[
  {
    "start": 3.0,
    "text": "SPRECHER\ngesundheit-hören.",
    "end": 5.0
  },
  {
    "start": 5.0,
    "speaker": "KAI KLINDT",
    "text": "Herzlich willkommen zur neuen Folge von gepflegt gefragt, der Pflegepodcast von gesundheit-hören. Das ist das Audioangebot der Apotheken Umschau.",
    "end": 14.0
  },
  {
    "start": 14.0,
    "speaker": "AGLAJA ADAM",
    "text": "In diesem Podcast wollen wir eure Fragen beantworten rund um die häusliche Pflege.",
    "end": 18.0
  },
  {
    "start": 18.0,
    "speaker": "KAI KLINDT",
    "text": "Sei es, dass ihr als Angehörige betroffen seid oder selbst von Pflegebedürftigkeit betroffen seid.",
    "end": 23.0
  },
  {
    "start": 23.0,
    "speaker": "AGLAJA ADAM",
    "text": "Ich bin Aglaja Adam, Gesundheitsjournalistin bei der Apotheken Umschau.",
    "end": 27.0
  },
  {
    "start": 27.0,
    "speaker": "KAI KLINDT",
    "text": "Und ich bin Kai Klindt, ich bin auch Gesundheitsjournalist bei der Apotheken Umschau und Pflegefachkraft.",
    "end": 32.0
  },
  {
    "start": 32.0,
    "speaker": "AGLAJA ADAM",
    "text": "Und in dieser Folge geht's gleich um ein Thema, das wahrscheinlich alle irgendwie kennen, nämlich den lieben Haushalt.",
    "end": 38.0
  },
  {
    "start": 38.0,
    "speaker": "KAI KLINDT",
    "text": "Genau, das bisschen Haushalt, wie man mal vor langer Zeit gesungen hat.\nAlso ein wichtiges Thema für viele Menschen, die pflegebedürftig sind oder auch deren Angehörige, dass der Haushalt eine Herausforderung darstellt und ein Thema, das wir finden, auch stark unterschätzt.",
    "end": 53.0
  },
  {
    "start": 53.0,
    "speaker": "AGLAJA ADAM",
    "text": "Dann lass uns doch jetzt gleich mal loslegen und das Thema Haushaltshilfe genauer unter die Lupe nehmen.",
    "end": 58.0
  },
  {
    "start": 58.0,
    "speaker": "KAI KLINDT",
    "text": "Genau, ein großes Thema.",
    "end": 60.0
  },
  {
    "start": 66.0,
    "speaker": "AGLAJA ADAM",
    "text": "Genau, der macht sich nämlich leider nicht so ganz von selbst.\nDas hat uns auch Claudia Kolter erzählt.\nSie hat Multiple Sklerose und sucht ganz dringend eine Haushaltshilfe.",
    "end": 76.0
  },
  {
    "start": 76.0,
    "speaker": "KAI KLINDT",
    "text": "Wir spielen euch mal ab, was sie uns erzählt hat.",
    "end": 79.0
  },
  {
    "start": 79.0,
    "speaker": "CLAUDA KOLTER",
    "text": "Also ich hab Multiple Sklerose, bin in meinem Alltag auch ziemlich eingeschränkt, hab Pflegegrad 3, bin aber noch berufstätig in Teilzeit, steh eigentlich noch ziemlich im Leben. Ich brauche niemanden, der mir beim Duschen hilft, also brauch ich schon, aber das macht mein Mann. Ich brauche jemanden, der mir die Böden wischt und die Betten bezieht. Ich finde es nicht gut, dass das Kontingent für Haushaltshilfe mit den 131 Euro Entlastungsbetrag so strikt an zertifizierte Menschen gebunden ist, die man kaum findet.",
    "end": 116.0
  },
  {
    "start": 117.0,
    "speaker": "KAI KLINDT",
    "text": "Ja, also ich muss sagen, Frau Kolter hat da eine ganz wichtige Frage aufgeworfen.\nIch bin ja auch dankbar, dass sie diese Frage gestellt hat.\nSie dürfte nämlich viele Zuhörer und Zuhörerinnen betreffen und ist wichtiges Thema im Zusammenhang mit Pflegebedürftigkeit, weil Pflegebedürftigkeit fängt oft mit Problemen, mit Schwierigkeiten im Haushalt an.",
    "end": 135.0
  },
  {
    "start": 135.0,
    "speaker": "AGLAJA ADAM",
    "text": "Ja, das habe ich mir auch gedacht.\nAlso wenn man darüber nachdenkt, ist es eigentlich auch ganz logisch, dass man wahrscheinlich vor allem, wenn man körperlich eingeschränkt ist, zuerst mal Probleme hat, seine Wohnung zu putzen, einkaufen zu gehen und solche Dinge zu tun.\nIch finde es total interessant, dass es offensichtlich finanziell auch so schwierig ist, das bürokratisch geordnet zu bekommen.\nClaudia Kolter hat sich wirklich schon intensiv mit dem Thema beschäftigt.\nSie weiß auch schon relativ genau, wie sie eine Haushaltshilfe finanzieren könnte und sie spricht von zertifizierten Menschen.",
    "end": 169.0
  },
  {
    "start": 169.0,
    "speaker": "AGLAJA ADAM",
    "text": "Da müssen wir vielleicht jetzt noch mal ganz kurz ausholen.\nWas ist denn der Unterschied, ob ich jetzt mir jemanden suche, der bei mir zu Hause bisschen im Haushalt hilft oder ob das jemand macht, der einen Pflegegrad hat?",
    "end": 183.0
  },
  {
    "start": 183.0,
    "speaker": "KAI KLINDT",
    "text": "Ja, das also es ist so, Frau Kolter hat diese 131 Euro angesprochen, das ist der sogenannte Entlastungsbetrag, das ist eine Leistung der Pflegekasse, die allen Menschen mit Pflegegrad zusteht.\nDas ist auch die einzige Leistung, die auch schon eigentlich geldliche Leistung, die beim Pflegegrad 1 gezahlt wird, also bei bei leichter Pflegebedürftigkeit, bei beginnender Pflegebedürftigkeit.\nAlso egal ob Pflegegrad 1 oder 5, man hat Anspruch auf diese 131 Euro und diese 131 Euro dürfen aber nur verwendet werden für Anbieter, die eine Zertifizierung haben.",
    "end": 219.0
  },
  {
    "start": 219.0,
    "speaker": "AGLAJA ADAM",
    "text": "Also wenn man diese 131 Euro für eine Haushaltshilfe benutzen möchte.",
    "end": 223.0
  },
  {
    "start": 223.0,
    "speaker": "KAI KLINDT",
    "text": "Genau, es gibt verschiedene Möglichkeiten, diesen Entlastungsbetrag zu nutzen.\nMan kann ihn, das ist der häufigste Fall für Haushaltshilfe nutzen, man kann ihn auch nutzen für Betreuungsleistungen, also wenn man eine Begleitung braucht beim Spazierengehen zum Beispiel.\nFür Fahrdienste kann man ihn verwenden, wenn man irgendwo hin muss.\nEs ist relativ breit gefächert, was man damit machen kann mit diesen 131 Euro, aber die Auflage ist immer, dass man einen zertifizierten Anbieter hat und das ist halt für viele eine Hürde.",
    "end": 249.0
  },
  {
    "start": 249.0,
    "speaker": "AGLAJA ADAM",
    "text": "Das heißt, man kann sich die 131 Euro jetzt auch nicht einfach ausbezahlen lassen, sondern man muss der Pflegeklasse nachweisen, für was man das Genau.\nVerwenden möchte.",
    "end": 258.0
  },
  {
    "start": 258.0,
    "speaker": "KAI KLINDT",
    "text": "Das ist also anders als das Pflegegeld.\nDas kennen wahrscheinlich die meisten unserer Zuhörerinnen und Zuhörer, wo man wirklich ohne Zweckbindung einen bestimmten Betrag bekommt, abhängig vom Pflegegrad und abhängig davon, ob man einen Pflegedienst noch zusätzlich beauftragt.\nBeim Entlastungsbetrag ist es immer gebunden an zertifizierte Dienstleister und um das Ganze noch komplizierter zu machen, es ist so, dass es in den 16 Bundesländern, die wir haben, jeweils eigene landesrechtliche Regelungen gibt dafür, wer und wie man sich zertifizieren lassen kann.",
    "end": 288.0
  },
  {
    "start": 288.0,
    "speaker": "AGLAJA ADAM",
    "text": "Okay, bleiben wir mal ganz kurz bei Frau Kolter.\nSie wohnt ja in Aachen, das ist Nordrhein-Westfalen.\nSie hat mir das so dargestellt, dass Sie eben nicht, so wie jemand anderer das vielleicht machen würde, eine Anzeige aufgeben kann oder über die Minijob Börse jemanden suchen, der bei ihr zu Hause bisschen im Haushalt hilft, sondern sie meinte eben, das muss man dann im Internet rausfinden. Findet man da überhaupt was?",
    "end": 311.0
  },
  {
    "start": 312.0,
    "speaker": "KAI KLINDT",
    "text": "Also es gibt, man muss sagen, es gibt da recht gute Portale, zum Beispiel vom Verband der Ersatzkasten VDEK gibt's das Portal Pflegelotse, das verlinken wir euch auch in den Shownotes.\nEs gibt auch von manchen Krankenkassen entsprechende Angebote, vom von AOK zum Beispiel oder den AOKs, die den Pflegenavigator und über diese Seiten kann man auch Haushaltshilfen finden oder Alltagsunterstützung heißt es teilweise finden, die zertifiziert ist.\nMan muss sich dann einfach durchtelefonieren, was diese Anbieter unter Alltagsunterstützung verstehen.\nOb die auch wirklich hauswirtschaftliche Leistungen anbieten oder ob es wirklich mehr vielleicht um Betreuung geht oder um Fahrdienste, wie gesagt. Hilfen im Alltag, Begleitung im Alltag, aber nicht unbedingt praktische hauswirtschaftliche Hilfe.\nAlso da muss man sich son bisschen durchtelefonieren.\nMan findet aber erst mal jetzt rein von der Suche her, Adressen findet man schon relativ schnell über diese Portale, die irgendwie eine Datenbank funktionieren, wo man sein Postleitzahl eingibt und dann Angebote in der Nähe findet.",
    "end": 352.0
  },
  {
    "start": 371.0,
    "speaker": "AGLAJA ADAM",
    "text": "Ich hab das ja auch mal ausprobiert, interessenhalber und was mir aufgefallen ist, dass viele Anbieter wirklich eher den Begriff Alltagshilfe benutzen als Haushaltshilfe und dann eher weiter unten auch mal die Dienstleistung Haushaltshilfe auftaucht.\nDas hat auch Frau Kolter mir erzählt, dass sie beobachtet hat, dass viele zertifizierte Anbieter eigentlich lieber mit beim Spazierengehen dabei sind oder einen Arztbesuch begleiten oder auch gerne einfach mit den Pflegebedürftigen Zeit verbringen wollen, spielen, bisschen unterhalten, ratschen und das alles braucht sie ja gar nicht.\nSie ist wirklich noch mitten im Leben, sie ist sehr berufstätig, sie ist Dozentin und steht wirklich mit beiden Beinen mittendrin und hat ihren Mann, der gleich alt ist wie sie, der sich um diese ganzen pflegerischen Bedürfnisse kümmert und ihre Kinder auch in der Nähe. Also sie braucht wirklich jemanden nur für putzen, staubsaugen, Betten beziehen. Das ist ja irgendwie schwierig, wenn man sich dann da durchkämpfen muss und dann erst mal Preise vergleichen, dann auch noch gucken, wer bietet überhaupt wirklich Haushaltshilfe an?",
    "end": 439.0
  },
  {
    "start": 439.0,
    "speaker": "KAI KLINDT",
    "text": "Ja, also die zweite Option wäre, also neben diesen Internetseiten, die wir genannt haben, wär dann noch, dass man sich an einen Pflegestützpunkt oder eine Pflegeberatungsstelle in der Nähe wendet, weil die haben oft Anbieterlisten und wissen noch mehr über die Anbieter Bescheid.\nDie können dann eher auch sagen, diejenigen, die machen dann auch wirklich hauswirtschaftliche Hilfe, die putzen dann auch mal die Wohnung und das da kriegt man wahrscheinlich noch konkretere Auskünfte und die kennen ja auch in der Regel die Anbieter vor Ort sehr gut, die die Pflegestützpunkte, weil sie eben auch vor Ort aufgestellt sind.\nAlso es gibt nicht in allen Bundesländern und auch das ist kompliziert, Pflegestützpunkte, sie heißen manchmal auch Pflegeberatungsstellen oder Fachstellen für häusliche Pflege oder ähnliche Formulierungen.\nBesten informiert man sich da auch über die eine Datenbank, die ich da wieder empfehlen kann, eine Internetseite vom Zentrum für Qualität in der Pflege.\nDie haben eine sehr gute Pflegeberatungsdatenbank, wo man auch Beratungsstellen in der Nähe findet und auch den Link für diese Datenbank, den stellen wir natürlich auch in die Shownotes.",
    "end": 502.0
  },
  {
    "start": 502.0,
    "speaker": "AGLAJA ADAM",
    "text": "Ja und eine Beobachtung hatte Frau Kolter noch und zwar, dass ganz viele Haushaltshilfen im Prinzip über Pflegedienste vermittelt werden.\nUnd bei ihr beißt sich da ja wiederum die Katze in den Schwanz, weil sie hat gesagt, sie will ja absolut noch keinen Pflegedienst in Anspruch nehmen.\nErstens, weil ihr Mann die pflegerischen Leistungen alle noch gut leisten kann und sie da unterstützen kann.\nUnd zweitens, weil son Pflegedienst ja dann auch zweimal am Tag wahrscheinlich oder einmal am Tag zu Hause vorbeikommt und sie die Befürchtung hat, dass das ihre Flexibilität total zerstört und sie dann da zwischen 8 und 11 Uhr jeden Tag zu Hause sitzen muss und warten muss, bis der kommt und sie braucht ihn ja definitiv nicht.",
    "end": 546.0
  },
  {
    "start": 546.0,
    "speaker": "KAI KLINDT",
    "text": "Ja, ich mein, in ihrem Fall macht es ja auch wenig Sinn, wenn sie einen Pflegedienst beauftragt, wenn sie für die Pflege in der Familie jemanden Lösungen gefunden hat, die auch vielleicht viel besser auf sie zugeschnitten sind.\nSie ist ja auch berufstätig, wie wir erfahren haben und sie diese Flexibilität braucht sie natürlich.\nDass das mit dem Pflegedienst, die auch Hauswirtschaft anbieten, das ist so häufig so und was ich so mitkriege ist auch, dass es Pflegedienste gibt, die eigentlich nur dann hauswirtschaftliche Leistungen anbieten, wenn man auch bei ihnen Pflege bucht.\nEs ist nicht immer so.\nAber manche machen das wohl so, das ist mir so berichtet worden und natürlich ist es Problem, weil Frau Kolter braucht diese Leistung nicht von der Pflege.",
    "end": 586.0
  },
  {
    "start": 586.0,
    "speaker": "KAI KLINDT",
    "text": "Man muss da klar mal auf die Preise eingehen, weil es gibt da große Preisunterschiede.\nDieser Betrag von 131 Euro im Monat ist ja auch nicht so viel und da gibt es teilweise Anbieter, die machen das für 35 Euro und andere berechnen 60 Euro. Also das ist eine große Spanne.\nIch glaub Pflegedienste, ohne mich da jetzt zu weit vorzuwagen, haben eher die höheren Sätze.",
    "end": 608.0
  },
  {
    "start": 608.0,
    "speaker": "AGLAJA ADAM",
    "text": "Okay.",
    "end": 609.0
  },
  {
    "start": 609.0,
    "speaker": "KAI KLINDT",
    "text": "Andere Anbieter sind oft etwas günstiger.\nWürde ich auch nicht pauschalisieren, aber man sollte sich noch die Preise gucken, dass man auch da mit dem Geld auch was anfangen kann.",
    "end": 616.0
  },
  {
    "start": 616.0,
    "speaker": "AGLAJA ADAM",
    "text": "Ja, ich hatte jetzt nämlich gerade den Gedanken, dass natürlich Menschen, die vielleicht schon einen Pflegedienst haben, der beim Strümpfe anziehen hilft und beim Fertigmachen morgens, dass die ja als Erstes mal beim Pflegedienst nachfragen könnten.\nAber Du meinst, es macht auch Sinn, einfach mal die Preise zu vergleichen mit anderen Anbietern, die eventuell dann gesondert nur die Leistungen Haushaltshilfe anbieten?",
    "end": 640.0
  },
  {
    "start": 640.0,
    "speaker": "KAI KLINDT",
    "text": "Also ich würd immer auch den Pflegedienst fragen, wenn man eh schon Kunde ist da, warum nicht?\nKann man kann sich ja Angebot geben lassen, aber ich würd da schon auch grade, weil diese Preise relativ wenig reguliert sind, also die Pflegeleistungen an sich, also jetzt was Du gesagt hast, jetzt Strümpfe anziehen, Hilfe bei der Körperpflege, Hilfe beim Anziehen, die sind relativ stark reguliert durch Pflegesatzverhandlungen.\nDa gibt's auch gar nicht so große Unterschiede zwischen den einzelnen Pflegediensten, was die Kosten angeht, aber diese Betreuungsleistungen oder hauswirtschaftlichen Leistungen, die sind viel weniger reguliert.\nDie sind zwar nach oben meist gedeckelt, je nach Bundesland, so bis 60 Euro etwa pro Stunde, aber ansonsten sind die da in der Kalkulation und in den Angeboten, die sie den Kunden machen, recht frei.\nAlso es ist unbedingt sinnvoll bei hauswirtschaftlichen Leistungen, die man mit Geldern der Pflegeversicherung, also jetzt konkret Entlastungsbetrag bezahlen möchte, auch Preisvergleich zu machen.",
    "end": 691.0
  },
  {
    "start": 692.0,
    "speaker": "AGLAJA ADAM",
    "text": "Ich hab jetzt grad noch mal geguckt, also Frau Kolter hat mir erzählt, dass sie schon paar Anbieter angefragt hatte und sie dann eben so was wie 38 Euro die Stunde gehört hat und das ergibt ja bei den 131 Euro dann nur dreieinhalb Stunden Haushaltshilfe im Monat.\nSie selbst hat dafür total Verständnis, dass natürlich die Leistungen nicht unbegrenzt hoch sein können, weil wir ja wissen, Sparkurs und so weiter und Pflege ist teuer.\nAber trotzdem, Du meinst, es lohnt sich da wirklich zu gucken, ob's nicht jemand gibt, der es vielleicht bisschen günstiger macht oder dass man sich irgendwie dann einigt und genau ausmacht, eine Stunde Staubsaugen, eine Stunde putzen und dafür dann bisschen weniger oder?",
    "end": 734.0
  },
  {
    "start": 734.0,
    "speaker": "KAI KLINDT",
    "text": "Also wenn man, ich denk mal, man wird sich schwertun, Angebote zu finden, die wirklich deutlich günstiger sind als diese 38 oder auch 30 Euro, weil es eben einfach sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse. Da fallen Abgaben an, da fallen Urlaubsansprüche an, die auch finanziert werden müssen und von daher kann ich mir kaum vorstellen, dass es da wirklich so Discountangebote gibt.\nDas wär wahrscheinlich auch kein gutes Zeichen, weil auch diese Menschen sollen ja adäquat bezahlt werden.\nGibt aber auch Optionen, diese 131 Euro, ja, wie soll man sagen, nicht direkt aufzustocken, aber noch bisschen mehr Budget zu haben, auch mit Leistung der Pflegekasse.\nUnd da gibt es verschiedene Varianten.\nDas eine ist, dass man, Sie hat ja gesagt, die Frau Kolter, dass sie die keinen Pflegedienst braucht, dass sie dafür das Pflegegeld bekommt, dass man Pflegesachleistungen beantragt und diese Sachleistungen umwandeln lässt in einen Anspruch auf Betreuungsbudget.",
    "end": 788.0
  },
  {
    "start": 788.0,
    "speaker": "KAI KLINDT",
    "text": "Das klingt ein bisschen kompliziert.\nWir werden auch darauf verlinken in den Shownotes auch einen Ratgeberbeitrag zu diesem Thema, wie man das macht.\nDas heißt Umwandlungsanspruch und dann kann man halt einen Teil des Budgets, das für eigentlich für den Pflegedienst vorgesehen wäre, kann man umwandeln in einem Betreuungsbudget und dann hat man die Möglichkeit auch dieses Geld noch zusätzlich einzusetzen für hauswirtschaftliche Hilfen.",
    "end": 810.0
  },
  {
    "start": 810.0,
    "speaker": "AGLAJA ADAM",
    "text": "Also bevor wir jetzt dann gleich zu diesen zertifizierten Anbietern kommen und was Zertifizierung eigentlich bedeutet, lass uns doch noch mal ganz kurz zusammenfassen, was diese Finanzierung jetzt ist und wie das funktioniert mit dem Entlastungsbetrag von den 131 Euro.",
    "end": 826.0
  },
  {
    "start": 826.0,
    "speaker": "KAI KLINDT",
    "text": "Genau, also wir können festhalten, ab Pflegegrad 1 bis einschließlich Pflegegrad 5 natürlich, also auch beginnend mit leichter Pflegebedürftigkeit, hat man von Seiten der Pflegekasse Anspruch auf den sogenannten Entlastungsbetrag von 131 Euro.\nDen kann man für verschiedene Zwecke verwenden, also auch für hauswirtschaftliche Zwecke.\nMan ist aber gebunden an zertifizierte Anbieter und die Art der Zertifizierung ist unterschiedlich, je nach Bundesland.",
    "end": 851.0
  },
  {
    "start": 852.0,
    "speaker": "AGLAJA ADAM",
    "text": "Und es ist wirklich nicht so einfach, da Anbieter zu finden, die dann auch von den Kosten her so passen, dass man gutes Gefühl hat mit den 131 Euro klarzukommen.",
    "end": 861.0
  },
  {
    "start": 861.0,
    "speaker": "KAI KLINDT",
    "text": "Einmal das und dann aber auch, wenn man Anbieter gefunden hat, ist halt die Frage, ob die auch wirklich die Dienstleistung und die Hilfe anbieten können, die ich brauche, also konkret vielleicht die Böden zu wischen oder die Betten zu beziehen und ob die nicht vielleicht doch eher dann in Richtung Alltagsbegleitung und Fahrdienst und Ähnliches gehen.",
    "end": 878.0
  },
  {
    "start": 878.0,
    "speaker": "AGLAJA ADAM",
    "text": "Das hat mich ja auch insgesamt gewundert, weil man ja immer Zertifizierungen liest.\nDas bedeutet einfach, dass die Pflegekasse nur mit denen abrechnet, die zertifiziert sind, oder?",
    "end": 889.0
  },
  {
    "start": 889.0,
    "speaker": "KAI KLINDT",
    "text": "In manchen Bundesländern, wie gesagt, das ist immer landesrechtlich unterschiedlich, gibt's auch die Möglichkeit, dass man als, ich sag mal, als Nachbarin oder als Freund, Freundin eine Zertifizierung macht und dann diese Aufgaben übernimmt und sich dann dafür bezahlen lässt.\nDas gibt's in manchen Bundesländern diese Möglichkeit.\nWenn man bestimmte Voraussetzungen erfüllt, dazu gehört manchmal Erste Hilfe Kurs, manchmal sone Online Schulung, die 'n paar Stunden dauert und dann kriegt man ein Zertifikat. Da würde ich aber unbedingt raten, wieder die Pflegestützpunkte oder Pflegeberatungsstelle vor Ort anzusprechen, die das am besten noch wissen.",
    "end": 925.0
  },
  {
    "start": 925.0,
    "speaker": "AGLAJA ADAM",
    "text": "Aber ich find's interessant, dass es wohl nicht überall so ist, dass es gar nicht möglich ist. Frau Kolter hatte das eben ganz stark bemängelt, dass in Nordrhein-Westfalen offensichtlich es nicht möglich ist, dass sie sich eine Studentin sucht, die ihr da unter die Arme greift.\nUnd interessant ist natürlich auch, wenn man jemanden kennt, der das eventuell gerne machen würde und bei einem zu Hause den Boden wischt und die Betten bezieht, dass der sich dann noch mal zertifizieren lassen kann in manchen Bundesländern.",
    "end": 954.0
  },
  {
    "start": 954.0,
    "speaker": "KAI KLINDT",
    "text": "Ja, also es klingt so bisschen widersinnig vielleicht, dass man jemanden, den man vielleicht mal bittet, die Betten zu beziehen, dann leicht zertifizieren lassen muss oder er oder sie muss sich zertifizieren lassen.\nDas wird auch von Seiten der Verbraucherzentralen, von Seiten der Pflegeverbände immer wieder kritisiert, dass man da die, dass es viel zu aufwendig ist für so alltagsnahe Hilfen, ja. Aber es ist momentan eben so, ja.",
    "end": 977.0
  },
  {
    "start": 977.0,
    "speaker": "AGLAJA ADAM",
    "text": "Bei Frau Kolter ist mir noch eine andere Frage in den Kopf gekommen, und zwar hat sie ja einen Mann, der noch total fit ist und mit kleinen pflegerischen Aufgaben natürlich schon ihr unter die Arme greift. Spielt es denn eine Rolle, ob man alleine lebt und dann Haushaltshilfe braucht oder ob jemand im Haushalt wohnt, der theoretisch diese ganzen, ich sag's mal, lästigen Haushaltsaufgaben übernehmen könnte?",
    "end": 1001.0
  },
  {
    "start": 1001.0,
    "speaker": "KAI KLINDT",
    "text": "Ja, das spielt eine Rolle.\nAlso es ist in der Regel so, dass wenn man jetzt zum Beispiel in Ihrem Fall jetzt mit Ihrem Partner, Ihrem Ehemann und der würde diese Aufgaben übernehmen, dann ließe sich das nicht abrechnen.\nEr wohnt ja im Haushalt mit.\nAlso er profitiert ja auch davon, dass die Wohnung dann sauber ist.\nAlso das würde nicht gehen. Das wäre dann eher, wenn es Externe wären, vielleicht eine Freundin oder ein Nachbar oder jemand, den man kennt und den man, der auch das was gerne machen würde, kann man das quasi honorieren für diesen Weg.",
    "end": 1029.0
  },
  {
    "start": 1029.0,
    "speaker": "AGLAJA ADAM",
    "text": "Also Du hast jetzt darauf angespielt, wenn sich theoretisch Ihr Mann einfach zertifizieren lassen würde und sie ihn dann mit den 131 Euro bezahlt.\nAber wenn jemand im Haushalt lebt, der den Haushalt übernehmen kann, kann man dann überhaupt eine Haushaltshilfe beantragen?",
    "end": 1045.0
  },
  {
    "start": 1045.0,
    "speaker": "KAI KLINDT",
    "text": "Ja, das ist unabhängig davon, weil die Frau Kolter ist ja die Versicherte, sie ist die Betroffene, sie hat den Pflegegrad, Pflegegrad 3 ja in ihrem Fall.\nSie kann diesen Entlastungsbetrag nutzen und nach nicht davon, ob sie mit einem Partner zusammenlebt, der fit ist, der ihr helfen kann.\nDas hat damit nichts zu tun.\nIch hatte gestern zum Beispiel gesprochen mit dem Leiter eines Alten- 00:und Servicezentrums hier in München. Das sind so stadtteilbezogene Zentren, Treffpunkte für ältere Menschen.\nDavon gibt es über 30 in München.\nSowas gibt's zwar auch in sehr vielen anderen kleineren und größeren Städten und die haben ein wunderbares Projekt, dass die älteren Menschen, die vorübergehend eine Haushaltshilfe brauchen, diese Haushaltshilfe zur Verfügung stellen, kostenlos in einem begrenzten Umfang, 2 bis 3 Monate, weil die erkannt haben, dass es grad das ist, was ältere Menschen brauchen, im Grunde das, was Frau Kolter auch beschrieben hat.\nMhm.\nUnd dieses Projekt, dass man das überhaupt was gestartet hat, finde ich so großartig, weil es so zeigt, da ist eine Lücke, ja. Und die wird viel zu wenig gesehen, wie wichtig hauswirtschaftliche Hilfe für Menschen mit Pflegebedarf ist.",
    "end": 1107.0
  },
  {
    "start": 1107.0,
    "speaker": "AGLAJA ADAM",
    "text": "Also diese Lücke zu sehen bedeutet eigentlich auch zu sehen, dass Menschen länger halbwegs selbstständig sein können,",
    "end": 1112.0
  },
  {
    "start": 1113.0,
    "speaker": "KAI KLINDT",
    "text": "Genau.",
    "end": 1113.0
  },
  {
    "start": 1113.0,
    "speaker": "AGLAJA ADAM",
    "text": "Wenn man ihnen eigentlich 'n ganz niederschwelliges Angebot macht, nämlich",
    "end": 1116.0
  },
  {
    "start": 1116.0,
    "speaker": "KAI KLINDT",
    "text": "Genau.",
    "end": 1117.0
  },
  {
    "start": 1117.0,
    "speaker": "AGLAJA ADAM",
    "text": "Zweimal die Woche jemanden vorbeischickt, der vielleicht Staubsauger, Boden Genau.\nBad putzt.",
    "end": 1122.0
  },
  {
    "start": 1122.0,
    "speaker": "KAI KLINDT",
    "text": "Genau.\nUnd das ist auch ein Punkt, der manchmal darüber entscheidet, ob die Menschen auch zu Hause alleine leben können, also grad alleinstehende ältere Menschen, dass die hauswirtschaftliche Frage, sag ich mal, geklärt ist.\nUnd das ist eigentlich wirklich eine Lücke in unserem Versorgungssystem.\nDie Pflegeversicherung an sich erkennt den Bedarf an hauswirtschaftlicher Hilfe nicht direkt an.\nAlso wenn ich jetzt einen Pflegegrad beantrage, dann kommt ja ein Gutachter oder eine Gutachterin und macht ein Pflegegutachten.\nIn diesem Pflegegutachten geht's um ganz viele Dinge, körperliche Mobilität, Teilhabe am sozialen Leben, es geht um kognitive Fähigkeiten, Kommunikation, aber es geht nicht um Hauswirtschaft.\nUnd wenn man also einfach sagt, ja, ich komm eigentlich zurecht, aber ich komm schaff mein Haushalt nicht mehr, dann wird das im Pflegegutachten nicht berücksichtigt.\nMan kommt voraussichtlich keine Leistungen und damit auch nicht in den Entlastungsbetrag zum Beispiel.\nUnd das das ist ganz großes Thema geworden, dass viele Menschen, die eigentlich genau diese Hilfe bräuchten, sie nicht bekommen, ja.\nUnd die ist nicht so banal, wie man klar aufm ersten Blick meint, also dass jemand so ja putzen, die Wohnung aufräumen, Betten beziehen, das ist ja irgendwas Banales, aber für diese Menschen ist es nichts Banales.\nDas ist ganz wichtiger Beitrag zur Selbstständigkeit, dass sie selbstständig leben können weiterhin, Auch dass sie menschenwürdig leben kann.\nAlso zum Beispiel Betten beziehen ist wirklich anstrengend.\nJa.\nUnd daran scheitern viele Menschen, gerade mit Beginn der Pflegebedürftigkeit und das ist durchaus, man kann sagen ja auch ja, Beitrag zu einem menschenwürdigen Leben, wenn man dazu in der Lage ist, dass die matratzenbezogen wird oder dass man jemand hat, der das übernimmt.",
    "end": 1225.0
  },
  {
    "start": 1225.0,
    "speaker": "AGLAJA ADAM",
    "text": "Also Du meinst, es wär eigentlich auch sinnvoll, sowas wie diesen Entlastungsbetrag als Erstes mal auszubezahlen, ohne dass man jetzt gleich auch Anspruch hat auf Pflegegeld und so weiter und die ganze Sache ins Rollen kommt, sondern dass wirklich Menschen, die ganz am Anfang der Pflegebedürftigkeit stehen, es viel leichter haben sollten, Hilfe im Haushalt zu bekommen.",
    "end": 1245.0
  },
  {
    "start": 1246.0,
    "speaker": "KAI KLINDT",
    "text": "Ja, ich plädiere vor allen Dingen dafür, dass man dieses Thema mehr sieht und auch mehr Angebote schafft, weil das so leicht unterschätzt wird.\nAlso der Fokus liegt sehr stark auf professioneller Pflege, was auch nachvollziehbar ist, was ja auch total wichtig aber dieser Alltagsaspekt wird zu wenig gesehen, nach wie vor zu wenig gesehen auch in der in der Pflegeversicherung und in der Pflegebegutachtung vielleicht auch, ja.",
    "end": 1266.0
  },
  {
    "start": 1266.0,
    "speaker": "AGLAJA ADAM",
    "text": "Ja, umso schöner finde ich dieses Modellprojekt, das Du da angesprochen hast.\nDas bedeutet ja, es gerät irgendwie doch in den Fokus und es gibt jetzt doch bisschen mehr Aufmerksamkeit für das Thema.",
    "end": 1276.0
  },
  {
    "start": 1276.0,
    "speaker": "KAI KLINDT",
    "text": "Ja.\nHab auch mit Mitarbeitern von Pflegeberatungsstellen gesprochen, auch über diese Fragen jetzt, die wir heute thematisieren und es ist eine Frage, die ganz häufig gestellt wird in der Pflegeberatung mit Haushaltshilfen.\nAlso es treibt die Menschen um, das ist schon ein Need da, ein Bedarf da und man kann relativ wenig anbieten, solange man nicht Pflegegrad hat, ja.\nUnd auch dann ist es schwierig, wie wir von Frau Kolter gehört haben.",
    "end": 1297.0
  },
  {
    "start": 1297.0,
    "speaker": "AGLAJA ADAM",
    "text": "Ja, genau.\nAlso es scheint ja wirklich nicht ganz einfach zu sein.\nAber hast Du denn trotzdem noch irgendeinen ganz konkreten Tipp für Frau Kolter, die jetzt da erste Angebote vorliegen hat?\nAlso sie hatte ja gemeint, dass viele lieber spazieren gehen und einkaufen gehen, dass sie das einfach wirklich noch mal ganz genau konkretisiert, für was sie Hilfe braucht oder?",
    "end": 1317.0
  },
  {
    "start": 1317.0,
    "speaker": "KAI KLINDT",
    "text": "Genau, also was sie sicherlich machen kann, wenn sie's nicht schon getan hat, dass sie auf die örtlichen Pflegeberatungsstellen zugeht, weil die halt wirklich Anbieterlisten haben von Listen von Dienstleistern vor Ort, die hauswirtschaftliche Leistungen anbieten, weil eben die Pflegeberatungsstellen vor Ort, wie gesagt, ja in der Regel auch ganz gut informiert sind über die Firmen, die da am Markt sich tummeln und diese Zertifizierung haben.\nUnd was sie vielleicht auch nutzen kann, sofern sie's noch nicht getan hat, ist eben die Möglichkeit, einen Teil der Pflegesachleistungen umzuwandeln in einen Anspruch für Betreuungsbudget, das sie aber auch nutzen kann für hauswirtschaftliche Hilfen, wiederum bei zertifizierten Anbietern.\nDas ist auf jeden Fall eine Möglichkeit.\nWas natürlich auch immer geht, man kann, sofern das für sie eine Möglichkeit ist, auch das Pflegegeld nutzen, um hauswirtschaftliche Hilfen zu finanzieren und da ist man dann gar nicht mehr an zertifizierte Anbieter gebunden.",
    "end": 1368.0
  },
  {
    "start": 1368.0,
    "speaker": "AGLAJA ADAM",
    "text": "Das bedeutet, man muss sich dann einfach überlegen, ob das Pflegegeld für andere Dinge verwendet werden muss und man da noch Spielraum hat, dass man davon was abzahlt.",
    "end": 1378.0
  },
  {
    "start": 1378.0,
    "speaker": "KAI KLINDT",
    "text": "Genau, wie weit das Pflegegeld vielleicht gebunden ist im Budget der Familie jetzt auch und weil Frau Kolter hat tatsächlich auch Einkommensausfälle durch ihre reduzierte Berufstätigkeit.\nAlso das müsste man dann individuell entscheiden in der Familie, wie man das Budget dann vielleicht aufteilt.",
    "end": 1393.0
  },
  {
    "start": 1393.0,
    "speaker": "AGLAJA ADAM",
    "text": "Und wie wäre das, wenn man das Pflegegeld jetzt für eine Haushaltshilfe nimmt und dafür die Flexibilität hat, dass man nicht zertifizierte Kräfte anstellen muss?\nDann nimmt man ja nicht den Entlastungsbetrag dafür.\nVerfällt der dann?",
    "end": 1405.0
  },
  {
    "start": 1405.0,
    "speaker": "KAI KLINDT",
    "text": "Ja, der kann verfallen.\nAlso man hat eine gewisse Frist auch ins nächste Jahr hinein in der Regel, in der man dieses Budget nutzen kann, also 131 Euro pro Monat, die man auch ansparen kann, man's nicht nutzt, aber wenn man keinen zertifizierten Anbieter findet, der diese Leistungen mieten kann, die man damit bezahlen kann, dann verfällt das irgendwann, ja.",
    "end": 1424.0
  },
  {
    "start": 1424.0,
    "speaker": "AGLAJA ADAM",
    "text": "Aber was heißt ansparen?\nAlso wenn man jetzt, sagen ich sage ich mal Anfang des Jahres sagt, man braucht eine Haushaltshilfe und man findet nicht gleich jemanden, kann man dann ab Juni den doppelten Betrag im letzten halben Jahr verwenden?",
    "end": 1436.0
  },
  {
    "start": 1436.0,
    "speaker": "KAI KLINDT",
    "text": "Also man kann's ansparen in dem Fall, wenn ich jetzt zum Beispiel im ersten halben Jahr, was Du jetzt gesagt hast, das Beispiel, dann wären das halt sechsmal 131 Euro, die ich nicht gebraucht habe, werden dann angespart und dann kann ich halt im zweiten Halbjahr diesen Betrag mit nutzen.\nAlso das kann man quasi ansparen bis zu einer bestimmten Frist und dann kann man zum Beispiel, weil man den Entlastungsbetrag ja auch für andere Zwecke nutzen kann, wenn man mal zum Beispiel eine Begleitung braucht für einen kurzen Urlaub oder so, wo man jemand bezahlen muss, der mitkommt, eine Begleitung, dann hat man da vielleicht so sich 1000 Euro oder so zur Verfügung, die man dann dafür einsetzen kann, wenn diese Begleitung natürlich auch wieder eine Zertifizierung hat, ja.",
    "end": 1475.0
  },
  {
    "start": 1476.0,
    "speaker": "AGLAJA ADAM",
    "text": "Also diese Zertifizierung scheint ja wirklich die ganz große Herausforderung zu sein.\nKann es sein, dass Menschen dann auch einfach aufgeben?",
    "end": 1483.0
  },
  {
    "start": 1483.0,
    "speaker": "KAI KLINDT",
    "text": "Ja, also da sind wir wieder bei Frau Kolter, die ja berichtet hat, wie schwierig es ist, überhaupt Anbieter zu finden und mit dieser Zertifizierung und ich hab mal Zahlen mitgebracht, gab eine Umfrage des VDK vor 3, 4 Jahren, die VDK Pflegestudie und in dieser Untersuchung haben nur gut 16 Prozent der befragten pflegebedürftigen Menschen und ihrer Angehörigen gesagt, dass sie den Entlastungsbetrag nutzen.\nAlso wirklich ganz kleiner Teil.\nEs gibt Zahlen von der AOK, die so bisschen höher sind, aber es deutet alles darauf hin, dass viele diesen Entlastungsbetrag überhaupt nicht nutzen, obwohl sie einen Anspruch darauf hätten.\nDas kann natürlich daran liegen, dass sie davon nichts wissen.\nIch denke aber eher, es liegt auch daran, dass es einfach so bürokratisch und schwierig ist, die individuell passende Hilfe zu finden, die dann auch noch zertifiziert ist.",
    "end": 1527.0
  },
  {
    "start": 1527.0,
    "speaker": "AGLAJA ADAM",
    "text": "Genau, wahrscheinlich wirklich so, wenn man pflegebedürftig ist, da dann sich durchzuwühlen, wie man wo welches Geld für was verwenden Das ist wahrscheinlich nicht ganz einfach und ich kann mir vorstellen, dass dann vielleicht jemand, der bisschen mehr Geld hat, einfach sagt, ich hol mir jetzt doch jemanden über die Minijobbörse.\nAber wir wollen ja hier auch wirklich zeigen, dass es absolut möglich ist, nur Haushaltshilfe zu bekommen.",
    "end": 1553.0
  },
  {
    "start": 1553.0,
    "speaker": "KAI KLINDT",
    "text": "Ja, das ist möglich, genau.\nUnd wie Du schon gesagt hast, die Struktur der Pflegeleistungen und der Leistung, die ich als pflegebedürftige Person bekomme von der Pflegekasse ist sehr, ja, man muss es sagen komplex.\nEs gibt den Entlastungsbetrag, es gibt die Verhinderungspflege, es gibt das Pflegegeld, über das wir auch schon gesprochen haben und es gibt die Pflegesachleistungen, also der Pflegedienst und noch weitere Töpfe auch in Wirklichkeit.\nAlso sehr komplex und am besten lässt man's immer beraten, das ist sowieso mein meine Botschaft.\nBitte lasst euch beraten und zwar schon früh, auch schon bei der Beantragung von Pflegeleistungen, also bei der Beantragung eines Pflegegrads. Auch da beraten diese Beratungsstellen, Pflegestützpunkte schon und das ist extrem hilfreich, um sich in diesem Dschungel der Leistungen und Hilfsangebote zurechtzufinden.",
    "end": 1600.0
  },
  {
    "start": 1600.0,
    "speaker": "AGLAJA ADAM",
    "text": "Ja, Du sagst es. Dschungel der Leistungen klingt wirklich kompliziert und genau da wollen wir ja für euch da sein.\nSchreibt uns gerne, wenn ihr Fragen habt.",
    "end": 1613.0
  },
  {
    "start": 1613.0,
    "speaker": "KAI KLINDT",
    "text": "Unsere E-Mail-Adresse ist pflege@gesundheit-hoeren.de und hoeren mit oe.",
    "end": 1622.0
  },
  {
    "start": 1622.0,
    "speaker": "AGLAJA ADAM",
    "text": "Wir freuen uns auf eure Post und mehr Infos zu diesem Podcast gibt's noch in den Shownotes.",
    "end": 1628.0
  },
  {
    "start": 1628.0,
    "speaker": "KAI KLINDT",
    "text": "Die nächste Folge gibt es in 14 Tagen und wenn ihr uns abonniert, dann verpasst ihr auch nichts.",
    "end": 1633.0
  },
  {
    "start": 1633.0,
    "speaker": "AGLAJA ADAM",
    "text": "Bis dann.",
    "end": 1633.0
  },
  {
    "start": 1633.0,
    "speaker": "KAI KLINDT",
    "text": "Bis dahin.",
    "end": 1651.0
  },
  {
    "start": 1651.0,
    "text": "SPRECHER \ngesundheit-hören. Das ist das Audioangebot der Apotheken Umschau.",
    "end": 1653.072
  }
]