[
  {
    "start": 0.06,
    "end": 7.3,
    "text": "Die einen feiern sie als einsame konservative Kämpferin gegen die linksgrüne Dominanz im öffentlich-rechtlichen Rundfunk."
  },
  {
    "start": 7.62,
    "end": 11.8,
    "text": "Diese Ambition, mit der wir losgelaufen sind, wir wollen den öffentlich-rechtlichen besser machen."
  },
  {
    "start": 13.5,
    "end": 17.74,
    "text": "Die anderen werfen ihr rechten Populismus sogar Extremismus vor."
  },
  {
    "start": 18.18,
    "end": 21.48,
    "text": "Ich glaube, das ist insgesamt für den öffentlich-rechtlichen heute kein schöner Tag."
  },
  {
    "start": 23.6,
    "end": 25.08,
    "text": "Ihre Sendung heißt klar."
  },
  {
    "start": 25.6,
    "end": 27.76,
    "text": "Und wir von klar sagen, was falsch läuft."
  },
  {
    "start": 28.46,
    "end": 30.78,
    "text": "Unser Thema heute, die illegale Migration."
  },
  {
    "start": 31.08,
    "end": 31.14,
    "text": "Und"
  },
  {
    "start": 34.34,
    "end": 37.7,
    "text": "das ist dann trotzdem solche Konsequenzen hat und der Sender jetzt nicht mehr mit mir arbeiten will."
  },
  {
    "start": 37.74,
    "end": 38.8,
    "text": "Das finde ich schon ein Starkstück."
  },
  {
    "start": 40.72,
    "end": 44.9,
    "text": "Ich bin überzeugt davon, dass es eigentlich einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk in der Zukunft braucht."
  },
  {
    "start": 45.1,
    "end": 52.34,
    "text": "Aber man muss sich schon fragen, wenn dann solche Dinge geschehen, dann verstehe ich auch mittlerweile Kritiker, die sagen, vielleicht ist die Abschaffung nicht weit."
  },
  {
    "start": 52.46,
    "end": 53.5,
    "text": "Und das finde ich sehr traurig."
  },
  {
    "start": 54.66,
    "end": 58.74,
    "text": "Das ist Machtspiel, der Politik-Podcast von NZZ und Brossstiftung."
  },
  {
    "start": 59.48,
    "end": 66.24,
    "text": "Ich bin Marc-Felix Sirau und die Frau, die sie gerade gehört haben, heißt Julia Rouss, Journalistin und Moderatorin bei der ARD."
  },
  {
    "start": 67.68,
    "end": 68.42,
    "text": "Eine Vorbemerkung."
  },
  {
    "start": 68.86,
    "end": 72.74,
    "text": "Wir haben diese Ausgabe unseres Podcasts an diesem Montag aufgezeichnet."
  },
  {
    "start": 73.42,
    "end": 75.66,
    "text": "Kurz darauf überschlugen sich die Ereignisse."
  },
  {
    "start": 76.06,
    "end": 78.84,
    "text": "Die Sendung von Frau Rouss steht vor der Zereißprobe."
  },
  {
    "start": 79.3,
    "end": 83.22,
    "text": "Einer der beteiligten Sender, der Bayerische Rundfunk, schätzt sie nach wie vor."
  },
  {
    "start": 83.74,
    "end": 89.9,
    "text": "Ein anderer, der Norddeutsche Rundfunk, hat so eben angekündigt, sie künftig nicht mehr als Moderatorin einsetzen zu wollen."
  },
  {
    "start": 90.54,
    "end": 94.26,
    "text": "Dahinter sollen auch einflussreiche linke NDR-Moderatoren stecken."
  },
  {
    "start": 95.22,
    "end": 99.96,
    "text": "Weil JujaRus am Mittwoch unterwegs war, konnten wir unseren Podcast nicht komplett neu aufnehmen."
  },
  {
    "start": 100.34,
    "end": 104.32,
    "text": "Aber wir haben es geschafft, noch einmal kurz mit ihr über die jüngsten Ereignisse zu sprechen."
  },
  {
    "start": 104.84,
    "end": 107.44,
    "text": "Diesen Teil hören Sie, hört ihr, am Schluss."
  },
  {
    "start": 108.3,
    "end": 111.08,
    "text": "Wir beginnen mit dem Gespräch, das wir an diesem Montag geführt haben."
  },
  {
    "start": 111.88,
    "end": 113.44,
    "text": "Herzlich Willkommen, liebe Juliaros."
  },
  {
    "start": 113.52,
    "end": 114.28,
    "text": "Schön, dass Sie da sind."
  },
  {
    "start": 114.96,
    "end": 116.28,
    "text": "Hallo, danke für die Einladung."
  },
  {
    "start": 117.56,
    "end": 124.76,
    "text": "Bevor wir über Ihre Arbeit als Journalistin und über Ihre Reportagerei in der ARD sprechen, würde ich gern ein bisschen früher ansetzen."
  },
  {
    "start": 124.86,
    "end": 127.1,
    "text": "Sie sind ein Dreißig Jahre alt."
  },
  {
    "start": 127.38,
    "end": 131.92,
    "text": "Wann haben Sie eigentlich zum ersten Mal gemerkt, dass Sie konservativ sind?"
  },
  {
    "start": 132.0,
    "end": 133.02,
    "text": "Was war der Auslöser?"
  },
  {
    "start": 134.58,
    "end": 148.96,
    "text": "Also ich war mit dessen gar nicht mal so sehr bewusst, ehrlich gesagt, die letzten Jahre über, weil ich mich ganz früher als Teenager auch nicht für Politik interessiert habe und da auch mich nirgendwo eingeordnet hätte und meine Eltern jetzt auch relativ, also nicht parteipolitisch zumindest sind."
  },
  {
    "start": 149.66,
    "end": 159.62,
    "text": "Und ich habe dann, als ich mich während dem Studium für ein Stipendium bewerben wollte, da musste ich mir die Frage stellen, wo gehöre ich denn in etwa hin?"
  },
  {
    "start": 159.94,
    "end": 167.08,
    "text": "Und dann habe ich mich ja so ein bisschen weiß man es ja auch, was man für Abwege hält bei manchen Parteien und bei manchen Positionen."
  },
  {
    "start": 167.44,
    "end": 178.08,
    "text": "Und dann bin ich letztendlich... bei der Adenhausstiftung rausgekommen damals und dann waren wir auch schon sehr klar, dass das wahrscheinlich auch von der politischen Grundhaltung her wahrscheinlich so eher mein Gebiet ist."
  },
  {
    "start": 178.18,
    "end": 183.88,
    "text": "Also, dass ich zu den... Grünen gegangen wäre, da war dann doch irgendwie der Weg ziemlich weit."
  },
  {
    "start": 184.12,
    "end": 190.38,
    "text": "Und auch weil die da mal schon geworben haben, damit sie neben nur Leute mit migrantischen Wurzeln für ihr Journalistenförderprogramm."
  },
  {
    "start": 190.9,
    "end": 196.36,
    "text": "Und da war ich schon sehr abgeschreckt, wo ich mir dachte, wow, das ist doch total exkludierend irgendwie für alle anderen."
  },
  {
    "start": 196.42,
    "end": 198.6,
    "text": "Du kannst es doch nicht festmachen an Migrationshintergrund."
  },
  {
    "start": 198.64,
    "end": 201.5,
    "text": "Also das hat sich dann schon irgendwie so langsam rauskristallisiert."
  },
  {
    "start": 201.8,
    "end": 211.54,
    "text": "Und ich glaube jetzt die letzten Jahre, weil das ja auch alles so politisch heikles Terrain geworden ist, wurde es für mich immer klarer, dass ich mit Positionen links der Mitte immer weniger anfangen konnte."
  },
  {
    "start": 211.62,
    "end": 235.72,
    "text": "Also, wo ich vielleicht früher noch mit dem Wort soziale Ungerechtigkeit und Umverteilung durchaus mehr Verständnis hatte, finde ich, dass jetzt wird es immer häufig als Phrase hergenommen, was eigentlich für mich eine ganz große Ungerechtigkeit beschreibt, nämlich dass man ja den Leuten, die tagtäglich zur Arbeit gehen, eigentlich mit Steuern das Geld aus den Taschen zieht und damit sehr viele Leute finanziert, die noch nie in ihrem Leben gearbeitet haben oder auch teilweise halt einfach hier noch nicht eingezahlt haben."
  },
  {
    "start": 235.8,
    "end": 242.2,
    "text": "Und ich glaube durch diese Konfliktfelder, diese Krisen haben viele Menschen auch in der Gesellschaft dann plötzlich gewusst."
  },
  {
    "start": 242.54,
    "end": 243.76,
    "text": "Hier stehen sie und hier nicht."
  },
  {
    "start": 243.84,
    "end": 249.62,
    "text": "und bei mir wurde es die letzten Jahre, ja, war ich mir auch immer viel viel sicherer als das früher der Fall war."
  },
  {
    "start": 249.66,
    "end": 250.14,
    "text": "Sie"
  },
  {
    "start": 250.18,
    "end": 253.96,
    "text": "haben gerade schon gesagt, ihre Eltern waren nicht parteipolitisch involviert."
  },
  {
    "start": 254.1,
    "end": 262.079,
    "text": "Ihre Mutter war Krankenschwester, ihr Vater Bankkaufmann, sind glaube ich mittlerweile beide in Rente, wurde denn zu Hause über Politik diskutiert."
  },
  {
    "start": 264.56,
    "end": 271.06,
    "text": "Ja, so auf sehr, ich würde sagen, Basic Level, weil das jetzt nie großartig so ein Gesprächsthema war."
  },
  {
    "start": 271.12,
    "end": 284.32,
    "text": "Also, es war nie so ein Haus, wo man dann abends am... Abendesttisch dann großartig diskutiert hat und dann irgendwie von den Kindern verlangt hätte, dass man da eine Meinung zu was hat, sondern das war, das war eher, wenn es halt mal aufkam."
  },
  {
    "start": 284.64,
    "end": 289.4,
    "text": "Und bei uns war es aber schon so, dass wir immer den Öffentlich-Rechtlichen geguckt haben."
  },
  {
    "start": 289.44,
    "end": 293.68,
    "text": "Also mein Vater hat immer den Bayerischen Rundfunk vor allem geschaut, auch den SWR, die ARD."
  },
  {
    "start": 294.14,
    "end": 302.16,
    "text": "Und wenn wir dann als Kinder pro sieben und seit eins und so gucken wollten, wegen irgendwelchen Blockbustern oder so, dann wurde das nicht so sehr gutiert."
  },
  {
    "start": 302.36,
    "end": 303.72,
    "text": "Also vielleicht liegt die Präge."
  },
  {
    "start": 303.86,
    "end": 307.76,
    "text": "dann, was mich nachher zur ARD getrieben hat, auch ein bisschen daran."
  },
  {
    "start": 308.34,
    "end": 310.02,
    "text": "Daran kann ich mich auch noch erinnern."
  },
  {
    "start": 310.12,
    "end": 314.38,
    "text": "Das eine war vernünftiger Rundfunk, das andere war der Schrott aus Amerika."
  },
  {
    "start": 315.82,
    "end": 318.36,
    "text": "Dann kommen wir mal zu Ihren beruflichen Anfängen."
  },
  {
    "start": 318.44,
    "end": 322.72,
    "text": "Eines Ihrer ersten Praktika war bei der linken Rechercheplattform Korrektiv."
  },
  {
    "start": 323.3,
    "end": 326.0,
    "text": "Das sind für alle Zuhörer und Zürer das nicht wissen."
  },
  {
    "start": 326.08,
    "end": 331.04,
    "text": "Das sind die, die das sogenannte Geheimtreffen von Rechten in Potsdam aufgedeckt haben wollen."
  },
  {
    "start": 331.12,
    "end": 336.48,
    "text": "Von der Geschichte ist jetzt nach etlichen rechtlichen Auseinandersetzungen nicht wirklich viel übrig geblieben."
  },
  {
    "start": 337.04,
    "end": 339.46,
    "text": "Haben Sie sich bei Korrektiv damals wohlgefühlt?"
  },
  {
    "start": 342.12,
    "end": 346.38,
    "text": "Also da habe ich schon gemerkt, dass Journalismus halt doch so seine Schlagseite haben kann."
  },
  {
    "start": 346.54,
    "end": 362.68,
    "text": "Und bei denen, also ich muss sagen, das waren, ich glaube, sechs oder sieben Wochen war ich bei denen, das waren wirklich sehr interessante Wochen, weil die durchaus Sitzfleisch haben und sehr, sehr stark dann auch bei einem Thema recherchieren und auch teilweise über Monate und ein halbes Jahr für ein Thema dann aufopfern."
  },
  {
    "start": 363.12,
    "end": 371.14,
    "text": "Aber ich habe natürlich dann auch Gespräche mitbekommen und dann so dieser Kleber an der Wand, wo drauf stand, linksgrün versifft und stolz."
  },
  {
    "start": 371.22,
    "end": 373.28,
    "text": "drauf, da habe ich mich dann ein bisschen abgeschreckt."
  },
  {
    "start": 373.44,
    "end": 374.96,
    "text": "Das hängt da in der Redaktion, da hängt"
  },
  {
    "start": 375.02,
    "end": 375.26,
    "text": "ein Aufkleber?"
  },
  {
    "start": 375.32,
    "end": 392.84,
    "text": "Ja, es haben zumindest damals diese linken Aufkleber, sieht man ja überall, aber dass sie halt in der Redaktion Platz finden, das hatte ich davor so noch nie, weil ich ja auch bei Zeitungsredaktionen davor oft war und das ist dann nicht so hip und so start-up-mäßig eingerichtet, wie jetzt bei so einer Rechercheplattform wie Korrektiv."
  },
  {
    "start": 393.74,
    "end": 407.18,
    "text": "Und ja, also ich erinnere mich auf jeden Fall noch an einen Vorfall, als ich meinte, ich fände es ja gar nicht so schlecht, wenn in Bayern die CSU wieder die absolute Mehrheit bekommt, weil damals, ich meine, es war im Jahr two-tossend-seventeen, also kurz vor den Landtagswahlen."
  },
  {
    "start": 408.26,
    "end": 413.02,
    "text": "Und da habe ich von einer Kollegin einen Blick geerntet, der mir nicht gut in Erinnerung geblieben ist."
  },
  {
    "start": 413.38,
    "end": 419.96,
    "text": "Sie hat es, glaube ich, gar nicht kommentiert an, aber da war dann schon irgendwie so klar, dass wir nicht so ganz auf einer Welt lang sind."
  },
  {
    "start": 420.0,
    "end": 424.48,
    "text": "Und ich wusste irgendwie gar nicht, was ich damit jetzt angerichtet habe, ob ich da irgendwas falsch gemacht habe oder so."
  },
  {
    "start": 424.58,
    "end": 439.7,
    "text": "Aber... Da ist mir auf jeden Fall bei den Praktikum klar geworden, dass es durchaus im Journalismus bestimmte Tendenzen gibt und dass die nicht nur irgendwie auf dem Papier stehen, sondern dass sie sich durchaus bemerkbar machen und dass man da gucken muss, wo man sich am besten wiederfinden kann."
  },
  {
    "start": 440.02,
    "end": 444.16,
    "text": "Aber ich finde auch korrektiv, die sind halt für mich sehr aktivistisch auf der linken Seite angesiedelt."
  },
  {
    "start": 444.2,
    "end": 446.76,
    "text": "Das ist für mich teilweise eben mehr Aktivismus als Journalismus."
  },
  {
    "start": 447.5,
    "end": 451.0,
    "text": "Aber ja, also sie finanzieren sich ja privat."
  },
  {
    "start": 451.22,
    "end": 452.38,
    "text": "Also frage ich mich"
  },
  {
    "start": 452.82,
    "end": 453.12,
    "text": "nicht nur."
  },
  {
    "start": 454.04,
    "end": 454.76,
    "text": "Ja, stimmt."
  },
  {
    "start": 454.94,
    "end": 456.2,
    "text": "Sie kriegen auch Steuermittel."
  },
  {
    "start": 456.42,
    "end": 458.64,
    "text": "Wenn das jetzt immer noch der Fall ist, das kritisiere ich auch."
  },
  {
    "start": 458.76,
    "end": 465.16,
    "text": "Aber ich bin niemand, der gerne auf Kollegen rumhakt, deswegen vielleicht auch etwas versöhnlicherer Worte am Ende."
  },
  {
    "start": 465.2,
    "end": 465.38,
    "text": "Machen wir"
  },
  {
    "start": 465.42,
    "end": 465.9,
    "text": "da einen Punkt."
  },
  {
    "start": 466.4,
    "end": 469.12,
    "text": "Dann reden wir doch mal über Ihre Arbeit heute."
  },
  {
    "start": 469.82,
    "end": 476.64,
    "text": "Die Pilotfolge von klar einer Co-Produktion des Bayerischen und des Norddeutschen Rotwuncks lief am neunten April diesen Jahres."
  },
  {
    "start": 477.36,
    "end": 481.5,
    "text": "Hätten Sie gedacht, dass schon die Premiere Sohn Würbel verursachen würde?"
  },
  {
    "start": 482.98,
    "end": 483.92,
    "text": "Nee, hätte ich nicht gedacht."
  },
  {
    "start": 484.22,
    "end": 488.66,
    "text": "Also, dass es so einen Riesenausschreib geben würde, hätte ich nicht vermutet."
  },
  {
    "start": 488.82,
    "end": 491.24,
    "text": "Wir haben es natürlich ein bisschen auch darauf angelegt."
  },
  {
    "start": 491.32,
    "end": 501.08,
    "text": "Also, wir wissen auch, es kommen... sehr, sehr viele Dokumentationen in der ARD raus und du musst erstmal ein bisschen durchdringen damit, dass du was Neues jetzt auf den Markt gebracht hast."
  },
  {
    "start": 501.36,
    "end": 508.06,
    "text": "Das heißt, dieser Satz, den ihr vorher eingeblendet habt, was jetzt kommt, wird nicht jedem gefallen, der war jetzt nicht ohne Grund da."
  },
  {
    "start": 508.32,
    "end": 519.159,
    "text": "Also wir wussten schon, dass wir eine gewisse Zielgruppe ansprechen wollen und dass es auch ein bisschen provozieren soll und ich finde auch, das ist im richtigen Maß eigentlich gewesen und da verstehe ich nicht, warum sich Leute so drüber aufregen können."
  },
  {
    "start": 519.86,
    "end": 519.9,
    "text": "Ja."
  },
  {
    "start": 520.26,
    "end": 523.08,
    "text": "Wird nicht allen gefallen, ist noch milder ausgedrückt."
  },
  {
    "start": 523.46,
    "end": 528.04,
    "text": "Der ZDF-Moderator Jan Böhmermann hat von rechtspopulistischem Quatsch gesprochen."
  },
  {
    "start": 528.14,
    "end": 539.14,
    "text": "Die neuen deutschen Medienmacher Sterninnen haben von einem Tiefpunkt in der Berichterstattung des öffentlichen rechtlichen Rundfunks gesprochen und diese Plattform kam packt."
  },
  {
    "start": 539.38,
    "end": 544.96,
    "text": "Da ist eine Petition erschienen zur Absetzung wegen rechtsextremer Talking Points."
  },
  {
    "start": 545.12,
    "end": 549.22,
    "text": "Also die Kritik lautete grob zusammengefasst ihr Beitrag."
  },
  {
    "start": 549.32,
    "end": 555.14,
    "text": "Stelle Migration einseitig als Problem da und Schüre, Ressentiments, was sagen sie denn zu der Kritik?"
  },
  {
    "start": 556.2,
    "end": 559.8,
    "text": "Ja, so andere Formate stellen Migration oft einseitig als Bereicherung da."
  },
  {
    "start": 560.42,
    "end": 561.98,
    "text": "Und da wollten Sie mal einen dagegen setzen?"
  },
  {
    "start": 562.94,
    "end": 567.8,
    "text": "Wir hatten natürlich in den Redaktionen schon den Eindruck, dass es mal etwas gegengebürstet werden müsste."
  },
  {
    "start": 568.28,
    "end": 576.9,
    "text": "Und deswegen haben wir uns jetzt auf die negativen Aspekte konzentriert und haben ja auch, was uns ja häufig vorgeworfen wird, dass wir nicht mit migrantischen Menschen gesprochen haben."
  },
  {
    "start": 576.96,
    "end": 580.68,
    "text": "Auch das haben wir getan, also mit der Gastarbeitergeneration zumindest."
  },
  {
    "start": 580.78,
    "end": 584.76,
    "text": "Und da merkt man ja auch, dass die eine sehr, sehr starke Abneigung haben gegen die."
  },
  {
    "start": 585.72,
    "end": 590.84,
    "text": "die neuen Migranten, von denen sie glauben, dass die sich nicht so ins Zeug legen müssen, wie sie das eines getan haben."
  },
  {
    "start": 591.32,
    "end": 598.92,
    "text": "Also ich finde nicht, dass wir uns da jetzt irgendwie großartig rechtfertigen müssen, obwohl ich natürlich immer in die Situation gerade, dass ich das tun muss."
  },
  {
    "start": 599.44,
    "end": 606.78,
    "text": "Aber einfach, ich glaube, das ist das Gefühl, dass viele Menschen der Bevölkerung haben, dass wir über das Thema illegale Migration nicht ausgewogen genug berichten."
  },
  {
    "start": 607.12,
    "end": 611.5,
    "text": "Und da halte ich es für sehr, sehr notwendig, dass man da einmal... bisschen korrigiert."
  },
  {
    "start": 612.32,
    "end": 620.94,
    "text": "Als sie die Reaktionen dann gelesen und gehört haben, sind sie da vielleicht auch ein bisschen erschrocken und haben gesagt, hoch sind wir etwa zu weit gegangen."
  },
  {
    "start": 621.0,
    "end": 625.82,
    "text": "Hat sie das in irgendeiner Weise berührt, eingeschüchtert, nervös gemacht oder angefeuert?"
  },
  {
    "start": 626.86,
    "end": 629.7,
    "text": "Also mittlerweile hat mich das nicht mehr nervös gemacht."
  },
  {
    "start": 630.16,
    "end": 654.58,
    "text": "Früher schon bei gewissen Shitstorms, weil ich das dann noch nicht gewohnt war, aber jetzt wusste ich ganz genau, was so die üblichen Formulierungen sind und dass man natürlich als rechtsradikal und extremistisch und AfD-ner und so betitelt wird, wovor ich natürlich immer ein bisschen Sorge habe, ist nicht, dass mir das zu sehr zu schaffen macht, sondern dass es... den Leuten in meinem Team zu schaffen macht und natürlich auch zu viel Druck auf den Sender dann ausgeübt wird, sodass die sagen, oh, das können wir nicht mehr machen."
  },
  {
    "start": 654.98,
    "end": 659.0,
    "text": "Und ich glaube, die Gefahr ist viel, viel größer, als dass ich jetzt schlaflosse Nächte verbringe."
  },
  {
    "start": 660.56,
    "end": 665.38,
    "text": "Eines ist sicher, nicht alle im öffentlich-rechtlichen Rundfunk mögen das, was Sie dort machen."
  },
  {
    "start": 665.48,
    "end": 670.54,
    "text": "Sie haben nach dieser Auftakt-Sendung zwei weitere Folgen klar produziert."
  },
  {
    "start": 670.68,
    "end": 676.94,
    "text": "Einmal eine zu den Sorgen deutscher Landwirte, einmal eine zu den Folgen der gesellschaftlichen Spaltung in der Corona-Pandemie."
  },
  {
    "start": 677.12,
    "end": 686.58,
    "text": "Eine besonders heftige Reaktion gab es jetzt im Juli in der Sendung Reschke-Fernsehen von Anja Reschke, die wie Sie für den NDR arbeitet."
  },
  {
    "start": 687.26,
    "end": 692.76,
    "text": "Hören wir doch mal rein, Frau Reschke unterhält sich da gerade mit einer Handpuppe."
  },
  {
    "start": 693.46,
    "end": 695.48,
    "text": "Entschuldigung, was soll das werden, wenn es fertig ist?"
  },
  {
    "start": 695.7,
    "end": 696.8,
    "text": "Eine Fernsehsendung!"
  },
  {
    "start": 696.94,
    "end": 697.0,
    "text": "Ja,"
  },
  {
    "start": 697.34,
    "end": 699.02,
    "text": "das ist meine Sendung, die moderiere ich."
  },
  {
    "start": 700.22,
    "end": 706.46,
    "text": "Aber ihr sollt doch jetzt im öffentlich-rechtlichen Rundfunk alle Meinungen zu Wort kommen lassen, auch wenn sie ein"
  },
  {
    "start": 706.64,
    "end": 708.68,
    "text": "bisschen rechtsextrem"
  },
  {
    "start": 708.78,
    "end": 708.98,
    "text": "sind."
  },
  {
    "start": 709.2,
    "end": 709.76,
    "text": "Das ist doch"
  },
  {
    "start": 710.16,
    "end": 710.56,
    "text": "klar!"
  },
  {
    "start": 711.38,
    "end": 712.92,
    "text": "Ja, klar."
  },
  {
    "start": 714.64,
    "end": 717.64,
    "text": "Was, Frau Ruse, haben sie gedacht, als sie das gesehen haben?"
  },
  {
    "start": 719.2,
    "end": 726.74,
    "text": "Ich habe bis erst eine Zeitverzögerung gesehen, also nachher in einem Schnipsel auf Social Media und wusste natürlich, dass es auf uns gemünzt war."
  },
  {
    "start": 727.28,
    "end": 728.44,
    "text": "Aber jetzt diese Sache... Wie kommen Sie denn"
  },
  {
    "start": 728.7,
    "end": 730.62,
    "text": "darauf, dass das auf Sie gemünzt war?"
  },
  {
    "start": 730.66,
    "end": 731.84,
    "text": "Völlig abfähige Vorstellung."
  },
  {
    "start": 731.88,
    "end": 732.54,
    "text": "Ja, das ist natürlich,"
  },
  {
    "start": 732.64,
    "end": 732.68,
    "text": "ja."
  },
  {
    "start": 733.7,
    "end": 738.58,
    "text": "Es ist vielleicht mein Hirn, dass da zwei Sachen zusammenbringt, die aufs Volkanis miteinander zu tun haben."
  },
  {
    "start": 739.64,
    "end": 741.9,
    "text": "Aber man muss sagen, wir haben jetzt ein klarendes Gespräch."
  },
  {
    "start": 742.58,
    "end": 753.2,
    "text": "Und die Redaktion von Reschke Fernsehen hat sich auch entschuldigt und hat gesagt, sie bereuen es, dass dieser Eindruck entstanden ist, dass sie uns als Rechtsextremen betitelt haben."
  },
  {
    "start": 753.52,
    "end": 758.38,
    "text": "und alles weitere klären wir dann auch intern und haben es intern geklärt."
  },
  {
    "start": 758.6,
    "end": 758.66,
    "text": "Ja."
  },
  {
    "start": 759.08,
    "end": 766.1,
    "text": "Das einzige Statement, was öffentlich geworden ist, war von der NDR-Programmbereichsleiterin Frau Karola Konze."
  },
  {
    "start": 766.36,
    "end": 770.38,
    "text": "Die hat ein knappes Statement bei LinkedIn verfasst."
  },
  {
    "start": 770.64,
    "end": 771.3,
    "text": "Ich lese mal vor."
  },
  {
    "start": 771.82,
    "end": 772.38,
    "text": "Ich bzw."
  },
  {
    "start": 772.9,
    "end": 781.08,
    "text": "wir bedauern, dass der Eindruck entstanden ist, die Redaktion von Reschgefährn sehen würde, die Redaktion von Klar als Rechtsextrem einschätzen."
  },
  {
    "start": 781.58,
    "end": 790.46,
    "text": "Die Formulierung, um die es geht, ein bisschen Rechtsextrem, war Teil einer Ausgabe über die AfD und in diesem Zusammenhang eine satirische Zuspitzung."
  },
  {
    "start": 791.62,
    "end": 795.36,
    "text": "Frau Huss, als Sie das gelesen haben, mussten Sie lachen oder weinen?"
  },
  {
    "start": 796.64,
    "end": 797.96,
    "text": "Das war der Feuer abgesprochen."
  },
  {
    "start": 798.32,
    "end": 800.58,
    "text": "Also wir wussten ja schon, dass ein Statement kommt."
  },
  {
    "start": 800.86,
    "end": 803.8,
    "text": "Also war das für uns okay."
  },
  {
    "start": 804.0,
    "end": 809.02,
    "text": "Also natürlich wusste ich nicht den Wort laut, aber das war abgesprochen und ich habe mich jetzt wieder aufgeregt."
  },
  {
    "start": 809.4,
    "end": 812.2,
    "text": "Also das war einfach intern geklärt und fertig."
  },
  {
    "start": 812.54,
    "end": 817.12,
    "text": "Dass Sie jetzt hier kein Öl ins Feuer gießen wollen, ist sehr verständlich."
  },
  {
    "start": 817.58,
    "end": 819.2,
    "text": "Also ich für meinen Teil musste lachen."
  },
  {
    "start": 820.1,
    "end": 827.3,
    "text": "Die angemessene Reaktion wäre, die einzig angemessene Reaktion wäre eine Bitte um Entschuldigung von Frau Reischke selbst gewesen, und zwar vor der Kamera."
  },
  {
    "start": 828.18,
    "end": 831.3,
    "text": "Meine Meinung, Nicole Dietmann vom ZDF-Hauptstadtstudio."
  },
  {
    "start": 831.52,
    "end": 833.64,
    "text": "Haben Sie mit der kürzlich mal Kontakt gehabt?"
  },
  {
    "start": 834.48,
    "end": 835.68,
    "text": "Naja, die kommt vom ZDF."
  },
  {
    "start": 835.78,
    "end": 836.6,
    "text": "Ich bin ja von der ARD."
  },
  {
    "start": 836.94,
    "end": 842.7,
    "text": "Wir sind programmlich getrennt, deswegen... Ja, besteht da jetzt, glaube ich, kein Bedarf?"
  },
  {
    "start": 842.86,
    "end": 843.36,
    "text": "Kein Bedarf."
  },
  {
    "start": 843.54,
    "end": 854.44,
    "text": "Frau Dieckmann nämlich hat auf X über sie geschrieben, wenn du für deinen Format damit wirbst, wer dich alles doof findet, bist du entweder innerlich noch ein Teenie oder dein Vertrauen in dich und deinem Produkt ist nicht besonders groß."
  },
  {
    "start": 855.5,
    "end": 856.86,
    "text": "Hat sie diese Kritik getroffen?"
  },
  {
    "start": 859.76,
    "end": 874.3,
    "text": "Also mich trifft vor allem oder ich mich wundert immer, warum einige... prominentere Frauen aus dem Journalismus auf mich eindreschen, wo ich mir immer denke, na ja, eigentlich sind es doch diejenigen, die sich immer dafür stark machen, Kolleginnen zu fördern und die zu unterstützen."
  },
  {
    "start": 874.4,
    "end": 877.0,
    "text": "Und das, ehrlich gesagt, habe ich irgendwie ein bisschen vermisst."
  },
  {
    "start": 877.46,
    "end": 886.38,
    "text": "Und es scheinen immer andere Regeln zu gelten, wenn jemand als Rechts gilt im Journalismus oder in der Politik, dann braucht man plötzlich nicht mehr anständig sein, man kann drauf rumhacken."
  },
  {
    "start": 886.48,
    "end": 898.82,
    "text": "Und ich finde auch irgendwie dieses innerlich noch ein Teenie, das ist halt auch irgendwie gemein, weil Klar, bin ich jetzt nicht unglaublich alt, aber ich weiß halt, wie die Zielgruppe funktioniert."
  },
  {
    "start": 899.18,
    "end": 913.82,
    "text": "Glauben Sie, da geht es in erster Linie um Politik, also dass zwei bekanntlich linke, prominente Journalistinnen ein Problem haben mit einer anders denkenden Kollegin, oder könnte das auch einfach Neid sein auf eine Frau, die deutlich jünger ist und gerade deutlich mehr Aufmerksamkeit erhält?"
  },
  {
    "start": 913.88,
    "end": 916.86,
    "text": "Also Frau Reschke ist U-Fünfzig und Frau Diegmann ist fast Fünfzig."
  },
  {
    "start": 917.06,
    "end": 918.98,
    "text": "Und sie sind, wie gesagt, einunddreißig Jahre alt."
  },
  {
    "start": 920.46,
    "end": 923.34,
    "text": "Boah, ob man jetzt neidisch auf mich sein muss, ich weiß es nicht."
  },
  {
    "start": 923.4,
    "end": 925.94,
    "text": "Also ich meine, ich krieg ja auch die negativen Seiten ab."
  },
  {
    "start": 926.08,
    "end": 930.24,
    "text": "Also das hat jetzt auch nicht immer nur Freudegetage zur Folge."
  },
  {
    "start": 931.02,
    "end": 933.66,
    "text": "Ich glaube, denn den passen meine politische Einstellung nicht."
  },
  {
    "start": 933.86,
    "end": 935.24,
    "text": "Das ist, glaube ich, schon der Hauptgrund."
  },
  {
    "start": 935.48,
    "end": 941.2,
    "text": "Und ich glaube, dass sehr viele auch im öffentlich-rechtlichen der Meinung sind, man berichtet ja schon ausgewogen."
  },
  {
    "start": 941.26,
    "end": 946.82,
    "text": "Und sowas wie unser Format braucht es ja nicht, weil wir schon genug ja kontroverse Positionen abbilden."
  },
  {
    "start": 947.28,
    "end": 956.0,
    "text": "Und das kann man vielleicht, wenn man links der Mitte angesiedelt ist, so sehen, weil man glaubt, der politische Diskurs, der verläuft irgendwie von Mitte bis Mitte links, weil man das irgendwie einteilt."
  },
  {
    "start": 956.44,
    "end": 957.62,
    "text": "Das ist links und das ist rechts."
  },
  {
    "start": 957.72,
    "end": 967.72,
    "text": "Aber wenn man woanders steht, weiß man eben, dass ein sehr großen Teil der politischen Positionen unter den Tisch fällt und nicht adäquat abgebildet wird."
  },
  {
    "start": 968.1,
    "end": 979.54,
    "text": "Also ich weiß natürlich auch, dass sehr sehr viele Leute in der Bevölkerung meine Meinung teilen und dass ich mich da nicht verstecken muss und dass ich auch fern bin von jedem Extremismus und mich ja noch nicht mal positiv gegenüber der AfD verhalte."
  },
  {
    "start": 979.68,
    "end": 983.4,
    "text": "Also ich finde die Partei ja auch... Ja, schrecklich."
  },
  {
    "start": 983.46,
    "end": 990.16,
    "text": "Und auch die Vertreter dieser Partei finde ich auch schrecklich, obwohl ich natürlich durchaus verstehen kann, warum Leute mittlerweile dazu neigen, diese Partei zu wählen."
  },
  {
    "start": 990.52,
    "end": 1000.08,
    "text": "Und dass so jemand wie ich sozusagen, der ja eigentlich von seinen Positionen noch sehr moderat ist, dass ich dann so geframed werde, sozusagen von der anderen Seite, von der linken Seite, dass ich ja schon total rechts bin."
  },
  {
    "start": 1000.92,
    "end": 1003.24,
    "text": "Das verwundert mich immer wieder."
  },
  {
    "start": 1003.46,
    "end": 1006.66,
    "text": "Und daran sieht man ja auch, dass da was verrutscht ist in den letzten Jahren im Diskurs."
  },
  {
    "start": 1007.52,
    "end": 1011.48,
    "text": "Was wird denn mehr weh, die Angriffe von draußen oder aus dem eigenen Betrieb?"
  },
  {
    "start": 1013.82,
    "end": 1021.3,
    "text": "Ja, schon aus dem eigenen Betrieb, aus dem eigenen Haus, weil natürlich erwartet man, dass Kollegen hinter einem stehen."
  },
  {
    "start": 1021.94,
    "end": 1031.56,
    "text": "Ich glaube, dass es oft natürlich die Rechtfertigung von manch einem ist, dass sie das Gefühl haben, dass ich mich der Nestbeschmutzerei schuldig mache, was im öffentlich-rechtlichen angeht."
  },
  {
    "start": 1032.04,
    "end": 1033.38,
    "text": "Dabei ist eigentlich das Gegenteil der Fall."
  },
  {
    "start": 1034.619,
    "end": 1043.04,
    "text": "Ich finde schon, dass ich dazu beitrage, den öffentlich-rechtlichen zu retten, weil wir ja schon merken, dass wir in den letzten Jahren viele Leute verloren haben."
  },
  {
    "start": 1043.3,
    "end": 1050.86,
    "text": "Und wenn das politische Klima noch weiter kippt, dann glaube ich, dass die Diskussion um starke Kürzungen und Abschaffungen noch viel größer werden wird."
  },
  {
    "start": 1051.26,
    "end": 1059.86,
    "text": "Und wenn dann nicht jemand mal den Finger hebt für die andere Seite der Bevölkerung, die sich nicht abgebildet fühlt, dann glaube ich, dann rellen wir irgendwann gegen die Wand."
  },
  {
    "start": 1060.72,
    "end": 1066.88,
    "text": "Jetzt würde ich sagen, dass eine Diskussion über die Größe und die Kosten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland durchaus angebracht ist."
  },
  {
    "start": 1066.94,
    "end": 1069.38,
    "text": "Es ist der teuerste öffentlich-rechtliche Rundfunk der Welt."
  },
  {
    "start": 1069.98,
    "end": 1073.32,
    "text": "Aber kommen wir noch mal zur Kritik und ihren ersten Erfahrungen damit."
  },
  {
    "start": 1073.5,
    "end": 1076.6,
    "text": "Also, Sie haben es ja schon erwähnt, Sie sind Gegenwehr durchaus gewohnt."
  },
  {
    "start": 1076.78,
    "end": 1082.14,
    "text": "Ihr allererster Shitstorm, der fegte nach einem kritischen Kommentar zum Thema Gendern."
  },
  {
    "start": 1082.2,
    "end": 1098.62,
    "text": "Ich glaube, es war, es war, es war, es war, es war, es war, es war, es war, es war, es war, es war, es war, es war, es war, es war, es war, es war, es war, es war, es war, es war, es war, es war, es war, es war, es war, es war, es war, es war, es war, es war, es war, es war, es war, es war, es war, es war, es war, Und ein Beitrag, der besonders viel Aufmerksamkeit erregt hat, war dann in den Tagesthemen zur Migrationspolitik der damaligen Ampel-Regierung geäußert."
  },
  {
    "start": 1098.7,
    "end": 1099.56,
    "text": "Ich spiel's mal ein."
  },
  {
    "start": 1100.24,
    "end": 1108.18,
    "text": "Und zum Kabinettsbeschluss, abgelehnte Asylbewerber schneller abzuschieben, hat Julia Huss vom Bayerischen Rundfunk folgende Meinung."
  },
  {
    "start": 1109.22,
    "end": 1112.78,
    "text": "Na immerhin, die Ampel-Regierung ringt sich durch zu mehr Vernunft."
  },
  {
    "start": 1113.32,
    "end": 1116.48,
    "text": "Sie will abgelehnte Asylbewerber jetzt konsequenter abschieben."
  },
  {
    "start": 1116.98,
    "end": 1117.42,
    "text": "Respekt."
  },
  {
    "start": 1117.88,
    "end": 1123.94,
    "text": "Allein diese Schlagzeile dürfte beim Wähler-Klientel der grünen und offenherzigen Schnappatmung auslösen."
  },
  {
    "start": 1124.84,
    "end": 1128.68,
    "text": "Ich habe den Beitrag gesehen und war wie viele erstaunt."
  },
  {
    "start": 1129.06,
    "end": 1133.72,
    "text": "Nicht, dass es Leute wie Sie im öffentlich-rechtlichen Notwurf gibt, die sich ein anderer Asylpolitik wünschen."
  },
  {
    "start": 1134.52,
    "end": 1137.46,
    "text": "Zehntausenden Mitarbeitern muss es ja auch ein paar nicht link gegeben."
  },
  {
    "start": 1137.62,
    "end": 1145.82,
    "text": "Aber ich war erstaunt, dass eine Vertreterin dieser Minderheit ihre Meinung so prominent äußern durfte im Programm in den Tagesthemen."
  },
  {
    "start": 1146.2,
    "end": 1147.04,
    "text": "Wie kam es denn dazu?"
  },
  {
    "start": 1148.92,
    "end": 1149.96,
    "text": "Also ich war auch überrascht."
  },
  {
    "start": 1150.06,
    "end": 1154.66,
    "text": "Ich wurde angerufen von der Chefredaktion, ob ich nicht Bock hätte, einen Kommentar zu sprechen."
  },
  {
    "start": 1154.7,
    "end": 1156.34,
    "text": "Und dann sage ich natürlich nicht nein."
  },
  {
    "start": 1156.8,
    "end": 1162.68,
    "text": "Jetzt unterstelle ich mal, dass sich manche Leute dort bei uns im Haus auch gedacht haben, wie ich zu dem Thema stehe."
  },
  {
    "start": 1162.86,
    "end": 1168.48,
    "text": "Also hat man wohl damit rechnen können, dass ich jetzt nicht hier ein Loblied auf Legalemigration singe."
  },
  {
    "start": 1169.12,
    "end": 1176.96,
    "text": "Also habe ich mich jetzt nicht in die... ARD und die Tagesthemen geputscht, sondern das war durchaus, ja, Wille des Hauses offenbar."
  },
  {
    "start": 1177.22,
    "end": 1197.5,
    "text": "Aber man muss jetzt auch dazu sagen, bislang habe ich in meinem Leben auch nur zwei Tagesthemen Kommentare gesprochen, also es ist nicht so, dass ich jetzt jeden Tag hier gefragt werde, was mich auch ein bisschen ärgert, dass es irgendwie so, ja, dass man da immer nur gefragt wird, wenn es irgendwie gerade offenbar niemand anderes gibt oder ja, ich mir dann auch natürlich am Ende die Frage gestellt habe, ob das so schlau war von mir, sich da so stark zu äußern."
  },
  {
    "start": 1198.1,
    "end": 1202.56,
    "text": "Obwohl ich sagen muss, es wäre wahrscheinlich total feige, wenn man wenn man sich weichwaschen lässt."
  },
  {
    "start": 1202.88,
    "end": 1220.9,
    "text": "Aber ich merke selber, also ich weiß nicht, vielleicht kennen sie das ja auch aus ihrem Beruf, umso länger man bei einem Arbeitgeber ist, umso mehr versteht man natürlich auch die Mechanismen im Haus, wie man mit welchen Kommentaren, mit welchen Aussagen auf die Füße tritt und umso mehr... wäscht man sich selber weich."
  },
  {
    "start": 1221.32,
    "end": 1237.56,
    "text": "Und ich glaube, also das Gute war eben jetzt auch bei dem Gender-Kommentar, da war ich noch im Volontariat oder auch bei dem Migrationskommentar, dass ich da noch nicht so viel Ahnung hatte, wie das Haus funktioniert und dann aus so einer gewissener Ibität heraus einfach Dinge gemacht habe, ohne zu wissen, was ich damit anrichte."
  },
  {
    "start": 1238.08,
    "end": 1253.26,
    "text": "Und das vermisse ich manchmal jetzt, weil ich mich selber dabei erwische, dass ich mir denke, ah, da wird sich ja bei dieser und jener beschweren und das könnte dem wieder nicht so gefallen, weil ich glaube... umso länger man im Haus ist, wird es umso schwerer, sich frei zu machen von all diesen Zwängen."
  },
  {
    "start": 1254.34,
    "end": 1258.86,
    "text": "Sie wissen jetzt, Frau Rechke schaut so, Frau Dieckmann schaut so, alle schauen so, wenn sie was sagen."
  },
  {
    "start": 1258.92,
    "end": 1258.96,
    "text": "Ja,"
  },
  {
    "start": 1259.2,
    "end": 1259.7,
    "text": "zum Beispiel."
  },
  {
    "start": 1259.76,
    "end": 1275.94,
    "text": "Also, das klingt jetzt so, als würde ich hier so halb kapitulieren, aber eigentlich, ja, ich wollte jetzt nur erklären, warum es, glaube ich, für viele Leute die lange in einem... öffentlich-rechtlichen System und auch lange bei einem Arbeitgeber sind, dass es da eher schwerer wird, mit solchen Dingen aufzutreten."
  },
  {
    "start": 1276.02,
    "end": 1281.08,
    "text": "Und wenn man frisch dabei ist, dann hat man eine gewisse kindliche Naivität, aber das ist nur positiv."
  },
  {
    "start": 1281.82,
    "end": 1286.38,
    "text": "Über die Größe und die Kosten des öffentlich-rechtlichen Rundwuncks haben wir gerade schon kurz gesprochen."
  },
  {
    "start": 1286.54,
    "end": 1289.8,
    "text": "Jetzt kommt die weltanschauliche Homogenität dazu."
  },
  {
    "start": 1290.94,
    "end": 1298.38,
    "text": "Die Berichterstattung, Sie haben es ja selbst gesagt, ist mit sehr wenigen Ausnahmen stark links bis stramm links gefärbt."
  },
  {
    "start": 1298.62,
    "end": 1300.2,
    "text": "Wie konnte das eigentlich passieren?"
  },
  {
    "start": 1300.54,
    "end": 1307.92,
    "text": "Also wie konnte sich dieses System so weit von den politischen Meinungen, die es in der Bevölkerung gibt, entkoppeln?"
  },
  {
    "start": 1310.82,
    "end": 1314.1,
    "text": "Also ich würde es nicht sagen, dass es eine ganz starke linke Übermacht gibt."
  },
  {
    "start": 1314.16,
    "end": 1317.02,
    "text": "Aber man spürt sie schon oder sie ist auf jeden Fall da."
  },
  {
    "start": 1317.58,
    "end": 1327.04,
    "text": "Und meines Erachtens liegt es daran, dass man... dass man in den letzten Jahren halt sehr viele Journalisten Nachwuchs hatte, der sich eben auf der linken Seite gesehen hat."
  },
  {
    "start": 1327.28,
    "end": 1335.38,
    "text": "Also es strömen ganz wenige vom Nachwuchs in die Medien oder jetzt gerade zum uns beim Öffentlich-Rechtlichen, die sich eher als konservativ oder liberale einordnen."
  },
  {
    "start": 1335.82,
    "end": 1344.36,
    "text": "Dadurch, weil ich das ja auch mitbekommen habe im Studium von vielen Leuten, die sich überlegt hatten, in den Journalismus zu gehen, die waren alle aus den Sozialwissenschaften."
  },
  {
    "start": 1344.46,
    "end": 1352.28,
    "text": "Also die ganzen Juristen und BWL'er, die hat es dann zu privaten Unternehmen oder Kanzleien verschlagen und da verdient man natürlich auch viel besser Geld."
  },
  {
    "start": 1352.34,
    "end": 1358.06,
    "text": "Man hat eine bessere Absicherung und das sind alles Dinge, die im Journalismus generell eher ragesät sind."
  },
  {
    "start": 1358.22,
    "end": 1364.96,
    "text": "Und du weißt halt einfach am Ende nicht, wo du landest und ob du damit auch eine Familie oder so finanzieren kannst."
  },
  {
    "start": 1365.32,
    "end": 1370.96,
    "text": "Ich verstehe, warum man diese Form der Unsicherheit nicht haben will, dass man nicht der Charakter ist dafür."
  },
  {
    "start": 1371.08,
    "end": 1382.98,
    "text": "Das sind, glaube ich, Leute auf der linken Seite, die stecken sowas eher weg, weil sie eher getrieben sind von idealistischen Motiven und von diesem"
  },
  {
    "start": 1383.02,
    "end": 1383.92,
    "text": "Weltverbesserungshabitus."
  },
  {
    "start": 1383.96,
    "end": 1397.48,
    "text": "Ja, das Problem an diesem Weltverbesserungshabitus, der sich durchs Programm zieht, ist ja... Also wenn das jetzt ein privat wirtschaftlicher Betrieb wäre, dann könnte jeder entscheiden, zahl ich dafür Geld oder nicht und wenn ich das doof finde, dann zahl ich halt nicht dafür."
  },
  {
    "start": 1398.08,
    "end": 1400.28,
    "text": "Aber den öffentlich-rechtlichen Rundfunk müssen eben alle bezahlen."
  },
  {
    "start": 1400.56,
    "end": 1410.1,
    "text": "Auch die konservativen und die liberalen und deren Überzeugung, das ist ja der Hauptkritikpunkt, die werden im laufenden Programm ständig attackiert, veralbert, verzehrt dargestellt."
  },
  {
    "start": 1411.12,
    "end": 1416.62,
    "text": "Aktuelles Beispiel, als jetzt der konservative amerikanische Aktivist Charlie Kirk ermordet wurde."
  },
  {
    "start": 1417.72,
    "end": 1424.46,
    "text": "Da wurde er im öffentlich-rechtlichen Rundfunk bei etlichen Anlässen als Menschenfeind verunglimpft."
  },
  {
    "start": 1424.54,
    "end": 1427.68,
    "text": "Ihm wurden Dinge unterstellt, die er nie so gesagt hat."
  },
  {
    "start": 1428.6,
    "end": 1430.02,
    "text": "Nehmen wir an, Sie werden das auch mitbekommen."
  },
  {
    "start": 1430.16,
    "end": 1430.92,
    "text": "Was seien Sie dazu?"
  },
  {
    "start": 1431.76,
    "end": 1434.98,
    "text": "Das ist doch ein journalistisches Totalversagen an ganz vielen Stellen gewesen."
  },
  {
    "start": 1435.02,
    "end": 1440.28,
    "text": "Ja, ich finde es schwierig, weil ich glaube, dass die wenigsten jetzt hier in Deutschland wissen, wie Charlie Kirk aufgetreten ist."
  },
  {
    "start": 1440.4,
    "end": 1460.7,
    "text": "Ich habe ihn jetzt auch nicht direkt verfolgt, habe hin und wieder mal ein Video gesehen und jetzt im Nachgang nach der Berichterstattung zu seinem Tod habe ich natürlich viele Ausschnitte auch gesehen, dass er ja wirklich mit politisch Andersgesinnten da ins Gespräch gegangen ist und mit denen diskutiert hat und das ja eigentlich auch immer auf eine sehr angenehme Art und Weise stattgefunden hat."
  },
  {
    "start": 1460.88,
    "end": 1462.7,
    "text": "Das finde ich dann, es wird im Ganzen nicht gerecht."
  },
  {
    "start": 1462.76,
    "end": 1469.42,
    "text": "Und ich glaube, das, was sie am meisten Wellen geschlagen hat, war das Zitat von wegen, er hätte die Steinigung von Homosexuellen gefordert."
  },
  {
    "start": 1469.68,
    "end": 1470.92,
    "text": "Das ist halt so ein krasser Vorwurf."
  },
  {
    "start": 1471.24,
    "end": 1473.54,
    "text": "Ich verstehe nicht, warum man den nicht doppelt und dreifach checkt."
  },
  {
    "start": 1473.86,
    "end": 1481.86,
    "text": "Das Zitat, was Sie gerade erwähnt haben, dass der Charlie Kirk die Steinigung von Homosexuellen gefordert habe, das war halt tatsächlich krass aus dem Kontext gerissen."
  },
  {
    "start": 1483.0,
    "end": 1486.82,
    "text": "Und er hat sicherlich einige fundamentalistische christliche Überzeugungen."
  },
  {
    "start": 1487.54,
    "end": 1497.78,
    "text": "Aber ganz vieles, was ihm vorgeworfen würde, dass er Rassist sei, dass er Sexist sei, dass er ethnische Minderheiten verachtet, das lässt sich halt überhaupt nicht aus seinen Worten herleiten."
  },
  {
    "start": 1498.42,
    "end": 1513.44,
    "text": "Und wenn man da wirklich ein prominenter Stelle im Programm mit von sehr, sehr erfahrenen Kollegen, die sicherlich in einer kurzen Zeit sich nur mit ihm und seiner Person auseinandersetzen konnten, aber dann so daneben langt, also... Das finde ich schon krass, also das habe ich wirklich erschrocken."
  },
  {
    "start": 1514.2,
    "end": 1522.0,
    "text": "Macht Ihnen denn so die Stimmung in den letzten Tagen im Netz, was Sie so mitkriegen nach diesem Attentat, macht Ihnen das Sorgen?"
  },
  {
    "start": 1523.62,
    "end": 1528.04,
    "text": "Ja, also es ist halt immer so, dass es wird ja der anderen Seite immer das Böseste unterstellt."
  },
  {
    "start": 1528.38,
    "end": 1536.14,
    "text": "Also auch bei Charlie Kirk, da passt ja alles so, nach dem Motus passt alles zusammen, der ist Trump-Anhänger, also muss er ja für solche krassen Positionen sein."
  },
  {
    "start": 1536.54,
    "end": 1540.28,
    "text": "Und auch mir wird ja manchmal von irgendwelchen Linken dann irgendwie auf Social Media nachgesagt."
  },
  {
    "start": 1540.34,
    "end": 1547.22,
    "text": "Ich müsste doch, wenn ich konservativ sein, müsste ich doch dafür sein, dass ich überhaupt gar nicht mehr meinen Beruf ausübe und so das Heimchen am Herd spiele."
  },
  {
    "start": 1547.76,
    "end": 1553.8,
    "text": "Und da falle ich immer aus allen Wolken, weil ich mich frage, was ist denn... mit der politischen Bildung passiert."
  },
  {
    "start": 1554.18,
    "end": 1559.74,
    "text": "Also warum glauben offenbar Leute auf der linken Seite so krasse Dinge über die politische Gegenseite?"
  },
  {
    "start": 1560.7,
    "end": 1563.3,
    "text": "Und ich glaube schon, dass das auch eine Stimmung anheizt."
  },
  {
    "start": 1563.36,
    "end": 1576.14,
    "text": "Also dass, wenn man den rechten oder den extremen rechten vorwirft, dass sie das gesellschaftliche Klima schaffen, damit solche Übergriffe oder solche Gewalttaten auf Politiker zum Beispiel erst passieren."
  },
  {
    "start": 1576.2,
    "end": 1587.88,
    "text": "Da muss man sich auch fragen, ob nicht an dem Satz von Donald Trump auch was dran sein könnte, als er sagte, dass auch die Linke es sehr stark übertrieben hat und den Hass geschürt hat auf die Republikaner."
  },
  {
    "start": 1588.9,
    "end": 1592.88,
    "text": "Da sehe ich manchmal so ein bisschen, dass man sich selber zu wenig an die eigene Nase fasst."
  },
  {
    "start": 1592.94,
    "end": 1596.72,
    "text": "Und ich glaube, das bringt halt einfach nichts, wenn man in diesen Freund-feind-Denken verhaftet bleibt."
  },
  {
    "start": 1596.78,
    "end": 1604.5,
    "text": "Und das, was uns ja vollkommen verloren geht, ist so die moderierende Mitte, weil du ja sofort in den Lager reingesteckt wirst, links oder rechts."
  },
  {
    "start": 1604.72,
    "end": 1610.88,
    "text": "Das ist ja das, was eigentlich nicht passieren soll und was wir ja hoffentlich nicht übernehmen werden aus den USA."
  },
  {
    "start": 1611.24,
    "end": 1611.28,
    "text": "Ja,"
  },
  {
    "start": 1612.18,
    "end": 1618.46,
    "text": "wenn der politische Kontrahent irgendwann als Feind markiert wird, den es zu bekämpfen gilt, dann ist das politische Gespräch zu Ende."
  },
  {
    "start": 1619.32,
    "end": 1625.86,
    "text": "Braucht er öffentliche, rechtliche Rundfunk jetzt mal zurück nach Deutschland, braucht er, ihrer Meinung nach, ein Diversity-Programm."
  },
  {
    "start": 1625.96,
    "end": 1631.02,
    "text": "Also jetzt nicht für sexuelle Vorlieben und Hautfarben, sondern für politische und soziale Diversität."
  },
  {
    "start": 1632.7,
    "end": 1638.82,
    "text": "Also meine erste Reaktion wäre dafür ja dringend, aber dann ist die zweite Sache ja, wie setzt man das um?"
  },
  {
    "start": 1639.44,
    "end": 1648.3,
    "text": "Und das einzige, was da wahrscheinlich funktionieren würde, wäre so eine Art Gesinnungsprüfung am Anfang von Volontariat oder am Anfang von der Einstellung von Leuten."
  },
  {
    "start": 1648.38,
    "end": 1650.3,
    "text": "und ehrlich gesagt will man das."
  },
  {
    "start": 1650.74,
    "end": 1660.46,
    "text": "Also ich würde sowas nicht wollen, dass die Leute da irgendwie in Fragebogen ausfüllen müssen oder dass man sie auf Herz und Nieren prüft, wie politisch sie eingestellt oder auf welcher Seite sie eingestellt sind."
  },
  {
    "start": 1661.38,
    "end": 1678.1,
    "text": "Ich hoffe natürlich, dass zum Beispiel, wenn Leute... Präsent, also zum Beispiel ich, wenn Leute, die offensichtlich jetzt sich nicht auf der linken Seite verorten, wenn die etwas präsenter sind, dass das Leute auch anzieht, die sich dann extra aus diesen Motiven, weil sie sagen, da gibt es ja Platz für mich, dass die sich dann auch bei uns bewerben."
  },
  {
    "start": 1678.64,
    "end": 1684.36,
    "text": "Aber ich bin da schon sehr kritisch eingestellt, was zur Prüfung von Weltanschauungen angeht."
  },
  {
    "start": 1684.44,
    "end": 1694.2,
    "text": "Also weil ich zum Beispiel auch jetzt total abwegig finde, wenn man Leute danach fragen würde, was für eine sexuelle Orientierung sie haben zum Beispiel, da musstest du ja praktisch damit hausieren gehen in den letzten Jahren."
  },
  {
    "start": 1694.46,
    "end": 1699.12,
    "text": "damit es dir zum Vorteil gemacht wird, damit das heißt, wir haben jetzt auch ein paar queere Bewerber oder so."
  },
  {
    "start": 1699.46,
    "end": 1707.36,
    "text": "Das finde ich genauso lächerlich und wünsche mir auch, dass es jetzt nicht bei Geschlechtern Mann, Frau, wer wird da aufgenommen, dass es da eigentlich auch nur ums Können geht."
  },
  {
    "start": 1707.72,
    "end": 1719.34,
    "text": "Obwohl wir da zum Beispiel gerade im Schnellismus das Problem haben, dass es viel zu viele Frauen gibt und dann müsste es eigentlich schon fast eine Männerkote geben, dass man sagt, man nimmt jetzt noch ein paar Jungs auf, damit es halt ein bisschen... Diverse wird."
  },
  {
    "start": 1719.74,
    "end": 1724.42,
    "text": "Ja, um das nur einmal kurz zu veranschaulichen, wer sind denn die Leute, die da arbeiten?"
  },
  {
    "start": 1724.48,
    "end": 1729.06,
    "text": "Es gab von ein paar Jahren meine Umfrage unter den Volontären der ARD, die werden sie kennen."
  },
  {
    "start": 1729.2,
    "end": 1733.04,
    "text": "Da kam raus, dass zweiundneunzig Prozent linke Parteien präferieren."
  },
  {
    "start": 1733.2,
    "end": 1737.28,
    "text": "CDU und CSU kamen in der Umfrage auf drei Prozent."
  },
  {
    "start": 1737.74,
    "end": 1743.24,
    "text": "Und wenn man nun bedenkt, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk-Quar-Staatsvertrag den Auftrag hat, die ganze Breite."
  },
  {
    "start": 1744.26,
    "end": 1747.46,
    "text": "des politischen Diskurses abzudecken, dann sind das wirklich verrückte Zahlen."
  },
  {
    "start": 1747.56,
    "end": 1751.14,
    "text": "Also wie sollen denn die Programme, die heute schon eine Schlagseite haben?"
  },
  {
    "start": 1751.86,
    "end": 1755.08,
    "text": "Erst dann aussehen, wenn diese Leute dann die Redaktionen und die Sender leiten."
  },
  {
    "start": 1755.24,
    "end": 1755.92,
    "text": "Ja, das stimmt."
  },
  {
    "start": 1756.18,
    "end": 1765.88,
    "text": "Aber ich würde schon unterstellen, dass die Leute, die sich jetzt noch im jungen Alter noch als sehr links einstufen, dass die vielleicht ein paar Jahre später das auch nicht mehr so in dieser Trastik sind."
  },
  {
    "start": 1766.58,
    "end": 1768.96,
    "text": "Auch ich habe im Volontariat ein paar Stimmen von Norman."
  },
  {
    "start": 1769.02,
    "end": 1776.32,
    "text": "Am Anfang findet man Steuern natürlich total toll und so mehr Steuern die Leute zahlen, desto besser, weil es kommt ja dem allgemein wohl zu gut."
  },
  {
    "start": 1776.44,
    "end": 1792.96,
    "text": "Wenn man dann aber merkt, dass wenn man dann nach dem Volo auch mal mehr Geld verdient, dass das von einem selber ganz viel abgezogen wird, dann tritt man plötzlich aus der Kirche aus wegen der Steuer, weil so viel will man an den Start ja nicht abdrücken und beschwert sich dann auch so hinter vorgehaltener Hand, obwohl man ja eigentlich für große Umverteilung ist."
  },
  {
    "start": 1793.56,
    "end": 1804.22,
    "text": "Und da, denke ich mir auch immer, bricht dann so ein bisschen die Realität ein ins Weltbild, weil man merkt, das Geld muss ja irgendwo herkommen und vielleicht ist man dasselbe, der das Ganze erwirtschaftet."
  },
  {
    "start": 1804.38,
    "end": 1807.24,
    "text": "Nichts ist toller als das Geld anderer Leute, wenn man selbst davon lebt."
  },
  {
    "start": 1808.24,
    "end": 1817.86,
    "text": "Frau Russ, in den deutschen Leitmedien sind mittlerweile viele große, auffallend ähnliche Porträts über sie erschienen, im Spiegel, in der Zeit, in der Süddeutschen."
  },
  {
    "start": 1818.84,
    "end": 1826.36,
    "text": "Mir ist aufgefallen, dass sind Texte von Autorinnen und Autoren, die sehr oft so jung sind wie sie oder sogar noch jünger."
  },
  {
    "start": 1826.6,
    "end": 1834.36,
    "text": "Und man hat so beim Lesen den Eindruck, da möchte dann der Autor oder die Autorin eine Altersgenossin irgendwie entlarven."
  },
  {
    "start": 1834.52,
    "end": 1849.12,
    "text": "Also Spiegel in der Zeit in der Süddeutschen, da hatte ich jedes Mal den Eindruck, dass... die davon ausgegangen sind, dass sie nur deshalb so schnell Karriere gemacht hätten, weil sie eben im öffentlich-rechtlichen Rundfunk konservativ sein oder sich als Konservative gut zu verkaufen müssten."
  },
  {
    "start": 1849.34,
    "end": 1851.44,
    "text": "Ist da was dran?"
  },
  {
    "start": 1851.8,
    "end": 1859.02,
    "text": "Haben Sie nur eine Marktlücke entdeckt, die Sie jetzt sehr erfolgreich bespielen oder fühlen Sie sich davon richtig"
  },
  {
    "start": 1859.1,
    "end": 1859.34,
    "text": "wiedergegeben?"
  },
  {
    "start": 1859.38,
    "end": 1862.9,
    "text": "Also ich bin natürlich so, ich denke auch so, wie ich das nach außen trage."
  },
  {
    "start": 1863.12,
    "end": 1865.24,
    "text": "Ich glaube, sonst würde es auch sehr schwer werden."
  },
  {
    "start": 1865.92,
    "end": 1875.2,
    "text": "Aber dass ich diese Marktlücke natürlich gesehen habe und dass ich auch deswegen so schnell so viel bekommen habe, wie ein eigenes Format jetzt zum Beispiel, auch wenn wir nicht wissen, ob es jetzt weitergeht."
  },
  {
    "start": 1875.62,
    "end": 1880.1,
    "text": "Natürlich, also da würde ich jetzt auch lügen, wenn ich sagen würde, denn das hat mir überhaupt nicht geholfen."
  },
  {
    "start": 1880.24,
    "end": 1889.64,
    "text": "Weil letztlich geht es ja darum, wenn offenbar in der Bevölkerung so viele sagen, der Öffentlich-Rechtliche berichtet nicht mehr ganz so neutral, wie er sollte oder die Konservativen werden nicht abgeholt."
  },
  {
    "start": 1889.68,
    "end": 1894.18,
    "text": "Da muss man jetzt wirklich kein Prophet sein, um zu sagen, dass es da dringend Leute braucht."
  },
  {
    "start": 1894.32,
    "end": 1899.62,
    "text": "Und ich glaube auch, da braucht es mehr als nur ein Gesicht, sondern einige, die sich da auf der Seite positionieren."
  },
  {
    "start": 1899.66,
    "end": 1905.64,
    "text": "Und man muss auch sagen, es gibt deutlich mehr Konservative, als man das jetzt vielleicht meinen mag im öffentlich-rechtlichen."
  },
  {
    "start": 1905.84,
    "end": 1908.76,
    "text": "Aber die Frage ist ja auch immer, ja, tritt man in die Öffentlichkeit damit?"
  },
  {
    "start": 1909.14,
    "end": 1909.7,
    "text": "Oder macht"
  },
  {
    "start": 1909.78,
    "end": 1910.0,
    "text": "man einfach"
  },
  {
    "start": 1910.04,
    "end": 1910.46,
    "text": "keinen Job?"
  },
  {
    "start": 1911.04,
    "end": 1912.7,
    "text": "Ist das ein Geheimnis?"
  },
  {
    "start": 1914.28,
    "end": 1918.76,
    "text": "Es gibt einfach Leute, die machen halt einfach ihren Job und die machen dann einfach ihre Nachrichtenbeiträge."
  },
  {
    "start": 1919.1,
    "end": 1927.32,
    "text": "Und so neutral, wie es halt ihr journalistischer Ethos das ihnen aufträgt, dann fällt es ja nicht groß auf oder dann regt sich auch niemand groß darüber auf."
  },
  {
    "start": 1927.84,
    "end": 1938.5,
    "text": "Und ich glaube trotzdem, dass halt die Zeit reif ist, dass man deutlich ein Signal sendet, hey, die haben verstanden, dass da gerade was falsch läuft und wir navigieren ein bisschen in die andere Richtung sozusagen."
  },
  {
    "start": 1939.48,
    "end": 1943.14,
    "text": "Sie haben ihr erstes Buch gerade auf den Markt gebracht."
  },
  {
    "start": 1943.36,
    "end": 1946.46,
    "text": "Links, grüne Meinungsmacht, die Spaltung unseres Landes."
  },
  {
    "start": 1946.62,
    "end": 1952.76,
    "text": "Es ist natürlich, ich würde sagen, natürlich und wenig überraschen sofort auf die Bestseller-Listen-Geras."
  },
  {
    "start": 1952.96,
    "end": 1960.08,
    "text": "Ein Satz darin lautet, der Bruch in der Gesellschaft von dem ständig die Rede ist, ist auch zu einem medialen Bruch geworden."
  },
  {
    "start": 1960.2,
    "end": 1961.96,
    "text": "Können Sie das nochmal kurz erklären, den Satz?"
  },
  {
    "start": 1963.04,
    "end": 1977.48,
    "text": "Ja, weil ich schon merke, auch anhand von den Zuschriften, die mich erreichen, dass viele Leute, dadurch, dass sie sagen, die etablierten Medien, die würden nicht mehr alles abbilden an Themen und an Positionen, deswegen seien sie abgewandert zu alternativen Medien."
  },
  {
    "start": 1977.62,
    "end": 1992.18,
    "text": "Also natürlich, die berühmte, der jetzt mittlerweile ist, natürlich News von Reichelt, das ziemlich groß geworden ist, aber auch YouTube-Kanäle, Influencer, Portale wie Tichys Einblick, das ich jetzt auch noch nicht so kritisch finde, Reitschuster.de, was ich immer sehr geifern finde."
  },
  {
    "start": 1992.56,
    "end": 1999.04,
    "text": "wenn ich drauf gehe, dann vieles, was in der Corona-Zeit entstanden ist, der Fernsehsender auf eins zum Beispiel."
  },
  {
    "start": 1999.46,
    "end": 2005.22,
    "text": "Wo ich auch sagen muss, das ist wahrscheinlich schon in extremistischen Gefilden irgendwann oder muss man vorsichtig sein."
  },
  {
    "start": 2005.74,
    "end": 2015.62,
    "text": "Und das sehe ich halt als Problem, weil die Leute dann sagen, ich kriege die Wahrheit, sozusagen nicht mehr bei euch, sondern ich muss woanders hin abwandern und dann vertrauen die nur noch alternativen Quellen."
  },
  {
    "start": 2015.7,
    "end": 2017.7,
    "text": "Also sie sagen, sie wählen alternative Parteien."
  },
  {
    "start": 2018.26,
    "end": 2021.14,
    "text": "die AfD und vertrauen dem Establishment nicht mehr."
  },
  {
    "start": 2021.42,
    "end": 2030.58,
    "text": "Und so machen sie dieselbe auf der medialen Seite halt auch, dass sie sagen, alles was etabliert ist an Medien, die alten Leitmedien, den traue ich nicht mehr, weil die belügen uns und die sind gesteuert von der Regierung."
  },
  {
    "start": 2031.04,
    "end": 2032.64,
    "text": "Und das ist natürlich auch wiederum Quatsch."
  },
  {
    "start": 2032.9,
    "end": 2041.16,
    "text": "Also natürlich ist dieses Körnchen Wahrheit, dass sie... entdeckt haben, dass wir vielleicht zu unkritisch mit gewissen Strömen gewesen sind die letzten Jahre."
  },
  {
    "start": 2041.56,
    "end": 2056.62,
    "text": "Das ist halt Wasser auf die Mühlen, was halt die die alternativen Medien dann finde ich halt instrumentalisieren und groß machen und dann auch noch ständig einprügeln auf uns als öffentlich-rechtlichen Wohnfunk und auch auf alle etablierten Medien allgemein."
  },
  {
    "start": 2056.699,
    "end": 2060.52,
    "text": "Also ich finde Medienkritik kann man schon machen, aber das muss halt irgendwie noch Stil haben."
  },
  {
    "start": 2060.659,
    "end": 2066.639,
    "text": "Also ich finde, es gibt einfach vieles, was ich lese, wo ich merke, das ist an Haaren herbeigezogen oder das finde ich dann finde ich einfach zu klappt."
  },
  {
    "start": 2066.92,
    "end": 2073.38,
    "text": "Und das halt ich für... großes Problem auch für unsere Demokratie, wenn wir halt so zersplittern in der Öffentlichkeit."
  },
  {
    "start": 2073.46,
    "end": 2084.639,
    "text": "Also wenn die einen sich nur noch bei alternativen Medien informieren oder Social Media und die anderen sagen ja die Zeit und die Welt, das sind auch vertrauenswürdige Medien oder öffentlich-rechtliche auch."
  },
  {
    "start": 2085.12,
    "end": 2089.699,
    "text": "Also du hast dann eine Spaltung auch auf der medialen Seite und das kann man in meinen Augen, kann man das nicht wollen."
  },
  {
    "start": 2089.76,
    "end": 2106.08,
    "text": "und ich finde dann immer der öffentlich-rechtliche, der ist eigentlich so als Idee vom Konstrukt her, ist er doch perfekt dafür geeignet, dass er wieder Bindungspunkt für alle Menschen darstellt, also für alle gesellschaftlichen Gruppen, weil er auch für alle Gruppen hier Programm machen soll, aber das muss er halt leisten."
  },
  {
    "start": 2106.22,
    "end": 2110.54,
    "text": "Er muss halt wieder diesem idealen Näherkommen aus dem Grund, wo er auch geschaffen worden ist."
  },
  {
    "start": 2111.34,
    "end": 2117.22,
    "text": "Sie haben ein alternatives Medium jetzt gerade noch genannten News von Julian Reichelt, dem früheren Chefredaktor der Bildzeitung."
  },
  {
    "start": 2117.58,
    "end": 2119.1,
    "text": "Würden Sie News ein Interview geben?"
  },
  {
    "start": 2121.42,
    "end": 2123.66,
    "text": "Also es ist kein Geheimnis, das die mich schon gefragt haben."
  },
  {
    "start": 2124.98,
    "end": 2133.04,
    "text": "Ich habe mich aber dagegen entschieden, weil ich natürlich auch immer aufpassen muss, dass ich jetzt nicht der Gegenseite auch noch Zunderlieferin."
  },
  {
    "start": 2133.4,
    "end": 2136.82,
    "text": "Wenn ich jetzt selber einfach nur auf mich schauen würde, wem würde ich ein Interview geben?"
  },
  {
    "start": 2136.88,
    "end": 2148.52,
    "text": "Ich glaube, dann würde ich mit jedem reden, weil ich mir denke, wenn die meine Positionen nicht so dumm finden, dass sie finden, ich gehöre eingeladen in eine Sendung, dann können die doch nicht so weit weg sein von jedem."
  },
  {
    "start": 2149.12,
    "end": 2151.14,
    "text": "Diskurs oder Diskursmöglichkeit."
  },
  {
    "start": 2151.48,
    "end": 2157.26,
    "text": "Und ich glaube auch, also ich finde gerade bei der Plattform muss man ja auch immer unterscheiden, welche Redakteur macht was und so."
  },
  {
    "start": 2157.42,
    "end": 2158.68,
    "text": "Da gibt es ja schon durchaus Unterschiede."
  },
  {
    "start": 2159.2,
    "end": 2161.88,
    "text": "Also Schula fragt zum Beispiel finde ich total unverfänglich."
  },
  {
    "start": 2162.22,
    "end": 2162.44,
    "text": "Mit"
  },
  {
    "start": 2162.88,
    "end": 2164.08,
    "text": "Reif Schula würden Sie reden?"
  },
  {
    "start": 2165.44,
    "end": 2185.6,
    "text": "Ja, also eigentlich schon, aber ich habe natürlich gewisse Zwänge, ich arbeite beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk und dadurch, dass ich ja auch schon in Anführungsstrichen umstritten bin, gibt es einfach aktuell zu viele Leute von außen, von innen, die ganz genau mit Agus Augen beobachten, was ich tue und das eben als Gegenargument dann heranziehen würden, um mich canceln zu wollen."
  },
  {
    "start": 2185.68,
    "end": 2193.14,
    "text": "Also sie sagen dann, oh, die saß aber bei... reichelt irgendwo auf der Couch, auch wenn ich nur bei Schule war, aber das wird dann halt so umgedeutet."
  },
  {
    "start": 2193.48,
    "end": 2199.1,
    "text": "Und dann ist es halt ein Argument, um zu sagen, mit der können wir aber nicht weiterarbeiten."
  },
  {
    "start": 2199.16,
    "end": 2200.72,
    "text": "Wir haben es doch immer gesagt."
  },
  {
    "start": 2201.12,
    "end": 2202.16,
    "text": "Wir haben es doch immer gesagt."
  },
  {
    "start": 2202.62,
    "end": 2213.92,
    "text": "Und ehrlich gesagt, dann bin ich auch jemand, der will den dann auch nicht genau diesen Zunder geben, sondern mich ja medial dann auch so schlau verhalten, dass ich da von der Seite diesmal keine Kritik bekomme."
  },
  {
    "start": 2214.0,
    "end": 2216.42,
    "text": "Und man muss auch sagen, jetzt vom Buch her, es verkauft sich gut."
  },
  {
    "start": 2216.8,
    "end": 2220.76,
    "text": "Ich bin jetzt nicht... in dem Zwang, dass ich jede Möglichkeit wahrnehmen muss."
  },
  {
    "start": 2220.98,
    "end": 2225.88,
    "text": "Also, ich muss nicht auf jeder Couch sitzen, sondern ich kann sagen, ihr nicht."
  },
  {
    "start": 2226.12,
    "end": 2228.48,
    "text": "Auf die habe ich Bock und es verkauft sich trotzdem."
  },
  {
    "start": 2229.26,
    "end": 2233.34,
    "text": "Frau Ruß, das Gespräch bis eben haben wir am Montag aufgezeichnet."
  },
  {
    "start": 2233.56,
    "end": 2239.14,
    "text": "Jetzt ist Mittwoch und wir haben entschieden, wie in der Anmoderation schon erwähnt, ein zweites Mal miteinander zu sprechen."
  },
  {
    "start": 2239.88,
    "end": 2241.28,
    "text": "Sie saßen bis eben gerade im Zug."
  },
  {
    "start": 2241.34,
    "end": 2242.42,
    "text": "Wo sind Sie jetzt eigentlich gerade?"
  },
  {
    "start": 2243.38,
    "end": 2248.06,
    "text": "Ich bin jetzt gerade angekommen im Hotelzimmer und habe mich mit dem instabilen WLAN verwunden."
  },
  {
    "start": 2248.62,
    "end": 2256.06,
    "text": "Es ist natürlich eine spannende Zugfahrt gewesen mit lauter Funklöchern und irgendwelchen Leuten, die mich angerufen haben."
  },
  {
    "start": 2257.02,
    "end": 2259.64,
    "text": "Und da heißt es immer, die Deutsche Bahn bringt die Leute nicht ans Ziel."
  },
  {
    "start": 2259.72,
    "end": 2260.78,
    "text": "Schön, dass das geklappt hat."
  },
  {
    "start": 2260.84,
    "end": 2262.9,
    "text": "Schön, dass sie sich noch mal so kurzfristig die Zeit nehmen."
  },
  {
    "start": 2263.54,
    "end": 2268.94,
    "text": "Der NDR hat jetzt gerade entschieden, sie künftig nicht mehr als Moderatoren einzusetzen."
  },
  {
    "start": 2269.06,
    "end": 2274.32,
    "text": "Sie sollen nur noch in den Ausgaben zu sehen sein, die der bayerische Rundfunk, also ihr Hemmert-Sender, produziert."
  },
  {
    "start": 2275.14,
    "end": 2279.3,
    "text": "Für die Folgen der Sendung klar des NDR soll dann jemand anders moderieren."
  },
  {
    "start": 2279.6,
    "end": 2284.62,
    "text": "Mutmaßig jemand, mit dem Frau Reschke über die haben wir ja schon gesprochen, politisch kein Problem hat."
  },
  {
    "start": 2285.66,
    "end": 2291.02,
    "text": "Frau Rus, Sie haben jetzt schon über Social Media erklärt, dass sie zutiefst enttäuscht, ja fassungslos sein."
  },
  {
    "start": 2291.4,
    "end": 2293.34,
    "text": "Wie haben Sie denn eigentlich von der Entscheidung erfahren?"
  },
  {
    "start": 2294.02,
    "end": 2296.42,
    "text": "Ich habe im Nachhinein offiziell davon erfahren."
  },
  {
    "start": 2296.56,
    "end": 2305.3,
    "text": "Also davor gab es so ein bisschen Warnungen von einer Kollegin, aber im NDR konnte man das wahrscheinlich auch so ein bisschen erahnen."
  },
  {
    "start": 2305.36,
    "end": 2311.08,
    "text": "Aber ich habe jetzt von offizieller Seite erst gestern Abend davon erfahren, als der dropschand gelutscht war sozusagen."
  },
  {
    "start": 2311.9,
    "end": 2315.82,
    "text": "Also es klar war, dass ich jetzt zumindest beim NDR nicht weiter moderieren darf."
  },
  {
    "start": 2316.62,
    "end": 2317.6,
    "text": "Wer hat sie da angerufen?"
  },
  {
    "start": 2318.5,
    "end": 2320.82,
    "text": "Ich glaube, das bleibt jetzt im Internen."
  },
  {
    "start": 2321.4,
    "end": 2330.38,
    "text": "Aber man kann sich natürlich vorstellen, dass diejenigen, die auch die Macht haben, sowas zu entscheiden und die dann in einer gewissen Führungsebene sich befinden, dass die dafür zuständig sind."
  },
  {
    "start": 2330.5,
    "end": 2332.76,
    "text": "Und da habe ich auch telefoniert."
  },
  {
    "start": 2332.94,
    "end": 2338.02,
    "text": "Und ja, ich meine, beim NDR, da habe ich keinen Rückhalt großartig."
  },
  {
    "start": 2338.84,
    "end": 2339.76,
    "text": "Ist nicht mein Heimat-Sender."
  },
  {
    "start": 2340.3,
    "end": 2341.68,
    "text": "Und jetzt muss ich halt damit leben."
  },
  {
    "start": 2341.72,
    "end": 2345.3,
    "text": "Ich finde es aber eine starke Sache, ehrlich gesagt, dass sie das sich trauen."
  },
  {
    "start": 2345.48,
    "end": 2354.78,
    "text": "Weil ich glaube, das ist keine gute Entscheidung, wenn man sich einerseits nicht traut, das Format ganz abzusetzen von Ende Ehrseite, aber andererseits dann sozusagen die Moderatorin kennst."
  },
  {
    "start": 2354.82,
    "end": 2364.06,
    "text": "Und ich fühle mich schon ein wenig an, die ganzen Vorfälle erinnert, Thilo Mischke und so weiter, die es ja schon gab, wo die ALD insgesamt ja auch nicht unbedingt Rückgrat bewiesen hat."
  },
  {
    "start": 2364.16,
    "end": 2365.68,
    "text": "Und ich finde es immer so schade."
  },
  {
    "start": 2365.94,
    "end": 2369.06,
    "text": "Also ich bin im BR sehr dankbar, dass die da anders gestrickt sind."
  },
  {
    "start": 2369.56,
    "end": 2379.86,
    "text": "Aber ich glaube, das ist insgesamt für das Klima auch nicht gut, weil die Leute, die registrieren das, also die Mitarbeiter und wissen, dass wenn sie sich irgendwie in die Netteln setzen mit bestimmten Aussagen, dann könnte es um sie geschehen sein."
  },
  {
    "start": 2379.96,
    "end": 2388.04,
    "text": "Und bei mir waren es ja noch relativ, also allgemein völlig legitime Aussagen, die man nicht mal in Nähe der AfD rücken kann."
  },
  {
    "start": 2388.38,
    "end": 2393.18,
    "text": "Und dass es dann trotzdem solche Konsequenzen hat und der Sender jetzt nicht mehr mit mir arbeiten will, das finde ich schon ein starkes Stück."
  },
  {
    "start": 2393.52,
    "end": 2395.94,
    "text": "Jetzt haben Sie es gestern Abend erfahren."
  },
  {
    "start": 2396.14,
    "end": 2398.74,
    "text": "Heute Morgen ist es dann offiziell verkündet worden."
  },
  {
    "start": 2398.82,
    "end": 2401.4,
    "text": "Jetzt haben wir den späten Mittwoch Nachmittag."
  },
  {
    "start": 2401.52,
    "end": 2403.66,
    "text": "Das heißt, das Ganze konnte sich jetzt ein bisschen setzen."
  },
  {
    "start": 2403.72,
    "end": 2404.82,
    "text": "Wie geht es Ihnen denn jetzt gerade?"
  },
  {
    "start": 2406.24,
    "end": 2407.44,
    "text": "Sind Sie noch immer sehr wütend?"
  },
  {
    "start": 2407.5,
    "end": 2408.18,
    "text": "Sind Sie gefasst?"
  },
  {
    "start": 2408.3,
    "end": 2409.04,
    "text": "Sind Sie traurig?"
  },
  {
    "start": 2409.14,
    "end": 2410.58,
    "text": "Beschreiben Sie mal Ihre Gemütslage."
  },
  {
    "start": 2411.84,
    "end": 2415.82,
    "text": "Also Wütend hat schon, glaube ich, jetzt heute ein wenig dominiert."
  },
  {
    "start": 2416.12,
    "end": 2417.38,
    "text": "Traurig, ja natürlich auch."
  },
  {
    "start": 2417.42,
    "end": 2420.08,
    "text": "Das ist ja immer so ein Mischmasch aus Gefühlen."
  },
  {
    "start": 2420.28,
    "end": 2422.06,
    "text": "Also der BR steht ja immer noch an meiner Seite."
  },
  {
    "start": 2422.12,
    "end": 2422.96,
    "text": "Das ist das Wichtigste."
  },
  {
    "start": 2423.42,
    "end": 2427.32,
    "text": "Hätten die sich dagegen entschieden, dann würde es mich natürlich noch in ganz anderer Form treffen."
  },
  {
    "start": 2428.22,
    "end": 2431.5,
    "text": "Ich glaube, das ist insgesamt für den öffentlich-rechtlichen heute kein schöner Tag."
  },
  {
    "start": 2431.78,
    "end": 2435.94,
    "text": "Also, ich bin ja immer jemand gewesen, den letzten Wochen auch vor allem, als es um mein Buch ging."
  },
  {
    "start": 2436.02,
    "end": 2439.02,
    "text": "Ich hab ja mit Händen und Füßen auch den öffentlich-rechtlichen verteidigt."
  },
  {
    "start": 2439.1,
    "end": 2445.74,
    "text": "Und jetzt auch gerade bei vielen Interviews, wo ich manchmal auch dazu gefragt wurde, ich will nicht als Netzwischmozerin gelten."
  },
  {
    "start": 2445.88,
    "end": 2451.34,
    "text": "Ich bin überzeugt davon, dass es eigentlich einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk in der Zukunft braucht."
  },
  {
    "start": 2451.54,
    "end": 2459.42,
    "text": "Aber man muss sich schon fragen, wenn solche Dinge geschehen, dann verstehe ich auch mittlerweile Kritiker, die sagen, Vielleicht ist die Abschaffung nicht weit."
  },
  {
    "start": 2459.66,
    "end": 2466.12,
    "text": "Also, ich hoffe, es wird nie so weit kommen, aber man gibt diesen Leuten, die das schon seit Jahren fordern, einfach sehr viel Zunder."
  },
  {
    "start": 2466.16,
    "end": 2467.22,
    "text": "Und das finde ich sehr traurig."
  },
  {
    "start": 2468.1,
    "end": 2471.6,
    "text": "Sie sagen jetzt, sie sind überzeugt, das braucht den öffentlich-rechtlichen Rundfunk."
  },
  {
    "start": 2471.76,
    "end": 2476.7,
    "text": "Trotzdem ist ein gewichtiger Teil dieses Systems der Überzeugung, es braucht keine Julia Rus."
  },
  {
    "start": 2477.82,
    "end": 2480.28,
    "text": "Welche Reaktionen haben Sie denn heute im Tagesverlauf erhalten?"
  },
  {
    "start": 2480.32,
    "end": 2485.02,
    "text": "Es haben sich ja schon unzählige Leute zu Wort gemeldet, auch auf Social Media."
  },
  {
    "start": 2485.4,
    "end": 2491.82,
    "text": "Hubert Aiwanger habe ich gesehen, der stellvertretende bayerische Ministerpräsident von den Freien Wählern, unzählige Abgeordnete."
  },
  {
    "start": 2492.12,
    "end": 2494.66,
    "text": "Sagen Sie mal, wie oft pingt Ihr Handy gerade pro Minute?"
  },
  {
    "start": 2495.14,
    "end": 2495.94,
    "text": "Es ist sehr, sehr oft."
  },
  {
    "start": 2496.06,
    "end": 2500.48,
    "text": "Ich bin gar nicht dazugekommen, jetzt alles zu lesen und zu gucken, von wem da überhaupt was kam."
  },
  {
    "start": 2501.08,
    "end": 2503.82,
    "text": "Ja, freut mich natürlich, dass da so viel Anteilnahme da ist."
  },
  {
    "start": 2504.16,
    "end": 2505.96,
    "text": "Also, viele haben es ja auch geahnt, schreiben sie mir."
  },
  {
    "start": 2506.08,
    "end": 2519.4,
    "text": "Sie dachten sich von Anfang an, das ist gewagt vom öffentlich-rechtlichen und das wäre doch mal ein Stück Viehfalt, Meinungsviehfalt, das dann durchgesetzt wird und dass jetzt so eine Botschaft kommt, dass man halt die Moderatorin von dem Format dann absetzt."
  },
  {
    "start": 2520.04,
    "end": 2520.88,
    "text": "Rauschmeist eigentlich."
  },
  {
    "start": 2521.76,
    "end": 2526.38,
    "text": "Dann fühlen Sie sich bestätigt in Ihrer Aversion gegen den Rundfunk."
  },
  {
    "start": 2526.74,
    "end": 2527.44,
    "text": "Sehr schade eigentlich."
  },
  {
    "start": 2528.04,
    "end": 2529.44,
    "text": "Ja, das scheint so."
  },
  {
    "start": 2530.32,
    "end": 2533.64,
    "text": "die überwiegende Meinung im Netz zu sein."
  },
  {
    "start": 2533.72,
    "end": 2543.06,
    "text": "Ich habe sehr oft gelesen heute im Tagesverlauf, dass Ihr Rauswurf vom NDR ein Beleg dafür sei, dass dieses System unreformierbar sei."
  },
  {
    "start": 2543.58,
    "end": 2544.68,
    "text": "Schauen wir nochmal ganz kurz zurück."
  },
  {
    "start": 2544.8,
    "end": 2551.68,
    "text": "Gestern hatte die Welt als erstes Medium über Ihren bevorstehenden, ja, wir sollen was nennen, Teilrauswurf berichtet."
  },
  {
    "start": 2552.54,
    "end": 2562.86,
    "text": "Und in dem Text hieß es, dass fast zweihundertfünfzig NDR-Mitarbeiter einen offenen Brief gegen sie und ihre Sendung verfasst hätten und auch die Leitung des NDR damit völlig überrumpelt hätten."
  },
  {
    "start": 2563.68,
    "end": 2570.54,
    "text": "Jetzt zitiere ich aus dem Text, klar, wolle offenbar spalten und das werde ja schon durch ihre Moderation deutlich."
  },
  {
    "start": 2571.14,
    "end": 2574.32,
    "text": "Wussten sie eigentlich, dass sie so viele Feinde beim NDR haben?"
  },
  {
    "start": 2575.3,
    "end": 2577.5,
    "text": "Nee, ich glaube nicht, dass ich das wusste."
  },
  {
    "start": 2578.1,
    "end": 2584.92,
    "text": "Also ich war auch immer dankbar dafür, dass ich jetzt nicht dauerhaft beim NDR bin, sondern halt immer für meine Reisen dann vom BR an Hamburg gefahren bin."
  },
  {
    "start": 2585.52,
    "end": 2591.86,
    "text": "Und dann habe ich natürlich auch nicht alles mitbekommen an Flurfunk und an irgendwelchen Dingen, die dann hinter den Brücken passieren."
  },
  {
    "start": 2591.92,
    "end": 2593.92,
    "text": "Da haben die Kollegen von mir natürlich mehr mitbekommen."
  },
  {
    "start": 2595.22,
    "end": 2597.06,
    "text": "Ich glaube, es sind halt politische Motive."
  },
  {
    "start": 2597.32,
    "end": 2602.62,
    "text": "Also es geht ja nicht um meine Persönlichkeit an sich, weil mich die Leute, die mich kritisieren, gar nicht persönlich kennen."
  },
  {
    "start": 2602.8,
    "end": 2625.62,
    "text": "Also ich kenne die Kritiker, die sich zu Wort gemeldet haben, die habe ich nie in meinem Leben getroffen, mit dem habe ich jetzt auch keine Hände geschüttelt oder so, was vielleicht auch mal notwendig wäre, um irgendwie so gewisse Befriedungen zu erreichen und vielleicht denen auch zu zeigen, dass ich jetzt ja keine Rechtspopulistin bin oder kein Unmensch, sondern einfach ... jemand, der ein bisschen politisch anders gesinnt ist und das auch gerne im Programm wiederfinden würde."
  },
  {
    "start": 2626.34,
    "end": 2628.76,
    "text": "Deswegen, ich bin mal gespannt, wie das jetzt weitergeht."
  },
  {
    "start": 2629.28,
    "end": 2636.18,
    "text": "Jetzt, wenn ich mir vorstelle, wie sich der NDR und der BR die Zukunft vorstellen, wie soll das denn gehen?"
  },
  {
    "start": 2636.7,
    "end": 2645.62,
    "text": "Eine gemeinsame Sendung von zwei Rundfunkanstalten und eine davon bekämpft deren prägendes Gesicht mit offenen Briefen und verdrucksten Extremismus vorwürfen."
  },
  {
    "start": 2646.46,
    "end": 2648.28,
    "text": "Also, wie stellen Sie sich das vor?"
  },
  {
    "start": 2649.9,
    "end": 2659.94,
    "text": "Stand jetzt ist es für mich auch rätselhaft, wie das jetzt genau weitergehen soll, aber ich glaube der BR macht sein Ding und dann müssen wir mal schauen, was der NDR davor hat."
  },
  {
    "start": 2660.76,
    "end": 2667.76,
    "text": "Also für mich wäre immer klar, dass ich nur bereit bin, einen Format zu machen, das mir taugt, wo ich inhaltlich auch dahinterstehe."
  },
  {
    "start": 2668.5,
    "end": 2674.96,
    "text": "Und ich glaube, das weiß der BR auch ganz genau, dass es jetzt in mir nicht an irgendwelchen Abwerbeversuchen mangelt."
  },
  {
    "start": 2675.48,
    "end": 2684.34,
    "text": "Und ich sag zwar gerne oder ich bin gerne bereit, beim Öffentlich-Rechtlichen zu bleiben, auch um jetzt eben die Pfanne der Meinungspluralität hochzuhalten."
  },
  {
    "start": 2684.54,
    "end": 2696.62,
    "text": "Aber wenn der Druck zu stark wird oder wenn ich jetzt das Gefühl habe, ich kämpfe gegen Windmühlen und das Format wird entkernt dadurch, dass wir jetzt irgendwie zwei verschiedene Formate am Start haben von verschiedenen Sendern, die anders darüber denken."
  },
  {
    "start": 2698.22,
    "end": 2701.64,
    "text": "habe ich zumindest zahlreiche Optionen, was sonst noch so."
  },
  {
    "start": 2702.06,
    "end": 2702.7,
    "text": "geschehen könnte."
  },
  {
    "start": 2702.8,
    "end": 2705.44,
    "text": "Und ich glaube, da würde ich auch nicht schlecht verdienen bei all diesen Optionen."
  },
  {
    "start": 2705.86,
    "end": 2709.78,
    "text": "Und deswegen glaube ich, dass ich mir eigentlich insgesamt wenig Sorgen machen muss."
  },
  {
    "start": 2709.82,
    "end": 2714.88,
    "text": "Ich finde halt, diese Ambition, mit der wir losgelaufen sind, wir wollen den öffentlich-rechtlichen besser machen."
  },
  {
    "start": 2714.96,
    "end": 2722.98,
    "text": "Wir wollen auch mit Psycho bereichen, die uns wirklich abhanden gekommen ist und die vielleicht bei der NCZ bei euch da noch zugegen ist und euch liest."
  },
  {
    "start": 2723.68,
    "end": 2727.78,
    "text": "Da haben wir ja von diesen Leuten viel zu wenige und ich glaube, das ist nicht ohne Grund."
  },
  {
    "start": 2728.02,
    "end": 2732.74,
    "text": "Also wir sind ja auch aus ziemlich idealistischem... haben wir dieses Format gestartet."
  },
  {
    "start": 2732.8,
    "end": 2740.9,
    "text": "und wenn man halt so viele Steine einem in den Weg legt und auch so aktiv dagegen arbeitet, dann macht das Arbeiten halt am Ende auch kein Spaß."
  },
  {
    "start": 2740.98,
    "end": 2746.94,
    "text": "und ich weiß, dass es auch natürlich Methode hat und ich finde es schade, dass es so gekommen ist, ehrlich gesagt."
  },
  {
    "start": 2749.04,
    "end": 2756.48,
    "text": "Sie haben auf Ihren solchen Mediakanälen auch geschrieben, dass es zu viele Hierarchen ohne Rückgrat gäbe, zu wenige Chefs, die sich."
  },
  {
    "start": 2765.42,
    "end": 2767.62,
    "text": "Ich bleib so unkonkret, wie ich es gewesen bin."
  },
  {
    "start": 2768.3,
    "end": 2779.66,
    "text": "Ich glaube, mit Hierarchen fühlt sich jeder angesprochen, den es auch betrifft, der auch weiß, dass sein Fanchen im Wind weht und der sich vielleicht auch gegen gewisse politische Strömungen nicht traut, dagegenzustellen."
  },
  {
    "start": 2780.68,
    "end": 2794.36,
    "text": "Es war ja nicht nur in meinem Fall so, sondern in vielen anderen auch, dass es eher am Rückgrat der Sender oder auch privaten Unternehmen, dass es immer eigentlich die Chefs sind, die Leitung von einem Unternehmen, die dann etwas absagen, jemanden rausschmeißen."
  },
  {
    "start": 2794.44,
    "end": 2800.08,
    "text": "Also dadurch lebt die Cancel Culture, das finde ich schade und da haben sie mich kein Gefallen damit getan."
  },
  {
    "start": 2801.04,
    "end": 2806.0,
    "text": "Vielleicht zum Abschluss, wann wäre eigentlich für Sie der Punkt erreicht, an dem Sie sagen, jetzt reicht's?"
  },
  {
    "start": 2806.1,
    "end": 2810.94,
    "text": "Jetzt wechsle ich zu einem privaten Medium, wo ich als Konservative auch willkommen bin."
  },
  {
    "start": 2812.78,
    "end": 2821.06,
    "text": "Also wenn der Bayerische Rundfunk nicht mehr hinter mir stünde, dann würde ich mir das stark überlegen, weil dann habe ich natürlich auch keine Zukunft mehr."
  },
  {
    "start": 2821.26,
    "end": 2829.12,
    "text": "Aber ich weiß, dass sehr viele im Haus generell eigentlich im öffentlich-rechtlichen Universum Man mag es nicht glauben, aber die denken so wie ich."
  },
  {
    "start": 2829.54,
    "end": 2832.88,
    "text": "Die finden das alle so schade, dass es nicht weitergeht mit klar."
  },
  {
    "start": 2832.94,
    "end": 2840.44,
    "text": "Wir hatten auch sehr viele Bewerber von Rundfunkanstalten, die uns einfach so geschrieben haben und gesagt haben, sie finden es gut, was wir machen und sie würden gerne Teil davon sein."
  },
  {
    "start": 2840.92,
    "end": 2849.74,
    "text": "Und deswegen, also wir waren ja praktisch Gesicht auch für frustrierte Mitarbeiter, die sich gefreut haben, dass endlich so was im Programm zu sehen ist."
  },
  {
    "start": 2849.82,
    "end": 2852.9,
    "text": "Und ich weiß, dass jetzt zumindest ist noch mal im Platz beim Bayerischen Rundfunk."
  },
  {
    "start": 2855.34,
    "end": 2861.96,
    "text": "Vielen Dank, dass Sie sich ein zweites Mal Zeit für uns genommen haben und gute Nerven für alles, was jetzt noch so kommt."
  },
  {
    "start": 2864.68,
    "end": 2865.38,
    "text": "Das war Machtspiel."
  },
  {
    "start": 2865.84,
    "end": 2873.38,
    "text": "Anregungen, Kommentare und alles, was Sie uns sagen wollen, was Ihr uns sagen wollt, wie immer an machtspiel.nzz.de."
  },
  {
    "start": 2874.16,
    "end": 2876.0,
    "text": "Links zum Thema gibt es in den Shownotes."
  },
  {
    "start": 2876.26,
    "end": 2878.28,
    "text": "Wir sind nächste Woche wieder am Donnerstag da."
  },
  {
    "start": 2878.7,
    "end": 2882.78,
    "text": "Tschüss!"
  }
]