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    "text": "Dieser Podcast wird präsentiert von XBionic, offizieller Ausrüster von Swiss-Gi und Sport-Eighersteller für Wintersport, Trail-Running und Cycling."
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    "text": "NZZ-Aktzent."
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    "text": "Zwei Jahre hast du Rewald über das Massaker vom siebten Oktober und den Gaserkrieg berichtet."
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    "text": "Und über Gaza eigentlich weitgehend von außen, weil Journalisten konnten ja nicht selbst nach Gaza gehen."
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    "text": "Also die israelische Armee hat keine unabhängige Berichterstattung erlaubt."
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    "text": "Und eigentlich muss ich sagen, ich sehe das, was von... Schejaja übrig geblieben ist."
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    "text": "Denn dort, wo eines diese Häuser östlich der größten Stadt von Gaza standen, da ist heute nur noch Schutt und Grüll."
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    "text": "Und ich stehe dort aus so einem Hügel, aus Westen vom Mittelmeer weht ein heißer Wind über die Überreste dieses Quartiers."
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    "text": "In der Ferne sehe ich da noch einige Häuser, ausgebompte Häuser in mitten der Trümer."
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    "text": "Aber das, was ganz nah an mir dran ist, da steht wirklich gar nichts mehr."
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    "text": "Das ist einfach nur noch Schutt."
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    "text": "Und als ich das gesehen habe, da habe ich mich im ersten Moment doch sehr überwältigt gefühlt."
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    "text": "Also, ich glaube, viele kennen diese Bilder."
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    "text": "Aber wenn man dann nochmal davor steht und wirklich so weit das Auge reicht, Nur Ruinen, nur Trümmer sieht."
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    "text": "Das löst noch mal was anderes in einem aus."
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    "text": "Und was ich dann auch erst im zweiten Moment bemerkt habe, ist, dass die einzigen sichtbaren Lebewesen aus Gaza, die waren so kleine Hunde, die dort um mich herumstreuen."
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    "text": "Also manchmal ganz, ganz selten war es, der Ferne geschützfeuer zu hören oder so das Suchen einer kreisenden Drohne über mir, aber ansonsten herrschte dort gespenstische Stille."
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    "text": "Unser Korrespondent hat intensiv über den Gaserkrieg berichtet."
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    "text": "Das wenige, was er jetzt im Gasastreifen sieht, schockiert ihn trotzdem, sagt River Toffer."
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    "text": "Wie gesagt, bis heute werden keine Journalisten in den Gasastreifen einfach so reingelassen, um frei zu berichten."
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    "text": "und bei mir lief das dann so, dass ich einen Anruf von einer Presseoffizierin der israelischen Streitkräfte erhalten habe und sie hat mir gesagt, es gäbe jetzt eben die Möglichkeit mit Truppen, die Demakationslinie im Gaserstreifen zu besichtigen."
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    "text": "die derzeit, seitdem der Waffenstillstand am zehnten Oktober ausgerufen worden ist, den Gaserstreifen faktisch zweiteilt."
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    "text": "Also im Osten dort nahe an der israelischen Grenze, da sind immer noch israelische Truppen stationiert und im Westen dort haben sie sich zurückgezogen, also das ist die Fläche nahe an der Küste und dort hat relativ schnell weitestgehend die Hamas wieder die Kontrolle übernommen."
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    "text": "Ich nehme dann an, du konntest einfach in diesen östlichen Teil, also wo die Armee noch die Kontrolle hat, da konntest du rein."
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    "text": "Dann sind wir alle zusammen in ein Laster gestiegen und dort wenige hundert Meter in diesem offenen Militärlastwagen in den östlichen Teil Gasers gefahren, den Israel eben immer noch kontrolliert."
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    "text": "bei diesen geführten Touren weicht eigentlich die israelischen Soldaten einem nicht von der Stelle."
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    "text": "Und da ist es auch eben nur möglich, wie du schon gesagt hast, in diesen Teil zu gehen, also nicht in den westlichen Teil, wo so gut wie alle palästinensischen Zivilisten aus Gaza jetzt leben."
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    "text": "Und so ist es uns auch nicht möglich, mit Menschen aus Gaza zu sprechen während dieser geführten Touren."
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    "text": "Du kannst nicht mit den Leuten sprechen, aber du kannst dich quasi umschauen."
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    "text": "Was siehst du denn da?"
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    "text": "Ja, also wir fahren eben nur wenige Minuten mit diesem Militärlastwagen hinein in den Gasastreifen und dann kommen wir relativ bald an bei einer israelischen Militärbasis und dort steigen wir aus aus dem Lastwagen und dann steigen wir auf einen Hügel auf so einen Erdhügel und erst hinter dem Hügel, da sehen wir dann, was von Gaza übrig geblieben ist nach diesen zwei Jahren Krieg und wir sehen wirklich eine unermessliche, also wirklich eine unfassbare Zerstörung."
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    "text": "Und das liegt eben vor allem daran, dass auch dort mein Eindruck war, dass sich das Gefühl verbreitet hat, die großen Kämpfe, die es ja noch im September gegeben hat, die seien weitgehend vorbei."
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    "text": "Der israelische Presseoffizier dort hat gesagt, es gäbe noch einige hundert Hamas-Kämpfer auf der östlichen Seite der Game-Linie, also auf diesem Gebiet, das Israel kontrolliert."
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    "text": "Uns wurde dort auch gesagt, Israel hätte weitere Tunnel immer noch entdeckt und auch neue Waffen, die teilweise auf der israelischen Seite sind."
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    "text": "es scheint, als müssten sie dort in der meisten Zeit eben nicht sehr viel sichern, weil eben an dieser gelben Linie fast niemand mehr ist."
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    "text": "Es geht nicht um ein Produkt, es geht um das Gefühl."
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    "text": "Was sagt denn eigentlich die israelische Armee zu dieser Zerstörung?"
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    "text": "Und einen Kollegen hat den israelischen Militärsprecher, der dort mit uns war, nach der Zerstörung gefragt."
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    "text": "Also eine so massive, umfassende Zerstörung."
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    "text": "Und die israelische Armee hat darauf erwidert, dass die Zerstörung an sich kein Ziel... Sie hat das mehr so dargestellt, die Soldaten hätten keine Wahl gehabt."
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    "text": "Sie geben eben die Schuld der Hamas, weil die Hamas den Krieg geführt hat, wie sie ihn geführt hat, also sich eben gezielt in ziviler Insprachstruktur verschanzt hat."
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    "text": "Und der Militärsprecher hat uns dort auch gesagt, überall in diesen Häusern, die wirklich dem Erdboden gleichgemacht sind, also wo gar nichts mehr steht, dort seien eben Sprengfallen gewesen, dort seien Panzerfäuste gewesen oder eben auch Stellungen von Scharfschützen."
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    "text": "und er stellt es so dar, als hätte die israelische Armee gar keine Wahl gehabt, als wirklich alles komplett Platz zu machen."
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    "text": "Es gibt einzelne Videos, die die israelische Armee vorlegt, etwa zum Beispiel von Hamas Stellung, wo Raketenwerfer in Schulen drin sind."
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    "text": "Allerdings gibt es natürlich... keine Beweise in der Fülle für jedes einzelne Haus, was wir dort gesehen haben."
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    "text": "Da bleibt uns nichts anderes übrig, als der israelischen Armee zu vertrauen."
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    "text": "Und was vielleicht auch noch wichtig ist zu erwähnen, ist, dass Israel in der unwildbaren Grenze zum Gaserstreifen, das wird in Israel der sogenannte Perimeter genannt, also so eine Pufferzone, dort hat Israel sehr systematisch jedes Haus zerstört teilweise auch mit Bulldosern, wo sich die Frage stellt, ob es da wirklich einen militärischen Nutzen für gab."
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    "text": "Schauen wir jetzt aber noch mal auf diese gelbe Linie."
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    "text": "Der Graserstreifen ist im Moment quasi zweigeteilt und gemäß Friedensplan müssten jetzt noch die letzten Leichen der Geiseln zurück nach Israel kommen und in einem weiteren Schritt in der zweiten Phase müsste die Hammers entwaffnet werden."
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    "text": "Eine internationale Schutztruppe sollte das überwachen."
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    "text": "Das ist viel sollte, müsste."
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    "text": "Wie geht das jetzt weiter?"
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    "end": 742.14,
    "text": "Das ist sehr, sehr, sehr unsicher, wie es jetzt weitergeht."
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    "text": "Also das liegt auch daran, dass die Hamas kaum ein Interesse hat, dass das sehr schnell vonstatten geht."
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    "text": "Denn je länger das dauert, desto schwieriger wird es, sie tatsächlich zu entwaffnen, desto schwieriger wird es auch, sie zu entmachten, weil sie dort eben in dieser Zeit ihre Machtbasis aufbaut."
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    "text": "Und auch Israel hat meinem Eindruck nach nicht unbedingt einen Anreiz, das besonders schnell zu machen."
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    "text": "Denn jetzt sind sie ja immer noch in einer sehr komfortablen Lage."
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    "text": "Sie kontrollieren immer noch die Hälfte der Fläche des Gasastreifens."
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    "end": 789.98,
    "text": "Und die Befürchtung ist eben unter vielen internationalen Beobachtern, vielen Diplomaten, mit denen ich gesprochen habe, je länger dieser Zwischenstatus weiter besteht, desto Höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass das permanent wird."
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    "text": "Und das ist eigentlich die größte Gefahr, wenn es jetzt nicht weitergeht mit diesem Verhandlung."
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    "text": "Da werden wir wohl erst in der nächsten Zeit sehen, ob da was vorwärts geht."
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    "text": "Du bist dann aber wieder nach Hause, nach diesem Einblick in Gaza."
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    "text": "Mit was für einem Gefühl?"
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    "text": "Das war ein ganz komisches Gefühl, wie so eine gewisse... Überforderung oder etwas Unfassbares."
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    "text": "Also vielleicht noch mal ganz wichtig zu erwähnen für Leute, die auch mit der Geografie Israel jetzt nicht vertraut sind, dieser Ort, wo ich reingegangen bin in den Gaserstreifen, das ist eben eine Stunde Autofahrt von meiner Wohnung in Tel Aviv entfernt."
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    "text": "Und ich bin dort eben wieder losgefahren, habe diese nahezu umfassende, unfassbare Zerstörung gesehen, wo eins mal Häuser standen."
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    "text": "und dann fahre ich und nach etwa einer halben Stunde siehst du am Horizont schon die ersten Wolkenkratzer von Tel Aviv."
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    "text": "Also dieser irre Kontrast dieses Nebeneinander von einer florierenden Großstadt und einem Ruinenmeer."
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    "text": "Das fand ich sehr schwierig irgendwie im Kopf zusammenzukriegen, dass das einfach so nah aneinander ist."
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    "text": "Und ich glaube, das zweite Gefühl, was ich auch noch hatte, war so eine Niedergeschlagenheit, eine Traurigkeit, weil wir haben ja gerade darüber gesprochen, ist es noch sehr, sehr unsicher, was jetzt passiert."
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    "text": "Und selbst wenn es so kommen sollte, wie es vereinbart ist, wenn man sich diese unermessliche Zerstörung anschaut, dann wird einem klar, dass selbst wenn das alles so kommt, dass immer noch eine Aufgabe von vielen, vielen Jahren sein wird, oben aus so einer massiven Zerstörung wieder etwas aufzubauen."
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    "end": 910.96,
    "text": "und das hat mir nochmal so ein Gefühl von Niedergeschlagenheit gegeben, vor allem wenn man es auch vergleicht mit der Gefühlslage."
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    "end": 918.72,
    "text": "Von vor einem Monat, als diese Euphorie in Israel geherrscht hat, der Krieg ist zu Ende, Donald Trump war hier, die lebenden Geisen sind zurückgekommen."
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    "text": "Das war wie so ein Reality-Check, der noch mal gezeigt hat."
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    "text": "Da"
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    "text": "steckt noch sehr, sehr, sehr viel Arbeit drin."
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    "text": "Und es ist sehr unsicher, dass es am Schluss erfolgreich sein wird."
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    "text": "Evert, ganz herzlichen Dank für diesen Blick nach Gaza."
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    "text": "Das war unser Akzent mit nauskorrespondent Evert Hoffa."
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    "text": "Ich bin Antonia Moser."
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    "text": "Bis bald."
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