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    "text": ""
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    "text": "Und was mich auch bedrückt ist, zu sehen wie viel Hoffnung die nach Kolumbien geflogenen Venezuelaner auf ein Wechsel, auf ein Regimewechsel setzen."
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    "text": "Thomas Mills arbeitet seit twenty-fünf Jahren in Lateinamerika erlebt seit zwei tausend und zwei in Brasilien und berichtet dafür verschiedene Deutsch- und Englischsprachige Medien."
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    "text": "als Korrespondent Seit twenty-fünfzehn schreibt er für die NTZ und erteilt sich hier die Berichterstattung über Lateinamerika mit dem Kollegen Alexander Busch."
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    "text": "Und für Thomas ist es vor einigen Wochen auf einer Brücke an der Grenze zwischen Kolumbien und Venezuela ziemlich brenzlig geworden."
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    "text": "In diesem Augenblick sehe ich, wie von der venezuelanischen Seite mehrere Motorräder kommen – junge Männer mit Jeans und T-Shirts!"
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    "text": "Auf einem Motorrad sitzt hinten drauf einen Uniformierter"
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    "text": "Und dieser Uniformierte war Thomas und seinem Fotografen nicht freundlich gesinnt, als sie da nur zwei Wochen nach dem Sturz des venezolanischen Diktators Maduro im Grenzgebiet unterwegs waren."
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    "text": "In dieser Samstagsfolge von NZ-Akzent will ich von Thomas wissen, wie er aus einer unserer Korrespondenten das Ende von Maduro erlebt hat – und natürlich auch was an diese Grenze passiert ist!"
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    "text": "Mein Name ist Simon Schaffer."
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    "text": "Eigentlich hätte ja auch Thomas Milz Weihnachtsferien gehabt Doch in den Tagen nach dem dritten Januar dieses Jahres, also nach dem Sturz von Maduro als immer mehr über die Angriffe und das Chaos und auch seine Entführung durch die USA bekannt wurde."
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    "text": "Da kam die Frage auf wie berichten wir am besten weiter über Venezuela?"
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    "text": "und die Entscheidung war dann das man möglichst nah an Venezuela herangeht."
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    "text": "Also wenn man nah an Venezuela dran will, dann ist Cucota der richtige Ort."
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    "text": "Ich bin angekommen im Hotel und habe sofort meine deutschen Journalistenkollegen getroffen die vor Ort sind."
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    "text": "Man ist nicht alleine, man hat hier Kollegen dabei."
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    "text": "Das ist immer eine schöne Situation."
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    "text": "Ich habe von denen bereits erfahren dass man in Cucuta vorsichtig sein muss das es eine gefährliche Stadt ist Dass es Spannungen gibt durch die Situationen in Venezuela Dass man auch selber in der Stadt also auf kolumbianischer Seite vorsichtig seien muss Da das venezuelanische Regime sozusagen bis in die Stadt hinein Einfluss ausübt."
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    "text": "also auf der kolumbianischen Seite standen zwei gepanzerte Fahrzeuge und es gab Posten des kolumbianischen Militärs, aber auch auf der venezuelanischen Seite."
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    "text": "Weil man einfach damit rechnete dass im Nachfeld der US-Aktion ist zur Fluchtbewegung aus Venezuela nach Kolumbien kommen könnte."
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    "text": "Aber als ich an dem Morgen dann dorthin kam gab es weder auf der kolumbianschen noch auf der militärseite."
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    "text": "also die Brücke war vollkommen frei und der Verkehr ist geflossen in beide Richtungen ohne das es erkennbar Grenzkontrollen gab."
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    "text": "Viele Venezuelaner kommen rüber nach Kolumbien um dort Lebensmittel und auch Medikamente einzukaufen und fahren da direkt wieder zurück."
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    "text": "Es gibt auch viele Leute die auf der anderen Seite arbeiten also morgens auf die andere Seite gehen, arbeiten und dann wieder zurückkommen."
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    "text": "deswegen haben wir uns auch entschieden über die Brücke zu gehen Richtung Venezuela."
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    "text": "Die Idee war, dass ein Fotograf Fotos macht von Grenzübergang."
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    "text": "Da steht Willkommen in Venezuela und man sieht wie die Leute hin und her marschieren."
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    "text": "kurz eine kleine Geschichtsstunde Eigentlich sagen viele Leute in beiden Ländern, dass sie ein Land – ein Volk sein."
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    "text": "Nach der spanischen Kolonialzeit, also nach der Befreiung gehörten die beide zu Großkolumbien mit Panama und Ecuador."
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    "text": "Viele aus Kolumbien fuhren dorthin um dringend nötige Medikamente und Vorräder zu kaufen."
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    "text": "Was dann aus der sozialistischen Revolution in Venezuela Stück für Stück das heutige Regime wurde, drehte das in den Zeitausenden Jahren."
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    "text": "Also es gab einige Venezuelaner, die sehr offen gesprochen haben und gesagt haben wie dankbar sie Donald Trumps sind für die Entführung von Maduro und dass sie hoffen, dass jetzt auch der Rest des Regimes fällt."
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    "text": "Besonders gegen das Militär und diese Kollektivus, also diese paramilitarischen Einheiten des Innenministeriums haben sie sich geäußert."
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    "text": "Die überwachen, ob die Leute sich äußern gegenüber Journalisten."
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    "text": "Und während ich mit einem Mann gesprochen habe, der sehr laut gegen das Regime geschimpft hat... Sind andere Venezuelaner vorbei gegangen und haben zustimmend genickt oder haben gesagt, ja so ist es."
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    "text": "also Wir haben Glück und im Augenblick sehe ich wie von der venezuelanischen Seite mehrere Motorräder kommen junge Männer mit Jeans und T-Shirts."
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    "text": "Und auf einem Motorrad sitzt hinten drauf ein Uniformierter, der ist abgesprungen vom Motorrad und hat uns angebrüllt geht rüber nach Venezuela."
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    "text": "Aber ich habe noch gesehen, wie der Uniformierte auf meinen Fotografen zugegangen ist, der so eine Geste machte, Hände in die Luft, als ob er sich ergeben wollte."
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    "text": "Dann kam plötzlich ein Motorrad mit einem jungen Mann angefahren, stellte sich mir sozusagen in den Weg ... Und dieser junge Mann hatte eine Brusttasche so diagonal über den Oberkörper gespannt und hat da reingegreffen."
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    "text": "dann habe ich plötzlich gemerkt dass jemand mich von hinten wirkt das jemand mich den Schwitzkasten nimmt hab danach unten geguckt hab zwischen meinen Beinen mehrere Es müssen mehrere Leute gewesen sein, die mir da am Rücken hingen."
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    "text": "ich hatte dann gedacht vielleicht hilft mir jemand vielleicht kommt jemand und hilft mir aber die leute haben mich nur angestarrt von ihren Motorrädern oder aus ihren Autos heraus."
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    "text": "Mit denen könne man aber reden, sagt Thomas in die Kameraaufnahmen zeigen und dass kein Unterschlupf der Banden gefilmt wurde."
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    "text": "Noch einmal bedrückend sei dann schon dieses eine Mal in Mexiko gewesen wo ihn zwei Polizisten in die Ecke gedrängt und Geld verlangt hatten sonst käme er in den Knast."
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    "text": "Und Thomas, der sagte tatsächlich Er sei schon im brasilianischen Verwählers festgesetzt worden und habe auch da kein Lüsegeld bezahlt."
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    "text": "und damit fange er jetzt nicht mit mexikanischem Polizist an Und er konnte entkommen, so wie auf der Brücke zum Glück vor ein paar Wochen an der venezolanisch-kolumbischen Grenze."
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    "text": "Direkt an der kolumbianischen Seite der Brücke beginnt ein Geschäftsviertel das heißt La Parada."
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    "text": "Da sind ganz viele kleine Geschäfte wo Venezuelaner einkaufen und die Straßen sind voller Menschen."
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    "end": 707.13,
    "text": "Ich habe erstmal versucht mich da in eine Seitenstraße zu verstecken weil ich als ich vor diesen Kollektivus also vor diesem Milizen weggelaufen bin über die Brücke ... einem kolumbianischen Grenzbeamten vorbeigekommen, der mir zugerufen hat."
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    "text": "Stehen bleiben!"
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    "text": "Stehenbleiben wo kommst du her?"
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    "text": "Und da habe ich mir gedacht... Ich will jetzt auch nicht noch Ärger bekommen mit den Kolumbianern und bin einfach weitergegangen."
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    "text": "Sodass ich auch ein bisschen im Hinterkopf hatte."
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    "text": "ja vielleicht verfolgen mich jetzt auch die Kolumbierner oder vielleicht auch die Venezuelaner."
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    "text": "Vielleicht sind beide jetzt hinter mir her."
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    "text": "Deswegen habe ich mich erst mal in so einer Seitengasse versteckt, hab' mich da einen Kaffee gesetzt Und habe sofort meinen Kollegen in Zürich gesleckt, was passiert ist."
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    "text": "Dass ich nicht weiß, was mit meinem Fotografen ist und dass sie mich bitte anrufen"
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    "text": "Was also wenn er jetzt festsitzt in Venezuela?"
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    "text": "Das mitten im Chaos der Behörden nachdem die Amerikaner vor zwei Wochen die Spitze des Regimes abgesägt haben!"
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    "text": "Man hat ihm vorgeworfen, das er militärische Stützpunkte an der Grenze fotografiert hat."
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    "end": 798.15,
    "text": "Wenn Terroristen diese Fotos in die Hände bekämen, könnten sie Anschläge auf diesen militärischen Einrichtungen planen."
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  {
    "start": 798.83,
    "end": 800.25,
    "text": "Was natürlich totaler Blödsinn ist."
  },
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    "start": 800.63,
    "end": 804.31,
    "text": "von der Grenze aus sieht man nicht viel mehr als den Grenzübergang."
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    "end": 810.35,
    "text": "und was sein Glück war dass er auch einen amerikanischen Pass hat."
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    "end": 822.33,
    "text": "und als die venezolanischen Behörden seinen amerikanischem pass entdeckt haben wurden Sie plötzlich ganz freundlich haben ihnen gesagt hör mal du wir haben dich doch Doch sehr freundlich behandelt, hier ist doch nichts passiert."
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    "text": "und er musste auch ein Zettel unterschreiben dass ihm nichts passiert ist."
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    "end": 830.23,
    "text": "Dass er keine negativen Erfahrungen gemacht hat in Venezuela."
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    "end": 837.89,
    "text": "Sie haben sein komplettes Handy durchsucht sie haben die WhatsApp Chat Verläufe abfotografiert."
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    "text": "Sie haben ihn auch gefragt wer ich bin Und er hat gesagt ja das war ein Journalist der mit mir auf der Brücke war."
  },
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    "text": "Ich weiß allerdings nicht wer es ist Keine Ahnung ich hatte keinen Kontakt."
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    "text": "wir waren zufällig Beide am gleichen Ort, also da hat er mich sozusagen geschützt."
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    "text": "Schlau gedacht!"
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    "text": "In den Tagen zuvor war es offenbar mehrfach zu Angriffen auf Journalisten gekommen und ein kolumbianischer Journalist wurde sogar nach Venezuela verschleppt und erst für fünfhundert Dollar wieder freigelassen."
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    "text": "Aber wieso passiert das eigentlich?"
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    "text": "Laut TOAS gibt es zwei Gründe."
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    "text": "Zum einen das Geld."
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    "end": 875.55,
    "text": "Offenbar werden immer wieder Leute über die venezuelanische Grenze verschleppt."
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  {
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    "end": 886.57,
    "text": "Die Angehörigen müssen dann auch schon mal fünftausend Dollar zahlen Und zum anderen wollen die verbliebenen Teile der Regierung nach Maduro-Sturz zeigen, dass sie noch das Sagen haben in Venezuela."
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  {
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    "text": "Es wurden also Kollektivos eben diese paramilitärischen Einheiten an die Grenze geschickt."
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    "text": "Ich will also von Thomas wissen ob abseits von den Entführungen jetzt diese Bedrohungslage – Das Chaos, das in Venezuela herrscht auch auf der kolumbianischen Seite In dem Quartierlaborator spürbar ist."
  },
  {
    "start": 905.55,
    "end": 913.03,
    "text": "Also die Stimmung im Laborator sehr seltsam und es war schwierig jemanden zu finden, der offen darüber redet."
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    "end": 923.73,
    "text": "Ich habe dann einen Apotheker aus Venezuela getroffen, der seit einigen Jahren in Kolumbien lebt und dort eine Apotheke betreibt und sehr viele Medikamente auch an venezolanische Kunden verkauft."
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    "text": "Er sagt, es gibt massive Schutzgelderpressung in La Parada."
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    "end": 933.71,
    "text": "dahinter würden sowohl kolumbianische wie auch venezolanische Banden stecken."
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    "end": 943.55,
    "text": "er sagt aber auch das Mitglieder dieser Kollektivus, also der paramilitarischen Einheiten aus Venezuela in diese Erpressung involviert sind."
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    "text": "Die Geschäfte müssen dann teilweise fünfzig Dollar pro Woche bezahlen."
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    "text": "andererseits gibt es Anschläge auf die Geschäft oder die Geschäften werden niedergebrannt."
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    "text": "das heißt ich verstehe da schon dass viele Leute Angst haben offen darüber zu reden."
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    "end": 972.79,
    "text": "zum anderen spüren die Venezuelaner auch in Kolumbien angst weil sie sagen mir dass das venezuelanische Regime bis weit ins Landesinnre von Kolumbien hinein Einfluss hat."
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    "end": 988.23,
    "text": "Und zwar ist es zum Beispiel der Drogenbandetrain de Aragua, das ist ein bewaffneter Arm des Regimes gelungen sich über Südamerika auszubereiten im Schatten dieser Fluchtbewegung."
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    "end": 993.41,
    "text": "Das heißt unter den vielen Millionen Flüchtlingen aus Venezuela waren auch Agenten."
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    "text": "Ja, am bedrücklichsten fand ich eigentlich die Situation eines Venezolaners der sich sehr viel Sorgen um seine beiden Kinder macht."
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    "text": "Als er vor fünfzehn Jahren etwa nach Kolumbien gegangen ist hat er die beiden Kinder zurückgelassen in Venezuela weil sie damals studierten."
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    "text": "allerdings haben die Kinder Probleme bekommen weil sie gegen das Regime protestiert haben."
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    "text": "es gab Studentenproteste."
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    "text": "ihm ist es dann gelungen seine Kinder aus Venezuela rauszuholen bevor diese verhaftet wurden."
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    "text": "Er hat sie dann in Kolumbien versteckt, in einer Kleinstadt."
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    "text": "Doch auch dort haben die Hescher des Regimes die beiden Kinder aufgespürt und er hat sie deswegen in die USA gebracht wo sie politisches Asyl beantragt haben."
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    "text": "Und ja das läuft mir eigentlich jetzt auch noch Wochen nach dem Interview so ein bisschen über die Bettdecke Die Situation der Familie weil ich habe selber eine Tochter vorstellen zu müssen, dass es Leute gibt die ihr Leben bedrohen."
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    "text": "Das ist für Eltern die schlimmste Vorstellung."
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    "text": "und was mich auch bedrückt ist zu sehen wie viel Hoffnung die nach Kolumbien geflohenden Venezuelaner auf einen Wechsel auf ein Regime wechsel setzen."
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    "text": "das heißt sie warten eigentlich nur darauf, dass dieses korrupt- und gewalttätige Regime in Venezuela stürzt und man endlich Demokratie hat, dass man endlich frei ist wählen kann, frei seine Meinung äußern kann."
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    "text": "Dass man frei reisen kann."
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    "text": "Viele haben ja auch ihre Familien in wenigen Züller seit Jahren nicht mehr gesehen."
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    "text": "Sie schicken Geld und sie telefonieren aber persönlich haben da viele Kontakte nicht mehr stattgefunden."
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    "text": "Und dann im Hinterkopf zu haben das ist der amerikanischen Regierung vielleicht gar nicht so sehr um einen demokratischen Wandel geht sondern darum dass man den Ölsektor unter Kontrolle bekommt wenn es lernische Wirtschaft sozusagen mit der Fernbedienung steuern kann, ohne dass man selber vor Ort interveniert und einen Wandel erzwingt."
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    "text": "Also das im Hinterkopf zu haben hat mich dann doch ein bisschen gefrustert weil ich wollte den Leuten auch nicht so sagen aber so eine wirkliche Hoffnung auf dem Wandel in Venezuela gibt's ja eigentlich nicht."
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    "text": "Es ist durchaus vorstellbar, dass sich das Regime jetzt noch jahrelang hält und zu keinen wirklichen demokratischen Reform gezwungen wird."
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    "text": "Und aus der Sicht dieser Leute, die geflohen sind aus Venezuela ist das total frustrierend."
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    "text": "Ich finde es auch vollkommen frustriernd aber... Die Geschichte ist manchmal frustrierender."
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    "text": "Danke Thomas!"
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    "text": "Ja gerne!"
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    "text": "Das war der Akzent am Samstag mit dem Lateinamerika-Korrespondenten Tomas Milz, der zwei Wochen nach dem Sturz von Maduro an der Grenze zu Venezuela war und wer da auf dem Laufenden bleiben will."
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    "text": "ein Abo der NCC lohnt sich."
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    "end": 1183.11,
    "text": "Ein Link ist in der Folgenbeschreibung."
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    "text": "Mein Name ist Simon Schaffer, merci bis bald!"
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]