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    "text": "Dieser Podcast wird Ihnen präsentiert von NZZ Live."
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    "text": "Wir machen den Journalismus der NZZ-Erlebbar."
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    "text": "Sie bringt hier Migräne mit hysterischen Frauen in Verbindung."
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    "text": "Das sei ein nicht ernstzunehmendes Frauenleiden, sagt sie ja."
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    "text": "Man täuscht etwas vor, weil man etwas nicht will."
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    "text": "Und sie sagt, die Migräne sei auch ein Geschenk für sie, sozusagen eine Superkraft."
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    "text": "Colette André will aufzeigen, dass die Krankheit auch positive Seiten hat, erzählt Wissenschaftsjournalistin Eva Mell."
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    "text": "Ich bin nach den Landen."
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    "text": "Jahrelang hatte sie jede Woche wirklich starke Schmerzen und so die typischen Symptome, die man ja kennt von Migräne, das sind zum einen starke Kopfschmerzen, also wirklich so ein hemmender, pulsierender Schmerz."
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    "text": "Aber auch so was wie Lichtempfindlichkeit, also dass die Betroffenen wirklich Licht nicht ertragen können, Übelkeit, sie musste erbrechen."
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    "text": "Also schwer zu glauben, dass das Ganze auch positive Seiten haben kann."
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    "text": "Was meinen Sie denn damit, wenn sie sagt, die Migräne sei eine Superkraft?"
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    "text": "Ja, irgendwelche Vorteile muss ja Migräne haben, sonst wäre sie wahrscheinlich im Laufe der Evolution ausgestorben."
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    "text": "Und es sind auch tatsächlich viele Menschen betroffen, ungefähr jede fünfte oder sechste Frau."
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    "text": "Hirn reagiert übermäßig auf Reize und ist damit ein Hirn auf Hochtouren, so sagt es Colette André."
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    "text": "oder wenn man einen besonders ausgeprägten Geruchssinn hat, dann kann das helfen, Giftstoffe in Pflanzen zu bemerken, bevor man sie ist."
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    "text": "Also das heißt, die Migräne ist die Folge von schneller Verarbeitung und sensibleren Verarbeitung von vielen Reizen?"
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    "text": "Colette hätte, wenn sie mit mir an der Ampel stehen würde, einen klaren Vorteil, wenn es um ein Rennen geht."
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    "text": "und der Mensch ohne Migräne, naja, da dämpft das Gehirn das mal ab und akzeptiert erst mal, die Ampel ist jetzt erst mal einfach nur rot."
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    "text": "Und dann springt die Ampel aber auf Grün und da geht das Signal dann auch bei der Person mit Migräne schneller durch sozusagen und die Person kann dann schneller reagieren."
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    "text": "Sie kann schneller reagieren, aber hat die ganze Zeit immer die Information rot, rot, rot."
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    "text": "Genau."
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    "text": "Und das ist dann so eine gewisse Reizüberflutung und wenn dann irgendwie zu viele Reize kommen, also nicht nur so die normalen Alltagsreize, die man hat, sondern dann noch irgendwas dazu, zum Beispiel hormonelle Wechsel, Wetter, kennt man ja auch ganz typisch oder sowas wieder Übergang von der Arbeitswoche zum Wochenende."
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    "text": "Das sind dann so zusätzliche Reize, die dann dazu führen können, dass das System überlastet wird."
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    "text": "Also heißt es, dass alle Menschen, die Migräne haben, diese Form von Reizverarbeitung kennen?"
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    "text": "Aber es gibt doch bestimmt auch Menschen, die vielleicht schnell auf Reize reagieren können, hochsensibel sind, viele Reize ertragen können, verarbeiten können, ohne Migräne zu bekommen."
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    "text": "Ja, sicherlich kann man jetzt nicht sagen, dass das Migräne-Gehirn das Einzige ist, das eine Superpower hat."
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    "text": "Und es gibt ganz sicher Menschen, die schnell im Denken und im Reagieren sind und keine Migräne haben."
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    "text": "Das eben gesagt, Migräne muss einen Vorteil gehabt haben, sonst wäre sie ausgestorben."
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    "text": "Jetzt bin ich jeweils ein bisschen skeptisch, wenn man den evolutionären Vorteil ins Spiel bringt, das in dem Falle als Erklärung, warum so viele Menschen unter Migräne leiden."
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    "text": "Man muss ja bedenken, früher waren die Umstände anders und zwar so, dass es eher seltener als heute zu Migräneattacken kam."
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    "end": 401.38,
    "text": "Es gab zum Beispiel weniger Reize, die die Menschen überflutet haben und so haben dann insgesamt womöglich die Vorteile überwogen von diesem Superhirn, wenn man es so nennen will."
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    "end": 407.5,
    "text": "Heute hingegen haben viele Menschen mit Migräne eher mit den Nachteilen zu kämpfen."
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    "text": "Es gab also so eine Verschiebung."
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    "text": "Du sagst früher ein klarer Vorteil, dass Migräne heute aber überwiegen die Nachteile."
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    "text": "Und das ist ja schon primär mal der große Schmerz, oder?"
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    "text": "Ja, der große, große Schmerz, das ist ein Nachteil und der kommt dann häufig bei Migrenikern, also wirklich regelmäßig und hält auch an."
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    "text": "Ein bis drei Tage ungefähr sind die Leute sozusagen ausgeschaltet, also werden dominiert von dem Schmerz, ziehen sich zurück."
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    "text": "eben, ihnen ist übel, sie können kein Licht ertragen, keine Geräusche, da ist man nicht mehr so fähig zur sozialen Interaktion oder auch zu arbeiten, zum Beispiel."
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    "text": "Das ist ja jetzt in unserer leistungsorientierten Gesellschaft ganz klar ein Nachteil."
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    "text": "Wenn man das regelmäßig hat, dann kann das berufliche Konsequenzen nach sich ziehen."
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    "text": "Also man muss es schaffen, diese Erkrankung in den Griff zu bekommen."
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    "text": "Ja, es gibt Medikamente, das ist der große Vorteil, den wir heute haben gegenüber früheren Zeiten."
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    "text": "Zum Beispiel bei der Akutbehandlung, also wenn dann die Attacke kommt, gibt es sogenannte Triptane, die gut wirken und vielen Menschen Erleichterung verschaffen."
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    "text": "Und es gibt auch Möglichkeiten wirklich vorbeugende Mittel zu nehmen."
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    "text": "Also zum Beispiel Botox ist vielleicht vielen Menschen Begriff, dass man sich spritzen lassen kann, um Migräneattacken vorzubeugen."
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    "text": "Das ist dann aber auch individuell ein bisschen, oder wie ist das?"
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    "text": "Genau, es gibt da verschiedene medikamentöse Möglichkeiten."
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    "text": "Da muss man dann gucken, was man verträgt und was bei einem wirklich anschlägt."
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    "text": "Weil"
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    "text": "eben die Einflüsse individuell sind, die Behandlungserfolge individuell sind und man nicht aufgeben darf."
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    "text": "Colette André sagt selber auch, dass man wirklich wissen muss, wie man mit diesem Gehirn umgehen kann, damit es dann auch zur Superkraft werden kann."
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    "text": "Und zwar vergleicht sie das mit einem Auto, das den richtigen Treibstoff braucht."
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    "end": 578.84,
    "text": "Es ist ein Superhirn, ein Gehirn, das besser vernetzt ist."
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    "text": "Man soll dankbar sein, man muss ihm nur das richtige Benzin reintun, den richtigen Katalysator und schon fährt dieser Porsche ab und es ist kein Ghost."
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    "text": "Das Migräne hören als Porsche und nicht als Golf."
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    "text": "Also nichts gegen einen Golf an der Stelle."
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    "text": "Aber Colette ist schon sehr euphorisch, wenn sie auch über diese Superpower der Migräne spricht."
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    "text": "Ja, das stimmt, aber das ist nur die eine Seite."
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    "text": "Also sie bagatellisiert den Schmerz ja auf keinen Fall."
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    "text": "Sie hat mir ja auch erzählt, wie stark beeinträchtigt man ist durch diesen Schmerz und sie auch und wie sie ihr Leben auch umstellen musste, wie sie mehr ... Gewohnheiten, Regelmäßigkeiten schaffen musste zum Beispiel oder wie sie die richtige Behandlungsmethode, die richtige Medikamente finden musste, um ihre Schmerzen in den Griff zu kriegen."
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    "text": "Also sie ist da nicht einfach nur euphorisch, aber ich finde es tatsächlich gut, dass sie der Krankheit auch etwas Positives abgewinnen kann."
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    "text": "Denn ich glaube, also ihr hat das sehr geholfen, als sie die Diagnose bekommen hat."
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    "text": "Da hat eine Neurologie ihr das gesagt, dass sie so sozusagen ein Superhirn hat."
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    "text": "Und ich habe so die Einschätzung, dass ihr das geholfen hat, ihren Frieden so ein bisschen damit zu finden."
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    "text": "Sie hat einen Verein gegründet."
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    "text": "Zum Beispiel sagt sie in Diskussionen, sei sie anderen oft einen Schritt voraus, weil sie einfach das Gesagte besonders schnell verarbeiten kann oder sie spürt Dinge noch bevor sie ausgesprochen werden."
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    "text": "Ja, das stimmt."
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  {
    "start": 722.58,
    "end": 730.2,
    "text": "Und das ist ja auch wirklich gut, wenn man sich vor Augen führen kann, dass diese neurologische Besonderheit positive Seiten hat."
  },
  {
    "start": 730.78,
    "end": 738.14,
    "text": "Denn damit kann man ja vielleicht auch die Scham überwinden oder lernen zu akzeptieren, dass man Migräne hat."
  },
  {
    "start": 738.72,
    "end": 744.98,
    "text": "Denn so diese Vorurteile, über die wir am Anfang gesprochen haben, die bestehen ja immer noch."
  },
  {
    "start": 745.14,
    "end": 749.24,
    "text": "Also es gibt immer noch Menschen, die sich dafür schämen, dass sie Migräne haben."
  },
  {
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    "end": 755.0,
    "text": "Colette André mir erzählt, es gibt Menschen, die das verstecken wollen."
  },
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    "text": "Und das bewirkt natürlich auch, dass sie vielleicht nicht so die medizinische Hilfe finden, die nötig wäre."
  },
  {
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    "end": 769.9,
    "text": "Und indem man dann die Scham abbaut, kann man vielleicht mehr dafür sorgen, dass die Leute auch besser behandelt werden."
  },
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    "end": 780.84,
    "text": "Und vielleicht lässt sich der Schmerzen ein bisschen besser ertragen, wenn man sich selbst sagt, dass es ... Ein super Ernest."
  },
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    "end": 783.24,
    "text": "Eva, vielen Dank für den Besuch bei uns."
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    "text": "Danke."
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    "end": 788.14,
    "text": "Und das war unser Akzent zu einem wissenschaftlichen Thema."
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    "end": 796.44,
    "text": "Und wer mehr Wissenschaft möchte, der kriegt das bei NZZ-Quantensprung, dem neuen Podcast aus dem Hause NZZ, jeden Freitag."
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    "end": 798.76,
    "text": "Ich bin Adilandert, bis bald."
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