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    "text": "Nach dem Tod des iranischen Diktators Ayatollah Ali Khamenei jubelten in Iran die einen."
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    "text": "Das sind sehr widersprüchliche Gefühle, gleichzeitig läuft er auch noch ein Krieg weiter ... Du hast mit vielen Leuten im Land gesprochen, wie geht es ihnen?"
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    "text": "Eine Bekannte hat mir zum Beispiel gesagt, dass sie gerade eine Million Emotionen in sich trägt und das geht so von Freuden, Tränen eben darüber, dass endlich der Diktator gestorben ist über Zufassungslosigkeit, darüber dass man jetzt tatsächlich im Krieg ist, Ungewissheit Angst bis hin zur Hoffnung, dass jetzt vielleicht doch alles besser wird."
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    "text": "Seit Beginn der amerikanisch-israelischen Luftangriffe gegen Iran ist es kaum mehr möglich, in das Land hineinzuschauen."
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    "text": "Mit dem Journalistin Teseo Lamarca spreche ich heute über das wenige was man über die Situation der Bevölkerung weiß."
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    "text": "Also am Samstag als der Krieg losging in der Früh konnte man noch eine Stunde normal Kontakt halten mit den Leuten."
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    "text": "Ich habe da über Telegram geschrieben, mit zwei Bekannten und das ging dann eine Stunde lang bis dann das Regime das Internet komplett abgeschaltet hat und diese Internetsperre hält im Moment immer noch"
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    "text": "In Wirklichkeit geht es aber auch darum, Kommunikation unter Regimegegnern zu verhindern und natürlich auch darum das Narrativ zu kontrollieren."
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    "text": "Diese Internetsperre führt ja gerade auch dazu dass kaum unabhängige Informationen das Land verlassen können."
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    "text": "alles oder das meiste was wir an Informationen bekommen stammt von staatlichen Quellen Und am Sonntag habe ich dann trotzdem noch die Möglichkeit gehabt, mit zwei Bekannten wieder Kontakt aufzunehmen."
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    "text": "In dem Fall ist es ihnen gelungen durch einerseits eine Starlink-Schüssel und andererseits ein sehr starkes VPN."
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    "text": "also man muss da verschiedene technische Möglichkeiten in Anspruch nehmen diese Verbindung herzustellen."
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    "text": "Es ist eben nicht so einfach."
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    "text": "Man muss technikversiert sein und das kostet natürlich auch etwas."
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    "text": "Du hast gesagt, es kommen auch deshalb nicht so viele Bilder und Videos aus dem Iran."
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    "text": "Also dass sehr viele Leute die Stadt Tehran verlassen wollen."
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    "text": "Das ist ein Pseudonym um seine Identität zu schützen und er ist Software-Entwickler vom Beruf etwa dreißig Jahre alt kann gerade auch wegen der Internetsperre gar nicht arbeiten und deswegen die meiste Zeit zu Hause."
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    "text": "Und er ist eigentlich gerade relativ entspannt, weil er sagt sein Haus steht nicht in unmittelbarer Nähe von Regierungsgebäuden oder von Polizeistationen Explosionen hört aber trotzdem."
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    "text": "Er hat auch erzählt, dass gerade unweit von seinem Haus ein Industriekomplex liegt, der in den letzten Tagen bombardiert worden ist."
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    "text": "Das hat er von seinen Fenster aus beobachtet und mit so einem typischen versischen schwarzen Humor dann erzählt ... Er hat Feuerwerke gesehen, die er bisher noch nie erlebt hat."
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    "text": "Und was auch interessant ist, während des zwölf Tagekriegs haben die Iraner noch sehr laute und ständig dumpfe Explosionen im Himmel gehört."
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    "text": "Das lag an der iranischen Luftabwehr, die damals noch funktioniert hatte."
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    "text": "Und die beiden, mit denen ich gesprochen habe, meinten sie können deswegen im Gegensatz zu vor einem Jahr, können sie nachts auch ruhig schlafen ohne ständig durch irgendwelche Explosion aus dem Schlaf geweckt zu"
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    "text": "werden.\"."
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    "text": "Er selbst kennt Menschen, die verletzt wurden und umgekommen sind im vergangenen Januar Es sind damals erschätzungsweise dreißigtausend Menschen nur zwei Tagen erschossen worden durch eine systematische Niederschlagung dieser Proteste."
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    "text": "Man hat aber natürlich auch Sorgen, in was der Krieg noch alles auslösen könnte wenn er länger anhält – eine Hungersnot-, Wasserknappheit."
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    "text": "Er hat mir erzählt das drei bis vier Stunden lang nachdem sie vom Tod Chaminés erfahren haben... ...die Menschen an die Fenster ihrer Häuser gegangen sind und ihre Freude in den Nacht hinausgeschrien haben."
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    "text": "Haben Monumente der islamischen Republik erstürzt."
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    "text": "Wenn man diese Videos sieht, diese Menschenmassen, die da feiern im Iran mitten im Krieg muss man sich aber glaube ich auch bewusst sein als Außenstehender dass das jetzt keine Kriegsbegeisterung ist sondern dass hinter diesem Juwel Jahrzehnte der Repression stecken, der religiösen Bevormundungen."
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    "text": "Iraner haben versucht jahrzehntelang einen Wandel herbeizuführen auf friedlichen Wege."
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    "text": "Sie sind immer gescheitert, man wurde jedes Mal total niedergeknüppelt und jetzt sehen eben viele den Krieg als allerletztes Mittel und vor allem junge Iraner, haben sich geradezu herbeigesehnt nach dieser Militärintermension."
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    "text": "Man sieht auch das sind noch Videos von dem ersten Tag der Angriffe."
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    "text": "da sieht man Videos von Kindern die auf Schulgelände Die Explosionen hören in D-Hiran und jubeln und trufen I love Trump."
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    "text": "Dass die iranische Bevölkerung es in der Hand habe und jetzt quasi die Kontrolle übernehmen soll aber unter diesem Umständen doch eher schwierig."
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    "text": "letzte Woche gab es an den Universitäten wieder große Massenpoteste an denen Studenten die vorrevolutionäre, die vorislamische Fahne mit dem Sonnen und dem Löwen geschmengt haben."
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    "text": "Wo sie dort der islamischen Republik gerufen haben Und das nachdem die Regierung gerade ein Massaker an tausenden Demonstranten durchgeführt hat."
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    "text": "Gleichzeitig muss man auch sagen, das Regime ist ja noch an der Macht und der Sicherheitsapparat die Armee funktionieren offensichtlich auch noch."
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    "text": "Gleichzeitig beobachte ich aber auch eine große Entschlossenheit in der iranischen Bevölkerung also zumindest bei den Leuten mit denen ich sprechen konnte dass man jetzt diese Chance die sich bietet nicht vorbei ziehen lassen will."
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    "text": "Und so habe Rostami zum Beispiel, hat mir vor ein paar Tagen erst gesagt alle die er kennt und mit denen er gesprochen hat sind bereit wieder auf die Straße zu gehen."
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    "text": "sie warten eigentlich nur noch auf das Signal."
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    "text": "Wir sind gleich zurück Ob Vermögensverwaltung, Säule IIIa oder ETF Kinderportfolio."
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    "end": 677.16,
    "text": "Mit TrueWealth investieren Sie einfach transparent und kosteneffizient."
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    "text": "neu mit dem praktischen Entnahmeplan."
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    "text": "Starten Sie jetzt auf truewealth.ch."
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    "end": 695.68,
    "text": "Viele Irana und Iranerinnen haben gejubelt, als Khamenei gestorben ist."
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    "text": "Sie wollen diesen Krieg – sie sagen Hauptsache das Regime ist weg!"
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    "text": "Auf der anderen Seite aber hat das Regim ja doch auch noch Unterstützer?"
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    "text": "Ja, man hat tatsächlich auch am nächsten Tag gesehen nach dieser Nacht in der Chaminé gedötet wurde."
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    "text": "Dass es staatlich organisierte Trauerfeiern im ganzen Land gab und das waren auch wirklich beeindruckende Bilder von Menschenmengen die die zentralen Plätze in Tehran und den Isfahan gefüllt haben Und sie haben da getraeuert geweint."
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    "text": "Du hast gesagt, das sind große Menschenmassen die füllen da ganze Plätze."
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    "text": "kann man sagen wie viele das etwas sind?"
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    "text": "Es ist schwer zu sagen weil es keine unabhängigen Umfragen im Iran gibt Der Konsens unter Iran beobachternd ist, dass dieser Teil der Bevölkerung, der das Regime noch unterstützt eine Minderheit ist."
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    "text": "Viele sind von klein auf so erzogen worden, dass es nichts Ehrenvolleres gibt als Märtyrer für die Religion und auch für dieses politische System zu"
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    "text": "sterben.\"."
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    "text": "Also die einen sind bereit für das Regime zu sterbin', die anderen nehmen an Krieg in Kauf damit das Regim gestürzt wird?"
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    "text": "Das zeigt schon eine sehr tiefe Spaltung in Iran!"
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    "text": "Das kann man genauso sagen, da geht eine riesige Kluft zwischen zwei Bevölkerungs-Teilen im Iran."
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    "text": "Die einen die sich als sekulardemokratisch verstehen und auch sehr große Differenzen unter sich haben aber was dann eher vergleichbar ist mit parteipolitischen Differensen das auch bei uns gibt und auf der anderen Seite die Unterstützer dieses systemistischen Systems und die stehen sich gerade gegenüber"
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    "text": "Wenn ich jetzt das alles höre, also diese gespaltene Gesellschaft dieser Krieg, der immer noch andauert."
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    "text": "Dann aber auch die Repression dann aber auch Die Angst vor diesem Regime, die wirtschaftliche Situation, die ja auch immer noch schlecht ist."
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    "text": "Das ist ja ein riesiger Druck."
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    "text": "Also gerade bei denen, die man als Regime Gegner beschreiben kann."
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    "text": "Die sind gerade eher erleichtert und da erlebe ich mehr als Resignation, gerade wieder eine aufkeimende Hoffnung."
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    "text": "Dass Menschen sich in dem Krieg ohnmächtig fühlen weil da immer mächtige Menschen sind über sie die über ihr Schicksal entscheiden."
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    "text": "gerade Man fühlt sich plötzlich nicht mehr machtlos."
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    "text": "Die Menschen sehen dass ihre Proteste im Januar Nicht einfach nur niedergeschlagen wurden Sondern dass sie doch etwas bewirkt haben Das sie dazu geführt haben jetzt sogar der mächtigste Mann der Welt auf ihrer Seite angreift gegen ihre Unterdrücker."
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    "text": "Und bei aller Unsicherheit und Angst macht das vielen Menschen im Iran gerade auch wieder große"
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    "text": "Hoffnung.\"."
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    "text": "Wir beobachten die Situation weiter, auch im Akzent Teseo – ganz herzlichen Dank!"
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    "text": "Danke dir!"
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    "text": "Das war unser Akzent mit dem Journalisten Teseola Marca."
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    "text": "Ich bin Antonia Mosa bis bald."
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