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    "text": "Dieser Podcast wird Ihnen präsentiert von NZZ Live."
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    "text": "Wir machen den Journalismus der NZZ Elibar."
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    "text": "Das ist ein Moment, auf den viele Menschen in Israel gewartet haben."
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    "text": "Robert Hofer, du bist unser Korrespondent in Israel."
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    "text": "Wo hast du diesen emotionalen Moment mitbekommen?"
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    "text": "Sven, ich war in Tel Aviv, wo ich lebe, auf dem sogenannten Geiselplatz."
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    "text": "Das ist der Platz vor dem Kunstmuseum im Zentrum von Tel Aviv."
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    "text": "Die Sonne war noch nicht aufgegangen und da hatten sie schon ... Hunderte Menschen dort versammelt und mit der Zeit schwoll diese Menschenmenge immer weiter an, bis dann mehrere Zehntausend dort standen."
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    "text": "Und ich war dort in der Mitte bei ganz vielen Israelis, die sich in israelische Flaggen gehöhlt hatten und dort auf einer großen Leinwand eben diesen Moment verfolgt"
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    "text": "haben."
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    "text": "Das war eine ganz besondere Stimmung, also Vorfreude, Nervosität und dann als eben etwa um neun Uhr Ortzeit tatsächlich die Nachricht kamen."
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    "text": "Die ersten israelischen Geiseln sind in den Händen des Roten Kreuzes."
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    "text": "Da brach dieser ganze Platz in einen riesigen Jubel aus."
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    "text": "Ich stand da neben einer Frau, mit der ich vorher schon geredet hatte, die fand gar keine Worte, hat nur ihren Kopf geschüttet und hat mir dann gesagt, das sei eben ein historischer Moment."
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    "text": "Und wenig später am gleichen Tag war es dann eben auch in Gaza soweit."
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    "text": "Israel hat palästinensische Gefangene freigelassen."
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    "text": "Die kamen dort in Bussen an und auch dort war natürlich die Freude riesig."
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    "text": "Sie haben diese Menschen zum ersten Mal seit teilweise zwei Jahren wiedergesehen."
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    "text": "Der Krieg war Vorerst vorbei und an diesem einen Tag, da haben wirklich Israelien und Palästinenser, glaube ich, das gleiche gefühlt, eine große Erleichterung und große Hoffnung auf das, was jetzt kommt."
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    "text": "Anfang der Woche waren Freude und vielleicht sogar die Hoffnung groß, wie viel am Ende dieser Woche davon noch übrig ist und ob die Waffenruhe im Gasastreifen wirklich hält, das besprechen wir mit unserem Israel-Korrespondenten, Rehward Hofer."
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    "text": "Ich bin Sven Präger."
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    "text": "Rehward, also am Montag... Das hört man ja raus, sah es noch tatsächlich sehr gut aus."
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    "text": "Es sah so aus, dass auch die Hamas ihr Versprechen hält."
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    "text": "Ich habe auch ehrlich gesagt in dem Moment gedacht, das machen die jetzt auch, weil jetzt niemand mehr ein Interesse an einer neuen Eskalation hat."
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    "text": "Dann ist es aber trotzdem eine Nuance anders in den vergangenen Tagen gekommen."
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    "text": "Also an diesem Tag am Montag, da hat wirklich die Freude noch dominiert und dann schon am Montagabend, da war klar, dass es dann doch nicht so läuft, wie sich das viele Israeli vorstellen, denn es gab ja diese zwanzig lebenden Geiseln, die Hamas freigelassen hat."
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    "text": "und dazu kommen noch achtundzwanzig Leichen, achtundzwanzig scherbliche Überreste von Geiseln, die in der Gefangenschaft getötet wurden."
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    "text": "Und auch diese will Israel zurück haben und auch diese muss die Hamas eben zurückgeben gemäß der Vereinbarung."
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    "text": "Es gibt einen großen Unmut und auch Wut in Israel darüber, dass jetzt eben dieses ganze Geiseldrama, was das Land seit ... zwei Jahre fest im Griff hatte, immer noch nicht, eben mit diesem großen Knall am Montag vorbei ist, sondern dass jetzt auch die verstorbenen Geiseln nur tröpfchenweise herauskommen."
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    "text": "Aber Israel, die Regierung und auch einige Experten, mit denen ich gesprochen habe, die sagen, die Hamas tut jetzt auch nicht wirklich alles, um diese Leichnahme möglichst schnell zu übergeben."
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    "text": "Und man muss uns auch sagen, sie hält sich eben nicht wirklich an diese erste Phase des Friedensplans, nachdem sie eben alle geil sind, lebendige und tote hätte übergeben müssen."
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    "text": "Aber verstehe ich das richtig, dass die Hamas jetzt eigentlich eine Verzögerungstaktik anwendet, um parallel ein bisschen Stärke wieder aufzubauen, warum auch immer."
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    "text": "Also da stehen ja gleich noch andere Fragen auch dahinter."
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    "text": "Und jetzt sieht man, die Hamas marschiert dort mit Waffen auf, die Hamas regelt das öffentliche Leben."
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    "text": "Sie ist sehr, sehr präsent und ... Was man eben auch sieht, was noch sehr viel verstörender ist, sind Videos, die eben auch aufgetaucht sind, wie die Hamas angebliche Kollaboraturen hinrichtet."
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    "text": "Also man sieht, wie dort Menschen zusammengetrieben werden, sich hinknien müssen und dann von diesen Hamas-Kämpfern erschossen werden."
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    "text": "Also sie verbreiten Angst und Schrecken in der Bevölkerung, sie marschieren dort auf und Dieses Signal geht eben nach außen und nach innen, nach außen, man will der Welt und den Israelis zeigen, wir sind nicht besiegt, wir haben hier immer noch die Kontrolle und genau das Gleiche."
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    "text": "Also vor allem mit der Betonung auf der Kontrolle will man natürlich auch gegenüber der eigenen Bevölkerung signalisieren, dass sie jetzt bloß nicht denken sollen, nur weil dieser Krieg vorbei ist, dass nicht mehr die Hamas über den Gaserstreifen herrscht."
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    "text": "Aber das ist ja eine Herausforderung, also für Israel."
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    "text": "Bisher reagiert Israel darauf, vor allem mit Worten."
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    "text": "Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat jetzt nochmal betont, die Hamas müsse unbedingt entwaffnet werden."
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    "text": "Wenn das nicht passiere, dann würde eben die Hölle über sie hereinbrechen."
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    "text": "angedroht, dass es zum Beispiel selbst sich nicht an die Bedingungen hält, die eigentlich vereinbart worden waren."
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    "text": "Nämlich hatte dann die Regierung gesagt, dass zum Beispiel weniger Hilflieferungen als eigentlich vereinbart in den Gaserstreifen gelassen werden sollte, wie es eben vorgesehen war in dieser ersten Phase."
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    "text": "Dann hatte sie auch gesagt, man würde womöglich den Grenzübergang Rafa im Süden des Gaserstreifens geschlossen halten, der soll nämlich geöffnet werden."
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    "end": 560.32,
    "text": "Man sieht schon jetzt in dieser allerersten Phase des großen Plans, es funktioniert nicht so wie geplant, beide Seiten versuchen zu verzögern, sie drohen und es kann jeden Moment zusammenbrechen."
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    "text": "Wir sind gleich zurück."
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    "end": 578.4,
    "text": "Am zwarundzwanzigsten Oktober diskutieren Experten bei NZZ Live darüber, wie in der medizinischen Forschung sichergestellt werden kann, dass die Bedürfnisse der Patienten im Mittelpunkt stehen."
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    "text": "Welche Rolle spielen die Digitalisierung und der Fachkräftemangel dabei?"
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    "end": 586.36,
    "text": "Tickets gibt es unter NZZ.ch slash live."
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    "text": "Aber wenn man da jetzt mal so nach den ersten Tagen einen Strich drunter zieht und sieht, die erste Phase ist schon wackelig."
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    "text": "Und das ist ja meistens die Phase, in der auch Vertrauen aufgebaut werden soll, was ja sowieso schon in dem Konflikt sehr, sehr, sehr schwierig ist."
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    "text": "Also, wie wackelig geht das weiter bzw."
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    "text": "kannst du eine Prognose wagen, was mit Phase zwei und anderen Phasen überhaupt realistisch erscheint?"
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    "text": "Ich glaube, ganz viele Menschen haben bis vor einem... paar Wochen, also auch ich und viele, die das sehr eng verfolgt haben, gar nicht gedacht, dass wir überhaupt zu dieser Phase kommen."
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    "text": "Das ist wirklich passiert, dass man diese Waffenruhe hat, dass alle Geisen auf einmal freikommen."
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    "text": "Deswegen, ich glaube, wir müssen schauen, was jetzt geschieht, aber... Du hast es schon gesagt, die erste Phase ist so wackelig, ist es alles so fragil, dass es nur sehr schwer vorspellbar ist, dass diese zweite Phase so umgesetzt wird, wie sie vorgesehen wird."
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    "text": "Denn das liegt auch daran, dass in der ersten Phase die Bedingungen sehr, sehr detailliert ausbuchstabiert sind."
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    "text": "Es ist klar, hinter welcher Linie sich Israel zurückzieht."
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    "text": "Es ist eigentlich klar, wie viele Geisen die Hamas übergibt, wann Hilfslieferungen, in welcher Menge reinkommen."
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    "text": "Das ist sehr klar definiert."
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    "text": "Die zweite Phase, die ist einerseits sehr viel weitergefasst und dann auch noch sehr viel wager definiert."
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    "text": "Also es geht darum, dass die Hamas ihre Waffen abgeben soll, dass es eine alternative Regierung im Gaserstreifen geben soll, dass es eine internationale Schutztruppe geben soll."
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    "text": "Das sind alles sehr, sehr große Themen, die eben eigentlich an die Substanz auch einer Kriegspartei, nämlich... der Terrororganisation Hamas geht."
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    "text": "Also wenn die Hamas ihre Waffen abgibt, nicht mehr über Gasastreifen herrscht, dann gibt es eigentlich keine Hamas mehr."
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    "text": "Das sind sehr, sehr harte Verhandlungen, wo es keine Timeline gibt."
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    "text": "Beide Seiten halten sich nicht dran oder drohen damit sich nicht daran zu halten."
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    "text": "Deswegen wäre ich sehr, sehr überrascht, wenn es jetzt in der zweiten Phase so kommt, wie es ursprünglich vereinbart war."
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    "text": "Kannst du sagen, was die größte Herausforderung wahrscheinlich darstellt?"
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    "text": "Ist es die Entwaffnung der Hamas?"
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    "text": "Ich glaube, die Entwaffnung der Hamas ist das größte Problem, das sich stellt."
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    "text": "Denn die Hamas wurde, in den letzten Jahren, in den USA gegründet, als radikal, islamistische und eben auch militante Organisation."
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    "text": "Also sie wurde damit gegründet, dass sie einen bewaffneten Kampf vorantreibt."
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    "text": "Das heißt, die Hamas wird eigentlich alles dafür trüben, dass sie in irgendeiner Form noch Waffen behält, weil sie eben sonst eigentlich ihre Existenzberechtigung verloren hat."
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    "text": "Also beispielsweise haben arabische Staaten diese sehr... seltsame Differenzierung zwischen Verteidigungs- und Offensivwaffen in Spiel gebracht."
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    "text": "Also, dass zum Beispiel Handfeuerwaffen wie Kalashnikovs oder so eigentlich Verteidigungswaffen sein, dann aber Raketen, Offensivwaffen, die Raketen sind sowieso schon so gut wie alle zerstört von Israel."
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    "text": "Das heißt, da könnte man irgendwie einen einfachen Kompromiss finden, für den wahrscheinlich auch die Hamas zustimmen würde."
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    "text": "Das will natürlich Israel nicht, was auch verständlich ist, denn ich meine, bei dem Überfall am siebten Oktober wurden sehr, sehr viele Israelis."
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    "end": 822.12,
    "text": "Da bin ich mir sicher und das ist der allergrößte Knackpunkt."
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    "end": 831.58,
    "text": "Gib uns zum Schluss einmal ein Abriss, wenn das möglich ist, was in den nächsten Tagen passieren könnte oder müsste, damit es vielleicht überhaupt noch Hoffnung auf Stabilität gibt."
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    "text": "Ich denke als allererstes muss die Geiselfrage geklärt sein."
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    "text": "Das ist in Israel, ich glaube man kann sich das... kaum vorstellen."
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    "text": "Das ist das Thema, was eben dieses Land wirklich seit zwei Jahren beschäftigt hat und die Enttäuschung darüber, dass es jetzt immer noch nicht vorbei ist."
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    "text": "Die ist so groß, dass Israel, glaube ich, der israelischen Regierung auch."
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    "text": "die Hände gebunden sind, irgendwelche Zugeständnisse zu machen, irgendwie in Verhandlungen zu treten, bevor das nicht vom Tisch ist."
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    "text": "Und dann ist auch unklar, wie es weitergehen sollte, konkret in Gaza."
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    "text": "Es gibt ja auch noch diese Pläne einer internationalen Schutztruppe."
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    "text": "Da ging es wohl jetzt schon ein bisschen voran."
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    "text": "Also, zweihundert amerikanische Soldaten sind nach Israel gekommen."
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    "text": "Die haben so einen... Koordinationszentrum eingerichtet, wo dann irgendwann mal eben eine Koalition gebildet werden soll, die auch nach Gaza rein geht, um diesen Friedensprozess zu begleiten."
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    "text": "Wer daran genau teilnimmt, wann das passieren soll, auch das ist alles noch unklar."
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    "text": "Und ich glaube wirklich, das kann erst tatsächlich losgehen, wenn wirklich alle Geiseln auch wieder in Israel sind."
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    "text": "Die Rückgabe der Geiseln und auch die Leichnahme der ermordeten Geiseln nach Israel ist Grundvoraussetzung, damit der Friedensplan im Gasastreifen überhaupt eine Chance hat, weiter zu funktionieren, das sagt unser Korrespondent in Israel, Rehwat Hofer."
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    "text": "Dir vielen Dank für das Gespräch."
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    "text": "Sehr gerne, danke dir Sven."
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    "text": "Sehr"
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    "text": "gerne, das war unser Akzent für diesen Freitagmorgen."
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    "text": "Euch trotz dieser Weltlage, hoffentlich ein gutes Wochenende und bis zum nächsten Mal."
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    "text": "Bis dann, ciao ciao."
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