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    "text": "Dieser Podcast wird Ihnen präsentiert vom Zurich Film Festival, vom XXV."
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    "text": "September bis fünften Oktober in Zürich."
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    "text": "Die Welta a España ist eines der großen Highlights im Radsport."
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    "text": "Teams aus der ganzen Welt starten da und fahren über dreitausend Kilometer auf dem Fahrrad."
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    "text": "man kann sie im Fernsehen beobachten, wie sie da leiden und sich die Berge hochquälen."
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    "text": "Aber dieses Jahr war schon während der ersten Etappen klar."
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    "text": "Da sieht man überall am Straßenrand palästinensische Fahnen und Leute auf der Strecke, Julia."
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    "text": "Was ist da los?"
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    "text": "Ja, da gab es schon eben in den ersten Etappen viele Plakate am Rand, Fahnen, Palästina, Fahnen, Sprechküre, die Fortenfreiheit für die Palästinenser Free Palestine stand da, allen Talben."
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    "text": "Und viele Sprechkeure auch die Israel-Völkermord in Gaza vorwerfen."
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    "text": "Und je länger dieses Rennen die Welta dauerte, desto mehr Proteste wurden es, desto mehr Demonstranten fanden sich da jeweils an Rand der Strecke."
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    "text": "Und desto heftiger wurde es da in Spanien."
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    "text": "An der Radrundfahrt Welta zeigt sich die anti-israelische Haltung in Spanien."
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    "text": "Und die hat eine lange Tradition, erklärt Auslandredaktorin Julia Mohn."
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    "text": "Ich bin Antonia Mosa."
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    "text": "Der Krieg ... In Gaza beschäftigt ja die ganze Welt und es gibt viele Proteste dagegen."
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    "text": "Aber warum jetzt ausgerechnet an einem Radrennen in Spanien?"
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    "text": "Gut, ich meine, die Welta ist nicht irgendein Radrennen."
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    "text": "Das ist wirklich neben der Tour de France, dem Giro d'Italia und der Vlanderen Rundfahrt."
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    "text": "Wie du schon gesagt hast, ein Highlight im Radsport, eines der grössten Radrennen, wird auf der ganzen Welt gerne und lange geschaut."
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    "text": "Da hat man eine relativ große Bühne."
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    "text": "Und was bei dieser Welta war wie bei der Tour de France und was quasi der Auslöser war für diese Proteste am Straßenrand, war die Teilnahme des israelischen Team, Israel Premier Tech."
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    "text": "Dieses Team ist nicht eine... herkömmliche Velo-Mannschaft, sagen wir jetzt mal."
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    "text": "Da geht es nicht nur um kommerzielle Interessen oder einfach den Radarinsport bei diesem Team, sondern der Teamchef Ido Shavid und auch die Eigentümer dieser Velo-Mannschaft, die sagen ganz offen, dass das Radteam noch eine andere Aufgabe hat, nämlich eine politische Mission auch."
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    "text": "Was für eine?"
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    "text": "Sie wollen wirklich ein positives Israel-Bild in die Welt tragen."
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    "text": "Es geht dem Gründer, das hat er auch gegenüber der NCZ erklärt in einem langen Gespräch darum."
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    "text": "dass sie Israel als Ansehen in der Welt verbessern oder einfach Israel positiv darstellen wollen."
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    "text": "Und das war dann für gewisse Pro-Palestiner-Aktivisten eine Provokation."
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    "text": "Ja, denn ist die Teilnahme von israelischen Teams generell ein Dorn im Auge an Sport-Events."
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    "text": "Und das richtete sich dann natürlich auch gegen die Fahrer dieses Teams."
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    "text": "Also die wurden gezielt, sagen wir mal, mit Sprechkörern eingedeckt."
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    "text": "Ja, der Polizeischutz musste dann auch etwas verstärkt werden, als die Sportler ins Baskenland eingefahren sind."
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    "text": "Das hat man auch damit gerechnet, dass es da noch mal zunehmend wird, die Proteste."
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    "text": "Also neben den Sprechkörnenden, die wirklich orenbetäubend waren, zum Teil und dem riesigen Fahnenmeer, die Fahnen wurden auch wirklich in die Rennstrecke reingehalten, sodass man durch sie durchfahren musste."
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    "text": "Und das hat dann die Organisatoren auch dazu gebracht, da schon Etappen abzubrechen."
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    "text": "und dieser Widerstandsgedanke gegen einen übermächtigen Gegner."
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    "text": "Den tragen quasi die Basken in sich, den tragen in Spanien aber auch die Unabhängigkeitsbefürwurte beispielsweise in Katalonien etwas in sich und das führt halt dazu, dass da die Solidarität mit."
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    "text": "den Menschen in Gaza steifen mit den Palästinensern höher ist als anderswo."
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    "text": "Aber ist das so eine lokale Sache, dass das Baskenland erwähnt, Katalonien?"
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    "text": "Wenn man sich die Bilder anschaut vom vergangenen Sonntag, vom Ende dieser Welt in Madrid, dann sieht man, dass es in Spanien nicht einfach eine Angelegenheit ist, die in Baskenland oder nur in Katalonien ankommt, sondern in dem ganzen Land."
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    "text": "Also da war die Zieleinfahrt, hat es unzählige Barrikaden, die wirklich von geschätzt hunderttausend Demonstranten durchsprochen wurden, die da lagen."
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    "text": "Man hat versucht dann eben die Zieleinfahrt zunächst zu verschieben und das musste dann letztlich, musste die Zieleinfahrt abgebrochen werden."
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    "text": "und die Situation nicht mehr vollensicher war."
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    "text": "Genau, die Polizei war zwar mit einem Großaufgebot da, also da waren eine Tausend Fünfhundert Polizisten der Nationalpolizei im Einsatz, aber eben, die standen hunderttausend Demonstranten gegenüber."
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    "text": "Wie erklärst du denn dir jetzt diese Wut, diese Proteste in Madrid, weil eben ... In Madrid kann es ja nicht um diese Solidarität unter diesen Unabhängigkeitsbewegungen gehen."
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    "text": "Da muss was anderes dahinter stecken."
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    "text": "Ja, also in Spanien ist die Solidarität mit den Menschen im Gaza steifen in ganz Spanien sehr groß."
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    "text": "Das kann man historisch anschauen."
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    "text": "Das Verhältnis Spaniens zu Israel war eigentlich... schon immer von Spannungen und Konflikten geprägt, dass da kann man zurückgehen bis in fünfzehnte Jahrhundert, wenn man will, zur Rekongista und den katholischen Königen, die die Juden vertrieben haben aus Spanien."
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    "text": "Israel als Stadt gab es ja da noch gar nicht."
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    "end": 445.24,
    "text": "Als es dann Israel quasi gab, ab forty-eight, war Spanien eine Diktatur, eine faschistische Diktatur unter Francisco Franco, er ist katholisch auch, der Israel als Staat nicht anerkennen wollte, der auch die arabischen Staaten gebraucht hat für sich und da er Freunde gesucht hat."
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    "text": "Erst als er dann gestorben ist, hat man überhaupt mal daran gedacht, diplomatische Beziehungen aufzunehmen."
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    "text": "Den Staat Israel anerkannt hat Spanien erst in den späten achtziger Jahren."
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    "text": "Also eigentlich immer so ein Misstrauen irgendwie, also nie wirklich harmonisch."
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    "text": "Genau, also die beiden Länder sind bis heute nie richtig Freunde geworden."
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    "text": "Und jetzt sind die Beziehungen sogar offenfeindlich."
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    "text": "Also am Sonntag, als eben diese Welter abgebrochen, die Zieleinfahrt der Welter abgebrochen werden musste, da hat sich Pedro Sánchez sofort zu Wort gemeldet und hat die Proteste begrüßt."
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    "text": "Wir sind gleich zurück."
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    "text": "Seien Sie dabei, wenn Zürich zur Filmmetropole wird."
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    "end": 504.36,
    "text": "Vom fünfundzwanzigsten September bis fünften Oktober bringt das Zurich Film Festival zahlreiche Kino-Highlights und Stars aus Hollywood in die Limatstadt."
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    "text": "Erleben Sie Weltpremieren im Kinosaal oder große Momente am grünen Teppich?"
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    "text": "Tickets ab fünfzehnten neunten unter zff.com."
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    "text": "Julia, du hast es gesagt."
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    "text": "Regierungschef Sanchez habe die Proteste an der Welta begrüßt."
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    "text": "Also Proteste, die ein bisschen im Chaos geändert sind, wo ein Radrennen abgebrochen werden musste."
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    "text": "Und er sagt ja wohl gute Idee."
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    "text": "Ja, Pero Sanchez war nicht in Madrid an diesem Sonntag, war in Andalusien unterwegs."
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    "text": "An ein Partei-Event wurde da gefragt, was er zu den von den Bildern haltte als Madrid, die dieses Chaos ja auch gezeigt haben."
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    "text": "unsere Admi- ration a un pueblo como el español que se moviliza por causas justas como la de palestina."
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    "text": "Er sagt da ganz offen und ehrlich, dass er voller Bewunderung sei, wie viele Menschen in Madrid da auf die Straße gegangen seien, für eben die eine gerechte Sache, eine gute Sache und für Proteste gegen Israel."
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    "text": "Wenn man sich mit der spanischen Außenpolitik etwas befasst, nicht nur in den letzten Jahren, mit Pedro Sánchez etwas befasst, dann überrascht das eigentlich nicht."
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    "text": "Spanien und Pedro Sánchez gehören zu den schärfsten Kritikern Israels in diesem Gaza-Krieg."
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    "text": "Er kritisiert das Vorgehen der israelischen Regierung immer wieder scharf als unverhältnismäßig."
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    "text": "Er hat zuletzt auch von einem Genozid im Gasastreifen gesprochen."
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    "text": "und es ist auch nicht das erste Mal, dass Pedro Sánchez den Ausschluss von israelischen Sportmannschaften, von internationalen Turnieren oder Events wie dieser Welta fordert."
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    "text": "Das hat er schon zuvor gemacht."
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    "text": "Er setzt sie da gleich mit russischen Athleten."
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    "text": "Das ist eine absolut konsequente Politik."
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    "text": "Er hat zwar, Pedro Sánchez war auch einer der ersten Regierungschefs, die Israel, nach dem Massaker der Hamas, in Israel am siebten Oktober, im Jahr zwanzig, kontrolliert haben und das verurteilt haben und gesagt haben, Israel habe das Recht auf Selbstverteidigung."
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    "text": "und sagt, die Kriegsführung wie die israelische Regierung im Gasastreifenkrieg führe sei völlig unverhältnismäßig und tötet Tausende von Menschen."
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    "text": "Und Spanien ist dann eines der ersten Länder, die Palästina als Staat anerkennen, als eigenständigen Staat anerkennen, die Sanktionen verhängen und einen Waffenembargung."
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    "text": "Gibt es da Reaktionen aus Israel auf diese doch ziemlich offene Kritik?"
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    "text": "Also da gehörts fast wöchentlich, wenn ich monatlich dazu, dass es wirklich zu offenen Anfeindungen kommt, der Regierung gegenseitig."
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    "text": "Zuletzt war es jetzt der Außenminister Geon Saar, der nach dem Abbruch der Welta gesagt hat und nach dieser Äußerung von Pedro Sánchez gesagt hat."
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    "end": 685.72,
    "text": "Sánchez sei ein Antisemini, sei ein Lügner."
  },
  {
    "start": 687.26,
    "end": 691.58,
    "text": "wirklich für diplomatische Verhältnisse üble Anschuldigungen hin und her."
  },
  {
    "start": 691.74,
    "end": 691.88,
    "text": "Also"
  },
  {
    "start": 691.96,
    "end": 695.72,
    "text": "die Stimmung heisst sich auch auf dieser Ebene eigentlich immer noch mehr auf."
  },
  {
    "start": 695.92,
    "end": 696.44,
    "text": "Absolut."
  },
  {
    "start": 696.64,
    "end": 702.86,
    "text": "Jetzt ist es aber so, dass für Pedro Sánchez politisch gesehen, dass eigentlich ein Gewinnerthema ist."
  },
  {
    "start": 703.16,
    "end": 708.36,
    "text": "Pedro Sánchez weiß auch, dass er mit seiner Rhetorik die Bevölkerung hinter sich hat."
  },
  {
    "start": 709.34,
    "end": 710.94,
    "text": "die Spanierinnen und Spanier."
  },
  {
    "start": 711.0,
    "end": 720.54,
    "text": "Und da reden wir nicht irgendwie vom Basken oder Katalan nur, sondern wirklich eine Mehrheit der Bevölkerung in Spanien steht hinter ihrem Ministerpräsidenten in dieser Frage."
  },
  {
    "start": 721.16,
    "end": 738.0,
    "text": "Siebzig bis Achtzig Prozent geben in aktuellen Umfragen an, dass sie Israels Handeln verurteilen, dass Israel im Gaza-Steif hineingeht und zieht begeht und nur ganz wenige sagen, dass das nur zwanzig Prozent der Bevölkerung sagt, dass Israel sich angemessen verteidigt im Gaza."
  },
  {
    "start": 739.2,
    "end": 748.82,
    "text": "und das jetzt mit dem Krieg, also gerade auch noch mit der sich ausweitenen Operation in Gaza, die jetzt quasi angefangen hat, wird das sich auch nicht besser."
  },
  {
    "start": 749.04,
    "end": 752.38,
    "text": "Diese Zahlen werden wahrscheinlich noch mehr in die andere Richtung gehen."
  },
  {
    "start": 752.88,
    "end": 753.4,
    "text": "Absolut."
  },
  {
    "start": 754.14,
    "end": 757.02,
    "text": "Es ist auch nicht nur die Politik, die hier das vorgibt."
  },
  {
    "start": 757.06,
    "end": 766.52,
    "text": "Selbst die Opposition schreit davor zurück oder wird schreit Attacken gegen Sanchez in dieser Frage, weil sie weiß, dass die Bevölkerung das ähnlich sieht oder gleich sieht."
  },
  {
    "start": 767.0,
    "end": 769.56,
    "text": "Und es ist auch eine Bewegung, die über die Politik hinausgeht."
  },
  {
    "start": 769.62,
    "end": 771.84,
    "text": "Also Schauspieler, die Kunst, die Kulturszene."
  },
  {
    "start": 772.38,
    "end": 778.76,
    "text": "Da ist wirklich eigentlich ein ganzes Land auf dieser Linie und findet sich jetzt auch darin zusammen."
  },
  {
    "start": 778.86,
    "end": 781.98,
    "text": "Das schweißt jetzt momentan stark zusammen, diese Anti-Israelis."
  },
  {
    "start": 783.0,
    "end": 790.44,
    "text": "Ist Spanien damit so ein Sonderfall, dass sich da von Regierung bis Bevölkerung so pro-palästinensisch positioniert?"
  },
  {
    "start": 792.14,
    "end": 796.1,
    "text": "Ganzheitlichkeit kann man von einer gewissen Ausnahme sprechen, was die Politik betrifft."
  },
  {
    "start": 796.18,
    "end": 797.06,
    "text": "und das bestärkt."
  },
  {
    "start": 797.16,
    "end": 800.3,
    "text": "Sandsches natürlich auch ist, dass andere Länder folgen."
  },
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    "start": 800.4,
    "end": 803.32,
    "text": "Also in der Anerkennung Palästinas sind ja andere Länder auch gefolgt."
  },
  {
    "start": 803.4,
    "end": 804.88,
    "text": "Irland, Norwegen beispielsweise."
  },
  {
    "start": 805.36,
    "end": 810.8,
    "text": "Bei den Sanktionen auch Frankreich, Großbritannien, die EU-Kommission hat jetzt Sanktionen verhängt."
  },
  {
    "start": 810.9,
    "end": 813.8,
    "text": "Also da sieht sich Sandsches natürlich in dieser Haltung auch bestärkt."
  },
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    "end": 819.82,
    "text": "Und da sehen sich die Spanierinnen und Spanier effektiv auch in einen gewissen Vorreiter in Europa und der Welt."
  },
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    "start": 826.96,
    "end": 828.48,
    "text": "Julia, herzlichen Dank, was du da."
  },
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    "start": 828.92,
    "end": 829.5,
    "text": "Vielen Dank dir."
  },
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    "end": 836.58,
    "text": "Das war unser Akzent mit Ausland-Redaktorin Julia Munn."
  },
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    "end": 837.9,
    "text": "Ich bin Antonia Moser."
  },
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    "start": 838.16,
    "end": 848.46,
    "text": "Bis bald."
  }
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