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    "end": 11.34,
    "text": "Dieser Podcast wird präsentiert von Jäckli Weine, ihrer Weinhandlung mit Marken und Nischenweinen für Weinliebhaber, Vollblutanfänger und alle dazwischen."
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    "text": "Am Montag, da war es nicht leicht, Ruhe ins französische Parlament zu bringen, als Premierminister François Bayrou ans Rednerpultrat."
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    "text": "Er war gekommen, um die Vertrauensfrage zu stellen."
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    "text": "Die und seinen Posten verlor er am Ende krachend."
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    "text": "Fast zwei Drittel der Parlamentarier entzogen ihm das Vertrauen, weil sie bei seinen Sparplänen nicht mitgehen wollten."
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    "text": "Aber er nutzte die Bühne, um seinen Kollegen noch mal einen mitzugeben."
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    "text": "Er sagte hier, sie haben die Macht, die Regierung zu stürzen."
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    "text": "Aber nicht die Macht, die Realität auszulöschen."
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    "text": "Die Ausgaben werden steigen und so auch die Schulden lasst."
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    "text": "Albert hat bei Ruder Recht."
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    "text": "mit dem, was er sagt, blendet das französische Parlament gerade eine Realität aus?"
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    "text": "Ja, leider muss man das genauso bestätigen."
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    "text": "Die französische Politik, sie lebt im Moment so in einer Art Traumwelt."
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    "text": "Wahrscheinlich hat es auch damit zu tun, dass sich Lüppen und die anderen Oppositionen an Emmanuel Macron aber arbeiten wollen."
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    "text": "Aber klar, das größte Problem des Landes, das sind einfach diese Schulden."
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    "text": "Und Beirut wollte ja vierundvierzig Milliarden Euro einsparen."
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    "text": "Das klingt zunächst nach sehr viel Geld."
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    "text": "Effektiv ist das nur ein kleiner Tropfen auf den heißen Stein."
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    "text": "Beirut ist jetzt weg vom Fenster, aber die Schulden, die bleiben und die werden immer größer."
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    "text": "Frankreich steckt tief in den roten Zahlen."
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    "text": "Aber so richtig dagegen angehen, scheint keiner zu wollen."
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    "text": "Warum dem Land der finanzielle Kollaps drohen könnte, klärt Wirtschaftsredaktor Albert Steck."
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    "text": "Ich bin Sarah Ziegler."
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    "text": "Der alte Premier Bayrou ist weg, den neuen Sébastien Le Corneux hat Präsident Macron schon ernannt."
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    "end": 149.22,
    "text": "und trotzdem haben viele Menschen in Frankreich ihrem Ärger gestern am Mittwoch noch mal Luft gemacht."
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    "text": "Bei einem Generalstreik, da haben sie Teile des Landes lahmgelegt."
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    "text": "Sie haben Straßen blockiert, es gab auch Ausschreitungen und Kämpfe mit der Polizei."
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    "text": "Albert, warum trotz Regierungswechsel jetzt noch dieser Streik?"
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    "text": "Also Frankreich lebt leider seit vielen Jahren über seine Verhältnisse."
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    "text": "Das hört niemand gerne."
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    "text": "Und jetzt steht jetzt ein Verteilkampf."
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    "text": "Niemand will seine Pründe, seine Privilegien freiwillig hergeben."
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    "text": "Und dafür ist jetzt dieser Generalstreik da."
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    "text": "Alle wollen zeigen, wir kämpfen für unsere Errungenschaften auch."
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    "text": "Und die geben wir jetzt nicht freiwillig her."
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    "text": "Was waren denn überhaupt genau die Sparvorschläge, die alle bei Beiru so aufgeregt haben und jetzt offenbar immer noch aufregen?"
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    "text": "Ja, also man muss auch sagen, da ging es noch gar nicht wirklich um das Eingemacht."
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    "text": "Zum einen wollte Beiru zwei nationale Feiertage abschaffen."
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    "text": "Da sollte dann auch gearbeitet werden, beispielsweise am Ostermundtag."
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    "text": "Aber letztlich ist das Symbolpolitik."
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    "text": "Es ging auch um den teuren Servicepüblich."
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    "text": "Die Franzosen sind so recht stolz darauf, zum Beispiel das gute Bahnnetz, aber die wirklich existenziellen... Teile, das sind dann eben die Sozialausgaben, beispielsweise für die Rentner auch."
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    "text": "Das war sicher ungeschickt von Beru, dass er auch die Rentner da in ein schlechtes Licht gestellt hat."
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    "text": "Natürlich, die Rentenausgaben sind extrem hoch und es geht hier auch um die Generationengerechtigkeit, aber wenn man die größte Wählergruppe schlecht macht, dann ist das automatisch politischer Selbstmord."
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    "text": "Er hatte nämlich in einem Interview gesagt, dass die jungen Menschen die Opfer der Schulden seien, die für die Renten gemacht würden."
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    "text": "und das alles nur um den Komfort der Boomer-Generation zu sichern."
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    "text": "für den Komfort der Boomer, wie man sagt."
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    "text": "Das kann man bestimmt nicht so pauschal jetzt sagen."
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    "text": "Tatsache ist aber auch der größte Brocken bei den Staatsausgaben."
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    "text": "Das sind ein Viertel des gesamten Budgets."
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    "text": "Vierhundert Milliarden Euro im Jahr, das ist enorm viel Geld, geht weg für die Rentner."
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    "text": "Und das ist natürlich ein sehr stark ein Auslöser für den Anstieg der Staatsschulden."
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    "text": "Man muss auch sagen, die Rentner, die sind immer noch sehr privilegiert in Frankreich."
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    "text": "Die haben ein relativ tiefes Pensionsalter."
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    "text": "Macron hat das Alter von zweiundsechzig auf sechzig Jahre erhöht, aber die Sozialisten, die wollen das wieder rückgängig machen."
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    "text": "Und da muss man jetzt zum Beispiel Dänemark herbeiziehen."
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    "text": "Die haben schon beschlossen bis zwanzigvierzig, dass sie das Rentenalter auf siebzig erhöhen."
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    "text": "Also da wäre schon noch viel Spielraum, um die Rentner doch ein bisschen auch in die Pflicht zu nehmen."
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    "text": "Vierhundert Milliarden Euro im Jahr gehen im Moment also für die Renten drauf."
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    "text": "Das ist offenbar ein Problem."
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    "text": "Also wie knietief steckt Frankreich in den roten Zahlen?"
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    "text": "Ja, also da gibt es einen guten Gradmesser, nämlich die Frage, wie viel Geld muss das Land zahlen, um den Schuldendienst zu bedienen?"
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    "text": "Also das ist schon heute, ist das mehr Geld als Frankreich ausgibt für die Bildung oder für das Militär?"
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    "text": "Und da muss man sich natürlich schon fragen, ist das sinnvoll?"
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    "text": "Möglicherweise sind das schon bald hundert Milliarden jedes Jahr, also soll man da wirklich jedes Jahr so... viel Geld weggeben, nur für die Zinszahlungen."
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    "text": "Und wenn Frankreich das nicht in den Griff kriegt, dann entsteht daraus eine Schuldenspirale und der Betrag wird immer höher."
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    "text": "Jetzt ist es aber ja nicht ungewöhnlich, dass ein Land Schulden hat und auch Kredite bedienen muss."
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    "text": "Kannst du uns mal sagen, wie Frankreich da im Vergleich zu anderen EU-Ländern da steht?"
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    "text": "Also ist es auch da im Vergleich prekär?"
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    "text": "Im Moment noch nicht so ganz prekär, aber entscheidend ist eben der Trend."
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    "text": "Und der ist bei Frankreich wirklich sehr, sehr schlecht."
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    "end": 397.6,
    "text": "Also Frankreich wird schon in wenigen Jahren eine höhere Schuldenkote haben."
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    "end": 401.82,
    "text": "Also das sind die ausstehenden Kredite im Vergleich zur Wirtschaftsleistung als Griechenland."
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    "end": 407.88,
    "text": "Und wir erinnern uns, also man sprache immer von den Pleitegriechen, die stehen jetzt plötzlich besser da als Frankreich."
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    "text": "Und auch Italien ist schon sehr nahe gerückt."
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    "text": "Und also wenn man die Dynamik den Trend anschaut, dann sieht es für Frankreich leider wirklich sehr schlecht aus."
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    "text": "Und da muss man auch noch sehen, in Frankreich sind die Steuern schon sehr hoch."
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    "end": 424.34,
    "text": "Und wenn man sparen will, dann gibt es zwei Möglichkeiten."
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    "end": 427.88,
    "text": "Man kann die Steuern erhöhen, aber das kommt in Frankreich praktisch nicht mehr im Frage."
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    "text": "Und dann bleibt nur noch eine letzte Option."
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    "text": "Man muss sparen, man muss die Ausgaben senken."
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    "text": "Da haben wir aber ja schon festgestellt, auch durch Virusabsetzung, dass weniger ausgeben, eigentlich gerade keine populäre Meinung in Frankreich ist."
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    "text": "Könnte man es dann nicht mit anderen Einnahmen kompensieren?"
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    "text": "Du sagst, Steuern funktionieren nicht, aber könnte die Wirtschaft dann nicht ein bisschen aushelfen, dass man nicht mehr so viele Kredite aufnehmen muss?"
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    "text": "Das wäre natürlich eine Option."
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    "text": "Man kann theoretisch aus den Schulden herauswachsen."
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    "text": "Also eine stark wachsende Volkswirtschaft, die kann sich automatisch viel höher schulden oder Defizite leisten."
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    "text": "Aber leider ist das in Frankreich auch ein großes Problem."
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    "text": "Diese Wachstumsschwäche, also die Volkswirtschaft, die kommt einfach nicht auf Touren."
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    "end": 476.54,
    "text": "Und deshalb ist das auch keine Option, dass man über stärkeres Wachstum sich diese Schulden finanzieren kann."
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  {
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    "end": 480.88,
    "text": "Warum kommt denn die Industrie nicht auf Touren ausgerechnet in Frankreich?"
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    "end": 484.44,
    "text": "Ja, also das hat natürlich mit strukturellen Problemen zu tun."
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  {
    "start": 484.64,
    "end": 492.56,
    "text": "Also da ist die Autoindustrie, die war traditionell sehr stark, Peugeot, Renault, Citroen, die haben stark verloren auf den Weltmärkten."
  },
  {
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    "end": 496.54,
    "text": "bei den Elektroautos, das kommt jetzt alles aus China beispielsweise."
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    "end": 498.72,
    "text": "Und dann ist noch ein weiteres Problem."
  },
  {
    "start": 498.94,
    "end": 508.58,
    "text": "Die große Bürokratie im Land, das hemmt einfach die Schaffung von Arbeitsplätzen, also zum Beispiel das Arbeitsgesetz, das ist dreitausend Seiten dick, das ist einer am dick."
  },
  {
    "start": 510.32,
    "end": 519.059,
    "text": "Das haben auch Forschungen gezeigt, die Firmen, die zögern, dann einfach neue Leute einzustellen, weil sie müssen dann noch mehr Vorschriften erfüllen."
  },
  {
    "start": 519.58,
    "end": 521.36,
    "text": "Es gibt auch zu wenig Neugründungen."
  },
  {
    "start": 521.94,
    "end": 530.12,
    "text": "bei den neuen Technologien, der Mittelstand, also die mittelgroßen Firmen, die in Deutschland sehr wichtig sind, beispielsweise, die sind in Frankreich ebenfalls untervertreten."
  },
  {
    "start": 530.66,
    "end": 538.6,
    "text": "Also diese ganzen Bürokratien, die senken die Produktivität und Frankreich hinkt auch im Vergleich zum Beispiel mit den USA deutlich hinterher."
  },
  {
    "start": 539.04,
    "end": 544.46,
    "text": "Also da muss einfach ein Schub durch das Land gehen und das hat Frankreich bisher nicht geschafft."
  },
  {
    "start": 545.26,
    "end": 555.76,
    "text": "Hätte es dann vielleicht wirklich geholfen bei Ruß Vorschlag mit den zwei Feiertagen weniger umzusetzen, weil dann zwei Tage mehr im Jahr produktiv gearbeitet werden könnte?"
  },
  {
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    "end": 556.18,
    "text": "Ja,"
  },
  {
    "start": 556.34,
    "end": 561.82,
    "text": "das hat natürlich auch viel mit Symbolik zu tun und das war wahrscheinlich auch im Vordergrund bei Beiru."
  },
  {
    "start": 562.52,
    "end": 584.66,
    "text": "Aber letztlich muss man sagen, ja, man kann wachsen durch mehr Produktivität, indem wir effizienter arbeiten oder dann, wenn das nicht gelingt, indem wir länger arbeiten, sei es eben durch weniger Feiertage beispielsweise, oder auch durch ein höheres Rentenalter, also dass man halt dann vielleicht statt mit sixty-vier, eben erst mit fünfundsechzig oder sechsundsechzig in Pension geht."
  },
  {
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    "end": 586.46,
    "text": "Wir sind gleich zurück."
  },
  {
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    "end": 594.54,
    "text": "Egal ob Bianco di Merlu, Petnat oder Pinot Noir."
  },
  {
    "start": 594.98,
    "end": 601.8,
    "text": "Wir von Jäckliweine sind überzeugt, dass Schweizerweine deutlich vielfältiger sind als einfach nur weiß-rot."
  },
  {
    "start": 602.28,
    "end": 604.02,
    "text": "Lassen auch sie sich begeistern."
  },
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    "end": 612.06,
    "text": "Jetzt mit dem Rabattcode Podcast von zusätzlichen fünf Prozent Rabatt auf bereits reduzierte Schweizer Weine profitieren."
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  {
    "start": 612.56,
    "end": 616.06,
    "text": "Alle Infos unter www.jäckliweine.ch."
  },
  {
    "start": 625.2,
    "end": 629.7,
    "text": "Wir haben jetzt ein paar Hebel identifiziert in dieser französischen Schuldenkrise."
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    "text": "Weniger Ausgaben wären eine Möglichkeit, die kam bei Fehl'n nicht gut an."
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    "end": 640.56,
    "text": "Anderer Hebel wäre das Wirtschaftswachstum anzukurbeln, dafür zum Beispiel Bürokratie abbauen."
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    "text": "Passiert offenbar auch gerade nicht so richtig, welche Reformmöglichkeiten hat Frankreich denn in der aktuellen Situation?"
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    "text": "realistisch albert?"
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    "end": 652.98,
    "text": "Ja, das ist natürlich eine sehr schwierige Frage."
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    "end": 654.8,
    "text": "Das ist die Millionen-Dollar-Frage."
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    "end": 657.28,
    "text": "Da gibt es nicht nur eine einfache Antwort."
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    "text": "Ich würde jetzt mal sagen, man müsste hier auch jetzt den Fokus wegnehmen von Frankreich und auf die Europäische Zentralbank schauen."
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    "text": "Weil das hier sehr wichtig, die hält ihre schützende Hand über Frankreich."
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    "text": "Das heißt, sie hat signalisiert, wenn es zu große Probleme gibt, dann springen wir ein, dann kaufen wir euren Fall und Kredite."
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    "text": "Und das ist eigentlich sehr falsch, weil es nimmt dann den Druck in der französischen Politik, dass die wirklich was ändern."
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    "text": "Also es bräuchte eigentlich ein Leidensdruck und der ist im Moment nicht da."
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    "text": "Was"
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    "text": "könnte die EZB denn überhaupt tun, um ein Leidensdruck für Frankreich zu erhöhen?"
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    "text": "Ich gebe mal ein Beispiel."
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    "text": "Die waren so hart, das ging um etwa fünfzig Milliarden, das hat am Schluss Berlusconi den Kopf gekostet."
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    "text": "Und es wirkt jetzt vielleicht ein bisschen illusorisch, aber man könnte sich doch vorstellen, dass jetzt Lagarde auch Emmanuel Macron ihren Landsmann in die Pflicht nimmt und da klare Vorgaben gibt."
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    "text": "Die andere Möglichkeit ist, dass die EZB den Märkten signalisiert."
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    "text": "Wir sind nicht in jedem Fall bereit, da Frankreich aus der Patsche zu helfen."
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    "text": "Aber auch das wäre natürlich ein Paradigmenwechsel zu bisher, weil die EZB hat bisher immer klar gesagt, wenn es Probleme gibt, wir springen ein."
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    "text": "Und da müsste sie natürlich eine Abkehr betreiben von der bisherigen Politik."
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    "text": "Und warum macht die EZB gerade nichts davon und lässt Frankreich im Grunde ein bisschen in Ruhe?"
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    "text": "Ja, das ist natürlich die Angst vor dem großen Kontrollverlust."
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    "text": "Also das ist immer noch der große Schock damals mit der Griechenland-Krise."
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    "text": "Und man war sich vor allem auch nicht sicher, ob die ECB Griechenland aus der Patsche helfen würde, ob sie die Fahr- und Kredite aufkaufen."
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    "text": "Und das hat dann eben eine sehr große Verunsicherung an den Märkten ausgelöst und niemand war mehr bereit, diese Staatsanleihen zu kaufen."
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    "text": "Und das will man natürlich um jeden Preis verhindern."
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    "text": "Das Ideale wäre natürlich, dass man das ein bisschen dosiert, dass man das in homöopathischen Dosen den Märkten beibringt."
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    "text": "Wir sind nicht mehr zufrieden, wir sind in Frankreich läuft."
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    "text": "Es ist die, korrigier mich gerne, zweitgrößte Volkswirtschaft der EU."
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    "text": "Hätten nicht auch andere EU-Länder eigentlich ein Interesse daran, dass es Frankreich wieder besser geht, wieso kommt da kein Druck?"
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    "text": "Es gibt natürlich viele weitere Defizitshünder in Europa."
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    "text": "Zum Beispiel Österreich ist sehr schlecht im Moment, Belgien auch."
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    "text": "Die haben sehr große Defizite."
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    "text": "Es sind insgesamt zwölf der siebenundzwanzig EU-Länder, welche die Maastricht-Kriterien bezüglich der Defizite nicht erfüllen."
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    "text": "Also die eigentlich vertragswidrig operieren im Moment."
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    "text": "Die haben zu viele Schulden, zu hohes Defizit."
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    "text": "Und da ist natürlich eine gewisse Solidarität, sag ich mal, unter den stark verschuldeten Ländern, die wollen natürlich alle, dass ihre Zinsen auch nicht zu stark steigen und dann stehen sie sich gegenseitig bei."
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    "text": "Aber es gibt ja auch die Länder, die es vermutlich richtig machen und nicht zu viele Schulden machen, müssten die dann nicht mal ein bisschen auf den Tisch schauen?"
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    "text": "Ja, also man hat jetzt gesehen in Deutschland, die waren natürlich auch immer sehr vorbildlich, die haben jetzt ein großes Ausgabendpaket beschlossen, die kommen langsam auch auf den Geschmack und sehen, dass es eigentlich bequem ist, wenn man gewisse Defizite einfahren kann."
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    "text": "Es gibt auch immer noch andere sehr vorbildliche Länder wie Schweden, aber deren Einfluss schwindet immer mehr und das ist natürlich auch das, was in der langen Frist Sorge bereitet."
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    "text": "Aber das ist wie ein großer Tanker."
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    "text": "Den kann man nicht von heute auf morgen kehren."
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    "text": "Deshalb die Trends, die heute passieren, die sind gefährlich für morgen."
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    "text": "Albert's düstere Analysen zur Situation in Frankreich findet ihr übrigens auch in der NZZ mit einem Hauroptimismus dabei."
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    "text": "Das war NZZ-Aktzent."
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    "text": "Ich bin Sarah Ziegler."
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    "start": 976.82,
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    "text": "Macht's gut!"
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