[
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    "text": "Also, wir tun immer so, als wäre das das Normalste von der Welt, dass wir Prostitutionen legalisiert haben."
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    "text": "Aber ist es überhaupt nie?"
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    "text": "Das ist im Kern, was Prostitutionen ist."
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    "text": "Dann ist bei uns in Deutschland so, dass ein erheblicher Teil der Zwangsprostitution und des Menschenhandels in völlig legalen Bordellen stattfindet."
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    "text": "Wir haben das falsche Gesetz."
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    "text": "Nur wer jemand auf einem legalen Straßenstrich steht, bedeutet, dass Nides die das freiwillig macht."
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    "text": "Das"
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    "text": "ist Machtspiel."
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    "text": "Der Politikpodcast von Enzer Z. und Brossstiftung."
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    "text": "Jeden Donnerstag blicken wir auf das, was Deutschland bewegt."
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    "text": "Diese Woche geht es um das Recht, Sex als Dienstleistung zu kaufen."
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    "text": "In meinem Bildschirm sitzt vor mir eine der bekanntesten Deutschen, die sich für ein Sexkaufverbot einsetzt."
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    "text": "Sie ist Geisteswissenschaftlerin, Autorin und Aktivistin gegen Prostitution."
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    "text": "Sie hat das Netzwerk Ella gegründet, um Frauen beim Ausstieg zu helfen."
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    "text": "Und sie weiß, wovon sie spricht, denn sie war früher selbst prostituierte."
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    "text": "Frau Mau,"
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    "text": "haben Sie schon mal eine Frau getroffen, die sich freiwillig prostituiert?"
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    "text": "Also, ich habe Frauen getroffen, die von sich sagen, dass sie das freiwillig machen."
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    "text": "Ich finde, die Freiwilligkeitsdebatte ist ein bisschen kurz gegriffen."
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    "end": 101.74,
    "text": "Also, die Freiwilligkeitsdebatte auf ein Individuum zu verlegen in einem... fremdbestimmten system ist ein bisschen abgefahren."
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    "text": "also mit der gleichen metode könnten wir bei organhandel in der dritten welt auch sagen ja aber der indische mann hat ja jetzt freiwillig seine niere verkauft."
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    "text": "also er hat ja ja gesagt und er sagt auch von sich selbst dass er freiwillig seine niere verkauft hat."
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    "end": 120.2,
    "text": "und damit ist organhandel jetzt in ordnung."
  },
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    "text": "so ich finde das ist halt zu kurz gegriffen."
  },
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    "end": 132.7,
    "text": "Bevor wir das Thema mit der Freiwilligkeit, was ich sehr spannend finde, vertiefen, stelle ich Sie einmal unseren Hörern und Hörerinnen etwas genauer vor."
  },
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    "text": "Huschgemau flieht mit siebzehn aus einem gewalttätigen Elternhaus."
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    "text": "Aus Not und um zu überleben und um ihr Studium zu finanzieren, rutscht sie ab in die Prostitution."
  },
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    "text": "Ihr erster Zuhälter ist ein Polizist, der ihre Lage ausnutzt."
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    "text": "Es folgen Drogen- und Alkoholprobleme und es dauert zehn Jahre, bis sich Huschgemau befreien kann."
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    "text": "Befreien nennt sie es ganz ausdrücklich selbst."
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    "text": "Huschgemau, das ist nicht ihr bürgerlicher Name, sondern ein Pseudonym, mit dem sie sich selbst schützen will."
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    "text": "Deswegen ist auch nur das über sie bekannt, was sie selber erzählt."
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    "text": "Das alles liegt aber nun hinter ihr."
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    "text": "Sie hat studiert, vor kurzem ihre Doktorarbeit in einer Geisteswissenschaft fertiggeschrieben."
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    "text": "Mittlerweile ist sie bekannt als eine von Deutschlands lautesten Stimmen, die sich für einen Sexkaufverbot einsetzen."
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    "text": "Frau Mau, finden Sie sich in dieser Beschreibung gut wieder?"
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    "text": "Also für die differenzierte Vorstellung, das war mal was anderes als die Exposituiertur, genau, erzählt Ihre Geschichte, was ich immer ziemlich traurig finde, dass ich darauf reduziert werde, denn auch Frauen, die Prostituierungserfahrungen haben, können ja eine gesellschaftspolitische Analyse vorlegen und immer ganz schön demütigend darauf reduziert werden."
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    "text": "Woran liegt das, meinen Sie, dass Sie oft verkürzt dargestellt werden?"
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    "text": "Also es ist so eine bestimmte Skandalgeilheit auch."
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    "text": "Also zehn Jahre waren halt vom ersten bis zum letzten Freierag da waren"
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    "text": "auch Pausen."
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    "text": "Und Medien verkürzen gerne Dinge."
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    "end": 244.02,
    "text": "Medien sagen dann halt nie, ja, das ist eine Frau, die hat Prostitutionserfahrung und die ist jetzt aber studierte Geisteswissenschaftlerin und Doktorandin, sie ist Autoren, sondern die sagen halt, oh, eine echte Nutte."
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    "text": "So, und dann ist die Ex prostituiert durch genau die Schlagzeile."
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    "text": "Und dann klingt es auch als wäre ich zehn Jahre jeden Tag im Puff gewesen."
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    "text": "Also das einerseits die Skandalgeilheit und das Leute einfach wenig Wert darauf legen, Menschen differenziert darzustellen."
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    "text": "Also es ist halt krass, wenn man jemanden vorstellt und das erste und einzig wichtige was einem zu dem Menschen einfällt ist, dass er sexuelle Gewalt erlebt hat."
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    "text": "So."
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    "text": "Und das zweite ist, dass es natürlich einen Hurenstieg mal gibt."
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    "text": "und dass der Gedanke Frauen würden in der Prostitution landen, weil sie ein bisschen dumm sind, dumm, gut."
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    "text": "Und warum sollten sie sich sonst prostituieren?"
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    "text": "Also, ihr muss ja irgendwie einen Hirnschaden sein oder moralischer Defekt im dritten Reich schießt, dass moralischer Schwachs sind."
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    "text": "Dieses Vorurteil ist wahnsinnig präsent in den Leuten und sie sind sich darüber häufig nie bewusst."
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    "text": "Es gibt dieses Klischee von der geborenen Prostituierten."
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    "text": "Eine Frau, die in der Prostitution landet, weil sie dumm ist und weil ihr Charakter verkommen ist."
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    "text": "Und es hat nichts mit Umständen zu tun, es hat nur was mit der Frau zu tun."
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    "text": "Und wenn man natürlich das Bild von geborenen Prostituierten im Kopf hat, ist es ja klar, dass diese Frau nichts anderes mehr sein kann."
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    "text": "Also die kann keine Doktorarbeit schreiben, die kann nicht studieren, die kann nie Bücher schreiben, die kann gar nichts anderes, sondern entweder sie prostituiert sich gerade als geborene Prostituierte oder sie prostituiert sich nie mehr, dann ist sie exprostituierte."
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    "text": "Aber was anderes kann sie nie sein."
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    "text": "Und das ist sehr präsent in Menschen."
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    "text": "Und ich hatte auch schon zum Beispiel Vorträge, da sind nachher Menschen auf mich zugegangen und haben mich dafür gelobt, dass ich in ganzen Sätzen gesprochen habe."
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    "text": "Das haben sie von einer Frau mit Prostitutionserfahrung."
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    "text": "Es gibt sowohl das Vorurteil der, wie Sie das beschrieben haben, dumm Prostituierten, die gar keinen anderen Weg im Leben einschlagen möchte."
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    "text": "Es gibt aber auch die Vorstellung, dass Prostitution, es gibt im Begriff Sexarbeit, was Freiwilliges ist und dass Frauen das gerne machen."
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    "text": "Ja, es gibt Beides."
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    "text": "Aber das schließt sich ja gar nicht aus, denn eine Frau, die ein bisschen dumm ist und die geborene Prostituierte ist, macht das natürlich freiwillig und gerne."
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    "end": 376.98,
    "text": "Das ist ja ihre Identitäts-, ihre Bestimmungs- und ihr Schicksal."
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    "text": "Was soll sie denn anderes machen?"
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    "end": 380.2,
    "text": "als gebunden und prostitierte."
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    "end": 400.02,
    "text": "Also das ist dieser Blick von außen, also das so ein Othering, das sicherstellen soll, dass man vor allem als Frau von sich weghält, dass es einem hätte auch passieren können und dass es eben mehr mit Umständen zu tun hat als mit Neigungen oder persönlichen Entscheidungen."
  },
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    "text": "Und das macht vielen Frauen natürlich Angst, dass zu sehen und zu sagen, okay, ich hätte auch eine krass gewalttätige Familie hineingeboren werden können."
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    "text": "Ich hätte auch durch Jugendhilfe, Netz fallen können oder ich bin auch nur eine Scheidung und den falschen Mann entfernt davon, mich bei einer Escort-Agentur anzumelden."
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    "text": "Und deswegen ist es ganz wichtig für diese Menschen, um diesen Gedanken abzuwehren, der ja Angst macht."
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    "text": "Es könnte ich sein oder es könnte meine Tochter sein."
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    "text": "Mit Othering meinen sie, man macht die Frauen, die prostituierten zu so einer anderen Gruppe, die für sich selbst steht."
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    "text": "Für mich wäre es jetzt nichts."
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    "text": "Also es ist so ein... Framing von Frauen in der Prostitution als komplett anders."
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    "text": "Die haben anscheinend weniger Schmerzgefühl."
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    "text": "Den macht Demütigung nichts aus, den macht Gewalt nichts aus."
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    "text": "Und sie stehen da auch noch drauf."
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    "text": "Also ganz anders als die solide Frau aus der Gesellschaft."
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    "text": "Und ich glaube, dass wir das auflösen müssen."
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    "text": "Ich glaube, dass es total wichtig ist, dass vor allem Frauen verstehen, Dass wir eine große Gemeinsamkeit haben, nämlich wir sind Frauen und wir leben in patriarchalen Verhältnissen und jede Frau könnte das passieren."
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    "text": "Also ich kenne auch Mütter aus total bürgerlichen Verhältnissen, die schreiben mir E-Mails und sagen, ich weiß gar nie, was passiert ist, aber meine Tochter hat alle Chancen gehabt und plötzlich hat sie den falschen Mann, ich komme gar nie mehr an die Rande, ich kloppe die Schaft an."
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    "text": "So, es kann jede Frau passieren."
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    "text": "Also bei mir war es so, dass ich aus einer super krass gewalttätigen Familie komme."
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    "text": "Also ich hatte die krasse S-Störung, ich hatte aufgeschnitten der Arme, ich war also völlig unmögliches Ding, Mädchen zu entlassen und zu sagen, du hast zwar keine Eltern, die dich jetzt unterstützen und die dir eine Bürgschaft geben für eine Wohnung und die dir ihren Teil des BAföG-Antrags ausfüllen, also wir stoßen dich jetzt einfach so raus."
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  {
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    "text": "Sie sind überhaupt nicht zuständig und alle Hilfe stellen und Ämter und Behörden wollten aber Sachen von den Eltern von mir."
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    "text": "Sonst geht kein Antrag durch, sonst geht nichts so."
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    "text": "Meine Eltern haben einfach gesagt, nur du bist ja abgehauen."
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    "text": "Wir haben gar nichts mehr mit dir zu tun."
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    "text": "Also ich war komplett auf mich alleine gestellt."
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    "text": "Also ich war zwar immer die Woche auf dem Buffettgarten, ich war beim Sozialamt."
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    "text": "Wirklich alles versucht und ich saß also in diesem WG-Zimmer ohne Möbel, ohne irgendwas und wusste, ich fliege hier bald raus, weil ich kann die Miete nie zahlen."
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    "text": "Und dann war ich lange in der Psychiatrie, aus offensichtlichen Gründen."
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    "text": "Ich glaub, ein Treiffeljahr war ich in der Psychiatrie und hab in der Zeit auch den WG-Platz verloren."
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    "text": "Und in der Psychiatrie konnten die mir auch nicht richtig helfen, weil der Fall für die zu krass war."
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    "text": "Also, wir haben dann halt mit mir versucht, Ergotherapie zu machen."
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    "text": "Und ich hab immer wieder gesagt, es nützt mir aber nichts, denn wenn ich hier rauskomme, bin ich obdachlos."
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    "text": "So, schön, denn wir jetzt was basteln, aber ich... braucht was anderes."
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    "text": "Und das haben die nie so richtig, die konnten sich das allen nie vorstellen, diese Dimension, dass eine Familie wirklich sagt, das ist nicht mehr unsere Tochter für Candy Gunny."
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    "text": "Die waren da auch ein bisschen naiv."
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    "text": "Und dann hab ich eben, ich hab das gefühlt, so wie ich ja auch gefühlt hab, dass im Mädchenschutzhaus das Jugendamt mich im Prinzip auf die Straße setzen will."
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    "text": "Sie den kennengelernt, war das noch in der..."
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    "end": 658.82,
    "text": "und er hat eine Anzeige aufgegeben."
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    "text": "Sie hat"
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    "text": "eine Anzeige gelesen."
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    "text": "Das war so ein bisschen verschwummelt, was er so wollte."
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    "text": "Genau, dann haben wir uns getroffen und er wollte eigentlich mit Pornos drehen."
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    "text": "Und ich dachte, durch meine Kindheit ja sowieso, also ich habe gar keine andere Wahl, weil hier findet nichts anderes statt."
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    "text": "Ich bin ja sowieso nur dafür da, also das hat man mir in meiner Kindheit auch beigebracht."
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    "text": "Und gegen das Pornos drehen habe ich mich aber gewährt."
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    "text": "Weil mir das unheimlich war, dass Leute, also, dass Männer diese Demütigung auf Film sehen."
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    "text": "Also, das ist ja wirklich schlimm, wenn man darüber keine Kontrolle mehr hat, wer das alles sieht."
  },
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    "end": 704.56,
    "text": "Und wenn sie sich prostituieren, bekommt diese Abwertung, bekommen halt nur zwei Leute mit, nämlich sie und der Freier."
  },
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    "end": 716.36,
    "text": "Gibt es aber nicht auch die... Wir haben schon über Freiwilligkeit gesprochen, gibt es nicht auf Frauen, die sich wirklich aus freien Stücken dazu entscheiden und eben keinen Trauma verarbeiten müssen."
  },
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    "end": 726.3,
    "text": "Da gibt es ja in etwaigen Talkshows und Podcasts viele sagen, das ist genau meine Erfüllung, das für mich die größte Freiheit als Sexarbeiterin zu arbeiten."
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    "end": 733.1,
    "text": "Also ich habe ja nie gesagt, dass alle Frauen in der Prostitution traumatisiert sind, aber es sind schon sehr viele, die Mehrheit."
  },
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    "text": "Und spätestens wenn sie in der Prostitution sind, ist die Wahrscheinlichkeit super groß, dass sie ein Trauma durch die Prostitution erfahren."
  },
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    "text": "Mehr Frauen in der Prostitution haben Traumata als Leute, die als Soldaten gedient haben und einen Kriegseinsatz mit direkten Kampfgeschehen gesehen haben."
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    "text": "Woran liegt das?"
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    "text": "Warum ist dieser Beruf aus ihrer Perspektive so anders?"
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    "text": "Es gibt ja die posttraumatische Belastungsreaktion, also eine bleibende Traumatisierung."
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    "text": "Und da gibt es so eine Skala, was am heftigsten zu einer Traumatisierung führt."
  },
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    "text": "Ganz unten stehen nicht menschengemachte Katastrophen, zum Beispiel ich habe ein Erdbeben erlebt und habe gesehen, wie Leute sterben."
  },
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    "text": "Weiter oben stehen menschengemachte Traumata."
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    "end": 789.9,
    "text": "und das krasseste, was man in dieser Skala erleben kann, ist sexuelle Gewalt, also von einem anderen Menschen vergewaltigt zu werden."
  },
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    "end": 797.7,
    "text": "Und das ist im Kern, was Prostitution ist, denn Die Frauen in der Prostitution wollen den Sex eigentlich gar nicht."
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    "text": "Sie wollen das Geld."
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    "text": "So, ne?"
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    "end": 801.92,
    "text": "Sie wollen den Sex gar nicht."
  },
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    "end": 803.6,
    "text": "Das ist ja auch kein gleichberechtigter Sex."
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    "text": "Es geht ja bei dem Sex darum, da kommt halt ein Kunde und sagt, was er will."
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    "end": 810.48,
    "text": "Und dann sagst du halt, ja, mach ich mit oder mach ich nie mit."
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    "text": "Aber es geht ja nie um dich, um deinen Konsens, um deine sexuellen Bedürfnisse."
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    "text": "Sondern eigentlich ist es Sex, den du nie willst, mit dem Menschen, den du vielleicht sonst auch nie anfassen würdest."
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    "text": "Es ist also Sex, den du nie willst."
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    "text": "und permanent Sex zu haben, den man nie will, macht ja was mit einem."
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    "text": "Ganz erheblich."
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    "text": "Also da muss man ja extrem viel Zeug in sich auch unterdrücken."
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    "end": 840.88,
    "text": "Ekel, Demütigung, Abwehr, Schmerzen und so weiter."
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    "text": "Und das verursacht dieses Traumata."
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    "text": "Es einert mich an eine Geschichte aus ihrem Buch."
  },
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    "end": 852.54,
    "text": "Sie erzählen in einem Kapitel, wie sie in Geldnot sind."
  },
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    "text": "Sie haben da gerade ihr Studium angefangen, müssen Bücher kaufen, der Kühlschrank ist leer."
  },
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    "end": 858.1,
    "text": "Sie schreiben, sie haben nicht mal mehr"
  },
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    "text": "Geld"
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    "text": "für Tampons."
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    "text": "Und sie antworten einem Freier auf einer Online-Plattform."
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    "end": 867.54,
    "text": "Sie haben schon ein schlechtes Gefühl bei den Nachrichten von ihm."
  },
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    "end": 871.68,
    "text": "Und sie sind aber so in Geldnot, dass sie sich verabreden."
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    "text": "Er holt sie mit dem Auto ab."
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    "end": 878.48,
    "text": "Und wenn man es liest, ist es wirklich extrem beklemmend, weil sie fahren eine lange Strecke."
  },
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    "text": "Sie sind bei diesem fremden Mann im Auto."
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    "end": 884.84,
    "text": "Und er fängt noch im Auto an, sie verbal zu degradieren."
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    "end": 889.08,
    "text": "Und sie schreiben, sie merken, sie haben es mit einem Sadisten zu tun."
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    "end": 900.74,
    "text": "und dass sie, wo mir wirklich Blut in den Adern gefroren ist, sie schreiben, sie haben eigentlich keine Ahnung, ob sie diesen Abend überleben oder ob sie zerstückelt in einer Mülltüte landen."
  },
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    "text": "Wie hält man sowas aus?"
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    "text": "Es gibt verschiedene Tools, mit denen man das aushalten kann."
  },
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    "text": "Dass ich das jetzt überlebt habe, war Zufall."
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    "text": "Wenn Sie die Geschichte gelesen haben, wissen Sie auch, dass sein Haus im Wald lag."
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    "text": "Es wird kein Handy im Fahren gab."
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    "text": "Das Haus war extrem komisch."
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    "text": "Er hatte auch riesige Hunde da."
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    "end": 936.26,
    "text": "Und es war klar ... Der Moment, wenn man sich wehrt oder versucht zu fliehen, ist ja immer der gefährlichste."
  },
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    "text": "Und ich wusste, wenn ich das jetzt mache, wenn ich erkennen lasse, dass ich verstehe, was hier passiert und dass es ihm Spaß macht, mir Angst zu machen, dass es dann total eskaliert."
  },
  {
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    "end": 956.92,
    "text": "Also habe ich mich dumm gestellt und habe so getan, als wäre das alles total normal und ich wusste gar nie, was er da will und war frech, also frech sein und schlagfertig sein."
  },
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    "text": "Das ist seit meiner Kindheit so ein Bewältigungstool für alle möglichen Sachen."
  },
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    "text": "Meine Bewältigungsstrategie in dem Moment war, nicht zu zeigen, dass ich Josef voll habe."
  },
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    "text": "Nicht zu zeigen, dass ich Angst habe, weil ich wusste, das ist wie so ein High."
  },
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    "text": "Wenn Sie mit einer kleinen Wunde in ein Meer gehen, der High wird des Blut riechen und wird erst richtig wild."
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    "end": 982.46,
    "text": "Und wenn Sie einem Sadisten gegenüber zeigen, ja, du machst mir gerade Angst."
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    "text": "Ich verstehe, dass mein Leben in Deiner Hand liegt."
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    "text": "Dann war es das."
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    "end": 992.44,
    "text": "Sie haben den Abend überlebt, aber es war trotzdem, da ist da nicht direkt die Entscheidung gefallen."
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    "end": 993.46,
    "text": "Das mache ich nie wieder."
  },
  {
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    "end": 996.68,
    "text": "Nee, konnte ich mir ja gar nie leisten."
  },
  {
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    "end": 1001.72,
    "text": "Also es gab so viele Freier, wo ich dachte, das ist einfach so schlimm, ich will das nie wieder haben."
  },
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    "text": "Aber das war ja nicht meine Wahl."
  },
  {
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    "text": "Also das war ja nicht meine freie Entscheidung."
  },
  {
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    "end": 1012.32,
    "text": "Das war ja nie, dass ich ein bisschen bekloppt war und nie verstanden habe, was da passiert und dass es mir schadet und dass es Schlimmes ist."
  },
  {
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    "end": 1013.52,
    "text": "Ich bin ja ein Mensch, habe ja Gefühle."
  },
  {
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    "end": 1015.26,
    "text": "Klar, habe ich das mitbekommen."
  },
  {
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    "end": 1019.78,
    "text": "Sondern die äußeren Umstände waren einfach so, dass ich keine andere Wahl hatte."
  },
  {
    "start": 1020.36,
    "end": 1028.14,
    "text": "Jetzt gibt es vielleicht Hörer und Hörerinnen, die denken sich so, aber naja, irgendein Job findet man ja immer in irgendwo etwas verkaufen."
  },
  {
    "start": 1028.64,
    "end": 1030.819,
    "text": "Wie auch immer können sie einmal nachvollziehbar erklären."
  },
  {
    "start": 1031.52,
    "end": 1034.079,
    "text": "Warum arbeitet man nicht bei dem Laden XY,"
  },
  {
    "start": 1034.76,
    "end": 1035.119,
    "text": "bevor"
  },
  {
    "start": 1035.48,
    "end": 1037.54,
    "text": "man zu prostituierten"
  },
  {
    "start": 1037.599,
    "end": 1037.8,
    "text": "wird?"
  },
  {
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    "end": 1040.359,
    "text": "Naja, das ist ein bisschen einfach gedacht."
  },
  {
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    "end": 1047.94,
    "text": "Also bei mir war es zum Beispiel so, dass mich als Ungelernte, die gerade frisch von der Schule kommt, wie viel verdient man da?"
  },
  {
    "start": 1048.6,
    "end": 1051.96,
    "text": "Und ich stand ja da, ich hatte keine Wohnung, ich hatte keine Kaution, ich hatte keine Möbel."
  },
  {
    "start": 1052.48,
    "end": 1055.28,
    "text": "Also ich hätte arbeiten können, zumindest lohnen."
  },
  {
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    "end": 1058.3,
    "text": "Aber davon bekommen sie keine Wohnung."
  },
  {
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    "end": 1061.34,
    "text": "Und wenn sie keine Wohnung haben, bekommen sie auch kein Job."
  },
  {
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    "end": 1064.58,
    "text": "So, und wenn sie kein Job haben, bekommen sie aber keine Wohnung."
  },
  {
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    "text": "Also, die Frage kommt immer wieder, ne?"
  },
  {
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    "end": 1070.02,
    "text": "Also, aber sie ist ja eigentlich keine Frage, sondern ein Vorwurf."
  },
  {
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    "end": 1074.7,
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  },
  {
    "start": 1075.24,
    "end": 1082.3,
    "text": "Vor allem von Männern, die Interviews mit mir einfach nie lesen, sondern sagen, wie kann das unfreiwillig gewesen sein, bei all die an der Kasse suchen, so Leute."
  },
  {
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    "end": 1093.78,
    "text": "So, ich finde dieser Fokus... auf die persönlichen Entscheidungen der Frauen, verstellt total den Blick darauf, worum es hier eigentlich geht."
  },
  {
    "start": 1095.22,
    "end": 1100.42,
    "text": "Denn, dass die meisten Frauen in der Prostitution Unterstützung bräuchten."
  },
  {
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    "end": 1103.34,
    "text": "und krasse Sachen erlebt haben."
  },
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    "text": "Und das nie als ihre Erfüllung sehen."
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    "text": "Da müssen wir nie darüber diskutieren."
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    "text": "Das ist allen Leuten klar."
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    "text": "Worüber wir hier mal diskutieren sollten, ist, was Männer dazu bewegt, das auszunutzen."
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    "text": "Denn ein Mann, der in den Puff geht, wird von gar nichts gezwungen."
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    "text": "Es gibt keine Umstände, die einen Mann ins Bodell zwingen."
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    "text": "Und der geht dort also rein, bucht sich eine Frau und hat mit der Sex ohne zu wissen."
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    "text": "Ob die das wirklich will?"
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    "text": "So, weil natürlich ist klar, jeder Mann, der ins Brot hergeht, hat schon mal von Zwangsprostitution gehört."
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    "text": "Und er weiß auch, dass das Risiko besteht, dass hier Zwangsprostitution vorliegt."
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    "end": 1147.16,
    "text": "Oder krasse Armutsprostitution, dass die Frau ihn eigentlich gar nicht will, aber sie hat keine Winterschuhe für ihre Kinder."
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    "text": "Oder keine Ahnung, ein Zuhälter oder sie ist aus Rumänien hierher verschleppt worden oder sonst irgendwas."
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    "text": "Jeder weiß, dass dieses Risiko besteht."
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    "text": "Und trotzdem bucht dieser Mann, diese Frau und hat Sex mit ihr."
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    "text": "Und es ist ihm egal."
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    "text": "Offensichtlich, ob sie den Sex wirklich will."
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    "text": "Wie erklären Sie sich das, dass Männer das ausblenden?"
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    "text": "Wir leben halt in einer Kultur, in der die sexuelle Bedürfnisbefriedigung von Männern höher gehalten wird als der Wille und der Konsens von Frauen."
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    "text": "Das ist ja auch nichts Neues."
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    "text": "Das war ja auch bei Vergewaltigungen der Ehe, war das so."
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    "text": "Männer denken, sie hätten ein Recht auf Sex, vor allem wenn sie dafür bezahlt haben."
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    "text": "Also da findet eine Verquickung statt von patriarchalen Mustern, ich als Mann habe ein Recht auf Sex und kapitalistischer Verfügbarkeit von über Menschen."
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    "text": "Also ich habe ja dafür bezahlt, klar habe ich ein Recht darauf."
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    "text": "So wenn ich zum Friseur gehe und dem fünfzig Euro hinlege, dann muss ja mir auch die Haare schneiden."
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    "text": "So, ich habe ja dafür bezahlt."
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    "end": 1208.9,
    "text": "Und freier denken, sie hätten ein Recht darauf."
  },
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    "text": "Wir müssen mal über sexuellen Konsens reden."
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    "text": "Also ich sage immer, wenn ein Kumpel zu ihnen kommen würde und sagen würde, ich habe letzte Woche mit einer Frau geschlafen und ich fand es total gut."
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    "text": "Aber ich weiß eigentlich gar nicht, ob die das wirklich wollte."
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    "text": "Hochproblematisch, was du da gemacht hast, das kannst du nie bringen."
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    "text": "Aber sobald dieser Mann sagt, ja, aber ich habe die bezahlswahne prostituierte."
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    "text": "Sagen alle, ach so, ne, dann ist okay."
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    "text": "Ach so, ja."
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    "end": 1246.04,
    "text": "Also, so gibt es eine Klasse von Frauen, bei denen es okay ist, wo es in Ordnung ist, die sexuell zu missbrauchen."
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    "end": 1248.92,
    "text": "Denn das ist das, worüber wir hier reden."
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    "text": "Demgegenüber steht ja die Rechtslage."
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    "end": 1259.46,
    "text": "Und seit Jahr zwei, gibt es ja das Prostitutionsgesetz in Deutschland und damit ist Prostitution legal."
  },
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    "end": 1267.1,
    "text": "Das heißt also, ein Freier könnte sich... auf den Standstellen, naja, es ist legal, also mache ich nichts Verbotenes."
  },
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    "text": "Und genau das ist das Problem."
  },
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    "text": "Wir haben das falsche Gesetz."
  },
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    "end": 1273.8,
    "text": "Ich habe das auch so oft von Freien gehört, naja, ich mache hier hier nichts Verbotenes."
  },
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    "text": "So, Gesetze sind etwas worauf wir uns als Gesellschaft... einig haben, was für ein Verhalten wollen wir dulden und was wollen wir nicht mehr."
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    "text": "Und wenn ich etwas erlaube, werden mehr Menschen es tun."
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    "text": "Wenn wir morgen sagen, ja, es ist schon erlaubt, Menschen nur Urfeige zu geben, dann werden wir eine Zunahme an Urfeigen sehen."
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    "text": "Das ist doch ganz klar."
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    "text": "Wir haben alle unsere heimliche Liste in der Tasche, wer das mal verdient hätte."
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    "text": "Wofür plädieren Sie?"
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    "text": "Wie würde für Sie ein besseres Gesetz aussehen?"
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    "text": "Also diese Gesetzgebung, die wir in Deutschland haben, die ist halt nie in Stein gemeißelt, ne?"
  },
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    "end": 1312.34,
    "text": "Also wir tun immer so, als wäre das das Normalste von der Welt, dass wir Prostitutionen legalisiert haben, aber ist es überhaupt nie."
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    "text": "Andere Leinder haben schon lange gesagt, dass sie das nordische Modell einführen."
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    "end": 1317.88,
    "text": "Also dass sie es verbieten."
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    "text": "Es gibt beispielsweise in Schweden, in Israel."
  },
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    "text": "Genau, ja, genau."
  },
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    "end": 1328.2,
    "text": "Sich zu prostitutieren ist trotzdem noch erlaubt, die Frauen werden nicht bestraft, weil gesagt wird, es ist dein Körper, du kannst mit ihm machen, was willst."
  },
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    "end": 1333.32,
    "text": "kann man ja nie bestrafen, aber das auszunutzen und Sex ohne Konsens zu haben kann man bestrafen."
  },
  {
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    "end": 1339.54,
    "text": "Genau, also die Freier, die Sex als Dienstleistung kaufen oder kaufen wollen, werden mit dem nordischen Modell kriminalisiert."
  },
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    "end": 1340.02,
    "text": "Absolut."
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    "end": 1340.9,
    "text": "Die machen sich strafbar."
  },
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    "end": 1341.68,
    "text": "Ja, genau."
  },
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    "end": 1346.26,
    "text": "Jetzt ist ein Gegenargument bei dem nordischen Modell, das mir sehr häufig begegnet."
  },
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    "end": 1349.6,
    "text": "Na ja, dann rutscht ja die ganze Szene in den Untergrund."
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    "end": 1352.5,
    "text": "In Schweden gibt es verschiedene Ansichten."
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    "text": "Eine Ansicht ist die, der Straßenstrich ist verschwunden, also die sichtbare Prostitution."
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    "text": "Aber jetzt sind die Frauen in Wohnungen oder in so heimlichen Bordellen, wo man die ja gar nicht mehr sieht."
  },
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    "end": 1370.5,
    "text": "und das ist noch schlimmer, weil dann sind die halt quasi komplett unsichtbar und können sich überhaupt nicht mehr helfen, wenn etwas passiert."
  },
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    "end": 1375.38,
    "text": "Also diese Entwicklung hat durch das Internet auch stattgefunden."
  },
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    "end": 1378.56,
    "text": "Also sagt dann immer, ja, dann verlagert sich alles ins Internet."
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    "text": "Ja, das ist, weil es das Internet gibt."
  },
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    "end": 1382.6,
    "text": "Das hat mit dem Nordischen Modell einfach gar nichts zu tun."
  },
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    "text": "Und also das Erste ist, was ist denn ein Untergrund?"
  },
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    "end": 1387.8,
    "text": "Wir haben jetzt hier schon einen Untergrund."
  },
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    "end": 1391.96,
    "text": "Irgendwie nur ein Minimum an Frauen in der Prostitution ist hier angemeldet."
  },
  {
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    "text": "Genau, in Deutschland sind das um die dreißigtausend."
  },
  {
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    "end": 1399.38,
    "text": "Man geht aber davon aus, dass zehnmal mehr Frauen in der Prostitution sind."
  },
  {
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    "text": "Exakt."
  },
  {
    "start": 1400.04,
    "end": 1403.22,
    "text": "Und wenn diese Rechnung stimmt, dann haben wir hier schon neunzig Prozent Untergrund."
  },
  {
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    "text": "In einem Land, wo Prostitutionen legal ist, kann man sich schon mal fragen, wie schlimm soll es denn noch werden?"
  },
  {
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    "text": "Wo soll denn noch mehr Untergrund herkommen?"
  },
  {
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    "end": 1423.32,
    "text": "Dann ist bei uns in Deutschland so, dass ein erheblicher Teil der Zwangsprostitution und des Menschenhandels in völlig legalen Modellen oder völlig legalen Straßenstrichs stattfindet, weil diese kriminellen Organisationen die legale Infrastruktur dafür nutzen."
  },
  {
    "start": 1423.56,
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    "text": "So."
  },
  {
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    "end": 1429.6,
    "text": "Nur weil jemand auf einem legalen Straßenstrich steht, in Dortmund zum Beispiel, der ist ja legal, so."
  },
  {
    "start": 1430.02,
    "end": 1433.0,
    "text": "Nur weil eine Frau dort steht, bedeutet das nie, dass die das freiwillig macht."
  },
  {
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    "end": 1435.02,
    "text": "Und das hier kein Menschenhandel vorliegt."
  },
  {
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    "end": 1447.42,
    "text": "Das ist also das eine, wir müssen aufhören zu glauben, dass die legale angemeldete Prostitution immer das freiwillige und gute und selbstbestimmte ist und die illegal nicht angemeldete Prostitution immer Menschenhandel und Zwangsprostitution wäre."
  },
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    "end": 1454.72,
    "text": "Auch in legalen Modellen finden unter angemeldeten Frauen in der Prostitution sind Menschenhandelsopfer."
  },
  {
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    "end": 1456.4,
    "text": "Das ist das eine und das andere."
  },
  {
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    "end": 1463.5,
    "text": "Prostitution kann eben nie komplett unsichtbar sein, sondern der Freier und die Frau in der Prostitution müssen sich ja finden."
  },
  {
    "start": 1463.86,
    "end": 1469.6,
    "text": "So, und in Schweden zum Beispiel kann ich Ihnen genau sagen, wo Prostitution zum Beispiel in Stockholm stattfindet."
  },
  {
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    "end": 1476.8,
    "text": "Ich hole mir ein Smartphone raus und in drei Sekunden kann ich Ihnen sagen, wo Prostitution stattfindet, weil die Freier das finden müssen."
  },
  {
    "start": 1476.86,
    "end": 1484.82,
    "text": "Und wenn die Freier es finden, kann sie jeder finden, jeder Polizei, jeder Sozialarbeiter und die Sozialdienste in Schweden."
  },
  {
    "start": 1485.18,
    "end": 1493.46,
    "text": "Die zusammen mit der Polizei dort hingehen und die Polizisten nehmen sich dann die Freie vor und die Frauen sprechen mit dem Sozialdienst."
  },
  {
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    "end": 1499.34,
    "text": "Die Sozialdienste sagen, sie kommen immer noch sehr gut an die Frauen ran und alle wissen, wo Prostitution stattfindet."
  },
  {
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    "end": 1503.72,
    "text": "Was passiert den Männern, die dabei erwischt werden, wenn es illegal ist?"
  },
  {
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    "end": 1506.06,
    "text": "Also etwas vollkommen anderes als in Deutschland."
  },
  {
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    "end": 1510.24,
    "text": "In Deutschland kann man sich ja als Freier immer noch in die Talkshows setzen und alles ist okay."
  },
  {
    "start": 1510.76,
    "end": 1514.96,
    "text": "Aber die Frauen werden beschämt, also exprosituierte echte Nutte."
  },
  {
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    "end": 1518.48,
    "text": "Das heißt also, die Legalisierung hilft auch gar nicht gegen das Stigma."
  },
  {
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    "end": 1526.66,
    "text": "Und den Schweden und Kanada und Frankreich und Irland und so weiter, wo das nordische Modell jetzt gibt, ist es eben anders."
  },
  {
    "start": 1526.92,
    "end": 1531.08,
    "text": "Freier Tumus verboten, sich sexuellen Zugang zu der anderen Person zu kaufen, ist illegal."
  },
  {
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    "end": 1536.06,
    "text": "Und dann zieht die Gesellschaft nach und sagt, okay, das ist eine Norm."
  },
  {
    "start": 1536.9,
    "end": 1549.66,
    "text": "nach der wir uns jetzt verhalten, dass es dort kein kleiner Minifeld tritt, sondern das löst dort, wenn es bekannt wird, auch über zum Beispiel einen prominenten Mann oder so, dass der im Bordell war, löst dort großes Entsetzen aus."
  },
  {
    "start": 1549.92,
    "end": 1563.68,
    "text": "Also es gab auch schon Fußballvereine, die gesagt haben, der und der bei uns war im Bordell und wir schließen den jetzt aus, das ist kein Fairplay, wir wollen nicht mit jemandem auf dem Platz stehen, der sich Frauen kauft, das ist machen nun Loser und wir wollen das nicht."
  },
  {
    "start": 1564.78,
    "end": 1567.4,
    "text": "Sind Sie sicher, dass das in Deutschland auch so passieren könnte?"
  },
  {
    "start": 1567.5,
    "end": 1572.62,
    "text": "Hier ist ja Prostitution seit über zwanzig Jahren legal und ich glaube, so eine Mehrheitsmeinung"
  },
  {
    "start": 1572.76,
    "end": 1572.98,
    "text": "ist..."
  },
  {
    "start": 1573.86,
    "end": 1577.32,
    "text": "Na ja, wer sich dazu entscheidet, der soll das machen"
  },
  {
    "start": 1577.46,
    "end": 1577.62,
    "text": "und"
  },
  {
    "start": 1578.04,
    "end": 1584.92,
    "text": "viele Leute interessiert das auch nicht mehr, würde sich das wirklich ändern, wenn es ein Gesetz gäbe, das auf dem nordischen Modell basiert?"
  },
  {
    "start": 1585.04,
    "end": 1588.32,
    "text": "oder ist es hier nicht schon zu lange normal?"
  },
  {
    "start": 1588.68,
    "end": 1591.5,
    "text": "Also es ist schon länger als seit zwanzig Jahren legal."
  },
  {
    "start": 1592.0,
    "end": 1598.72,
    "text": "Vor zwanzig Jahren wurde nur die Sittenwidrigkeit aufgehoben, also dass alles um die prostituierte Frau herum wurde legalisiert."
  },
  {
    "start": 1599.44,
    "end": 1603.48,
    "text": "Zuhälte reizt zu einem bestimmten Punkt, wo der Betrieb Förderung der Prostitution."
  },
  {
    "start": 1604.5,
    "end": 1612.42,
    "text": "Aber wir haben eine jahrhunderte lange Tradition von Legalisierung von Prostitutionen in Deutschland bei gleichzeitiger starker Kriminalisierung der Frauen."
  },
  {
    "start": 1613.14,
    "end": 1620.74,
    "text": "Also die müssen sich an hunderttausend Regeln halten und sobald sie auch nur ihren Fuß in den Sperrgebiet setzen, sind sie schon halb im Knast."
  },
  {
    "start": 1621.28,
    "end": 1624.28,
    "text": "Dann hat sich nichts geändert und die Freier haben null Verantwortung, gar nichts."
  },
  {
    "start": 1624.92,
    "end": 1634.28,
    "text": "Das heißt, der Staat hat Prostitution eigentlich schon immer legalisiert und reguliert aber immer an den Frauen rum, damit die Freier gesunde Frauen zur Verfügung haben."
  },
  {
    "start": 1634.62,
    "end": 1635.8,
    "text": "So muss man es eigentlich sagen."
  },
  {
    "start": 1636.5,
    "end": 1639.32,
    "text": "Ich bin mir hundertprozentig sicher, dass es was ändern würde."
  },
  {
    "start": 1640.3,
    "end": 1641.74,
    "text": "weil es in anderen Ländern ja auch so ist."
  },
  {
    "start": 1642.22,
    "end": 1649.72,
    "text": "Also in Schweden war auch bei Einführung des Gesetzes, das war die Mehrheit der Gesellschaft eigentlich gegen das Gesetz."
  },
  {
    "start": 1650.04,
    "end": 1658.28,
    "text": "Und zwanzig Jahre später ist die Mehrheit der Gesellschaft für das Gesetz und sagt, ja klar, also wie konnten wir jemals darauf kommen, dass es in Ordnung wäre, sich eine Frau zu kaufen."
  },
  {
    "start": 1658.7,
    "end": 1667.16,
    "text": "In Schweden wächst eine ganze Generation an Leuten heran, an jungen Leuten, die sagen, ich würde gar nicht auf die Idee kommen, das zu tun."
  },
  {
    "start": 1667.58,
    "end": 1671.22,
    "text": "Weil man das einfach überhaupt nie macht, so gar nie in deren Köpfen mehr."
  },
  {
    "start": 1671.94,
    "end": 1673.14,
    "text": "Das ist eine Generationensache."
  },
  {
    "start": 1673.18,
    "end": 1677.9,
    "text": "Es funktioniert nie von jetzt auf gleich, aber man kann eine Gesellschaft damit verändern."
  },
  {
    "start": 1678.36,
    "end": 1680.34,
    "text": "Und das führt auch zu mehr Gleichstellung."
  },
  {
    "start": 1680.42,
    "end": 1684.42,
    "text": "Ich meine, was ist denn das für eine Gesellschaft, wo ein Geschlecht das andere kaufen kann?"
  },
  {
    "start": 1684.88,
    "end": 1688.44,
    "text": "Das ist so, wie ein Freier die prostituierte Frau anguckt, guckt ja jede Frau an."
  },
  {
    "start": 1688.5,
    "end": 1691.62,
    "text": "Wenn eine Frau ein Preisschild hat, haben alle Frauen ein Preisschild."
  },
  {
    "start": 1691.66,
    "end": 1693.72,
    "text": "Das ist auch das, was Freier mir so erzählt haben."
  },
  {
    "start": 1694.16,
    "end": 1697.48,
    "text": "Wenn sie sagen, wenn ich ein Date habe, dann muss ich ja auch investieren."
  },
  {
    "start": 1697.7,
    "end": 1701.3,
    "text": "Gehe mich mit der Essen, muss ich das Taxi ausgeben, am Ende darf ich nie mehr ran."
  },
  {
    "start": 1701.8,
    "end": 1703.28,
    "text": "Und auch ihre Ehefrauen sehen sie so."
  },
  {
    "start": 1703.78,
    "end": 1709.5,
    "text": "Ich bringe hier die Kohle nach Hause, ich zahle hier das Haus ab und trotzdem macht die nie immer die Woche die Beine breit."
  },
  {
    "start": 1709.9,
    "end": 1713.06,
    "text": "Also das ist das Frauenbild von Freyjan und es trifft jede Frau."
  },
  {
    "start": 1713.2,
    "end": 1714.26,
    "text": "Es trifft jede Frau."
  },
  {
    "start": 1714.98,
    "end": 1724.3,
    "text": "Trotzdem, was machen wir mit den Frauen, die sagen, Nordisches Modell, Sexarbeitsverbot wäre wie ein Berufsverbot für sie?"
  },
  {
    "start": 1724.36,
    "end": 1730.68,
    "text": "Die Frauen gibt es ja, werden die dann nicht in ihren Rechten eingeschränkt, wenn es so ein Modell gäbe in Deutschland?"
  },
  {
    "start": 1731.36,
    "end": 1731.66,
    "text": "Nö, wieso?"
  },
  {
    "start": 1732.32,
    "end": 1733.94,
    "text": "Welches Recht sollte denn da eingeschränkt werden?"
  },
  {
    "start": 1734.0,
    "end": 1737.84,
    "text": "Im notischen Modell ist es nicht verboten, sich zu prostituieren, weil der Staat sagt,"
  },
  {
    "start": 1737.96,
    "end": 1744.76,
    "text": "du kannst genau, aber die Kunden werden ja kriminalisiert und das würden die argumentieren, erschwert ihren Berufsalltag."
  },
  {
    "start": 1744.88,
    "end": 1745.96,
    "text": "Ja, das ist doch kein Berufsverbot."
  },
  {
    "start": 1746.9,
    "end": 1751.02,
    "text": "Also wo greift das denn das Recht der prostituierten Frau an?"
  },
  {
    "start": 1751.16,
    "end": 1753.18,
    "text": "Welches Recht diese Frau wird denn angegriffen?"
  },
  {
    "start": 1753.78,
    "end": 1757.86,
    "text": "Naja, ihre Arbeit wird ja schwer, wenn die Männer sich strafbar machen."
  },
  {
    "start": 1758.02,
    "end": 1764.82,
    "text": "Das ist auch nie unbedingt der Fall, weil die Studien und Statistiken aus Schweden zeigen, dass Prostitution dadurch sicherer wird."
  },
  {
    "start": 1765.5,
    "end": 1767.64,
    "text": "Und dass Frauen auch mehr damit verdienen, das ist ja auch klar."
  },
  {
    "start": 1767.74,
    "end": 1772.12,
    "text": "Wenn sie die Nachfrage kriminalisieren, wenn sie freier kriminalisieren, gibt es weniger freier."
  },
  {
    "start": 1773.12,
    "end": 1778.72,
    "text": "Und dadurch gibt es auch weniger prostituierte Frauen und weniger Zwangsprostitution und weniger Menschenhandel."
  },
  {
    "start": 1778.98,
    "end": 1785.98,
    "text": "Weil es sich nicht lohnt in Schweden eine Frau zur Prostitution zu zwingen, sondern das macht man in Deutschland."
  },
  {
    "start": 1786.02,
    "end": 1790.36,
    "text": "Man verschleppt die Rumänen nach Deutschland und nie nach Schweden, weil es zu wenig Freie gibt."
  },
  {
    "start": 1790.42,
    "end": 1792.6,
    "text": "Du kannst als Zuhälter nichts mit der verdienen."
  },
  {
    "start": 1793.24,
    "end": 1793.3,
    "text": "So."
  },
  {
    "start": 1794.18,
    "end": 1798.26,
    "text": "Ist es denn aber nicht nur ein Flee-Effekt, also die Freia aus Schweden kommen?"
  },
  {
    "start": 1798.3,
    "end": 1814.72,
    "text": "ja, ich habe selber zur Prostitution recherchiert, ich war im Artemis eines der größten Modelle in Deutschland und er war dann tatsächlich gerade so eine größere Gruppe aus Schweden, weil es eben dort illegal ist und in Deutschland legal, ist es denn nicht nur so eine Verschiebung der Kundschaft sozusagen?"
  },
  {
    "start": 1816.4,
    "end": 1821.22,
    "text": "Also manche Freia gehen ins Ausland, das stimmt, das sieht man auch an der französisch-salendischen Grenze."
  },
  {
    "start": 1822.64,
    "end": 1823.74,
    "text": "Aber das sind doch nie alle."
  },
  {
    "start": 1824.3,
    "end": 1825.16,
    "text": "Also das sind doch nie alle."
  },
  {
    "start": 1825.28,
    "end": 1826.24,
    "text": "Das können doch nie alle."
  },
  {
    "start": 1826.4,
    "end": 1830.9,
    "text": "Männer, die mal in Schweden freier waren, gehen doch jetzt nie in deutsche Bordelle."
  },
  {
    "start": 1831.82,
    "end": 1834.36,
    "text": "Das ist das eine, sondern es ist eben nur ein gewisser Teil."
  },
  {
    "start": 1835.18,
    "end": 1836.62,
    "text": "Und auch da kann man was machen."
  },
  {
    "start": 1836.76,
    "end": 1844.6,
    "text": "Also Norwegen will jetzt zum Beispiel durchsetzen, dass Männer, die im Ausland Frauen gekauft haben, wenn sie zurück nach Norwegen kaum auch bestraft werden."
  },
  {
    "start": 1845.76,
    "end": 1850.72,
    "text": "Oder wenn sie nach Thailand fliegen und dort sich Frauen und ja auch Kinder kaufen."
  },
  {
    "start": 1851.34,
    "end": 1859.68,
    "text": "Und es ist ja eigentlich eher auch ein Argument dafür, dass es eben die Reiche in einem Land das nodische Modell einzuführen, sondern dass wir das in ganz Europa brauchen eigentlich auf der ganzen Welt."
  },
  {
    "start": 1861.2,
    "end": 1866.3,
    "text": "Wer das zumindest für Europa ebenfalls so sieht, ist die Bundestagspräsidentin Julia Klöckner."
  },
  {
    "start": 1866.76,
    "end": 1868.46,
    "text": "Die ist da ausdrücklich ihrer Meinung."
  },
  {
    "start": 1868.54,
    "end": 1872.56,
    "text": "Die hat am fünften November auf einer Preisverleihung Folgendes gesagt."
  },
  {
    "start": 1872.96,
    "end": 1876.36,
    "text": "Deutschland, so hart es klingt, ist der Puff Europas."
  },
  {
    "start": 1877.34,
    "end": 1879.04,
    "text": "Und das ist keine schöne Auszeichnung."
  },
  {
    "start": 1879.32,
    "end": 1886.4,
    "text": "Wenn wir sonst über Frauenrechte sprechen, aber sagen, dass Prostitution ein Beruf wie jeder andere sei, dann ist das nicht nur lächerlich, sondern"
  },
  {
    "start": 1886.96,
    "end": 1887.82,
    "text": "verächtlich machen"
  },
  {
    "start": 1888.04,
    "end": 1888.56,
    "text": "von Frauen."
  },
  {
    "start": 1888.96,
    "end": 1891.42,
    "text": "Es gibt auch keine Schülerpraktiker in diesem Beruf."
  },
  {
    "start": 1892.18,
    "end": 1894.76,
    "text": "Was haben Sie gedacht, als Sie Frau Klöckner da zum ersten Mal gehört"
  },
  {
    "start": 1894.84,
    "end": 1895.06,
    "text": "haben?"
  },
  {
    "start": 1895.86,
    "end": 1900.22,
    "text": "Ja, das sind Aussagen, die ich schon kenne, die wir seit Jahren über einem Jahrzehnt tätigen."
  },
  {
    "start": 1900.68,
    "end": 1902.54,
    "text": "Und schön, dass es endlich angekommen ist."
  },
  {
    "start": 1903.18,
    "end": 1913.12,
    "text": "Sie sind ja schon sehr lange als Aktivistin unterwegs und trotzdem ist mein Eindruck, dass das Thema Sexkaufverbot ist eigentlich immer sowas, was politisch unter ein Tisch fällt."
  },
  {
    "start": 1913.2,
    "end": 1921.72,
    "text": "Also damit gewinnt man keine Wahlen, da kommen immer die Argumente, naja, aber wenn es freiwillig ist und es ist ja eben schon so lange legal."
  },
  {
    "start": 1922.06,
    "end": 1923.94,
    "text": "Wie fühlt sich das an, dass es jetzt doch mal?"
  },
  {
    "start": 1924.02,
    "end": 1927.48,
    "text": "die Union hat das ja explizit jetzt mal zum Thema gemacht?"
  },
  {
    "start": 1927.86,
    "end": 1934.98,
    "text": "Also erstmal wundet es mich überhaupt nie, dass es so ein CA-Kampf ist, denn der Staat verdient ja auch massiv an Prostitutionen."
  },
  {
    "start": 1935.18,
    "end": 1939.34,
    "text": "über zwölf Milliarden Euro Umsatz in Deutschland jedes Jahr."
  },
  {
    "start": 1939.86,
    "end": 1941.04,
    "text": "allein durch Prostitution."
  },
  {
    "start": 1941.22,
    "end": 1945.7,
    "text": "Das bedeutet übrigens, der Staat verdient auch massiv an Menschenhandel und zwar Prostitution."
  },
  {
    "start": 1945.84,
    "end": 1946.68,
    "text": "Können Sie das erklären?"
  },
  {
    "start": 1946.78,
    "end": 1948.02,
    "text": "Woher kommt der Umsatz?"
  },
  {
    "start": 1948.2,
    "end": 1949.48,
    "text": "Wie verdient der deutsche Staat?"
  },
  {
    "start": 1949.58,
    "end": 1950.3,
    "text": "Also vielfältig."
  },
  {
    "start": 1950.38,
    "end": 1954.2,
    "text": "Das sind Bordelle, also große Bordelle, die ihre Steuern abführen."
  },
  {
    "start": 1954.58,
    "end": 1959.52,
    "text": "Es gibt auch diese perverse Einrichtung, dass Frauen in der Prostitution Vergnügungssteuer zahlen."
  },
  {
    "start": 1960.2,
    "end": 1963.86,
    "text": "Also was abartig ist, also die Frauen haben ja nie das Vergnügen dabei."
  },
  {
    "start": 1965.08,
    "end": 1967.3,
    "text": "Und eben ganz normal auch Einkommenssteuer und so weiter."
  },
  {
    "start": 1968.18,
    "end": 1968.9,
    "text": "sehr viel Geld."
  },
  {
    "start": 1970.18,
    "end": 1975.9,
    "text": "Also ich habe das Gefühl, gerade Deutschland hat das gerade auch nötig das Geld."
  },
  {
    "start": 1976.36,
    "end": 1981.56,
    "text": "Und der deutsche Staat wirkt da gerade nie treffen zwischen, weil er gerade raushaut, wie Bolle."
  },
  {
    "start": 1981.98,
    "end": 1982.32,
    "text": "Warum"
  },
  {
    "start": 1982.42,
    "end": 1984.98,
    "text": "glauben Sie, wird diese Debatte so erbittert geführt?"
  },
  {
    "start": 1985.24,
    "end": 1991.74,
    "text": "Es gibt ja auch Frauen, die ganz erbittert für Prostitution, für Sexarbeit plädieren."
  },
  {
    "start": 1991.86,
    "end": 2002.24,
    "text": "Ich habe nämlich einen Kommentar aus der süddeutschen Zeitung, wo eine Kolumnistin sagte, Ein Arbeitsverbot, während der Schwangerschaft für Prostituierte, wäre ein Berufsverbot."
  },
  {
    "start": 2002.78,
    "end": 2005.96,
    "text": "Also, dass nach dem Motto es geht in Deutschland gar nicht."
  },
  {
    "start": 2006.34,
    "end": 2009.48,
    "text": "Also, das ist ja kein Männer-verses-Frauen-Ding alleine."
  },
  {
    "start": 2009.72,
    "end": 2012.82,
    "text": "Ja, Frauen wollen natürlich auch nicht so richtig hinschauen."
  },
  {
    "start": 2013.5,
    "end": 2015.18,
    "text": "Also, ich erinnere mich an diesen Artikeln."
  },
  {
    "start": 2015.24,
    "end": 2016.84,
    "text": "War das nicht sogar so, dass du drin stand?"
  },
  {
    "start": 2016.92,
    "end": 2019.94,
    "text": "Ja, Sex ist doch nur gute Sache und ist doch gut, auch wenn man in der Schwangerschaft ist."
  },
  {
    "start": 2020.52,
    "end": 2022.9,
    "text": "Das macht alles schön weich und die Muskeln und so weiter."
  },
  {
    "start": 2023.32,
    "end": 2026.38,
    "text": "Ich fand das grauenhaft echt, das war so abgefahren."
  },
  {
    "start": 2027.0,
    "end": 2037.3,
    "text": "Nur weil sie gerne Sex in der Schwangerschaft hat, was sie haben darf, kann sie doch nie... Also ich meine, sie soll mal in Berlin auf die Kurfürstenstraße gehen, auf den Straßenstrich, da sprechen die Frauen nicht mal Deutsch."
  },
  {
    "start": 2037.64,
    "end": 2041.28,
    "text": "Das sind ihre Zuhälter, die mit den Freiern dort die Deals ausmachen."
  },
  {
    "start": 2041.32,
    "end": 2043.4,
    "text": "Die Frauen wissen teilweise gar nicht, was ausgemacht wird."
  },
  {
    "start": 2043.44,
    "end": 2046.16,
    "text": "Das erfahren die dann in irgendeinem Auto, in der Pamba."
  },
  {
    "start": 2047.64,
    "end": 2050.9,
    "text": "Also nee, ich möchte dort keine Frau im neunten Monat sehen."
  },
  {
    "start": 2051.54,
    "end": 2055.139,
    "text": "Es gibt einige Frauen, die für Sexarbeit sind."
  },
  {
    "start": 2056.699,
    "end": 2059.1,
    "text": "Und ich finde, dass sie uns unter den Bus werfen."
  },
  {
    "start": 2059.639,
    "end": 2062.0,
    "text": "Uns Frauen, die primär betroffen sind."
  },
  {
    "start": 2062.5,
    "end": 2067.0,
    "text": "Denn sie nutzen Prostitution als Mittel, um sich als progressiv und liberal zu labeln."
  },
  {
    "start": 2067.9,
    "end": 2071.5,
    "text": "Und zu sagen, wir sind gar nie Brüder und alles ist ja so cool."
  },
  {
    "start": 2072.699,
    "end": 2075.159,
    "text": "Ja, kann ja auch jeder mit jedem sein, aber muss Geld involviert sein?"
  },
  {
    "start": 2075.239,
    "end": 2075.62,
    "text": "Muss ja nie."
  },
  {
    "start": 2077.659,
    "end": 2087.52,
    "text": "Ich weiß, es ist vor allem in progressiven linken Kreisen super angesagt zu sagen, ich habe mit Pornografie und Prostitution und Sexarbeit gar kein Thema und so."
  },
  {
    "start": 2088.38,
    "end": 2095.88,
    "text": "Das ist alles nur um sich hinzustellen, als jemand, der nie Brüde ist, der vorwärts denkt, der liberal ist und so weiter."
  },
  {
    "start": 2096.719,
    "end": 2103.26,
    "text": "Und es hat mit den Realitäten und mit einer ordentlichen Gesellschaftsmacht und Systemkritik aber überhaupt rein gar nichts zu tun."
  },
  {
    "start": 2103.64,
    "end": 2108.64,
    "text": "Denn Sex ist nie befreit, wenn er Marktbedingungen unterworfen wird."
  },
  {
    "start": 2109.3,
    "end": 2112.0,
    "text": "Das ist keine Liberalisierung von Sexualität."
  },
  {
    "start": 2112.6,
    "end": 2116.64,
    "text": "Sexualität als Ware zu verkaufen, ist genau gegenteil."
  },
  {
    "start": 2116.98,
    "end": 2120.9,
    "text": "Die Debatte wird natürlich auch deswegen so krass geführt, weil es einfach super viele freier gibt."
  },
  {
    "start": 2121.86,
    "end": 2128.36,
    "text": "Wir wissen nie genau wie viele, also ich habe nämlich eine Statistik gelesen, jeder vierte Mann war schon mal im Bordell in Deutschland."
  },
  {
    "start": 2129.54,
    "end": 2131.94,
    "text": "Und einerseits will sich kein Mann dieses Privileg."
  },
  {
    "start": 2132.44,
    "end": 2148.54,
    "text": "wegnehmen lassen und andererseits gibt es eben viele Männer, die das wirklich auch regelmäßig machen und die sitzen durchaus eben auch in der Justiz bei der Polizei, in der Politik, in den Zeitungen und in den Redaktionen von Dogus."
  },
  {
    "start": 2149.42,
    "end": 2163.78,
    "text": "Und die haben kein Interesse daran, sich dort hinzusetzen und zu sagen, ja, ich möchte aber jetzt weiterhin zweimal ein Monat auf dem Straßenstrich eine gerade mal achtzehnjährige Rumänen durchnehmen, die kennen wo Deutsch versteht und die es sich nie leisten kann auf Gummi zu bestehen und sonst irgendwas."
  },
  {
    "start": 2164.08,
    "end": 2180.4,
    "text": "Das möchte ich gern weiterhin machen, sondern wenn ich ein Freier wäre in der Redaktion von irgend einem... Fernsehstudio, ich würde mich studieren in Blößen, mich hinsetzen und das zu sagen, sondern ich würde eine von den wenigen Frauen suchen, die sagen, sie machen das freiwillig und die würde ich studieren hinsetzen und für mich die Arbeit machen lassen."
  },
  {
    "start": 2180.84,
    "end": 2182.76,
    "text": "Ja, das erklärt die Auswahl einiger Talkshow-Gäste."
  },
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    "start": 2184.48,
    "end": 2186.06,
    "text": "Und die gehen natürlich auch an die Wahl ohne."
  },
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    "end": 2188.6,
    "text": "Aber ich habe schon das Gefühl, dass wir vorankommen."
  },
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    "end": 2195.36,
    "text": "Vor zehn Jahren waren bei uns fast nur Dokus über Freiwilligkeit und Sexarbeit und alles ist schick."
  },
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    "end": 2198.42,
    "text": "Sowas unausgewogenes finden wir jetzt nicht mehr."
  },
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    "end": 2202.78,
    "text": "Dass sich der Bundestag damit beschäftigt, hätten wir vor zehn Jahren auch nie gedacht."
  },
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    "end": 2207.88,
    "text": "Also wir kommen definitiv voran und es ist gar keine Frage, ob das nodische Modell kommt."
  },
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    "start": 2208.64,
    "end": 2209.56,
    "text": "Das nodische Modell kommt."
  },
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    "text": "Punkt."
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    "text": "Es ist nur die Frage, brauchen wir noch fünf Jahre oder nach zehn Jahre?"
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    "end": 2216.1,
    "text": "Das ist die einzige Frage."
  },
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    "end": 2217.86,
    "text": "Sagt Huschgemao,"
  },
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    "end": 2222.18,
    "text": "Aktivistin, Autorin, Aussteigerin aus der Prostitution."
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    "text": "Frau Mao,"
  },
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    "text": "vielen Dank, dass Sie heute da waren und mit mir gesprochen haben."
  },
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    "end": 2227.06,
    "text": "Es war mir ein Fest."
  },
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    "text": "Das war Machtspiel."
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    "end": 2234.54,
    "text": "Mein Name ist Beatrice Achterberg."
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    "start": 2234.92,
    "end": 2240.7,
    "text": "Danke fürs Zuhören, Anregungen, Kommentare und alles, was ihr uns sagen wollt, bitte an machtspieletnzz.de."
  },
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    "start": 2242.18,
    "end": 2244.14,
    "text": "Links zum Thema findet ihr in den Shownotes."
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    "text": "Wir sind nächste Woche Donnerstag wieder für euch da."
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    "start": 2247.12,
    "end": 2249.14,
    "text": "Bis dahin, tschüss tschüss."
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