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    "text": "Dieser"
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    "text": "Podcast wird Ihnen präsentiert von True Wealth, dem Schweizer Onlinevermögensverwalter der Transparenz neu definiert."
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    "text": "In den ungarischen Abendnachrichten war gleich an mehreren Abenden im August das selbe Bild zu sehen."
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    "text": "Dadurch Bedeuten diese Angriffe ein Problem für diese Staaten im Westen, die weiterhin russisches Öl beziehen über diese Pipeline."
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    "text": "Und das ist die Slowakei und vor allen Dingen Ungarn."
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    "text": "Die ukrainischen Drohnenangriffe auf russische Pipelines bringen Putins Verbündete in Europa in eine Zwickmühle."
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    "text": "Warum das Ungarn ganz besonders trifft, erklärt Korrespondent Volker Papst."
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    "text": "Ich bin Simon Schaffer."
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    "text": "Das ist eine sehr berechtigte Frage, vor allem wenn man sich die Karte anschaut."
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    "text": "sehr wahrscheinlich vertragliche Gründe."
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    "text": "Die Ukraine ist ein Transitstaat und verpflichtet sich auch für den Transit des Öls, dass sobald es die Grenze überschritten hat, der Ukraine, sobald es sich auf ukrainischem Territorium befindet, gehört dieses Öl rechtlich schon dem Endabnehmer."
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    "text": "Und ich glaube, die Ukraine möchte verhindern, dass sie dort in irgendwelche Schadensersatzkontroversen kommt und deshalb greift sie die Installation auf russischem Boden an."
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    "text": "Die Preise sind vorübergehend in die Höhe gegangen und damit will die Ukraine einfach, dass sie nicht abgeschirmt sind von diesen Folgen dieses Krieges, sondern ganz direkt spüren, dass sich dieser Krieg auch auf sie negativ auswirkt."
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    "text": "Und damit finanzierte auch seinen Krieg weiterhin."
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    "text": "Und aus ukrainischer Logik macht es total Sinn, wir zerstören die Möglichkeiten, dieses Öl zu exportieren und berauben das Land dadurch auch wichtige Einnahmenmöglichkeiten."
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    "text": "EU-Mitglied muss man dazu sagen, dass trotz Sanktionen der Amerikaner und der EU noch russisches Öl bezieht, hast du vorhin gesagt?"
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    "text": "und da gibt es noch ein zweites Land, Slowakei, beides Nachbarländer der Ukraine, also eigentlich in unmittelbarer Nähe des Schauplatzes, aber die beiden haben ihre Energieversorgung bisher nicht diversifiziert, haben sogar ihre Abhängigkeit von russischem Ölerhöhe seit Beginn des Krieges."
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    "text": "Das heißt, wenn es kurzzeitige Unterbrüche gibt, können die problemlos überbrückt werden."
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    "text": "Und wenn man mittelfristig denkt, muss man auch sagen, dass Ungarn schon längst die Energieversorgung hätte, diversifizieren können."
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    "text": "Ungarn ist angeschlossen an die sogenannte Adria Pipeline, die an die koartische Küste führt und über die Öl auf den Mehrweg nach Europa gebracht wird."
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    "text": "Und das ist vermutlich der Hauptgrund, weshalb weiterhin russisches Öl bezogen wird."
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    "text": "Das heißt, Ungarn, also die ungarische Führung ist mehrfach abhängig vom russischen Staat und der russische Staat wiederum verdient trotz Rabatten Geld für den Ukrainekrieg, was natürlich der Ukraine überhaupt nicht gefällt."
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    "text": "Genau, und entsprechend gehässig sind auch die Reaktionen von beiden Seiten nach diesen Vorfällen der letzten Wochen."
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    "text": "zurück."
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    "end": 408.02,
    "text": "Vermögensverwaltung, Säule IIIa oder ein ETF-Portfolio für ihr Kind?"
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    "end": 411.66,
    "text": "Mit TrueWealth investieren Sie ohne versteckte Gebühren."
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    "end": 414.5,
    "text": "Einfach, transparent und kosteneffizient."
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    "end": 416.96,
    "text": "Starten Sie jetzt auf truewealth.ch."
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    "text": "Was werfen sich denn Ungarn und die Ukraine jetzt an den Kopf gegenseitig?"
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    "text": "Also Ungarn und die Slowakei, ich erwähne sie immer mit, die richteten sich an die europäische Kommission, haben einen Brief geschrieben und gesagt, ihr müsst auf Kiev einwirken, auf die Ukraine einwirken, dass diese Angriffe sofort aufhören, denn die gefährden unsere Energieversorgung."
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    "text": "Also wir erinnern uns, achtzig Prozent des ÖS kommt aus Russland."
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    "text": "Also klingt das ersten plausibel."
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    "text": "Aber wie gesagt, haben beide Staaten Möglichkeiten, diese Unterbrüche zu überbrücken."
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    "text": "Und das war dann auch die Reaktion der Kommission, die gesagt hat, eigentlich so dramatisch sieht es bei euch ja nicht aus."
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    "text": "Da gab es eine Pressekonferenz mit Zelensky und da hat eine Journalistin dann gefragt,"
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    "text": "zum Beispiel im Streit um die Beitrittsgespräche für die EU."
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    "text": "Und die Antwort von Zelenski Er war ganz bezeichnet, also er hat sich bewusst kriptisch ausgedrückt, aber man sah schon, dass er sich ein Lachen unterdrücken musste."
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    "text": "Er"
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    "text": "spielte sehr bewusst mit Doppeldeutigkeiten, und zwar sagte er, die Ukraine setzte sich immer für die Freundschaft mit Ungarn ein, habe das immer getan."
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    "text": "Er hat so ein sehr vielsagendes Lächeln dabei auf den Lippen."
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    "text": "Was ja eigentlich nur noch selten der Fall ist, seit der Krieg ausgebrochen ist, aber ich fände, in diesem Moment sah man ihm das durchaus an."
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    "text": "Aber trotz der Komik, das beiget ja trotzdem ein wenig Zündstoff, oder?"
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    "text": "In Ungarn löst sich das sehr empörte Reaktion aus."
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    "text": "Also, der Außenminister Seattle sagte auf X, das sei eine inakzeptable Einschüchterung, das sei ein Angriff auf die ungarische Souveränität."
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    "text": "Einige Tage später sagte ein Europa-Abgeordneter und frühere Minister Ungarns, Thomas Deutsch von der Regierungspartei, das sei eigentlich nicht nur ein Angriff auf die Ungarische Sicherheit, sondern ein Angriff auf die ganze EU, auf die europäische Energiesicherheit."
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    "text": "Die EU müsse sich dagegen wehren und es sei doch absurd, dass man die Ukraine unterstütze, wenn sie eigentlich die EU angreifen."
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    "text": "Also da wurde sehr sehr scharfes rhetorisches Geschütz aufgefahren."
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    "text": "Ja, da ist viel Geschirr kaputt."
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    "text": "Das hat viel damit zu tun, dass Viktor Orban, der ungarische Regierungschef, weiterhin einen guten Kontakt nach Moskau pflegt."
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    "text": "Er hat mehrfach sich mit Putin getroffen, auch nach Kriegsbeginn."
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    "text": "Bezieht weiter in russisches öl und schlägt immer wieder quer gegen die versuche des westens mit einer geeinten politik auf diesen krieg zu reagieren."
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    "text": "Du hast es aber vorhin erwähnt, wo ungarn offiziell bei der eu-kommission angeklopft hat eigentlich und sich beklagt hat also macht druck auf kief oder das hat dann also wenig chancen darauf auf liebe der eu-kommission zu stoßen."
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    "text": "Aber Orban hat immer wieder die Möglichkeit, dort wo Einstimmigkeit verlangt ist, auch Beschlüsse des Westens zu verzögern oder sogar zu verhindern."
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    "text": "Es gibt viele solche Fälle, wo Ungarn quergeschossen hat zur Position des Westens."
  },
  {
    "start": 728.54,
    "end": 732.66,
    "text": "Ganz interessant wird zu sehen, was jetzt passiert mit dem nächsten Sanktionspaket der EU."
  },
  {
    "start": 732.9,
    "end": 738.38,
    "text": "Also es ist das schon neunzehnte Paket, jetzt sind Verhandlungen und die sind recht weit fortgeschritten."
  },
  {
    "start": 739.3,
    "end": 746.42,
    "text": "Aber auch da ist die Frage, ob dann Ungarn erst mal wieder mit einem Veto drohen wird, ob es zu einer neuen Eskalation kommt oder nicht."
  },
  {
    "start": 746.46,
    "end": 754.02,
    "text": "Also Ungarn spielt halt... Seit Kriegsbeginn ein doppelter Spiel, musste aber meistens am Ende auch einknicken, denn so mächtig ist das Land halt doch nicht."
  },
  {
    "start": 754.86,
    "end": 767.94,
    "text": "Also kann man dann Selenskis Angriff, also den ukrainischen Angriff auf die Pipeline und den dadurch entstehenden Druck geben auf Ungarn auch aus Powerplay sehen gegen Ungarn, also so wie die Journalistin zum Beispiel bei dieser Pressekonferenz angedeutet hatte."
  },
  {
    "start": 770.02,
    "end": 771.94,
    "text": "Ich glaube, das ist ein erwünschter Nebeneffekt."
  },
  {
    "start": 772.54,
    "end": 788.02,
    "text": "Der ukrainische Außenminister antwortete dann ja auch auf den Tweet des ungarischen Außenministers, Budapest solle per Ukraine keine Radstege erteilen, sondern sich um die eigene Energie-Sicherheit kümmern und die Energieversorgung diversifizieren, wie das alle anderen Europäer schon gemacht haben."
  },
  {
    "start": 788.96,
    "end": 793.06,
    "text": "Natürlich ist man in Kiew nicht traurig darum, wenn sich der Druck auf Ungarn erhöht."
  },
  {
    "start": 793.5,
    "end": 795.04,
    "text": "Aber ich glaube nicht, dass das der Hauptgrund ist."
  },
  {
    "start": 795.08,
    "end": 798.74,
    "text": "Ich glaube nicht, dass die Ukraine diese Pipeline angreift, weil man Ungarn schaden will."
  },
  {
    "start": 799.08,
    "end": 799.84,
    "text": "Es geht um Russland."
  },
  {
    "start": 800.18,
    "end": 808.54,
    "text": "Man ist nicht traurig darum, dass das in Ungarn zu Reaktionen führt und man ist sicherlich nicht gewillt, da auf ungarische Befindlichkeiten Rücksicht zu nehmen in der Ukraine."
  },
  {
    "start": 808.94,
    "end": 810.8,
    "text": "Ich glaube aber nicht, dass das der Hauptgrund"
  },
  {
    "start": 810.86,
    "end": 810.96,
    "text": "war."
  },
  {
    "start": 818.36,
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    "text": "Danke Volkan, fandest du erklärt."
  },
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    "start": 821.0,
    "end": 822.24,
    "text": "Sehr gerne, lieber Simon."
  },
  {
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    "end": 828.88,
    "text": "Das war unser Akzent mit Korrespondent Volker Papst."
  },
  {
    "start": 829.38,
    "end": 836.76,
    "text": "Wenn eine Pipeline in die Luft geht wie diese, dann hat das Auswirkungen politisch, wie eben gehört, aber es hat auch wirtschaftliche Auswirkungen."
  },
  {
    "start": 836.88,
    "end": 839.78,
    "text": "Handelswege verändern sich, Börsenkurse sinken oder steigen."
  },
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    "start": 840.44,
    "end": 846.88,
    "text": "Erstklassige Einordnungen dazu gibt es bei der NCZ im digitalen Sommerabend unter Tage Lesen für zehn Franken."
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    "start": 847.32,
    "end": 848.66,
    "text": "Der Link ist in der Folgenbeschreibung."
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    "end": 849.9,
    "text": "Mein Name ist Simon Schaffer."
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    "end": 856.18,
    "text": "Bis zum nächsten Mal."
  }
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