[
  {
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    "end": 4.74,
    "text": "Es ist mein Grundrecht, den Staat zu delegitimieren."
  },
  {
    "start": 5.94,
    "end": 10.34,
    "text": "Es passiert etwas in der Bundesrepublik, dass ich nicht für möglich gehalten habe."
  },
  {
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    "text": "Hier werden die Grundlagen für die nächste Diktatur geschaffen."
  },
  {
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    "text": "Das"
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    "text": "heißt, sie würden Vorurteile schüren und Hetze betreiben."
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    "text": "Ich bin kurz"
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    "text": "davor, mich selbst zu bewundern."
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    "text": "Das ist Machtspiel, der Politikpodcast von NCZ und Broststiftung."
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    "text": "Ich freue mich sehr, dass wir uns unterhalten."
  },
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    "text": "Grüß Gott, Herr Neff."
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    "text": "Herr Broder, ich stelle sie kurz vor."
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    "text": "Er ist in Katowice, Polen geboren und in Köln aufgewachsen, mehrheitlich."
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    "text": "Er schreibt für die Welt, die zum Axelspringerverlag gehört."
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    "text": "Und er ist Mitgründer und Autor von die Achse des Guten."
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    "text": "Es ist ein Block, der sich gewissermaßen an der politischen Korrektheit auf der Welt, aber insbesondere in Deutschland, abarbeitet."
  },
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    "end": 84.38,
    "text": "Wie kein anderer Journalist in Deutschland steht für mich Herr Broder für freie Meinungsäußerung."
  },
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    "text": "Man könnte auch sagen, er ist zumindest immer mal wieder eine Krawallnudel."
  },
  {
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    "text": "Als Journalist lässt er sich von niemandem einschüchtern, schon gar nicht von sogenannten Autoritäten."
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    "text": "Und doch, würde ich sagen, sind Sie, Herr Broder, ein überaus freundlicher Herr."
  },
  {
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    "end": 103.98,
    "text": "Das mit der Krawallnudel stimmt."
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    "text": "Über den Rest kann man sich streiten."
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    "text": "Sehr gut."
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    "text": "Wir kennen uns schon ein paar Jahre und darum sitzen wir uns natürlich konsequenterweise auch in dieser Sendung."
  },
  {
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    "text": "Herr Broder, was mich wirklich wundert, wenn ich so die Nachrichten aus Deutschland lese, warum eigentlich nicht bei Ihnen mal eine gründliche Hausdurchsuchung durchgeführt wurde nach allem, was Sie so gesagt und geschrieben"
  },
  {
    "start": 130.08,
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    "text": "haben."
  },
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    "text": "Ich weiß es auch nicht."
  },
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    "end": 142.52,
    "text": "Und es gibt Tage und Momente, wenn ich zum Beispiel höre, Norbert Bolz hat um neun Uhr früh Besuch bekommen und muss da sein Handy und sein Computer hergeben."
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    "text": "Es ist schon so ein Moment, wo ich mich frage, und wo bleibe ich?"
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    "text": "Ist das nicht auch eine Form der Diskriminierung?"
  },
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    "text": "Aber ehrlich gesagt, ich bin über die Diskriminierung sehr froh."
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    "text": "Ich möchte nicht morgens früh Polizeibesuch bekommen."
  },
  {
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    "end": 157.34,
    "text": "Ich glaube, ich bekomme es auch nicht."
  },
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    "end": 158.5,
    "text": "Vielleicht ist es nur Wunschdenken."
  },
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    "end": 163.98,
    "text": "Es wäre mir eigentlich sehr unangenehm, weil ich bin ein Langschläfer, ein Spätaufsteher."
  },
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    "end": 169.32,
    "text": "Allein der Gedanke, morgens früh aufstehen zu müssen, der ist schon unerträglich."
  },
  {
    "start": 169.38,
    "end": 177.84,
    "text": "und dann aus einem solchen Anlass, dann lieber etwas weniger Publicity, etwas weniger Heldentum, am frühen Morgen kein Polizeibesuch."
  },
  {
    "start": 177.92,
    "end": 182.92,
    "text": "Davon abgesehen gibt es in meinem schaffen, wirken, machen und tun dazu kein Anlass."
  },
  {
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    "end": 188.86,
    "text": "Ja gut, dann würde ich jetzt ein bisschen widersprechen, vor allem wenn man sieht eben wie wenig es zum Teil braucht."
  },
  {
    "start": 189.08,
    "end": 192.58,
    "text": "Sie haben vor der Medienwissenschaften Norbert Bolz angesprochen."
  },
  {
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    "end": 199.56,
    "text": "Es gab ja auch den ganz berühmten Fall eines Pensionäers, der Robert Habeck als Dummkopf bezeichnet hat."
  },
  {
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    "text": "Also das Schwachkopf."
  },
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    "end": 201.92,
    "text": "Entschuldigung."
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    "text": "Da müssen wir schon exakt sein."
  },
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    "end": 204.76,
    "text": "Wir müssen exakt sein."
  },
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    "end": 210.24,
    "text": "Und Sie kennen die Begriffe, die offenbar schon anstößig sind in Deutschland."
  },
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    "text": "Ja, aber ich mache keinen Umweg, um sie zu vermeiden, das nicht."
  },
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    "end": 218.16,
    "text": "Ich habe in Veranstaltungen, in Lesungen, in öffentlichen Auftritt."
  },
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    "end": 234.12,
    "text": "mehrfach betont, dass es vollkommen legitim ist, Robert Habeck, einen Schwachkopf zu nennen, er hat sich dafür qualifiziert, mit seiner unkenntniswirtschaftlicher Zusammenhänge, mit seiner Schwätzerei, mit seiner Angeberei und offenbar fühlt er sich von mir nicht beleidigt."
  },
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    "start": 234.18,
    "end": 241.62,
    "text": "Ich denke, der müsste es eigentlich mitbekommen haben, aber mich würde vieles reizen, wissen Sie, ich war schon einmal auch verhaftet in meinem Leben."
  },
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    "text": "Was ist da, wie kam das?"
  },
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    "text": "Es"
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    "end": 245.68,
    "text": "ist eine lange Geschichte."
  },
  {
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    "end": 251.68,
    "text": "Ich habe irgendwie eine Strafe nicht bezahlt und dann bin ich aus einem Zug von Köln nach Amsterdam geholt worden."
  },
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    "end": 255.96,
    "text": "Ich weiß gar nicht, wie das damals möglich war, ohne Computer und ohne Netzverhandlung."
  },
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    "text": "Und das war eine halbe Nacht in der Polizeiwache."
  },
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    "text": "Mir reicht das für den Rest meines Lebens."
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    "text": "Ich habe auch kein masochistisches Gen in mir."
  },
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    "text": "Ich will auch nicht Held- oder Märtyrer sein."
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    "end": 270.6,
    "text": "Es gibt so Leute, wenn sie nicht verfolgt werden, glauben sie, sie sei nicht relevant."
  },
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    "text": "Also ich nehme dir nicht relevant schon gerne in Kauf, wenn man mich dafür in Ruhe lässt."
  },
  {
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    "end": 293.44,
    "text": "Um mal so ein Beispiel zu nennen, was Sie auch schon so geschrieben haben, Sie haben zum Beispiel mal die Grün-Politikerin Claudia Roth, das ist ja ganz ein beliebtes Sygé von Ihnen, kann man sagen, Sie haben sie mal als Doppelzentner Fleisch gewordene Dummheit bezeichnet."
  },
  {
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    "end": 301.78,
    "text": "Sie haben gesagt oder haben gelten gemacht, dass sei eine farbenfrohe Darstellung, ein Gericht kam, aber zum Schluss, dass das Hetze sei."
  },
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    "text": "Nein, ganz so war es nicht."
  },
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    "end": 308.18,
    "text": "Komplette Zitat ist es wirklich wert auch komplett zitiert zu werden."
  },
  {
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    "end": 314.56,
    "text": "Ein doppelzeitender, fleischgewordener Dummheit nah am Wasser gebaut und voller Mitleid mit sich selbst."
  },
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    "text": "Und sie hat mich nicht angeklagt, deswegen."
  },
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    "text": "Sie hat mich auch nicht angezeigt."
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    "text": "Es war eine andere Geschichte."
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    "end": 327.78,
    "text": "Sie hat über mich in einem Interview gesagt, mein Geschäftsmodell fand ich schon sehr associativ."
  },
  {
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    "text": "Mein Geschäftsmodell sei Hetze und die Verbreitung von Falschinformationen."
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    "text": "Und daraufhin habe ich einen schweren Fehler gemacht."
  },
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    "end": 340.96,
    "text": "Ich habe sie geklagt und das Gericht fand, das sei eine zulässige Meinungsäußerung."
  },
  {
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    "end": 344.78,
    "text": "Wie schätzen Sie denn eben jetzt diese Beispiele?"
  },
  {
    "start": 344.92,
    "end": 352.18,
    "text": "Ein Hausdurchsuchung bei Norbert Bolz, Hausdurchsuchung bei diesem Rentner, der diesen Schwachkopf Kommentar gemacht hat."
  },
  {
    "start": 353.12,
    "end": 357.84,
    "text": "Sind das so bedauerliche, extreme Einzelfälle, die in Deutschland stattfinden?"
  },
  {
    "start": 358.02,
    "end": 359.36,
    "text": "oder hat das System?"
  },
  {
    "start": 359.7,
    "end": 360.76,
    "text": "Es sind immer Einzelfälle."
  },
  {
    "start": 361.08,
    "end": 364.1,
    "text": "Wir sind sie mehrere hundert Opfer von Messerstrichereien."
  },
  {
    "start": 364.6,
    "end": 371.22,
    "text": "Jede einzelne Fall war ein Einzelfall, weil man den direkten Befehl vom islamischen Staat dafür nicht finden konnte."
  },
  {
    "start": 371.84,
    "end": 377.8,
    "text": "Natürlich sind das Einzelfälle und irgendwann haben sich dann auch sechs Millionen Einzelfälle zu einem Völkermord zumiert."
  },
  {
    "start": 378.44,
    "end": 379.96,
    "text": "Aber es sind keine Einzelfälle."
  },
  {
    "start": 380.12,
    "end": 384.52,
    "text": "Es passiert etwas in der Bundesrepublik, dass ich nicht für möglich gehalten habe."
  },
  {
    "start": 385.04,
    "end": 392.84,
    "text": "Hier wird mit verschiedenen Regelungen, Gesetzen, Verordnungen, hier werden die Grundlagen für die nächste Diktatur geschaffen."
  },
  {
    "start": 393.3,
    "end": 408.76,
    "text": "Und die Diktatur, das wird nicht die brutale Diktatur wie in der DDR sein oder wie in den Dritten Reich, das kann man gar nicht vergleichen, das wird ein... ein extremer Ordnungsstaat sein, der seinen Bürgern vorschreibt, was sie machen sollen, was sie essen sollen, wie sie reisen sollen."
  },
  {
    "start": 409.1,
    "end": 410.48,
    "text": "Das findet ja bereits statt."
  },
  {
    "start": 411.16,
    "end": 414.62,
    "text": "Welche kurioser Vorschriften den Deutschen gemacht werden."
  },
  {
    "start": 415.0,
    "end": 418.38,
    "text": "Das ist vermutlich nicht mal einmalig in Europa, weil die EU dabei mitmacht."
  },
  {
    "start": 418.98,
    "end": 422.78,
    "text": "Aber zum Beispiel vom Angebot und Nachfrage kann hier keine Rede mehr sein."
  },
  {
    "start": 422.88,
    "end": 433.12,
    "text": "Wenn Sie sich dummerweise entschließen, ein Elektroauto zu kaufen, kriegen Sie dafür einen Zuschuss vom Staat, um den Verkauf dieser Elektrospielzeuge anzukurmeln."
  },
  {
    "start": 433.56,
    "end": 436.74,
    "text": "Wieso kriege ich keinen Zuschuss, wenn ich mir einen neuen Kühlschrank kaufe, nicht?"
  },
  {
    "start": 437.04,
    "end": 438.46,
    "text": "Sie sagen jetzt Diktatur."
  },
  {
    "start": 438.72,
    "end": 440.12,
    "text": "Das klingt ziemlich schrill."
  },
  {
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    "end": 441.36,
    "text": "Glauben Sie das selber?"
  },
  {
    "start": 441.48,
    "end": 444.24,
    "text": "Oder ist das einfach eine journalistische Zuspitzung?"
  },
  {
    "start": 444.42,
    "end": 445.98,
    "text": "Nein, das ist keine Frage des Glaubens."
  },
  {
    "start": 446.02,
    "end": 447.08,
    "text": "Es ist eine Frage des Wissens."
  },
  {
    "start": 447.12,
    "end": 449.66,
    "text": "Ich kriege ja die meisten Gerichtsentscheidungen mit."
  },
  {
    "start": 449.96,
    "end": 453.44,
    "text": "Ich bin mit einem Anwalt befreundet, der sich damit beschäftigt, Joachim Steinhöfel."
  },
  {
    "start": 453.94,
    "end": 460.5,
    "text": "Und wenn ich Diktatur sage, meine ich natürlich nicht diese Art von Unrechtsstaat, wie Deutschland es schon zweimal erlebt hat."
  },
  {
    "start": 461.84,
    "end": 466.16,
    "text": "Günter Grasser zum Beispiel, die DDR als Komode-Diktatur bezeichnet."
  },
  {
    "start": 466.3,
    "end": 467.74,
    "text": "Und das ist eigentlich ein sehr schöner Begriff."
  },
  {
    "start": 467.96,
    "end": 474.9,
    "text": "Und die nächste Diktatur, die wir hoffentlich nicht, aber vielleicht doch erleben werden, wird eben mehr als eine Komode-Diktatur sein."
  },
  {
    "start": 474.98,
    "end": 479.7,
    "text": "Es wird etwas sein, wofür uns die Chinesen zum Beispiel ein Vorbild liefern."
  },
  {
    "start": 479.82,
    "end": 492.12,
    "text": "durchaus ein Staat, der seine Bürger versorgt, der sie ordentlich bezahlt, in Fortbildungs- und Fortschrittsmöglichkeiten bittet, aber ein Staat, Lebens einer Bürger reglementiert."
  },
  {
    "start": 492.7,
    "end": 496.22,
    "text": "Wir haben inzwischen Meldestellen in Deutschland, Meldestellen."
  },
  {
    "start": 496.66,
    "end": 507.72,
    "text": "Ich habe in meiner Freundin Reinhard Moore vor ein paar Monaten eine Lesung gehalten aus unserem letzten oder vorletzten Buch und wir fanden uns plötzlich bei irgendeiner Meldestelle wieder, irgendein kleines Licht."
  },
  {
    "start": 508.26,
    "end": 517.159,
    "text": "Von den Onzeanz saß in unserer Lesung und irgendeine Bemerkung von Reinhard oder von mir hat ihm oder ihr, wir kennen die persönlich, nicht gefallen."
  },
  {
    "start": 517.6,
    "end": 523.34,
    "text": "Und an Standards in einer Meldestelle als antifeministischer oder anti, was auch immer."
  },
  {
    "start": 524.36,
    "end": 526.74,
    "text": "Und wissen Sie, es hat eigentlich damit angefangen."
  },
  {
    "start": 526.92,
    "end": 528.16,
    "text": "Nee, angefangen ist falsch."
  },
  {
    "start": 529.1,
    "end": 535.28,
    "text": "Es ist aufs Gleis gesetzt worden, angefangen, das war früher, mit einem Art von Decree, der Innenminister in Feser."
  },
  {
    "start": 535.94,
    "end": 542.3,
    "text": "Also bei allem, was wir über die jetzige Regierung an Schlechten sagen können, gelobt seid daher, dass Frau Faeser nicht mehr dabei ist."
  },
  {
    "start": 542.88,
    "end": 544.88,
    "text": "Das tröstet mich über vieles hinweg."
  },
  {
    "start": 545.54,
    "end": 546.32,
    "text": "Frau Faeser... Ich glaube,"
  },
  {
    "start": 546.4,
    "end": 549.96,
    "text": "dass sie ist eigentlich, das ist so die Ursprungszeit."
  },
  {
    "start": 550.9,
    "end": 554.06,
    "text": "der größten Fehlleistungen in diese Richtung."
  },
  {
    "start": 554.1,
    "end": 567.42,
    "text": "Ja, und es gab einige fatentastische Fehlleistungen, wie es heute nachwirken, zum Beispiel hat Frau Faeser gemeinsam mit dem Verfassungsschutzpräsidenten Herrn Haltenbank, dem Nachfolger von Herrn Maas, sie hat einen neuen Phänomenbereich erfunden."
  },
  {
    "start": 567.52,
    "end": 573.82,
    "text": "Phänomenbereich und er hieß nämlich Verfassungsschutzrelevante Delegitimierung des Staates."
  },
  {
    "start": 574.72,
    "end": 581.92,
    "text": "Das ist unterhalb der Strafbarkeitsgrenze, das wird nicht verfolgt, aber es wird sozusagen protokolliert."
  },
  {
    "start": 582.74,
    "end": 585.16,
    "text": "Und es ist mein Grundrecht."
  },
  {
    "start": 585.62,
    "end": 587.84,
    "text": "den Staat zu delegitimieren."
  },
  {
    "start": 588.36,
    "end": 592.78,
    "text": "Es ist mein Grundrecht, alles Miese, was mir nur einfällt, mit dem Staat sagen zu können."
  },
  {
    "start": 593.24,
    "end": 600.56,
    "text": "Es gibt Urteile des Bundesverfassungsgerichts, dass die schlimmste, schärfste Kritik, die auch unbegründet ist, erlaubt sein muss."
  },
  {
    "start": 601.08,
    "end": 604.16,
    "text": "Und Frau Felser hat angefahren, die Grenzen des Sackbahnenger zu ziehen."
  },
  {
    "start": 604.32,
    "end": 607.4,
    "text": "Wissen Sie, für mich war das, das war wer im Blitzschlag."
  },
  {
    "start": 607.48,
    "end": 608.68,
    "text": "Ich dachte, das gibt es nicht."
  },
  {
    "start": 609.14,
    "end": 614.72,
    "text": "Die Platz mitten in meine Idylle, da rein mit diesem Satz, verfassungsschutzrelevante Delegitimierung."
  },
  {
    "start": 615.02,
    "end": 615.62,
    "text": "Status."
  },
  {
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    "end": 620.06,
    "text": "Haben Sie eigentlich mal Ihren eigenen Wikipedia-Artikel gelesen?"
  },
  {
    "start": 620.46,
    "end": 620.66,
    "text": "Nein."
  },
  {
    "start": 621.3,
    "end": 623.76,
    "text": "Das ist diesbezüglich eben schon auch noch interessant."
  },
  {
    "start": 623.84,
    "end": 628.14,
    "text": "Also man kann sagen, das ist wirklich eine Art Warnung vor Herrn Broder."
  },
  {
    "start": 628.24,
    "end": 631.38,
    "text": "Also ihn wird Islamfeindlichkeit vorgeworfen."
  },
  {
    "start": 631.84,
    "end": 636.4,
    "text": "Das heißt, sie würden Vorurteile schüren und Alarmismus und Hetze betreiben."
  },
  {
    "start": 636.94,
    "end": 641.84,
    "text": "Sie würden, Zitat, Haarscharf am Narrativ der Lügenpresse vorbeischrammen."
  },
  {
    "start": 641.94,
    "end": 642.38,
    "text": "Wirklich?"
  },
  {
    "start": 642.56,
    "end": 645.22,
    "text": "Sie sind natürlich auch ein Populist etc."
  },
  {
    "start": 645.72,
    "end": 648.08,
    "text": "Was klingt dabei Ihnen an, wenn Sie das hören?"
  },
  {
    "start": 648.52,
    "end": 650.36,
    "text": "Ich bin kurz davor, mich selbst zu bewundern."
  },
  {
    "start": 652.32,
    "end": 653.96,
    "text": "Sie sind auf dem richtigen Weg."
  },
  {
    "start": 654.08,
    "end": 654.38,
    "text": "Ich denke,"
  },
  {
    "start": 654.44,
    "end": 655.44,
    "text": "ich bin auf dem richtigen Weg."
  },
  {
    "start": 656.3,
    "end": 660.9,
    "text": "Karl Krauss hat mal neben vielen Klugen anderen Sachen diesen geniaren Satz geprägt."
  },
  {
    "start": 661.34,
    "end": 665.0,
    "text": "Es gibt Sachen, die sind so falsch, dass nicht mal das Gegenteil wahr ist."
  },
  {
    "start": 665.38,
    "end": 673.56,
    "text": "Aber wenn Sie jetzt vorher so wie Sie sich jetzt auch geäußert haben, eben möglicherweise Deutschland ist auf dem Weg in eine Diktatur, da würden natürlich jetzt gerade so links liberales an."
  },
  {
    "start": 674.08,
    "end": 686.84,
    "text": "Also Schriller geht ja nicht mehr, sie können ja hier alles sagen, ist das Ganze nicht auch ein bisschen Ausdruck einer irgendwie bürgerlichen Weinerlichkeit oder Wehleidigkeit?"
  },
  {
    "start": 687.26,
    "end": 691.0,
    "text": "Nein, es ist der Ausdruck, wenn Sie so wollen, einer bürgerlichen Klassicht."
  },
  {
    "start": 692.06,
    "end": 701.68,
    "text": "Im Gegensatz zu den meisten Bio-Deutschen und ungefähr ähnlich wie die meisten DDR-Deutschen habe ich noch den Geschmack von Diktatur in der Nase oder den Geruch von Diktatur."
  },
  {
    "start": 702.22,
    "end": 718.14,
    "text": "Ich war erst Jahre alt, dass meine Eltern Polen verließen und dafür bin ich bis heute sehr dankbar und ich bin eigentlich voll des Lobes für die Bundesrepublik, weil ich ein anständiges normales Leben führen konnte, was in Polen nicht möglich gewesen wäre bis zur Zeitenwende."
  },
  {
    "start": 719.12,
    "end": 722.88,
    "text": "Aber das klingt jetzt sehr eitel und das bin ich auch gerne."
  },
  {
    "start": 723.54,
    "end": 726.34,
    "text": "Ich habe glaube ich ein paar Antennen mehr als andere Leute."
  },
  {
    "start": 726.98,
    "end": 731.48,
    "text": "Genauso wie Frauen ein paar Antennen mehr haben für frauenfeindliche Kundgebungen."
  },
  {
    "start": 732.04,
    "end": 737.76,
    "text": "Wie schwule zum Beispiel eher als Heteros merken, wenn eine schwulenfeindliche Stimmung aufzieht."
  },
  {
    "start": 738.16,
    "end": 744.28,
    "text": "Merke ich, wenn es Ansätze eines diktatorischen Verhaltens und eines diktatorischen Musters gibt."
  },
  {
    "start": 744.72,
    "end": 749.62,
    "text": "Und das habe ich so meiner frühkindlichen Erziehung in der Volksrepublik Polen zu verdanken."
  },
  {
    "start": 749.72,
    "end": 750.84,
    "text": "Ich erinnere mich noch gut daran."
  },
  {
    "start": 751.48,
    "end": 760.68,
    "text": "Und da ist die Erfahrung eines jeden DDR-Bürges, den ich kenne, dass bei uns zu Hause es immer hieß, Rede in der Schule nicht darüber, worüber wir zu Hause reden."
  },
  {
    "start": 761.62,
    "end": 764.76,
    "text": "Das hat, glaube ich, ein westdeutsches Kind nie gehört von seinen Eltern."
  },
  {
    "start": 764.84,
    "end": 765.96,
    "text": "Aber heute ist es soweit."
  },
  {
    "start": 766.4,
    "end": 772.22,
    "text": "Fünfzig Prozent der Deutschen haben das Gefühl, dass sie ihre Meinung nicht frei äußern können."
  },
  {
    "start": 772.6,
    "end": 778.64,
    "text": "Sie werden dafür nicht verhaftet, sie werden nicht festgenommen, sie kriegen keine Berufsverbote, aber sie werden sozial geächtet."
  },
  {
    "start": 779.64,
    "end": 784.6,
    "text": "Ich kenne Lehrer, die sich nicht trauen, den Lehrerbetrieb so zu schildern, wie er ist."
  },
  {
    "start": 784.9,
    "end": 787.1,
    "text": "Das Gegenargument ist ja dann immer so."
  },
  {
    "start": 787.68,
    "end": 792.16,
    "text": "eben auch Sie, Herr Bruder, Sie sagen ja hier alles, was Sie möchten, Sie nehmen ja keinen Blatt vor dem Mund."
  },
  {
    "start": 792.58,
    "end": 793.8,
    "text": "Was ist bitte das Problem?"
  },
  {
    "start": 794.1,
    "end": 796.64,
    "text": "Das ist vollkommen ein absolut richtiger Einwand."
  },
  {
    "start": 797.26,
    "end": 800.1,
    "text": "Aber wissen Sie, ich will jetzt wirklich nicht vergleichen."
  },
  {
    "start": 800.16,
    "end": 801.1,
    "text": "Verstehen Sie mich nicht falsch."
  },
  {
    "start": 801.62,
    "end": 804.46,
    "text": "Aber man konnte sich auch in jede Diktatur Komot einrichten."
  },
  {
    "start": 804.98,
    "end": 813.84,
    "text": "Selbst im Dritten Reich, wenn Sie nicht schwul, jude, zeugen Jehovas oder geisteskrank waren, konnten Sie ein sehr gutes Leben im Dritten Reich führen, ohne anzuhecken."
  },
  {
    "start": 814.52,
    "end": 820.42,
    "text": "Und ich habe irgendwann beschlossen, ein Hebel umzulegen aus der Depression in die Aggression."
  },
  {
    "start": 820.98,
    "end": 823.0,
    "text": "Ganz im Ernst, das ist ein gewisser Schutzmantel."
  },
  {
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    "end": 834.76,
    "text": "Und ich trete so auf, dass ich glaube, der aggressiver Teil überwiegt den Depressiv, zu dem ich eigentlich in meiner Freizeit neige."
  },
  {
    "start": 835.44,
    "end": 839.06,
    "text": "Und braucht das, das klingt ja auch ein bisschen nach einem Kraftakt."
  },
  {
    "start": 839.3,
    "end": 840.16,
    "text": "Es ist ein Kraftakt."
  },
  {
    "start": 840.2,
    "end": 841.1,
    "text": "Es ist ein Kraftwerk."
  },
  {
    "start": 841.14,
    "end": 848.0,
    "text": "Es würden eigentlich, würde sie eher in die Depression treiben, aber sie geben Gegensteuer mit Aggression."
  },
  {
    "start": 848.06,
    "end": 848.88,
    "text": "Also es ist zweierlei."
  },
  {
    "start": 849.0,
    "end": 854.96,
    "text": "Erstens träume ich ganz oft von einem friedlichen, ruhigen, langweiligen Leben als Bootsverleier in Hawaii."
  },
  {
    "start": 855.66,
    "end": 856.0,
    "text": "Wirklich."
  },
  {
    "start": 856.56,
    "end": 859.6,
    "text": "Oder Strandkopfvermieter auf Husum, oder wo auch immer."
  },
  {
    "start": 860.58,
    "end": 862.7,
    "text": "Aber dann weiß ich genau, dazu bin ich nicht geschaffen."
  },
  {
    "start": 862.78,
    "end": 864.88,
    "text": "Ich würde mich nach drei Tagen zu Tod erlangweilen."
  },
  {
    "start": 865.48,
    "end": 867.68,
    "text": "Aber trotzdem das Bedürfnis nach Ruhe ist in mir."
  },
  {
    "start": 868.14,
    "end": 880.82,
    "text": "Und ich frage mich selber, warum ich mit bald achtzig Jahren nicht endlich anfange, mich mit den relevanten Dingen des Lebens zu beschäftigen, mit unseren Enklungen zum Beispiel oder warum ich mir keinen Schrebergarten zu lege und da Tomatenzüchter."
  },
  {
    "start": 881.54,
    "end": 882.24,
    "text": "Ich weiß es nicht."
  },
  {
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    "end": 884.28,
    "text": "Ich habe ein gewisses Zwangsverhalten in mir."
  },
  {
    "start": 885.28,
    "end": 891.2,
    "text": "Ich will das gar nicht analysieren, woher es kommt, aber ich bemühe mich, es mit einem gewissen Unterhaltungswert zu verknüpfen."
  },
  {
    "start": 891.9,
    "end": 897.02,
    "text": "Und ich sehe, und das bringt mich weiter, mental, dass es vielen Leuten gut tut."
  },
  {
    "start": 897.44,
    "end": 901.94,
    "text": "Sie sehen einfach die Leute, die mir an der Texte lesen, die meine Lesungen hören."
  },
  {
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    "end": 905.62,
    "text": "Die sehen einfach diese nicht alleine verrückt, da ist noch ein Verrückter."
  },
  {
    "start": 905.66,
    "end": 909.6,
    "text": "Und Sie sind so ein bisschen Teil einer kollektiven Psychohigiene."
  },
  {
    "start": 909.76,
    "end": 920.64,
    "text": "Sie äußern Dinge, die andere irgendwie vielleicht nicht so in die Öffentlichkeit tragen können und Sie glauben, das führt auch zu einer gewissen Genugtuung, dass es wenigstens einer sagt."
  },
  {
    "start": 920.78,
    "end": 923.78,
    "text": "Ja, ja, zumindest die Reaktionen, die ich bekomme, die sind so."
  },
  {
    "start": 923.92,
    "end": 930.56,
    "text": "Die Leute sind einfach dankbar, auf eine sehr diskrete, sehr feiner Weise, wenn ich heute über den Kuhdamm spazieren gehe."
  },
  {
    "start": 931.22,
    "end": 936.98,
    "text": "Dann kommen Leute mir entgegen, stutzen kurz, gucken mich an, nicken, lachen und machen jetzt Daumen hoch."
  },
  {
    "start": 937.02,
    "end": 937.22,
    "text": "Daumen hoch."
  },
  {
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    "text": "Also"
  },
  {
    "start": 938.3,
    "end": 940.38,
    "text": "Sie sind ein bisschen Klassensprecher."
  },
  {
    "start": 940.58,
    "end": 943.26,
    "text": "Ich weiß, ob ich ein Klassensprecher bin, lieber weil ich Schuldsprecher."
  },
  {
    "start": 944.58,
    "end": 951.98,
    "text": "Und wie alle Journalisten träumig von einem Job als Regierungssprecher, das ist doch der Traum aller Journalisten, endlich die Seite"
  },
  {
    "start": 952.08,
    "end": 953.94,
    "text": "wegzuzukönnen."
  },
  {
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    "end": 956.64,
    "text": "Ja, ich würde gerne mal ausprobieren."
  },
  {
    "start": 956.96,
    "end": 961.1,
    "text": "Aber ich sage Ihnen ein konkretes Beispiel, was ich wirklich für Prototyp geschalte."
  },
  {
    "start": 961.68,
    "end": 974.5,
    "text": "Ich habe vor vielen Jahren, nämlich im Juni oder Juli, zwanzig vierzehn, das ist jetzt elf Jahre her, Auf eine Anfrage von Kai Dickmann, ich glaube, der war damals noch Chefredakteur der Bild, einen Text für die Bild geschrieben."
  },
  {
    "start": 974.54,
    "end": 976.08,
    "text": "Ich habe das damals gelegentlich gemacht."
  },
  {
    "start": 976.78,
    "end": 980.7,
    "text": "Und zwar zum Thema importierter Antisemitismus."
  },
  {
    "start": 982.28,
    "end": 985.74,
    "text": "Das war noch bevor Mutti Merkel die Grenzen sperrangelweit öffnete."
  },
  {
    "start": 989.68,
    "end": 993.96,
    "text": "Das ist mein Claim to Fame, ich bin darauf sehr stolz, ich habe den Begriff erfunden."
  },
  {
    "start": 994.54,
    "end": 1005.86,
    "text": "Vor zwei, drei Wochen höre ich Radio oder sehe Fernsehen und höre, wie unser Innenminister Alexander Dobrin den Satz sagt, wir haben lange den importierten Antisemitismus unterschätzt."
  },
  {
    "start": 1006.48,
    "end": 1011.56,
    "text": "Ja, ich habe dann gerufen, ich nicht, aber ich glaube er hat es nicht mitbekommen, weil ich saß zu Hause."
  },
  {
    "start": 1012.3,
    "end": 1015.82,
    "text": "Aber das heißt, Sie glauben schon, dass das eine Wirkung hat, was Sie tun?"
  },
  {
    "start": 1016.14,
    "end": 1016.38,
    "text": "Nein."
  },
  {
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    "end": 1018.08,
    "text": "Das dann doch nicht."
  },
  {
    "start": 1018.22,
    "end": 1019.62,
    "text": "Nein, das hat keine Wirkung wirklich."
  },
  {
    "start": 1019.68,
    "end": 1028.56,
    "text": "Das hat keine Wirkung, um mit meinem großen Vorbild, Halbgott und Ideal zu sprechen, Hans-Dieter Hüsch, es bringt den Leuten ein wenig Trost."
  },
  {
    "start": 1029.22,
    "end": 1036.079,
    "text": "Und Sie merken, das habe ich vorhin schon versucht zu sagen, die Leute merken, dass sie mit den ganzen Frustrationen nicht alleine dastehen."
  },
  {
    "start": 1036.5,
    "end": 1043.2,
    "text": "Was ging Ihnen eigentlich durch den Kopf, also die... amerikanische Administration und insbesondere J.D."
  },
  {
    "start": 1043.359,
    "end": 1051.96,
    "text": "Vance angefangen hat, er hat das ja schon wiederholt gemacht, den Zustand der Meinungsfreiheit in Deutschland, aber auch in Europa zu kritisieren."
  },
  {
    "start": 1052.46,
    "end": 1054.28,
    "text": "Ich dachte wunderbar, endlich sagt es einer."
  },
  {
    "start": 1054.52,
    "end": 1057.62,
    "text": "Ich habe dann gedacht, hat er was von mir gelesen, nicht, dass wäre schon okay."
  },
  {
    "start": 1058.34,
    "end": 1059.5,
    "text": "Leider geht es bei J.D."
  },
  {
    "start": 1059.62,
    "end": 1059.94,
    "text": "Vance."
  },
  {
    "start": 1060.48,
    "end": 1069.2,
    "text": "Die Wertschätzung oder das Bedauende mit dem Verlust von Meinungsfreiheit in Europa nicht einher mit dem Verlust der Meinungsfreiheit in den USA."
  },
  {
    "start": 1070.04,
    "end": 1082.76,
    "text": "Also wenn Rapporte von Pressekonferenzen im Weißen Haus ausgesperrt werden, weil sie sich weigern, den Golf of Mexico, Golf of America zu nennen, Dann ist die Meinungsfreiheit leider auch in diesem wunderbaren Land schon leicht gefährlich."
  },
  {
    "start": 1082.8,
    "end": 1083.68,
    "text": "Ziemlich angeschlagen,"
  },
  {
    "start": 1083.74,
    "end": 1083.76,
    "text": "ja."
  },
  {
    "start": 1083.8,
    "end": 1084.56,
    "text": "Ziemlich angeschlagen."
  },
  {
    "start": 1085.08,
    "end": 1086.14,
    "text": "Es gibt aber andere Beispiele."
  },
  {
    "start": 1086.48,
    "end": 1089.02,
    "text": "Aber das eine Beispiel mit Dobrin, das fand ich absolut typisch."
  },
  {
    "start": 1089.6,
    "end": 1095.24,
    "text": "Ja, in aller Bescheidenheit, auf meinem Grabstein soll mal der Spruch stehen, immer eine Nasenlänge voraus."
  },
  {
    "start": 1095.88,
    "end": 1097.04,
    "text": "Sie sind auch von Garde."
  },
  {
    "start": 1097.82,
    "end": 1098.54,
    "text": "Ich hoffe es."
  },
  {
    "start": 1098.7,
    "end": 1102.0,
    "text": "Ich weiß, das klingt jetzt maßlos eitel und eingebildet, aber es ist tatsächlich so."
  },
  {
    "start": 1102.62,
    "end": 1105.48,
    "text": "Ich habe es erlebt, es war in den Sechs, es war aus den Sechs erschienen meinen."
  },
  {
    "start": 1106.12,
    "end": 1112.16,
    "text": "Wahrscheinlich erfolgreichstes Buch Horavir Kapitulieren, das war noch bevor Thilo Sarrazin seinen Deutschlandkritik schrieb."
  },
  {
    "start": 1112.74,
    "end": 1118.36,
    "text": "Und ich bin damals so zerrissen und verrissen worden, dass ich selbst anfing an mir zu zweifeln, nicht?"
  },
  {
    "start": 1118.82,
    "end": 1124.8,
    "text": "Die Leute, die ich damals verrissen haben, klauen bei mir jetzt ihre Geschichten oder ihre Ausdrücke oder ihre Sentenzen."
  },
  {
    "start": 1125.5,
    "end": 1130.08,
    "text": "Insofern bin ich tatsächlich wahrscheinlich avant-garde, aber ich finde das eigentlich ganz okay."
  },
  {
    "start": 1130.56,
    "end": 1133.2,
    "text": "Solange die avant-garde nicht der Kandent ist, kann man das doch leben."
  },
  {
    "start": 1134.14,
    "end": 1142.0,
    "text": "Was glauben Sie eigentlich, warum das sozusagen die Mühen in Deutschland mit dieser Meinungsfreiheit so ausgeprägt sind?"
  },
  {
    "start": 1142.04,
    "end": 1153.98,
    "text": "Ich meine, es gibt ja auch Studien, die besagen, dass eigentlich in Ländern, in denen rechtsextreme Äußerungen zum Beispiel in der Öffentlichkeit besonders stark unterdrückt werden, dass es da mehr rechtsextreme Gewalt gibt."
  },
  {
    "start": 1154.46,
    "end": 1160.98,
    "text": "Umgekehrt heißt es auch, dass da, wo man sich frei äußern kann, dass das eben nicht gleich Zutaten führt."
  },
  {
    "start": 1161.08,
    "end": 1163.18,
    "text": "Oder das ist ja auch so ein Schreckgespenst."
  },
  {
    "start": 1163.26,
    "end": 1174.0,
    "text": "oder so eine Idee in Deutschland, dass wenn man etwas sagt, dass möglicherweise ein bisschen radikal ist, dann führt das umgehend auch gleich zu tätlichen Handlungen, zu tätlicher Gewalt."
  },
  {
    "start": 1174.04,
    "end": 1176.08,
    "text": "Genau, es gibt diesen deutschen Dreisatz."
  },
  {
    "start": 1177.58,
    "end": 1179.56,
    "text": "Gedanken, Worte, Taten."
  },
  {
    "start": 1180.16,
    "end": 1184.66,
    "text": "Also jemand, der etwas denkt, wird das auch sagen und wenn er sagt, wird das zu Taten führen."
  },
  {
    "start": 1184.96,
    "end": 1185.88,
    "text": "Das kann schon sein."
  },
  {
    "start": 1186.0,
    "end": 1191.52,
    "text": "Das kann im einzelnen Fällen schon so sein, dass jemand mein Kampf ließt und dadurch zum Nazi wird."
  },
  {
    "start": 1191.6,
    "end": 1192.36,
    "text": "Das kann es geben."
  },
  {
    "start": 1193.0,
    "end": 1209.14,
    "text": "Aber im Prinzip ist eine extrem unfaire Argumentationsweise und der erste Ansatz zu einer Gedankenzensur, zu einer Gedankenkontrolle, zu einem orwellischen System, wenn man eine klare Kausalität herstellt, Gedanken, die über Worte zu Taten führen."
  },
  {
    "start": 1209.52,
    "end": 1211.34,
    "text": "Das ist alle Beste, das fällt mir gerade ein."
  },
  {
    "start": 1211.78,
    "end": 1232.58,
    "text": "Ich weiß nicht mehr, wann es war, aber kurz nach diesem furchtbaren Massenmord von Utea, ich hoffe, ihr habt sich die ausgesprochen, wo Herr Breivik wirklich eine größere Anzahl von Kindern ermordet hat, massakriert hat, hat die Frankfurter Rundschau darüber ein Artikel geschrieben und die Überschaft lauderte, Breivik und Bruder."
  },
  {
    "start": 1233.96,
    "end": 1237.22,
    "text": "Und ich fand das schon ziemlich stark breifig und broder."
  },
  {
    "start": 1237.6,
    "end": 1238.1,
    "text": "All the things."
  },
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    "start": 1238.14,
    "end": 1245.18,
    "text": "Die Frankfurter Rundschau vergleich mit mir in einem Massenmörder, weil der in seinen kruden Schriften irgendein Satz von mir zitiert hat."
  },
  {
    "start": 1245.86,
    "end": 1247.96,
    "text": "Okay, aber das habe ich dann zur Seite gelegt."
  },
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    "end": 1249.12,
    "text": "Ich habe da nichts mehr unternommen."
  },
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    "end": 1252.04,
    "text": "Ich habe aufgehört, die Frankfurter Rundschau zu lesen."
  },
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    "start": 1252.98,
    "end": 1254.52,
    "text": "was kein großer Verlust ist."
  },
  {
    "start": 1255.2,
    "end": 1263.34,
    "text": "Aber es ist in der Tat so, wie Sie es gerade gesagt haben, Leuten, die etwas Bestimmtes denken und darüber auch klarreden, wird unterstellt, dass sie Gewalt erfieden sind."
  },
  {
    "start": 1264.86,
    "end": 1270.06,
    "text": "Es gibt ja keine Floskel, die so oft in Deutschland gebraucht wird und benutzt wird, der Hass und Hetze."
  },
  {
    "start": 1271.12,
    "end": 1276.64,
    "text": "Kritik, radikale Kritik, auch grobe Kritik, wird inzwischen unter Hass und Hetzer subsumiert."
  },
  {
    "start": 1277.32,
    "end": 1280.4,
    "text": "Und beide sind Begriffe, die im Strafgesetzbuch nicht vorkommen."
  },
  {
    "start": 1281.0,
    "end": 1281.9,
    "text": "Das gibt es nicht."
  },
  {
    "start": 1282.42,
    "end": 1289.86,
    "text": "Das ist das wahrscheinlich, was Frau Feser meint, wenn sie sagt, niederschwellige Phänomene unterhalb der Strafbarkeitsgrenze."
  },
  {
    "start": 1290.72,
    "end": 1293.54,
    "text": "Ja, auf dieser Weise kann man freie Meinungen also auch ganz abschaffen."
  },
  {
    "start": 1293.58,
    "end": 1303.3,
    "text": "Und es ist natürlich zum Teil schon fast so, dass die, die am meisten sozusagen diesen Hass und diese Hetzer sie irgendwie bedauern oder entlarven wollen, dass sie"
  },
  {
    "start": 1303.84,
    "end": 1304.7,
    "text": "als Opfer fühlen."
  },
  {
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    "end": 1312.88,
    "text": "Und sie betreiben natürlich oft selber eine Art Hetze, indem sie Leute natürlich mit diesen Logons irgendwie traktieren."
  },
  {
    "start": 1313.14,
    "end": 1314.26,
    "text": "Ja genau, das ist der Fall."
  },
  {
    "start": 1314.9,
    "end": 1316.08,
    "text": "Ich weiß nicht, woher das kommt."
  },
  {
    "start": 1316.26,
    "end": 1317.08,
    "text": "Wissen Sie, das ist ja so."
  },
  {
    "start": 1317.2,
    "end": 1319.56,
    "text": "Alles, was ich mache, sind ja Fragestellungen."
  },
  {
    "start": 1319.62,
    "end": 1320.94,
    "text": "Ich lief ja keine Antworten."
  },
  {
    "start": 1321.46,
    "end": 1324.42,
    "text": "Ich werde oft gefragt, wenn ich irgendwo eine Fernstaltung habe."
  },
  {
    "start": 1324.74,
    "end": 1326.48,
    "text": "Ja, was schlagen Sie vorher, Bruder?"
  },
  {
    "start": 1326.56,
    "end": 1328.06,
    "text": "Welche Lösung bieten Sie an?"
  },
  {
    "start": 1328.58,
    "end": 1329.5,
    "text": "Ich habe keine Lösungen."
  },
  {
    "start": 1329.6,
    "end": 1335.26,
    "text": "Ich bin dazu da, den Leuten die Auswirklosigkeit zu zeigen und nicht zu sagen, wo der Notausgang liegt."
  },
  {
    "start": 1336.14,
    "end": 1339.56,
    "text": "Aber es gibt etwas, was sehr typisch für dieser Debatte hier ist."
  },
  {
    "start": 1339.94,
    "end": 1345.38,
    "text": "Hier findet eine permanente Ausgrenzung statt, die dann aber als Inklusion bezeichnet wird."
  },
  {
    "start": 1345.8,
    "end": 1347.54,
    "text": "Inklusion ist neben Diversität."
  },
  {
    "start": 1348.4,
    "end": 1351.1,
    "text": "Das sind die großen Gebote."
  },
  {
    "start": 1351.18,
    "end": 1355.9,
    "text": "Ja, Nummer elf und Nummer zwölf, glaube ich, wenn die anderen noch existieren."
  },
  {
    "start": 1356.36,
    "end": 1359.5,
    "text": "Und nehmen Sie zum Beispiel ein, die Floskel unserer Demokratie."
  },
  {
    "start": 1359.88,
    "end": 1366.94,
    "text": "Unsere Demokratie, dieses Possessivpronomen zeigt doch an, dass es noch eine andere Demokratie gibt, die nicht die Unser"
  },
  {
    "start": 1367.14,
    "end": 1367.22,
    "text": "ist."
  },
  {
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    "end": 1370.16,
    "text": "Das ist natürlich meistens, reicht ja auch Demokratie."
  },
  {
    "start": 1370.28,
    "end": 1373.38,
    "text": "Es muss eigentlich schon unsere liberale Demokratie sein."
  },
  {
    "start": 1373.42,
    "end": 1374.6,
    "text": "Unsere liberale Demokratie."
  },
  {
    "start": 1374.68,
    "end": 1376.52,
    "text": "Nein, Demokratie ist nicht gut genug."
  },
  {
    "start": 1377.06,
    "end": 1380.8,
    "text": "Also wirklich, ich habe mich selbst dabei ertappt, dass ich mal unsere Demokratie gesagt habe."
  },
  {
    "start": 1380.86,
    "end": 1381.92,
    "text": "Ich habe mich gleich dafür entschuldigt."
  },
  {
    "start": 1381.98,
    "end": 1382.56,
    "text": "Sind Sie erschrocken?"
  },
  {
    "start": 1382.64,
    "end": 1383.62,
    "text": "Ich bin vollkommen erschrocken."
  },
  {
    "start": 1384.08,
    "end": 1385.86,
    "text": "Ich denke, jetzt bin ich schon soweit, nicht?"
  },
  {
    "start": 1385.96,
    "end": 1387.58,
    "text": "Entweder Alzheimer oder Anpassung."
  },
  {
    "start": 1387.84,
    "end": 1392.8,
    "text": "Das ist eben die Land... Sie tausen sich an den Regierungssprecher heran, oder?"
  },
  {
    "start": 1392.84,
    "end": 1394.62,
    "text": "Ich versuche ein bisschen zu qualifiziert."
  },
  {
    "start": 1395.48,
    "end": 1402.52,
    "text": "Unsere Demokratie, wissen Sie, oder unser Rechtsstadt, ich meine... Man kann schon dankbar sein, dass wir eine Demokratie leben."
  },
  {
    "start": 1402.98,
    "end": 1415.52,
    "text": "In einem Land, das sich zweimal zwei extrem übler Diktaturen geleistet hat, für die aber keiner verantwortlich ist, nicht irgendwie waren die Nazis und die Kommunisten so Aliens, die hier gelandet sind und dann sind die wieder davon geflogen."
  },
  {
    "start": 1416.12,
    "end": 1428.86,
    "text": "Aber in einem solchen Land kann man schon dankbar sein für demokratische Zustände, aber ständig zu sagen unsere Demokratie und nicht zu merken, dass man damit inzwischen ungefähr ein Drilltendes Elektorat des Wählerstams ausschließt."
  },
  {
    "start": 1429.5,
    "end": 1437.58,
    "text": "Das kann kein demokratischer Begriff mehr sein, weil es nur noch darum geht, die innere Front zu härten und zu schließen, damit draußen welche bleiben."
  },
  {
    "start": 1437.98,
    "end": 1441.42,
    "text": "Ich finde auch den Umgang wie der AfD skandalös, absolut skandalös."
  },
  {
    "start": 1441.86,
    "end": 1448.28,
    "text": "So kann man mit einer Partei die sich demokratisch um Machtübernahme bemüht, nicht umgehen."
  },
  {
    "start": 1449.02,
    "end": 1449.12,
    "text": "Sie"
  },
  {
    "start": 1449.24,
    "end": 1451.58,
    "text": "halten die Brandmauerpolitik für ein Fehler?"
  },
  {
    "start": 1451.72,
    "end": 1452.68,
    "text": "Natürlich ist das ein Fehler."
  },
  {
    "start": 1452.74,
    "end": 1454.76,
    "text": "Die ganze Politik hat abgrenzungisten Fehler."
  },
  {
    "start": 1454.8,
    "end": 1467.14,
    "text": "Man muss ja mit denen nicht koalieren, aber zu sagen mit denen nicht und zugleich Koalitionen mit der Linkspartei einzugehen, die eine klare Nachfolgerin einer diktatorischen Organisation der SED und der Stasi."
  },
  {
    "start": 1468.28,
    "end": 1477.0,
    "text": "Nun sind ja jetzt in Deutschland oder es äußern sich auch immer wieder jüdische Bürger, die eben gerade diese Brandmauerpolitik komplett richtig finden."
  },
  {
    "start": 1477.06,
    "end": 1488.28,
    "text": "Und die sagen, das sei wirklich notwendig, denn wenn man das nicht machen würde, dann würde sozusagen ... Tür und Tore würden geöffnet für einen neuen Faschismus in Deutschland."
  },
  {
    "start": 1488.38,
    "end": 1490.06,
    "text": "Warum teilen Sie diese Sorge nicht?"
  },
  {
    "start": 1490.26,
    "end": 1494.38,
    "text": "Als Jude bin ich nicht verpflichtet, die Ansichten anderer dummer Juden zu teilen."
  },
  {
    "start": 1496.52,
    "end": 1500.82,
    "text": "Ich bitte Sie, Juden haben das Recht, dumm zu sein, wie nicht Juden auch."
  },
  {
    "start": 1501.0,
    "end": 1502.22,
    "text": "Und ich kenne diese Stimmen."
  },
  {
    "start": 1502.82,
    "end": 1509.66,
    "text": "Und ich glaube, dass die Juden, vor allem die Juden, aber nicht nur die meisten Deutschen auch, wir debattieren immer noch über dreißig."
  },
  {
    "start": 1510.24,
    "end": 1513.18,
    "text": "Die deutsche Antifa ist damit beschäftigt, die Machtergreifung."
  },
  {
    "start": 1513.22,
    "end": 1514.38,
    "text": "der Nazis zu verhindern."
  },
  {
    "start": 1514.82,
    "end": 1518.1,
    "text": "Ich bin, glaube ich, gut inzwischen achtzig oder neunzigjährig in Verspätung."
  },
  {
    "start": 1518.92,
    "end": 1526.3,
    "text": "Und ich sehe Demonstrationen, auf denen junge Menschen so Plakate und Zeichen hochhalten, auf denen sie das Hakenkreuz sehen."
  },
  {
    "start": 1526.74,
    "end": 1529.84,
    "text": "Und das Hakenkreuz wird von einer Antifaust durch Bord."
  },
  {
    "start": 1530.3,
    "end": 1531.9,
    "text": "Aber es ist immer noch das Hakenkreuz."
  },
  {
    "start": 1532.4,
    "end": 1536.62,
    "text": "Und von diesem Symbol des Nazismus geht offenbar eine große Faszination aus."
  },
  {
    "start": 1537.3,
    "end": 1541.18,
    "text": "Und natürlich sind Juden etwas anfälliger für hysterische Historie."
  },
  {
    "start": 1541.98,
    "end": 1551.12,
    "text": "Und es ist sehr schön und es ist eigentlich sehr bequem, die AfD zu haben, die man als Sündenburg nehmen kann für alles, was hier schiefläuft oder schief gelaufen ist."
  },
  {
    "start": 1551.76,
    "end": 1558.64,
    "text": "Aber ich frage mich, wieso richten wir unseren Zorn nicht auf die Linkspartei, die zur Hälfte aus Antisemiten besteht?"
  },
  {
    "start": 1559.08,
    "end": 1562.66,
    "text": "Ich habe Dietmar Bartsch, den ich schätze, es ist ein kloger Kopf und kein Antisemit."
  },
  {
    "start": 1563.14,
    "end": 1566.06,
    "text": "Ich habe Dietmar Bartsch mal im Scherz gefragt, ich habe ihm gesagt."
  },
  {
    "start": 1567.26,
    "end": 1570.48,
    "text": "Wenn du aus deiner Partei die Antisemitien rausschmeißt, wähle ich euch drauf."
  },
  {
    "start": 1570.52,
    "end": 1574.86,
    "text": "Dann guckt er mich an, grenzt er und sagt er, dann müsste ich die halbe Partei rausschmeißen."
  },
  {
    "start": 1574.9,
    "end": 1575.5,
    "text": "Können Sie lange"
  },
  {
    "start": 1575.58,
    "end": 1576.18,
    "text": "warten."
  },
  {
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    "end": 1577.2,
    "text": "Können Sie lange warten, ja."
  },
  {
    "start": 1577.76,
    "end": 1588.68,
    "text": "Nein, und wenn Sie sich angucken, wer heute sich gegen Israel engagiert, wer heute den Antisemitismus im Kostüm des Antizionismus auferstehen lässt, dann ist es nicht die AfD, es ist die Linkspartei."
  },
  {
    "start": 1588.88,
    "end": 1599.54,
    "text": "Wobei, ich meine, aus der AfD gab es schon auch irritierende Bemerkungen, die so, ja, im Sinne an ... Rehabilisierung deutscher Soldaten im Zweiten Weltkrieg."
  },
  {
    "start": 1600.08,
    "end": 1603.9,
    "text": "Also da gab es natürlich X irritierende Stellungnahmen."
  },
  {
    "start": 1603.94,
    "end": 1604.24,
    "text": "Richtig."
  },
  {
    "start": 1604.36,
    "end": 1607.44,
    "text": "Die gab es in der Vergangenheit auch seitens der CDU und der FDP."
  },
  {
    "start": 1608.08,
    "end": 1609.72,
    "text": "Das ist schon fast ein deutscher Standard."
  },
  {
    "start": 1609.8,
    "end": 1612.4,
    "text": "Es ist ein deutscher Standard und es ist vielleicht eine Entwicklungsphase."
  },
  {
    "start": 1612.5,
    "end": 1614.6,
    "text": "Davon wird sich die AfD hoffentlich auch befreien."
  },
  {
    "start": 1615.04,
    "end": 1619.98,
    "text": "Aber es gab zum Beispiel die beste Rede zu einer Auskonflikt, hat vor Kurzem Alexander Gauland gehalten."
  },
  {
    "start": 1620.5,
    "end": 1622.9,
    "text": "Und darüber haben meine Kollegen nicht berichtet."
  },
  {
    "start": 1622.94,
    "end": 1624.46,
    "text": "Es war eine hervorragende Rede."
  },
  {
    "start": 1625.28,
    "end": 1630.14,
    "text": "Zum Auskonflikt, zum Gasakonflikt, nach aktuellen Rädern, weil sich auch auf die Geschichte bezog."
  },
  {
    "start": 1630.62,
    "end": 1633.68,
    "text": "Und so eine Räder hätte ich gerne von dem Grünen oder von dem Linken gehört."
  },
  {
    "start": 1634.06,
    "end": 1648.94,
    "text": "Alexander Gauland war kürzlich auch in diesem Podcast und er hat, wie ich finde, noch eine interessante Sache gesagt, dass er findet in Deutschland sei es besonders schwer, mit Menschen befreundet zu sein, die irgendwie eine politisch andere Meinung haben."
  },
  {
    "start": 1649.02,
    "end": 1650.3,
    "text": "Glauben Sie, dass das stimmt?"
  },
  {
    "start": 1650.76,
    "end": 1652.04,
    "text": "Besonders schwer stimmt nicht."
  },
  {
    "start": 1652.08,
    "end": 1653.36,
    "text": "Es ist mission impossible."
  },
  {
    "start": 1653.54,
    "end": 1654.94,
    "text": "Ihr habt keine linken Freunde."
  },
  {
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    "end": 1658.06,
    "text": "Lassen Sie mich kurz nachdenken können?"
  },
  {
    "start": 1658.34,
    "end": 1659.3,
    "text": "Nein, ich glaube nicht."
  },
  {
    "start": 1659.72,
    "end": 1661.26,
    "text": "Ich habe linke Ex-Freunde."
  },
  {
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    "end": 1661.66,
    "text": "Nein."
  },
  {
    "start": 1662.42,
    "end": 1664.36,
    "text": "Ich habe Freunde, die Ex-Linke sind."
  },
  {
    "start": 1665.08,
    "end": 1673.9,
    "text": "Reinhard Mohr hat gerade mit einem Kollegen, mit Herrn Kulke, ein Buch herausgegeben, für das ich auch ein Kapitel geschrieben habe, warum wir keine Linken mehr sind."
  },
  {
    "start": 1674.12,
    "end": 1677.32,
    "text": "Das wird im Frühjahr erscheinen und ich hoffe ordentlich für Aufregung sorgen."
  },
  {
    "start": 1677.82,
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    "text": "Und das sind alles ehemalige Linke."
  },
  {
    "start": 1679.54,
    "end": 1681.86,
    "text": "Und ich weiß nicht, ob ich ein ehemaliger Linke bin."
  },
  {
    "start": 1681.94,
    "end": 1683.66,
    "text": "Eigentlich finde ich, ich bin immer noch ein Linker."
  },
  {
    "start": 1684.38,
    "end": 1686.06,
    "text": "Aber ich nehme ein konservativer Linke."
  },
  {
    "start": 1687.62,
    "end": 1691.24,
    "text": "Ich bin ein Linke, der sich unsere Demokratie wirklich sorgend macht."
  },
  {
    "start": 1691.34,
    "end": 1692.58,
    "text": "Also liberal und demokratisch."
  },
  {
    "start": 1692.76,
    "end": 1709.32,
    "text": "Aber sie sind auch ein Linke der, und das wurde Ihnen ja ganz übel genommen, einmal bei der AfD eine Rede gehalten hat und dann auch noch... Kontakt schuld in eine Umarmung von Allisweidel geraten sind."
  },
  {
    "start": 1709.7,
    "end": 1710.14,
    "text": "Ja, ja."
  },
  {
    "start": 1710.74,
    "end": 1712.42,
    "text": "Sie haben alles ordentlich nachgelesen."
  },
  {
    "start": 1713.46,
    "end": 1714.26,
    "text": "Ja, natürlich."
  },
  {
    "start": 1714.3,
    "end": 1715.06,
    "text": "Das war sehr lustig."
  },
  {
    "start": 1715.18,
    "end": 1723.32,
    "text": "Die AfD hat mich eingeladen vor der Fraktion der Rede zu halten und ich habe das als Gelegenheit genutzt, der Partei zu sagen, was ich denke, was ich von ihr halte."
  },
  {
    "start": 1723.88,
    "end": 1727.16,
    "text": "Es war wirklich eine richtig gute Rede, sage ich in aller Bescheidenheit."
  },
  {
    "start": 1727.98,
    "end": 1736.68,
    "text": "Und ich kann mich noch gut erinnern am Morgen nach dieser Rede, die wirklich... Ich fand die schon bahnbrechend, aber das war nicht, was die Leute beeindruckt haben."
  },
  {
    "start": 1736.72,
    "end": 1739.48,
    "text": "Die meinten, ich habe mich damit meinen Posten bei der AfD beworben."
  },
  {
    "start": 1739.94,
    "end": 1745.04,
    "text": "Und haben Sie damit gerechnet, dass das genau diese Mechanismen in Gang setzen würde?"
  },
  {
    "start": 1745.16,
    "end": 1759.12,
    "text": "Oder waren Sie dann doch noch mal ein bisschen überrascht über die Unerbittlichkeit, dass eben ... Wir haben jetzt immer wieder von diesen Ausschlussprinzipien geredet und es darf nicht zusammenkommen, es darf nicht miteinander reden, was nicht zusammen gehört."
  },
  {
    "start": 1759.24,
    "end": 1763.54,
    "text": "Und wenn das Durchstab findet, dann sind Sie halt auch gleich ein Rechtsradikaler."
  },
  {
    "start": 1764.22,
    "end": 1773.2,
    "text": "Ganz Deutschland zittert, wenn in einem Kaff wie Bad Önhausen oder irgendwo ein AfD-Politikert und stellvertretenden Bürgermeister gewählt wird."
  },
  {
    "start": 1774.1,
    "end": 1778.98,
    "text": "Da zittert die ganze Republik, offenbar ist dann die Videokette des Nazismus schon besiegelt."
  },
  {
    "start": 1779.42,
    "end": 1791.56,
    "text": "Also bei dieser Rede von der AfD-Fraktion, ich wusste, es wird irgendwie Ärger geben, aber dieser Art von massiven Ärger, auch dieser Art von Hass und Hetzer, die gegen mich an den Gang gekommen ist, damit habe ich nicht gerechnet."
  },
  {
    "start": 1792.28,
    "end": 1794.46,
    "text": "Also meine Vorstellungskraft reichte nicht dazu."
  },
  {
    "start": 1795.16,
    "end": 1807.02,
    "text": "Es war eine anständige Rede und die konnte dann jeder nachlesen und die Erregung legte sich nachdem die Leute Gelegenheit die Rede zu lesen und ich hätte auch jede andere Einladung angenommen."
  },
  {
    "start": 1807.06,
    "end": 1812.32,
    "text": "Ich finde das eine tolle Geschichte, wenn ein Partei so ein Rohrstöre wie mich einlädt, dazu reden."
  },
  {
    "start": 1812.7,
    "end": 1815.48,
    "text": "Kann man sie publizistisch noch verletzen?"
  },
  {
    "start": 1816.14,
    "end": 1819.76,
    "text": "Ja, wenn man mich langweilig finden würde und das ist immer meine größte Angst."
  },
  {
    "start": 1820.46,
    "end": 1822.18,
    "text": "Das hört man aber nie, liest man nie."
  },
  {
    "start": 1822.34,
    "end": 1822.44,
    "text": "Nein,"
  },
  {
    "start": 1822.48,
    "end": 1823.14,
    "text": "das liest man nicht."
  },
  {
    "start": 1823.52,
    "end": 1832.06,
    "text": "Aber ab und zu, wenn ich im Flugzeug in der Bahn sitze, sehe ich wie jemand etwas von mir liest und dann gucke ich ganz aufgeregt immer hinüber, ob er zu Ende liest oder nicht."
  },
  {
    "start": 1833.02,
    "end": 1835.34,
    "text": "Und ich weiß, dass das vollkommen unreif ist."
  },
  {
    "start": 1835.4,
    "end": 1837.38,
    "text": "Ich mache das Ganze erst seit sechzig Jahren."
  },
  {
    "start": 1838.14,
    "end": 1842.46,
    "text": "Ich könnte viel langsamer daran gewöhnen, aber nein, ich bin immer noch der Anfänger."
  },
  {
    "start": 1842.54,
    "end": 1846.74,
    "text": "Ich habe auch immer das Gefühl, mit jeder Geschichte, die ich anfange, besiegle ich mein Ende."
  },
  {
    "start": 1847.0,
    "end": 1850.0,
    "text": "Jetzt, mit dieser Geschichte, wird klar, dass ich es doch nicht kann."
  },
  {
    "start": 1851.06,
    "end": 1854.06,
    "text": "Und irgendwie auch in der Rätselhafte Weise komme ich damit durch."
  },
  {
    "start": 1854.1,
    "end": 1865.68,
    "text": "Also wir das letzte Mal miteinander geredet haben, das war, das war, das war, das war, das war, das war, das war, das war, das war, das war, das war, das war, das war, das war, das war, das war, das war, das war, das war, das war, das war, das war, das war, das war, das war, das war, das war, das war, das war, das war, das war, das war, das war, das war, das war, das war, das war, das war, das war, das war, das war, das war, das war, das war, das war, Es gibt eine Dominanz des Absurden."
  },
  {
    "start": 1865.94,
    "end": 1873.46,
    "text": "Alles was früher bei Ionesco auf der Bühne stattfand oder bei Monty Python im Film gespielt wurde, findet jetzt wirklich statt."
  },
  {
    "start": 1873.9,
    "end": 1875.78,
    "text": "Ja, das ist heute noch toller."
  },
  {
    "start": 1876.6,
    "end": 1881.62,
    "text": "Noch toller, weil die Verbreitung des Absurden hat noch viel mehr Bühnen und Transportwege gefunden."
  },
  {
    "start": 1881.7,
    "end": 1883.36,
    "text": "Deutschland ist ein Comedy-Act, wirklich."
  },
  {
    "start": 1884.14,
    "end": 1891.38,
    "text": "Es wird absurder, weil... Es überhaupt gar keine Begrenzung der deutschen Selbstüberhebung der Selbstüberschätzung gibt."
  },
  {
    "start": 1891.92,
    "end": 1897.2,
    "text": "Der Satz, gerade wir als Deutscher, war schon immer im Umlauf, aber das war noch nie so im Umlauf wie heute."
  },
  {
    "start": 1897.88,
    "end": 1900.12,
    "text": "Wir als Deutsche müssen in Deutschland das Klima retten."
  },
  {
    "start": 1900.74,
    "end": 1915.34,
    "text": "Der Umweltminister Carsten Schneider, der hat neulich diesen wahnsinnigen Satz gesagt, im Radio, ich habe es live gehört, im Berliner Rundfunk, wir werden dem Klima-Einhalt gebieten."
  },
  {
    "start": 1918.0,
    "end": 1922.38,
    "text": "Wissen Sie also, mehr deutschen Größenwand kann es nicht geben."
  },
  {
    "start": 1923.2,
    "end": 1926.04,
    "text": "Und das Komische ist, der einzige, der drüber lacht, bin ich."
  },
  {
    "start": 1926.16,
    "end": 1926.94,
    "text": "Das lacht keine."
  },
  {
    "start": 1927.08,
    "end": 1927.2,
    "text": "Ich"
  },
  {
    "start": 1927.36,
    "end": 1928.5,
    "text": "habe jetzt auch ein bisschen geschmutzelt."
  },
  {
    "start": 1928.54,
    "end": 1930.56,
    "text": "Sie haben auch geschmutzelt, aber Sie sind Schweizer."
  },
  {
    "start": 1930.64,
    "end": 1932.98,
    "text": "Sie haben schon als was anderes Humor verstanden ist."
  },
  {
    "start": 1933.92,
    "end": 1942.62,
    "text": "Und was ich Spanen fand, vorher haben Sie gesagt, Sie sind Ihren Eltern dankbar, dass Sie mit Ihnen nach Deutschland gekommen sind."
  },
  {
    "start": 1943.34,
    "end": 1949.84,
    "text": "Haben Sie das nicht auch mal ein bisschen verwunschen und gedacht, warum haben die mich überhaupt in dieses verrückte Land geschleppt?"
  },
  {
    "start": 1950.08,
    "end": 1952.02,
    "text": "Warum konnten wir nicht einfach in Polen bleiben?"
  },
  {
    "start": 1952.26,
    "end": 1953.84,
    "text": "Nein, daran habe ich nie gedacht."
  },
  {
    "start": 1953.92,
    "end": 1957.72,
    "text": "Ich habe inzwischen eine gewisse Affinität zu Polen entdeckt, fahre auch relativ oft drüber."
  },
  {
    "start": 1958.28,
    "end": 1959.12,
    "text": "Das ist wahrscheinlich so."
  },
  {
    "start": 1959.84,
    "end": 1963.22,
    "text": "die aufkeimende, liebe, alte Menschen zu ihren kindlichen Anfängen."
  },
  {
    "start": 1963.92,
    "end": 1970.46,
    "text": "Aber ich war wirklich dankbar, weil ich hätte sonst wirklich die besten Jahre meines Lebens in einer kommunistischen Diktatur verbracht."
  },
  {
    "start": 1971.0,
    "end": 1974.8,
    "text": "Ich wäre von dort nie nach Island gekommen."
  },
  {
    "start": 1975.0,
    "end": 1979.32,
    "text": "Ich hätte nie Mozzarella gehabt oder bis bis neunundachtzig zumindest."
  },
  {
    "start": 1979.36,
    "end": 1980.18,
    "text": "Zu spät, Mozzarella."
  },
  {
    "start": 1980.22,
    "end": 1980.28,
    "text": "Zu"
  },
  {
    "start": 1980.38,
    "end": 1981.6,
    "text": "spät, zu spät, ja."
  },
  {
    "start": 1982.18,
    "end": 1983.6,
    "text": "Nein, ich war meinen Eltern wirklich dankbar."
  },
  {
    "start": 1983.64,
    "end": 1985.52,
    "text": "Für die war das eine ungeheuerliche Strapaze."
  },
  {
    "start": 1986.04,
    "end": 1987.88,
    "text": "Und ich habe hier ein gutes Leben gehabt, wirklich."
  },
  {
    "start": 1988.34,
    "end": 1988.88,
    "text": "Ich rede schon so."
  },
  {
    "start": 1989.2,
    "end": 1989.24,
    "text": "Ich"
  },
  {
    "start": 1990.1,
    "end": 1993.18,
    "text": "dachte ich jetzt gerade, wirken sehr lebendig hier."
  },
  {
    "start": 1993.86,
    "end": 1999.06,
    "text": "Na gut, ich gehe auf die Achtzig zu nicht und ich merke so, das Reisen fällt einem nicht mehr so leicht."
  },
  {
    "start": 1999.7,
    "end": 2004.36,
    "text": "und wenn ich ausnahmsweise einen Bus nehme, dann muss ich mich schon festhalten, wenn ich ein und aus steige."
  },
  {
    "start": 2004.9,
    "end": 2006.6,
    "text": "Früher habe ich das frei füßig gemacht."
  },
  {
    "start": 2007.22,
    "end": 2009.76,
    "text": "Aber nein, das war im Großen und Ganzen sehr okay, sehr okay."
  },
  {
    "start": 2009.84,
    "end": 2018.46,
    "text": "Ich habe mich hier ausgetobt, ich habe hier weitgehend gemacht, was ich wollte, das bisschen... Sie"
  },
  {
    "start": 2023.62,
    "end": 2028.1,
    "text": "haben ja auch mal provokativ und eben das ist schon interessant, dass das provokativ ist gesagt."
  },
  {
    "start": 2028.14,
    "end": 2029.86,
    "text": "Sie ist ein deutscher Patriot."
  },
  {
    "start": 2030.84,
    "end": 2032.94,
    "text": "Ja, ja, ab und zu bin ich das wirklich."
  },
  {
    "start": 2033.58,
    "end": 2034.98,
    "text": "Aber nur kurz und vorüber geht."
  },
  {
    "start": 2035.34,
    "end": 2040.82,
    "text": "Und worauf speist ich der Stolz bei all diesen Vorbehalten gegenüber diesem Land?"
  },
  {
    "start": 2040.86,
    "end": 2041.5,
    "text": "Weil"
  },
  {
    "start": 2041.54,
    "end": 2049.42,
    "text": "dieses Land im ganzen gut funktioniert oder gut funktioniert hat, bevor die CDU beschlossen hat es zu ruinieren, mithilfe der SPD."
  },
  {
    "start": 2050.32,
    "end": 2054.1,
    "text": "Allerdings habe ich die besten zehn Jahre meines Lebens gehabt, als ich in Israel gelebt habe."
  },
  {
    "start": 2054.84,
    "end": 2056.32,
    "text": "Ich kam zurück und war geheilt."
  },
  {
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    "end": 2067.44,
    "text": "Ich ging nach Israel aus sehr privaten Gründen, kam dann zurück auch aus privaten Gründen nach zehn Jahren und dann habe ich gemerkt, dass ich schon ganz woanders bin als die Juden, die hier leben."
  },
  {
    "start": 2067.659,
    "end": 2068.62,
    "text": "Geheilt wovon?"
  },
  {
    "start": 2068.8,
    "end": 2071.219,
    "text": "Von der Vorstellung, dass da das Leben besser ist."
  },
  {
    "start": 2071.3,
    "end": 2071.58,
    "text": "Genau."
  },
  {
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    "end": 2072.92,
    "text": "Das ist das eine."
  },
  {
    "start": 2073.02,
    "end": 2079.739,
    "text": "und vor allem Gehalt von der Vorstellung, dass es meine Aufgabe ist, die Deutschen zu erziehen oder sie zu heilen."
  },
  {
    "start": 2080.32,
    "end": 2085.06,
    "text": "Wissen Sie, es hat ja diese wunderbare Überleben der Margot Friedländer gegeben."
  },
  {
    "start": 2086.5,
    "end": 2090.84,
    "text": "hat sich zur Aufgabe gemacht, zu verhindern, dass es ein Viertes Reich geben wird."
  },
  {
    "start": 2090.92,
    "end": 2095.92,
    "text": "Und sie hat auch immer wieder den Deutschen erklärt, was für Verbrechen ihre Eltern begangen haben."
  },
  {
    "start": 2096.26,
    "end": 2098.34,
    "text": "Ich habe nie diesen Drang gehabt, Leute zu erziehen."
  },
  {
    "start": 2098.84,
    "end": 2109.1,
    "text": "Und als ich zurückkam, nach zehn Jahren in Israel und immer noch merkte, es gibt Arbeitskreise hier, deutsche jüdische Arbeitskreise, dachte ich, mein Gott, womit verschwenden die ihre Lebenszeit?"
  },
  {
    "start": 2109.14,
    "end": 2113.58,
    "text": "Warum sitzen sie nicht in Kaffee und essen eine Schwarzwälder Torte nach der anderen?"
  },
  {
    "start": 2114.62,
    "end": 2122.78,
    "text": "Ja, aber manchmal bin ich schon wirklich ein Patriot, ganz im Ernst, wenn ich zum Beispiel sehe, dass ein deutscher Forscher in Wissenschaft den Nobelpreis bekommt."
  },
  {
    "start": 2122.82,
    "end": 2123.96,
    "text": "Das freut mich ausgesprochen."
  },
  {
    "start": 2124.6,
    "end": 2132.88,
    "text": "Oder wenn ich zum Beispiel höre, dass der Grundbesitz der Deutschen heute Also die Leute, die Finkas haben und Grundstücke in Spanien, Portugal war auch immer."
  },
  {
    "start": 2133.34,
    "end": 2139.14,
    "text": "Der deutsche Grundbesitz heute ist größer als der Verlust der Ostgebiete nach dem Krieg."
  },
  {
    "start": 2139.82,
    "end": 2140.28,
    "text": "Und ich denke..."
  },
  {
    "start": 2140.56,
    "end": 2142.06,
    "text": "Dann schwenken Sie mit der Fahne."
  },
  {
    "start": 2142.3,
    "end": 2144.46,
    "text": "Ja, ich denke, das ist auch eine Friedensgarantie."
  },
  {
    "start": 2144.92,
    "end": 2151.8,
    "text": "Wenn einem Deutschen die Finka viel wichtiger ist als die deutsche Flagge über Königsberg, dann ist das wieder ein ganz normales Volk geworden."
  },
  {
    "start": 2152.12,
    "end": 2154.98,
    "text": "Sie haben gesagt, Sie geben eigentlich keine Ratschläge."
  },
  {
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    "end": 2157.02,
    "text": "Ich möchte Sie jetzt aber trotzdem darum bitten."
  },
  {
    "start": 2157.32,
    "end": 2159.56,
    "text": "Sie haben jetzt betont Deutschland."
  },
  {
    "start": 2159.64,
    "end": 2164.9,
    "text": "Sie sehen eigentlich, das Land wird immer repressiver in mancherlei Hinsicht."
  },
  {
    "start": 2164.96,
    "end": 2168.22,
    "text": "Sie betonen auch die Allgegenwarte des Absurden."
  },
  {
    "start": 2169.26,
    "end": 2172.12,
    "text": "Was raten Sie unseren Hörerinnen und Hörern?"
  },
  {
    "start": 2172.32,
    "end": 2175.38,
    "text": "Wie wird man nicht verrückt in diesem Deutschland?"
  },
  {
    "start": 2176.24,
    "end": 2177.06,
    "text": "Ich weiß es nicht."
  },
  {
    "start": 2178.12,
    "end": 2179.52,
    "text": "Wir reden schon eine Weile miteinander."
  },
  {
    "start": 2179.64,
    "end": 2182.58,
    "text": "Zum ersten Mal fühle ich mich von Ihnen überfahren und überfordert."
  },
  {
    "start": 2183.28,
    "end": 2184.06,
    "text": "Zum ersten Mal."
  },
  {
    "start": 2184.1,
    "end": 2186.22,
    "text": "Ich mache immer einen Job schlecht."
  },
  {
    "start": 2187.44,
    "end": 2188.96,
    "text": "Nein, nein, Sie machen den Job schon prima."
  },
  {
    "start": 2189.06,
    "end": 2190.8,
    "text": "Nein, ich weiß es wirklich nicht."
  },
  {
    "start": 2190.94,
    "end": 2196.98,
    "text": "Ich kenne auch sehr angenehme, nette Menschen, die sich über all das worüber ich mich aufrege, nicht aufregen."
  },
  {
    "start": 2197.18,
    "end": 2199.22,
    "text": "Und ich bin da noch ein bisschen neidisch auf diese Leute."
  },
  {
    "start": 2199.96,
    "end": 2204.76,
    "text": "Weil die können sich wirklich so jeden Scheiß im Fernsehen angucken, ohne daran zu verzweifeln."
  },
  {
    "start": 2205.18,
    "end": 2207.88,
    "text": "Ich muss einmal Monito sehen, nicht mit Herrn Restler."
  },
  {
    "start": 2208.76,
    "end": 2214.62,
    "text": "Und schon denke ich, soll ich mich jetzt bewaffnen oder vielleicht noch ein paar Schlösser an meine Wohnungstür einbringen."
  },
  {
    "start": 2215.56,
    "end": 2217.14,
    "text": "Aber man muss daran nicht verrückt werden."
  },
  {
    "start": 2217.18,
    "end": 2222.3,
    "text": "Es ist völlig okay, wenn Leute das alles normal finden und sich ganz einfach um ihr kleines privates Glück kümmern."
  },
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    "start": 2222.34,
    "end": 2223.3,
    "text": "Das nehme ich keinem üben."
  },
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    "start": 2223.84,
    "end": 2225.66,
    "text": "Und Sie schreiben einfach einen Artikel."
  },
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    "start": 2226.3,
    "end": 2229.46,
    "text": "Ja, ich schreibe ein Artikel und zwischendurch zwinge ich mich nicht zu schreiben."
  },
  {
    "start": 2229.88,
    "end": 2238.38,
    "text": "Ich hatte nämlich eine medizinische Behandlung, da musste ich aussetzen und ich merke nach drei Tagen nicht schreiben, bin ich dermaßen aufgeladen, dass ich es nicht mehr aushalte."
  },
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    "text": "Ganz im Ernst."
  },
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    "text": "Das Schreiben ist für mich Therapie und die kleinen Fernsehauftritte, die ich habe auch."
  },
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    "start": 2243.8,
    "end": 2248.12,
    "text": "Ja, also auch insofern, was wir hier machen, ist ein therapeutisches"
  },
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    "text": "Gespräch."
  },
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    "end": 2250.92,
    "text": "Es ist ein therapeutisches Gespräch, ja, ja, ja."
  },
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    "end": 2254.76,
    "text": "Ich hoffe, die Hörerinnen und Hörer würdigen das auch in dieser Weise."
  },
  {
    "start": 2255.16,
    "end": 2257.98,
    "text": "Herr Broder, vielen Dank für dieses Gespräch."
  },
  {
    "start": 2258.04,
    "end": 2259.34,
    "text": "Vielen Dank, dass Sie da waren."
  },
  {
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    "end": 2260.28,
    "text": "Ich danke Ihnen."
  },
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    "end": 2264.52,
    "text": "Das war Machtspiel mit Henry Cam Broder."
  },
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    "end": 2266.04,
    "text": "Ich bin Benedikt Neff."
  },
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    "start": 2266.54,
    "end": 2272.12,
    "text": "Anregungen, Kommentare und alles, was ihr uns sagen wollt, gern an machtspiel.nz.de."
  },
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    "start": 2274.08,
    "end": 2279.1,
    "text": "Links zum Thema findet ihr in den Show-Notes und wir sind nächste Woche wieder für euch da."
  },
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    "text": "Ciao."
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    "text": "Servus."
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    "text": "Grüezi!"
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