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    "text": "Der israelische Amirspresser kann auf Twitter gehen, schickt eine Nachricht raus ohne dass irgendeine Rakete fliegt und hunderttausende Menschen auf der Flucht."
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    "text": "Und nachdem die Amerikaner und Israels vor zwei Wochen den Iran bombardierten, und den geistlichen Führern Khamenei töteten, trat auch die pro-iranische Hisbollah Militz überraschend ein – und bombardierte ihrerseits Israel."
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    "text": "In dem Moment als ich gerade zu dem Treffpunkt fahren wollte, blinkt so eine Nachricht auf meinem Handy auf Evakuationsanordnung für Ganzdache!"
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    "text": "Und Revert als Korrespondent muss jetzt damit umgehen, dass das sowieso schon hochkomplexe Gebilde Libanon mit all seinen Konfessionen und inneren Gräben nun der Ort ist, aus dem er aus verschiedenen Gründen vorerst nicht raus kann."
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    "text": "Dann hat er ganz bitterlich geschrien und gesagt, das sei die Diplomatie von der immer geredet werde!"
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    "text": "In einer Zeit, in der sich das Ausmaß dieses Krieges immer noch weiterentwickelt, wollte ich also für diese Samstagsfolge von Enzette Akzent von unserem naost-Korrespondenten wissen wie er im Moment vorgeht."
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    "text": "Mein Name ist Simon Schaffer – willkommen!"
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    "text": "Er kann sich dort frei bewegen obwohl praktisch der ganze südliche Teil Beirut, also die ganze süddliche Vorstadt Dachia und weitere schiedisch geprägte Quartiere zu einer No-Go-Area geworden sind."
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    "text": "Meine erste Frage an Rewert ist wie fühlt sich das eigentlich an in eine Stadt zu sein, die zum Teil in einem Kriegssteg?"
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    "text": "Also vor allem im Süden und im Osten des Libanons also im gesamten Süden an der Grenze zu Israel in der BK-Ebene aber eben auch in Beirut und dort eben in dieser südlichen Vorstadt vor allem in Dachje."
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    "text": "Also viele sind auch so weit weg, dass ich sie gar nicht mitbekomme, obwohl sie nur wenige Kilometer entfernt sind."
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    "text": "und bei mir in dem Gebiet wo ich lebe, in diesem Quartier geht das Leben relativ normal weiter."
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    "text": "also alle Läden haben geöffnet man kann in Cafés gehen oder ausgehen Leute wissen schon, dass der Krieg herrscht."
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    "text": "Das Frühwarnsystem bei angekündigt Luftschlägen der israelischen Armee zum Beispiel eben im südlichen Vorstadt ist ungefähr so dass dort bewaffnete Hisbollahkämpfer auf Moped durch die Stadt fahren und dann mit Schnellfeuergewehren in die Luft schießen um Leute zu warnen."
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    "text": "ich frage mich gerade wie viel Zeit es ist, wenn du diese Gewährsalve höchst und dann sagst okay jetzt muss ich irgendwo hin aber wohin?"
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    "text": "also Israel hat ja so Karten veröffentlicht wo dann gezeigt wird welche Gebiete alle quasi zu einer No-Go Zone erklärt werden wo Menschen heraus müssen, wie viel Zeit dann immer genau bleibt."
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    "text": "Nichts dabei ist digital also er muss für jedes Behörden anliegen irgendwo erscheinen mitten im Krieg Und würde jetzt das Land verlassen würde der komplette Prozess wieder auf Null gesetzt."
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    "text": "Nachdem dann eben der Krieg auch im Libanon ausgebrochen ist, das dann drei Tage später am Donnerstag, am fünften März hat Israel eine Evakuierungsaufforderung rausgegeben für die gesamten südlichen Vororte von Beirut Und das hat es im vergangenen Krieg nie gegeben."
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    "text": "und in dem Moment als ich gerade zu dem Treffpunkt fahren wollte blinkt so eine Nachricht auf meinem Handy auf Evakuationsanordnung für ganz Dachye."
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    "text": "Und ich wohne ja noch nicht so lange in Beirut also ich kenne mich nicht so ganz gut aus und bin dann auf Google Maps habe ich einfach erstmal geschaut wo ist denn die nächste große Straße die so in Richtung aus der Stadt rausführt?"
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    "text": "Und da habe ich gesagt ich bin hier, ich bin außerhalb der Evakuation Zone... ...und dann hat er mir geschrieben ja du bist aber immer noch ganz in der Nähe und an deiner Stelle würde ich sofort losfahren weil jetzt natürlich das komplette Chaos auf den Straßen ausbricht Wie ich schon gesagt habe, eine halbe Million Menschen leben dort ungefähr und alle auf einmal fahren eben dort raus."
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    "text": "dann und ich fand besonders eindrücklich was als ich dann irgendwann geschafft habe von Süden her auf die Schnellstraße zu fahren die in Richtung Beirut geht Und dann habe ich auf der anderen Spur, da wo die Abfahrt ist wenn man nach Dach hier rein fährt wirklich das war ein Kilometer lang so Autokollon gesehen."
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    "text": "Die sich kein einziges Stück bewegt haben."
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    "text": "Die haben den noch in den Knochen."
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    "text": "Das es reicht, dass der israelische Amelsprecher kann auf Twitter gehen schickt eine Nachricht raus ohne dass irgendeine Rakete fliegt sind hunderttausende Menschen auf der Flucht und das fand ich sehr eindrücklich das zu sehen als ich dort vorbeigefahren bin."
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    "text": "Wo Israel auch sehr intensiv bombardiert und man merkt zum Beispiel in manchen Stadtteilen im Beirut dass es wirklich voll ist also man findet überhaupt keinen Parkplatz mehr sind vielmehr Menschen auf der Straße."
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    "text": "Es hat wohl wurde mir erzählt Also es gibt nicht so ein riesiges Flüchtlingschaos wie im vergangenen Krieg."
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    "text": "also im vergangenen Krieg war es offenbar noch Also waren noch viel mehr Menschen auf der Straße einfach gestrandet."
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    "text": "Das ist jetzt weniger so, man sieht ein paar aber es ist relativ begrenzt."
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    "text": "Aber ja die Menschen können nicht in ihre Häuser zurück."
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    "text": "Wie macht man das dann?"
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    "text": "Also wie war das bei diesen Notunterkünften?"
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    "text": "Ja diese Notunterkämpfte sind Schulen."
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    "text": "In Beirut also jetzt auch während dem Krieg wurde eben erstmal der Schulbetrieb eingestellt."
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    "text": "Teilweise wird online unterrichtet aber bei vielen Schulen fällt die Schule auch einfach aus Und dort kommen eben die Menschen unter, teilweise also je nachdem wie groß die Schule ist in einer Schule über tausend andere hunderte und dann leben dort eben teilweise zwölf fünfzehn Menschen wenn sie Glück haben alle aus einer Familie oder manchmal auch Nachbarn auf dem Boden im Klassenzimmer."
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    "text": "Und sie haben das nötigste mitgebracht."
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    "text": "Also viele haben so ganz dünne Schaumstoffmatratzen, die Sie dann dort auf dem Boden liegen können."
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    "text": "Es ist voll, es sehr laut dort."
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    "text": "also sind eben auch viele Kinder dort, die alle... nicht beschäftigt sind, die ganzen Menschen haben auch nichts zu tun."
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    "text": "Die Versorgungslage als ich dort war noch relativ gut."
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    "text": "also ich glaube es ist auch noch das irgendwie viele Hilfsorganisationen mit NGOs, sie sind auch noch relativ good vorbereitet auf so einen Fall eben von dem letzten Krieg."
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    "text": "da gibt's noch keine Probleme."
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    "text": "aber man merkt schon diese Menschen die sind wie soll ich sagen?"
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    "text": "wütend, weil Ihnen das schon wieder passiert ist."
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    "text": "Aber vor allem haben Sie eben auch sehr viel Wut auf Israel."
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    "text": "Zum Beispiel eine Frau, ihr Name ist Lina Samra die Mitte-Vierzigjährige, die aus Dach hier kommt, die mir gesagt hat sie sei heute noch eine glühende Bolleranhängerin Und dass Israel die Souveränität des Libanons verletzt, dass Israel sich nie an das Waffenstillstandsabkommen gehalten hat eben immer weiter im Süden bombardiert hat."
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    "text": "Das Waffenstillstandsabkommen sah eben vor, dass der Hisbollah inwaffnet wird."
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    "text": "Dass es keine Waffen mehr südlich des Litani-Flusses gibt also in der Nähe der israelischen Grenze."
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    "text": "Heute sehen wir bei diesem Krieg."
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    "text": "Hisbolla hat sich auch nie an das Waffenstilstands Abkommen gehalten."
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    "text": "Also die Raketenwerfer stehen direkt an der israilischen Grenz und schießen rüber Und eben sie hat vor allem diese Position der Hisbollah vertreten, hat gesagt."
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    "text": "Sie ist dafür, dass dieser Krieg geführt wird weil eben sie könnten nicht in Würde leben wenn sie weiter besetzt und angegriffen werden von Israel."
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    "text": "Und sie meinte eben diese Würde die sei wichtiger, sie sei für sie wichtiger als ein Haus zu haben und sie könnte in dieser Situation noch weiterleben wie immer."
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    "text": "Das waren sehr viele die in diesen Notunterkünften mir eigentlich diese ja teilweise schon eben Hisbollah-Propaganda erzählt haben."
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    "text": "Teilweise hat es sich so eins zu eins angehört, wie so diese Kommunikäste auch die Organisation selbst herausgibt."
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    "text": "und das hat mehrere Gründe."
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    "text": "also einerseits gibt es immer noch Anhänger der Hisboller auch heute, also die dahinter stehen und dann ist es natürlich dass man sich vor Augen führen muss, in welcher Situation wir dort miteinander geredet haben."
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    "text": "Also ich als Ausländer komme dort rein in so eine Notunterkunft wo eben diese ganze Community ist, wo sicherlich auch Hisbollah Mitglieder mit sind die auch vertrieben sollen sind jetzt nicht unbedingt Kämpfer aber vielleicht Mitglieder der Partei oder die irgendwie mit dieser Organisation was zu tun haben."
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    "text": "das heißt es spricht sich alles rum."
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    "text": "Und dann haben sie natürlich auch Angst, dass wenn Sie jetzt zum Beispiel also teilweise werden diese Notunterkünfte auch noch von politischen Parteien gemanagt."
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    "text": "Also nicht unbedingt von der Hisbollah aber anderen Parteien die der hisbolla nahestehen und dann haben sich natürlich auch angst das Wenn sie jetzt etwas sagen was gegen diese parteilinie ist sie vielleicht ihren platz in dieser nutterung verlieren könnten."
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    "text": "Ich glaube zb gelina samra die war hundert prozent überzeugt das hat man gemerkt."
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    "text": "Aber ich glaube, dass andere Leute die vielleicht das jetzt nicht so toll fanden zum Beispiel nicht mit mir geredet hätten und dann wurde sie quasi wie vorgeschickt und gesagt kommen du kannst ja mal mit dem westlichen Journalisten reden."
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    "text": "Das heißt eben nicht, dass irgendwie alle das schlecht finden."
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    "text": "es gibt diese Hardcore-Unterschützer."
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    "text": "meine Ansicht ist auch jetzt mit anderen Schiiten mit denen ich gesprochen habe."
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    "text": "Das sind weniger geworden und niemand würde das eben öffentlich gerade nicht zu einem westlichen Journalisten sagen, aber es gibt auch schon welche."
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    "text": "Auch Chihiten die mit dieser Entscheidung der Hisbollah jetzt in diesen Krieg zu ziehen, der wieder Vertreibung Tod Zerstörung über das Land bringt Nicht einverstanden sind."
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    "text": "Und obwohl Revert im Moment nicht aus dem Libanon ausreisen kann zieht er also doch die Auswirkungen von diesem komplexen Krieg."
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    "text": "komplexen, unkomplizierten Land mit all seinen Fraktionen das mitbetroffen und mitbeteiligt ist an diesem Krieg der sich jetzt innerhalb von zwei Wochen auf die ganze Region ausgebreitet hat."
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    "text": "Zum Schluss will ich von ihm nur noch wissen was beschäftigt dich jetzt eigentlich am meisten nach diesen zwei Wochen?"
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    "text": "Also ich glaube was vielleicht so grundsätzlich dass ich auch immer wieder erzählen muss wenn ich mit Freunden aus der Schweiz oder aus Deutschland rede ist, dass es sehr seltsam ist hier im Libanon in Krieg zu sein."
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    "text": "Denn einerseits ist natürlich das Land im Krieg und das sehe ich auch wenn ich an solche Orte gehe wie Nabichit oder andere Orte wo bombardiert worden ist oder man sieht eben das Leid dieser Flüchtlinge."
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    "text": "andererseits ist mein Leben hier in meiner Wohnung in meinem Quartier hat sich nicht viel geändert seitdem der Krieg ausgebrochen ist."
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    "text": "Ich kann hier einkaufen gehen, ich kann Cappuccino trinken gehen... Ja!"
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    "text": "Ich kann abends ausgehen die Restaurants haben auf und das sind natürlich viele Bilder, die auch gerade in den Medien nicht gezeigt werden wenn über ein Land im Krieg berichtet wird."
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    "text": "Und ich glaube dass das etwas ist was für Menschen Krieg nie erlebt haben, wie viele Westeuropäer zum Glück."
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    "text": "Das ist meine Erfahrung wenn ich mit Menschen in Europa rede für die es ganz schwer zu fassen dass es auch so was gibt wie ein sehr normales Leben im Krieg und das auch wenn Krieg in einem Land herrscht das nicht heißt dass im ganzen land bombardiert wird Gerade in diesem Krieg, der von Israel immer noch relativ präzise geführt wird."
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    "text": "Manche werden sehr hart getroffen und das Leben normal weitergeht."
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    "end": 1340.78,
    "text": "Das ist was ich am erstaunlichsten fand jetzt in diesen ersten zwei Wochen im Krieg im Libanon."
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    "text": "Danke, Robert!"
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    "end": 1351.919,
    "text": "Sehr gerne Simon."
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    "start": 1357.02,
    "end": 1359.919,
    "text": "Unserer Ostkorrespondent River Toffa aus Beirut war das."
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  {
    "start": 1360.58,
    "end": 1364.159,
    "text": "Ich werde seine aktuellen Texte ebenfalls in der Folgenbeschreibung verlinken."
  },
  {
    "start": 1364.679,
    "end": 1367.34,
    "text": "Mein Name ist Timon Schaffel, bis zum nächsten Mal!"
  }
]