129.96,
    "end": 140.62,
    "text": "Diese Patienten brauchen viel Zeit im Sprechzimmer und wir haben volle Sprechzimmer und sind immer wieder auch frustriert, dass wir doch nicht so viel Zeit zum Sprechen haben."
  },
  {
    "start": 141.06,
    "end": 147.22,
    "text": "Wenn wir Patienten gut kennen, ist es manchmal einfacher, weil wir einfach die erlebte Anamnese haben, den Kontext, den Sozialen."
  },
  {
    "start": 147.26,
    "end": 154.78,
    "text": "Aber es kommen immer wieder auch ganz fremde Menschen zu uns in großer Not, die zum Beispiel eine Krankschreibung wollen und sich nicht mehr zu helfen wissen."
  },
  {
    "start": 154.88,
    "end": 162.0,
    "text": "Und das kann schon mal so ein Sprechstundenvormittag sprengen, wenn dann zwei solche Patienten dazwischen kommen."
  },
  {
    "start": 162.519,
    "end": 176.26,
    "text": "Auch von psychotherapeutischer Seite kann man sagen, dass die Anzahl der Praxen, die ein Angebot machen dürfen, zu gering ist, wenn man sich den Bedarf anschaut an Menschen, die auf diese Versorgung angewiesen sind."
  },
  {
    "start": 177.64,
    "end": 179.959,
    "text": "Das heißt auch, die Fallzahlen in der Praxis steigen."
  },
  {
    "start": 180.54,
    "end": 182.1,
    "text": "Das ist sicherlich so."
  },
  {
    "start": 182.299,
    "end": 188.959,
    "text": "Also man kann sagen, dass seit vielen Jahren die Fallzahlen steigen an Menschen, die an Depressionen erkranken."
  },
  {
    "start": 189.56,
    "end": 191.459,
    "text": "Vor allem junge Menschen sind das."
  },
  {
    "start": 191.959,
    "end": 198.959,
    "text": "Man hat gesehen, in den letzten fünf Jahren war es im Bereich der Altesgruppe bis zu fünf, zwanzig, dreißig Prozent mehr."
  },
  {
    "start": 199.62,
    "end": 204.62,
    "text": "insgesamt sind in Deutschland etwa fünf Millionen Menschen von Depressionen betroffen."
  },
  {
    "start": 204.84,
    "end": 207.38,
    "text": "Das ist eine sehr, sehr große Zahl."
  },
  {
    "start": 207.7,
    "end": 209.84,
    "text": "Dafür gibt es verschiedene Gründe."
  },
  {
    "start": 210.44,
    "end": 227.76,
    "text": "Einmal kann man so sagen, auf gesellschaftlicher Ebene gibt es viel Leistungsdruck angefangen in der Schule, im Job, im Beruf, auch als Elternteil, ein Bild oder eine Erwartung, die auch noch durch die sozialen Medien angefacht wird."
  },
  {
    "start": 228.459,
    "end": 237.98,
    "text": "eine ständige Informationsflut und auch gesellschaftlich kann man vielleicht zusammenfassen, dass vieles einfach unverbindlicher geworden ist."
  },
  {
    "start": 238.299,
    "end": 245.179,
    "text": "Es gibt weniger klare Strukturen, beruflich weniger stabile Beziehungen, auch die die Menschen auffangen können."
  },
  {
    "start": 245.94,
    "end": 249.42,
    "text": "Das hat man ja auch während der Corona-Pandemie gemerkt."
  },
  {
    "start": 249.519,
    "end": 253.2,
    "text": "Das hat sicherlich auch zum Anstieg dieser Zahlen geführt."
  },
  {
    "start": 253.56,
    "end": 254.66,
    "text": "Insgesamt gibt es mehr."
  },
  {
    "start": 255.2,
    "end": 263.86,
    "text": "Unsicherheit kann man sagen, viele Menschen, auch mit finanziellen Sorgen, Sorgen um ihre Zukunft, das führt zu mehr Stress erleben."
  },
  {
    "start": 264.22,
    "end": 289.34,
    "text": "Und wenn es dann schon Risikofaktoren gibt, die eine Depression begünstigen, dann kann sich halt auch eine Depression entwickeln, wenn ich jetzt beispielsweise auf biologischer Ebene schon Erkrankungen innerhalb der Familie habe, Angehörige, die von Depressionen betroffen sind oder auch ... sozialen Faktoren ausgesetzt bin, dass ich einsam bin, beispielsweise Armut erlebe."
  },
  {
    "start": 290.039,
    "end": 296.18,
    "text": "Da weiß man auch, dass Menschen mit niedrigem Einkommen, also bis zu dreimal häufiger an Depressionen, tatsächlich erkranken."
  },
  {
    "start": 296.68,
    "end": 302.48,
    "text": "Das ist so die eine Seite, die andere Seite ist so ein ganz anderer Grund, dass einfach auch mehr Diagnosen gestellt werden."
  },
  {
    "start": 302.9,
    "end": 326.0,
    "text": "Ich denke, es gibt mehr Offenheit, auch über das Thema Depression zu sprechen und mehr Bereitschaft insgesamt im Vergleich zu früher, um auch Hilfsangebote wahrzunehmen, vor allem jüngere Menschen, aber auch zum Beispiel Depressionen bei Männern, die sind angestiegen einfach, weil man da das jetzt besser diagnostiziert und erkennt und beispielsweise Patienten mit Rückenschmerzen auch mit dem Thema Depression."
  },
  {
    "start": 326.06,
    "end": 327.3,
    "text": "in Verbindung bringt."
  },
  {
    "start": 328.92,
    "end": 335.48,
    "text": "Das ist die gute Seite davon, dass Depressionen so besser festgestellt werden und so auch besser behandelt werden können."
  },
  {
    "start": 336.159,
    "end": 340.18,
    "text": "Was sind denn die ersten Schritte, wenn der Verdacht auf eine Depression aufkommt?"
  },
  {
    "start": 340.8,
    "end": 342.24,
    "text": "Ja, das ist immer das Gespräch."
  },
  {
    "start": 342.3,
    "end": 344.159,
    "text": "Also Patienten kommen ja in die Sprechstunde."
  },
  {
    "start": 344.26,
    "end": 358.219,
    "text": "in In den meisten Fällen, ich denke auch durch diese Enttabuisierung, sagen die schon, dass es ihnen einfach schlecht geht, dass sich was verändert hat im Laufe der letzten Wochen oder Monate und dann... kann man einfach im Gespräch weitergehen."
  },
  {
    "start": 358.28,
    "end": 365.36,
    "text": "Es gibt ja auch standardisierte Möglichkeiten, zum Beispiel diese zwei Screening-Fragen, die auch in der Leitlinie unipolare Depressionen gut beschrieben sind."
  },
  {
    "start": 365.4,
    "end": 376.34,
    "text": "Die haben eine hohe Sensitivität, also die Frage nach Niedergeschlagenheit und Traurichtheit in den letzten Monaten oder im letzten Monat und die Frage nach Interessen und Freudeverlust."
  },
  {
    "start": 376.94,
    "end": 379.219,
    "text": "Die beiden Fragen sind schon sehr sensitiv."
  },
  {
    "start": 379.84,
    "end": 386.52,
    "text": "Oder wenn man ein bisschen weiter ausholt, kann man den PHQ neun, diesen von der WHO validierten Bogen einsetzen."
  },
  {
    "start": 386.58,
    "end": 390.64,
    "text": "Bei jungen Patienten setze ich den tatsächlich ein und fülle den mit den zusammen aus."
  },
  {
    "start": 390.7,
    "end": 392.4,
    "text": "Das sind die auch sehr offen für."
  },
  {
    "start": 392.48,
    "end": 397.5,
    "text": "Und dann sehen die gleich, was für ein Score da rauskommt, kann man sehr gut drüber sprechen."
  },
  {
    "start": 398.26,
    "end": 405.08,
    "text": "Oder man nimmt eben diese alten klassischen Haupt- und Nebenkriterien der Depression, die auch überall nachzulesen sind."
  },
  {
    "start": 405.2,
    "end": 412.42,
    "text": "Aber die Depressionsdiagnose in den meisten Fällen kann man wirklich im Gespräch ziemlich sicher stellen."
  },
  {
    "start": 412.98,
    "end": 418.14,
    "text": "kommt es noch darauf an, was man vielleicht noch ausschließen muss an somatischen Problemen oder was es für Differenzialdiagnosen gibt."
  },
  {
    "start": 418.219,
    "end": 426.9,
    "text": "Aber in einem Gespräch in Ruhe, wo sich Patienten öffnen können und wollen, natürlich nicht zwischen Tür und Angel, nur in drei Minuten."
  },
  {
    "start": 426.96,
    "end": 431.32,
    "text": "Aber wenn das Setting stimmt, kriegt man im Gespräch das sehr gut hin."
  },
  {
    "start": 432.52,
    "end": 434.9,
    "text": "Sie haben die Differenzialdiagnosen angesprochen."
  },
  {
    "start": 435.599,
    "end": 436.539,
    "text": "Welche sind das denn?"
  },
  {
    "start": 436.62,
    "end": 438.28,
    "text": "Welche sollte man noch abklären?"
  },
  {
    "start": 439.42,
    "end": 447.56,
    "text": "Ja, das sind zum einen hormonelle Ursachen, also klassisch wird man gesagt die Hypothyriose, die Schildrosin unter Funktion."
  },
  {
    "start": 447.82,
    "end": 460.02,
    "text": "Ich habe das selber jetzt noch gar nicht so oft gesehen muss ich sagen, aber steht immer überall, was wir viel öfter erleben ist, ist die Hormonumstellung nach der Schwangerschaft, also eine Wochenbettdepression oder auch in der Schwangerschaft."
  },
  {
    "start": 460.64,
    "end": 465.539,
    "text": "habe ich schon öfter gesehen, oder auch seltene Indokrine, andere Erkrankungen."
  },
  {
    "start": 465.98,
    "end": 468.58,
    "text": "Und dann natürlich Medikamenten-Nebenwirkungen."
  },
  {
    "start": 468.659,
    "end": 482.24,
    "text": "Also wenn ein neues Medikament gegeben wird, ja, Beta-Blocker, Hormone, Antiepileptika, Opioide oder so, da muss man schon hellhörig sein, wenn sich da depressive Symptome plötzlich entwickeln."
  },
  {
    "start": 483.02,
    "end": 492.599,
    "text": "Aber natürlich gibt es im Bereich der psychischen Erkrankungen auch noch Differenzialdiagnosen oder auch der neurodegenerativen Erkrankung, wenn wir an die Demenz denken."
  },
  {
    "start": 493.38,
    "end": 502.62,
    "text": "Der Beginn der Demenz, der ja meistens mit so einem sozialen Rückzug und anderer Stimmung verbunden ist, da es ist oft schwer zu differenzieren."
  },
  {
    "start": 503.18,
    "end": 505.98,
    "text": "Die Demenz ist die Depression beziehungsweise beides."
  },
  {
    "start": 506.9,
    "end": 512.06,
    "text": "Wie ist es mit Angsterkrankungen, gibt es ja auch eine hohe Komorbidität, Somatisierungstörungen."
  },
  {
    "start": 512.82,
    "end": 519.02,
    "text": "Beim Parkinson sehen wir das auch oder tatsächlich hörenorganisch nach Schlaganfall, nach Schädelhirntrauma."
  },
  {
    "start": 519.1,
    "end": 522.26,
    "text": "Das ist auch relativ selten, aber das sind so die hohe Figuren."
  },
  {
    "start": 523.76,
    "end": 529.16,
    "text": "Sie haben vorhin auch angesprochen, dass die Bereitschaft sich zu öffnen heute auch ein bisschen größer ist, als sie das früher mal war."
  },
  {
    "start": 530.06,
    "end": 535.66,
    "text": "Welche Rolle spielt denn diese besondere Beziehung zwischen der Haushaltspraxis und Patientinnen und Patienten?"
  },
  {
    "start": 536.64,
    "end": 537.9,
    "text": "Ja, das ist essentiell."
  },
  {
    "start": 538.08,
    "end": 547.7,
    "text": "Also die Patienten, wenn die sich nicht nicht öffnen können sprechen sie nicht über ihre über ihre emotionale befindlichkeit."
  },
  {
    "start": 547.819,
    "end": 565.92,
    "text": "höchstens wenn es ihnen sehr sehr sehr schlecht geht also sie wirklich eine schwere depression haben und wirklich einfach reinkommen und quasi weinen zusammenklappen sozusagen dann dann tun sie das, wenn sie in so großer Not sind, vielleicht auch bei Menschen, wo die Beziehung nicht gut ist."
  },
  {
    "start": 565.96,
    "end": 581.8,
    "text": "Aber wenn wir ein Vertrauensverhältnis haben, klassischerweise in der Hausarztpraxis, dann und das Setting eben ruhig ist, ohne Unterbrechung und zugewandt, dann ... ist es essentiell für dieses Gespräch und auch später für die Compliance."
  },
  {
    "start": 581.88,
    "end": 584.18,
    "text": "Also wenn wir dann drüber sprechen, wie geht es denn jetzt weiter?"
  },
  {
    "start": 584.26,
    "end": 587.7,
    "text": "Was machen wir als Nächstes über eine Psychotherapie zu sprechen?"
  },
  {
    "start": 588.0,
    "end": 597.62,
    "text": "Ist auch ein bisschen enttabuisiert, aber noch nicht für alle Patienten selbstverständlich, dass sie das gesagt bekommen oder besprechen können, dass vielleicht eine Psychotherapie jetzt das Richtige wäre."
  },
  {
    "start": 597.72,
    "end": 605.1,
    "text": "Auch das geht nur, wenn ich Vertrauen habe zu meinem... zu meinem Gegenüber und genauso auch bei einer medikamentösen Therapie."
  },
  {
    "start": 605.64,
    "end": 609.18,
    "text": "Die Mitarbeit da, die ist hängt, entscheidend von diesem Vertrauensverhältnis ab."
  },
  {
    "start": 609.62,
    "end": 613.1,
    "text": "Da sind die Hausärzten und Hausärzte klar im Vorteil."
  },
  {
    "start": 613.14,
    "end": 618.68,
    "text": "Die kennen ihre Patientinnen und Patienten bereits, auch schon über eine längere Zeit kennen auch den Unterschied."
  },
  {
    "start": 618.74,
    "end": 619.819,
    "text": "Wie sind die sonst?"
  },
  {
    "start": 620.42,
    "end": 622.84,
    "text": "Wie gibt sich die Person gerade?"
  },
  {
    "start": 623.22,
    "end": 628.4,
    "text": "Psychotherapeutinnen und Psychotherapeutinnen müssen die Person erst kennenlernen."
  },
  {
    "start": 628.6,
    "end": 633.36,
    "text": "Und auch da gilt der Aufbau von einer vertrauensvollen Basis."
  },
  {
    "start": 633.439,
    "end": 635.78,
    "text": "Damit steht und fällt die Psychotherapie."
  },
  {
    "start": 636.0,
    "end": 663.939,
    "text": "Und insofern ist das auch... warum depressive Schwierigkeiten auch in der Hausarztpraxis zuerst angesprochen werden, weil da dieses Vertrauen schon besteht und es jemandem im Umfeld gibt, vielleicht außerhalb der Familie, der nicht direkt betroffen ist und wo es sich dann auch einfacher ist zu öffnen, auch wenn man als Patientin oder Patient noch gar nicht an Depression denkt."
  },
  {
    "start": 665.12,
    "end": 667.84,
    "text": "Sie haben die psychotherapeutische Behandlung angesprochen."
  },
  {
    "start": 668.5,
    "end": 674.62,
    "text": "Die erste Frage, die ich mir stelle, ist, braucht überhaupt jede depressive Symptomatik direkt eine Psychotherapie?"
  },
  {
    "start": 676.16,
    "end": 682.08,
    "text": "Ja, also eigentlich nach Leitlinie, ja, die mittelschweren und die schweren Depressionen."
  },
  {
    "start": 682.16,
    "end": 687.819,
    "text": "Und ich hatte ja vorhin schon über Scores gesprochen, also es kann man auch einfach auszählen, sozusagen, wie ist der Score?"
  },
  {
    "start": 687.9,
    "end": 695.02,
    "text": "und bei einer mittelschweren Depression, können wir Psychotherapie oder Medikamentöse ... Behandlungen."
  },
  {
    "start": 695.92,
    "end": 703.62,
    "text": "Also, sollen wir beides anbieten und beides ist gleichwertig und bei einer schweren Depression sollen wir beides anbieten und zw."
  },
  {
    "start": 703.8,
    "end": 703.84,
    "text": "zw."
  },
  {
    "start": 704.06,
    "end": 705.7,
    "text": "sollen Medikamente gegeben werden."
  },
  {
    "start": 707.9,
    "end": 723.34,
    "text": "Viele Patienten sind ja in so einer Dysthymie, in so einer Vorphase, sozusagen, oder bei einer leichten Depression und da würden, glaube ich, die Psychotherapieplätze erst recht nicht ausreichen, wenn wir diese ganzen Patienten auch vermitteln würden, das würde nicht funktionieren."
  },
  {
    "start": 723.8,
    "end": 728.24,
    "text": "Da müssen wir selber, was tun wir den Patienten, da kommen wir bestimmt später auch noch mal drauf."
  },
  {
    "start": 729.28,
    "end": 730.16,
    "text": "Ich würde auch sagen, je."
  },
  {
    "start": 731.62,
    "end": 742.2,
    "text": "Komplexer und je ausgeprägter die Depression ist, desto wichtiger ist Psychotherapie ergänzend zur medikamentösen Behandlung."
  },
  {
    "start": 742.7,
    "end": 755.04,
    "text": "Man kann auch überlegen, wenn ich eine leicht oder mittelschwere Depression in der Hausarztpraxis gut behandle und dann aber über lange Zeit merke, das geht nicht richtig voran."
  },
  {
    "start": 755.62,
    "end": 758.66,
    "text": "tut sich nicht, es tritt vielleicht sogar eine Verschlechterung ein."
  },
  {
    "start": 759.02,
    "end": 764.98,
    "text": "Ich denke, das ist ein Punkt, da sollte man motivieren, Psychotherapienerwägung zu ziehen."
  },
  {
    "start": 765.6,
    "end": 771.78,
    "text": "Und ja, es hängt ganz... vom individuellen Fall ab, würde ich sagen."
  },
  {
    "start": 771.92,
    "end": 774.88,
    "text": "Die Depression ist ja immer ein bisschen schwierig zu sagen."
  },
  {
    "start": 775.36,
    "end": 782.939,
    "text": "Es hat ja ganz viele Gesichter und Umstände und dementsprechend individuell sind ja auch die Therapieverläufe."
  },
  {
    "start": 783.439,
    "end": 786.06,
    "text": "Aber ich denke, das ist eine gute Richtschnur je."
  },
  {
    "start": 786.84,
    "end": 798.4,
    "text": "Je komplexer und je schwerer die Symptomatik ausgeprägt ist, desto stärker sollte man an andere Behandlungsformen, auch klinische, multimodale Ansätze denken."
  },
  {
    "start": 799.0,
    "end": 807.1,
    "text": "Wir sprechen ja heute eben auch hier, weil eben selbst wenn eine Psychotherapie erforderlich ist, nicht immer direkt ein Platz zur Verfügung steht."
  },
  {
    "start": 808.12,
    "end": 815.12,
    "text": "Sie haben eine Form der psychiatrischen Kurzpsychotherapie getestet und deren Einsatz in Haushaltspraxen."
  },
  {
    "start": 815.66,
    "end": 819.939,
    "text": "Welchen Ansatz folgt dieses Konzept und wie kann man sich das praktisch vorstellen?"
  },
  {
    "start": 820.88,
    "end": 834.04,
    "text": "Also grundsätzlich kann man sagen, dass psychiatrische Kurzpsychotherapie oder kurz PKP eine spezielle Form von Psychotherapie ist, die sich auf in der Regel kurze Sitzungen, also zehn bis zwanzig Minuten, dauer."
  },
  {
    "start": 834.8,
    "end": 845.66,
    "text": "fokussiert und dabei Sprechstundenkarten oder PKP-Karten oder Karteikarten einsetzt, um durch das Gespräch zu leiten."
  },
  {
    "start": 845.74,
    "end": 858.7,
    "text": "Man kann sich das vorstellen wie ein Karteikasten, aus dem ich eine Karte ziehe, die ich heute für die Behandlung nutzen möchte, über die Hausärztin oder die Hausärzte dann mit ihren Patienten und Patienten sprechen."
  },
  {
    "start": 859.04,
    "end": 871.04,
    "text": "Das hat den Vorteil, dass man da recht zielorientiert arbeiten kann, sozusagen roten Faden für das Gespräch hat und auch Themen, die für die Behandlung wichtig sind, ansprechen kann."
  },
  {
    "start": 871.76,
    "end": 881.92,
    "text": "Oder wenn Patient jetzt spontan selbst einen Anliegen äußert oder ein Thema aufkommt, dann kann ich auch umgekehrt eine Karte hernehmen und sagen, lass uns das doch mal vertiefen."
  },
  {
    "start": 881.98,
    "end": 885.28,
    "text": "Schauen Sie mal hier auf die Karte auf das Bild."
  },
  {
    "start": 886.4,
    "end": 902.14,
    "text": "Also die Karten führen durch das Gespräch können so als Aufhänger dienen, um Aspekte oder Themen in die Behandlung einzubringen, von denen man einfach weiß, dass das so wichtige Basisintervention sind, die zu einer Symptomverbesserung führen."
  },
  {
    "start": 903.48,
    "end": 909.319,
    "text": "Und vom Ansatz her kann man sagen, dass der Ansatz verhaltenstherapeutisch ist."
  },
  {
    "start": 909.8,
    "end": 915.06,
    "text": "Da arbeitet man ja in der Therapie, in der Verhaltenstherapie sehr transparent."
  },
  {
    "start": 915.88,
    "end": 923.6,
    "text": "Der Patient oder die Patientin weiß, warum ich gerade über was spreche, wird aktiv mit einbezogen."
  },
  {
    "start": 924.24,
    "end": 925.68,
    "text": "Das gegenüber soll die Ja."
  },
  {
    "start": 926.26,
    "end": 933.8,
    "text": "aktiv mitgestalten und auch selbstständig zum Beispiel Hausaufgaben zwischen den Sitzungen erledigen, um damit zu arbeiten."
  },
  {
    "start": 934.58,
    "end": 942.84,
    "text": "Ja, wenn man sich jetzt die Karten anguckt, kann man sagen, die decken so grob drei Bereiche ab, die für die Psychotherapie wichtig sind."
  },
  {
    "start": 942.92,
    "end": 949.8,
    "text": "Es ist so zum einen das Symptomverständnis, also Aufklärung über die Symptome, welche Symptome habe ich."
  },
  {
    "start": 950.38,
    "end": 951.02,
    "text": "Wo kommen die her?"
  },
  {
    "start": 951.06,
    "end": 954.26,
    "text": "Was gehört da überhaupt zu den depressiven Symptomen dazu?"
  },
  {
    "start": 954.52,
    "end": 960.319,
    "text": "Oder auch der große Bereich Veränderung von Verhalten, also der Aufbau von Aktivitäten."
  },
  {
    "start": 960.4,
    "end": 963.66,
    "text": "Das wird in der PKP als Fertigkeitentraining bezeichnet."
  },
  {
    "start": 964.28,
    "end": 972.1,
    "text": "Und später gibt es auch die Möglichkeit, in einem dritten Bereich oder in der dritten Säule auch so lebensgeschichtlich oder biografisch zu arbeiten."
  },
  {
    "start": 972.16,
    "end": 974.04,
    "text": "Das ist dann eher was für Fortgeschrittene."
  },
  {
    "start": 974.64,
    "end": 975.74,
    "text": "Jetzt in unserer Studie."
  },
  {
    "start": 976.7,
    "end": 995.1,
    "text": "Haben wir eine Auswahl von Karten hergenommen und erst mal getestet, ob die Hausärztin und Hausärzte in unserer Studie bei Patienten mit leichten und mittelschweren Depressionen in ihrer Praxis mit diesen Karten arbeiten können, also ob das überhaupt praktikabel und machbar ist."
  },
  {
    "start": 995.62,
    "end": 997.3,
    "text": "Und welche Erfahrungen haben Sie gemacht?"
  },
  {
    "start": 997.42,
    "end": 999.0,
    "text": "Wie wurde dieses Konzept angenommen?"
  },
  {
    "start": 999.6,
    "end": 1008.18,
    "text": "Dazu muss man sagen, dass die Praxen, die an der Studie teilgenommen haben, solche waren die schon sehr engagiert, sehr interessiert."
  },
  {
    "start": 1008.28,
    "end": 1013.319,
    "text": "Auch daran waren ihre Patientinnen und Patienten psychotherapeutisch gut zu versorgen."
  },
  {
    "start": 1014.02,
    "end": 1017.66,
    "text": "Insgesamt kann man sagen, die Karten wurden gut angenommen."
  },
  {
    "start": 1017.98,
    "end": 1035.0,
    "text": "Es hat sich so ein kleiner Unterschied dahingehend gezeigt, je nachdem wie viel Vorerfahrung oder wie viel Vertrauen ich bereits darin habe, solche Interventionen auch durchzuführen, war das für einige gut integrierbar, gut umsetzbar insgesamt haben, die das sehr positiv bewertet."
  },
  {
    "start": 1035.66,
    "end": 1056.8,
    "text": "Wenn es Schwierigkeiten beim Karten-Einsatz gab, war das zum einen darauf zu führen, dass noch so ein bisschen Unsicherheit geherrscht hat, weil wir natürlich nur eine kurze Schulung gehabt haben oder die Karten nicht so ganz selbsterklärend waren, wenn man sich noch nicht so mit dem Bereich Psychotherapie oder den Basics beschäftigt hat."
  },
  {
    "start": 1057.58,
    "end": 1072.78,
    "text": "Und ansonsten der häufigste Grund war eigentlich der Faktor Zeit, wobei man sagen muss, dass, wenn man Psychotherapie durchführt, eine Form, die auf kurze Gespräche fokussiert, dann natürlich geeignet ist."
  },
  {
    "start": 1072.84,
    "end": 1075.379,
    "text": "Deswegen haben wir diese Form ja auch ausgewählt."
  },
  {
    "start": 1076.28,
    "end": 1084.06,
    "text": "Dieser Zeitfaktor ist ja aber ein wichtiger, weil in der Haushaltspraxis, man kennt es eigentlich für jeden Beratungsanlass, zu wenig Zeit bleibt."
  },
  {
    "start": 1084.46,
    "end": 1089.379,
    "text": "Wie kann es denn gelingen, dass man trotzdem den Raum findet, den es dann braucht in diesem Moment?"
  },
  {
    "start": 1089.879,
    "end": 1089.94,
    "text": "Ja,"
  },
  {
    "start": 1090.68,
    "end": 1100.08,
    "text": "also es gehört sicherlich ein bisschen Übung dazu, aber grundsätzlich kann man sagen, dass man wichtige Botschaften und Inhalte auch wirklich ganz kurz und einfach halten kann."
  },
  {
    "start": 1100.18,
    "end": 1105.64,
    "text": "Manchmal kommt das auch besser an oder wird auch besser verstanden und gemerkt."
  },
  {
    "start": 1105.76,
    "end": 1112.48,
    "text": "Es gibt andere Gespräche, die sicher mehr Zeit brauchen, wenn das Ziel Entlastung ist oder Stabilisierung."
  },
  {
    "start": 1113.06,
    "end": 1115.74,
    "text": "wo man auch nicht unbedingt mit den Karten arbeiten würde."
  },
  {
    "start": 1115.82,
    "end": 1138.98,
    "text": "Aber gerade wenn es so darum geht, bestimmte Inhalte der Patientin oder dem Patienten zu vermitteln, dann kann man das wirklich sehr zeiteffizient mit den Karten tun, wenn ich beispielsweise Themen wie Aufbau von Aktivitäten, Anspreche oder einen kleinen Perspektivenwechsel mache oder das soziale Netzanspreche."
  },
  {
    "start": 1139.06,
    "end": 1140.84,
    "text": "Wie kann ich Unterstützung erhalten?"
  },
  {
    "start": 1141.24,
    "end": 1147.12,
    "text": "Das kann man sehr zeiteffizient damit machen, das auch gerne mal wiederholen."
  },
  {
    "start": 1147.94,
    "end": 1154.92,
    "text": "Aber mir ist natürlich klar, als in der Psychotherapie ist man damit fünfzehn Minuten Gesprächsdauer schon sehr verwöhnt."
  },
  {
    "start": 1155.68,
    "end": 1167.44,
    "text": "Das ist manchmal vorteilhaft und manchmal habe ich auch die Erfahrung gemacht, dass viel weniger Inhalt erinnert wird am Ende des Gesprächs, dass manchmal auch zu viel zu lang sein kann."
  },
  {
    "start": 1168.68,
    "end": 1177.84,
    "text": "Also ganz praktisch habe ich so gemacht oder mache ich es auch immer noch so, dass ich, wenn ich depressive Patienten zum Beispiel alle vierzehn Tage sehe, dass ich denen dann längeren Termin gebe einfach."
  },
  {
    "start": 1178.54,
    "end": 1181.879,
    "text": "Und das auch ganz klar so sage und sage, wir brauchen da ein bisschen mehr Zeit."
  },
  {
    "start": 1182.56,
    "end": 1183.96,
    "text": "und dann eben zwanzig Minuten."
  },
  {
    "start": 1184.4,
    "end": 1188.68,
    "text": "Und da schafft man eben schon eine ganze Menge, wie eben Frau Krauthausen gerade sagt."
  },
  {
    "start": 1189.34,
    "end": 1192.7,
    "text": "Viertelstunde, zwanzig Minuten ist schon ein sehr gutes Zeitfenster."
  },
  {
    "start": 1193.06,
    "end": 1195.9,
    "text": "Ja, oder man kann auch die Zeit zwischen den Terminen nutzen."
  },
  {
    "start": 1196.0,
    "end": 1206.14,
    "text": "Hausaufgaben hatte ich gerade schon angesprochen, also dazu zu motivieren, sich beispielsweise täglich draußen zu bewegen, das Haus zu verlassen, sich zurecht zu machen."
  },
  {
    "start": 1206.76,
    "end": 1209.14,
    "text": "andere Eindrücke zu bekommen."
  },
  {
    "start": 1209.78,
    "end": 1217.8,
    "text": "Das ist was, was der Patient oder die Patientin ja selbstständig weiterverfolgen kann, wo er schon aktiv an seiner Symptomverbesserung arbeitet."
  },
  {
    "start": 1218.68,
    "end": 1223.0,
    "text": "Diese Grundbetreuung gehört ja auch zur allgemeinmedizinischen Tätigkeit dazu."
  },
  {
    "start": 1223.54,
    "end": 1227.68,
    "text": "Sie ist auch Teil der Ausbildung und entsprechend kann man sie aber auch abrechnen, oder?"
  },
  {
    "start": 1228.08,
    "end": 1230.96,
    "text": "Ja, die psychosomalische Grundversorgung ist das, die sie ansprechen."
  },
  {
    "start": 1231.1,
    "end": 1248.72,
    "text": "Genau, es gibt da eine Ziffer, wo man fünfzehn Minuten Sprechen muss natürlich auch nicht kürzer, sonst kommt man in Rechtfertigungsprobleme, differenzial diagnostische Klärung psychosomatischer Krankheitszustände, heißt das, die kann man wirklich auch mehrfach abbrechen, diese Ziffer oder auch das problemorientierte Gespräch, das ist dann zehn Minuten."
  },
  {
    "start": 1249.2,
    "end": 1252.02,
    "text": "Beides kann man mehrfach abbrechen im Quartal."
  },
  {
    "start": 1252.7,
    "end": 1255.1,
    "text": "Nicht am selben Tag, aber im Quartal."
  },
  {
    "start": 1256.12,
    "end": 1262.3,
    "text": "Ist jetzt auch nicht so, dass man da unfassbar reich mit wird, tatsächlich nicht, aber immerhin es gibt jetzt diese Ziffer."
  },
  {
    "start": 1262.86,
    "end": 1272.68,
    "text": "keine eigene Ziffer für eine quasi psychotherapeutische Arbeit, die man so gestrukturiert macht, wie man es zum Beispiel mit diesen Karten machen würde."
  },
  {
    "start": 1272.74,
    "end": 1273.5,
    "text": "Das gibt es nicht."
  },
  {
    "start": 1273.98,
    "end": 1280.42,
    "text": "Es gibt ja mittlerweile auch eine ganze Handvoll digitaler Gesundheitsanwendung, die eben auch auf das Thema Depression abzielen."
  },
  {
    "start": 1281.04,
    "end": 1285.52,
    "text": "Das wäre ja was, was zum Beispiel eben auch unabhängig vom Gespräch in der Praxis laufen könnte."
  },
  {
    "start": 1286.18,
    "end": 1288.32,
    "text": "Wie beurteilen Sie denn diese Anwendungen?"
  },
  {
    "start": 1289.26,
    "end": 1294.22,
    "text": "Mittlerweile kann man sagen, dass das eine sinnvolle Ergänzung sein kann."
  },
  {
    "start": 1294.78,
    "end": 1306.22,
    "text": "Gerade zu Anfang waren einige Kolleginnen und Kollegen eher skeptisch, weil es da noch die Problematik gab, wie wissenschaftlich fundiert diese Apps sind."
  },
  {
    "start": 1306.8,
    "end": 1312.82,
    "text": "Mittlerweile gibt es da mehr Erfahrungswerte und auch die Prüfdauer sozusagen ist abgeschlossen."
  },
  {
    "start": 1313.56,
    "end": 1329.74,
    "text": "Und man kann sagen, unter bestimmten Bedingungen ist es bei bestimmten Patienten schon sinnvoll, also gerade als Begleitung zu einer Therapie oder zur Überbrückung von Wartezeiten können die Gas unterstützend sein."
  },
  {
    "start": 1330.54,
    "end": 1339.42,
    "text": "Wenn man sich schaut, wer ist da empfänglich für den Sinn des bestimmten Menschen, die eh schon Medienaffin sind, die auch in hohes Maß an Selbststruktur."
  },
  {
    "start": 1340.12,
    "end": 1349.92,
    "text": "Breierzeit mitbringen oder auch Vorerfahrungen mit Therapie haben oder so kognitiv fit sind, dass sie sich das auch selbstständig erschließen können."
  },
  {
    "start": 1350.58,
    "end": 1361.08,
    "text": "Dann ist es sinnvoll, um beispielsweise Basics der Therapie zu lernen, also Grundlagen, die man nicht oft genug hören kann und auf die man auch immer wieder zurückgreifen kann."
  },
  {
    "start": 1362.52,
    "end": 1372.84,
    "text": "Bei schweren Depressionen, Menschen, die keinen Zugang zu Technik haben, beispielsweise ältere Menschen, da wird es schwierig."
  },
  {
    "start": 1373.16,
    "end": 1375.42,
    "text": "Da sehen wir auch ganz hohe Abbruchraten."
  },
  {
    "start": 1375.5,
    "end": 1384.08,
    "text": "Also man kann die DIGA verschreiben, aber wenn sie da nicht benutzt wird, dann hat sie auch ihren Zweck nicht erfüllt und kann keine echte Unterstützung bieten."
  },
  {
    "start": 1384.54,
    "end": 1387.18,
    "text": "Ja, ich würde noch mit bedenken, die sind gar nicht so billig."
  },
  {
    "start": 1387.3,
    "end": 1392.94,
    "text": "Die kosten ja zwischen... weiß nicht auswendig, dreihundert und fünfhundert Euro, wenn man die verordnet."
  },
  {
    "start": 1393.06,
    "end": 1396.08,
    "text": "Also uns die Solidargemeinschaft kostet das so viel Geld."
  },
  {
    "start": 1396.14,
    "end": 1403.379,
    "text": "Deswegen sollten wir schon gut entscheiden, zusammen mit den Patienten, wer wird da wirklich von profitieren."
  },
  {
    "start": 1404.22,
    "end": 1410.379,
    "text": "Denn es gibt Studien, das eben doch eine recht hohe Abbruchrate da vorliegt."
  },
  {
    "start": 1410.44,
    "end": 1416.62,
    "text": "Und das ist einfach schade, wenn wir dann diese Ressource irgendwie verschwenden und sie eben nicht genutzt wird."
  },
  {
    "start": 1417.379,
    "end": 1428.98,
    "text": "Ihre gesamte Studie mit allen Details kann man auch nochmal nachlesen in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift für Allgemeinmedizin und weitere Lekturetipps zum Thema Depressionen habe ich wie immer auch in den Shownotes verlinkt."
  },
  {
    "start": 1430.28,
    "end": 1435.36,
    "text": "Jetzt sollten wir einmal auch nochmal kurz darüber sprechen, wie man einem psychologischen Notfall erkennt."
  },
  {
    "start": 1436.08,
    "end": 1439.879,
    "text": "Also bei welchen Patientinnen und Patienten ist sofortiges Handeln gefragt?"
  },
  {
    "start": 1440.52,
    "end": 1443.14,
    "text": "Bei welcher Symptomatik und was sind die Möglichkeiten?"
  },
  {
    "start": 1444.26,
    "end": 1450.62,
    "text": "Ja, das ist... ganz klar bei allen psychiatrischen Erkrankungen die Fremd- und die Selbstgefährdung."
  },
  {
    "start": 1451.6,
    "end": 1453.04,
    "text": "Und bei der Depression ist es eigentlich"
  },
  {
    "start": 1453.72,
    "end": 1454.04,
    "text": "fast"
  },
  {
    "start": 1454.2,
    "end": 1458.34,
    "text": "immer die Selbstgefährdung, also Patienten, die suicidal sind."
  },
  {
    "start": 1458.74,
    "end": 1467.82,
    "text": "Und deswegen muss in jedem Gespräch, wo... zumindest eine mittelschwere Depression diagnostiziert wird, nach Suizidalität gefragt werden."
  },
  {
    "start": 1468.42,
    "end": 1473.76,
    "text": "Und das ist auch im vertrauten Rahmen in dem Setting, dass wir haben, sehr gut möglich."
  },
  {
    "start": 1474.52,
    "end": 1478.9,
    "text": "Auch da gab es eine Enttaboisierung in den letzten zehn, zwanzig Jahren."
  },
  {
    "start": 1478.96,
    "end": 1483.46,
    "text": "Ich merke, dass ich unterrichte schon sehr lange Studierende genau zu diesem Thema psychische Erkrankung."
  },
  {
    "start": 1483.56,
    "end": 1487.44,
    "text": "und noch vor fünfzehn Jahren war dann immer so die Stimmung."
  },
  {
    "start": 1487.5,
    "end": 1490.8,
    "text": "oder auch bei Weiterbildungsassistenten, na, das ist schwierig anzusprechen."
  },
  {
    "start": 1490.879,
    "end": 1495.74,
    "text": "Suizidalität kann ich das denn machen, bringe ich dann nicht den Patienten erst auf die Idee und so weiter."
  },
  {
    "start": 1495.8,
    "end": 1498.36,
    "text": "Das war ja noch so vorherrschende Meinung."
  },
  {
    "start": 1498.44,
    "end": 1509.98,
    "text": "Und inzwischen erlebe ich, dass die jungen Kollegen sehr entspannt und mit sehr guten Worten das über die Lippen kriegen, also sehr gut über Suizidalität sprechen können."
  },
  {
    "start": 1510.02,
    "end": 1512.02,
    "text": "Wir üben das tatsächlich auch in den Kursen."
  },
  {
    "start": 1512.06,
    "end": 1513.14,
    "text": "Wie kann man das formulieren?"
  },
  {
    "start": 1513.86,
    "end": 1518.78,
    "text": "selber in der Praxis erlebe ich auch, dass es für Patienten überhaupt kein Problem ist, darüber zu sprechen."
  },
  {
    "start": 1519.7,
    "end": 1534.98,
    "text": "Und so wie wir merken, dass eine Suizidalität besteht, dass Pläne gemacht werden, wurden das Vorbereitung getroffen werden, dass Patienten selber sich nicht ganz klar wirklich trennen können von dieser Idee, sondern sagen, ja, ich weiß auch nicht."
  },
  {
    "start": 1536.84,
    "end": 1541.34,
    "text": "Dann ist ganz klar, dass wir sie nach Psycho-G Notfall einweisen müssen in die Psychiatrie."
  },
  {
    "start": 1541.42,
    "end": 1543.32,
    "text": "Da gibt es auch gar keine Alternative."
  },
  {
    "start": 1544.5,
    "end": 1553.4,
    "text": "So häufig ist das nicht, aber es kommt durchaus vor, mitten in der Sprechstunde, in der hausärztlichen Sprechstunde, dass wir Patientinnen direkt in die Psychiatrie einweisen müssen."
  },
  {
    "start": 1554.08,
    "end": 1556.06,
    "text": "Zu dem Punkt würde ich vielleicht gerne ergänzen."
  },
  {
    "start": 1556.86,
    "end": 1573.32,
    "text": "dass das für die Patientinnen und Patienten auch häufig, auch wenn sie im ersten Moment sich vielleicht streuben oder es eine sehr große Überwindung kostet, doch sehr entlastend ist auch, weil damit allein zu sein, es kaum auszuhalten."
  },
  {
    "start": 1573.379,
    "end": 1601.78,
    "text": "Und in dem Moment, wo ich das jemandem anvertrauen kann und ich bin dann ja in der Lage, da kann ich mich gar nicht mehr... Um mich selbst gut kümmern kann, diese Vorkehrungen gar nicht mehr treffen, da bin ich darauf angewiesen, dass jemand aktiv handelt und mich schützt und einweist und vielleicht aus Patientensicht aus meiner Klinikerfahrung wird es im Nachhinein auch häufig sehr als hilfreiche Aktion wirklich eingeordnet."
  },
  {
    "start": 1602.04,
    "end": 1605.82,
    "text": "Vielleicht an all die, die da Hemmung haben oder die sich schwer tun."
  },
  {
    "start": 1606.32,
    "end": 1624.1,
    "text": "Ich habe im Studium ... auch im Krisendienst gearbeitet, die gibt es in Bayern Krisendienste, wenn der Hausarzt oder die Hausärztin jetzt nicht erreichbar ist am Wochenende oder außerhalb der Öffnungszeiten, dann gibt es auch die Möglichkeit sich dahin zu wenden."
  },
  {
    "start": 1624.16,
    "end": 1642.28,
    "text": "und da gibt es, ist es möglich auch mit Experten über Suizidgedanken zu sprechen und da gibt es sogar die Möglichkeit, dass auch Leute geschickt werden, um beispielsweise sich ein Bild vor Ort zu machen, muss jetzt eine Klinik-Anweisung vorgenommen werden oder nicht."
  },
  {
    "start": 1642.32,
    "end": 1649.3,
    "text": "Oder gibt es andere Möglichkeiten, das bis zum nächsten Tag zu stabilisieren, um damit der Arzt gesehen werden kann?"
  },
  {
    "start": 1649.879,
    "end": 1661.72,
    "text": "Aber gerade das Entlastende, das erlebe ich auch ganz wichtig, möchte ich noch dazu fügen, wenn wir signalisieren im Gespräch, dass Suizidgedanken häufig sind und bei einer Depression."
  },
  {
    "start": 1662.18,
    "end": 1668.08,
    "text": "quasi schon dazugehören und dass wir ganz viele Patienten sehen, die das haben und berichten."
  },
  {
    "start": 1668.16,
    "end": 1677.22,
    "text": "Dann fällt dieser Druck und diese Belastung sofort von den Patienten ab und die merken einfach, ach so, das ist hier ganz oft"
  },
  {
    "start": 1677.54,
    "end": 1677.84,
    "text": "Thema."
  },
  {
    "start": 1678.58,
    "end": 1686.7,
    "text": "Dann belastet es mich auch nicht mehr und wir sind ja dann nicht irgendwie... Negativ oder strafend oder moralisch."
  },
  {
    "start": 1687.2,
    "end": 1690.22,
    "text": "Wir fangen das auf und sagen, wissen Sie, dass es Ihnen da jetzt so geht."
  },
  {
    "start": 1690.28,
    "end": 1692.56,
    "text": "Das ist ganz normal und da können wir was machen."
  },
  {
    "start": 1693.1,
    "end": 1699.12,
    "text": "Und da erlebe ich eben jedes Mal so eine ganz starke, starke Erleichterung aufseiten der Patienten."
  },
  {
    "start": 1699.16,
    "end": 1699.879,
    "text": "Das ist sehr wichtig."
  },
  {
    "start": 1700.879,
    "end": 1706.18,
    "text": "Was würden Sie denn Kolleginnen und Kollegen raten, die sich vielleicht noch nicht so sicher fühlen im Umgang mit diesen Themen?"
  },
  {
    "start": 1706.4,
    "end": 1708.04,
    "text": "Wo kann man sich Unterstützung suchen?"
  },
  {
    "start": 1709.0,
    "end": 1716.5,
    "text": "Ich denke, vorbereiten gibt es viele gute Fortbildungen und Workshops, wenn man sich dem Thema annähern will oder da Skills weiterentwickeln will."
  },
  {
    "start": 1717.02,
    "end": 1735.52,
    "text": "Und wenn man da, das noch nicht macht, würde ich einfach sagen, ganz klein anfangen, üben, das weiter steigen bei Patienten mit geringer depressiver Symptomatik beispielsweise, dass man da Erfahrungen sammelt, dranbleibt, sich bewusst macht ganz viel."
  },
  {
    "start": 1736.04,
    "end": 1746.52,
    "text": "Also alleine, dass ich ... Zuhöre, dass ich aktiv Interesse zeige, dass ich menschlich auf eine empathische Art und Weise wertschätzend präsent bin."
  },
  {
    "start": 1746.84,
    "end": 1751.7,
    "text": "Das ist schon ein ganz großer Teil der Wirkfaktoren von Psychotherapie."
  },
  {
    "start": 1752.24,
    "end": 1757.879,
    "text": "Also allein das führt zu einer großen Verbesserung und macht einen ganz großen Unterschied."
  },
  {
    "start": 1758.68,
    "end": 1766.8,
    "text": "Wir haben ja die Möglichkeit, auch wenn wir schon lange niedergelassen sind, einfach uns mit Kollegen zusammenzusetzen und strukturiert zu treffen, zum Beispiel in der Barlindarbeit."
  },
  {
    "start": 1766.84,
    "end": 1769.72,
    "text": "Das kennen alle auch aus der psychosomatischen Grundversorgung."
  },
  {
    "start": 1769.78,
    "end": 1774.84,
    "text": "Das ist ein wunderbares Forum, wo man über psychisch kranke Patienten wunderbar sprechen kann."
  },
  {
    "start": 1774.92,
    "end": 1782.58,
    "text": "Manchmal reicht es auch schon... so stammtischartig mit ein, zwei Kolleginnen sich ab und zu zu treffen und solche Fälle einfach zu teilen."
  },
  {
    "start": 1783.04,
    "end": 1787.379,
    "text": "Da geht es jetzt weniger um neue Fertigkeiten, sondern mehr ums Thema Selbstfürsorge."
  },
  {
    "start": 1787.46,
    "end": 1788.86,
    "text": "Also das wäre mir auch noch mal wichtig."
  },
  {
    "start": 1789.08,
    "end": 1801.96,
    "text": "Wenn wir fitter werden, ein bisschen psychotherapeutisch zu arbeiten, werden wir merken, es werden auch mehr solche Patienten kommen, weil die das schätzen oder vielleicht, weil es sich auch rum spricht, wie auch immer."
  },
  {
    "start": 1802.04,
    "end": 1808.74,
    "text": "Also wir werden ... mehr solche Patienten anziehen sozusagen oder mehr auch erkennen, die diese Probleme haben."
  },
  {
    "start": 1809.08,
    "end": 1828.82,
    "text": "Und da müssen wir auch auf uns selber ein bisschen achten, dass wir das gut mit unseren eigenen Emotionen und Befindlichkeiten gut hinkriegen, da eben Qualitätscirkel, Ballentgruppe, Mediation, Supervision, Coaching, alles berechtigte Ansätze, um uns selber da fit zu machen."
  },
  {
    "start": 1829.82,
    "end": 1844.04,
    "text": "Und dann möchte ich erwähnen, die Weiterbildung, die Fortbildungen, die an Instituten für Allgemeinmedizin stattfinden, Tag der Allgemeinmedizin, dann das IHF, Institut für Hausärztliche Fortbildung."
  },
  {
    "start": 1844.1,
    "end": 1856.94,
    "text": "Da sind sehr oft Workshops auch gerade zu diesen ganzen psychischen Themen, Kongresse, also viele Möglichkeiten, wo man sich sehr niederschwellig was aussuchen kann und sich da noch mal fit machen kann."
  },
  {
    "start": 1857.76,
    "end": 1861.54,
    "text": "Was würden Sie sich denn für die Zukunft der Versorgung von Depressionen wünschen?"
  },
  {
    "start": 1862.08,
    "end": 1875.4,
    "text": "Ich würde mir mehr niederschwellige Anlaufstellen wünschen, an denen psychische Belastungen in einem geschützten Rahmen angesprochen werden können, ohne... großbürokratische Hürden überwinden zu müssen."
  },
  {
    "start": 1875.86,
    "end": 1878.82,
    "text": "Ich denke da zum Beispiel auch an Medizinstudierende."
  },
  {
    "start": 1878.96,
    "end": 1884.5,
    "text": "Also die sind auch eine sehr hohen Belastung, sehr hohen Anforderungen ausgesetzt in Prüfungssituationen."
  },
  {
    "start": 1884.84,
    "end": 1887.28,
    "text": "Und wenn dann im Privatmalenschicksalsschlag"
  },
  {
    "start": 1887.36,
    "end": 1887.7,
    "text": "kommt"
  },
  {
    "start": 1888.08,
    "end": 1894.32,
    "text": "und man vorher vielleicht schon sein Päckchen zu tragen hat, dann kann ein das ziemlich schnell dann doch mal aus der Bahn werfen."
  },
  {
    "start": 1895.0,
    "end": 1901.2,
    "text": "Und da kann ich nicht auf einen Therapieplatz warten, wenn in ein paar Wochen mein Physikum ansteht."
  },
  {
    "start": 1901.7,
    "end": 1916.72,
    "text": "Also ich habe den Eindruck, dass es manchmal auch im Sinne der Prävention gut ist, wenn schnell Kontakt da ist, weil man so auch im Vorfeld ganz viel abfangen kann, bevor sich das in eine ungünstige Richtung entwickelt."
  },
  {
    "start": 1916.84,
    "end": 1929.96,
    "text": "Oder man weiß ja auch, wenn man früh interveniert bei einer depressiven Symptomatik, das ist, dass man dann auch den vollen Ausbruch der Depression verhindern kann und auch so die Rückfallgefahr deutlich verringern kann."
  },
  {
    "start": 1930.56,
    "end": 1949.18,
    "text": "Ja, und jetzt berufsbedingt habe ich viel mit Medizinstudierenden zu tun und da weiß man, dass jeder vierte Medizinstudent oder Studentin da auch depressive Symptome erlebt und das deutlich größer umfang als jetzt eine gleichaltrige Altersgruppe in der Bevölkerung."
  },
  {
    "start": 1949.8,
    "end": 1953.82,
    "text": "Also ich würde mir mehr Zeit wünschen, das wünschen sich, glaube ich, alle Hausärztinnen."
  },
  {
    "start": 1954.96,
    "end": 1956.92,
    "text": "Und ich glaube, das ist auch möglich."
  },
  {
    "start": 1957.02,
    "end": 1961.72,
    "text": "Wir sehen ja in anderen europäischen Ländern, wie Hausarztpraxis anders organisiert sein kann."
  },
  {
    "start": 1962.18,
    "end": 1966.32,
    "text": "Und jetzt fängt es ja langsam auch in Deutschland an, dass man sich darüber Gedanken macht."
  },
  {
    "start": 1966.4,
    "end": 1977.28,
    "text": "Also müssen wir wirklich jeden mit Schnupfen, den wir krank schreiben müssen, muss der wirklich immer einen Arzt sehen und ... muss jede Gastroenteritis in die Praxis kommen, nur um einen gelben Zettel zu bekommen."
  },
  {
    "start": 1977.379,
    "end": 1978.78,
    "text": "Ich finde nicht."
  },
  {
    "start": 1978.9,
    "end": 1989.06,
    "text": "Und wir hätten dann wirklich mehr Zeit für die Patienten, wo wir alle Sinne anschalten können, weil wir genau auch das Ganze nonverbale erfassen, wo wir uns um die kümmern können."
  },
  {
    "start": 1989.12,
    "end": 1995.62,
    "text": "Und genau wie Michael Krauthausen sagt, wo wir vielleicht, wenn die früh genug kommen, das abfangen können, dass es nicht schlimmer wird."
  },
  {
    "start": 1996.52,
    "end": 2009.2,
    "text": "Forscherisch würde mich noch interessieren, wie man noch ... gute, bessere, mehr Kurzschulung tatsächlich entwickeln kann für Hausärzte, Hausärztinnen, dass sie dieses Handwerkszeug gut nützen können."
  },
  {
    "start": 2009.24,
    "end": 2019.98,
    "text": "Weil es gibt immer noch Kollegen, die sagen, ah, nee, diese ganzen Psychos und ich weiß auch nicht, das ist nicht so meins und möchte ich lieber nicht und das ist dann auch alles so kompliziert und langwierig."
  },
  {
    "start": 2020.08,
    "end": 2027.5,
    "text": "Aber ich glaube, wenn wir uns da noch besser gegenseitig fortbilden, profitieren am Ende alle davon."
  },
  {
    "start": 2028.08,
    "end": 2030.58,
    "text": "Ich finde, das ist ein schönes Schlusswort für diese Folge."
  },
  {
    "start": 2031.16,
    "end": 2036.82,
    "text": "Weitere Infos zum Thema Depressionen und zu unserem Podcast-Format finden Sie wie immer auch in den Shownotes."
  },
  {
    "start": 2037.379,
    "end": 2043.24,
    "text": "Die ZFA Talks sind eine Podcastreihe der Zeitschrift für allgemein Medizin in Kooperation mit Springer Medizin."
  },
  {
    "start": 2044.1,
    "end": 2047.5,
    "text": "Und dann bedanke ich mich ganz herzlich bei Ihnen, Frau Professorin Dr."
  },
  {
    "start": 2047.58,
    "end": 2053.28,
    "text": "Anne Simmonrot und Maike Krauthausen für Ihre Zeit und diesen spannenden Blick auf das Thema heute."
  },
  {
    "start": 2053.62,
    "end": 2054.18,
    "text": "Vielen Dank."
  },
  {
    "start": 2054.62,
    "end": 2056.84,
    "text": "Vielen Dank, das war ein schönes Gespräch."
  },
  {
    "start": 2057.26,
    "end": 2060.18,
    "text": "Und damit sage ich vielen Dank fürs Zuhören und bis zur nächsten"
  },
  {
    "start": 2084.0,
    "end": 2084.62,
    "text": "Folge."
  }
]