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    "text": "Das hängt aber mit der persönlichen Disposition des Fragenden zusammen."
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    "start": 4.66,
    "end": 22.24,
    "text": "Habe ich einen Fragenden vor mir, dem es Freude macht, Menschen aufzuschließen, Wissen ans Licht zu bringen, unter Umständen zu popularisieren, auf eine Menge zu übertragen, dann habe ich unter Umständen eine Person vor mir, für die das moderierenden Traumberuf sein kann."
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    "text": "Das sagte Journalist, Autor und Interviewer Roger Willemsson vor vielen Jahren einmal in einem Interview mit mir."
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    "text": "Roger Willemsson ist leider schon lange verstorben."
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    "text": "Seine klugen Gedanken bewegen aber nicht nur mich noch heute."
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    "text": "Das hier wird eine etwas andere Episode der Interview-Helden."
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    "text": "Die schwierigste Frage in dieser Episode heute ist die Frage zu beantworten, wer ist Roger Willemsen?"
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    "text": "Ich hoffe tatsächlich, dass du ihn kennst, das macht es nämlich viel einfacher für mich."
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    "text": "Versuche ich mich kurz an einer unzureichenden Beschreibung."
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    "text": "Roger Willemsen war also ein deutscher Polizist, ein intellektueller und ein Moderator, der durch seine brillante Sprache und enorme Bildung auffiel."
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    "text": "Er bewegte sich mühelos zwischen Literatur, Politik, Kunst und Gesellschaft und machte komplexe Themen einem breiten Publikum zugänglich."
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    "text": "Williamson war bekannt für seine Interviews, in denen er Menschen mit Respekt und echter Neugier begegnete, und zwar vom Weltstar bis zur unbekannten Persönlichkeit."
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    "text": "Neben seiner Arbeit im Fernsehen schrieb er zahlreiche Bücher, die Nachdenklichkeit, Haltung und Lebensklugheit vermittelten."
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    "text": "In diesem Augenblick höre ich das Publikum in den Saalströmen."
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    "text": "Ich mag die Veranstalter in der alten Feuerwache sehr."
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    "text": "Das ist einer der Orte, an denen ich immer wieder zurückkomme."
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    "text": "Hier bin ich Schirmherr des Literaturfestivals."
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    "text": "Die Bühne ist fast zu Hause."
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    "text": "Und gerade wenn ein Buch noch nicht so richtig fest geworden ist, dann improvisiert man an einem Abend mehr."
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    "text": "Man geht neue Wege und probiert Dinge aus."
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    "text": "Das mag ich eigentlich gerne."
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    "text": "Er galt als eine Stimme, die immer wieder Orientierung bot."
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    "text": "und zwar mit Empathie, mit Witz und Tiefgang das öffentliche Leben bereicherte."
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    "text": "Ich bin mir sicher sagen zu dürfen, er war einzigartig in seiner Zeit und stach in den neunzehnt neunziger Jahren in den Medien wirklich hervor."
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    "text": "Ich würde sogar sagen, er war so etwas wie ein Popstar unter den intellektuellen und medienschaffenden."
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    "text": "Aber das alles reicht nicht aus, um seine Bedeutung nur annähern zu beschreiben, aber es zeichnet vielleicht eine Idee von ihm."
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    "text": "Und ich möchte heute mit dir eine Zeitreise machen."
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    "text": "Wir reisen zu dem Tag, als ich mich mit Roger Williamson in seinem Hamburger Stadthaus traf."
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    "text": "Ich lebte damals in Köln, ich war am Anfang vierzig und arbeitete an meinem ersten Buch."
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    "text": "Das war ein Fachbuch über das Thema Moderieren, was zwei Jahre später auch im Handel erschienen ist."
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    "text": "Und für dieses Buch führte ich Interviews mit bekannten Moderatoren."
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    "text": "Ich weiß ja, wenn ich eine Fernsehsendung mache, weiß ich ja nie."
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    "text": "Dass die Leute auch bei mir immer wieder gesagt haben, ja, die weiß, was sie da sagt."
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    "text": "Es gilt die alte These, wenn du im Fahrstuhl fährst und da sind zehn Leute drin."
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    "text": "Ich schließe mit jedem jede Wetter ab, dass mindestens fünf dabei sind, die eine Geschichte haben, die es lohnt, im Fernsehen erzählt zu werden."
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    "text": "Es war also im Mai, zwanzig zwölf."
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    "text": "Anfang der Woche und ich war gerade eben mit dem Flieger in Hamburg gelandet."
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    "text": "Ich hatte nur Handgepäck und war trotzdem ganz schön beladen, denn ich schleppte meine komplette Videoausrüstung mit mir rum, inklusive Licht, Stativ und Mikros."
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    "text": "Ich habe mir dann vom Flughafen ein Taxi geschnappt."
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    "text": "in der ich mich sehr elegant fühlte und habe mich dann auf den Weg in das Stadthaus von Roger Willemsen gemacht."
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    "text": "Ich kam an der Alster vorbei, was mich als ehemaliger Hamburger natürlich immer sehr gefreut hat."
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    "text": "Wenn man in diesem Jahr, zwanzig zwölf Nachrichten gehört hat, dann ging es zum Beispiel um den Rücktritt des Bundespräsidenten Christian Wolf."
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    "text": "Bundespräsident Christian Wulf ist am Freitag von seinem Amt zurückgetreten."
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    "text": "Oder was die Menschen noch mehr bewegt hat, dass Thomas Gottscheidt mit Wetten das aufgehört hat und Markus Lanz übernehmen"
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    "text": "und sage... Bundeskanzlerin war Angela Merkel und Instagram wurde, zw."
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    "text": "zw."
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    "text": "von Facebook übernommen."
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    "text": "Ich kannte Roger Williamson bereits."
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    "text": "Wir hatten uns in den Jahren zuvor schon etwa dreimal zum Interview getroffen, als ich noch beim Fernsehsender gearbeitet habe."
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    "text": "Aber dieses Mal war es eben etwas anderes."
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    "text": "Ich habe nicht als Fernsehsender angefragt, ob ich ihn zum Interview treffen könnte, sondern nur als Privatperson, nur als Markus Tirok."
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    "text": "Ich konnte ja noch nicht einmal sagen, als Autor, denn ich hatte ja dieses Buch, was ich schreiben wollte, eben noch nicht geschrieben."
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    "text": "Sondern ich war ja erst dabei."
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    "text": "Also quasi a nobody und dann wollte ich mich auch noch bei ihm zu Hause treffen."
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    "text": "Die Chancen für eine Absage schien ziemlich groß."
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    "end": 370.02,
    "text": "Aber Roger Williamson hat zugesagt."
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    "text": "Nun stand ich also so gepackt wie ein Lasteniesel im Hamburger Nieselregen vor seinem Haus in einem doch recht eleganten Eisternamen Stadtteil."
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    "text": "Sie war ein bisschen runtergekommen."
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    "text": "Ich meine sogar, sie war rot gestrichen, ich bin mir nicht ganz sicher, so ein skandinavisches rot, dunkelrot."
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    "text": "Sie lag, wie ich gesagt habe, nicht weit von der Eizte entfernt und strahlte deshalb immer noch so eine gewisse hansiatische Eleganz aus, nur eben nicht mehr so strahlend weiß."
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    "text": "Bei mir Herzklopfen einhundert."
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    "text": "Es gab zwei Klingeln, einmal die Firmenklingel scheinbar für die untere Etage und dann oben Willemsinn."
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    "text": "Ich klingelte unten und keiner machte auf."
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    "text": "Im Herz klopfen noch stärker und ich war mir ziemlich sicher, dass er nicht selbst zur Tür kommen würde, sondern rechnete damit, dass seine Mitarbeiterin die Tür öffnete."
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    "text": "Dieses Bild hatte ich durch und durchgespielt in meinem Kopf, als ich noch im Taxi saß."
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    "text": "Aber ich lag falsch, wie so einige Male am heutigen Tag."
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    "text": "Ich hörte wie jemand eine Treppe runterpolterte, eine offensichtlich Holztreppe und dann ging auch schon die Tür auf."
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    "text": "Er war es selbst, roger Willemsinn."
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    "text": "Er trug einen Anzug, hemmt runter und lief auf Socken."
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    "text": "Dieses Bild hat sich so eingebrägt in meinem Kopf, denn später saß er eben genau so auf Socken auch von meiner Kamera im Interview."
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    "text": "Die Füße hat man eh nicht gesehen, aber es war schon ein bisschen bemerkenswert und lustig für mich."
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    "end": 480.7,
    "text": "Da stand ich nun recht unbedeutend, der kleine Markus Tirok mit dem super berühmten Intellektuellen Deutschland."
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    "text": "Roger Williamson in seiner Küche und er fragte mich, ob ich vielleicht einen Kaffee haben möchte."
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    "end": 493.2,
    "text": "Die Wohnung im Ganzen war offen gestaltet, die lag im ersten Stock und ging zum Esszimmer über."
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    "end": 500.1,
    "text": "Sie war offen geschnitten, es hingen großformatige bunte Bilder an der Wand, also alles gemalte Bilder."
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    "text": "Es gab ein großes Fenster zum Garten, der war sehr grün, aber recht wenig gepflegt."
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    "text": "Also eher so ein Wildgarten, aber es war ja auch noch früher."
  },
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    "text": "Wilmsen bot mir, wie gesagt, ein Kaffee an."
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    "text": "Den nahm ich gerne an und ich schaute ihm zu, wie er mit seiner Siebträgermaschine Kaffee brüllte."
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    "text": "Wieder kurze Innenschau in mir."
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    "text": "Passierte das jetzt wirklich?"
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    "end": 526.22,
    "text": "Einer meiner größten Vorbilder macht mir in seiner Küche gerade auf Socken ein Kaffee und ich gucke zu?"
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    "text": "Dann gab es einen schwarzen Kaffee und Smalltalk im Stehen und da ich nicht so viel Zeit von ihm in Anspruch nehmen wollte, lenkte ich unser Gespräch Richtung des Interviews."
  },
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    "text": "Und damit begann natürlich der stressige Teil für mich."
  },
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    "text": "Ich musste erstmal alles aufbauen, denn ich führte Videointerviews ganz alleine."
  },
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    "text": "Das war im Jahre zwanzig zwölf noch wirklich ungewöhnlich und die Technik war auch noch nicht so smart wie sie heute war."
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    "end": 554.72,
    "text": "Ich musste also erst mal einen guten Ort finden, der auch nicht zu privat war, aber trotzdem gutes Licht hatte."
  },
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    "text": "und dann fanden wir eben ein vom Tageslicht gut ausgeleuchteten Platz vor einem großformatigen Bild."
  },
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    "text": "Das machte wirklich was her und ich fing an, alles aufzubauen."
  },
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    "text": "Stativ, Licht zur Aufhellung, Spiegelreflexkammer ausrichten, Willemsen mit einem Ansteckmikroverkabeln, ich kriegte auch ein Mikro, ich saß aber."
  },
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    "text": "neben bzw."
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    "text": "hinter der Kamera und war nicht mit im Bild, aber man konnte mich hören."
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    "text": "Und fünfzehn Minuten später waren wir dann auch soweit und ich klitschnass geschwitzt."
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    "text": "Meine erste Frage ist Moderator eigentlich ein Beruf."
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    "text": "Willemsen setzte zur Antwort an, strauchelte aber auf einmal und brach wieder ab."
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    "end": 621.88,
    "text": "Und dann stiegen wir in ein Interview ein, das mich heute noch fasziniert."
  },
  {
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    "text": "Also er."
  },
  {
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    "end": 624.96,
    "text": "Roger Williamson fasziniert mich."
  },
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    "end": 637.62,
    "text": "Roger Williamson kannte natürlich meine Fragen nicht vorher, was für eine Frage, antwortete sehr spontan und immer geistreich, immer mit einem Twist und eine Überraschung, immer mit einer Geschichte, immer mit tiefer Erkenntnis und Klugheit."
  },
  {
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    "end": 641.4,
    "text": "Und genau das ist es, was ich an ihm so liebte."
  },
  {
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    "text": "Ich kannte wenige Menschen, die so geistreich waren und so wunderbar formulieren konnten."
  },
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    "text": "Unser Gespräch dauerte etwa forty-fünf Minuten, vielleicht eine Stunde."
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    "text": "Ein tiefes Interview zum Thema Moderation und Interviewen."
  },
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    "end": 663.58,
    "text": "Damals bezog ich mich noch sehr auf das Medium-Fernsehen natürlich, denn Podcast und andere Formate gab es zwanzig zwölf eigentlich noch nicht so richtig häufig."
  },
  {
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    "text": "Das waren noch keine Massenmedien, wie sie heute sind."
  },
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    "text": "Wir können seine Antworten aber vom Medium-Fernsehen lösen und auf Podcast, YouTube und Co."
  },
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    "text": "übertragen."
  },
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    "text": "Wir hören einfach mal einen kurzen Ausschnitt."
  },
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    "text": "Es geht um die Frage, wer eignet sich eigentlich für den Beruf des Fragenstellers?"
  },
  {
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    "text": "und wie kriegen die Personen vor der Mikro mit den Fragen eigentlich ihre Egos in den Griff?"
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    "text": "Oder vielleicht ist das ja gar nicht nötig?"
  },
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    "end": 690.44,
    "text": "ausgleichen zu können."
  },
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    "end": 723.14,
    "text": "Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Moderatoren, die nicht versuchen, Muluske zu sein, gestaltlos ihre Individualität abzugeben, die bei einer Ausschrift des Interviews nicht mehr erkennbar machen, wer sie sind, dass die für den Beruf weniger geeignet sind, sondern es ist sehr viel besser, man hat jemand gegenüber als befragter oder auch in einer Runde sitzen, von dem man weiß, da ist Persönlichkeit, da ist eine Form von Kenntnisreichtum, von Autorität unter Umständen sogar."
  },
  {
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    "end": 740.92,
    "text": "Was man mit Günther Jauch, glaube ich, selbst versucht hat in der Sendung, was man mit bestimmten Figuren des öffentlich-rechtlichen Fernsehts nicht grundsätzlich verbindet, wo man denkt, eine Sprach zu sprechen, eine Form von Lockerheit vorzutäuschen, reicht aus, um ein unersetzlicher Moderator zu sein."
  },
  {
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    "end": 743.16,
    "text": "Man ist dann Moderator, aber ein Ersetzlicher."
  },
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    "text": "Ab wann wird ein zu großes Ego bei Moderate zum Problem?"
  },
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    "text": "Oder ist es Voraussetzung?"
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    "text": "Nein, gut, dass Sie fragen."
  },
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    "end": 756.56,
    "text": "Das zu große Ego wird hinderlich."
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    "text": "Und zwar deshalb, weil am Ende alle Gäste durch das Nadelöhr dieses einen Moderators hindurch müssen."
  },
  {
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    "end": 767.46,
    "text": "Der darf aber kein Nadelöhr sein, er muss ein Medium sein."
  },
  {
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    "end": 769.98,
    "text": "Der muss das Medium sein, in dem sich jemand zeigt."
  },
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    "end": 778.26,
    "text": "Der muss der Katalysator sein, der bestimmte Gefühle größern kann oder der bestimmte Gedanken klarer machen kann."
  },
  {
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    "end": 783.4,
    "text": "Wir müssen immer noch unterscheiden zwischen den beiden grundsätzlichen Moderatoren, die es gibt."
  },
  {
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    "end": 786.98,
    "text": "Der eine ist der Interviewer, den wir auch Moderator nennen."
  },
  {
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    "end": 794.2,
    "text": "Der andere ist derjenige, der größere Runden zu behandeln hat und der unter Umständen vor dem großen Saal agiert."
  },
  {
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    "end": 796.92,
    "text": "Der eine ist der, der im Einzelgespräch ohne Publikum sitzt."
  },
  {
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    "end": 800.48,
    "text": "Der andere ist der, der eine lebendige Bildtapeter einbegreifen muss."
  },
  {
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    "end": 818.32,
    "text": "Das sind lauter unterschiedliche Eignungen und ich würde mich auch trauen zu sagen, es gibt im Fernsehen eine Reihe von Leuten, die im Einzelgespräch gut sein können, die aber das nicht mit derselben Qualität machen können in dem Augenblick, wo sie den Resonanzboden des Saalpublikums haben und plötzlich auf Effekt reden müssen."
  },
  {
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    "end": 823.02,
    "text": "Können Sie die vielen jungen Leute verstehen, die es vor die Kamera zieht?"
  },
  {
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    "end": 834.38,
    "text": "Es gibt einen Mehrwert bei der Spiegelung der eigenen Persönlichkeit in der Kamera, wo bei dem man so ungefähr sagt, sag du mir Kamera, wer ich bin."
  },
  {
    "start": 834.88,
    "end": 837.72,
    "text": "Das ist der Effekt, den man auch hat, wenn man zu der es der es geht."
  },
  {
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    "end": 839.88,
    "text": "Man sagt, ich weiß nicht, ob ich singen kann."
  },
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    "end": 842.72,
    "text": "Bohlen, runzel die Stirn, dann weiß ich, ich bin nichts."
  },
  {
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    "end": 848.6,
    "text": "Man hat irgendwie so eine Filialexistenz, von der man meint, ihre Schönheit entfalte sich."
  },
  {
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    "end": 849.82,
    "text": "Vor einer Kamera."
  },
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    "end": 851.16,
    "text": "Ich glaube daran nicht."
  },
  {
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    "end": 853.46,
    "text": "Ich glaube, dass man mit einer gewissen"
  },
  {
    "start": 853.62,
    "end": 853.92,
    "text": "Form"
  },
  {
    "start": 854.46,
    "end": 861.46,
    "text": "von Sicherheit vor einer Kamera zu treten hat, denn man muss sich zumindest für die Dauer, wo man da ist, sagen, ich bin richtig hier."
  },
  {
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    "end": 863.96,
    "text": "Und es gibt einen guten Grund, warum ich hier bin."
  },
  {
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    "end": 871.0,
    "text": "Deshalb habe ich, wenn ich Leute versuchte zu unterrichten, im Interview immer gesagt, macht eure Fragen belastbar."
  },
  {
    "start": 871.38,
    "end": 876.76,
    "text": "Macht sie so, dass jede Rückfrage sofort eine Antwort von euch finden wird."
  },
  {
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    "end": 880.36,
    "text": "Dass ihr nicht sagt, entschuldigt, ich ziehe die Frage zurück, habe ich mir nicht gut überlegt."
  },
  {
    "start": 880.66,
    "end": 883.48,
    "text": "Sondern zu sagen, ich erkläre Ihnen, was ich mit dieser Frage meine."
  },
  {
    "start": 883.9,
    "end": 886.84,
    "text": "Das ist ein bisschen blasiert, aber manchmal unausweichlich."
  },
  {
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    "end": 892.66,
    "text": "Es gab Leute wie Inge Meisel, deren Trick es war, auf jede Eröffnungsfrage zu antworten."
  },
  {
    "start": 892.74,
    "end": 894.22,
    "text": "Das ist eine dämliche Frage."
  },
  {
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    "end": 897.72,
    "text": "Dann lachte der Saal und glaubte Inge Meisel sei geistreich."
  },
  {
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    "end": 902.46,
    "text": "In Wirklichkeit war es ein Trick, der immer alle Sympathie auf ihre Seite zog."
  },
  {
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    "text": "Der Moderator muss wissen, Aber die unbeliebteste Figur ist erst mal."
  },
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    "text": "Er ist immer derjenige, den man nur zu sagen macht, also hören Sie mal, haben Sie sich das überlegt."
  },
  {
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    "text": "Und sofort ist der Saal auf der Seite dessen, der die Stirn runzelt."
  },
  {
    "start": 915.02,
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    "text": "Die wirkliche Leistung des Moderators wird ganz selten gewürdigt."
  },
  {
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    "text": "Weil wenn ein Gespräch gut ist, dann war der Gast gut."
  },
  {
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    "text": "Wenn es missraten war, war der Moderator grauenhaft."
  },
  {
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    "end": 932.8,
    "text": "Ich habe ganz selten erlebt, dass irgendwo in einem Zeitungstext gestanden hat, das war ein wirklich gut moderierter Abend oder ein gut moderiertes Gespräch."
  },
  {
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    "text": "Ich könnte ihm wirklich stundenlang zuzuhören."
  },
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    "text": "Er sagt so schlaue Dinge."
  },
  {
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    "text": "Auf seine besondere Art."
  },
  {
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    "end": 947.18,
    "text": "Am Ende sprach er dann den bekannten Skandal mit Helmut Markwort an, dem ehemaligen Chefredakteur von Fokus."
  },
  {
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    "end": 950.62,
    "text": "Ein riesiger Medienaufräger in den neunzehnt neunziger Jahren."
  },
  {
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    "text": "Alleine dieser Part des Interviews wurde auf YouTube fast einhunderttausendmal angehört."
  },
  {
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    "end": 961.9,
    "text": "Ich hatte dazu nämlich dann extra einen kurzen Clip gebaut, um damals auf mein Buch aufmerksam zu machen."
  },
  {
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    "text": "Am Ende ging das Interview natürlich viel zu schnell vorbei."
  },
  {
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    "end": 974.54,
    "text": "Ich erlebte ein Roger Willemsen, der sich so zugewandt und kollegial zeigte, dass er wirklich mein Herz mit seiner Abberührte."
  },
  {
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    "end": 980.16,
    "text": "Das wird der Grund sein, warum ich mich so gerne und intensiv an unser Treffen erinnern kann."
  },
  {
    "start": 981.26,
    "end": 994.8,
    "text": "Natürlich fanden seine Erkenntnisse und Antworten Einzug in mein Buch und sie inspirierten mich auch Seitdem und viele andere Kolleginnen und Kollegen, die selbst eine Haltung und Einstellung zum Thema Interview und Moderation suchen."
  },
  {
    "start": 996.08,
    "end": 1003.76,
    "text": "Nach dieser Begegnung ging es damals für mich weiter, und zwar nach Berlin zu Sandra Meisberger, die meine Interviewanfrage für mein Buch auch angenommen hatte."
  },
  {
    "start": 1003.98,
    "end": 1008.36,
    "text": "Auch sehr unkompliziert und im Übrigen auch befreundet mit Roger Willemsson war."
  },
  {
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    "end": 1010.18,
    "text": "Die beiden waren sogar mal ein paar."
  },
  {
    "start": 1010.22,
    "end": 1020.16,
    "text": "Vielleicht ist das auch tatsächlich der Grund, warum ich ebenso die Frage, Art von Sandra Maischberger so zu schätzen weißt und sie selber auch so gerne mag."
  },
  {
    "start": 1021.54,
    "end": 1045.079,
    "text": "Vier Jahre später, im Frühjahr, im Frühjahr, im Frühjahr, im Frühjahr, im Frühjahr, im Frühjahr, im Frühjahr, im Frühjahr, im Frühjahr, im Frühjahr, im Frühjahr, im Frühjahr, im Frühjahr, im Frühjahr, im Frühjahr, im Frühjahr, im Frühjahr, im Frühjahr, im Frühjahr, im Frühjahr, im Frühjahr, im Frühjahr, im Frühjahr, im Frühjahr, im Frühjahr, im Frühjahr, im Frühjahr, im Frühjahr, im Frühjahr, im Frühjahr, im Frühjahr, im Frühjahr, im Frühjahr, im Frühjahr, im Frühjahr, im Frühjahr, im Frühjahr, im Frühjahr, im Frühjahr, im Früh."
  },
  {
    "start": 1045.88,
    "end": 1051.32,
    "text": "Lösen wir uns mal wieder aus der Vergangenheit und kehren zurück, heute ist Mittwoch, der zehnte September."
  },
  {
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    "text": "Warum habe ich diese Geschichte ausgepackt, die schon so viele Jahre her heißt?"
  },
  {
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    "end": 1062.76,
    "text": "Warum hatte ich Lust und habe ich Lust, viele andere Interviewgeschichten zu erzählen?"
  },
  {
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    "text": "Weil Interviews für mich etwas so besonderes sind, weil sie echte Begegnungen sind, die Sichtweisen, die Haltungen und auch unsere Handlungen verändern können."
  },
  {
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    "end": 1080.08,
    "text": "Mir ist nämlich aufgefallen, dass ich in meinem Podcast-Interview-Helden ja sehr technisch und methodisch auf das Thema Interview schaue."
  },
  {
    "start": 1080.66,
    "end": 1088.16,
    "text": "Es geht dabei um Strategie für Reichweite, Expertentum und letztendlich auch Umsätze, neue Kundinnen, Marketing."
  },
  {
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    "end": 1092.56,
    "text": "Das können wir alles über Interviews und Podcast erreichen."
  },
  {
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    "end": 1098.08,
    "text": "Aber glaube ich mir, wäre das das einzige, ich würde nicht so für dieses Format brennen."
  },
  {
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    "end": 1101.42,
    "text": "Ein Interview ist einfach noch viel, viel mehr."
  },
  {
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    "end": 1103.82,
    "text": "Ein Interview ist wie ein Katalysator."
  },
  {
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    "end": 1105.36,
    "text": "wenn wir auf Menschen treffen."
  },
  {
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    "end": 1117.96,
    "text": "Unsere Gäste erklären sicher mit der Zusage zum Interview bereit, sich zu öffnen und Fragen zuzulassen, die wir in einer natürlichen Begegnung doch überhaupt gar nicht so schnell stellen würden."
  },
  {
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    "end": 1125.54,
    "text": "Wir überspringen im Interview quasi Wochen, Monate oder Jahre der Annäherung und wir dürfen Fragen stellen, die ins Innerste abzielen."
  },
  {
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    "end": 1128.6,
    "text": "Wir dürfen sogar in Frage stellen, was im Innersten ist."
  },
  {
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    "end": 1129.7,
    "text": "Uns kritisch nähern."
  },
  {
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    "end": 1133.1,
    "text": "Wir dürfen nachfragen, fast aufdringlich sein, Grenzen übertreten."
  },
  {
    "start": 1133.38,
    "end": 1134.6,
    "text": "oder ist zumindest versuchen."
  },
  {
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    "end": 1145.0,
    "text": "Und die antwortgebende Person, die begegnet uns offen und zugewandt, erklärt uns die Antworten, teilt Erlebnisse und Erfahrungen, zum Teil sogar Geheimnisse mit uns und ihrem Publikum."
  },
  {
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    "end": 1149.74,
    "text": "Ein Interview ist wie ein Zaubertrank."
  },
  {
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    "end": 1155.74,
    "text": "Er wirkt für den Zeitraum des Interviews vielleicht eine, eineinhalb Stunden und so vieles ist möglich in dieser Zeit."
  },
  {
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    "end": 1158.52,
    "text": "Und das sollten wir uns wirklich mal bewusst machen."
  },
  {
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    "end": 1167.7,
    "text": "Wie kann es eigentlich sein, dass ich mein Interviewgästen auf Augenhöhe begegnen kann?"
  },
  {
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    "end": 1169.78,
    "text": "Und was hat das zur Folge?"
  },
  {
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    "end": 1180.48,
    "text": "Ich habe in meinem Leben so viele Stars und super erfolgreiche Menschen getroffen und mir ist es gelungen, ihnen für die Zeit des Interviews wirklich auf Augenhöhe zu begegnen."
  },
  {
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    "end": 1183.38,
    "text": "Und eigentlich ist es ja gar nicht möglich."
  },
  {
    "start": 1183.88,
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    "text": "Wie soll das funktionieren bei einem Nobelpreisträger, von dessen Fachgebiet ich überhaupt keine Ahnung habe?"
  },
  {
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    "text": "Warum sollte sich Sir Peter Ustinov mit mir nur fünf Minuten seiner kostbaren Lebenszeit unterhalten?"
  },
  {
    "start": 1195.52,
    "end": 1200.06,
    "text": "Warum empfängt mich Roger Willemsson, Frau Kulutwig und Sandra Maischberger zum Interview?"
  },
  {
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    "end": 1205.98,
    "text": "Ich glaube, weil ich ihn von Beginn an auf Augenhöhe eben auch begegnet bin."
  },
  {
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    "end": 1209.22,
    "text": "Nicht in dem Gebiet, das sie beherrschen."
  },
  {
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    "end": 1213.0,
    "text": "Da backe ich in der Regel ganz kleine Brötchen oder vielleicht auch gar keine Brötchen."
  },
  {
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    "end": 1216.38,
    "text": "Aber in meinem Fach muss ich mich nicht verstecken."
  },
  {
    "start": 1216.84,
    "end": 1219.74,
    "text": "Als Interviewer, als Podcaste, als Autor, als Fragensteller."
  },
  {
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    "text": "Das ist die Ebene, auf der ich meine Gäste im Interview begegne."
  },
  {
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    "text": "Ich habe keine Ahnung von Psychologie oder Neurologie, aber ich weiß sehr wohl, wie genau ich die Fragen stellen muss, um ein Professor Volker Busch, Bestsellerauto, im Interview zu begegnen und ihn dazu zu bringen, dass er seine Erfahrung mit mir und den Zuhörenden teilt."
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  {
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    "text": "Und was geht's dabei?"
  },
  {
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    "text": "Geht's dabei eigentlich um mich oder sehen die Gäste durch mich hindurch auf die Reichweite?"
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    "text": "Ich glaube, es geht tatsächlich um mich."
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    "end": 1266.12,
    "text": "Zum einen habe ich gar nicht diese krasser Reichweite, da wäre es bestimmt schlauer, sich andere Podcast-Haus zu suchen und zum anderen bekomme ich ja trotzdem eine Zusage, wenn ich um ein Interview bitte."
  },
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    "end": 1269.28,
    "text": "Weil mein Gegenüber merkt, hier fragt jemand auf"
  },
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    "text": "der seinen Teil des Jobs gute Fragen zu stellen, wirklich beherrscht, dessen Fragen belastbar sind, um bei Willemsons Worte zu bleiben."
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    "text": "Und ein Interview auf Augenhöhe ist eine so wunderbare Begegnung, die mit allen Beteiligten etwas macht."
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    "text": "Wenn ich in so einem Interview bin, bin ich meinem Gast auf einmal ganz nah."
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    "text": "Fühle mich total verbunden, fast freundschaftlich."
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    "text": "Dennoch, es ist eine echte Begegnung, eine superintensive Zeit, ein wertvoller Austausch."
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    "text": "Was kann so ein Interview auch bei anderen bewirken?"
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    "text": "Neue Gedanken werden in die Welt getragen."
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    "text": "Unser Publikum lernt neue Menschen kennen."
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    "text": "Vielleicht wird uns im Interview etwas Wichtiges Neues beigebracht."
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    "text": "Vielleicht denken wir über unser Leben ganz anders nach und kommen zu Erkenntnissen."
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    "text": "Interviews können Leben verändern."
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    "text": "Interviews haben mein Leben ganz deutlich geprägt."
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    "text": "Und wenn du Lust hast, diese Erfahrung zu machen, wenn du dich zum Interviewer und zur Interviewerin entwickeln möchtest, wenn du dich auf Augenhöhe mit bedeutenden Menschen verabreden möchtest."
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    "text": "Die startet am achtzehnten September und morgen, Donnerstag, der elfte September, bis um dreiundzwanzig Uhr fünfundfünfzig, kannst du diese Masterclass noch buren."
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    "text": "Das war heute ja mal eine ganz andere Folge, würde ich sagen."
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    "text": "Und ich bin sehr gespannt, ob und wie sie dir gefallen hat."
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    "text": "Die E-Mail-Adresse ist marcos at trock-training.de."
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    "text": "Die steht auch in den Schoen uns dran."
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    "text": "Würde mich wirklich freuen, wenn du mir einen Kommentar hinterlässt oder wenn du mir deinen Feedback gibst, wie du diese ungewöhnliche Episode gefallen hat."
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    "text": "Und ansonsten sehen und hören wir uns wieder hier im Podcast oder ja vielleicht am achtzehnten September in meiner Masterclass."
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    "text": "Das würde mich sehr freuen."
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    "text": "Ich wünsche dir eine tolle Woche."
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    "text": "Gute Fragen,"
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    "text": "gute Antworten."
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    "text": "Interview-Held."
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