[
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    "end": 13.02,
    "text": "Sie hören den Springer Medizin Podcast."
  },
  {
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    "end": 16.14,
    "text": "Herzlich willkommen und schön, dass Sie zuhören."
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    "end": 20.16,
    "text": "Ein Meilenstein für Eltern ist es, wenn das Kind trocken wird."
  },
  {
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    "end": 33.12,
    "text": "Spielerische Tricks, wie der Toilettenzug, der Kinder regelmäßig daran erinnern soll, die Haltestelle Toilette anzufahren oder Bücher, die kindgerecht den Toilettengang erklären, sind gern genutzte Tricks, damit die Kinder trocken werden."
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    "end": 38.04,
    "text": "Doch was, wenn alles nichts hilft und der Verdacht einer Hahnenkontinent im Raum steht?"
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    "end": 42.3,
    "text": "Genau darum geht es in der heutigen Folge des Springer Medizin Podcasts."
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    "end": 51.8,
    "text": "Meine Kollegen bei SpringerMedizin.de, Cecilia Weber, betreut passend zu dem Thema die Fachgebiete Pediatrie und Urologie und hat dazu ein Interview geführt."
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    "text": "Hallo, Cecilia."
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    "text": "Hallo, Annika."
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    "text": "Wie häufig sind Kinder denn von einer Hanning-Kontinenz oder Enoresis betroffen?"
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    "text": "Ja, tatsächlich kann man sagen, dass Hanning-Kontinenz eines der häufigsten odologischen Probleme bei Kindern ist."
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    "text": "Aber das Thema betrifft lange nicht nur die medizinische Versorgung."
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    "text": "Es geht vor allem um die Lebensqualität, denn damit haben dann die Kinder und auch deren Familien vor allem zu kämpfen."
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    "text": "Und genau dann ist es vermutlich ratsam, sich medizinische Hilfe zu suchen, oder?"
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    "text": "Genau, meistens gehen die Eltern mit ihren Kindern dann erst mal zu ihrem Kinderarzt oder zu ihrer Kinderärztin."
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    "end": 93.58,
    "text": "Wenn sich aber dann zeigt, dass die Hanning-Kontinent nicht einfach nur eine normale Entwicklungsphase ist, braucht es Fachleute."
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    "text": "So wie Frau Prof."
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    "text": "Dr."
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    "text": "Daniela Schulz-Lampel."
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    "text": "Und mit ihr habe ich auch gesprochen."
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    "end": 105.679,
    "text": "Sie ist Urologin und Direktorin des Kontinentszentrums Südwest am Schwarzwald-Bar-Klinikum in Villingen-Schwenningen."
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    "text": "Und dort hat sie immer wieder mit solchen Fällen zu tun, wie sie mir im Interview erzählt hat."
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    "text": "Da bin ich gespannt auf das Gespräch."
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    "text": "Frau Prof."
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    "text": "Dr."
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    "text": "Daniela Schulz-Lampel, herzlich willkommen."
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    "text": "Dankeschön fürs herzliche Willkommen."
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    "end": 120.28,
    "text": "Ich freue mich, dass ich bei Ihnen sein darf."
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    "text": "Lassen Sie uns zunächst klären... was man überhaupt unter Hanning-Kontinenz und Enoresis bei Kindern genau versteht."
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    "start": 128.06,
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    "text": "Also wie wird Hanning-Kontinenz bei Kindern Medizinisch definiert und ab welchem Alter spricht man dann überhaupt von einer pathologischen Störung?"
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  {
    "start": 137.1,
    "end": 145.54,
    "text": "Also eine Incontinenz, eine Hanning-Kontinenz ist erstmal, dass die Definition wie bei den Erwachsenen auch jeglicher unfreiwilliger Urinverlust."
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    "text": "Wir alle kommen ja erstmal als Inkontinente auf die Welt."
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    "end": 163.0,
    "text": "Das heißt, in den ersten zwei bis drei Jahren ist es auch in unserer Gesellschaft als komplett normal angesehen und man spricht sogar von der physiologischen Inkontinenz bis zu einem Alter von fünf Jahren."
  },
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    "start": 163.04,
    "end": 166.9,
    "text": "Das heißt, da ist es irgendwo oder da kann es irgendwo noch normal sein."
  },
  {
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    "end": 183.62,
    "text": "Jetzt ist bei Kindern insbesondere so, dass die Inkontinenz noch viel mehr Ursachen haben kann als bei Erwachsenen, weil einerseits gibt es eine ganze Menge an angeborenen Störungen, die dann zu einer organischen Hanin-Kontinenz führen."
  },
  {
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    "end": 191.359,
    "text": "Das wird in der Regel schon relativ früh festgestellt, weil da kommt es eigentlich immer zu so einem kontinuierlichen Urinverlust."
  },
  {
    "start": 191.78,
    "end": 199.84,
    "text": "Und das ist eigentlich auch das, was wir viel seltener in unserer allgemeinen Praxis sehen als die sogenannten funktionellen Störungen."
  },
  {
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    "end": 211.46,
    "text": "Das heißt, das ist die H-Incontinents, also der Urinverlust aufgrund von vielen verschiedenen anderen Funktionsstörungen, der Blase des Speicherns des Urins."
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    "end": 215.28,
    "text": "Vielleicht können wir da nachher noch mal ein bisschen näher drauf eingehen."
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    "end": 227.1,
    "text": "und das Einnessen per se, die Enoresis, wird tatsächlich nur für das nächtliche Einnessen oder das Einnessen im Schlaf bezeichnet."
  },
  {
    "start": 227.66,
    "end": 240.24,
    "text": "Obwohl wir wissen, es wird immer noch sehr oft auch von der Enoresis diurner bei den Kindern gesprochen, also einem Einlessen am Tag, aber eigentlich heißt Enoresis in unserer Definition nur das nächtliche Einlessen oder Einlessen im Schlaf."
  },
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    "end": 242.24,
    "text": "Alles andere ist eine Harnenkontinent."
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    "end": 250.14,
    "text": "Wenn wir jetzt schon bei der Tageszeit sind, unterscheidet sich die Inkontinent am Tag und die Enoresis wirklich nur von der Tageszeit."
  },
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    "start": 250.74,
    "end": 253.18,
    "text": "oder spielen da vielleicht auch noch andere Faktoren rein?"
  },
  {
    "start": 253.9,
    "end": 256.76,
    "text": "Also die Pathophysologie ist natürlich komplett anders."
  },
  {
    "start": 256.86,
    "end": 262.54,
    "text": "Also das nächtliche Einlessen, sag ich mal, das ist auch das, sag mal, bisschen leichtere."
  },
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    "end": 264.24,
    "text": "Vielleicht fangen wir da tatsächlich an."
  },
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    "end": 268.1,
    "text": "Also da gibt es im Prinzip drei Hauptursachen."
  },
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    "text": "Das eine ist tatsächlich ein falsches Trinkverhalten, dass die Kinder tatsächlich abends zu spät noch zu viel trinken."
  },
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    "end": 279.08,
    "text": "Das ist also eine Ursache."
  },
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    "end": 285.22,
    "text": "Die zweite Ursache ist, dass die Kinder eine zu hohe Urinproduktion haben."
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    "end": 291.64,
    "text": "Also das heißt nicht nur, weil sie zu viel trinken, zu viel Urin bilden, sondern weil insgesamt."
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  {
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    "end": 297.16,
    "text": "zu wenig von diesem Hormon, was bei uns allen steuert, dass wir nachts weniger Urin bilden."
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    "end": 301.6,
    "text": "Das ist dieses antidioretische Hormon, dass das zu wenig gebildet wird."
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    "start": 301.7,
    "end": 310.46,
    "text": "Das war vor allen Dingen so in den Jahr neunziger Jahren aus Skandinavien absolut im Fokus, dass das bei sehr vielen Kindern vorliegt."
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    "start": 310.78,
    "end": 312.88,
    "text": "Es hat sich jetzt mittlerweile ein bisschen relativiert."
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    "text": "Also so häufig ist es dann doch nicht."
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    "text": "Und dann gibt es natürlich auch viele Kinder, die einfach wirklich Tiefschläfer sind."
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    "end": 322.98,
    "text": "Also man spricht dann auch von diesem Tiefschläfer-Syndrom."
  },
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    "end": 330.64,
    "text": "Die merken nicht, wenn ihre Blase voll ist, wachen nicht auf, so wie das jeder Mensch, der sonst nachts auf Toilette geht, merken würde."
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    "end": 332.26,
    "text": "Und dann messen die ein."
  },
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    "start": 332.34,
    "end": 340.18,
    "text": "Und dann gibt es noch viele Dinge, die auch so am Tag eine Rolle spielen, die auch für die Nacht eine Rolle spielen, wenn zum Beispiel die Blase nicht groß genug ist."
  },
  {
    "start": 340.28,
    "end": 359.02,
    "text": "Und das ist eben auch für uns in der Praxis das Wichtige, dass wir herausfinden, ob es jetzt nur eine sogenannte monosymptomatische nächtliche Eneresis ist, also nur ein nächtliches Einessen, wo eben diese drei eben genannten Faktoren die Hauptrolle spielen oder ob nicht doch noch."
  },
  {
    "start": 359.38,
    "end": 372.68,
    "text": "eine zu kleine Blase, eine fehlerhafte Entleerungsmethode, ein zu langes Zurückhalten, viele Komorbiditäten, also Verstopfung oder psychische Veränderungen, Entwicklungsstörungen, eine Rolle spielen."
  },
  {
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    "end": 381.28,
    "text": "Also das ist alles etwas, was man durch das genaue Abklären, also die Diagnostik herauskitzeln muss tatsächlich."
  },
  {
    "start": 381.7,
    "end": 393.56,
    "text": "Um tatsächlich dann zu unterscheiden, ist es wirklich nur das Einlessen in der Nacht oder ist das zwar das führende Symptom, aber es gibt noch Hinweise auf andere Störungen."
  },
  {
    "start": 394.7,
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    "text": "Okay."
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    "start": 395.46,
    "end": 399.18,
    "text": "Also es heißt nicht, dass nur das eine geben muss oder nur das andere."
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  {
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    "text": "Es ist nur Handeln, Kontinenz, Nachts oder Untertags."
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    "end": 408.28,
    "text": "Also die Kombinationen sind sogar sehr häufig und auch das stellen wir fest."
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    "end": 414.46,
    "text": "Es sind dann auch die Kinder, die wegen einem nächtlichen Einlässen vielleicht schon jahrelang behandelt wurden."
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  {
    "start": 415.08,
    "end": 432.0,
    "text": "Und dann kommen die Eltern ja, mein Kind wird nicht trocken, aber dann wurden eben solche Hinweise, dass eben vielleicht wirklich eine chronische Verstopfung vorliegt oder eben, dass die Kinder tagsüber sehr häufig auf Toilette müssen oder tagsüber das Trinken sozusagen."
  },
  {
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    "end": 436.98,
    "text": "Einstellen oder sparen, um nicht auf Toilette zu gehen, dann alles am Abend trinken."
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    "end": 442.46,
    "text": "Und für viele Eltern ist einfach das Nachtproblem so präsent, dass sie das andere verdrängen."
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  {
    "start": 443.04,
    "end": 447.08,
    "text": "Oder die Kinder können es auch irgendwo kompensieren, eben indem sie weniger trinken."
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  {
    "start": 447.46,
    "end": 456.22,
    "text": "Wenn man dann aber genau nachfragt, findet man diese Ursachen und dann kann man natürlich ganz anders gezielter auch in die Behandlung reinsteigen."
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    "end": 458.9,
    "text": "Wir hatten ja vorhin schon vom Alter gesprochen."
  },
  {
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    "end": 464.7,
    "text": "Sie meinten, dass es bis zum Alter von fünf Jahren normal sein kann, dass ein Kind noch nicht trocken ist."
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  {
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    "end": 470.78,
    "text": "Aber wird dann wirklich ab dem fünften Lebensjahr so eine klare Grenze gezogen?"
  },
  {
    "start": 471.44,
    "end": 478.18,
    "text": "Ja, also in der Regel ist tatsächlich so, dass die meisten Kinder werden heute so um das Alter von drei, zweieinhalb, drei am Tag trocken."
  },
  {
    "start": 478.72,
    "end": 490.66,
    "text": "Und Nacht sind es also wirklich viele Kinder, die bis zum fünften Lebensjahr... Ja, zumindest ist es noch eine Windel haben, die ist dann mal trocken, die ist dann mal nass, je nachdem wie oft oder wie viel die Kinder am Abend trinken."
  },
  {
    "start": 491.36,
    "end": 503.1,
    "text": "Und bis zum fünften Lebensjahr sollte eigentlich diese Entwicklung einerseits der Blasenkapazität, die entwickelt sich ja mit zunehmendem Alter wird."
  },
  {
    "start": 503.62,
    "end": 506.06,
    "text": "das Fassungsvermögen der Blase größer."
  },
  {
    "start": 506.14,
    "end": 513.84,
    "text": "Da gibt es auch so eine Formel, eben Alter mal dreißig plus dreißig, so viel sollte in eine Blase reinpassen."
  },
  {
    "start": 514.62,
    "end": 522.08,
    "text": "Und das wird hauptsächlich gesteuert durch Nerven aus dem Gehirn, die die Blase beruhigen."
  },
  {
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    "end": 525.18,
    "text": "Jeder Mensch kommt mit so einer überaktiven Blase quasi auf die Welt."
  },
  {
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    "end": 527.86,
    "text": "Deswegen macht jedes Baby ganz oft kleine Mengen Pipi."
  },
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    "end": 533.1,
    "text": "Und das reift in der Regel so bis zum fünften Lebensjahr aus."
  },
  {
    "start": 533.199,
    "end": 537.86,
    "text": "Also oft ist es eben schon bis zum zweiten, dritten Lebensjahr bei vielen ausgereift."
  },
  {
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    "end": 543.36,
    "text": "Also bis zum fünften ist es noch irgendwo physiologisch so eine Bandbreite der Entwicklung."
  },
  {
    "start": 543.88,
    "end": 549.719,
    "text": "Danach ist es tatsächlich eher eine Entwicklungsverzögerung und dann eben nicht mehr physiologisch."
  },
  {
    "start": 550.26,
    "end": 570.16,
    "text": "Und auch dieses Hormon, wo eben dadurch geregelt wird, wie viel Urin wir ausschütten, auch das entwickelt sich erst so in den ersten drei bis fünf Jahren und deswegen hat man so aus eben der kindlichen Entwicklungsschritten, das fünfte Lebensjahr da festgelegt."
  },
  {
    "start": 571.02,
    "end": 573.54,
    "text": "Vielleicht an dieser Stelle noch eine Frage zur Definition."
  },
  {
    "start": 574.26,
    "end": 578.959,
    "text": "Es wird ja medizinisch zwischen der primären und der sekundären Inkontinen zu unterschieden."
  },
  {
    "start": 579.52,
    "end": 583.319,
    "text": "Warum gibt es diese Unterscheidung überhaupt und warum ist die klinisch relevant?"
  },
  {
    "start": 584.16,
    "end": 586.6,
    "text": "Also primär bedeutet, dass es immer so war."
  },
  {
    "start": 586.719,
    "end": 589.1,
    "text": "Also zumindest ist es nie einen längeren Zeitraum."
  },
  {
    "start": 589.14,
    "end": 604.14,
    "text": "Man definiert da eigentlich so ein Zeitraum von drei bis sechs Monaten, also die man trocken war, wobei wir eben sehen, dass die meisten primär endoretischen oder einlessenen Kinder wirklich noch nie außer mal sporadische Tage trocken waren."
  },
  {
    "start": 604.719,
    "end": 609.52,
    "text": "Das passt auch dazu, dass einfach diese Entwicklungsverzögerung eingesetzt hat."
  },
  {
    "start": 610.1,
    "end": 623.14,
    "text": "Das sekundäre Einlessen oder die sekundäre Inkontinenten sind die Kinder, die tatsächlich schon mal eine längere Phase trocken waren, meistens eben drei oder sogar sechs Monate und die dann wieder neu einessen."
  },
  {
    "start": 623.26,
    "end": 654.1,
    "text": "Das kann tatsächlich sein, oder auch bei diesen Kindern beobachtet man tatsächlich mehr psychische oder externe Ursachen für das wieder neu einessen, was man ja früher ganz oft als Ursache des Bettnessens irgendwelche weiß ich nicht, wurde es Geschwister, Kindes, Tod der Oma und vielmals hat man solche einschneidenden Erlebnisse, was ein Kind so im Alter von drei oder vier Jahren vielleicht hatte, als Einlässende oder als Ursache des Einlässens gesehen."
  },
  {
    "start": 654.52,
    "end": 661.939,
    "text": "Heute weiß man, dass das eben bei den primären Enorentikern in der Regel nicht der Fall ist, aber bei den Sekundären sieht man das häufiger."
  },
  {
    "start": 662.56,
    "end": 678.4,
    "text": "Das kann aber auch tatsächlich sein, dass es durch Wachstumsschübe, wo sozusagen dann die Entwicklung der Blase nicht Schritt hält mit anderen Wachstumserlebnissen oder Ereignissen, dass es dann auch nach einer längeren Zeit wieder zu einem Einlessen kommt."
  },
  {
    "start": 678.579,
    "end": 692.319,
    "text": "oder durch einfaches Umstellen vorher bis zum Alter von drei, vier haben vielleicht die Eltern viel mehr danach geguckt, haben die Kinder regelmäßig auf Toilette geschickt und dann werden die Kinder selbstständiger und auf einmal machen sie das nicht mehr."
  },
  {
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    "end": 695.76,
    "text": "Da muss man schon auch gucken, warum ein Kind wieder neu einnässt."
  },
  {
    "start": 695.8,
    "end": 699.959,
    "text": "Also man kann das nicht immer nur auf ein psychisches Trauma schieben."
  },
  {
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    "end": 703.78,
    "text": "Das klingt jetzt so, es hätten die Eltern da schon sehr viel mit Verantwortung."
  },
  {
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    "text": "Ja, das ist richtig."
  },
  {
    "start": 705.98,
    "end": 720.959,
    "text": "Also das Beobachten, das eben schon auch... bisschen mitlenken ist tatsächlich wichtig und so wichtig es ist auch ist, dass die Kinder selbstständig werden, aber man kann ein Kind da nicht alleine lassen."
  },
  {
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    "end": 727.18,
    "text": "Das sehen wir leider auch immer wieder mal, dass die Eltern sagen, ja mein Kind, ich kriege das gar nicht mehr mit."
  },
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    "text": "Also wenn man diese Problematik bei seinem Kind feststellt, ist es schon sehr wichtig, dass man das Kind begleitet."
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    "start": 735.18,
    "end": 742.98,
    "text": "Also das ist tatsächlich so, dass die Kinder da nicht alleine mitfertig werden können."
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    "end": 746.88,
    "text": "Aber trotzdem ist es wichtig, dem Kind auch eine Eigenverantwortung zu geben."
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    "end": 747.939,
    "text": "Das ist schon wichtig."
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  {
    "start": 748.02,
    "end": 758.02,
    "text": "Also auch in der Therapie, da kommen wir wahrscheinlich später noch dazu, ist es schon so, dass jetzt nicht die Eltern das nur alles machen müssen, sondern die Kinder sind mitbefordert, weil sonst wird es nichts."
  },
  {
    "start": 759.06,
    "end": 767.079,
    "text": "Ja, nachdem wir jetzt so die Grundlagen geklärt haben, stellt sich ja dann auch die Frage, wie man herausfindet, warum ein Kind überhaupt betroffen ist davon."
  },
  {
    "start": 767.66,
    "end": 773.219,
    "text": "Die Ursachen können ja ziemlich vielfältig sein, von Funktionellenstörungen bis hin zu organischen Problemen."
  },
  {
    "start": 773.26,
    "end": 774.66,
    "text": "Das hat mir ja schon angesprochen."
  },
  {
    "start": 775.48,
    "end": 784.079,
    "text": "Wenn Sie jetzt in der Diagnostik sind, welche Schritte umfasst dann die Basisdiagnostik bei Ihnen und wie gehen Sie in der Praxis da konkret vor?"
  },
  {
    "start": 784.76,
    "end": 808.5,
    "text": "Also tatsächlich schicken wir unseren Kindern und Eltern schon, bevor die zum ersten Mal zu uns kommen, so ein Pipiprotokoll, weil das ist tatsächlich eines der wichtigsten diagnostischen Tools, die wir haben, wo die Kinder und Eltern aufschreiben sollen, wie häufig am Tag die Kinder Wasser lassen, die Menge messen, wie viel das am Tag ist."
  },
  {
    "start": 808.88,
    "end": 832.319,
    "text": "Darüber können wir dann auch schon ein bisschen sehen, ist das sehr weit weg von... der eigentlich schon für das Alter erforderlichen Blasenkapazität, wo die Kinder aufschreiben sollen und die Eltern, wie viel die Kinder trinken, auch die Uhrzeiten, wann die Kinder, wie viel trinken, ob ein Drang da ist, ob am Tag mal ein paar Tröpfchen Pipi daneben gehen."
  },
  {
    "start": 832.9,
    "end": 838.9,
    "text": "Ob die Windelnass ist, ideal wäre es, wenn die Eltern auch das Windelgewicht ermitteln."
  },
  {
    "start": 839.02,
    "end": 844.98,
    "text": "Das heißt also quasi überwiegend der Windeln einmal trocken und einmal nass."
  },
  {
    "start": 845.12,
    "end": 846.76,
    "text": "Und dann ziehen sie eben das Trockengewicht ab."
  },
  {
    "start": 846.86,
    "end": 849.6,
    "text": "Dann kann man die nächtliche Diurese."
  },
  {
    "start": 850.26,
    "end": 866.26,
    "text": "ermitteln, vor allem wenn man dann noch den Morgenurin dazu nimmt, dann ist diese Summe von dem Gewicht der Windel und dem, was als erster Urin am Tag erklärt wurde, das, was ein Kind in der Nacht... oder einen Urin produziert hat und dann ausgeschieden hat."
  },
  {
    "start": 866.699,
    "end": 872.86,
    "text": "Da kann man dann Hinweise bekommen, ob eben so eine Hormonstörung von diesem antidiorätischen Hormon vorliegt."
  },
  {
    "start": 873.3,
    "end": 877.74,
    "text": "Also dieses Pipi-Protokoll, wie wir dazu sagen, ist extrem wichtig."
  },
  {
    "start": 877.839,
    "end": 881.98,
    "text": "Das sollen die Kinder zwei Tage schreiben."
  },
  {
    "start": 882.68,
    "end": 894.48,
    "text": "Am besten... dann, wenn auch Zeit ist, also viele machen es dann am Wochenende, wenn man es natürlich zweimal am Wochenende, zwei Tage und zweimal unter der Woche wäre es ideal, aber zwei geführte Tage sind schon super."
  },
  {
    "start": 895.18,
    "end": 911.319,
    "text": "Und dann wird immer noch ein sogenanntes vierzehn-Tage-Protokoll geschrieben, da muss man dann quasi nur eine Strichliste machen, wie oft am Tag die Kinder auch auf Toilette gehen zum Pipi machen, wie oft am Tag irgendwo eine Tröpfchen Pipi oder auch mehr eingenässt ist."
  },
  {
    "start": 912.079,
    "end": 922.839,
    "text": "wie oft in der Nacht ein Kind einlässt oder ob es eben eine Windel trägt, die dann nass ist oder wie oft ein Kind vielleicht auch in der Nacht sogar aufsteht, um Wasser zu lassen."
  },
  {
    "start": 923.0,
    "end": 948.0,
    "text": "und dann wird auch immer noch der Stuhlgang mit beurteilt, wie oft ein Kind auf Toilette geht und ob es auch zur Stuhl schmieren oder einkoten kommt, weil da ist tatsächlich so oft, dass wir durch unsere Protokolle die Eltern sensibilisieren, da überhaupt auch mal drauf zu achten, weil alle sagen, ja ab und zu ist das bisschen verschmiert, weil mein Kind den Popo nicht so gut abgeputzt hat."
  },
  {
    "start": 948.199,
    "end": 962.78,
    "text": "Das mag zwar sein, aber ganz oft ist es auch in Rausschmieren, weil bei einer chronischen Verstopfung auch weicherer Stuhl neben dem harten Stuhl, der vielleicht irgendwo im Enternbereich sitzt, vorbei geht."
  },
  {
    "start": 962.86,
    "end": 965.6,
    "text": "Also das schicken uns die Eltern tatsächlich zu."
  },
  {
    "start": 966.24,
    "end": 983.819,
    "text": "Dann haben wir schon einen extrem wichtigen Teil der Diagnostik vorliegen und wenn die Eltern und dann noch zusätzlich so ein tatsächlich Frage-Katalog, wo dann auch abgefragt wird, wann das Kind trocken wurde vielleicht am Tag und wenn es nur noch, ob es nur noch nachts einnässt."
  },
  {
    "start": 984.56,
    "end": 992.54,
    "text": "Ob auch in der Verwandtschaft bei den Eltern solche Eines Probleme aufgetreten sind, weil tatsächlich gibt es da eine familiäre Veranlagung."
  },
  {
    "start": 993.1,
    "end": 1001.219,
    "text": "Ob Hanwigs Infekte in der Vergangenheit da waren, ob irgendeine Voroperation bei dem Kind da war, wie das Stuhlverhalten ist."
  },
  {
    "start": 1001.819,
    "end": 1009.3,
    "text": "Das Kind überhaupt das stört, dass es ein ist oder ob es dem völlig egal ist, ob Verhaltensauffälligkeiten sind."
  },
  {
    "start": 1009.36,
    "end": 1014.24,
    "text": "Also da wird so ein ganzer Fragenkatalog von wichtigen Aussagen auch abgefragt."
  },
  {
    "start": 1014.28,
    "end": 1016.62,
    "text": "Das kommt, wie gesagt, alles schon vorher zu uns."
  },
  {
    "start": 1016.68,
    "end": 1022.48,
    "text": "Und wenn die Kinder dann kommen, müssen wir natürlich doch noch viel mit den Eltern und den Kindern sprechen."
  },
  {
    "start": 1022.56,
    "end": 1028.38,
    "text": "Natürlich sich auch so ein Bild machen, wie ist so die Interaktion zwischen Kindern und Eltern?"
  },
  {
    "start": 1028.48,
    "end": 1030.96,
    "text": "Sind die Kinder völlig genervt, weil sie kommen müssen?"
  },
  {
    "start": 1031.06,
    "end": 1035.02,
    "text": "sie die Eltern völlig genervt, weil das Kind das einiges Problem hat."
  },
  {
    "start": 1035.1,
    "end": 1037.02,
    "text": "Also da, das ist auch wichtig."
  },
  {
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    "end": 1040.96,
    "text": "und dann müssen wir natürlich das Kind untersuchen."
  },
  {
    "start": 1041.06,
    "end": 1055.88,
    "text": "und da gibt es dann auch durchaus bei älteren Kindern, die schon viele Abklärungen hatten, immer mal Hinweise, dass doch bei einem Jungen eine komplette Femose mit vorhanden ist, also das heißt, dass die Vorhaut total verengt ist."
  },
  {
    "start": 1055.96,
    "end": 1066.44,
    "text": "Oder bei Mädchen, die Schamlippen ganz verklebt sind und Mädchen, was zum Beispiel ständig tröpfend einnässt, gar nicht Pipi machen kann, weil das gar nicht rauskommt."
  },
  {
    "start": 1066.48,
    "end": 1071.28,
    "text": "Die pinkelt sich sozusagen in ihre Scheide, hat einen sogenannten vaginalen Influx."
  },
  {
    "start": 1071.46,
    "end": 1075.0,
    "text": "Das ist auch eine Ursache einer Incontinenz am Tag."
  },
  {
    "start": 1075.66,
    "end": 1080.36,
    "text": "Und dann das natürlich ganz anders zu behandeln als ein Kind, was eine zu kleine Blase hat."
  },
  {
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    "end": 1094.46,
    "text": "Und also das muss man genau gucken oder auch den Rücken angucken, weil gibt ja diese Spina Bifida, weil es jede Schwangere, da muss man ja Fulsore nehmen, damit man eben möglichst keine Neuralrohrschäden bekommt."
  },
  {
    "start": 1094.52,
    "end": 1102.88,
    "text": "Aber da gibt es ganz milde Formen, die gar nicht auffallen, nur vielleicht durch so eine ganz winzig kleine Veränderung der Analfalte."
  },
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    "start": 1103.62,
    "end": 1107.34,
    "text": "die auch sonst keine Symptome haben, außer dass die Kinder nicht trocken werden."
  },
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    "end": 1109.46,
    "text": "Also das sind ganz wichtige Dinge."
  },
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    "text": "Und dann muss man natürlich auch, also wir machen immer auch noch einen Ultraschall, um zu schauen, wird die Blase leer, ist die Blasenwand zu dick, ist... Der Darm erweitert ist da wahnsinnig viel Stuhl oder viel Luft drin."
  },
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    "end": 1124.98,
    "text": "Also das ist ganz wichtig."
  },
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    "text": "Wir gucken natürlich auch noch nach der Niere."
  },
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    "end": 1132.98,
    "text": "Und wir lassen auch immer noch so eine Haarenstrahl untersuchen, machen einfach zu gucken, läuft es gut."
  },
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    "text": "Ist das so, dass die Kinder gar nicht richtig Pipi machen können und ist das nur so abgehackt."
  },
  {
    "start": 1137.26,
    "end": 1148.04,
    "text": "Also wir haben... schon so einen Portboury an Puzzlesteinen und es gibt ja so eine Konsensusgruppe, Enoresis, kindliche Inkontinenz aus Bremen."
  },
  {
    "start": 1148.1,
    "end": 1157.56,
    "text": "Da ist ja die Schule der Urotherapeuten, die dann eben auch sehr viele... Tipps zur Behandlung gibt und die haben ein Inspektor Uri kreiert."
  },
  {
    "start": 1157.72,
    "end": 1170.12,
    "text": "Das heißt, wir müssen tatsächlich wie so ein kleiner Sherlock Holmes da detektivisch tätig sein, um alles herauszufinden, was dazu geführt hat, dass das Kind einnässt."
  },
  {
    "start": 1170.18,
    "end": 1172.12,
    "text": "Also das ist wirklich ein sehr guter Vergleich."
  },
  {
    "start": 1172.58,
    "end": 1175.68,
    "text": "Jetzt haben wir schon ein bisschen zu die Komorbiditäten angesprochen."
  },
  {
    "start": 1176.46,
    "end": 1178.62,
    "text": "Vor allen Dingen so Stuhl in Kontinent jetzt."
  },
  {
    "start": 1179.42,
    "end": 1184.0,
    "text": "Was ich aber auch ein paar Mal gelesen habe, war auch ADHS oder Entwicklungsstörungen."
  },
  {
    "start": 1184.6,
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    "text": "Welche Rolle spielen die da?"
  },
  {
    "start": 1186.04,
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    "text": "oder was gibt es vielleicht noch für weitere Komorbiditäten, die relativ häufig sind?"
  },
  {
    "start": 1190.34,
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    "text": "Also das häufigste ist tatsächlich... diese Verstopfung, die chronische Verstopfung."
  },
  {
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    "text": "Also das ist eine der häufigsten."
  },
  {
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    "end": 1201.7,
    "text": "Die führt dann auch sehr häufig zu chronischen Hahnwächsinfekten."
  },
  {
    "start": 1201.8,
    "end": 1207.82,
    "text": "Also das sind meistens dann oder sehr häufig Mädchen, die immer wieder so ein übel riechenden Urin haben."
  },
  {
    "start": 1207.9,
    "end": 1209.58,
    "text": "Also das sind die beiden häufigsten."
  },
  {
    "start": 1210.12,
    "end": 1219.5,
    "text": "ADHS ist auch... Richtig, weil da ist eben tatsächlich oft auch die Blase überaktiv, überaktives Kind, überaktive Blase."
  },
  {
    "start": 1219.66,
    "end": 1220.92,
    "text": "Das passt dann dazu."
  },
  {
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    "end": 1226.56,
    "text": "Auch bei Mädchen gibt es ja so eine Giegelinkontinenz, also so ein Einessen beim Lachen."
  },
  {
    "start": 1226.94,
    "end": 1233.66,
    "text": "Dann Kinder mit einem oppositionellen Verhalten, die also erst mal alles nicht machen wollen."
  },
  {
    "start": 1233.74,
    "end": 1239.18,
    "text": "Das sind tatsächlich die Kinder, die auch oft sich verweigern, auf die Toilette zu gehen."
  },
  {
    "start": 1240.04,
    "end": 1242.22,
    "text": "Das ist meistens sogar für Stuhlgang."
  },
  {
    "start": 1242.52,
    "end": 1248.64,
    "text": "Pipi machen viele noch auf der Toilette, aber zum Stuhlgang weigern sie sich."
  },
  {
    "start": 1249.56,
    "end": 1263.54,
    "text": "Also die ADHS und Verhaltensauffälligkeiten, Entwicklungsstörungen sind natürlich viel schlechter zu behandeln, als jetzt so eine Komabilität der Obstipation auszuschließen oder auszumerzen."
  },
  {
    "start": 1263.58,
    "end": 1268.54,
    "text": "Da haben wir gute Möglichkeiten dann mit... Stuhl regulierenden Maßnahmen einzugreifen."
  },
  {
    "start": 1269.0,
    "end": 1287.52,
    "text": "Das andere ist tatsächlich so, dass wir dann eben schon in kinderpsychiatrische Tageskliniken oder zu kinderpsychiatrischen Kollegen die Kinder schicken, die dann eben mit langenfristigen oder langwierigen Therapien dann oft erst behandelt werden müssen."
  },
  {
    "start": 1287.8,
    "end": 1296.74,
    "text": "Und letztendlich, wenn sich dann sozusagen der eine die eine Ursache eben beheben lässt, dann wird auch das Einlessen in der Regel gut."
  },
  {
    "start": 1297.42,
    "end": 1301.04,
    "text": "Wenn die Diagnose dann feststeht, wie geht es denn dann weiter?"
  },
  {
    "start": 1301.58,
    "end": 1314.74,
    "text": "Also es ist natürlich so, dass wir auch den Eltern und den Kindern viel erklären und das ist auch ein Teil... der ersten Therapie, nämlich der sogenannten Urotherapie."
  },
  {
    "start": 1314.9,
    "end": 1328.5,
    "text": "Das ist im Prinzip ein Begriff von allem, was nicht medikamentös, nicht operativ ist, was so ein bisschen ja auch mit verhaltenstherapeutischen Maßnahmen zu tun hat, mit Information."
  },
  {
    "start": 1328.86,
    "end": 1334.54,
    "text": "Oft ist es ja so, wenn man weiß, was etwas auslöst, kann man das viel besser weglassen."
  },
  {
    "start": 1334.62,
    "end": 1339.76,
    "text": "Also zum Beispiel erklären wir, warum der Schulgang so eine entscheidende Rolle spielt."
  },
  {
    "start": 1339.88,
    "end": 1344.08,
    "text": "Warum das Trinken am Tag so eine entscheidende Rolle spielt."
  },
  {
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    "end": 1352.7,
    "text": "Und nicht, dass viele Mütter heute war, auch wieder eine Mutter da, die sagt, ja, aber mein Kind kommt immer mit der vollen Trinkflasche aus der Schule."
  },
  {
    "start": 1352.96,
    "end": 1354.34,
    "text": "Und das muss ja trinken."
  },
  {
    "start": 1354.44,
    "end": 1358.56,
    "text": "Deswegen trinkt das Kind halt dann abends zwischen achtzehn und zwanzig Uhr."
  },
  {
    "start": 1359.44,
    "end": 1364.56,
    "text": "das aber, wenn das Kind am Tag nichts trinkt, die Blase auch am Tag gar nichts zu tun hat."
  },
  {
    "start": 1364.62,
    "end": 1376.02,
    "text": "Das heißt, die wird auch gar nicht gefordert, die wird gar nicht größer, die kann sich gar nicht altersentsprechend oder muss sich gar nicht altersentsprechend vergrößern, weil die am Tag nichts angeboten bekommt."
  },
  {
    "start": 1376.46,
    "end": 1384.26,
    "text": "Wenn man das, sag mal, verständlich für Eltern und Kinder erklärt, verstehen die auf einmal, warum es so wichtig ist."
  },
  {
    "start": 1384.3,
    "end": 1393.9,
    "text": "Und dann gibt es eben diese sieben Becherregel, dass wir sagen, die Kinder müssen sieben Mal am Tag einen Becher trinken und etwa zwei Stunden vor dem Schlafen damit aufhören."
  },
  {
    "start": 1394.46,
    "end": 1399.62,
    "text": "Und wie viel sie trinken, liegt so ein bisschen daran, wie alt sie sind, sodass sie auf ihre Menge kommen."
  },
  {
    "start": 1399.7,
    "end": 1408.46,
    "text": "Und das ist ganz klar ist, wenn Kinder um achtzehn bis neunzehn Uhr Sport hat Fußballtraining, dass es dann auch mal am zwanzig Uhr noch mehr trinken muss."
  },
  {
    "start": 1408.54,
    "end": 1410.88,
    "text": "Das ist ja klar, das sind alles so Anhaltspunkte."
  },
  {
    "start": 1410.96,
    "end": 1413.0,
    "text": "Das ist nichts in Stein gemeißeltes."
  },
  {
    "start": 1413.08,
    "end": 1419.0,
    "text": "Aber ganz wichtig ist, dass man versteht, warum eben auch so ein regelmäßiges Trinken wichtig ist."
  },
  {
    "start": 1419.52,
    "end": 1426.8,
    "text": "Und dann sollen die Kinder eben auch regelmäßig Pipi machen gehen, dass sie einfach auch verstehen, das trinken und das Pipi gehört irgendwie zusammen."
  },
  {
    "start": 1427.36,
    "end": 1430.86,
    "text": "Den Eltern fällt dann oft auf, dass sie sagen, oh ja, jetzt läuft die Windel nicht mal über."
  },
  {
    "start": 1431.1,
    "end": 1433.6,
    "text": "Die nässen zwar noch ein, aber das ist jetzt nicht mehr so."
  },
  {
    "start": 1434.0,
    "end": 1437.64,
    "text": "viel und ich muss nicht das ganze Bett gleich neu beziehen."
  },
  {
    "start": 1438.04,
    "end": 1454.94,
    "text": "Also diese Urotherapie, wo wir eben viel Informationen machen, wo wir so Verhaltensmaßnahmen machen, wo wir den Kindern auch solche Erfolgskalender geben, wo sie trockene Nächte oder auch trockene Tage mit Bildchen dann bekleben dürfen."
  },
  {
    "start": 1455.52,
    "end": 1469.04,
    "text": "Diese Motivation, die wir den Kindern geben und auch die Rückmeldung, wenn es gut gelaufen ist, das ist eine ganz wichtige Sache und das ist tatsächlich Grundlage jeglicher Therapie bei allen Formen des Einnäßens."
  },
  {
    "start": 1469.68,
    "end": 1478.92,
    "text": "Und dann ist das, was noch weitergemacht wird, hängt davon ab, ist es jetzt ein Einnässen in der Nacht, ist es ein Einnässen am Tag."
  },
  {
    "start": 1479.52,
    "end": 1501.34,
    "text": "In eines am Tag, da haben wir jetzt noch gar nicht drüber geredet, eher weil die Blase wirklich zu klein ist und überaktiv oder weil die Kinder einfach nicht auf Toilette gehen, sondern das haben wir auch ganz viel, die dann sagen, ja, aber wenn ich dann spiele oder wenn ich mal an meinem Laptop sitzen darf oder das Laptop der Mama benutzen darf, da will ich auch, wenn ich Kippi machen muss, nicht Kippi machen."
  },
  {
    "start": 1501.78,
    "end": 1512.04,
    "text": "Wenn die Kinder dann quasi immer einhalten, nicht regelmäßig zur Toilette gehen oder... falsch zur Toilette gehen, das heißt nur ganz schnell und dann wieder weggehen."
  },
  {
    "start": 1512.1,
    "end": 1518.38,
    "text": "Also das richtet sich dann tatsächlich danach, was eben sonst noch an Ursache zu finden ist."
  },
  {
    "start": 1518.44,
    "end": 1523.0,
    "text": "Und das kann man dann noch mal spezifisch zusätzlich zu dieser Urtherapie behandeln."
  },
  {
    "start": 1523.62,
    "end": 1529.04,
    "text": "Sie hatten gerade schon die kindgerechte Aufklärung angesprochen, wo man vielleicht auch so mit Bildern arbeiten kann."
  },
  {
    "start": 1529.66,
    "end": 1533.14,
    "text": "Ich stell es mir aber schon recht schwer vor, vor allem bei so kleinen Kindern."
  },
  {
    "start": 1533.74,
    "end": 1537.72,
    "text": "das Ganze zu erklären und auch beizubringen, warum das Thema so wichtig ist."
  },
  {
    "start": 1538.66,
    "end": 1543.24,
    "text": "Das ist richtig, aber auch gerade die Kinder, die Stuhlgangsprobleme haben."
  },
  {
    "start": 1543.32,
    "end": 1559.4,
    "text": "Da gibt es hervorragende Bücher, die Kaka-Wurstfabrik und weiß ich nicht, was es da alles für Bücher gibt, wie das funktioniert und warum es eben... irgendwann zum Rauslaufen von Stuhlgang kommt, wenn eben der Stuhlgang nicht regelmäßig entleert wird."
  },
  {
    "start": 1559.5,
    "end": 1563.16,
    "text": "Und da kann man schon auch solche Bücher wirklich zur Rate ziehen."
  },
  {
    "start": 1563.8,
    "end": 1580.24,
    "text": "Ich benutze tatsächlich auch gerne, dass ich selber den Kindern was aufmahle, dass ich denen das zeige, wie jetzt zum Beispiel die Blase größer wird und kleiner wird, wenn man Pipi macht und wie sie wachsen muss, um überhaupt was speichern zu können."
  },
  {
    "start": 1581.42,
    "end": 1590.48,
    "text": "Ja, ich glaube, das ist, wie Sie sagen, ganz wichtig, dass die Kinder und die Eltern abholen, dass sie das verstehen."
  },
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    "start": 1590.6,
    "end": 1590.7,
    "text": "Und"
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    "start": 1590.78,
    "end": 1592.3,
    "text": "man ganz schön kreativ werden."
  },
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    "end": 1594.1,
    "text": "Ja, klar."
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    "start": 1594.22,
    "end": 1599.62,
    "text": "Und da haben wir natürlich auch Kinder, die, wie Sie sagen, Zusatzmobilitäten haben."
  },
  {
    "start": 1599.66,
    "end": 1602.36,
    "text": "Wir haben natürlich Entwicklungsverzögerte Kinder."
  },
  {
    "start": 1602.42,
    "end": 1607.42,
    "text": "Wir haben Kinder mit einem zusätzlichen Down-Syndrom oder anderen Symdromen."
  },
  {
    "start": 1607.88,
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    "text": "Das sind natürlich schon viel."
  },
  {
    "start": 1610.26,
    "end": 1614.76,
    "text": "Anspruchsvollere ja auch Erklärungen nötig."
  },
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    "start": 1614.88,
    "end": 1627.6,
    "text": "oder da sind natürlich auch die Erfolgsraten oft schwieriger zu bekommen als bei anderen Kindern, wo es vielleicht wirklich nur eine Kleinigkeit ist, wo wir an irgendeiner Stelltraube drehen müssen und dann haben dies verstanden."
  },
  {
    "start": 1627.68,
    "end": 1634.28,
    "text": "Also das heißt, das kann man auch nicht für allgemein an viele Eltern fragen, dann auch ja, wie lang dauert es denn bis mein Kind trocken ist?"
  },
  {
    "start": 1635.02,
    "end": 1636.14,
    "text": "Das kann man nicht sagen."
  },
  {
    "start": 1636.22,
    "end": 1640.8,
    "text": "Sie nehmen die Tabletten oder das Kind nimmt die Tabletten zum Beispiel drei Monate und dann ist es gut."
  },
  {
    "start": 1641.34,
    "end": 1644.26,
    "text": "Dauert auch manchmal zwei oder drei Jahre, bis es gut ist."
  },
  {
    "start": 1644.42,
    "end": 1671.44,
    "text": "Und dann ist es vielleicht auch so, dass man mit einer Medikation quasi eine Zeit lang überbrückt, bis die natürliche Ausreifung dann sowieso gekommen wäre und vielleicht hat man es dann nicht komplett heilen können, aber man hat insgesamt das verbessert, zum Beispiel bei Kindern mit so einer überaktiven Blase, den man dann Medikamente gibt, die einfach die Blasenspeicherfähigkeit verbessern."
  },
  {
    "start": 1672.02,
    "end": 1674.04,
    "text": "Interessant, dass Sie die Medikamente ansprechen."
  },
  {
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    "end": 1679.98,
    "text": "Laut der Leitlinie können Kindern zwar Medikamente wie Desmopressin gegeben werden."
  },
  {
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    "end": 1688.38,
    "text": "Ich hatte aber beim Lesen der Literatur und der Forschung eher so den Eindruck, dass die Aussagen dazu mehr Verhalten waren."
  },
  {
    "start": 1688.94,
    "end": 1693.66,
    "text": "Also, dass eher versucht wird, die medikamentöse Behandlung möglichst lange hinaus zu zögern."
  },
  {
    "start": 1694.72,
    "end": 1696.66,
    "text": "Ja, ja, das stimmt."
  },
  {
    "start": 1696.78,
    "end": 1719.24,
    "text": "Einerseits sowohl seitens der Eltern muss man sagen, man gibt natürlich seinen Kindern nicht gerne Tabletten als auch seitens ja wahrscheinlich auch der Kolleginnen und Kollegen, weil man natürlich auch wiederum sagt, man will versuchen, soweit es geht, eben auf Medikamente zu verzichten."
  },
  {
    "start": 1720.12,
    "end": 1741.08,
    "text": "Deswegen ist ja diese Diagnostik so wichtig, also wenn wir jetzt zwischen den Kind haben, was dreimal am Tag einnässt und das hat eine Blasenkapazität in diesem Pipi-Protokoll von Achtzig Millilitern, ist aber schon acht Jahre alt müsste eigentlich wirklich schon zweieinundfünfzig Milliliter mindestens haben."
  },
  {
    "start": 1741.72,
    "end": 1744.08,
    "text": "Da macht alles andere gar keinen Sinn."
  },
  {
    "start": 1744.24,
    "end": 1764.28,
    "text": "Dann muss man mit einem Medikament anfangen, weil das wird alles nur frustrierend sein, wenn das Kind nur nach dem Trinken sich verhalten soll, wenn das Kind, wenn es nachts einlässt, so ein Alarmsystem, so eine Klingelhose kriegen soll, zum Beispiel die Würde fünfmal in der Nacht klingeln, weil einfach nicht genug in die Blase reingeht."
  },
  {
    "start": 1765.04,
    "end": 1772.44,
    "text": "und Das heißt, also insofern, ja, man versucht nur dann reinzugehen, wenn es nötig ist."
  },
  {
    "start": 1772.64,
    "end": 1784.12,
    "text": "Aber wenn eben alle Zeichen dafür sprechen, dass es Sinn macht, dann sollte man das sogar vor der Urtherapie manchmal anfangen, dass man erstmal sozusagen ein bisschen anbehandelt."
  },
  {
    "start": 1784.2,
    "end": 1785.7,
    "text": "Das machen wir teilweise auch."
  },
  {
    "start": 1786.12,
    "end": 1791.12,
    "text": "Dann sagen wir, ihr kriegt ihr Kind erst mal für drei Monate diese Medikamente."
  },
  {
    "start": 1791.78,
    "end": 1792.14,
    "text": "Und dann."
  },
  {
    "start": 1792.66,
    "end": 1801.44,
    "text": "Gucken wir mal, wenn dann tatsächlich mehr in die Blase reingeht, dann macht man noch ganz gezielte Urtherapie mit diesen festen Pippi-Zeiten."
  },
  {
    "start": 1802.38,
    "end": 1808.6,
    "text": "Und dann, wenn es funktioniert, kann man die Medikamente langsam ausschleichen, guckt dann nur noch die Urtherapie."
  },
  {
    "start": 1808.66,
    "end": 1812.24,
    "text": "Also das heißt, da ist schon so eine Individualisierung erforderlich."
  },
  {
    "start": 1812.94,
    "end": 1814.54,
    "text": "Noch ein Blick in die Zukunft."
  },
  {
    "start": 1814.58,
    "end": 1815.54,
    "text": "Wir wollen es mal wagen."
  },
  {
    "start": 1816.28,
    "end": 1820.24,
    "text": "Bis Ende Mai, twenty-sechsundzwanzig ist jetzt die Leitlinie noch gültig."
  },
  {
    "start": 1821.3,
    "end": 1824.34,
    "text": "Vermuten Sie, dass eine Änderung kommt in der Leitlinie?"
  },
  {
    "start": 1825.28,
    "end": 1851.56,
    "text": "Was ich denke, was ein bisschen mehr kommen wird, weil das sehen wir in den letzten Jahren eben, dass da noch mehr fokussiert wird, ist tatsächlich eben die Obstipation, dass eben diese Komorbidität der Stuhlproblematik ist zwar da auch schon ausführlich beschrieben, aber ich glaube, das wird noch mal ein bisschen puhentierter werden und wahrscheinlich auch noch mal so ein paar neuere Therapie ansetzen."
  },
  {
    "start": 1852.36,
    "end": 1862.98,
    "text": "Es gibt zum Beispiel etwas, was wir mittlerweile auch sehr gerne bei den einländischen Kindern einsetzen, ist so eine Form der Neuromodulation, wie wir sagen."
  },
  {
    "start": 1863.04,
    "end": 1872.74,
    "text": "Also das heißt, dass man mit elektrischem Strom bei den Kindern machen wir das in der Regel hinten im Kreuzbeinbereich, also da, wo die Nerven zur Blase rauskommen."
  },
  {
    "start": 1873.46,
    "end": 1888.28,
    "text": "So eine Art Tänzgerät, also so ein Elektro-Stimulationsgerät mit Oberflächen-Elektroden, das nennt sich dann S-Tänz, also sakrales Tänzgerät, wo die Nerven moduliert werden, also positiv beeinflusst werden."
  },
  {
    "start": 1888.36,
    "end": 1897.4,
    "text": "Das kann man sowohl bei Kindern mit eben so einer überaktiven Blase als auch bei den Bettnäsenden, also bei den einnäsenden Kindern machen."
  },
  {
    "start": 1898.26,
    "end": 1904.7,
    "text": "gerne so als Kombination mit auch zusätzlichen Tabletten oder natürlich auch dieser Urtherapie."
  },
  {
    "start": 1905.26,
    "end": 1911.32,
    "text": "Also ich glaube, das wird oder ist jetzt im Moment sehr spärlich beschrieben."
  },
  {
    "start": 1911.44,
    "end": 1919.0,
    "text": "Ich denke, das wird wahrscheinlich noch ein bisschen ausgeweitet und das wird sicherlich auch kommen."
  },
  {
    "start": 1919.54,
    "end": 1928.2,
    "text": "Es gibt ja in der auch in der Erwachsenenmedizin immer mehr solche Digas, also solche Gesundheits-Apps sag ich mal."
  },
  {
    "start": 1928.62,
    "end": 1933.54,
    "text": "Also ich denke, da wird noch mehr bei den Kindern auch eingesetzt werden."
  },
  {
    "start": 1934.44,
    "end": 1943.04,
    "text": "Bevor wir jetzt zum Ende kommen, haben Sie vielleicht noch etwas, das Ihnen wichtig ist oder Sie sagen, das sollten meine Kolleginnen und Kollegen wirklich noch mitnehmen."
  },
  {
    "start": 1943.56,
    "end": 1958.34,
    "text": "Ja, also vielleicht auch auf jeden Fall für die Eltern, also dass die tatsächlich auch wissen und das sage ich auch jedes Mal, wenn ich so ein Gespräch eröffne, dass es eben sehr häufig ist, dass Kinder einessen und dass die Kinder sich auch nicht genieren müssen."
  },
  {
    "start": 1958.4,
    "end": 1965.3,
    "text": "Die Eltern auch nicht, weil ich versuche natürlich auch mal mit den Kindern zu sprechen und viele sagen, ja, ich weiß nicht, warum ich jetzt heute da bin."
  },
  {
    "start": 1965.4,
    "end": 1968.04,
    "text": "Also die trauen sich tatsächlich, das nicht zu sagen."
  },
  {
    "start": 1968.76,
    "end": 1979.66,
    "text": "Und es ist definitiv so, dass diese eines Problematik die zweithäufigste Störung im Kindesalter nach Infekten der oberen Luftwege ist."
  },
  {
    "start": 1979.78,
    "end": 1986.2,
    "text": "Also das heißt, es ist wirklich ein relevantes Problem, was jetzt die Zahlen betrifft."
  },
  {
    "start": 1986.36,
    "end": 2018.74,
    "text": "Und eben wie gesagt, man spricht halt oft nicht drüber und es wird dann eben oft auch erst dann formuliert, wenn die Kinder in der Schule sind, wenn sie dann mal auswärts übernachten, wenn irgendwelche Übernachtungsfahrten geplant sind, dann wird ganz oft ja erst mal eine Aktivität gemacht und dass man eben auch wenn man dann zum Arzt geht wirklich alles aufrollt und nicht dann sagt, ja, auch der Tag, das spielt gar keine Rolle, aber wenn Kind halt da tatsächlich so hinweisert, dann muss das erstmal behandelt werden."
  },
  {
    "start": 2019.26,
    "end": 2024.66,
    "text": "Und das ist dann auch wirklich so, dass es eine ganz klare Präferenz gibt."
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  {
    "start": 2024.76,
    "end": 2036.78,
    "text": "Also erst müssen diese Komorbiditäten behandelt werden, dann muss die Tagsymptomatik behandelt werden und dann kann man erst die Nacht behandeln, wenn man sie dann noch muss, weil oft wird es dann in der Nacht auch von alleine gut."
  },
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    "end": 2055.719,
    "text": "Und ich glaube, das sollten auch noch vielleicht mehr Kollegen und Kolleginnen beherzigen, dass man tatsächlich wirklich auf diese Komorbiditäten und die Tagsymptome achtet und die dann erst behandelt und nicht gleich mit einer Klingelhose zum Beispiel anfängt, weil das ist dann immer frustrierend."
  },
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    "text": "Ja, sehr gut."
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    "text": "Damit werden wir tatsächlich schon am Ende unserer heutigen Folge angekommen."
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    "text": "Ich habe heute wirklich einiges über Handeln, Kontinenz und Enoreses bei Kindern landen dürfen."
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    "text": "Und ich hoffe Sie, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, haben auch viel mitgenommen."
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    "text": "Wenn Sie mehr zu diesem Thema erfahren möchten, finden Sie weiterführende Informationen in den aktuellen Leitlinien und Fachartikeln."
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    "text": "Die in"
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    "end": 2101.74,
    "text": "diesem Podcast vermittelten Inhalte unterliegen dem wissenschaftlichen Wandel des Faches und erheben nicht den Anspruch auf Vollständigkeit."
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    "text": "Sie ersetzen in keinem Fall eine persönliche ärztliche Beratung."
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