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    "text": "Dieser Podcast wird präsentiert von Tverrenbold Reisen."
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    "text": "Lehnen Sie sich zurück und kommen Sie im Königsklasse-Luxusbus auf Entdeckungsreise."
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    "text": "Diese Frage stellten sich viele, wie im Akzent auch."
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    "text": "Seitdem in Iran Ende Dezember eine neue Protestwelle losging, ausgelöst durch die anhaltende Wirtschaftskrise im Land."
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    "text": "Die Menschen skandieren Tod dem Diktator, Tod Khamenei."
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    "text": "Mitte letzter Woche sah es kurz so aus, als könnten die Demonstranten Hilfe von außen bekommen."
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    "text": "Die Welt wartete quasi auf den amerikanischen Militärschlag gegen das Regime."
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    "text": "Doch er kam nicht."
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    "text": "Stattdessen ebben die Proteste wieder ab."
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    "text": "Ja, auf den ersten Blick sieht das tatsächlich so aus, als wäre dieses Momentum jetzt vorbei."
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    "text": "Man hatte den Eindruck gehabt, das Regime hat gewankt."
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    "text": "Ob jetzt die Chance auf einen Wandel ganz vorbei ist und was dann wirklich die Folgen dieser Proteste sein werden, ich glaube dazu ist es noch sehr früh zu sagen, dass wir die Zukunft zeigen."
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    "text": "Wie es weitergehen könnte in Iran, darüber spreche ich heute mit nauskorrespondent Daniel Bühm."
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    "text": "Mein Name ist Marli Nüller."
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    "text": "Daniel, beim Einlesen auf diese Folge, auch bei mir, der Eindruck, vieles ist noch unklar."
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    "text": "Es gibt viele Puzzleteile, aber noch nicht das ganze Bild."
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    "text": "Ja, das ist eben ganz schwierig einzuschätzen von außen, weil ein großes Element ist ja, dass wenig Informationen aus dem Land nach draußen dringen."
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    "text": "Das heißt, viele sind Spekulationen oder es sind eben so einzelne Erfahrungsberichte von Leuten, die mit rein telefoniert haben oder mit jemandem gesprochen haben oder die rausgekommen sind, was man dann so ein bisschen irgendwie Passelteile zusammensetzt."
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    "text": "Die Hilfe von außen, die Schienen von den USA kommen zu können, we will take very strong action, schrieb Trump of Truth Social, vor allem als das iranische Regime ankündigte, die ersten Demonstranten hinrichten zu wollen."
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    "text": "Die Hinrichtungen seien vom Tisch."
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    "text": "Es gibt schon Hinweise darauf, dass das definitiv nicht der einzige und wahrscheinlich auch nicht der wichtigste Grund war, die Iraner sagen ja auch immer wieder mal, dass es gar keine Pläne für solche Hinrichtungen gegeben habe und wie der Sprechen Trump sogar."
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    "text": "Was eine Rolle gespielt hat, waren auch andere Überlegungen."
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    "text": "Da ist die Frage, ob man da so was hätten die Amerikaner da machen können, hätte es gereicht, jetzt irgendwie ein paar Raketen oder Cruise missiles auf Regierungsbehörden oder Sicherheitsinstitutionen abzuschießen, hätte das wirklich diesen Push gegeben."
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    "text": "Also zum Beispiel die Golfstaaten, vor allem Saudi-Arabien, die fürchten sich von dem Krieg?"
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    "text": "Da haben bald Angst, das iranische Gegenschläge auf amerikanische Basen."
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    "text": "von dem das Jahr rund um den Golf mehr ergibt, aber eben auch auf arabische Ölern lagen, zum Beispiel in Saudi-Arabien, dass sie dann verheerende Folgen haben könnten."
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    "text": "Und deshalb haben diese Golfstaaten, die ja mittlerweile über doch gewisse Einflüsse in Washington verfügen, haben dann bei Trump diesen Einfluss geltend gemacht und versucht, den davon abzubringen."
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    "text": "Und die waren auch nicht die einzigen."
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    "text": "der sich sonst ja immer sehr stark und auch laut gegen den Iran positioniert, hat ihm offenbar zugeredet, das nicht zu tun."
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    "text": "Offenbar waren die Israelis nicht vorbereitet auf einen zu erwartenden Krieg mit dem Iran und wollten das nicht."
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    "text": "Okay, also es gab keine Rückendeckung von den Alliierten oder von den Freunden der USA, aber trotzdem, ich meine, nach diesem Aufblustern, wenn die ganze Welt darüber wehrweist, ob Trump jetzt da reingeht oder nicht, wie angekündigt, ich meine, ist nichts zu tun, ja, irgendwie auch keine Option."
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    "text": "Er will ja immer zeigen, dass er so ein Typ ist, der eben dann auch so ein Macher."
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    "text": "Trump hat dann seinen Finanzminister vorgeschickt, Scott Bessent."
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    "text": "Dazu sollen auch noch weitere Sanktionen gegen die Öleinnahmen errichtet werden."
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    "text": "Man will das Land finanziell austrocknen."
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    "text": "Iran steht ja schon seit Jahrzehnten unter Sanktionen und seit Trump diese Maximum Pressure Strategie gefahren hat, also diese Strategie des maximalen Drucks gegen Iran."
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    "text": "Das Land ist sowieso schon in der Ecke gedrängt."
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    "text": "Er will jetzt auch noch Zölle auf Länder einführen, die immer noch Handel mit dem Iran treiben."
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    "text": "Das kann auch zum Teil Deutschland und die Schweiz oder europäische Länder betreffen."
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    "text": "Und zuletzt hat er dann letzte Woche einen amerikanischen Flottenverband, zudem auch ein Flugzeugträger gehört, aus dem südkinesischen Meer in den persischen Golf beordert."
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    "text": "Der sollte jetzt eigentlich diese Woche dann da ankommen."
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    "text": "Aber wäre es denn auch tatsächlich im Sinne der Iranerinnen und Iraner, dass die USA eingreifen?"
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    "text": "Also wünscht sich das eine Mehrheit, dieses Regime loszuwerden, selbst wenn das eine Intervention von außen bedeuten würde?"
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    "text": "Es gibt Leute, die dort sagen, wir wollen Interventionen, gerade nach diesen brutalen Vorgehen der Sicherheitskräfte."
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    "text": "Es gab aber auch im letzten Sommer, als damals Iran und Israel einen Krieg geführt haben und die Amerikaner kurzzeitig eingegriffen haben, gab es auch Leute, die gesagt haben, wir wollen dieses Regime loswerden, aber wir wollen keine ausländische Intervention."
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    "text": "Also das muss von innen passieren."
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    "text": "Die Amerikaner und die USA galten ja lange als Feindbild des Regimes."
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    "text": "Also das ist halt hin und her, da gibt es wirklich so verschiedene Meinungen innerhalb des Iranes."
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    "text": "Es ist wirklich schwierig zu sagen, ob die Iraner sich jetzt eine Intervention wünschen oder nicht."
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    "text": "Ich habe Stimmen gehört, viele, die das sagen, aber man hört auch andere Stimmen."
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    "text": "Man hört auch diese Stimmen an Demonstrationen."
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    "text": "Long live the Shah."
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    "text": "Wie akzeptiert ist denn diese Option?"
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    "text": "Das wäre ja dann quasi so halb von Ihnen."
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    "text": "Ja, also es ist wirklich tatsächlich so, dass... zuletzt sein Name auch viel skandiert wurde."
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    "text": "Es gibt, glaube ich, zwei Gründe, die das vielleicht zum Teil erklären können."
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    "text": "Das eine ist, glaube ich, auch, dass manche Leute das rufen, das Provokation, weil der Shah wurde ja damals von der islamischen Republik und von Chaminis Vorgänger Chomini gestürzt."
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    "text": "Und das ist die größtmögliche Provokation für das Regime, wenn man ihn quasi hochleben lässt."
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    "text": "Und dann ist es halt so, dass die Opposition in den vergangenen Jahren immer darunter gelitten hat, dass es nie eine einigende Figur gab."
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    "text": "Deswegen haben dann manche Leute mir auch am Telefon gesagt, ja, wir sind vielleicht jetzt nicht hundert Prozent für den Schaar, aber es ist irgendwie... Der Schasun ist so der einzige, den wir haben und wir brauchen einfach irgendjemand, der zumindest auf den wir uns einigen können und der dann vielleicht so eine Übergangsphase leitet oder so."
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    "text": "Ob er eine mögliche Oppositionsfigur dann wirklich ist, wie tief er dann wirklich akzeptiert ist im Iran, das finde ich schwer zu sagen."
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    "text": "Wir sind gleich zurück."
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    "text": "Andalusien, Sizilien, Griechenland oder Portugal."
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    "text": "Dank bequemen Direktflug ab Zürich erreichen sie ihr Ziel in kürzester Zeit."
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    "text": "Dort wartet der Twerrenboldbus bereits auf sie."
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    "text": "So können Sie auch an ferneren Reisezielen von unserem bewährten Komfort profitieren und haben mehr Zeit, die Schönheiten der Destinationen zu genießen."
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    "text": "Alle Informationen unter twerrenbold.ch."
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    "text": "Daniel, wir haben nun über den Protest und die Hoffnungen der iranischen Bevölkerung gesprochen und dass die Hilfe von außen vorerst aus bleibt, zum Alles aktuell nicht nach einer militärischen Intervention der USA aussieht."
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    "text": "Ich würde gerne noch mit ihr über den Zustand des Regimes sprechen."
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    "text": "Der oberste Revolutionsführer Ayatollah Ali Khamenei wetterte am siebzehnten Januar auf eine Veranstaltung gegen Donald Trump."
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    "text": "Und ich glaube, dass neben der Propaganda viele auch wirklich davon überzeugt sind, dass zum Teil die Amerikaner oder eben die Israelis ihre Hand da mit drin hätten."
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    "text": "Und man geht eigentlich davon aus, dass diese Revolutionsgarten in den letzten Jahren immer mehr Macht wirtschaftlich und politisch, aber auch militärischer, auf sich vereinigt haben und deswegen so das Zepto übernommen haben."
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    "text": "Und die bereiten sich auch eigentlich schon auf die Zeit nach Khamenei vor, sind damit gerechtet, dass er irgendwann das Zeitliche segnet."
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    "text": "Also da werden Sie sich ja versuchen, dass Sie halt diese harte Hand, die Sie jetzt haben, dieser Griff nicht entgleitet, dass die Frage halt, wie es weitergeht, auch mit dieser Internetsperre, es gibt ja Gerüchte, dass das permanent werden soll, dass die Iraner irgendwie versuchen, so eine Art Intranet zu bauen, also ein Art abgeschlossenes Internet, das sich dann einfacher kontrollieren lässt."
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    "text": "Einerseits wegen den Sanktionen, aber eben auch ganz, ganz, ganz, ganz viel wegen dieser ganzen Korruption, die dieses Regime inzwischen entwickelt hat."
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    "text": "und die Alter zu führen, dass sich manche Leute bereichen und die Mehrheit immer ärmer wird."
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    "text": "Danke dir auch und grüße nach Zürich."
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