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    "end": 13.02,
    "text": "Sie hören den Springer Medizin Podcast."
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    "end": 21.439,
    "text": "Hallo und willkommen zur ersten Folge unserer allgemeinmedizinischen Podcast-Reihe, den ZFR Talks in twenty-sixundzwanzig!"
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    "text": "Wir starten mit einer der häufigsten Erkrankungen, die den Alltag, die Lebensqualität und auch die Leistungsfähigkeit von Betroffenen extrem belasten kann – es geht um die Migräne."
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    "text": "Doch obwohl die Migrähne so häufig ist, ist noch immer nicht eindeutig klar wie sie eigentlich entsteht."
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    "text": "Es gibt jedoch Erklärungsansätze und auch neuere zielgerichtete Therapien, die die anderen effektiven Behandlungsmöglichkeiten ergänzen."
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    "text": "Leider stellen sich nicht alle Betroffenen ärztlich vor, sodass eine optimale Therapie nicht immer gewährleistet ist."
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    "text": "Eins ist auf jeden Fall klar – Hausärzten und Hausärzte haben hier eine zentrale Rolle!"
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    "text": "Und wie in der Hausarztpraxis?"
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    "text": "Eine leitlinengerechte und gangbare Diagnose- und Therapie der Migräne gelingen kann?"
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    "text": "Dazu spreche ich heute mit Dr."
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    "text": "Er ist Arzt im Weiterbildung und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Allgemeinmedizin der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg Essen."
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    "text": "Hallo Herr Becker!"
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    "text": "Ich habe ja schon gesagt, es gibt verschiedene Erklärungsansätze für die Pathophysiologie der Migräne."
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    "text": "Welche sind hier denn die am meisten diskutierten?"
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    "text": "Im Prinzip ist es wie Sie sagen ... Die Pathophystologie ist ziemlich komplex, nicht abschließend geklärt."
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    "text": "Die aktuelle, sehr auch experimentelle Theorie sind diese Cortical Spreading Depressions."
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    "text": "Kann man sich so vorstellen als Erregungswellen die über das Gehirn laufen?"
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    "text": "Die basieren auf einer neuronalen Überaktivität, die dann letztendlich zu neuronalen Funktionsänderungen führt und vor allen Dingen zur Aktivierung von notizeptiven Bahnen und trigeminalen Hirnervenkern Wahrnehmung des Schmerzes eine ganz große Rolle spielen."
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    "end": 149.54,
    "text": "Und in diesem Rahmen der Aktivierung der notzizeptiven Bereiche und Bahnspielen, die Zusammenhänge mit den Hirnhäuten eine ganz wichtige Rolle genauso wie die vasculare Komponente über eine Entzündungsreaktion letztendlich getriggert, eine Vasodilatation der Hirngefäße hervorruft."
  },
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    "text": "Vielleicht kennen das noch einige Migräne als Dilatationsschmerz."
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    "text": "und diese entzündlichen Prozesse sind eigentlich deshalb interessant weil sie eben neuer Ansatzpunkt von neuen Medikamenten geworden sind."
  },
  {
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    "text": "um da ganz kurz einzugehen."
  },
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    "end": 175.68,
    "text": "Da gibt es eben das CGRP, das Calcitonin-Generated Peptide was ein Angriffspunkt der neu entwickelten monoclonalen Antikörper ist."
  },
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    "end": 184.98,
    "text": "und dieser Neurotransmitter führt letztendlich dazu dass in diesem Entzündungsprozess wo er ausgeschüttet wird dieser migraene Kopfschmerz entstehen kann."
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    "text": "Interessanterweise gibt es da mehrere Signalpeptide die das machen können und ein ganz ganz neuer letztes Jahr erschien."
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    "text": "Ein Angriffpunkt ist Packup, das ist ein Hypophysen-Adenolatzyklasse aktivierendes Polypeptid."
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    "text": "Ja, dass ist sicherlich das bekanntere Gebiet."
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    "text": "Und da ist es natürlich so, sicherlich was jeder direkt mit Migräne verbindet."
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    "text": "Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer."
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    "text": "Der Erkrankungsgipfel ist um das dreißigste Jahr am höchsten."
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    "text": "Also es gibt auch einen in der im zeitlichen Lebensalter auftreten Ein Unterschied der Migränen."
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    "text": "Frauen sind da dreimal häufiger betroffen, auch als Männer."
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    "text": "Und klar die Migräne ist etwas was praktisch jedes Alter kennen kann."
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    "text": "sie beginnt in der Jugend wird stärker oder besonders stark in der Pubertät mit hormonellem Wechsel und erreicht dann eben ihr Erkrankungsgipfel."
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    "text": "gerade dann wenn die Menschen in ihre Arbeitsleben starten oder gerade angekommen ist und hat da sicherlich eine ganz große Bedeutung wird dann häufig mal weniger wenn es Schwangerschaft und Stillzeit geht, die mit geringerem Auftreten von Migräne assoziiert sind als auch dann in den Wechseljahren wo's noch mal einmal stärker sein kann."
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    "end": 297.14,
    "text": "Und danach oftmals zu einem Sistieren der Symptomatik oder einen deutlichen Rückgang der Migräner kommen kann."
  },
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    "end": 304.26,
    "text": "Nichtsdestotrotz sind Menschen über sixty-fünf immer noch ein Drittel, die sie vorher hatten haben das nachher weiter"
  },
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    "text": "Und gerade jetzt."
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    "text": "die Aufklärung über Ursachen und auch Risikofaktoren der Migräne ist ja auch ein ganz zentraler Punkt, der auch zum Beispiel in der Leitlinie beschrieben wird."
  },
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    "text": "Also die Education von Patientinnen und Patienten – wieso ist das so wichtig?"
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    "text": "Ja, das ist eigentlich die entscheidende Frage."
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    "end": 334.86,
    "text": "Wenn man die Patientin vorsichtig sitzen hat dann hilft es mit den edukativen Maßnahmen anzufangen da damit eine ganz wunderbare Beziehung auch zur Patientin und zum Patienten aufbauen kann."
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    "text": "Da fühlt sich nämlich jemand sehr gesehen in seiner gesamten Symptomatik, wenn man ihm auch darlegen kann dass das was er erlebt nicht irgendwelche Sinnes-Täuschungen sind oder Symptome worüber vielleicht ja gespottet wird."
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    "text": "Migräne ist immer noch ein bisschen mit einem Tabuthema oder der Kopfschmerz allgemein mit einem tabuthema verbunden Und hier sieht sich eben jemand auch einfach gesehen und kann das dann besser einordnen, kriegt einen Gefühl für die Erkrankung und ihrem Umfang."
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    "text": "Die sie im Leben auch einnehmen kann."
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    "end": 387.34,
    "text": "also das sind ja zum Teil sehr schwer betroffene, die sowohl die Arbeit als auch ihr ganzes Sozialleben auf die Migräne zum Teil auch abstimmen und auch unter sozialem Rückzug letztendlich leiden der durch die Erkrankungen entsteht."
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    "text": "Und um jetzt Ihre Frage eigentlich zu beantworten, es gibt natürlich klassische Prodromie als auch klassischer Auslöser Symptome."
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    "text": "Bei den Auslösern ist es eben so das sehr gut belegt ein Wechsel von Biorhythmen, das sehr entscheidende darstellt."
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    "text": "Da haben die Patienten häufig Aha-Momente also zum Beispiel regelmäßiger Tag Nachtrhythmus, regelmäßige Nahrungs und ... Trinkaufnahmen sind total entscheidend, denn all das wo immer dagegen sozusagen verstoßen wird führt häufig auch in Erinnerung der Patientin dazu dass eben Migräneattacken in der Vergangenheit aufgetreten waren."
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    "text": "Ein ganz schönes Beispiel was ganz viele kennen ist die Wochenendmigräne wo Stress und Nicht-Stressabfall sozusagen gerade da wirken, wo dann am Samstagmorgen vielleicht länger geschlafen wird."
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    "text": "Und dann kommt am Samstagvormittag, wo die Last der Woche so ein bisschen abfällt."
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    "text": "Da kommt an die Migränatacke."
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    "text": "Dann sprechen wir doch noch ein bisschen genauer über die Symptome der Migräne?"
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    "text": "Weil wichtig ist es ja auch, die Migräne von anderen Kopfschmerzerkrankungen abzugrenzen – also der Cluster-Kopfschmerz oder auch der Kopfschmärzt vom Spannungstyp."
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    "text": "Was ist hier denn ganz spezifisch?"
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    "text": "Für die Migraine?"
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    "text": "Genau, also ganz spezifisch für die Migräne ist ein den Patienten beeinträchtigen Kopfschmerz der über vier Stunden anhält."
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    "end": 483.54,
    "text": "Im Prinzip es ist eigentlich genauso einfach denn die Dauer der Kopfschmärzen ist die entscheidende Kriterium um auch die Diagnose stellen zu können."
  },
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    "text": "Klingt jetzt erstmal sehr einfach."
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    "text": "reicht das wirklich?"
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    "end": 489.72,
    "text": "können nicht auch Kopfschmetzen von einem anderen Typ länger anhalten?"
  },
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    "text": "Ja, prinzipiell natürlich schon."
  },
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    "end": 508.76,
    "text": "Also wenn Sie jetzt so ein bisschen in diese Klassifikationskriterien denken also wenn sie eine Patientin einen Patienten haben der fünfmal in seinem Leben eine Symptomatik erlebt hat mit einem Kopfschmerz der mehr als vier Stunden dauert."
  },
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    "end": 519.08,
    "text": "Der Klassiker ist ja das berichtet wird ich habe einen Kopfschmerz sehr mich beeinträchtigt und ich gehe mit dem Kopfschmärz, der irgendwann am Tag angefangen hat ins Bett."
  },
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    "text": "Und am nächsten Tag ist es wieder erledigt."
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    "text": "Dann gilt das Aufwachen als Endpunkt der Kopfschmetzepisode."
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    "end": 529.6,
    "text": "Das heißt man erreicht da sehr schnell diese vier Stunden Dauer."
  },
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    "end": 551.199,
    "text": "zusätzlich gibt es eben Kriterien die auf das Kopf-Schmerz Charakteristikum an sich eingehen also ein einseitigen Charakter oder pulsierender Charakter wie auch mittlere oder starke Schmerz intensität als auch und das ist sicherlich, dass sehr entscheidende eben der Das vermeiden von körperlichen routine aktivitäten."
  },
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    "end": 557.04,
    "text": "also das sind jetzt diese vier kriterien von den zwei für die Diagnose notwendig sind."
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    "end": 571.339,
    "text": "Und als letztes folgt dann ein Kriterienblock sozusagen Der daraus besteht dass es entweder übelkeit erbrechen während oder um die symptomatik herum gibt oder eine Licht- und Lärmemfindlichkeit."
  },
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    "end": 580.4,
    "text": "Und das ist etwas, was doch sehr relativ niederschwellig auch im Patientengespräch erfragt werden kann und wo dann gut die Diagnose gestellt werden"
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    "text": "kann.\"."
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    "text": "Aber trotzdem ja praktisch wenn man weiß schon mal, wenn ein Patient vor einem Sitz der sagt ich hatte jetzt über vier Stunden Kopfschmerzen dass man auf jeden Fall an den Migränen denken sollte?"
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    "end": 592.079,
    "text": "Genau!"
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    "end": 602.92,
    "text": "Und es ist sicherlich jemand, der ihnen eben erzählt Dieser Kopfschmerz ihn beeinträchtigt und dazu führt, dass er das was er gerade tut eher nicht fortsetzen möchte."
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  {
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    "end": 622.28,
    "text": "So Bildschirmarbeit so der Klassiker wo man dann eher sagt ich brauche jetzt eine Pause und der sich vielleicht auch sogar hinlegt weil der Kopfschmetz ihn so stark beeinträttigt und dieses Ruhebedürfnis ist ein sehr charakteristischer Punkt wenn man jetzt an etwas sehr Patagonomisches für die Migraine denkt."
  },
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    "text": "dann gibt es natürlich noch die Aura."
  },
  {
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    "end": 632.42,
    "text": "Die Aura ist ein zum Teil sehr intensiv erlebtes Ereignis, was immer vor dem Kopfschmerz auftritt."
  },
  {
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    "end": 650.16,
    "text": "Es dauert maximal eine Stunde an und es sind meistens sensible visuelle Wahrnehmungen also Lichtblitze, abstrakte Formwahrnehmung im Gesichtsfeld oder Gesichtsfeldausfälle sogar Der Regel nicht weiter schlimm bzw."
  },
  {
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    "end": 665.4,
    "text": "der Patient kennt die schon so ein bisschen und kann sie einordnen, es gibt natürlich da sehr ausgedehnte symptomatische Formen wie die familiäre Epilegie, die auch länger als eine Stunde anhält, die ja auch abgegrenzt werden muss vom Schlaganfall."
  },
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    "text": "aber das sind absolute Ausnahmen."
  },
  {
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    "end": 672.339,
    "text": "selbst die Aura tritt nur bei zehn bis fünfzehn Prozent der Betroffenen auf."
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  {
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    "end": 676.28,
    "text": "Sie haben ja gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen"
  },
  {
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    "text": "in den"
  },
  {
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    "end": 685.56,
    "text": "Jahr zwei tausendfünfundzwanzig auch eine Studie veröffentlicht, wo sie sich mal die Prävalenz- und Inzidenz von Patientinnen und Patienten mit Migränen an der Hausarztpraxis genauer angeschaut haben."
  },
  {
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    "end": 689.319,
    "text": "Wie häufig stellen sich denn tatsächlich Betroffene in der Hausartspraxis vor?"
  },
  {
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    "end": 694.719,
    "text": "Und konnten sie dann Erkenntnisse mitnehmen für den Umgang mit dieser Erkrankung?"
  },
  {
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    "end": 696.579,
    "text": "Ja auf jeden Fall!"
  },
  {
    "start": 696.939,
    "end": 706.88,
    "text": "Nach dem, was wir rausgefunden haben sind es einen Prozent der Patienten im Quartal die aufgrund einer Migräne mit ihrer Hausärzte und ihrem Haushalts sprechen."
  },
  {
    "start": 707.38,
    "end": 727.52,
    "text": "Dazu muss man vielleicht wissen dass wir erfragt haben was die Hausärzte sozusagen an Patienten in diesem Quartall gesehen haben weil das ist ja ganz wichtig dass die Prävalenz die man in der allgemeinen Bevölkerung erhebt nicht viel zu tun hat mit der prävalenz die tatsächlich eine hausarztpraxis ankommt, sage ich mal."
  },
  {
    "start": 728.459,
    "end": 737.02,
    "text": "Und dann gibt es auch noch einen großen relevanten Patientenanteil der vielleicht gar nicht so stark betroffen ist von den Migränen und das eben gar nicht braucht."
  },
  {
    "start": 737.199,
    "end": 747.48,
    "text": "und es gibt auch einen relevanten Anteil, der eigentlich zur Hausärztin zum Hausarzt gehen müsste aber dass aus vielerlei Gründen nicht tut zb."
  },
  {
    "start": 748.079,
    "end": 768.079,
    "text": "weil man mit früheren Erfahrungen oder mit Kopfschmerzen immer noch nicht ernst genommen wurde oder weil es kulturelle Unterschiede gibt in der Bedeutung sozusagen vom Kopfschmerz, was das Umfeld von einem Betroffenen auch an Bedeitung dem Kopfschmetz beiwohnt."
  },
  {
    "start": 768.14,
    "end": 774.699,
    "text": "Und das ist nicht immer so einfach und deshalb ist es sicherlich nach wie vor wichtig über Migräne aufzuklären."
  },
  {
    "start": 776.38,
    "end": 796.5,
    "text": "Der andere Aspekt der Untersuchung war dass es doch einen wirklich relevanten Anteil von circa zehn Prozent gab die wirklich schwer betroffen waren, also mehr als acht monatliche Kopfschmerztage von Migräne und damit auch ein höheres Risiko einer Progression der Erkrankung haben."
  },
  {
    "start": 796.959,
    "end": 804.98,
    "text": "Also hin von einer episodischen unter fünfzehn Tage im Monat zu einer chronischen Migränen über fünfzehnt"
  },
  {
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    "end": 805.3,
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  },
  {
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    "end": 808.98,
    "text": "Was sind denn so die wichtigsten Maßnahmen um zu verhindern?"
  },
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    "end": 814.6,
    "text": "Dass eine episotische Migraine sich in ne chronische Migränung weiterentwickelt sozusagen."
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  {
    "start": 815.26,
    "end": 841.1,
    "text": "Im Prinzip eigentlich eine effektive Therapie anzubieten und die besteht eben aus diesen ja so zu sagen vier Säulen, dass man einmal darüber aufklärt was ist eigentlich Migräne also die ganze Education mit dem Patienten macht dann unbedingt eine effekte Akuterapie zur Verfügung stellt und nicht Medikamentöse als auch medikamentöser prophylaktische Maßnahmen anbietet."
  },
  {
    "start": 842.14,
    "end": 845.48,
    "text": "Jetzt starten wir dann doch direkt mal mit den nichtmedikamentösen Maßnahmen."
  },
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    "start": 845.579,
    "end": 852.18,
    "text": "Welche gibt es da denn und weiß man denn auch, wie wirksam die sind jetzt gerade auch im Vergleich zu den medikamentösen Optionen?"
  },
  {
    "start": 852.76,
    "end": 865.76,
    "text": "Ja das ist eine sehr gute Frage und dazu gibt es tatsächlich etwas, denn die nicht-medikamentehosen Maßnahmen sind ungefähr genauso wirksam als die prophylaktischen Firstline Präparate."
  },
  {
    "start": 866.36,
    "end": 872.699,
    "text": "Das erstmal eine total wichtige Information, weil der Patient hier etwas selber machen kann."
  },
  {
    "start": 873.66,
    "end": 885.439,
    "text": "Man hat ja eine Erkrankung die häufig auch so plötzlich auftritt und man ist damit auch zum Teil manchmal überfordert und es kommt im schlechtesten Moment."
  },
  {
    "start": 885.68,
    "end": 902.6,
    "text": "und wenn man dann die Selbstwerksamkeit auch dadurch steigern kann dass man eben sagt sie können was tun nicht nur auf Trigger zu achten sondern oder mögliche Trigger Eroben-Ausdauersport zu betreiben, regelmäßig Entspannungsverfahren durchzuführen."
  },
  {
    "start": 903.5,
    "end": 920.079,
    "text": "Es gibt Daten zur kognitiven Verhaltenstherapie und eben diese Regelmäßigkeit die ich schon ansprach im Alltag zu leben das sind sicherlich die vier stärksten Möglichkeiten hier nicht mega meintös zu behandeln."
  },
  {
    "start": 920.88,
    "end": 924.78,
    "text": "Ja das auf jeden Fall gute Nachricht, dass so viel selbst getan werden kann."
  },
  {
    "start": 924.92,
    "end": 930.68,
    "text": "Aber in der akuten Situation ist es natürlich auch toll, dass es doch einige medikamentöse Optionen gibt."
  },
  {
    "start": 931.48,
    "end": 940.26,
    "text": "Bei leichten und mittelstarken Migraine-Attackungen sind ja NSAR empfohlen also nicht steroidale Antirolematika wie zum Beispiel Ibuprofen oder Dichlophenak"
  },
  {
    "start": 940.36,
    "end": 940.52,
    "text": "z.B.,"
  },
  {
    "start": 941.959,
    "end": 946.1,
    "text": "wenn diese aber nicht helfen dann sind Tryptane eine gute Option?"
  },
  {
    "start": 946.8,
    "end": 948.38,
    "text": "Wie wirken denn diese Medikamente?"
  },
  {
    "start": 949.3,
    "end": 954.439,
    "text": "Woher wissen Sie und Ihre Patientinnen und Patienten eigentlich, dass die NSR nicht mehr ausreichen?"
  },
  {
    "start": 955.6,
    "end": 967.839,
    "text": "Also die Tryptane wirken wie anfangs mal kurz angesprochen mit dem CGRP dadurch, dass sie unter anderem die Ausschüttung von CGR P blockieren oder reduzieren."
  },
  {
    "start": 969.24,
    "end": 982.74,
    "text": "Und die tryptane machen wenn man sich das auch so vorstellen will was ganz hilfreich ist zum Erkennen der Kontraindikationen zum Beispiel führen eben dazu, dass es eher eine Wasokonstriktion gibt."
  },
  {
    "start": 982.819,
    "end": 986.04,
    "text": "Also führen die Dilatation sozusagen in dem Sinne zurück."
  },
  {
    "start": 986.939,
    "end": 992.56,
    "text": "Die Tryptane selber sind effektiv wirksam für eine Migräne."
  },
  {
    "start": 992.88,
    "end": 994.54,
    "text": "sie wirken besser als die NSHR."
  },
  {
    "start": 995.54,
    "end": 1005.28,
    "text": "und ob die NSR entsprechend noch ausreichend sind oder nicht das kann ihnen die Patientin der Patient immer ziemlich gut sagen."
  },
  {
    "start": 1005.86,
    "end": 1011.04,
    "text": "Der wird nämlich die NSRS überall mit häufig dabei haben."
  },
  {
    "start": 1011.699,
    "end": 1021.88,
    "text": "Und dann wird er irgendwann in der Vorstellung berichten, dass es Tage gibt wo er was genommen hat und dann hatte das wiederholt und trotzdem hat das nicht richtig geholfen."
  },
  {
    "start": 1022.48,
    "end": 1029.04,
    "text": "Er hat mal das Präparat gewechselt und auch das hat nicht dazu geführt, dass ist eine wesentliche Besserung gab."
  },
  {
    "start": 1029.14,
    "end": 1035.86,
    "text": "und das ist sicherlich auch ein Moment wo man schon erwähnen kann, ein Triptan unbedingt mal zu verschreiben."
  },
  {
    "start": 1037.14,
    "end": 1038.36,
    "text": "Und wie setzt man die denn ein?"
  },
  {
    "start": 1038.56,
    "end": 1044.16,
    "text": "Also kann man NSR nehmen und dann quasi als Eskalationstherapie einen Triptam versuchen."
  },
  {
    "start": 1044.24,
    "end": 1046.44,
    "text": "wenn das da nicht mehr wirkt ist es möglich."
  },
  {
    "start": 1047.28,
    "end": 1061.24,
    "text": "Also wenn man mit einem Triptan letztendlich auch gut zurechtgekommen ist, dann kann man für wenige Attacken im Monat auch das Triptaan in der Zukunft fortsetzen und auf die NSR, die ja auch wieder mit Nebenwirkungen verbunden sind."
  },
  {
    "start": 1061.3,
    "end": 1063.16,
    "text": "Wenn man sie häufiger einnimmt verzichten."
  },
  {
    "start": 1063.76,
    "end": 1072.88,
    "text": "Die Triptane- und die NSRR im Kontext Migräne haben so eine Obergrenze, die man empfiehlt im Monatein zu halten."
  },
  {
    "start": 1073.14,
    "end": 1081.34,
    "text": "Also für die NSR sind das fünfzehn Tage, eine Arme Tage im Monat und für die Triptane sind es zehn genauso wie für Mischpräparate."
  },
  {
    "start": 1082.42,
    "end": 1092.52,
    "text": "Und diese Grenze ist so eine willkürliche Festlegung oder eine Empfehlung wo darüber hinaus einen Kopfschmerz bei Medikamentenübergebrauch auftreten kann."
  },
  {
    "start": 1092.62,
    "end": 1095.9,
    "text": "und dem möchte man wenn es möglich ist eben vermeiden."
  },
  {
    "start": 1096.82,
    "end": 1107.4,
    "text": "aber ich erlebe auch häufig in der Praxis dass ein sehr starkes Aufklärung zum Medikamentenübergebrauch häufig dazu führt, gerade beim Migräne Patientinnen."
  },
  {
    "start": 1107.96,
    "end": 1123.9,
    "text": "Dass Triptane auch mal weggelassen werden in einer Attacke weil eine Angst besteht dass eben dieser Cutoff von zehn der dann so kommuniziert wird im Gespräch überschritten wird und das macht dann auch wiederum keinen Sinn."
  },
  {
    "start": 1124.12,
    "end": 1128.66,
    "text": "es macht schon Sinn eine effektive Akuterapie anbieten zu können."
  },
  {
    "start": 1129.5,
    "end": 1137.28,
    "text": "Sie haben es vorhin schon angerissen und jetzt ja auch mit den Nebenwirkungen, aber was gibt's denn noch für andere Kontraindikationen gerade bei den Triptan?"
  },
  {
    "start": 1138.42,
    "end": 1140.9,
    "text": "Für die Triptane sind die Kontra-Indikation."
  },
  {
    "start": 1142.06,
    "end": 1159.46,
    "text": "Diejenigen, die diese vasokonstruktive Wirkung oder Erkrankung in der Vergangenheit bedienen also eine KHK, eine PAVK, einen Zustand nach Schlaganfall oder eine unkontrollierte Atelierhypertonie Kontrenikation für die Triptane darstellt."
  },
  {
    "start": 1160.4,
    "end": 1163.8,
    "text": "Da möchte ich noch mal kurz zum Kopfschmerz nach Medikamentenübergebrauch zurückkommen."
  },
  {
    "start": 1164.48,
    "end": 1171.74,
    "text": "Sie haben ja gesagt, dass es teilweise gar nicht so einfach ist einerseits die Akutmedikation durchzuführen aber andererseits auch dieses Risiko im Blick zu behalten."
  },
  {
    "start": 1171.82,
    "end": 1174.54,
    "text": "gibt's da denn praktische Tipps wie man damit umgehen kann?"
  },
  {
    "start": 1175.76,
    "end": 1180.14,
    "text": "Ja also vielleicht nochmal kurze Ergänzung zur Medikamente übergebraucht."
  },
  {
    "start": 1180.2,
    "end": 1191.28,
    "text": "Also eine wirkliche Sorge macht mache ich mir erst, wenn ich über drei Monate hinweg deutlich oberhalb dieser Grenze einahme Tage von Akutmedikation sehe."
  },
  {
    "start": 1192.06,
    "end": 1208.76,
    "text": "Am besten lässt man sich die Therapie ja auch in einem Kopfschmerztagebuch zum Beispiel vielleicht mal aufzeichnen und da kann man auch die akute Medikation entsprechend eintragen Und erst dann darüber hinaus spielt einen medikamentenübergebrauchs Kopfschmärz eine Rolle."
  },
  {
    "start": 1209.92,
    "end": 1218.76,
    "text": "Deshalb ist in der Alltäglich im Praxis ist es eigentlich so, dass man eher motivieren muss zur sufficenten Einnahme."
  },
  {
    "start": 1219.48,
    "end": 1224.24,
    "text": "Denn schützen muss vor einem zu viel – das ist auf jeden Fall meine Erfahrung!"
  },
  {
    "start": 1224.86,
    "end": 1230.92,
    "text": "Gibt's denn grundsätzlich Tipps für die Einnahme der Medikamente um eine bestmögliche Wirksamkeit zu erzielen?"
  },
  {
    "start": 1231.92,
    "end": 1235.02,
    "text": "Ja, das ist total entscheidend und gehört zu jeder Aufklärung dazu."
  },
  {
    "start": 1235.72,
    "end": 1243.46,
    "text": "Also je früher die NSHRs eingenommen werden, desto besser wirksam sind sie."
  },
  {
    "start": 1244.44,
    "end": 1254.38,
    "text": "Das ist in einer bildlichen Allogie immer ganz schön zu erklären der Patientin den Patienten mit einem fahrenden Zug wenn er langsam noch fährt."
  },
  {
    "start": 1254.42,
    "end": 1270.66,
    "text": "es ist einfacher ihn zu bremsen als wenn er schon total schnell fährt und rast und dann wird das auch länger dauern bis dass tryptan oder das nsr eben durch die Wirkung den Kopfschmerz ja rückgeführt hat sozusagen."
  },
  {
    "start": 1271.88,
    "end": 1280.0,
    "text": "Wie kann ich denn Patientinnen und Patienten in der Hausarztpraxis helfen, die sich jetzt ganz fast schon notfallmäßig vorstellen mit ganz extremen Migräneattacken?"
  },
  {
    "start": 1280.5,
    "end": 1283.18,
    "text": "Und quasi jetzt sofort eine Schmerzlinderung brauchen?"
  },
  {
    "start": 1283.92,
    "end": 1289.12,
    "text": "Also in der Regel ist es ja so da kommt erst mal jemand mit einem akuten Kopfschmerz."
  },
  {
    "start": 1289.2,
    "end": 1297.42,
    "text": "Ich muss mir natürlich sicher sein dass es sich wieder erneut um die schon bekannte oder meistbekannte ja Migränen handelt."
  },
  {
    "start": 1298.06,
    "end": 1303.66,
    "text": "grundsätzlich muss ich ja ein bisschen auch die Augen offen halten, ob es im Sekundär- und Kopfschmerz gibt."
  },
  {
    "start": 1303.8,
    "end": 1305.56,
    "text": "Plötzlich ja Vernichtungskopfschmerzen, SAB"
  },
  {
    "start": 1305.92,
    "end": 1306.16,
    "text": "usw.,"
  },
  {
    "start": 1307.1,
    "end": 1308.14,
    "text": "das ist natürlich möglich."
  },
  {
    "start": 1308.3,
    "end": 1326.92,
    "text": "aber wenn die Symptomatik völlig klar ist und der Patient hier auch das genauso erlebt dann wäre ein Mittel der Wahl ASS tausend mg als Kurzinfusion oder Metamizol oder auch Sumatriptan so gut tan, wenn man das denn in der Praxis vorhält."
  },
  {
    "start": 1328.26,
    "end": 1338.62,
    "text": "Sollte es jetzt aber so sein, dass da jemand kommt der das schon mehrere Tage hat also einen sogenannten Status Migrosus über seventy Stunden bestehende Migraine Attacke."
  },
  {
    "start": 1339.48,
    "end": 1342.92,
    "text": "Dann sollte dieser ein Prednisolonstoß erhalten."
  },
  {
    "start": 1343.2,
    "end": 1352.96,
    "text": "Das kann man entweder als Tablette zum Beispiel zwanzig Milligramm über drei Tage oder als eine Kurzinfusion mit fünfzig bis hundert Milligramms machen."
  },
  {
    "start": 1354.1,
    "end": 1356.86,
    "text": "Genau, jetzt haben wir über die Akuttherapie gesprochen."
  },
  {
    "start": 1357.38,
    "end": 1358.82,
    "text": "Vielleicht noch so ein bisschen zum Ausblick."
  },
  {
    "start": 1358.92,
    "end": 1364.28,
    "text": "wann sprechen Sie denn aber mit Ihren Patienten auch über eine medikamentöse Profilachse?"
  },
  {
    "start": 1364.4,
    "end": 1366.18,
    "text": "Also was ist hier laut Leitlinien empfohlen?"
  },
  {
    "start": 1366.5,
    "end": 1380.34,
    "text": "Ja, empfohlend ist einer Medikamentöseprophylaxe dann durchzuführen wenn mindestens drei beziehungsweise vier monatliche Kopfschmerztage vorliegen die so stark beeinträchtigend sind dass sie erforderlich ist."
  },
  {
    "start": 1381.38,
    "end": 1386.24,
    "text": "Und wenn da jemand mit sechs oder sieben monatlichen Kopfschmerz sagen, oder auch nur fünf."
  },
  {
    "start": 1386.82,
    "end": 1397.34,
    "text": "Aber an diesen Tagen sehr stark beeinträchtigt ist und nicht arbeiten kann dann kann man durchaus bei dem hohen Leidensdruck der damit verbunden ist eine prophylaxemale Erwägen."
  },
  {
    "start": 1398.14,
    "end": 1399.08,
    "text": "Was steht dazu Verfügung?"
  },
  {
    "start": 1399.14,
    "end": 1400.12,
    "text": "Welche Medikamente?"
  },
  {
    "start": 1401.12,
    "end": 1404.0,
    "text": "Genau es gibt vier Firstline Präparate."
  },
  {
    "start": 1404.52,
    "end": 1405.88,
    "text": "die gibt es schon recht lange."
  },
  {
    "start": 1406.14,
    "end": 1417.7,
    "text": "das ist einmal Amitryptilin dann Beta-Blocker, Methoprolol und Propanolol als auch ein alter Kalzium-Antagonis-Flunarizin und Topiramat."
  },
  {
    "start": 1418.74,
    "end": 1428.54,
    "text": "Und diese vierrophilaktika haben natürlich alle unterschiedliche Verträglichkeiten als letztendlich aber ähnlich oder vergleichbare"
  },
  {
    "start": 1428.62,
    "end": 1429.0,
    "text": "Wirkung.\"."
  },
  {
    "start": 1431.48,
    "end": 1437.1,
    "text": "Kontraindikation und der Gesamtsituation, entscheiden Sie dann welches am besten ist für den jeweiligen Patienten."
  },
  {
    "start": 1437.14,
    "end": 1437.62,
    "text": "die Patientin?"
  },
  {
    "start": 1437.9,
    "end": 1438.62,
    "text": "Ja ganz genau."
  },
  {
    "start": 1438.94,
    "end": 1444.58,
    "text": "Also es gibt zum Beispiel so ein paar pragmatische Anhaltspunkte wenn Schlafstörungen Thema sind."
  },
  {
    "start": 1444.78,
    "end": 1448.16,
    "text": "sicherlich Amitryptillinen Ganz hilfreich."
  },
  {
    "start": 1448.78,
    "end": 1453.26,
    "text": "Der Beta-Blocker wird von manchen Patienten eben nicht so vertragen."
  },
  {
    "start": 1453.46,
    "end": 1468.74,
    "text": "Wenn junge Patientinnen z. B., ist ein Beta Blocker mit sowieso Schwindel beim Aufstehen und in Gang kommen Symptomatik im Alltag manchmal nicht so hilfreich."
  },
  {
    "start": 1469.56,
    "end": 1477.12,
    "text": "Topiramat ist auf jeden Fall kontraindiziert bei Depressionen der Vergangenheit, genauso wie das Flunarizin."
  },
  {
    "start": 1477.18,
    "end": 1479.66,
    "text": "Das sollte man bei beiden Medikamenten beachten."
  },
  {
    "start": 1480.24,
    "end": 1486.68,
    "text": "Flunarizin kann zu doch beeindruckendem Gewichtszunahme führen."
  },
  {
    "start": 1489.28,
    "end": 1494.78,
    "text": "jungen Leuten in Lernphasen im Studium ist auch nicht so eine gute Idee."
  },
  {
    "start": 1495.2,
    "end": 1506.9,
    "text": "Also es gibt ein paar Anhaltspunkte, um auf das Präparat zu kommen und letztendlich startet man aber – das ist vielleicht für jemanden der das noch nie gemacht hat – in sehr geringen Dosen."
  },
  {
    "start": 1507.28,
    "end": 1517.0,
    "text": "also die Amitriptilien-Startdosis kann man mit zehn Milligramm empfehlen und das ist weit entfernt von dem was man in der antidepressiven Wirkung früher gemacht hat."
  },
  {
    "start": 1517.92,
    "end": 1519.26,
    "text": "Ja, dann vielleicht auch so ein bisschen."
  },
  {
    "start": 1519.32,
    "end": 1528.4,
    "text": "abschließen noch die Frage wie häufig sollte man denn so eine Medikation überprüfen oder die Patientinnen und Patienten auch wieder zur nochmal Vorstellung einladen."
  },
  {
    "start": 1529.52,
    "end": 1543.2,
    "text": "Also es wird empfohlen die Kopfschmerztage generell durch einen Kopfschmetzkalender gerade wenn man eine Prophylaxe verordnet festzuhalten, damit man eben auch nachvollziehen kann dass eine adäquate Wirkung eingetreten ist."
  },
  {
    "start": 1543.86,
    "end": 1547.56,
    "text": "Ziel ist immer eine fünfzig prozentige Reduktion der Kopfschmerztage."
  },
  {
    "start": 1548.56,
    "end": 1550.24,
    "text": "Man muss sich da ein bisschen Zeit lassen."
  },
  {
    "start": 1551.1,
    "end": 1558.14,
    "text": "also die der Start der prophylaktischen Wirkungen ist so zwischen anderthalb bis zweieinhalb Monate."
  },
  {
    "start": 1558.34,
    "end": 1562.76,
    "text": "und abschließende Beurteilung sollte man irgendwie sich in drei Monaten noch mal treffen."
  },
  {
    "start": 1563.46,
    "end": 1567.14,
    "text": "Und wenn man dann sieht, dass das grundsätzlich gut funktioniert und gut vertragen wird."
  },
  {
    "start": 1567.3,
    "end": 1575.16,
    "text": "Dann macht es sehr viel Sinn die Migräneprophylaxe für sechs bis neun Monate mindestens dann mal fortzusetzen."
  },
  {
    "start": 1575.86,
    "end": 1583.56,
    "text": "Ein Absetzen wird in der Leitlinie gar nicht so ganz konkret angesprochen."
  },
  {
    "start": 1583.68,
    "end": 1593.56,
    "text": "also es gibt die Möglichkeit das immer wieder mit dem Patienten in regelmäßigen Abständen mal zu eroieren ob man mal versuchen möchte, die Prophylaxe entsprechend auszuschleichen."
  },
  {
    "start": 1594.0,
    "end": 1610.98,
    "text": "Das hat aber schon bestimmte Aspekte, die man vielleicht im ersten Moment nicht so bedingt – also typische Auslöser von Migräne und Arbeitsstress oder ein Wechsel der Arbeitsstelle wie ich das gerade neulich hatte."
  },
  {
    "start": 1611.2,
    "end": 1616.78,
    "text": "als Vorstellung Da ist es sicherlich nicht so sinnvoll, dann mit einem Ausschlechtsversuch anzufangen."
  },
  {
    "start": 1616.84,
    "end": 1625.94,
    "text": "Sondern erst mal diese Migrinesymptomatik versuchen stabil zu halten und in einer stabilen Phase entsprechend das zu versuchen."
  },
  {
    "start": 1626.5,
    "end": 1629.54,
    "text": "Und gibt's trotzdem eine Maximaldauer für die Profilachse?"
  },
  {
    "start": 1630.38,
    "end": 1630.52,
    "text": "Nein!"
  },
  {
    "start": 1630.86,
    "end": 1635.52,
    "text": "Es gibt keine Maximaldauern, man kann sie durchaus mehrere Jahre fortsetzen."
  },
  {
    "start": 1636.62,
    "end": 1639.86,
    "text": "Haben Sie denn was, was Ihnen jetzt bei diesem Thema super wichtig ist?"
  },
  {
    "start": 1639.9,
    "end": 1644.16,
    "text": "Was Sie sagen, das möchten sie Ihren Kolleginnen und Kollegen noch mit auf den Weg geben."
  },
  {
    "start": 1645.7,
    "end": 1649.84,
    "text": "Also ja ich habe ganz viel, was ich gerne mit auf dem Weg gehen wollen würde."
  },
  {
    "start": 1650.36,
    "end": 1651.06,
    "text": "Haben Sie auch schon!"
  },
  {
    "start": 1652.44,
    "end": 1665.28,
    "text": "Also ich glaube, was unglaublich hilft, ist dem Patienten über Migräne aufzuklären weil die Patientinnen der Patient erleben da eine sehr beeinträchtigende Schmerzerkrankung."
  },
  {
    "start": 1666.72,
    "end": 1674.08,
    "text": "Menschen kommen im Gegensatz zum Rückenschmerz ganz wenig in der Akutphase, in die Praxis."
  },
  {
    "start": 1674.82,
    "end": 1682.4,
    "text": "Vor ihnen sitzt ein Patient, der in der aktuellen Situation meistens nichts hat und sie reden darüber was er erlebt."
  },
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    "start": 1683.92,
    "end": 1699.34,
    "text": "Und da die wesentlichen Fragen zu stellen einmal die Diagnose zu stellen Die Frequenz zu erfragen Zu schauen ob man da etwas an der akuten Therapie optimieren kann, um die Selbstwirksamkeit zu steigern."
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    "start": 1699.46,
    "end": 1726.34,
    "text": "Weil man dem Patienten etwas mitgibt wo er akut sich selber helfen kann ihn aufzuklären über nicht medikamentöse Maßnahmen die er selbst machen kann die typischen Trigger zu vermeiden Sport zu treiben Entspannungsverfahren da ist in der Regel irgendetwas von Meditation bis über irgendwelche CDs die man sich zum Beispiel anhört für eigentlich jeden was dabei."
  },
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    "start": 1726.66,
    "end": 1740.56,
    "text": "Und wenn man sich da etwas aussucht, womit man damit mit der ganzen Erkrankung die man ja in vielen Fällen sein ganzes Leben lang hat besser umgehen kann hilft enorm und klar."
  },
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    "start": 1740.66,
    "end": 1756.98,
    "text": "aus dem Aspekt der Chronifizierung ist es natürlich hilfreich je früher Mann mit einer effektiven auch Profilachse beginnt und eine Förstlein-Profilachs kann man in der Hausarztpraxis starten dann schützt man Patienten davor, dass es schlechter wird."
  },
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    "start": 1758.16,
    "end": 1761.28,
    "text": "Ja vielen Dank für diese hilfrechen Infos und Tipps!"
  },
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    "start": 1762.18,
    "end": 1765.76,
    "text": "Sie haben ja auch einen CME-Beitrag verfasst den sie gemeinsam mit Dr."
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    "text": "Lisa Münke aus Jena und Dr."
  },
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    "end": 1769.54,
    "text": "Sabine Gerkebeck aus Berlin verfasst haben."
  },
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    "start": 1770.62,
    "end": 1778.9,
    "text": "Und falls Sie, liebe Hörerinnen und Hörern noch zehn E-Punkte brauchen können sie auf springermedizin.de den Kurs in der Zeitdrift für Allgemeinmedizin absolvieren."
  },
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    "start": 1779.44,
    "end": 1786.22,
    "text": "Da können Sie sich dann auf springermanizin.com einloggen und dort ein Abo abschließen oder Sie sind Degar mit Glied Dann können Sie die Zeitdrifftonutzen."
  },
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    "end": 1789.02,
    "text": "Noch mal vielen Dank Herr Becker dass Sie dabei waren."
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    "text": "Danke schön für die Einladung."
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    "end": 1792.08,
    "text": "Vielen Dank Frau Ausfalk."
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    "end": 1798.54,
    "text": "Die AZF Art Talks sind eine Kooperation von springermedecin.de und der Zeit Drift für allgemeine Medizin."
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    "end": 1802.16,
    "text": "Mein Name ist Annika Asfalk, ich bin Redakteurin bei Springermedizin.de."
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    "end": 1804.86,
    "text": "Danke fürs Zuhören und bis bald!"
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    "end": 1814.82,
    "text": "Die in diesem Podcast vermittelten Inhalte unterliegen dem wissenschaftlichen Wandel des Faches und erheben nicht den Anspruch auf Vollständigkeit."
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    "text": "Sie können weder als Grundlage für eine Diagnosestellung noch für den Beginn die Änderung oder die Beendigung der Therapie einer Erkrankungen herangezogen werden."
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    "start": 1824.32,
    "end": 1828.66,
    "text": "sie ersetzen in keinem Fall eine persönliche ärztliche Beratung."
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