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    "text": "Sie mögen eigentlich ihr Arbeit, aber dass sie halt, so nach einem halben Jahr ohne Lohn, dass sie halt selber in einer für zweitenden Lage sind, dass er seine eigenen Kinder nicht mehr ernähren kann."
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    "text": "Also der hat mir erzählt, wenn eine Geburt anstand in der Geburtenabteilung, dass er da jeweils seine Papierarbeit liegen lässt und rüber rennt."
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    "text": "Er hat mir verschiedene Abteilungen gezeigt, unter anderem die Geburtenabteilung, eine Abteilung für mangelnehrte Kinder."
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    "text": "Er hat mir erzählt ... dass er Listen schickt in die Hauptstadt dann das Gesundheitsministerium, dass er eigentlich jede Woche eine Liste schickt mit Dingen, die er benötigen würde, also mit Medikamenten, vor allem er bräuchte zum Beispiel Benzin, weil die Ambulanz nicht fährt und auch für den Generator, den sie brauchen würden, um Strom zu erzeugen."
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    "text": "Also die Situation in Marban ist dramatisch, kann man, glaube ich, nicht anders sagen, dass es in kleinen Orten, in denen er um verschiedene Flüchtlingslage verteilt sind."
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    "text": "Sie haben ja auch gesagt, dass sechs Kinder in diesem Jahr gestorben sind auf der Station und dass man nicht weiß in den Flüchtlingslagen, wie viele Kinder da zum Beispiel gestorben sind."
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    "text": "Im März hatte Donald Trump ja verordnet, fast alle amerikanischen Zahlungen für Entwicklungshilfe und humanitäre Hilfe einzustellen."
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    "text": "Sag mal, warum hatte das denn weltweit so starke Konsequenzen?"
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    "text": "Das ist deswegen dramatisch, weil die USA bis dahin der mit Abstand größte Geldgeber für die internationale Hilfe waren."
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    "text": "Es leben ganz viele Menschen in Cams für intern Vertriebene, für Geflüchtete."
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    "text": "Der lebt da in einem dieser Camp zusammen mit seiner Familie und da, als ich ihn getroffen habe, hat er in seinem Gemüsegarten gearbeitet und hat mir erzählt, dass er seit acht Uhr morgens daran ist, den Garten zu bestellen."
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    "text": "Zu dem Zeitpunkt, als ich ihn getroffen habe, das war um die Mittagszeit herum, hatte er auch schon Rückenschmerzen, weil er nicht mehr der Jüngste ist."
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    "text": "Also in dem Moment, als ich mit Idris Osman gesprochen habe, da fand er so dreihundert Meter entfernt, fand die Essensverteilung statt des UNO Welten Nährungsprogramms, aber nur noch die Hälfte der... Bewohnen in Bewohnen des Camps haben Anspruch auf Essentrationen und die Essentrationen sind auch kleiner als sie, als sie mal waren."
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    "text": "Ja, es hat schon früher begonnen, aber dass jetzt nur noch die Hälfte der Bewohner des Camps Essen erhält, das ist neu."
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    "text": "Auch dass die Familie von Ostman das die nichts mehr kriegen, das ist neu."
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    "text": "Und dass sie jetzt quasi auf ihren Garten angewiesen sind, um sich nähern zu können."
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    "text": "Die Familie von Osman, das sind der vierzehn Leute mit Großkindern, Geschwistern."
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    "text": "Aber was er macht, ist eigentlich nicht unbedingt typisch, weil es gibt andere Leute, die sind ... Man ist schlicht verzweifelt, weil sie nicht wissen, wie, weil sie das nicht gelernt haben, anzupflanzen."
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    "text": "Es gibt Leute, die ernähren sich von Blättern, von Bäumen, versuchen so sich irgendwie zu ernähren."
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    "text": "Es gibt ganz viele Leute auch, die gehen zurück in den Sudan, also die verlassen das Camp, weil sie nichts mehr zu essen kriegen und gehen quasi zurück in den Krieg, weil sie so verzweifelt sind und sich da aber ihre Chancen ausrechnen."
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    "text": "Im Südsudan sind geschätzt acht Millionen Menschen akut von Hunger betroffen."
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    "text": "Die Infrastruktur bröckelt, bricht langsam zusammen und seit März wird alles immer noch schlimmer."
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    "text": "Es ist stark mit sich selber beschäftigt, dass der Präsident ist damit beschäftigt seine Macht zu sichern und da bleibt wenig Raum dafür, sich darum zu kümmern um"
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    "text": "Das war quasi das Geschäftsmodell der Regierung seit der Gründung des Landes."
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    "text": "Also die Regierung hat auch gesehen, dass das funktioniert, dass sie halt das Geld kriegen, also das Hilfsorganisationen, Schulen bezahlen, dass die eigentlich... alle Spitäter im Lande bezahlen, dass die Straßen bauen, dass die Wasserleitungen quasi die ganze Arbeit machen, die in anderen Ländern eine Regierung machen."
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    "text": "Gibt es dazu auch Zahlen?"
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    "text": "Kann man das irgendwie numerisch beschreiben?"
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    "text": "Ich meine, Bildung und Gesundheit sind für ein europäisches Land das zentrale Bereich des staatlichen Planungen, auch des Staatswesens, aber im Südsudan ist... der Regierung halt mehrheitlich egal, was man dann halt auch in den Budget-Posten sieht."
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    "text": "Sie rechtfertigen das eigentlich nicht, als die Elite hat, sich von Anfang an... Für selbstständig sind viele ehemalige Rebellen, die dann an die Macht und dann zu den Geldhöpfen gelangt sind und zum Teil die Regionsleute selben leben auch heuchisch im Ausland."
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    "text": "Also ich selbst lebe in Nairobi, in der Hauptstadt Kenias."
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    "end": 666.66,
    "text": "Das ist nicht so weit weg vom Süd-Sudan und da wo ich lebe, lebe ich sehr häufig in den Straßen große teure Autos mit der süd-sudanesischen Nummern schildern, die dann von Regierungsfamilien."
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    "text": "Und die, die trotzdem noch im Land bleiben, so auf, vielleicht auch in den Bezirken, wie äußert sich das da?"
  },
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    "text": "Also ich habe versucht in Maban, ich habe mich dafür interessiert, wie ist denn der Südsudanesie-Staat überhaupt präsent da vor Ort?"
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    "text": "Das sind das einfach nur die Hilfsorganisationen, die da alles machen."
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    "text": "Das ist der oberste Regierungsvertreter in diese Gigen."
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    "text": "Wir waren von Anfang an bereit."
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    "end": 785.12,
    "text": "Und es war auch eine... Bezeichnete Szene, weil die Straße, auf der wir standen, die wird nicht von der Regierung bezahlt, sondern die wird auch wieder von der UNO bezahlt."
  },
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    "start": 785.3,
    "end": 796.14,
    "text": "Und als ich mit ihm da unterwegs war, war so ein paar Meter entfernt, war auch so ein Planierfahrzeug unterwegs und hat die Straße nachgebessert."
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    "text": "Und darauf war auch ein großer Klebel mit dem Logo des UNHCL."
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    "end": 811.12,
    "text": "Also was der Kommission da ... sagt, was die Regierung auf die Reihe kriegt, es stimmt da nicht, weil man die staatlichen Aufgaben an die Hilfsorganisationen ausgelagert hat."
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    "text": "Und"
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    "text": "trotzdem hat er dir das so erzählt, nachdem du jetzt selber dort warst im Süd zu dann, was denkst du, wie kann sich die Lage in den nächsten paar Monaten, wie könnte sich das entwickeln?"
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    "end": 831.44,
    "text": "Also wie gesagt, die Lage ist dramatisch und sie wird sich auch... vermutlich nicht jetzt rasch verbessen, weil es sieht nicht danach aus, dass das amerikanische Geld zurückkommt."
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    "text": "Und es sind nicht nur die USA, die nicht mehr Geld geben wollen."
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    "text": "Es sind viele andere Länder, auch aus die Schweiz, auch Deutschland, England, die weniger Geld geben für humanitäre Entwicklungshilfe."
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    "text": "Die Hilfsorganisationen, die wissen das, die versuchen trotzdem zu schauen, ob es noch Länder gibt, die einspringen wollen zum Beispiel."
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    "text": "Und was sie auch versuchen, die Regierung klarzumachen, dass sie auch mehr Verantwortung übernehmen muss, dass sie halt die Spitäle, wie das in Maban, wo gestreigt wird, dass sie deshalb vielleicht bezahlen soll."
  },
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    "text": "Dass sie sich"
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    "text": "selber darum kümmern müssen."
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    "text": "Genau."
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    "text": "Es deute bisher noch wenig darauf hin, dass die Regierung da einen besseren Job machen würde bald."
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    "text": "Was noch wichtig ist zu sagen ist, dass so die Bevölkerung und selbst Leute in den Flüchtlingscamps Ich würde sagen, die meisten, die sind nicht wütend auf Trump, der die Hilfe gestoppt hat, sondern die sind wütend auf die Regierung, die eigentlich ihren Job nie gemacht hat."
  },
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    "end": 896.46,
    "text": "Das ist im Süden so, das ist in vielen afrikanischen Ländern so."
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    "text": "Es gibt Umfragen, in denen viele Leute sagen, ja, diese Hilfskötzungen, die werden auch ihr Gutes haben, weil dann halt die Regierungen endlich mal gezwungen sind, ihren Job zu machen."
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    "text": "Und trotzdem wird objektiv gesehen, die Lage, die humanitäre Lage eher schlechter."
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    "text": "Gibt es da was, was dir Hoffnung macht?"
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    "text": "So ganz im kleinen halt, also dass es einfach Leute gibt, die dann... nicht dank der Regierung, sondern trotz oder gegen die Regionen, versuchen etwas aufzubauen."
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    "end": 957.0,
    "text": "Also Leute wie Simon, der Pflege im Spital, der versucht das mit dem Arzt und mit dem Sekretär, der auch die Hebamme ist, irgendwie am Laufen zu halten und so auch ganz vielen Leuten hilft, obwohl die Bedingungen so schwierig sind oder Leute wie Edis Ostmann im Flüchtlingscamp, der da versucht zu sehen und dann irgendwann zu ernten und der eigentlich was macht, was die Regierung ... hätte machen sollen, also quasi Strukturen zu schaffen, um unabhängig zu sein."
  },
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    "text": "Vielen, vielen Dank, lieber Samuel."
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    "text": "Warst du hier, sogar bei uns im Studio in Zürich und hast uns von dieser Reise erzählt."
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    "text": "Danke, Alice."
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    "text": "Merci."
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    "text": "Mein Name ist Alice Grosjean und das war unser Akzent."
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    "end": 989.36,
    "text": "Und falls ihr die gesamte Reportage von Samuel noch mal nachlesen wollt, inklusive Fotos, die stelle ich euch natürlich in die Show Notes und den Link zum Probe-Abo gibt es auch mit dazu."
  }
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