[
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    "text": "Es gibt dieses berühmte Bismarck-Bremont beim Gesetze machen und Würste machen, soll man nicht zugucken."
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    "text": "Und das ist, glaube ich ... Ein bisschen die Frage, dass durch diese ständige Regierungsbeteiligung der Eindruck entsteht, die SPD verbraucht sich."
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    "text": "Also wenn sie wollen, die flammende, glutrote Fahne, die leuchtet, ist jetzt mehr so ein lappiges Orange geworden und hinten ziemlich ausgefrankt."
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    "text": "Ein Schweizer Freund hat mir mal gesagt, noch zu unseren Zeiten, also der Ampel, Wolfgang, was ihr Streit nennt, nennen wir Demokratie."
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    "text": "Ich bin mit Getarbeitsgemeinschaften der Optimisten in der Politik."
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    "text": "Das ist Machtspiel, der Politikpodcast von NZZ und Brossstiftung."
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    "text": "Mein Name ist Beatrice Achterberg."
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    "text": "Heute spreche ich mit Wolfgang Schmidt, einem Mann, der über Jahre im Zentrum der Macht der Berliner Republik stand, wenn auch nicht in der ersten Reihe."
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    "text": "Der enge Vertraute von Olaf Scholz war zuletzt Chef des Kanzleramts und bewegt sich seither im politischen Abklingbecken, das sich aus Berater-Jobs, Autorantätigkeit und Barton auf neue Aufgaben speist."
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    "text": "Wie sieht einer wie er die aktuelle Regierung?"
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    "text": "An deren Performance ist ja auch seine eigene Partei, die SPD, beteiligt, wer seit sieben und dreißig Jahren angehört."
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    "text": "Wenn sie dort auf der Konferenz gefragt werden, was gerade in der deutschen Politik passiert, was sagen sie?"
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    "text": "Ich glaube, ich sage dann, es ist kompliziert, aber Trust us wird schon gut gehen."
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    "text": "Sie haben sicherlich den Auftritt von Werbel Baas, Arbeitsministerin der Regierung beim USU-Bundeskongress gesehen."
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    "text": "Wir hören mal rein, sie spricht über ihre Erlebnisse beim Arbeitgebertag."
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    "text": "Für mich war spätestens, wenn nicht sogar schon vorher, dieser Arbeitgebertag für mich ein Schlüssel der Erlebnisse."
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    "text": "Weil da besonders deutlich geworden ist, gegen wen wir eigentlich gemeinsam kämpfen müssen."
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    "text": "Und ich habe das deshalb in meiner Rede auch so gesagt und ich habe auch aus euren, aus vielen Wortmeldungen von euch rausgehört, dass es das genau ist, dass wir diesen Kampf jetzt aufnehmen müssen und wir müssen aus der Defensive"
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    "text": "in die Offensive."
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    "text": "Herr Schmidt, ist das die neue SPD, die Arbeitgeber im Land zu bekämpfen?"
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    "text": "Nein, das glaube ich, hat sie auch so nicht gemeint und auch nicht gesagt."
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    "text": "Ich glaube, das ist immer so, wenn sie sich in Söder angucken beim Deutschen Tag der Union, da wird etwas, sagen wir mal, vereinfachender geredet."
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    "text": "Das ist ja bei Jugendorganisationen der Parteien immer so."
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    "text": "Die sollen auch der Stachel im Fleisch sein und manchmal lässt man sich dann auch mitreißen."
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    "text": "Ich glaube, die Aussage war nicht so sehr darauf gerichtet, soweit ich sie verstanden habe, jetzt tatsächlich Personen zu bekämpfen."
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    "text": "Und da ging es um die Frage, wie wir mit der Rente umgehen."
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    "text": "Und ich glaube, das sollte man jetzt nicht so sehr überbewerten."
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    "text": "Das ist ein Juuso-Bundeskongress."
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    "text": "Ich war ja mal selber Mitglied im User-Bundesvorstand, wenn auch gekooptiert."
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    "text": "Und wenn man jetzt den Users eine große Freude machen will, dann macht man genau das jetzt die ganze Zeit über so ein Bundeskongress reden."
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    "text": "Ist der Streit in den Regierungsparteien, wie wir es gerade sehen und wie Sie es ja noch aus der letzten Regierungszeit kennen, ist das die neue Normalität oder ist es jetzt eine aktuelle Krise aus Ihrer Sicht?"
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    "text": "Ich glaube tatsächlich, es ist eine neue Realität."
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    "text": "Ein Schweizer Freund hat mir mal gesagt, noch zu unseren Zeiten, also der Ampel Wolfgang, was ihr Streit nennt, nennen wir Demokratie."
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    "text": "Also das heißt, das gehört natürlich auch tatsächlich dazu, dass es Auseinandersetzungen um inhaltliche Fragen gibt."
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    "text": "Das Problem ist, glaube ich, hier, dass wir inzwischen in Deutschland durch diese sehr ausdifferenzierte Parteienlandschaft eigentlich ständig lagerübergreifende Koalitionen haben."
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    "text": "Also die gute alte Zeit, wo eine große mit einer kleineren Partei zusammenregierte und die meistens eine gewisse Ähnlichkeit hatten ideologisch, die ist wahrscheinlich ziemlich vorbei."
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    "text": "Und damit sind Parteien gezwungen miteinander zu koalieren, die eigentlich nicht wirklich Lust aufeinander haben, aber darum geht es nicht so sehr, sondern die tatsächlich inhaltlich bei den ganz zentralen Fragen echte Unterschiede haben."
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    "text": "haben wir in den vorherigen großen Koalitionen erlebt und das haben wir unter der Ampel-Regierung erlebt und das erleben wir jetzt auch wieder."
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    "text": "Ich plädiere also auch dafür ein bisschen Gelassenheit und vielleicht das Anerkennen dieser neuen Situation und deswegen auch akzeptieren, dass das eine neue Realität ist, dass eben häufiger mal gerungen wird und dann jeweils auch die Mitglieder, die Funktionsträger, auch die Anhängerschaften, die möglichen Wählerinnen und Wähler von den eigenen Parteien."
  },
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    "text": "erst mal enttäuscht sind, weil sie nicht wirklich das kriegen, wofür sie im Wahlkampf eigentlich gekämpft haben oder wen sie gewählt haben."
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    "text": "Zu dieser neuen Realität passt, dass die aktuelle Regierung vom Kanzler Friedrich Merz ähnlich schlechte Beliebtheitswerte hat wie die damalige Ampelregierung aus SPD, Grünen und FDP."
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    "end": 347.48,
    "text": "Besorgt sie das oder gibt ihnen das ein bisschen genug Tum, weil die CDU und Friedrich Merz haben sie ja damals während des Bundestags Wahlkampf auch scharf angegriffen, auch wegen der schlechten Beliebtheitswerte?"
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    "text": "Nein, das finde ich jetzt nichts, wo ich jetzt freudig bin und sage, ha, seht ihr, sondern mich besorgt das tatsächlich, weil es, glaube ich, mit diesem fundamentalen Missverständnis über die Politik in Deutschland aber in vielen Ländern, in denen wir diese Art von Koalitionsregierungen haben, Hängt."
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    "text": "Natürlich würde ich mich freuen, wenn der ein oder die andere, die das im Wahlkampf so gemacht hat und gesagt hat, jetzt auch sagen würde, da lagen wir nicht ganz richtig."
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    "text": "Aber meine Sorge ist eher, dass wenn wir so weitermachen, einfach die Stimmung immer schlechter und immer schlechter wird und dann stellt man sich ja irgendwann die Frage, wer soll eigentlich diese Erwartung überhaupt noch erfüllen können."
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    "text": "Ich würde Sie einmal vorstellen, ich habe ja schon gesagt, Sie sind ein Mann der zweiten Reihe, aber waren trotzdem im Zentrum der Macht."
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    "text": "Sie wurden in Hamburg geboren, sind leidenschaftlicher St."
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    "text": "Pauli-Fan, wollten eigentlich einmal Richter werden, haben sich dann aber entschieden, Olaf Scholz auf seinem politischen Weg zu begleiten."
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    "text": "Sie waren unter anderem Staatssekretär, als der Finanzminister unter Angela Merkel war, und gingen dann mit ihm ins Kanzleramt als dessen Chef und Minister für besondere Aufgaben."
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    "text": "Was macht so ein Chef das Kanzleramt eigentlich?"
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    "text": "Die erste Aufgabe ist natürlich, der Chef des Kanzleramts zu sein."
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    "end": 446.32,
    "text": "Das ist eine Behörde mit über neunhundert Beschäftigten, die vor allem dafür da sind, den Kanzler gut vorzubereiten, die Verhandlungen in Europa und im Ausland zu führen, natürlich auch den Chef des Kanzleramts in die Lage zu versetzen, das zu machen, was er dann danebentun sollen, nämlich die Regierungsarbeit koordinieren."
  },
  {
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    "end": 453.16,
    "text": "Also, der Chef des Kanzleramts ist derjenige, der festlegt, was eigentlich auf die Tagesordnung des Bundeskabinetts kommt."
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    "end": 464.5,
    "text": "Und dazu muss er mit den anderen Ministerien sich sehr eng abstimmen, klären, welche Gesetze sind schon fertig, wo gibt es Konflikte."
  },
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    "text": "Und dann sollte ein Chef des Ganztagabendes einen guten Draht zu den sechzehn Ländern haben, meistens zu den Chefinnen und Chefs der Staats- und Senatskanzleien und dann natürlich auch mit den Fraktionen und mit den Parteien."
  },
  {
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    "text": "Das ist eine sehr stark koordinierende Tätigkeit, die unglaublich viel Spaß macht."
  },
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    "text": "Vermissen Sie das?"
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    "text": "Ja und nein."
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    "text": "Gleichzeitig dieser unglaubliche Stress, also die Menge an Informationen, die Menge auch an Konflikten, wie man ja jetzt auch sieht, also an Punkten, die zu klären sind, wo Lösungen zu finden sind, praktisch wirklich Tag und Nacht Arbeitseinsatz erfordern."
  },
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    "text": "Also Wochenenden, freie Wochenenden gibt es dann nicht und die Abende und Nächte sind eben auch lang."
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    "end": 516.299,
    "text": "Und das ist dann ganz schön, das jetzt mal so mehr beobachten zu dürfen und dann nicht selber bis spät in die Nacht noch grauere Haare zu kriegen."
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    "text": "Hatten Sie denn vor allen Dingen Einfluss auf den Kanzler?"
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    "text": "Natürlich ist der Chef des Kanzleramtes auch... einer derjenigen, die den Kanzler eng beraten."
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    "text": "Und die Abteilungsleiterinnen und Abteilungsleiter im Kanzleramt heißen zum Teil ja auch Europa politischer Berater oder der Außen- und Sicherheitspolitische Berater."
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    "text": "Und der Chef des Kanzleramtes ist der Vorgesetzte von den allen."
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    "text": "Und meistens sind es ja als Chefs des Kanzleramts, bisher waren es nur Männer, Menschen, die entweder sehr eng mit der Kanzlerin oder dem Kanzler verbunden waren oder eben eine lange politische Erfahrung haben."
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    "text": "Und gleichzeitig gehört aber dazu, das Regierungsgeschäft zu koordinieren."
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    "text": "Gab es einen Moment, wo Sie sich gedacht haben, ich wünschte die Leute, die Bürger von außen, würden verstehen, was ich gerade hier mache?"
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    "text": "Ja und nein, es gibt dieses berühmte Bismarck-Bremont beim Gesetze machen und Würste machen, soll man nicht zugucken."
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    "text": "Und ich glaube, das ist ein bisschen auch das Phänomen unserer Zeit, dass wir jetzt auch dank Ihrer Kolleginnen und Kollegen quasi so eine Liveberichterstattung im Stream haben, auch der Verhandlungen, die eigentlich aus meiner Sicht häufig in verschlossenen Türen stattfinden sollten, weil ich sonst auch kaum in der Lage bin, mal so Kompromisse auszuloten."
  },
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    "text": "Das geht ja dann häufig so, dass man sagt, wenn wir hier einen Zugeständnis macht oder das und das mitmachen, könntet ihr euch vorstellen, dann hier."
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    "text": "auch nachzugeben."
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    "text": "Wenn ich das auf dem Marktplatz verhandle oder schon mit den eigenen Leuten, dann wird einem Verrat vorgeworfen und dann bewegt sich natürlich nichts."
  },
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    "text": "Das war zum Beispiel der Fall, als es um Steuereichtung für Fachkräfte aus dem Ausland ging."
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  {
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    "text": "Das wurde dann durchgestochen an die Presse und dann war der Vorschlag eigentlich vom Tisch."
  },
  {
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    "text": "Ja, wobei wir ihn ja am Ende sogar dann in Teilen gemacht haben, in dem Wirtschaftswende-Papier."
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    "text": "Aber es gibt ganz viele Beispiele dafür, dass Politik eben auch diesen, dass man so Akanbereich nennt, also den Bereich, der geschützt ist, braucht."
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    "text": "Und trotzdem habe ich manchmal das Gefühl, wenn ich jetzt ihre Kolleginnen und Kollegen bitten würde, mal aufzuschreiben, was eigentlich so ein Chef des Kanzleramtes den ganzen Tag macht."
  },
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    "text": "Und obwohl sie ja alle sehr intensiv Politik begleiten und beobachten und darüber schreiben und kommentieren, wäre mein Verdacht, dass so ungefähr zwanzig Prozent des Tagesablaufs abgedeckt würden."
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    "text": "Und das soll aber jetzt kein Rumgeheule sein, weil wir haben diese Jobs alle selber ausgesucht und haben die, glaube ich, auch alle mit großer Freude und Spaß gemacht und ist ein riesiges Privileg."
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    "text": "Nur es zeigt manchmal, dass es natürlich auch Erwartungen an Politik gibt, die sie gar nicht erfüllen kann."
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    "text": "Und da, glaube ich, hat sich auch in den letzten Jahren vielleicht Jahrzehnten was verändert."
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    "end": 740.82,
    "text": "Also wer flüstert ihm im Zweifel zu?"
  },
  {
    "start": 741.5,
    "end": 746.78,
    "text": "Wolfgang, die Vergesslichkeit von Olaf Scholz in Sachen Cum-Ex ist wenig glaubwürdig."
  },
  {
    "start": 747.22,
    "end": 747.9,
    "text": "Flipped Script."
  },
  {
    "start": 749.46,
    "end": 762.74,
    "text": "Natürlich sind das Fragen, die man auch im Team diskutiert, also es gibt ja dann Pressesprecher oder Regierungsprecher, ich habe natürlich eine Büroleitung oder persönliche Referenten und manches haben wir auch diskutiert, auch kontrovers diskutiert."
  },
  {
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    "end": 769.78,
    "text": "In dem konkreten Fall ging es mir vor allem darum, dass diese ständigen Falschbehauptungen mal aufhören."
  },
  {
    "start": 769.94,
    "end": 775.0,
    "text": "Und da ist ein bisschen das Problem, das einer vom anderen abschreibt, also um das nochmal auch vor the record zu sagen."
  },
  {
    "start": 775.56,
    "end": 783.58,
    "text": "Es ist jetzt inzwischen auch vom Bundesfinanzhof im Sommer endgültig und rechtsräftig entschieden worden, dass was da in Hamburg passiert ist."
  },
  {
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    "end": 784.9,
    "text": "Da ist nichts verjährt."
  },
  {
    "start": 785.26,
    "end": 786.76,
    "text": "Es gab kein Steuergeschenk."
  },
  {
    "start": 786.88,
    "end": 811.2,
    "text": "Hamburg hat sämtliche... mal hinterzogenen Steuern übrigens nicht zu Zeiten von Olaf Scholz, jeder als Bundesfinanzminister noch als Bürgermeister, sondern vor seiner Zeit zurückbekommen und das sogar mit über ueber ueber ueber ueber ueber ueber ueber ueber ueber ueber ueber ueber ueber ueber ueber ueber ueber ueber ueber ueber ueber ueber ueber ueber ueber ueber ueber ueber ueber ueber ueber ueber ueber ueber ueber ueber ueber ueber ueber ueber ueber ueber ueber ueber ueber ueber ueber ueber ueber ueber ueber ueber ueber ueber ueber ueber ueber ueber ueber ueber ueber."
  },
  {
    "start": 811.24,
    "end": 818.18,
    "text": "Und das ist leider in der Berichterstattung, wo dann es ursprünglich mal so eine Unterstellung gegeben hat, immer übernommen worden."
  },
  {
    "start": 818.22,
    "end": 837.06,
    "text": "Und ich habe immer versucht, auf die Fakten hinzuweisen, indem ich ein paar Gerichtsurteile, die es dazu gegeben hat, wo man das auch alles sauber nachlesen kann, wenn man sich denn wirklich für die Fakten interessieren würde und nicht nur für die Frage, Olaf Scholz kann sich nicht an Gespräche erinnern, Gespräche, wie er sie tausende geführt hat."
  },
  {
    "start": 837.46,
    "end": 853.1,
    "text": "Und wenn die eben keinerlei Auswirkungen haben und das haben nun Alle, die in Hamburg an diesen Entscheidungen beteiligt waren, nämlich die Finanzbeamten, auch klar ausgesagt, in einem Untersuchungsausschuss, der vier Jahre lang gearbeitet hat, jede Akte sich angeguckt hat, Staatsanwaltschaften, die das alles untersucht haben."
  },
  {
    "start": 853.16,
    "end": 859.48,
    "text": "Es gibt wahrscheinlich kaum ein Steuerfall, das jetzt Hamburg anbelangt und diese eine Bank, der besser untersucht ist."
  },
  {
    "start": 859.84,
    "end": 868.02,
    "text": "Und ich fand das immer ein bisschen irritierend, dass da diese Unterstellungen trotz der relativ klaren Faktenlage immer wiederholt worden sind."
  },
  {
    "start": 868.6,
    "end": 877.12,
    "text": "Und ich sage mal vorsichtig, einige haben daraus vielleicht auch ein Geschäftsmodell gemacht, weil sie damit immer wieder auch von ihren Kolleginnen und Kollegen eingeladen worden sind und ihre Geschichte erzählen konnten."
  },
  {
    "start": 877.8,
    "end": 879.74,
    "text": "Würden Sie sagen, Sie sind ein Micro-Manager?"
  },
  {
    "start": 880.92,
    "end": 888.5,
    "text": "Nein, aber ich glaube, das gehört, wenn Sie mit CEOs reden dazu, Sie müssen Grasnahme können, Sie müssen sehr tief einsteigen können in die Details."
  },
  {
    "start": 889.06,
    "end": 894.0,
    "text": "Und dann müssen Sie aber auch die strategische Sicht haben, also dann den Horizont wieder im Blick haben."
  },
  {
    "start": 894.06,
    "end": 909.88,
    "text": "Ich glaube, diese Vorstellung, dass man nur Überschriften bewegt und dass man die großen Leitlinien vorgibt in einem so hoch komplexen System, wie der Bundesrepublik Deutschland, mit der einen Regierung im Bund, sechzehn Landesregierungen und elftausend."
  },
  {
    "start": 910.32,
    "end": 913.36,
    "text": "Kommunen und Gemeinden, dass das überhaupt nicht funktioniert."
  },
  {
    "start": 913.56,
    "end": 918.5,
    "text": "Und das Gleiche ist ja, das sieht man jetzt ja auch, der Teufel steckt eben im Detail."
  },
  {
    "start": 918.72,
    "end": 930.82,
    "text": "Wenn Sie jetzt den Rentenstreit nehmen, da entzündet es sich ja an einer Formulierung im Vorblatt und das ist dann ein Artikel oder sogar ein Paragraf in dem Gesetzentwurf, um den es jetzt geht."
  },
  {
    "start": 932.36,
    "end": 940.58,
    "text": "Wenn sie den Gesetzentwurf nicht minutiös durchgearbeitet haben und sich Gedanken gemacht haben über alles, dann kommen eben solche Sachen auch dabei raus."
  },
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    "start": 940.68,
    "end": 955.18,
    "text": "Also das wegen, glaube ich, gehört zu diesen Jobs dazu, dass man beides kann, also Strategie und Visionen und wirklich diese Facheinzelheiten, also wenn Sie sagen würden, Micro-Management."
  },
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    "start": 955.68,
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    "text": "auch zu können."
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    "text": "Sie"
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    "text": "würden also sagen, dieser Rentenstreit, den wir aktuell haben, wäre unter Ihnen im Kanzleramt nicht passiert?"
  },
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    "text": "Nein, überhaupt nicht."
  },
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    "text": "Also das ist etwas, wo einfach unterschiedliche Vorstellungen aufeinanderprallen."
  },
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    "end": 985.66,
    "text": "Das Lustige oder Interessante ist ja, wir hatten ja was, diese Frage der Verlängerung der sogenannten Halterlinie anbelangt, also dass das Rentenniveau gesichert wird über das Jahr auch in der letzten Koalition Vereinbarung getroffen."
  },
  {
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    "text": "Also mal zur Erinnerung, diese bis Sommer, zwei Tausendfünfundzwanzig ist das Ergebnis."
  },
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    "text": "der letzten großen Koalition, das haben wir als SPD da rein verhandelt."
  },
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    "text": "Das ist dann auch umgesetzt worden, aber eben nur bis zum Jahre, zwei tausendfünfundzwanzig."
  },
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    "end": 1015.82,
    "text": "Und wir hatten dann in der Ampelkoalition gesagt, wir wollen es bis zwei tausendfünfundvierzig, weil wir sind eigentlich der Meinung, das ist, weil das für die Deutschen der größte Vermögensgegenstand ist, für die meisten jedenfalls etwas, worauf sie sich verlassen können, auch wenn sie jetzt mit sechzehn oder achtzehn oder achtundzwanzig."
  },
  {
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    "text": "Anfang einzuzahlen, das muss ja ein ganzes Leben lang gut gehen."
  },
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    "start": 1021.2,
    "end": 1025.46,
    "text": "Und deswegen hatten wir auch mit der FDP so eine Vereinbarung getroffen."
  },
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    "end": 1036.76,
    "text": "Wir haben dann halt ein sogenanntes Generationenkapital, also eine Kapitalgedeckte Anlage mit zwölf Milliarden Euro pro Jahr, in die er praktisch eingezahlt wurde."
  },
  {
    "start": 1036.859,
    "end": 1043.48,
    "text": "Und dann sollte über die Gewinne aus dieser Kapitalanlage der Beitragssatz entsprechend gedämpft werden."
  },
  {
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    "end": 1045.56,
    "text": "Und das glaube ich waren ganz gut."
  },
  {
    "start": 1045.599,
    "end": 1052.34,
    "text": "das Gesamtpaket und das ist am Ende ja auch nicht gekommen, weil dann die Regierung auseinandergegangen"
  },
  {
    "start": 1052.38,
    "end": 1052.42,
    "text": "ist."
  },
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    "text": "Und die FDP hat nie zugestimmt?"
  },
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    "end": 1072.7,
    "text": "Doch, im Kabinett, also es ist insofern eine gewisse Ähnlichkeit, im Kabinett hat die FDP zugestimmt und der damalige Finanzminister, der ja auch Parteivorsitzende war, hat sich dann auch auf dieses veränderte Paket, da hat wir der FDP noch ein paar Zugeständnisse gemacht, eigentlich war verabredet, einmalig zehn Milliarden."
  },
  {
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    "end": 1077.16,
    "text": "für diese Generationenkapital oder diese Kapitalgedeckte in Elemente."
  },
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    "text": "Und dann haben wir zwölf Milliarden pro Jahr gemacht."
  },
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    "text": "Also nicht einmalig zehn, sondern zwölf pro Jahr."
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    "text": "Und das fand er dann auch sehr gut."
  },
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    "text": "Aber dann hat es tatsächlich in der FDP-Fraktion Widerstände gegeben."
  },
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  },
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    "text": "Wie jetzt bei der Union?"
  },
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    "text": "Wie hat sie diese Arbeit im politischen Zentrum Deutschlands persönlich verändert?"
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    "text": "Ich bin grauer geworden, ich bin rundlicher geworden und es war jedenfalls nicht gesund."
  },
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    "text": "Ich habe versucht, mir das beizubehalten, was ich vorher war und jetzt nicht in der Bedeutung des Amtes aufzugehen."
  },
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    "end": 1120.7,
    "text": "Und ich glaube, das hilft dann auch wirklich zu verstehen, dass diese Ämter immer Ämter auf Zeit sind, sodass ich jetzt auch nicht in ein riesiges Loch gefallen bin, sondern glücklich weiterlebe."
  },
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    "text": "Die Tat nannte sie in einem Porträt das Durazel-Häschen des Berliner Politikbetriebes."
  },
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    "end": 1133.9,
    "text": "weil sie immer und überall Zugange waren auf Partys, auf mehreren Dachtterrassen quasi gleichzeitig, um mit Leuten zu sprechen."
  },
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    "text": "Wenn sie es in einem Satz packen müssten, wofür brennen sie?"
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    "text": "Für Politik und dafür, dass es in diesem Land gut geht."
  },
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    "text": "Und das ist natürlich für den Sozialdemokraten so, dass es darum geht, dass es für die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger gut geht."
  },
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    "text": "Und das hat viel mit Gerechtigkeit zu tun."
  },
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    "end": 1159.58,
    "text": "Und dass wir einfach das hinkriegen, trotz all der Schwierigkeiten ein tolles Land zu bleiben."
  },
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    "text": "Das hat mich angetrieben, was das Dora Zellmännchen anbelangt."
  },
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    "text": "Und diese Art von Berichterstattung ist das so ein bisschen das, was ich mit den zwanzig Prozent vorhin meinte."
  },
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    "text": "Also ich glaube, dass es vor allem ja darum geht, viel am Schreibtisch zu sitzen, viel in Besprechungen zu sein."
  },
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    "text": "dieses Auffesten dann noch auftauchen irgendwann spät."
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    "end": 1181.72,
    "text": "Das ist dann so ein bisschen das Sahnehäubchen."
  },
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    "end": 1185.96,
    "text": "Und da geht es ja manchmal auch darum, nochmal über Dinge zu reden, Dinge einzuordnen."
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    "text": "Deswegen ist das jetzt auch nicht eine pure Vergnügungsveranstaltung, sondern auch immer Arbeit."
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    "end": 1196.02,
    "text": "Sie haben eben wir gesagt... in Abgrenzung zur FDP."
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    "text": "Ich vermute, Sie meinten damit Ihre eigene Partei die SPD."
  },
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    "text": "Für die wollten Sie als Hamburger Abgeordneter in den Bundestag."
  },
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    "end": 1209.96,
    "text": "Sie hatten in Hamburg Einzüte fürs Parlament kandidiert und waren Spitzenkandidat der SPD in Hamburg."
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    "text": "Es hat am Ende nicht geklappt."
  },
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    "end": 1218.26,
    "text": "Was sind die Hauptgründe dafür, dass die SPD gerade dermaßen im Umfragitiv bleibt?"
  },
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    "end": 1230.7,
    "text": "Da gibt es nicht den einen Grund, sondern es hat einerseits sehr viel damit zu tun, dass die SPD jetzt sehr, sehr lange in Regierungsverantwortung ist und die wenigste Zeit davon quasi im Fahrer sitzt."
  },
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    "text": "Das heißt, diese Notwendigkeit, Kompromisse einzugehen, ist eine, die die SPD immer wieder fordert, wenn sich an die letzte große Koalition erinnern."
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    "text": "haben wir uns sehr schwer getan, in diese Regierung einzutreten, haben dann sogar noch eine Halbzeitbilanz vereinbart."
  },
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    "text": "Da gab es dann eine Kampagne, die hieß Nikolaus ist GroKo aus."
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    "text": "Das hat sehr viel damit zu tun für die SPD."
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    "text": "Zum Beispiel wäre es sehr wichtig, ein gerechteres Steuersystem zu haben, also die Arbeitnehmer und Arbeitnehmer in der Mitte zu entlasten und dafür bei Leuten wie mir die mehr verdienen, ein bisschen mehr zu zu."
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    "text": "schlagen."
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  },
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    "text": "Sie sind ja dann so obere Mittelschicht."
  },
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    "text": "Sie sind jetzt noch nicht millionär qua Gehalt."
  },
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    "end": 1274.7,
    "text": "Also ich bin kein Millionär und ich habe auch kein großes Vermögen."
  },
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    "end": 1282.78,
    "text": "Aber das wird manchmal in Berlin auch vergessen, wie viel wir insbesondere natürlich als Bundesminister aber auch schon die Abgeordneten verdienen."
  },
  {
    "start": 1282.84,
    "end": 1288.68,
    "text": "Das sind die oberen fünf Prozent und als Bundesminister sind sie wahrscheinlich bei den oberen null Komma fünf Prozent dabei."
  },
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    "end": 1292.22,
    "text": "Das was in Deutschland verdient wird ist nicht so üblich."
  },
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    "end": 1292.64,
    "text": "Ist es"
  },
  {
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    "end": 1295.84,
    "text": "auch nicht so üblich, weil wir eine sehr hohe Steuer- und Abgabenlast haben?"
  },
  {
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    "end": 1306.98,
    "text": "Ja, ich glaube, das ist nicht das Entscheidende, sondern das Entscheidende ist, dass wir dafür natürlich ganz viele Dinge, die sie in den USA... dann durch private Spenden machen müssen."
  },
  {
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    "end": 1318.26,
    "text": "oder wenn sie überlegen, wenn sie Kinderbetreuung in den USA organisieren wollen oder wenn sie dann ein Universitätsstudium für zwei Kinder finanzieren wollen, da brauchen sie dann auch sehr viel."
  },
  {
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    "end": 1324.06,
    "text": "Das sind einfach unterschiedliche Modelle, auf die man sich mal quasi als Gesellschaft eingelassen hat."
  },
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    "text": "Jetzt kann man das alles ändern wollen."
  },
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    "end": 1332.44,
    "text": "Ich habe nur den Eindruck, dass es ganz gut ist, dass man diesen Pfad geht und das bisher für Deutschland ja auch gut gegangen ist."
  },
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    "text": "Das heißt nicht, dass man jetzt das alles so lassen darf und soll, sondern das bedeutet, dass man viel auch immer wieder an die neuen Zeiten anpassen muss."
  },
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    "end": 1350.92,
    "text": "Und das ist, glaube ich, ein bisschen die Frage, dass dass durch diese ständige Regierungsbeteiligung der Eindruck entsteht, die SPD verbraucht sich."
  },
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    "end": 1361.9,
    "text": "Also wenn sie wollen, die flammende, glutrote Fahne, die leuchtet, ist jetzt mehr so ein lappiges Orange geworden und hinten ziemlich ausgefranzt."
  },
  {
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    "text": "Nun ist das definitiv kein Play-Doh, jeder für eine Opposition zu gehen."
  },
  {
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    "text": "Das ist"
  },
  {
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    "end": 1369.66,
    "text": "ein relativ hartes Urteil über ihre eigene Partei, das die sich verbraucht."
  },
  {
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    "text": "Nein, ich war ja selber beteiligt."
  },
  {
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    "end": 1374.5,
    "text": "Insofern ist das eine Anmutung, die ich beschreibe."
  },
  {
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    "text": "Das ist ja ein Urteil der Bürgerinnen und Bürgern, wenn die jetzt im Moment an den Umfragen sagen, irgendwie sechzehn Prozent oder bei der Wahl ein bisschen, was über sechzehn Prozent geben."
  },
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    "text": "So ist, ich sage mal, wenn jemand die ganz einfache Antwort hätte, Dann hätten wir sie ja schon lange gegeben und dann würden wir jetzt so eine Art von Gespräche nicht führen müssen."
  },
  {
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    "text": "Das heißt, es ist ja etwas, was auch fast überall auf der Welt erstens die Parteien, die an der Regierung sind, trifft."
  },
  {
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    "text": "Also wenn Sie sich angucken, wie häufig in den letzten drei Jahren Regierungsparteien abgewählt worden sind und was häufig auch Mitte-Links-Parteien betrifft."
  },
  {
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    "text": "So, ich glaube nach wie vor, deswegen bin ich auch stolz des Mitglied meiner Partei."
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    "text": "Ich hatte gar nicht mehr realisiert, dass ich schon so viele Jahre dabei bin, dass ich also in zwei Jahren offensichtlich das vierzigste Jubiläum dann feiern darf."
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    "end": 1428.14,
    "text": "Aber dass das eine SPD extrem gebraucht wird, weil sie eben eine Partei ist, die versucht, den Laden zusammenzuhalten."
  },
  {
    "start": 1428.18,
    "end": 1429.68,
    "text": "Und dafür bin ich zutiefst überzeugt."
  },
  {
    "start": 1429.76,
    "end": 1434.34,
    "text": "Und da werde ich auch weiter ohne Amt dran arbeiten, dass das noch mehr Leute mitkriegen."
  },
  {
    "start": 1434.62,
    "end": 1439.8,
    "text": "Aber tatsächlich scheint das Spitzenpersonal der SPD in diesen Tagen diplomatisch formuliert."
  },
  {
    "start": 1440.22,
    "end": 1441.62,
    "text": "kein Zugpferd zu sein."
  },
  {
    "start": 1442.18,
    "end": 1445.58,
    "text": "Wo sind eigentlich, Sie haben gerade gesagt, Sie sind schon so lange Mitglied dieser Partei."
  },
  {
    "start": 1445.66,
    "end": 1452.48,
    "text": "Wo sind die charismatischen, tachelesredenden Sozialdemokraten mit den guten Angeboten, mit den Reformen?"
  },
  {
    "start": 1452.62,
    "end": 1460.3,
    "text": "Also man erinnere sich an Schröder, Steinbrück, Strohk, vielleicht brauchst du mal wieder jemand mit S-Fordern am Namen."
  },
  {
    "start": 1460.38,
    "end": 1461.98,
    "text": "Münterfering gibt es auch."
  },
  {
    "start": 1462.5,
    "end": 1463.24,
    "text": "Wo sind die alle?"
  },
  {
    "start": 1463.36,
    "end": 1464.72,
    "text": "Gibt es die gar nicht mehr in der Partei?"
  },
  {
    "start": 1465.04,
    "end": 1467.28,
    "text": "Ich finde, es ist noch mal gut, sich auch zurückzuerinnern."
  },
  {
    "start": 1467.32,
    "end": 1477.56,
    "text": "Nun war ich ja dabei, weil ich beim Generalsekretär der SPD war, einerseits bei Olaf Scholz und dann auch mal für zwei Jahre von Klaus Uwe Benneter, als wir diese Agenda-Reform gemacht haben."
  },
  {
    "start": 1477.62,
    "end": 1483.52,
    "text": "Von denen heute alle sagen, das war das letzte Mal, dass noch Reformen in Deutschland waren und da war die SPD mutig."
  },
  {
    "start": 1484.44,
    "end": 1485.24,
    "text": "Nun war ich ja dabei."
  },
  {
    "start": 1485.7,
    "end": 1493.42,
    "text": "und all die... oder die aller allermeisten, ich würde mal sagen, ninety-fünf Prozent derer, die heute so reden, haben damals gesagt, es reicht alles nicht."
  },
  {
    "start": 1493.88,
    "end": 1494.9,
    "text": "Es ist viel zu wenig."
  },
  {
    "start": 1495.44,
    "end": 1496.92,
    "text": "Das ist doch keine wirkliche Reform."
  },
  {
    "start": 1497.34,
    "end": 1504.8,
    "text": "Also sowohl BDI als auch BDA, also Industrie als auch Arbeitgeber als auch CDU, haben mächtig Stimmung dagegen gemacht."
  },
  {
    "start": 1504.88,
    "end": 1507.04,
    "text": "Natürlich sind wir massiv von links kritisiert worden."
  },
  {
    "start": 1507.08,
    "end": 1510.24,
    "text": "Das hat dann zur Gründung der Partei Die Linke auch geführt."
  },
  {
    "start": 1511.2,
    "end": 1512.94,
    "text": "Die Gewerkschaften waren gegen uns."
  },
  {
    "start": 1513.5,
    "end": 1519.22,
    "text": "Das heißt, dieser verklärende Blick, auf die Vergangenheit trifft aus meiner Sicht nicht wirklich zu."
  },
  {
    "start": 1519.66,
    "end": 1522.3,
    "text": "Und vielleicht sind manche der Reformen, die wir in der Ampel gemacht haben."
  },
  {
    "start": 1522.36,
    "end": 1524.16,
    "text": "Es kommt eine steile These, ich gebe es zu."
  },
  {
    "start": 1525.02,
    "end": 1529.26,
    "text": "Ähnlich einschneidend gewesen auf die Herausforderung, die wir jetzt hatten."
  },
  {
    "start": 1529.92,
    "end": 1538.96,
    "text": "Umstellung unseres Energiesystems, Beendigung der Abhängigkeit von Russland, wie das damals im Hinblick auf insbesondere die Arbeitslosenversicherung war."
  },
  {
    "start": 1539.58,
    "end": 1546.02,
    "text": "Und ich finde, dass Lars Klingball zum Beispiel ziemlich viel von dem, was sie sich wünschen würden, auch mitbringt."
  },
  {
    "start": 1546.12,
    "end": 1550.86,
    "text": "Der ist jemand, der auch deutlich über so einen Kernklientel der SPD hinauswirkt."
  },
  {
    "start": 1551.26,
    "end": 1553.9,
    "text": "Der hat eine sehr positive Ausstrahlung."
  },
  {
    "start": 1554.58,
    "end": 1557.16,
    "text": "Und der hat jetzt auch die Macht konzentriert."
  },
  {
    "start": 1557.82,
    "end": 1559.92,
    "text": "Das ist natürlich im Moment brutal."
  },
  {
    "start": 1560.14,
    "end": 1564.96,
    "text": "Der hat als Finanzminister jetzt gleich zu Beginn zwei Haushaltsentwürfe vorlegen müssen."
  },
  {
    "start": 1565.28,
    "end": 1570.32,
    "text": "Da ich ja selber mal im Finanzministerium war, weiß ich, was das für eine unendliche Arbeit ist."
  },
  {
    "start": 1570.64,
    "end": 1582.56,
    "text": "Und deswegen ist natürlich der Tag hat auch für ihn nur vierundzwanzig Stunden ein paar, muss er auch schlafen und sich dann um die Partei, um die Koalition, um das Ressort zu kümmern, ist einfach auch viel."
  },
  {
    "start": 1583.6,
    "end": 1593.76,
    "text": "Ich finde immer geben sie den Leuten auch eine Chance und lass sie uns nicht vergleichen mit so einer verklärten Wahrnehmung der Vergangenheit und der Akteure der Vergangenheit."
  },
  {
    "start": 1593.84,
    "end": 1600.36,
    "text": "Die sind also jetzt bis auf den Fall Gerhard Schulder, da ist der Ruf ja leider ein bisschen durch nachamtliche Tätigkeiten kaputt gegangen, aber"
  },
  {
    "start": 1600.52,
    "end": 1602.16,
    "text": "Reform hat er trotzdem durchgesetzt."
  },
  {
    "start": 1602.72,
    "end": 1603.86,
    "text": "Genau, absolut."
  },
  {
    "start": 1604.06,
    "end": 1612.68,
    "text": "Und es hat aber auch nicht alleine gemacht, sondern das war die SPD, die das gemacht hat und viele derjenigen, die jetzt in Verantwortung sind, waren damals auch schon dabei."
  },
  {
    "start": 1613.22,
    "end": 1616.64,
    "text": "Also Lars Klingbeer ist ein Zugpferd, aber Bärbel Bas haben sie jetzt nicht genannt."
  },
  {
    "start": 1617.18,
    "end": 1620.8,
    "text": "Doch Bärbel Bas, also ich habe jetzt die positive Ausstrahlung anbelangt."
  },
  {
    "start": 1620.86,
    "end": 1631.74,
    "text": "Ich glaube Bärbel Bas hat ganz andere Qualitäten, aber wenn Sie sich erinnern, wie die Berichterstattung darüber war, als sie dann zur Co-Parteivorsitzenden wurde, war das schon von einer großen Olphorie geprägt."
  },
  {
    "start": 1631.82,
    "end": 1637.4,
    "text": "Ich halte die für eine tolle Frau, steht natürlich nochmal auch für eine SPD."
  },
  {
    "start": 1638.48,
    "end": 1642.68,
    "text": "die viele dann so wehmütig in der Vergangenheit verordnend beschreiben."
  },
  {
    "start": 1642.82,
    "end": 1655.06,
    "text": "Also jemand, der eben nicht geradelinig auf den Elite-Universitäten der Welt studiert hat, sondern tatsächlich einen ganz, sozusagen klassischen Aufstiegsweg gegangen ist."
  },
  {
    "start": 1655.14,
    "end": 1663.78,
    "text": "Und die Erfahrung zeigt ja, dass Leute, die das machen, doppelt so gut sein müssen wie andere, die jetzt eher Glück hatten in der geburten Lotterie."
  },
  {
    "start": 1664.52,
    "end": 1670.88,
    "text": "Wenn man ihnen so zuhört, müsste die SPD eigentlich auf dem aufsteigenden Ast sein und müsste alles ein Selbstläufer sein."
  },
  {
    "start": 1671.42,
    "end": 1685.34,
    "text": "Trotzdem ist sie ja nun inzwischen seit Jahren im Umfragetief, obwohl sie im Bund mitregiert, auch in den Ländern, Ausnahme Thüring, da hat man Null, neun Prozent im September zugelegt, ist das eher ein schlechter Trend."
  },
  {
    "start": 1686.52,
    "end": 1688.12,
    "text": "Wie schafft diese Partei das eigentlich?"
  },
  {
    "start": 1688.18,
    "end": 1693.98,
    "text": "Woher kommt die Fähigkeit, gleichzeitig im Niedergang zu sein und dann aber so viel Macht zu haben?"
  },
  {
    "start": 1694.08,
    "end": 1697.14,
    "text": "Weil man ja im Bund und in den Ländern fast immer mitregiert."
  },
  {
    "start": 1697.74,
    "end": 1707.56,
    "text": "Ich komme ja aus Hamburg und die Hamburger SPD ist eine stolze Regierungspartei, auch die Hamburg-Partei und die auch immer noch sehr überzeugende Wahlergebnisse einfährt."
  },
  {
    "start": 1707.62,
    "end": 1709.2,
    "text": "Davon bin ich natürlich sehr geprägt."
  },
  {
    "start": 1711.06,
    "end": 1712.72,
    "text": "Ich habe das versucht, vorher zu schildern."
  },
  {
    "start": 1713.86,
    "end": 1736.64,
    "text": "Die große Schwierigkeit ist eben dadurch, dass wir alle als Bürgerinnen und Bürger quasi aller Kart wählen und uns sehr ausdifferenziert unsere Parteien aussuchen und dann am Ende das Ergebnis eben heißt, dass die gute alte Zeit, wo zwei Parteien miteinander koalieren, die eine gewisse ideologische Nähe aufweisen, eben nicht mehr da sind."
  },
  {
    "start": 1736.68,
    "end": 1748.42,
    "text": "Also wenn sie so wollen, haben wir die ganze Zeit lagerübergreifende Koalition seit im Prinzip zwei tausend und fünf über einen kurzen Ausnahme schwarz-gelb zwei neun bis zwei dreizehn."
  },
  {
    "start": 1749.08,
    "end": 1761.78,
    "text": "und da die spd ganz häufig in solchen Konstellationen dabei war und die meiste zeit eben mit diesen dreieinhalb jahren Ausnahme in der position des junior partners ist man zwar an der macht also."
  },
  {
    "start": 1762.18,
    "end": 1768.06,
    "text": "in der Regierung, aber setzt natürlich gleichzeitig nicht das gesamte Wahlprogramm um und immer wieder Punkte."
  },
  {
    "start": 1768.12,
    "end": 1776.3,
    "text": "Also wenn Sie sich daran erinnern, wie lange hat die SPD dafür gekämpft, darum gerungen, einen gesetzlichen Mindestlohn in Deutschland eingeführt zu bekommen."
  },
  {
    "start": 1776.68,
    "end": 1784.72,
    "text": "Da sind wir in so zehn Jahren an dem Widerstand der CDU gescheitert, obwohl jedes andere europäische, moderne Land einen solchen Mindestlohn hat."
  },
  {
    "start": 1784.78,
    "end": 1788.7,
    "text": "Ich glaube, alle inzwischen auch sehen, dass es ganz sinnvoll ist, so einen Mindestlohn zu haben."
  },
  {
    "start": 1789.56,
    "end": 1790.18,
    "text": "frustriert."
  },
  {
    "start": 1790.24,
    "end": 1790.36,
    "text": "Gibt"
  },
  {
    "start": 1790.4,
    "end": 1795.0,
    "text": "es jetzt erste Unternehmer, die angekündigt haben, Stellen zu streichen wegen der erneuten Mindestlohnerhöhung?"
  },
  {
    "start": 1795.06,
    "end": 1795.96,
    "text": "Muss man jetzt glaube ich dazu sagen?"
  },
  {
    "start": 1796.0,
    "end": 1796.02,
    "text": "Ja,"
  },
  {
    "start": 1796.28,
    "end": 1812.54,
    "text": "aber ich bin zu lange dabei und weiß, als wir die Debatten begonnen haben mit mal sieben Euro fünfzig, dann acht Euro fünfzig Mindestlohn, als wir ihn dann durchgesetzt hatten, als er dann auf zwölf Euro erhöht worden ist, haben wir diese ganzen Drohungen auch gehört und es ist nicht passiert."
  },
  {
    "start": 1812.62,
    "end": 1833.66,
    "text": "Und ich kann doch nicht gleichzeitig sagen, dass es sich nicht lohnt zu arbeiten, dass die Sozialleistungen, die durch durch das Verfassungsgericht ja in Höhe des Soziokulturellen, so nennt sich das Existenzminimum festgelegt werden, also jetzt nicht in der konkreten Höhe, aber in der Art der Berechnung, um das ich dann aber sage, wir wollen aber nicht, dass es eine Lohngrenze nach unten gibt."
  },
  {
    "start": 1834.68,
    "end": 1837.2,
    "text": "Wie sind wir damals auf die zwölf Euro Mindestlohn gekommen?"
  },
  {
    "start": 1837.3,
    "end": 1850.02,
    "text": "Das hatte sehr viel damit zu tun, dass jemand der forty-fünf Jahre Vollzeit vollschichtig arbeitet und immer nur den Mindestlohn bekommt, nur wenn der bei zwölf Euro lag, überhaupt oberhalb der Grundsicherung landet."
  },
  {
    "start": 1850.46,
    "end": 1854.66,
    "text": "Also die Grundsicherung kriegt jeder, egal ob er irgendwie einen Tag im Leben gearbeitet hat."
  },
  {
    "start": 1855.04,
    "end": 1857.42,
    "text": "Und ich glaube, das zerstört das Gerechtigkeitsempfühl."
  },
  {
    "start": 1857.52,
    "end": 1862.68,
    "text": "Ich bin jedenfalls Mitglied einer Partei, die in anderen Ländern Labour Party heißt oder in den Niederlanden."
  },
  {
    "start": 1862.74,
    "end": 1863.92,
    "text": "Ich kann das nicht richtig aussprechen."
  },
  {
    "start": 1863.98,
    "end": 1865.74,
    "text": "aber Partei von die Arbeit."
  },
  {
    "start": 1866.18,
    "end": 1870.46,
    "text": "Also eine Partei, die... Die Erwerbsarbeit in Zentrum stellt."
  },
  {
    "start": 1870.54,
    "end": 1883.06,
    "text": "und deswegen finde ich, dass es dazugehört, dass Leute, wenn sie arbeiten, morgens aufstehen, auch einen Lohn haben und zwölf Euro oder jetzt die so langsam sich an die an die fünfzehn Euro ran robben, ist ja wirklich nicht üppig."
  },
  {
    "start": 1883.18,
    "end": 1893.58,
    "text": "Dass das für einzelne Branchen, also nehmen wir jetzt mal die Zeitungszusteller oder in der Landwirtschaft und in vielen anderen Bereichen sehr, sehr schwierig ist, weiß ich auch."
  },
  {
    "start": 1894.14,
    "end": 1896.58,
    "text": "Nur das müssen wir dann als Gesellschaft eben verhandeln."
  },
  {
    "start": 1897.2,
    "end": 1915.46,
    "text": "Da steht die SPD, da ist meine persönliche Prägung eben auf der Seite derjenigen, die nicht viel verdienen und wo ich finde, das gehört sich dann auch, dass die von ihrer Arbeit im Alter auch eine eigenständig erwirtschaftete Rente kriegen und nicht auf Sozialleistung angewiesen sein sollen."
  },
  {
    "start": 1916.3,
    "end": 1922.14,
    "text": "Jetzt hat sich die SPD langfristig beim Mindestlohn durchgesetzt gegen die Union und gegen andere Widerstände."
  },
  {
    "start": 1922.72,
    "end": 1936.06,
    "text": "Trotzdem hat man aber das Gefühl, die Partei ist nicht mehr so sehr die Partei der Arbeitnehmer, der Geber ja schon gar nicht, wenn wir Frau Baas zuhören, sondern auch die Partei der Bürgergeldempfänger, was in weiten Teilen der arbeitenden Bevölkerung."
  },
  {
    "start": 1936.46,
    "end": 1955.92,
    "text": "und Arbeitgebenden sehr unbeliebt ist, ist nicht das auch so ein Manko der modernen SPD, dass man zu sehr sich darauf versteift, die Leistungsempfänger zu vertreten, was ja eben bei auch den Leuten, die halt für Mindestlohnarbeiten gehen, eher schlecht ankommt und die in Scharen zur AfD laufen."
  },
  {
    "start": 1956.42,
    "end": 1967.34,
    "text": "Ja wobei das so aus meiner Sicht eine Beschreibung ist die mit der also weit überwiegenden Mehrheit der SPD und der Führung der SPD überhaupt nichts zu tun hat."
  },
  {
    "start": 1967.46,
    "end": 1976.02,
    "text": "und ich erinnere mal ganz dezent daran, dass die Veränderungen beim Bürgergeld einvernehmlich beschlossen worden sind mit der CDU und mit der FDP."
  },
  {
    "start": 1976.4,
    "end": 1977.2,
    "text": "Friedrich Merz."
  },
  {
    "start": 1977.5,
    "end": 1986.76,
    "text": "Karsten Linnemann, Jens Spahn haben alle in namentlicher Abstimmung für diese Bürgergeldreform, die sie dann hinterher beschimpft haben, gestimmt."
  },
  {
    "start": 1987.26,
    "end": 1994.5,
    "text": "Das finde ich manchmal etwas irritierend, dass das mal aus dem Blick vergessen wird und man dann so tut, als ob man damit nichts zu tun hätte."
  },
  {
    "start": 1994.92,
    "end": 1997.28,
    "text": "Ich würde gerne auch noch mit Ihnen ein bisschen in die Zukunft."
  },
  {
    "start": 1997.56,
    "end": 1997.9,
    "text": "gucken."
  },
  {
    "start": 1998.28,
    "end": 2006.72,
    "text": "Im kommenden Jahr wird ja in fünf Bundesländern gewählt, in Baden-Württemberg, Berlin, Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz und Mecklenburg-Vorpommern."
  },
  {
    "start": 2007.32,
    "end": 2013.18,
    "text": "Die SPD hat nur in Rheinland-Pfalz wirkliche Chancen, den künftigen Ministerpräsidenten zu stellen."
  },
  {
    "start": 2014.2,
    "end": 2015.78,
    "text": "Warum wird man heute überhaupt noch SPD?"
  },
  {
    "start": 2016.68,
    "end": 2021.76,
    "text": "Ich finde, weil es eine Partei ist, die sich für die Anliegen der Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger einsetzt."
  },
  {
    "start": 2021.84,
    "end": 2043.02,
    "text": "Also, wenn man nicht das Glück hatte, in der geburten Lotterie gewonnen zu haben und eigentlich gar nicht mehr arbeiten muss, wenn man so viel Geld vermögen hat, dann finde ich, ist es sinnvoll, eine Partei zu wählen, die sich für die Anliegen der Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger einsetzt, nämlich derjenigen, die durch Erwerbsarbeit ihren Lebensunterhalt verdienen müssen."
  },
  {
    "start": 2043.1,
    "end": 2048.199,
    "text": "Und ich glaube, dass es sowas wie eine solidarische Mitte, so hat Olaf Scholz das mal genannt, gibt."
  },
  {
    "start": 2048.6,
    "end": 2059.76,
    "text": "Also Leute wie mich, die, wenn sie jetzt nur auf ihr Bankkonto schauten, eigentlich die FDP oder die CDU wählen müssten, weil die mir Steuersenkungen auch für mein Einkommen versprechen."
  },
  {
    "start": 2059.82,
    "end": 2064.78,
    "text": "Also meinetwegen, was den Solidaritätszuschlag gewähre nur noch für die zehn Prozent der Spitzenverdiener."
  },
  {
    "start": 2065.34,
    "end": 2079.36,
    "text": "Erheben anbelangt den wollen die abschaffen so und wir halten die elf Milliarden die das sind oder jetzt wahrscheinlich ist ein bisschen mehr Für absolut zwingend nötig weil wir damit Dinge finanzieren die aus meiner Sicht Für das land richtig sind."
  },
  {
    "start": 2079.5,
    "end": 2088.82,
    "text": "und so könnte ich ganz viel aber ich wäre es nicht die wahl oder grundsatzprogramme der spd durchgehen Schildern warum ich glaube dass die spd tatsächlich auch gebraucht wird."
  },
  {
    "start": 2088.88,
    "end": 2092.46,
    "text": "und wenn sie mit Freunden von der CDU werden die ihnen das auch sagen."
  },
  {
    "start": 2092.5,
    "end": 2098.76,
    "text": "Die sagen natürlich, also die Welt wäre schön, wenn so die CDU bei vierzig Prozent und die SPD so bei zwanzig Prozent läge."
  },
  {
    "start": 2099.46,
    "end": 2106.0,
    "text": "Aber das ist eine Partei gibt, die sich für die Interessen der Arbeitnehmer einsetzt, glaube ich sagen sehr, sehr viele Leute."
  },
  {
    "start": 2106.08,
    "end": 2110.72,
    "text": "Und dann liegt es an denjenigen, die bei uns vorne stehen in den Ländern oder im Bund."
  },
  {
    "start": 2111.36,
    "end": 2114.48,
    "text": "das dann auch in Wählerstimmen und Wählerinnenstimmen umzumünzen."
  },
  {
    "start": 2114.64,
    "end": 2124.86,
    "text": "Und da haben wir jetzt ein großes Problem, gerade im Osten, dass es natürlich sehr häufig jetzt eine Wahl ist zwischen entweder dem Kandidaten der demokratischen Mitte oder der AfD."
  },
  {
    "start": 2125.36,
    "end": 2134.4,
    "text": "Und davon profitiert mal der CDU-Kandidat und mal Siehe zum Beispiel zuletzt in Brandenburg, dann der SPD-Ansinnhaber."
  },
  {
    "start": 2134.54,
    "end": 2139.32,
    "text": "Dietmar Woitke hatte expliziten Antia auf die Wahlkampf gemacht zur Landtagswahl in Brandenburg."
  },
  {
    "start": 2139.4,
    "end": 2142.96,
    "text": "Und Kretschmer ja genauso oder fogt."
  },
  {
    "start": 2143.06,
    "end": 2152.2,
    "text": "Also diese ganze Frage, bin ich derjenige Kandidat, der quasi gegen die Rechtsextremen steht?"
  },
  {
    "start": 2152.92,
    "end": 2159.68,
    "text": "Das nützt dann häufig denen, die eben gerade in den Umfragen vorne liegen, weil sich dann andere dahinter versammeln."
  },
  {
    "start": 2160.5,
    "end": 2171.04,
    "text": "Und das ist für die SPD, wenn sie in einer Position wie in Thüringen oder in Sachsen ist oder jetzt in Sachsen-Anhalt, dann halt sehr viel schwieriger."
  },
  {
    "start": 2171.2,
    "end": 2173.66,
    "text": "und auch die Frage, wie kommt man eigentlich vor?"
  },
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    "start": 2173.78,
    "end": 2194.6,
    "text": "Also ich glaube, viele sagen, Die Landesministerin, die stellvertretende Ministerpräsidenten machen eine super Arbeit, aber die kriegen natürlich auch kaum noch Aufmerksamkeit, weil sich das Scheinwerferlicht sehr stark auf den Ministerpräsidenten oder in Sachsen-Anhalt auf den Kandidaten der CDU richtet und eben dann auf den der größten Oppositionsparteien."
  },
  {
    "start": 2194.66,
    "end": 2197.38,
    "text": "Das ist im Moment ja, wenn ich das richtig sehe, überall die AfD."
  },
  {
    "start": 2198.12,
    "end": 2208.92,
    "text": "Jetzt könnte man nochmal darüber diskutieren, ob nicht auch dieses Framing da die demokratischen Parteien, da die antidemokratischen dazu beiträgt, dass die AfD ebenso stark ist, wie sie es ist."
  },
  {
    "start": 2209.04,
    "end": 2216.32,
    "text": "Ich würde Sie aber gerne nochmal fragen, glauben Sie, die SPD schafft es auf Bundesebene nochmal über die zwanzig Prozentmarke?"
  },
  {
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    "text": "Ja, klar."
  },
  {
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    "text": "Das ist sehr optimistisch?"
  },
  {
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    "end": 2227.6,
    "text": "Ich bin mit Gitarbeitsgemeinschaften der Optimisten in der Politik und glaube, dass natürlich ist das wahnsinnig schwer."
  },
  {
    "start": 2229.1,
    "end": 2238.76,
    "text": "Und ich habe das geschildert, wenn man so lange mitregiert hat, also bei der nächsten Bundestagswahl werden wir von den einundreißig Jahren seit nineteen achten neunzig, siebenundzwanzig mit in der Regierungsverantwortung gewesen sein."
  },
  {
    "start": 2238.8,
    "end": 2247.22,
    "text": "Das heißt, die Wahrscheinlichkeit, dass dann, wenn die SPD einen Vorschlag macht, gesagt wird, ja, aber wieso habt ihr das denn jetzt in den letzten siebenundzwanzig Jahren nicht gemacht, ist ja relativ groß."
  },
  {
    "start": 2247.44,
    "end": 2257.22,
    "text": "Und wenn man dann darauf hinweist, dass wir den siebenundzwanzig Jahren meistens nicht alleine regiert haben und dass viele Dinge auch nicht durchsetzbar waren, dann klingt das wie eine lahme Entschuldigung."
  },
  {
    "start": 2258.22,
    "end": 2262.38,
    "text": "Damit muss eine SPD umgehen, aber die Zeiten ändern sich ja auch wieder."
  },
  {
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    "end": 2263.44,
    "text": "Das ist nicht statisch."
  },
  {
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    "text": "Wie viel Zeit bleibt der SPD noch, bevor sie auch gerade in den Bundesländern das Schicksal der FDP erleidet?"
  },
  {
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    "end": 2275.54,
    "text": "Da, glaube ich, haben wir noch ein bisschen Sicherheitsabstand, aber das kann man in Europa ja sehen."
  },
  {
    "start": 2275.6,
    "end": 2282.48,
    "text": "Es gibt Länder, in denen eine sozialdemokratische oder fortschrittliche Mitte-Links-Partei aufgehörter zu existieren."
  },
  {
    "start": 2282.54,
    "end": 2293.64,
    "text": "Das ist was, was jede Parteivorsitzende oder auch einen Bundeskanzler sehr, sehr umtreibt, dass sie nicht die Letzten sind, die die Verantwortung für diese Partei tragen."
  },
  {
    "start": 2294.34,
    "end": 2298.9,
    "text": "Es ist halt so, die SPD ist die älteste demokratische Partei Deutschlands."
  },
  {
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    "end": 2305.94,
    "text": "Wie Sie wissen, sind wir sehr stolz darauf, dass wir nie unseren Namen ändern mussten, weil wir mit unserer Vergangenheit Probleme hatten."
  },
  {
    "start": 2307.4,
    "end": 2318.9,
    "text": "Und natürlich ist, wenn man so lange dabei ist und so alt ist, ist sehr schnell möglich, dass andere dann so tun, als ob sie viel frischer wären und als ob sie viel mehr Energie hätten."
  },
  {
    "start": 2319.28,
    "end": 2322.06,
    "text": "Und manchmal habe ich das Gefühl, das ist so Zauberstab."
  },
  {
    "start": 2322.44,
    "end": 2326.38,
    "text": "Politikerinnen und Politiker sind die eben so tun, also wie bei Bibi Blocksberg."
  },
  {
    "start": 2326.62,
    "end": 2327.22,
    "text": "Hacks, Hacks."
  },
  {
    "start": 2327.4,
    "end": 2332.84,
    "text": "Und dann ist die irreguläre Migration bei Null und Hacks, Hacks und Friede in der Ukraine."
  },
  {
    "start": 2333.14,
    "end": 2334.84,
    "text": "Und das Wirtschaftswachstum ist wieder da."
  },
  {
    "start": 2335.02,
    "end": 2340.84,
    "text": "Und alle, die sich ein bisschen intensiver mit Politik beschäftigen oder sie selber machen, wissen, dass das so nicht der Fall ist."
  },
  {
    "start": 2340.88,
    "end": 2340.96,
    "text": "ist."
  },
  {
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    "end": 2351.54,
    "text": "Und es ist ein mühseliges Ringen und es ist wirklich zwei Schritte vor, ein Schritt zurück manchmal und das wirkt natürlich ermüdend."
  },
  {
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    "end": 2362.82,
    "text": "Aber wenn man sich die Fortschritte anguckt, die man dann auch durch Regierungsbeteiligung erzielen kann, finde ich, ist das immer noch was, warum es sich lohnt, das weiterzumachen."
  },
  {
    "start": 2363.04,
    "end": 2365.34,
    "text": "Und deswegen habe ich das dreiundzwanzig Jahre gemacht."
  },
  {
    "start": 2365.72,
    "end": 2374.04,
    "text": "Wenn Sie die Fortschritte erwähnt, bei denen die SPD mitgewirkt hat, was sehen Sie als Ihren eigenen größten politischen Triumph?"
  },
  {
    "start": 2374.28,
    "end": 2383.44,
    "text": "Ich würde es gar nicht so sehr als politischen Triumph sagen, aber ich habe in drei großen Krisen mitwirken dürfen, Sie abzufedern."
  },
  {
    "start": 2383.52,
    "end": 2388.14,
    "text": "Also das Erste waren die Auswirkungen dieser Bankenkrise, zu einer Finanzkrise."
  },
  {
    "start": 2389.0,
    "end": 2399.08,
    "text": "worden ist, im Arbeitsministerium mit Olaf Scholz, Kurzarbeitergeld, Abwrackprämie, also wo wir eine deutsche Wirtschaft wieder stabilisiert haben, die wirklich am Abschmieren war."
  },
  {
    "start": 2399.98,
    "end": 2416.74,
    "text": "Millionen von Arbeitsplätzen gerettet haben, dann während der Corona-Pandemie im Finanzministerium die ganzen Wirtschaftshilfen auf den Weg gebracht zu haben, die dafür gesorgt haben, dass wir, glaube ich, als Land, als Volkswirtschaft ganz gut, trotz aller Schwierigkeiten und aller Diskussionen um Masken und Impfungen und Co."
  },
  {
    "start": 2417.46,
    "end": 2429.0,
    "text": "und Verbote durch diese Krise gekommen sind, auch da wieder mit dem Kurzarbeitergeld das wahnsinnig viel Beschäftigung gesichert hat und dann in dieser Zeit der Koalition unter Olaf Scholz als Kanzler."
  },
  {
    "start": 2429.56,
    "end": 2433.08,
    "text": "Das ganze Thema Energieversorgungssicherheit und Energiepreise."
  },
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    "end": 2440.84,
    "text": "Ich erinnere immer daran, dass im Herbst, Zweiundzwanzig, sich die Gaspreise auf den Gasmarkt im europäischen Verzwanzig-Facht hatten."
  },
  {
    "start": 2441.56,
    "end": 2446.22,
    "text": "Und nun haben wir alle deutliche Erhöhung unserer Energiepreise erlebt, aber eben keine Verzwanzig-Fachung."
  },
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    "start": 2446.6,
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    "text": "Und das ist ja nicht vom Himmel gefallen, sondern das war unsere harte Arbeit."
  },
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    "end": 2455.8,
    "text": "Und das finde ich, sind so drei Sachen, wo ich sage, das haben wir ganz ordentlich gemacht."
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    "text": "Und da bin ich ganz froh, dass ich dabei war und mein Beitrag leisten konnte."
  },
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    "text": "Mit dem Bundestag hat es ja, wie bereits erwähnt, beim letzten Mal nicht geklappt."
  },
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    "text": "Haben Sie Pläne, es wieder zu versuchen?"
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    "text": "Gibt es für Sie eine Zukunft in der Politik?"
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    "text": "Also jetzt ist es ja so, dass wir gerade eine Wahl, auch wenn es sich jetzt schon sehr, sehr lange anfühlt, aber ich war noch bis Mai Bundesminister, wenn auch Geschäftsführer, also das ist noch nicht so lange her und deswegen finde ich, sollten wir jetzt auch erst mal gucken, dass diese Regierung ganz ordentlich arbeitet und dann werde ich mir das überlegen."
  },
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    "text": "Die Wahrscheinlichkeit, dass Leute, die mal rausgegangen sind, dann wiederkommen ist nicht so groß."
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    "text": "Man sieht allerdings an Friedrich Merz, es kann auch sein, dass man nach zwanzig Jahren wieder auftaucht."
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    "text": "Also, man sollte, glaube ich, nichts ausschließen."
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    "text": "Ich werde immer ein politischer Mensch sein."
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    "end": 2508.6,
    "text": "Aber es gibt ja auch neben den Ämtern Möglichkeiten, sich einzumischen."
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    "end": 2510.32,
    "text": "Sie haben mich auch noch mal eingeladen."
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    "text": "Das ist richtig."
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    "end": 2516.94,
    "text": "Und das sagt Wolfgang Schmidt, ihr maliger Chef des Kanzleramts und enger Verertrauter von Olaf Scholz."
  },
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    "end": 2519.18,
    "text": "Herr Schmidt, ich danke Ihnen sehr herzlich für dieses Gespräch."
  },
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    "end": 2521.6,
    "text": "Farterberg, ich danke herzlich für die Einladung."
  },
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    "text": "Sehr gerne."
  },
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    "end": 2525.82,
    "text": "So, und hier kommt jetzt noch ein Podcast-Tipp für euch."
  },
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    "end": 2529.3,
    "text": "Zweihundertfünfzig Dollar, wie ich einen Menschen freikaufe."
  },
  {
    "start": 2529.96,
    "end": 2537.26,
    "text": "NCZ-Autor Alex Spörntli erzählt die Geschichte seines Freundes Christian, der von Menschenhändlern zu Geisel genommen wird."
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  {
    "start": 2537.72,
    "end": 2538.06,
    "text": "Wir haben"
  },
  {
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    "end": 2539.98,
    "text": "jemanden, den du als Freund zeichnen"
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    "end": 2540.32,
    "text": "würdest."
  },
  {
    "start": 2540.68,
    "end": 2541.58,
    "text": "Wir zogen in den Kopfgeher."
  },
  {
    "start": 2542.56,
    "end": 2543.3,
    "text": "Er lohnt sich bereit, was."
  },
  {
    "start": 2543.36,
    "end": 2544.5,
    "text": "zweihundertfünfzig Dollar zu zahlen."
  },
  {
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    "end": 2549.32,
    "text": "Oh mein Bruder, please"
  },
  {
    "start": 2549.36,
    "end": 2549.52,
    "text": "help."
  },
  {
    "start": 2555.78,
    "end": 2572.14,
    "text": "Das war Machtspiel, der Politik-Podcast von NZZ und Brossstiftung."
  },
  {
    "start": 2572.74,
    "end": 2576.48,
    "text": "Eure Meinung interessiert uns wie immer, die bitte an machtspiel.nzz.de."
  },
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    "end": 2581.78,
    "text": "Die passenden Links zu dem, was wir heute besprochen haben, findet ihr in den Show-Notes."
  },
  {
    "start": 2582.32,
    "end": 2585.62,
    "text": "Empfiehlt uns gerne weiter, bewertet uns, abonniert den Kanal."
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    "start": 2585.88,
    "end": 2587.4,
    "text": "Wir sind nächste Woche wieder für euch da."
  },
  {
    "start": 2587.86,
    "end": 2593.8,
    "text": "Bis dahin, alles Gute und tschüss tschüss."
  }
]