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    "text": "Entzett akzent."
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    "end": 17.03,
    "text": "Dieses Video aus Gaza war erst gerade noch überall zu sehen."
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    "text": "Ein Hochhaus mit vierzehn Stockwerken mitten in Gaza City."
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    "text": "Man sieht unten im Gebäude einige Explosionen."
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    "text": "Und dann fällt das riesige Haus in sich zusammen."
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    "text": "Alles fällt runter, Balkone, Fenster zurück bleibt, ein gigantischer Trümmerhaufen."
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    "text": "Nun, zwei Wochen lang schwiegen die Waffen in Gaza."
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    "text": "Doch die Waffenruhe ist extrem brüchig, wie sich auch im Wochenende zeigte."
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    "text": "Aber falls der Friede hält, da stellt sich die Frage, wie soll man das alles aufbauen?"
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    "text": "Dieses Hochhaus ist ja nur ein Beispiel von Tausenden und der Gazastreifen ist eine einzige apokalyptische Trümmerwüste."
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    "text": "Jonas."
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    "text": "Ja, also es gibt Städte, die vor dem Krieg von Zehntausenden Menschen bewohnt wurden, die jetzt eigentlich faktisch nicht mehr existieren."
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    "text": "Nicht nur aufgrund der israelischen Luftangriffe, sondern auch weil da systematisch Gebäude abgerissen wurden."
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    "end": 94.149,
    "text": "Zum Beispiel in Beitchanun im Norden oder in Raufach an der Grenze zu Ägypten, wo die israelische Armee seit Monaten präsent ist und hier wirklich eine ganze Stadtteile dem Erdboden gleichgemacht hat."
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    "text": "Da ist jetzt so weit das Auge reicht, nur noch Schutt und Trümmer, verbogene Metallträger, Ragen wie Gerippe aus den Trümmerhaufen."
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    "text": "Und all dies wieder aufzubauen, bewohnbar zu machen, das wird eine herkules Aufgabe sein."
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    "text": "Und es gibt berechtigte Zweifel daran, ob das überhaupt möglich ist."
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    "text": "Nach zwei Jahren Krieg ist der Großteil des Gasastreifens zerstört."
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    "text": "Warum der Wiederaufbau so schwierig ist, erklärt Auslandredaktor Jonas Söld."
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    "text": "Ich bin Marli Nüller."
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    "end": 144.17,
    "text": "An der Friedenskonferenz in Scharmel-Sheik, am vierzehnten Oktober spricht natürlich auch der Gastgeber, Ergebnisherrscher Abdel Fattah als Sisi."
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    "text": "Als Sisi kündet an, sein Land werde im November Gastgeber einer internationalen Konferenz sein, um über den Wiederaufbau des Gasastreifens zu diskutieren."
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    "text": "Also auch Sisi ist klar, wenn man einen nachhaltigen Frieden möchte, muss Gaza schleunigst, wieder aufgebaut, wieder lebbar gemacht"
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    "text": "werden."
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    "text": "Ja, und ich glaube genau, dass mit diesem Schleunigste ist eben das Problem."
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    "text": "Das wird absolut keine schnelle Sache sein."
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    "end": 196.49,
    "text": "Es gibt ja auch Berechnungen von Analysefirmen, die Satellitenbilder auswerten zum Beispiel und die sind zum Schluss gekommen, dass seventy-eight Prozent aller Gebäude im Gaserstreifen entweder zerstört oder bescheidigt sind."
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  {
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    "end": 206.39,
    "text": "Wenn dieser Wiederaufbau ähnlich schleppend verlaufen sollte, wie in vergangenen Konflikten, also nach vergangenen Gasurkriegen, dann könnte das bis zu achtzig Jahre lang dauern."
  },
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    "text": "Und ich meine, die Probleme sind riesig."
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    "end": 212.71,
    "text": "Also da ist nicht nur das Ausmaß der Zerstörung, das gigantische Ausmaß."
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    "end": 219.75,
    "text": "Da sind auch die mehr als zwei Millionen Menschen, die immer noch da leben und während einem Wiederaufbau da leben müssten."
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    "end": 222.29,
    "text": "Die werden nicht einfach rausgehen können."
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    "end": 231.45,
    "text": "Und dazu kommt noch die Frage, ist dann auch genug Geld und genug politischer Wille vorhanden, um dieses Projekt schnell voranzutreiben?"
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    "end": 239.01,
    "text": "Also, wenn man eben die Bilder aus Gaza sieht, da gibt es Drohnenaufnahmen, da gibt es, wie du vorhin gesagt hast, die Satellitenbilder."
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    "text": "Es wirkt unwirklich, fast dystopisch."
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    "text": "Ich kann mir nicht vorstellen, wie man das überhaupt erst mal anpackt."
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    "text": "Also, wo beginnt man, nur schon mal die Trümmer zu beseitigen?"
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    "text": "Das ist jetzt auch wieder eine Schätzung von der UNO, dass in diesen zwei Jahren des Krieges insgesamt rund dreiundfünfzig Millionen Tonnen Antrümmern und Schutt entstanden sind."
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    "text": "Und wenn man das ausrechnet, dann kommen auf jeden Quadratmeter im Gaserstreifen mehr als dreihundertachtzig Kilogramm Schutt."
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    "text": "Also das sind wahnsinnige Haufen an Beton, Metall, die einfach ineinander gefaltet liegen."
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    "text": "Und um all dies zu beseitigen, braucht man zum Beispiel viel schweres Gerät, also Baka, Bulldozer, Kräne."
  },
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    "text": "Und das sind Dinge, die Israel bis jetzt nicht in den Gasserstreifen gelassen hat, weil diese auch von der Hamas militärisch genutzt werden könnten."
  },
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    "end": 306.37,
    "text": "Also wir erinnern uns am siebten Oktober hat die Hamas mit Bulldozern zum Beispiel die Grenzbefestigungsanlage zum Gasserstreifen eingerissen, um diesen Angriff zu starten."
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    "end": 312.03,
    "text": "Und bis jetzt ist eine Räumung dieser Trümmer in großem Stil nicht möglich."
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    "text": "weil all diese Maschinen fehlen, und das hat sich bis jetzt noch nicht geändert."
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    "end": 326.33,
    "text": "Aber wenn man jetzt im großen Stil anfangen könnte, aufzuräumen, ist denn dieses Material nicht auch giftig, also dieser Staub oder gewisse Baumaterial im Bauschutt?"
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    "end": 347.89,
    "text": "Natürlich, also da sind sehr viele Giftstoffe in diesen Trümmern enthalten, das sind von Schwermetallen über Flüssigkeiten bis hin zu Asbest, also diese krebsregenden Fasern, die dann... wenn sie aufgewirbelt werden und eingeatmet werden, Krebs verursachen können, sind wohl bis zu achthunderttausend Tonnen Schutz, die mit als Best kontaminiert sein könnten."
  },
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    "end": 356.75,
    "text": "Und weil das Zeug so giftig ist, muss das auch fachgerecht entsorgt werden, unter Sicherheitsvorkehrungen entsorgt und irgendwo deponiert werden."
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    "text": "Also der Gaserstreifen selbst ist ja jetzt schon extrem dicht besiedelt und ... Da kann man jetzt kaum riesige Schutzdeponieren einrichten."
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    "text": "Ich halte es auch für ausgeschlossen, dass Israel hier freiwillig irgendwelches Land in der Wüste, in der Nägge Wüste zur Verfügung stellt."
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    "end": 384.07,
    "text": "Eine Option wäre theoretisch die Sinai-Halbinsel, also diese sperrlich besiedelte Halbinsel südlich des Graserstreifens, die zu Ägypten gehört."
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    "text": "Ob die Ägypter damit machen würden, ist eine andere Frage."
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    "text": "Also ich halte das ehrlich gesagt für unwahrscheinlich."
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    "text": "Und dann gibt es Ideen von einigen Experten, die sagen, hey, lasst uns doch irgendwie diesen Schutt nutzen und vor dem Gaserstreifen künstliche Inseln aufschütten, wenn das schon so ein futuristisches Küstengebiet werden soll, wie das Trump mal als Riviera des Nahen Ostens beschrieben hat, dann könnte man dadurch irgendwie eine Insel bauen."
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    "text": "Aber wenn das giftiges Material noch enthält, natürlich schwierig."
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    "end": 419.43,
    "text": "Genau, da ist auch ein marines Ökosystem vorhanden, das damit wahrscheinlich massiv beeinträchtigt würde."
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    "end": 424.89,
    "text": "Das ist schon eine dieser zahlreichen großen Fragen, die sich bei diesem Wiederaufbau stellen."
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    "end": 439.05,
    "text": "Die Menschen in Gaza haben ja unmittelbar nach der Verkündung der Waffenruhe zwischen Israel und den Hamas damit begonnen, Trümmer wegzuräumen, auf eigene Faust."
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    "text": "Zum Teil sieht man hier auf Bildern, aber unter oder in den Trümmern lauert eine weitere Gefahr."
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    "end": 454.969,
    "text": "Das hier sind Aufnahmen aus Karn-Junis von einem Bomben-Entschärfungsteam."
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    "text": "Man sieht hier in einem zerstörten Haus zwischen Pettflaschen und Socken."
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    "text": "offenbar ist die nicht explodiert."
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    "end": 476.31,
    "text": "Die hier ist sichtbar, aber vermutlich liegen viele weitere solche Bomben unter den Trümmern versteckt."
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  {
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    "end": 489.33,
    "text": "Es gibt mutmaßlich Tausende, wenn nicht Zehntausende, Blindgänger, die im Gasastreifen einfach so herumliegen an der Oberfläche unter den Trümmern in zerstörten Gebäuden oder auch tief unter der Erde."
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    "end": 500.59,
    "text": "Das sind alle möglichen Bomben und Sprengladungen von... Eine Handgranate über improvisierte Hammers, Sprengfallen bis hin zu Bomben, die tausend Kilo schwer sind."
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    "end": 515.89,
    "text": "und wenn so eine runterfliegt und sich dann fünf, zehn Meter in den Erdboden gräbt und dann einfach da schlummert, dann ist die Gefahr real, dass die irgendwann einfach explodiert, weil Bodenerschütterungen stattfinden oder weil irgendwie Wasser eindringt oder so."
  },
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    "end": 519.87,
    "text": "Und eine solche Bombe hat ein enorm tödliches Potenzial."
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    "end": 523.71,
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    "end": 531.75,
    "text": "Es gibt eine V-Ausregel, die besagt, dass zehn bis zwölf Prozent aller abgeworfenen Bomben und Granaten nicht explodieren."
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    "end": 544.67,
    "text": "Die israelische Luftwaffe allein hat in diesen zwei Jahren des Krieges zehntausende Fliegerbomben abgeworfen und dazu kommen dann noch natürlich Panzergranaten, Artilleriegranaten und alle anderen Munitionstypen."
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    "text": "Die sind teilweise nicht explodiert."
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    "end": 559.91,
    "text": "Es ist davon auszugehen, dass in jedem Teil des Gaserstreifens nicht explodierte Munition herumliegt und sobald man mit Aufräumarbeiten beginnt, kommt es vermehrt zu Erschütterungen in diesen Trümmerhaufen."
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    "text": "Das heißt, jede Anstrengung, um diese Trümmer zu beseitigen, ist mit einer tödlichen Gefahr begleitet."
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    "text": "Also es gibt auch Schätzungen, die besagen, dass allein die Räumung der oberirdischen Blindgänger bis zu zwei Jahrzehnte dauern könnte."
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    "text": "Okay, das klingt doch jetzt nach sehr, einen sehr langen Zeit, obwohl mir klar ist, es ist komplex und gefährlich, dass du entschärfst, aber warum so lange?"
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    "text": "Dazu kommen halt die schwierigen Umstände im Gaserstreifen."
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    "text": "Also da wohnen sehr, sehr viele Leute auf sehr, sehr engem Raum und wenn man jetzt so eine tausend Kilo Bombe entschärften will, dann braucht es einen Sicherheitsradius von acht hundert Metern in jede Richtung."
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    "text": "Wenn man es wirklich richtig machen will, dann müsste man, bevor man mit irgendeinem Wiederaufbau beginnt, Hunderte von Minenräumteams in diesen Gaserstreifen schicken, die sich dann flächendeckend diesen Problemen annehmen."
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    "text": "Das würde aber den Wiederaufbau massiv verzögern."
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    "text": "Und hier gibt es die Befürchtungen von Experten, die sagen, hey, hier wird viel Geld im Spiel sein."
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    "text": "Investoren, die wollen, dass so schnell wie möglich Gebäude gebaut werden, die dann auch wieder Geld abwerfen."
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    "text": "Und ja, die Leute werden vielleicht trotzdem voran preschen und dann wird es eben zu tödlichen Umfelden kommen."
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    "text": "Also eine unglaublich schwierige Aufgabe."
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  },
  {
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    "text": "Nicht ganz, also die Grundlage von Leben ist ja bekanntlich Wasser und Wasser ist und war schon immer ein rares Gut im Gaserstreifen, aber jetzt umso mehr nach diesem Krieg, vielleicht um die Situation zu vergegenwärtigen, die wenigsten Menschen im Gaserstreifen haben."
  },
  {
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    "text": "jetzt in ihrem Haus oder in ihrem Zelt, in dem sie wohnen, fließen das Wasser aus dem Hahn, das muss von den Leuten irgendwo besorgt werden."
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  {
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    "text": "Du kennst sicher die Bilder von Tanklastern, die durch den Gaserstreifen fahren, wo sich dann hunderte Menschen mit Kübeln und Pfannen anstellen, um Wasser zu ergattern."
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    "text": "Genau, also die Verteilung von Wasser im Gaserstreifen ist ein großes Problem und wenn der Gaserstreifen beliebbar gemacht werden soll, dann... muss dieses Problem gelöst werden."
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  {
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    "text": "Ich habe es schon angetönt."
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    "text": "Das war schon vor dem Krieg ein Problem."
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    "text": "Die Hauptwasserquelle für den Gaserstreifen war der Grundwasserspeicher unterhalb des Küstensstreifens."
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    "text": "Also es ist eigentlich während des Krieges eine toxische Mischung entstanden, wo du hast eben diese Blindgänger."
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    "text": "Schwermetalle, irgendwelche Kühlflüssigkeiten, du hast verwesende Leichen unter den Trümmern."
  },
  {
    "start": 789.81,
    "end": 794.25,
    "text": "Und all das vermischt sich mit dem Wasser, das sickert dann in den Boden ins Grundwasser."
  },
  {
    "start": 794.95,
    "end": 802.57,
    "text": "Die Hamastunnels verschlimmern diese Situation noch, weil auch darin kann das Wasser reinfließen und dann umso schneller ins Grundwasser sickern."
  },
  {
    "start": 803.75,
    "end": 828.45,
    "text": "Und im Übrigen ist auch das Meer vor dem Gasastreifen verpestet, also weil eigentlich die Kanalisation... weitgehend ausgeschaltet wurde, flossen in den letzten zwei Jahren das Abwasser und die Fäkalien von zwei Komma zwei Millionen Menschen direkt ins Meer und das sieht man auch auf Satellitenbildern, dass eigentlich vor dem Gasastreifen ist so eine braune Suppe im Meer, wo es vorher blau war."
  },
  {
    "start": 828.77,
    "end": 836.05,
    "text": "Das heißt, Entsalzungsanlagen wären bereits wieder schwieriger, weil man zuerst das Meerwasser auch wieder entgiften müsste?"
  },
  {
    "start": 836.83,
    "end": 837.23,
    "text": "Ja, genau."
  },
  {
    "start": 837.57,
    "end": 839.31,
    "text": "Also wäre noch ein Schritt komplizierter."
  },
  {
    "start": 839.55,
    "end": 843.07,
    "text": "Genau, und deshalb ist die Wasserversorgung so eine große Herausforderung."
  },
  {
    "start": 843.33,
    "end": 854.59,
    "text": "Rund siebzig Prozent der Bevölkerung des Grasastreifens trinkt oder wäscht sich aktuell mit dreckigem und salzhaltigem Wasser, was natürlich auch wieder Folgen für ihre Gesundheit hat."
  },
  {
    "start": 860.99,
    "end": 873.79,
    "text": "Was bräuchte es denn da, wenn dann im November die Staatsmänner in Ägypten über den Wiederaufbau beraten, die großen Worte, die sie da schon angekündigt hat, wo müssten sie zuerst investieren?"
  },
  {
    "start": 874.73,
    "end": 876.43,
    "text": "Also wenn es um die Wasserversorgung geht."
  },
  {
    "start": 877.39,
    "end": 881.63,
    "text": "Ich denke, es wäre das einerseits mit weiteren Pipelines lösbar."
  },
  {
    "start": 882.09,
    "end": 888.07,
    "text": "Allerdings, wenn die aus Israel kommen, dann ist das wieder in politisch umstritten in Israel, dass man sauberes Wasser für den Gassastreifen liefert."
  },
  {
    "start": 888.89,
    "end": 898.83,
    "text": "Eine andere Möglichkeit wäre es, wieder im großen Stil in Zalzungsanlagen zu bauen, aber das braucht einerseits Zeit und viel Geld, also ist nicht ganz einfach umsetzbar."
  },
  {
    "start": 900.01,
    "end": 908.63,
    "text": "Ja, und über die Wasserversorgung hinaus, ich meine eben die kontaminierten Böden, Die müssen fachgerecht ausgepackert werden mit entsprechendem Gerät."
  },
  {
    "start": 909.55,
    "end": 917.39,
    "text": "Und dass das sichergestellt wird, dass das nötige Material geliefert wird, das wird eine der zentralen Aufgaben dieser Konferenz sein."
  },
  {
    "start": 918.73,
    "end": 921.65,
    "text": "Also alles in allem, das sind düstere Aussichten."
  },
  {
    "start": 922.03,
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    "text": "Jonas, was denkst du denn Gaza?"
  },
  {
    "start": 923.91,
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    "text": "Wird das je wieder bewohnbar, vielleicht sogar ein lebenswerter Ort?"
  },
  {
    "start": 929.19,
    "end": 939.15,
    "text": "Das ist eine schwierige Frage, weil es hängt ja nicht nur davon ab, ob man sich jetzt diesem Wiederaufbau widmet, ob man die Gelder dafür bekommt."
  },
  {
    "start": 939.29,
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    "text": "Also das werden Milliarden sein, die gebraucht werden und ob man da genügend Arbeiter findet, die das machen."
  },
  {
    "start": 946.79,
    "end": 974.11,
    "text": "Sondern es hängt auch davon ab, ob der politische Wille vorhanden ist, ob jetzt Donald Trump mit seiner Äquipe da wirklich dran bleibt und das vorantreibt, ob die Israeli Willens sind, damit zu machen, ob sich in Gaza Leute finden, die ein Interesse daran haben, das wirklich gut umzusetzen und nicht wie die Hamas das über Jahrzehnte gemacht hat, Baumaterialien abzuzweigen, um für terroristische Zwecke einzusetzen."
  },
  {
    "start": 975.01,
    "end": 983.19,
    "text": "Wenn die Hamas weiterhin ein Machtfaktor bleibt im Graserstreifen, dann ist der nächste Krieg nur eine Frage der Zeit."
  },
  {
    "start": 984.05,
    "end": 988.55,
    "text": "Und als Investor, wenn man davon ausgehen muss, dass das neu gebaute Haus gleich wieder zerbombt wird."
  },
  {
    "start": 990.61,
    "end": 993.97,
    "text": "Dann hat niemand ein Interesse daran, da wirklich Geld in die Hände zu nehmen."
  },
  {
    "start": 994.65,
    "end": 1000.29,
    "text": "Und darum ist diese Frage nach einem belebbaren Grasastreifen für mich bis jetzt eine offene."
  },
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    "start": 1008.49,
    "end": 1009.77,
    "text": "Jonas, für deinen Besuch im Studio."
  },
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    "end": 1010.45,
    "text": "Danke dir."
  },
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    "end": 1018.49,
    "text": "Das war unser Akzent mit Auslandredaktor Jonas Roth."
  },
  {
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    "end": 1027.109,
    "text": "Sein Artikel zum Wiederaufbau GASAS ist in Zusammenarbeit mit der Datenschonalistin Adina Renner entstanden und dem Visualsteam der NCZ."
  },
  {
    "start": 1028.21,
    "end": 1034.79,
    "text": "Um die eindrückliche Illustration zum Text noch nachzuschauen, empfiehlt sich vielleicht ein Probeabo, der NCZ."
  },
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    "end": 1037.21,
    "text": "Den Link dazu stelle ich euch in die Shownotes."
  },
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    "start": 1038.449,
    "end": 1042.949,
    "text": "Und übrigens heute in NCZ Geopolitik, da geht's auch um Gaza."
  },
  {
    "start": 1043.409,
    "end": 1050.629,
    "text": "Darum wieder noch Ostwissenschaftler Simon Wolfgang Fuchs die Chancen eines nachhaltigen Neustarts für die Region einschätzt."
  },
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    "start": 1051.31,
    "end": 1055.21,
    "text": "Mein Name ist Marlene Nühler, macht's gut und bis bald."
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