[
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    "end": 3.56,
    "text": "Stellt euch vor, es ist früh am Morgen und ihr steht in der Küche."
  },
  {
    "start": 3.98,
    "end": 6.42,
    "text": "Es ist noch dunkel und ihr macht durch Kaffee!"
  },
  {
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    "end": 16.16,
    "text": "Das Wasser läuft durch die gemahlenen Bohnen und vielleicht habt ihr über diesen Vorgang noch nie so richtig tief drüber nachgedacht?"
  },
  {
    "start": 18.08,
    "end": 33.62,
    "text": "Zwei Stunden später steht ihr am Kopf eines OP-Tisches und sprecht mit einer Patientin über ihren Urlaub, spritzt die Narkosemedikamente macht die Patientin die Augen zu und ist in der Kose."
  },
  {
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    "end": 45.1,
    "text": "Herzlich willkommen zum Young Urban Anesthesiologist Podcast aus der Universitätsmedizin Göttingen, aus der Klinik für Anästhesiologie!"
  },
  {
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    "end": 64.2,
    "text": "Ich bin Ingmar Und heute behaupte ich etwas das vielleicht nach einem Krankenhaus Karlauer klingt und vielleicht doch keiner isst nämlich diese beiden Vorgänge Der Kaffee in der Küche und der Bewusstseinsverlust im OP die Gehorchen der gleichen Mathematik und Physik."
  },
  {
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    "end": 76.9,
    "text": "Das ist Küchenphilosophie, und vielleicht auch keine Küchen-Philosofie denn es gibt einen Aufsatz aus dem Jahr twentyfünfzehn Aus den Physical Review Letters."
  },
  {
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    "end": 81.22,
    "text": "Und Physical Review letters ist nicht irgendein Journal."
  },
  {
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    "end": 85.6,
    "text": "das ist eines der hochrangigsten Physic Journals in der Welt."
  },
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    "text": "Dort wurden Dinge publiziert für die später Nobelpreise gab Und das Paper, dass ich heute mitgebracht habe."
  },
  {
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    "end": 102.14,
    "text": "Das ist von David Zhu, David Mori und Pai Tang und Yan Chiu von der University of Pittsburgh."
  },
  {
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    "end": 130.58,
    "text": "Der Titel des Departments in der Autorenzeile lautet Department Of Anesthesiology Also Anästhesisten Menschen mit meinem Beruf die es geschafft haben in einem Physikjournal zu erklären was wir jeden Tag tun Und der Titel des Papers heißt Percolation Model of Sensory Transmission and Loss Of Consciousness Under General Anesthesia."
  },
  {
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    "text": "Perkulationsmodell, Perkulation von lateinisch-perkulare durchsickern oder durchsein."
  },
  {
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    "end": 149.96,
    "text": "und jetzt kommt der Punkt an dem die Geschichte anfängt schön zu werden Die Kaffeekanne, die bei manchen von euch Zuhause steht dieses Gerät in dem Wasser durch das Kaffee Mehl aufsteigt."
  },
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    "end": 154.26,
    "text": "Das ist ein Perkulator Nach demselben Wort."
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    "end": 159.12,
    "text": "Nicht als Wortspiel, sondern es ist tatsächlich der gleiche Vorgang!"
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    "text": "Heute will ich mit euch eine Sommerferienreise von meiner Küchenzeile hin zu der Frage machen was eigentlich verschwindet wenn ein Mensch das Bewusstsein verliert."
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    "text": "und wir werden einen bisschen Physik lernen und ich verspreche wieder dass wir nicht rechnen müssen?"
  },
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    "text": "Ich werde über EEG-Befunde sprechen die wir vielleicht alle kennen Und am Ende nochmal darüber nachdenken, ob das alles so zusammenpasst."
  },
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    "end": 197.1,
    "text": "Denn eine schöne Theorie erkennt man ja daran, dass sie eine ehrliche Prüfung aushält, habe ich in der letzten Folge auch schon erzählt."
  },
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    "end": 204.7,
    "text": "Also fangen wir an und zwar nicht mit Physik sondern mit einer Beobachtung die wir alle schon gemacht haben."
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    "text": "Ist der Kapitel eins Das eigentliche Rätsel Warum alles so plötzlich passiert?"
  },
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    "text": "Also zurück an den OP-Tisch."
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    "text": "Ich spritze Propofol."
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    "text": "und jetzt achten wir drauf, was genau passiert."
  },
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    "text": "Nicht auf das Medikament sondern auf die Form des Übergangs des Bewusstseins."
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    "end": 233.14,
    "text": "Der Patient spricht Die Patientin spricht Sie spricht da ein bisschen langsamer Und dann spricht sie gar nicht mehr, sie ist nicht mehr da!"
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    "text": "Was nicht passiert ist Folgendes Sie wird nicht allmählich weniger bewusst."
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    "text": "Es gibt keinen Zwischenzustand indem sie zu sechzig Prozent bewusst ist, dann nur noch zu vierzig Prozent und dann zu zwanzig?"
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    "text": "Es gibt da keinen sanften Abhang."
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    "text": "Es gibt eine klare Kante, eine Bewusstseinskante."
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    "text": "Jetzt kommt die Frage, die die ganze Episode trägt."
  },
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    "text": "Warum passiert das so plötzlich?"
  },
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    "text": "Warum ist der Bewusstseinverlust eigentlich nicht graduell?"
  },
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    "end": 275.7,
    "text": "Ich erhöhe ja die Konzentration von Propofol im Blut stetig – kontinuierlich glatt!"
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    "text": "Und warum antwortet das Gehirn darauf?"
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  {
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    "text": "nicht ebenso stetig, sondern eher als wie wenn man einen Schalter umlegt?"
  },
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    "text": "Wir haben uns da so dran gewöhnt dass ich es für normal halte."
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  },
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    "text": "Eine stetige Ursache erzeugt normalerweise eine stetische Wirkung."
  },
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    "text": "Ich drehe langsam am Lautstärke-Regler an der Stereoanlage und die Musik wird langsam lauter oder leiser langsam die Dosis von einem Antihypertensivum und der Blutdruck singt allmählich."
  },
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    "text": "So funktioniert Pharmakologie, meistens beim Bewusstsein ist es nicht so."
  },
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    "text": "Die Autoren dieses Papers machen daraus einen Satz den ich bemerkenswert finde und ich gebe ihn euch übersetzt."
  },
  {
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    "end": 348.54,
    "text": "Zitat Der scharfe Übergang zwischen bewusstem und unbewusstem Zustand findet in einem extrem engen Konzentrationsbereich statt Mit geringer Variation zwischen menschlichen Individuen und sogar zwischen verschiedenen Spezies mit völlig unterschiedlichen Hirngrösten und Kapazitäten."
  },
  {
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    "text": "Das muss man kurzacken lassen, da sind drei Behauptungen in dem Satz drin nämlich erstens der Übergang ist scharf."
  },
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    "text": "was kennen wir?"
  },
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    "text": "Zweitens er isst zwischen Menschen bemerkenswert konstant."
  },
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    "text": "auch das kennen wir irgendwie."
  },
  {
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    "end": 372.38,
    "text": "die Konzentrationswirkungskurven für Bewusstseinsverlust sind erstaunlich steil und erstaunlich reproduzierbar."
  },
  {
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    "end": 375.78,
    "text": "Das halt funktioniert unser Beruf überhaupt einigermaßen."
  },
  {
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    "end": 381.6,
    "text": "Und drittens, das ist der Punkt, der einen Aufhörchen lassen sollte vielleicht?"
  },
  {
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    "end": 386.06,
    "text": "Es ist über Spezies hinweg konstant!"
  },
  {
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    "end": 399.46,
    "text": "Ein Gehirn mit hunderttausend Neuronen und ein Gehirnt mit sechsohnachtzig Milliarden Neuron verlieren das Bewusstsein bei vergleichbaren Konzentrationen – bei einem größten Unterschied von mehreren Größenordnungen."
  },
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    "end": 408.24,
    "text": "kommt die Schlussfolgerung und sie ist eine Denkfigur, die Physiker seit über hundert Jahren benutzen."
  },
  {
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    "end": 424.76,
    "text": "Wenn ein Phänomen so wenig von den Details abhängt nicht von der Hirngröße, nicht vom Spezies kaum von der Rezeptorausstattung dann liegt die Erklärung wahrscheinlich nicht in den Details."
  },
  {
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    "end": 429.12,
    "text": "Physiker nennen das Universalität."
  },
  {
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    "end": 438.76,
    "text": "Wasser siedelt bei Hundert Grad Und es ist völlig egal Ob das in einem Kupfertopf, in einem Edelstahlkessel oder im Tongrub passiert."
  },
  {
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    "end": 446.78,
    "text": "Die Siedetemperatur ist keine Eigenschaft des Topfes Siehst die Eigenschaft dessen was mit den Wassermolekülen als kollektiv passiert."
  },
  {
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    "end": 452.36,
    "text": "Und genau diese Vermutungen stellen Sue und die Kollegen an."
  },
  {
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    "text": "Der Bewusstseinsverlust ist möglicherweise keine Eigschaft von Rezeptoren, Molekülen oder Hirnregionen."
  },
  {
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    "text": "Er ist eine Eigenschaft Dessen Was mit dem Netzwerk als kollektiv passiert."
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  {
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    "end": 474.08,
    "text": "Bevor wir da weitermachen, gibt es in dem Paper noch was weiteres Bemerkungswertes."
  },
  {
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    "text": "Das finde ich wissenschaftlich sehr redlich und auch das finde ich groß."
  },
  {
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    "end": 482.56,
    "text": "Die Autoren fangen nämlich nicht damit an alle anderen für doof zu erklären."
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  {
    "start": 483.08,
    "end": 489.78,
    "text": "sie machen etwas besseres Und benennen präzise eine Lücke Etwas was die Wissenschaft bisher noch nicht erklären konnte."
  },
  {
    "start": 491.08,
    "end": 499.48,
    "text": "Sie sagen Wir kartieren das Gehirn mit immer besserer Auflösung welche Areale bei welcher Aufgabe koaktiviert sind."
  },
  {
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    "text": "Aber, und jetzt kommt der eigentliche Vorwurf von Suet"
  },
  {
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    "text": "al.,"
  },
  {
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    "end": 519.2,
    "text": "wenn wir Kognition damit definieren dass sie in einem Netzwerk entsteht das bei einer kognitiven Aufgabe ko aktiviert wird dann ist dieser Rahmen kreisförmig zirkulär er beschreibt aber erklärt nicht."
  },
  {
    "start": 520.02,
    "end": 528.2,
    "text": "Und die Formulierung dort ist Die Ansätze scheitern daran Materie und Geist zu verbinden."
  },
  {
    "start": 528.78,
    "end": 530.46,
    "text": "Und dann listen Sie auch, was es alles schon gibt."
  },
  {
    "start": 530.54,
    "end": 536.96,
    "text": "Modelle für die Spektraleistung unter Narkose Ein metabolisches Modell für Burst-Suppression."
  },
  {
    "start": 538.22,
    "end": 542.5,
    "text": "Modellen, die die Narkoße als thermodynamischen Phasenübergang beschreiben."
  },
  {
    "start": 544.22,
    "end": 546.18,
    "text": "Die gab's bereits in den Jahren."
  },
  {
    "start": 546.22,
    "end": 547.7,
    "text": "Jens von der Gruppe Umstein Ross."
  },
  {
    "start": 548.7,
    "end": 559.22,
    "text": "Mienfeld Theorien mit Djonenkanaldetails Integrated Information Theory von Giulio Tononi, die Bewusstsein als Information beschreibt."
  },
  {
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    "end": 562.34,
    "text": "Die ein System als Ganzes gegenüber seinen Teilen gewinnt."
  },
  {
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    "end": 576.92,
    "text": "Alles Gute arbeiten aber kein Modell erklärt mehrere EEG Merkmale gleichzeitig und dazu den Informationsfluss Von Grund auf ohne kausale Annahmen über das System hineinzustecken."
  },
  {
    "start": 577.24,
    "end": 578.38,
    "text": "Das ist die Lücke."
  },
  {
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    "end": 584.96,
    "text": "Und in diese Lücke Gehen Sie jetzt mit einem Werkzeug, das ursprünglich für was völlig anderes erfunden wurde."
  },
  {
    "start": 585.48,
    "end": 587.3,
    "text": "Für Porösematerialien!"
  },
  {
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    "end": 589.98,
    "text": "Für Flüssigkeiten in Gestein!"
  },
  {
    "start": 590.92,
    "end": 592.2,
    "text": "Für Kaffee!"
  },
  {
    "start": 595.78,
    "end": 602.34,
    "text": "Jetzt kommt Kapitel zwei Perkulation und die Mathematik des Durchsekans Also zurück in die Küche."
  },
  {
    "start": 606.08,
    "end": 614.5,
    "text": "Wenn es mir gelingt dass ihr diesen Block versteht dann versteht ihr das ganze Paper Und der Rest sind Anwendungen davon."
  },
  {
    "start": 616.18,
    "end": 617.8,
    "text": "Stellt euch Espresso vor."
  },
  {
    "start": 619.04,
    "end": 625.08,
    "text": "Wir haben Kaffee gemahlen und ihn in den Siebträger geschüttet, jetzt pressen wir ihn an."
  },
  {
    "start": 625.62,
    "end": 632.06,
    "text": "Das Wasser kommt mit neun Bar aus der Maschine und muss sich durch dieses Pulver durch den Kaffeepuck suchen."
  },
  {
    "start": 634.24,
    "end": 640.72,
    "text": "Und jetzt kommt ein wichtiger Gedanke das Wasser hat dabei keinen geplanten Weg."
  },
  {
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    "end": 649.0,
    "text": "es gibt keine Rohre, keine Kanäle, keine Konstruktion und zufälligen Zwischenräumen."
  },
  {
    "start": 649.76,
    "end": 661.8,
    "text": "Manche Zwischenrömen sind offen, manche sind zugepresst... ...und die Frage, die am Ende entscheidend ist lautet, existiert irgendein durchgehender Pfad von ganz oben nach ganz unten!"
  },
  {
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    "end": 666.94,
    "text": "Und jetzt kennt ihr das Phänomen auf das ich hinaus will?"
  },
  {
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    "end": 669.06,
    "text": "Wahrscheinlich aus eigener Erfahrung."
  },
  {
    "start": 669.1,
    "end": 681.22,
    "text": "Wenn man den Kaffee-Puck im Espresso zu fest anpresst oder zu fein malt, dann passiert folgendes Aber es kommt nichts."
  },
  {
    "start": 681.66,
    "end": 685.14,
    "text": "Nicht wenig, nicht mal ein dünner Strahlcafé gar nix."
  },
  {
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    "end": 689.52,
    "text": "Die Maschine drückt und unten bleibt es trocken – kein Kaffee!"
  },
  {
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    "end": 701.84,
    "text": "Aber wenn wir minimal lockerer pressen, ein kleines bisschen nur eine winzige Änderung dann kommt nicht nur ein bisschen Kaffe sondern dann bricht der Kaffe durch."
  },
  {
    "start": 702.0,
    "end": 709.94,
    "text": "plötzlich zwischen nichts und alles liegt also keinen sanfter Anstieg."
  },
  {
    "start": 710.92,
    "end": 713.08,
    "text": "da liegt eine Kante."
  },
  {
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    "end": 726.7,
    "text": "Diese Kante hat einen Namen, sie heißt Perkulationsschwelle und die Mathematik dahinter ist ein besonders elegantes Gebiet der modernen Physik."
  },
  {
    "start": 727.1,
    "end": 727.76,
    "text": "Sie funktioniert so."
  },
  {
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    "end": 734.22,
    "text": "Nehmen wir ein Netz aus Punkten- und Verbindungen."
  },
  {
    "start": 734.98,
    "end": 748.34,
    "text": "Jede einzelne Verbindung ist mit einer Wahrscheinlichkeit p offen ist sie geschlossen, völlig unabhängig von allen anderen."
  },
  {
    "start": 748.78,
    "end": 756.34,
    "text": "Breines würfeln für jede Verbindung und dann fragen wir Gibt es einen durchgehenden Weg von einer Seite zu andern?"
  },
  {
    "start": 758.76,
    "end": 774.06,
    "text": "Was man mathematisch beweisen kann ist das folgende und das ist für mich überraschend gewesen Wenn P klein ist gibt es nur kleine isolierte Inseln Trauben von verbundenen Punkten die untereinander nichts miteinander zu tun haben."
  },
  {
    "start": 775.76,
    "end": 781.72,
    "text": "wenn p größer wird werden die Inseln auch immer größer, aber sind immer noch Insel."
  },
  {
    "start": 782.54,
    "end": 792.44,
    "text": "Und dann an einem bestimmten Punkt dem kritischen Punkt passiert was qualitativ anderes nicht quantitativ anders sondern qualitativ."
  },
  {
    "start": 793.46,
    "end": 799.4,
    "text": "plötzlich entstehen Cluster das gesamte System durch Spannen von einem Ende zum anderen."
  },
  {
    "start": 799.88,
    "end": 800.96,
    "text": "und dann gibt es einen Weg."
  },
  {
    "start": 801.72,
    "end": 809.98,
    "text": "und dieser Übergang ist bei einem idealisiert unendlich großen System mathematisch Scharf, nicht steil."
  },
  {
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    "end": 811.14,
    "text": "Scharf!"
  },
  {
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    "end": 818.38,
    "text": "Wir suchen eine Erklärung dafür, dass eine stetige Ursache eine plötzliche Wirkung erzeugt."
  },
  {
    "start": 819.52,
    "end": 821.0,
    "text": "Perkulation liefert genau das."
  },
  {
    "start": 821.8,
    "end": 834.46,
    "text": "Wir können P völlig gleichmäßig in winzigen Schritten absenken und das System antwortet lange Zeit mit geht noch, geht noch... Und dann plötzlich nichts geht mehr."
  },
  {
    "start": 836.22,
    "end": 841.98,
    "text": "Die Ursache ist glatt Die Wirkung ist ein Sprung und das ist der ganze Trick."
  },
  {
    "start": 843.04,
    "end": 850.34,
    "text": "Und dieses Wort Phasenübergang, ist übrigens genau dasselbe Wort wie bei Wasser-und Eis."
  },
  {
    "start": 852.02,
    "end": 861.28,
    "text": "Bei null Grad Celsius passiert dem Wasser auch nichts Graduelles Es wird nicht ein bisschen fester sondern es wechselt die Phase den Aggregatzustand."
  },
  {
    "start": 861.64,
    "end": 870.96,
    "text": "und dieselbe Denkfigur wenden wir jetzt auf das Gehirn an hat das übrigens schon in den Jahren des Jahrhunderts, mit einem thermodynamischen Ansatz."
  },
  {
    "start": 871.8,
    "end": 878.6,
    "text": "So und die Kollegen stehen also in einer gewissen Denktradition aber greifen hier nach nem anderen Werkzeug."
  },
  {
    "start": 881.42,
    "end": 902.46,
    "text": "Und jetzt habe ich noch ne zweite Analogie denn diese Mathematik oder Physik ist erstaunlich vielseitig und die Zweite kennen wir als Medizinerinnen und Medizine vielleicht sogar noch besser als Espresso nämlich die Herdenimmuinität Wenn wir darüber nachdenken, was Herdenimmunität eigentlich ist."
  },
  {
    "start": 903.4,
    "end": 906.74,
    "text": "Ein Erreger breitet sich über ein Netzwerk aus Kontakten aus."
  },
  {
    "start": 906.82,
    "end": 914.42,
    "text": "Jeder Kontakt ist eine Verbindung die entweder überträgt oder nicht und dann starten wie eine Impfkompagnie."
  },
  {
    "start": 914.48,
    "end": 915.08,
    "text": "und was macht sie?"
  },
  {
    "start": 915.9,
    "end": 930.04,
    "text": "Sie kappt die Kanten in diesem Netzwerk Und das bemerkenswerte an Herden Immunität ist ja man muss nicht jeden impfen Wir müssen nur genügend Kanten kappen damit das Netzwerk die kritische Schwelle unterschreitet."
  },
  {
    "start": 930.54,
    "end": 936.2,
    "text": "Und dann bricht die Ausbreitung nicht langsam ab, sondern sie bricht zusammen."
  },
  {
    "start": 939.16,
    "end": 946.92,
    "text": "und jetzt bitte ich euch auf eine Eigenschaft dieser Analogie besonders zu achten weil sie auch irgendwie der Schlüssel zu den ganzen allen ist."
  },
  {
    "start": 947.48,
    "end": 954.46,
    "text": "was jetzt als nächstes folgt es gibt da nämlich keinen Ort an dem die Pandemie die Epidemie endet."
  },
  {
    "start": 954.62,
    "end": 960.52,
    "text": "Es gibt keine Region kein Erregerstamm, keine Zellpopulation die man dafür verantwortlich machen könnte."
  },
  {
    "start": 961.38,
    "end": 974.92,
    "text": "Das Ende der Epidemie ist eine globale statistische Eigenschaft des Netzes und genau diese Aussage werden von so und den Kollegen über den Bewusstseinsverlust getroffen."
  },
  {
    "start": 975.7,
    "end": 997.98,
    "text": "Und ich zitiere wörtlich weil dieser Satz für unser Fach sowohl Zumutung als auch Befreiung gleichzeitig auf ein bestimmtes Set von Neuronen oder Rezeptortypen lokalisiert, sondern beruht auf großflächiger verteilter Wirkung auf die Netzwerkkonektivität."
  },
  {
    "start": 1001.02,
    "end": 1008.16,
    "text": "Und so leid es mir tut muss ich jetzt sofort sagen wo an der Stelle meine Kaffee- Analogie kaputt geht."
  },
  {
    "start": 1009.02,
    "end": 1013.42,
    "text": "Denn da gibt's einen Fehler und dieser Fehler ist lehrreich!"
  },
  {
    "start": 1014.72,
    "end": 1021.14,
    "text": "Beim Espresso ist das Kaffeemehl statisch – es liegt da Ein Kanal, der offen ist bleibt offen."
  },
  {
    "start": 1022.78,
    "end": 1027.359,
    "text": "Im Gehirn ist das anders und so und die Kollegen bauen das ein."
  },
  {
    "start": 1028.02,
    "end": 1032.26,
    "text": "und dass es finde ich eine coole Entscheidung in diesem Modell."
  },
  {
    "start": 1032.9,
    "end": 1038.56,
    "text": "Sie lassen die Verbindungen immer wieder neu auswürfeln periodisch wieder und wieder."
  },
  {
    "start": 1039.06,
    "end": 1039.46,
    "text": "Und warum?"
  },
  {
    "start": 1040.619,
    "end": 1042.599,
    "text": "Weil das der Biologie entspricht."
  },
  {
    "start": 1043.619,
    "end": 1046.42,
    "text": "Synaptische Übertragung ist eben kein Kabel."
  },
  {
    "start": 1047.079,
    "end": 1049.96,
    "text": "Rezeptoren werden aktiviert, dann inaktiviert."
  },
  {
    "start": 1050.3,
    "end": 1053.5,
    "text": "Dann desensitisiert und dann erholen sie sich."
  },
  {
    "start": 1053.68,
    "end": 1063.3,
    "text": "Visikel werden freigesetzt und müssen nachgeladen werden Und eine Synapse die jetzt überträgt überträgt in zwanzig Millisekunden vielleicht nicht mehr."
  },
  {
    "start": 1064.96,
    "end": 1069.76,
    "text": "Das Kaffeemehl im Gehirn wird also permanent umgerührt."
  },
  {
    "start": 1072.82,
    "end": 1085.42,
    "text": "Wenn man diesen Gedanken jetzt festhält das ständige neu auswürfeln später aus dem Nichts eine der rätselhaftesten Beobachtungen unseres Fachgebiet erklärbar sein."
  },
  {
    "start": 1087.54,
    "end": 1094.08,
    "text": "Etwas, das wir alle am Monitor gesehen haben und für einen aktiven Rhythmus halten."
  },
  {
    "start": 1097.5,
    "end": 1103.72,
    "text": "Jetzt haben wir das Werkzeug und jetzt bauen wir uns daraus das Gehirn."
  },
  {
    "start": 1105.66,
    "end": 1110.3,
    "text": "Kapitel drei – Das Gehirne als Netzwerk im Modellbau."
  },
  {
    "start": 1115.68,
    "end": 1117.26,
    "text": "Kliniker vielleicht zusammenzuckt."
  },
  {
    "start": 1117.74,
    "end": 1133.68,
    "text": "Denn ich muss versuchen, wie die Arbeitsgruppe um so dieses unser spannendes Organ das menschliche Gehirn abstrahiert hat und die Antwort lautet Sie haben es ziemlich abstrahiat radikal abstrahirt."
  },
  {
    "start": 1134.38,
    "end": 1137.9,
    "text": "aber Ich möchte dass wir das nicht als Schwäche lesen sondern als Methode."
  },
  {
    "start": 1139.16,
    "end": 1144.26,
    "text": "Ein Modell soll nicht die Realität kopieren dann hätten wir nichts gewonnen."
  },
  {
    "start": 1144.34,
    "end": 1148.22,
    "text": "Wir hätten nur ein zweites Genauso kompliziertes, unverständliches Gehirn."
  },
  {
    "start": 1150.42,
    "end": 1160.18,
    "text": "Ein Modell soll die minimale Struktur enthalten... ...die das Verhalten was uns interessiert erzeugt."
  },
  {
    "start": 1161.0,
    "end": 1174.92,
    "text": "Alles darüber hinaus ist nicht Genauigkeit sondern Ballast und die Wissenschaftler schaffen hier vier Konstruktionsentscheidungen und die gehe ich jetzt mit euch durch."
  },
  {
    "start": 1175.86,
    "end": 1181.24,
    "text": "erstens Es gibt eine geschichtete hierarchische, fraktale Struktur."
  },
  {
    "start": 1182.1,
    "end": 1187.34,
    "text": "Und sie steigt auf von einem Eingangsknoten zu vielen Ausgangsknotern."
  },
  {
    "start": 1188.66,
    "end": 1198.3,
    "text": "Die Schichten entstehen durch fraktal Expansion also durch dieselbe Verzweikungsregel immer wieder angewandt und auf jeder größten Skala gleich."
  },
  {
    "start": 1200.66,
    "end": 1214.0,
    "text": "Das ist keine Fantasie das sind die Sinnesbahn Denk mal an den Duft von meinem Kaffee früh am Morgen und ein paar Moleküle, die die Rezeptoren im Riechepithel aktivieren."
  },
  {
    "start": 1214.06,
    "end": 1225.68,
    "text": "Und daraus wird am Ende eine großflächige kortikale Repräsentation vom Gefühl des Aufwachens und der Morgenroutine von einem Punkt zu einer Fläche!"
  },
  {
    "start": 1227.08,
    "end": 1236.9,
    "text": "Die Autoren begründen die Schichtung ausdrücklich mit der laminaren und divergenten Organisation Talamo-kortikaler Strukturen bei Säugetieren."
  },
  {
    "start": 1239.6,
    "end": 1241.06,
    "text": "zweite Konstruktionsentscheidung."
  },
  {
    "start": 1242.28,
    "end": 1261.64,
    "text": "Innerhalb jeder Schicht gibt es ein Small-World-Netzwerk, das erzeugen Sie mit einem Algorithmus dem Watts Strohgotts Algorithmos aus einer Nature Arbeit, die wahnsinnig viel zitiert wird in der Netzwerkwissenschaft."
  },
  {
    "start": 1263.14,
    "end": 1277.24,
    "text": "Small World kennen wir als sechs Handschläge bis zu jedem Menschen auf der Erde und Die Struktur dahinter überwiegend lokale Verbindungen zu den Nachbarn plus wenige weitreichende Abkürzungen."
  },
  {
    "start": 1277.72,
    "end": 1289.36,
    "text": "Und das bemerkenswerte ist, mit erstaunlich wenigen Abkörzungen sinkt die mittlere Wegstrecke im ganzen Netz dramatisch und das Gehirn ist so gebaut und zwar aus einem guten Grund."
  },
  {
    "start": 1290.12,
    "end": 1299.96,
    "text": "Es ist billig und schnell zugleich dass Hirnnetzwärke Small World Eigenschaften und Skalenvarianz zeigen, das es gut belegt."
  },
  {
    "start": 1302.48,
    "end": 1307.64,
    "text": "Die dritte Konstruktionsentscheidung, die Verbindungen sind gerichtet."
  },
  {
    "start": 1308.64,
    "end": 1320.86,
    "text": "Das Gewicht von A nach B ist nicht dasselbe wie von b nach a und die Autoren begründen das mit der sogenannten Counterstream Architektur des menschlichen Gehirns."
  },
  {
    "start": 1321.64,
    "end": 1336.26,
    "text": "Vorwärts- und Rückwärzbahnen sind verschiedene Wege mit verschiedenen Stärken Und auch die Entscheidung bitte merken, weil sie wird später nochmal wichtig."
  },
  {
    "start": 1337.68,
    "end": 1347.06,
    "text": "Sie unterscheiden vordere von hinteren Knoten indem sie den Feed Forward und Feedback Verbindungen unterschiedliche Gewichte geben."
  },
  {
    "start": 1347.9,
    "end": 1357.46,
    "text": "Das Netzwerk hat also ein vorne-und einen hinten... ...und jetzt noch Gleichungen!"
  },
  {
    "start": 1357.94,
    "end": 1360.62,
    "text": "Ich habe versprochen dass wir sie nicht rechnen und dabei bleibe ich auch."
  },
  {
    "start": 1361.08,
    "end": 1369.6,
    "text": "aber drei Gleichungen nennen oder versuchen zu erläutern, denn in einer davon steckt das Herz dieses Modells."
  },
  {
    "start": 1370.56,
    "end": 1393.84,
    "text": "Es gibt eine Gleichung die beschreibt was ein Knoten tut und die Antwort ist ziemlich einfach entwaffnet einfach nämlich Ein Knotn ist der gewichtete Mittelwert von allem was bei ihm ankommt nichts weiter kein Schwellenwert keinen Aktionspotenzial keine Feuerrate ein Durchschnitt plus einen Anteil seiner eigenen Vergangenheit."
  },
  {
    "start": 1395.9,
    "end": 1412.5,
    "text": "Die Gleichung II beschreibt genau diese Vergangenkeit, was ein Knoten weitergibt ist nicht nur das, was gerade eben eintraf sondern die akkumulierte Geschichte der letzten Zeitschritte gewichtet mit einem exponentiell zerfallenen Gedächtnis."
  },
  {
    "start": 1413.56,
    "end": 1415.7,
    "text": "Was vor einem Moment war zählt stark."
  },
  {
    "start": 1416.54,
    "end": 1425.98,
    "text": "Was länger her ist zählt exponentiell weniger und dass es physiologisch anschlussfähiger als es zunächst klingt."
  },
  {
    "start": 1426.88,
    "end": 1432.5,
    "text": "Jedes Neuron hat so eine Art Kurzzeitgedächtnis, Summation, Bahnung, Refractärzeit."
  },
  {
    "start": 1433.34,
    "end": 1440.86,
    "text": "Ein Neuronn ist nie ein reiner momentanen Schalter, er ist auch immer mit einem Nachhall verbunden."
  },
  {
    "start": 1442.8,
    "end": 1446.22,
    "text": "und jetzt noch die dritte Gleichung irgendwie das Herz."
  },
  {
    "start": 1447.06,
    "end": 1455.42,
    "text": "hier werden die Kantengewichte vergeben und zwar stochastisch Parameter vom Anfang, die Wahrscheinlichkeit."
  },
  {
    "start": 1456.32,
    "end": 1471.78,
    "text": "Die Autoren ziehen jedes Gewicht aus einer Gaussverteilung zentriert bei eins minus p mit einer Standardabweichung von fünfhundertsteln und die Konsequenz ist die entscheidende Zeile im ganzen Paper."
  },
  {
    "start": 1473.28,
    "end": 1480.22,
    "text": "sinkt P so sinkt die Wahrscheinlichkeit das entlang eine einzelne Verbindung Aktivität übertragen wird."
  },
  {
    "start": 1481.74,
    "end": 1483.56,
    "text": "Das ist die Narkose."
  },
  {
    "start": 1484.5,
    "end": 1490.82,
    "text": "in diesem Modell ist die Narkose nichts anderes als p-sinkt."
  },
  {
    "start": 1493.76,
    "end": 1498.34,
    "text": "Und in dieser Gleichung drei steckt noch ein zweites Detail, das ich schön finde."
  },
  {
    "start": 1499.32,
    "end": 1504.94,
    "text": "Es betrifft die Selbstverbindung Das Gewicht eines Knotens auf sich selbst."
  },
  {
    "start": 1506.14,
    "end": 1513.28,
    "text": "Die Autoren konstruieren es so dass die Selbstverbindung dominant wird wenn alle Fremdverbindungen verschwinden."
  },
  {
    "start": 1514.66,
    "end": 1524.3,
    "text": "Übersetzen wir das Wenn ein Neuron in diesem Modell von allen anderen abgeschnitten wird, dann hört es nicht auf zu arbeiten."
  },
  {
    "start": 1524.96,
    "end": 1527.24,
    "text": "Es hört nur auf mit anderen zu sprechen."
  },
  {
    "start": 1528.04,
    "end": 1530.74,
    "text": "Es halt in seiner eigenen Vergangenheit nach."
  },
  {
    "start": 1532.02,
    "end": 1534.04,
    "text": "Das ist im Modell aber keine Stille."
  },
  {
    "start": 1536.12,
    "end": 1545.52,
    "text": "das ist Solipsismus und ich lass das kurz stehen weil es für unser Fach eine bemerkenswerte Vorstellung ist."
  },
  {
    "start": 1549.58,
    "end": 1554.18,
    "text": "an dieser Stelle muss sich ausdrücklich zwei Einschränkungen benennen."
  },
  {
    "start": 1555.52,
    "end": 1560.74,
    "text": "Die eine, wie kommt die gesamte Pharmakologie in dieses eine P?"
  },
  {
    "start": 1562.32,
    "end": 1573.04,
    "text": "Und die Antwort darauf ist offen und ehrlich – die Autoren schreiben das verschieden Anesthetikerklassen molekular-und zellulär unterschiedlich wirken."
  },
  {
    "start": 1573.64,
    "end": 1585.86,
    "text": "Manche verstärken inhibitorische Übertragung andere hemm excitatorische aber der Nettoeffekt ließe sich abstrahieren als eine globale Hemmung des Arousals."
  },
  {
    "start": 1587.24,
    "end": 1597.18,
    "text": "Und das ist eine ziemliche Abstraktion, Propofol, Sevofloran, Theopental, Ketamin alles in einer einzigen Zahl P zusammengefasst."
  },
  {
    "start": 1598.12,
    "end": 1605.22,
    "text": "Wir kommen dann nachher noch mal drauf zurück und ich verspreche dass ich nicht freundlich damit umgehen werde aber ich will fair sein."
  },
  {
    "start": 1605.76,
    "end": 1612.68,
    "text": "die Autoren gehen damit auch fair um und sie schreiben selbst grobkörnig ist."
  },
  {
    "start": 1616.04,
    "end": 1624.9,
    "text": "Die zweite Einschränkung, jetzt kommen wir auf einen Gedanken aus dem zweiten Block zurück den man sich merken sollte nämlich das Neu-Auswürfeln des Gehirns."
  },
  {
    "start": 1625.7,
    "end": 1641.18,
    "text": "die Kantengewichte werden periodisch neu gezogen und die Begründung im Paper ist rein physiologisch weil neuronale Übertragungen zyklen von Rezeptorinaktivierung, Aktivierung deaktivierend und Desensitivierung durchläuft."
  },
  {
    "start": 1642.0,
    "end": 1643.58,
    "text": "Und jetzt das Detail, auf das es ankommt."
  },
  {
    "start": 1644.52,
    "end": 1649.2,
    "text": "Wie oft neu gewürfelt wird hängt selber von P ab."
  },
  {
    "start": 1650.34,
    "end": 1658.98,
    "text": "Je niedriger P also je tiefer die Narkose desto länger die Perioden zwischen den Neuziehungen dem Würfeln."
  },
  {
    "start": 1661.94,
    "end": 1673.78,
    "text": "Jetzt ist das Gehirnmodell fertig als geschichtetes fragtales gerichtetes Small World Netzwerk mit Gedächtnis dessen Verbindung ständig neu ausgewürfelt werden."
  },
  {
    "start": 1674.96,
    "end": 1690.24,
    "text": "Und einem einzigen Regler namens P und an dem drehen wir jetzt rum, Kapitel vier der eine Regler p und was das mit EEGs zu tun hat."
  },
  {
    "start": 1693.3,
    "end": 1705.86,
    "text": "Bevor ich jetzt die Ergebnisse erzähle muss sich noch auf etwas methodisches Aufmerksam machen denn ich finde es ne wichtige Diskriminierung ob das Paper seriös ist oder nur ne witzige Geschichte."
  },
  {
    "start": 1707.52,
    "end": 1711.3,
    "text": "Die Autoren legen vorher fest, was sie treffen wollen."
  },
  {
    "start": 1712.34,
    "end": 1718.84,
    "text": "Und Sie benennen vier klinische EEG-Merkmalen als Prüfkriterien bevor sie auswerten."
  },
  {
    "start": 1720.34,
    "end": 1725.82,
    "text": "Erstens charakteristische EEg Wellenforme einschließlich Burst Suppression in tiefer Narkose."
  },
  {
    "start": 1726.66,
    "end": 1734.9,
    "text": "Zweitens die Verschiebung der EEG Leistung zu tieferen Frequenzen bei steigender Anesthesiekonzentration."
  },
  {
    "start": 1735.7,
    "end": 1739.34,
    "text": "Drittens Die Synchronisation kortikaler Knoten."
  },
  {
    "start": 1739.86,
    "end": 1746.12,
    "text": "und viertens die Anteriorisierung, die Verschiebung von Alpha- und Deltaleistung nach vorne."
  },
  {
    "start": 1748.36,
    "end": 1750.44,
    "text": "Warum ist diese Vorabfestlegung so wichtig?"
  },
  {
    "start": 1750.96,
    "end": 1757.74,
    "text": "Weil sie den Unterschied macht zwischen einer Vorhersage und einer nachträgliche Erzählung."
  },
  {
    "start": 1758.52,
    "end": 1766.36,
    "text": "Wer zuerst simuliert und dann schaut was zufällig passt der betreibt keinen Erkenntnisgewinn sondern sucht Muster im Rauschen."
  },
  {
    "start": 1767.12,
    "end": 1773.36,
    "text": "Und wer vorher vier Kriterien nennt und danach alle vier trifft, der hat einen Argument."
  },
  {
    "start": 1776.08,
    "end": 1779.62,
    "text": "Ich betone das weil das eine Denkfigur ist wie weit über dieses Paper hinaus reicht."
  },
  {
    "start": 1780.2,
    "end": 1783.0,
    "text": "Sie gilt für jede Studie die man so liest."
  },
  {
    "start": 1783.56,
    "end": 1795.04,
    "text": "Die Antwort auf die Frage ob es hier geklappt hat lautet Das Modell reproduziert alle vier Merkmale gleichzeitig mit einem einzigen Regler."
  },
  {
    "start": 1796.52,
    "end": 1798.78,
    "text": "Der erste Befund ist die Frequenzverschiebung."
  },
  {
    "start": 1800.62,
    "end": 1810.04,
    "text": "Die Autoren nehmen einen zufällig ausgewählten Ausgangsknoten, mitteln über vierzig Simulationsdurchläufe und schauen sich dann die Fourier-Analysen an."
  },
  {
    "start": 1810.92,
    "end": 1816.68,
    "text": "Und was passiert wenn P sinkt?"
  },
  {
    "start": 1834.28,
    "end": 1836.32,
    "text": "und zwar sehr konkret."
  },
  {
    "start": 1837.46,
    "end": 1850.68,
    "text": "Bei einem P von etwa zero Komma sieben verschiebt sich die Frequenz aus dem Beta-Bereich in den Alpha Bereich, alpha bei sinkender Konnektivität."
  },
  {
    "start": 1852.1,
    "end": 1868.42,
    "text": "das ist der Propofolalpha Rhythmus, der frontale Alfa, der klinisch so charakteristisch ist dass er als Marker für adäquate Narkositive gilt und für den es eigene Talamo-Kortikale Modelle gibt."
  },
  {
    "start": 1870.68,
    "end": 1875.86,
    "text": "Und hier fällt er aus einem Netzwerk heraus, dass gar nichts über Propofol weiß!"
  },
  {
    "start": 1877.22,
    "end": 1883.14,
    "text": "Und noch ein Detail das mich beim Lesen gefreut hat weil es der naiven Intuition widerspricht."
  },
  {
    "start": 1884.84,
    "end": 1891.34,
    "text": "bei diesem P von Nullkommasieben steigt die Leistung sogar signifikant an."
  },
  {
    "start": 1892.36,
    "end": 1897.44,
    "text": "man würde ja denken weniger Konnektivität macht weniger Signal."
  },
  {
    "start": 1898.84,
    "end": 1899.18,
    "text": "Falsch!"
  },
  {
    "start": 1899.9,
    "end": 1904.16,
    "text": "Das Netzwerk wird nicht leiser, es wird anders."
  },
  {
    "start": 1905.98,
    "end": 1928.06,
    "text": "und wenn wir weiter drehen an unserem P-Drehknopf bei einem P zwischen Nullkommar fünf und Nullkommer drei also wenn im Wortlaut des Papers ein kritischer Anteil der Kanten gekappt ist dann konzentriert sich die spektrale Dichte rapide im Delta-Wellenbereich."
  },
  {
    "start": 1929.52,
    "end": 1943.06,
    "text": "Und schließlich, wenn P gegen Null geht der Ausgang wird flach und die Autoren schreiben Die Output Flatlines entsprechen der iso elektrischen Aktivität eines vollständig gehemmten Gehirns."
  },
  {
    "start": 1946.52,
    "end": 1953.24,
    "text": "Zählen wir das zusammen Wiederholung Erst Beta dann Alpha Dann Delta Dann Null Linie."
  },
  {
    "start": 1955.14,
    "end": 1962.0,
    "text": "Das ist die vollständige Sequenz der Narkose-Einleitung bis zu einem maximalen Tiefe."
  },
  {
    "start": 1962.74,
    "end": 1976.26,
    "text": "Und sie kommt aus einem Modell, das keinen einzigen Rezeptor kennt – kein GABA A, keine NMDA, keinen Kaliumkanal – nur eine Wahrscheinlichkeit, dass Informationen von einem Knoten zum nächsten durchsickert!"
  },
  {
    "start": 1980.08,
    "end": 1984.04,
    "text": "Der zweite Befund und jetzt lös ich mein Versprechen aus dem zweiten Block ein."
  },
  {
    "start": 1986.22,
    "end": 1994.38,
    "text": "Bei einem sehr niedrigen P Bei Nullkomma zwei umgenordt zu sein, zeigt der Netzwerk Ausgang etwas das ich zweimal lesen musste."
  },
  {
    "start": 1995.68,
    "end": 2008.52,
    "text": "Burst suppression, berstende Deltawellen unterbrochen von langen Phasen der Stille und wer Burst Suppression am Monitor sieht hat einen ziemlich starken Instinkt und ich hatte den auch immer."
  },
  {
    "start": 2008.88,
    "end": 2014.1,
    "text": "Der Instinktsagt Das ist irgendwie rhythmisch."
  },
  {
    "start": 2014.32,
    "end": 2018.2,
    "text": "da es ein Rhythmus Da ist ein Generator irgendwas Taktet das."
  },
  {
    "start": 2019.1,
    "end": 2023.38,
    "text": "Und es gibt Arbeiten, die versuchen, das metabolisch zu erklären."
  },
  {
    "start": 2023.9,
    "end": 2030.38,
    "text": "ATP wird verbraucht, das GWB muss sich erholen und dann feuert das wieder ein Erschöpfungs-Erholungszyklus."
  },
  {
    "start": 2033.0,
    "end": 2039.18,
    "text": "Jetzt kommt eine Erklärung von Sue und den Kollegen aus dem Paper und sie brauchen dafür kein Generator."
  },
  {
    "start": 2042.12,
    "end": 2044.74,
    "text": "Erinnert ihr euch an das neu auswürfeln?"
  },
  {
    "start": 2045.72,
    "end": 2048.28,
    "text": "Die Kanten werden periodisch neu gezogen."
  },
  {
    "start": 2049.04,
    "end": 2053.4,
    "text": "je tiefer die Narkose, desto länger die Abstände zwischen den Neuziehungen."
  },
  {
    "start": 2055.32,
    "end": 2056.04,
    "text": "Und was folgt daraus?"
  },
  {
    "start": 2056.6,
    "end": 2061.719,
    "text": "Bei sehr niedrigem P kommt meistens nichts durch – lange Stille!"
  },
  {
    "start": 2062.739,
    "end": 2072.8,
    "text": "Aber weil die Verbindung immer wieder neu gewürfelt werden ergibt sich irgendwann rein zufällig eine Konstellation in der genug Kanten gleichzeitig offen sind."
  },
  {
    "start": 2074.02,
    "end": 2081.9,
    "text": "In diesem Moment perkuliert ein Signal durch bis in die Ausgangsschichten und erscheint als Burst."
  },
  {
    "start": 2081.94,
    "end": 2089.44,
    "text": "Dann wird neu gewürfelt, die Konstellation ist wieder ungünstig und es folgt die nächste lange Suppression."
  },
  {
    "start": 2091.62,
    "end": 2095.12,
    "text": "Das heißt der Burst ist kein Signal."
  },
  {
    "start": 2096.08,
    "end": 2102.76,
    "text": "Der Burst is ein Zufallsfenster Da taktet nichts da erholt sich nix."
  },
  {
    "start": 2103.34,
    "end": 2115.26,
    "text": "das Netzwerk würfelt Und meistens verliert es aber gelegentlich statistisch unvermeidlich Gewinnt es dann doch einmal und dann kommt ein Pulk Informationen durch."
  },
  {
    "start": 2119.1,
    "end": 2128.42,
    "text": "Ich habe noch eine Alligurie, stellt euch eine Autobahn bei dichtem Nebel vor, bei der die Auffahrten zufällig gesperrt und geöffnet werden."
  },
  {
    "start": 2129.18,
    "end": 2140.6,
    "text": "Die meiste Zeit kommt niemanden durch Und dann öffnen sich zufältig genügend Auffahrten gleichzeitig und eine Kolonne kann gemeinsam durchfahren Nicht koordiniert nur statistisch."
  },
  {
    "start": 2143.76,
    "end": 2147.7,
    "text": "Das Modell hier widerlegt die metabolischen Erklärung nicht."
  },
  {
    "start": 2148.5,
    "end": 2152.14,
    "text": "Es zeigt aber, dass man ohne sie auskommen könnte."
  },
  {
    "start": 2152.92,
    "end": 2162.92,
    "text": "Beide Mechanismen können gleichzeitig wirken – aber die intellektuelle Sparsamkeit dieser Erklärungen ist bemerkenswert weil sie nichts braucht als Zufall und Zeit."
  },
  {
    "start": 2164.52,
    "end": 2167.86,
    "text": "Die dritte befand zu der Synchronisation."
  },
  {
    "start": 2169.38,
    "end": 2174.38,
    "text": "Hier machen die Autoren noch was Feines, was Interessantes, was ich hervorheben möchte."
  },
  {
    "start": 2175.44,
    "end": 2178.18,
    "text": "Sie füttern das Netzwerk mit nem reinen Rauschen."
  },
  {
    "start": 2179.3,
    "end": 2182.72,
    "text": "Ausdrücklich, um die Prüfung so streng wie möglich zu machen!"
  },
  {
    "start": 2183.46,
    "end": 2190.6,
    "text": "Wenn aus einem reinen Rauschen am Ausgang geordnete Koherenz entsteht dann hat das Netzwerksie erzeugt."
  },
  {
    "start": 2191.4,
    "end": 2193.78,
    "text": "sie war nicht im Input versteckt."
  },
  {
    "start": 2194.92,
    "end": 2195.62,
    "text": "und was findet sich?"
  },
  {
    "start": 2196.3,
    "end": 2198.08,
    "text": "Zwischen Thalamus & Cortex?"
  },
  {
    "start": 2198.22,
    "end": 2199.7,
    "text": "zunächst gar nichts."
  },
  {
    "start": 2200.62,
    "end": 2206.06,
    "text": "bis zu einem P von etwa ist keine Frequenz-Kohärentdominant."
  },
  {
    "start": 2207.08,
    "end": 2211.7,
    "text": "Dann, bei weiterer Hemmung erscheint Kohärenz im Beta-Bereich."
  },
  {
    "start": 2213.24,
    "end": 2224.26,
    "text": "Bei P um Nullkommar sechs sinkt sie in den Alpha Bereich und zwischen Nullkommer fünf und Nullcommer drei zeigt sich ein schmales Band starker Gamma-Koohärens."
  },
  {
    "start": 2225.72,
    "end": 2227.08,
    "text": "Zwischen den kortikalen Knoten."
  },
  {
    "start": 2227.22,
    "end": 2239.88,
    "text": "untereinander finden Sie unterhalb von p gleich Nullcommar sechs Kohärens in alpha und delta die mit sinkendem P immer tiefer wandert in Delta und Teta."
  },
  {
    "start": 2240.64,
    "end": 2244.48,
    "text": "Und das stimmt, mit klinischen Beobachtungen in tiefer Narkose überein."
  },
  {
    "start": 2246.26,
    "end": 2254.46,
    "text": "Ein Nebenbefund an dieser Stelle den ich nüchtern ohne Ausschmückung versuche zu berichten weil er sonst leicht ins Reiserische kippt."
  },
  {
    "start": 2255.8,
    "end": 2266.98,
    "text": "Die Autoren stellen fest dass die Gammaaktivität in einem stark gehämmten Netzwerk dem EEG-Muster ähnelt Das bei Sterbenden abgeleitet werden kann."
  },
  {
    "start": 2268.3,
    "end": 2277.32,
    "text": "Es gibt da eine Arbeit aus dem Jahr, die einen Anstieg neurophysiologischer Koherenz und Konnektivität im sterbenden Gehirn dokumentiert hat."
  },
  {
    "start": 2280.9,
    "end": 2292.42,
    "text": "Ich sage ausdrücklich dazu was dieser Befund nicht ist es ist keine Aussage über Nahtoderfahrung oder Erleben über Bewusstsein im Sterben."
  },
  {
    "start": 2293.74,
    "end": 2299.58,
    "text": "Es ist eine strukturelle Ähnlichkeit von Koherenzenmustern in einem Simulationsmodell nicht mehr."
  },
  {
    "start": 2300.46,
    "end": 2306.64,
    "text": "Ich erwähne das, weil es im Paper steht und weil ihr das wissen solltet – nicht, weil ich daraus eine Geschichte machen möchte!"
  },
  {
    "start": 2309.62,
    "end": 2333.02,
    "text": "Aber der eigentlich interessante Punkt an diesem dritten befundesten anderer… Und er ist kontraintuitiv genug dass sich ihn deutlich markieren möchte... Das Auftreten starker Talamokortikaler Gamma-Synchronie bei P um Null Komma Drei interpretieren die Autoren als Informationsintegration."
  },
  {
    "start": 2334.1,
    "end": 2342.4,
    "text": "Chaotische Signale werden im Ausgang geordnet und wieder erkennbar, Und jetzt achten wir mal drauf wo das passiert?"
  },
  {
    "start": 2343.7,
    "end": 2350.92,
    "text": "Nicht bei einem hohen P nicht im wachen gut verbundenen Netzwerk sondern an der Schwelle."
  },
  {
    "start": 2352.72,
    "end": 2355.18,
    "text": "Ordnung entsteht an der Kante."
  },
  {
    "start": 2356.22,
    "end": 2360.94,
    "text": "Das ist eine Beobachtung die in der Physik komplexer Systeme immer wieder auftaucht."
  },
  {
    "start": 2361.74,
    "end": 2368.2,
    "text": "Interessante Dinge passieren nicht im Chaos und nicht in der starren Ordnung, sondern an der Grenze zwischen beidem."
  },
  {
    "start": 2371.3,
    "end": 2395.02,
    "text": "Und ein letzten Punkt zu diesem Kapitel den man leicht überliest, aber klinisch vielleicht einer der wichtigeren in dem ganzen Paper ist die Frequenzverschiebung tritt auch in Zufallsnetzwerken ohne hohe Grafdichte auf sie es außerdem input invariant gleichgültig was man in dieses Netz hineinschickt."
  },
  {
    "start": 2396.28,
    "end": 2402.24,
    "text": "Und daraus ziehen die Autoren jeden Schluss, den ich vorhin schon zitiert habe und der es wert ist zweimal gehört zu werden."
  },
  {
    "start": 2403.66,
    "end": 2417.44,
    "text": "Der Bewusstseinsverlust ist nicht auf ein bestimmtes Set von Neuronen- oder Rezeptortypen lokalisiert – er beruht auf großflächiger verteilter Wirkung auf die Netzwerkkonnektivität!"
  },
  {
    "start": 2418.92,
    "end": 2424.9,
    "text": "Wenn das stimmt, dann suchen wir das Bewusstsein die ganze Zeit an der falschen Stelle wenn wir es an einem Ort suchen."
  },
  {
    "start": 2425.72,
    "end": 2429.5,
    "text": "Es hätte dann nämlich gar kein Ort, es hätte nur einen Zusammenhang."
  },
  {
    "start": 2432.56,
    "end": 2435.64,
    "text": "Kapitel V Die Anterehorisierung."
  },
  {
    "start": 2438.0,
    "end": 2440.84,
    "text": "Jetzt kommt noch was mir gut gefällt und ich sage euch gleich warum."
  },
  {
    "start": 2441.62,
    "end": 2453.66,
    "text": "Nämlich weil ist nicht nur ein klinisches Phänomen erklärt sondern auch eine etablierte Deutung unseres Fachs auf den Kopf stellt Und solche Momente sind selten und die muss man genießen."
  },
  {
    "start": 2455.88,
    "end": 2456.92,
    "text": "Anteriorisierung."
  },
  {
    "start": 2457.78,
    "end": 2460.34,
    "text": "Und für alle, die gerade nicht im EEG-Modus sind?"
  },
  {
    "start": 2461.4,
    "end": 2467.14,
    "text": "Unter Narkose verschiebt sich die dominante EEG Leistung nach vorne – nach frontal."
  },
  {
    "start": 2467.86,
    "end": 2470.8,
    "text": "Alpha und Delta wandern dann nach anterior."
  },
  {
    "start": 2472.18,
    "end": 2478.1,
    "text": "Das ist seit� siebenundsiebzig beschrieben in der Originalarbeit, die man an Jawaaffen durchgeführt hat."
  },
  {
    "start": 2479.46,
    "end": 2483.58,
    "text": "Es ist so robuste dass man moderne EEG Monitor darauf aufbaut."
  },
  {
    "start": 2484.38,
    "end": 2486.96,
    "text": "Deswegen kleben wir unsere Elektroden auf die Skirren."
  },
  {
    "start": 2490.12,
    "end": 2499.36,
    "text": "Die Frage der Autoren lautet, unter welchen Bedingungen erzeugt unser Modell eine asymmetrische Verteilung der spektralen Leistung wenn P sinkt?"
  },
  {
    "start": 2500.24,
    "end": 2502.54,
    "text": "Und dann probieren Sie es aus und Ihre Antwort ist eindeutig."
  },
  {
    "start": 2504.08,
    "end": 2516.16,
    "text": "Anteregerisierung tritt nur dann auf, wenn die Feedback-Gewichte größer sind als die Feedforward Gewichte also nur dann wenn die Rückwärtsverbindungen stärker."
  },
  {
    "start": 2519.84,
    "end": 2525.92,
    "text": "Bei einem Verhältnis von zehn zu eins ist die Anteregerisierung in Alpha und Delta deutlich sichtbar."
  },
  {
    "start": 2527.34,
    "end": 2539.48,
    "text": "Und sie tritt gemeinsam mit der Frequenzabsenkung und der Talamo-kortikalen Synchronisation auf, Die Autoren schließen daraus auf einen gemeinsamen Mechanismus des selben statistischen Prozesses."
  },
  {
    "start": 2540.84,
    "end": 2541.54,
    "text": "Hat mir das fest!"
  },
  {
    "start": 2542.5,
    "end": 2557.74,
    "text": "Drei Phänomäne, die wir klinisch getrennt beschreiben, Getrennt lehren Synchronisation, Anteriorisierung sind in diesem Modell drei Gesichter einer einzigen Ursache."
  },
  {
    "start": 2560.12,
    "end": 2568.94,
    "text": "Und ein Detail was den Kreis schließt ist noch die Anteriorierung verschwindet wieder bei P gleich Null Komma Drei."
  },
  {
    "start": 2569.82,
    "end": 2570.96,
    "text": "Merkt euch mal diese Zahl."
  },
  {
    "start": 2571.84,
    "end": 2574.58,
    "text": "sie kommt im nächsten Kapitel wieder und dann wird es sehr wichtig."
  },
  {
    "start": 2577.64,
    "end": 2582.62,
    "text": "jetzt zur Erklärung und Die Autoren schreiben selber dass Sie counterintuitive."
  },
  {
    "start": 2582.66,
    "end": 2584.4,
    "text": "Er ist kontraintuitiv."
  },
  {
    "start": 2586.2,
    "end": 2591.54,
    "text": "Ich versuche, in drei Schritten sie vorzuführen weil ich glaube das ist das Wert des Schritt eins."
  },
  {
    "start": 2593.66,
    "end": 2598.78,
    "text": "Das Gehirn hat mehr und stärkere Rückwärtsverbindungen als Vorwärzverbindung."
  },
  {
    "start": 2599.48,
    "end": 2602.38,
    "text": "Das es gut belegt besonders im visuellen System."
  },
  {
    "start": 2602.94,
    "end": 2608.74,
    "text": "Wir neigen dazu uns Wahrnehmung als Einbahnstraße von den Sinnesorgan zum Cortex vorzustellen."
  },
  {
    "start": 2609.7,
    "end": 2617.36,
    "text": "Tatsächlich is der Rückkanal die dickere schickt mehr Erwartungen nach unten als Informationen nach oben."
  },
  {
    "start": 2619.06,
    "end": 2623.58,
    "text": "Schritt zwei Jetzt kappen wir die Kanten, zufällig und schrittweise."
  },
  {
    "start": 2624.32,
    "end": 2625.92,
    "text": "Das ist unser sinkendes Pee."
  },
  {
    "start": 2626.54,
    "end": 2638.18,
    "text": "Und jetzt kommt der statistische Kern Ein Netzwerk mit dichteren Feedback-Projektionen hat eine disproportional höhere Wahrscheinlichkeit sein Feedback Informationsfluss zu verlieren."
  },
  {
    "start": 2639.68,
    "end": 2649.94,
    "text": "Schritt drei Folglich entsteht die Verbindung niederfrequenter Leistung nach vorne aus einer überproportionalen Störung in der Rückwärtsrichtung."
  },
  {
    "start": 2651.6,
    "end": 2660.96,
    "text": "Jetzt möchte ich, dass wir langsamer werden denn hier steckt eine Denkfigur die weit über die Anesthesologie hinaus reicht."
  },
  {
    "start": 2663.28,
    "end": 2665.64,
    "text": "man erwartet instinktiv."
  },
  {
    "start": 2666.8,
    "end": 2675.04,
    "text": "das stärkere Robuster ist mehr Verbindungen mehr Redundanz mehr Widerstandsfähigkeit."
  },
  {
    "start": 2675.96,
    "end": 2677.46,
    "text": "So denken wir über Systeme."
  },
  {
    "start": 2679.52,
    "end": 2693.62,
    "text": "In einem dynamischen Netzwerk gilt aber das Gegenteil und die Autoren begründen das Präzise, es gibt einen fundamentalen Unterschied zwischen statischen Netzwerken und dynamischen Networken."
  },
  {
    "start": 2694.8,
    "end": 2704.62,
    "text": "Und in einem dynamischem Netzwerk dominiert nicht der Bestand die Antwort sondern die Reaktion auf Veränderung."
  },
  {
    "start": 2705.74,
    "end": 2710.08,
    "text": "Wer mehr hat verliert mehr, wenn zufällig gekappt wird."
  },
  {
    "start": 2711.54,
    "end": 2717.1,
    "text": "Das Netzwerk reagiert nicht auf das was da ist sondern auf das, was sich ändert."
  },
  {
    "start": 2718.74,
    "end": 2723.5,
    "text": "und damit zur wissenschaftspolitischen Poernte die ich versprochen habe."
  },
  {
    "start": 2724.6,
    "end": 2730.88,
    "text": "Es ist gut belegt dass unter allgemein eines der sie Die rückwärtskonektivität bevorzugt gehemmt wird."
  },
  {
    "start": 2731.96,
    "end": 2741.56,
    "text": "Frontoperietale Verbindungen verlieren ihre Direktionalität robustesten Beobachtungen der modernen Narkose-Neurowissenschaft."
  },
  {
    "start": 2743.02,
    "end": 2755.32,
    "text": "Und die verbreitete Deutung dieses Befundes lautet, Anästhetiker greifen spezifisch die Rückwärtsverbindungen an – weil diese für bewusste Verarbeitung besonders wichtig sind!"
  },
  {
    "start": 2756.32,
    "end": 2772.32,
    "text": "Das passt hervorragend zu Theorien in denen Bewusstsein aus Rückkopplung entsteht, sagen, es braucht diese Spezifität gar nicht."
  },
  {
    "start": 2773.36,
    "end": 2779.88,
    "text": "Der Befund ergibt sich schon daraus dass Feedback-Konnektivität im Wachzustand eine höhere Basisdichte hat."
  },
  {
    "start": 2781.18,
    "end": 2787.2,
    "text": "Kappt man jetzt zufällig und unspezifisch Kanten ohne jede Vorliebe für irgendeine Richtung?"
  },
  {
    "start": 2788.14,
    "end": 2791.66,
    "text": "Und der Effekt sieht aus als hätte man's gezielt getan!"
  },
  {
    "start": 2795.68,
    "end": 2804.78,
    "text": "Das ist die Lektion, die ich für so wertvoll in dieser Episode halte oder warum ich das Paper für so wichtig halte, dass sich darüber eine ganze Folge mache?"
  },
  {
    "start": 2805.8,
    "end": 2808.04,
    "text": "Weil es auch über unser Fach hinausgeht."
  },
  {
    "start": 2810.38,
    "end": 2816.46,
    "text": "Ein beobachteter selektiver Effekt muss keinen selektiven Mechanismus haben!"
  },
  {
    "start": 2817.9,
    "end": 2825.1,
    "text": "Er kann auch entstehen wenn wir eine völlig unspezifische Störung auf eine asymetrische Struktur treffen lassen."
  },
  {
    "start": 2827.06,
    "end": 2831.64,
    "text": "Ich denke dabei ehrlich gesagt nicht nur an die Narkose und ich denke auch an Prozesse."
  },
  {
    "start": 2832.34,
    "end": 2840.2,
    "text": "Wenn ein Ablauf auf der Intensivstation unter Belastung immer an derselben Stelle reist, dann ist das eine naheliegende Vermutung."
  },
  {
    "start": 2841.1,
    "end": 2844.36,
    "text": "Dort ist etwas besonders schlecht gemacht worden."
  },
  {
    "start": 2845.14,
    "end": 2851.6,
    "text": "Aber die Alternative lautet dort war die Struktur einfach am dichtesten und hatte am meisten zu verlieren."
  },
  {
    "start": 2853.0,
    "end": 2862.62,
    "text": "Wo ein System zuerst zerreißt verrät oft mehr über seine Struktur als über die Belastungen."
  },
  {
    "start": 2862.92,
    "end": 2869.58,
    "text": "Um es fair zu sagen, bevor wir weitergehen das Modell widerlegt die Spezifitätshypothese nicht."
  },
  {
    "start": 2870.68,
    "end": 2875.18,
    "text": "Es zeigt dass sie nicht notwendig ist um den Befund zu erklären und das ist ein Unterschied."
  },
  {
    "start": 2875.72,
    "end": 2878.76,
    "text": "und im nächsten Kapitel wird der Unterschied zum zentralen Thema."
  },
  {
    "start": 2879.82,
    "end": 2891.48,
    "text": "aber vorher kommen wir noch an einen Moment den ich auch spannend finde das Kapitel sechs p gleich Null Komma Drei Der Moment in dem ein Bild erscheint."
  },
  {
    "start": 2894.92,
    "end": 2897.64,
    "text": "Bis hierher haben wir über EEG gesprochen."
  },
  {
    "start": 2898.16,
    "end": 2903.94,
    "text": "Über Wellenform, Frequenzen und Coherenz – alles messbar, alles vertraut, alles klinisch."
  },
  {
    "start": 2905.48,
    "end": 2908.02,
    "text": "Aber jetzt verlässt das Paper diesen sicheren Boden."
  },
  {
    "start": 2908.76,
    "end": 2915.76,
    "text": "Es geht... Jetzt geht es nicht mehr um Kurven auf eine Monitor sondern um die Frage ob Information ankommt."
  },
  {
    "start": 2918.08,
    "end": 2924.46,
    "text": "Die Autoren stellen sie so Unter welchen Bedingungen bleibt Informationen in diesem Netzwerk statistisch erhalten?"
  },
  {
    "start": 2925.2,
    "end": 2935.88,
    "text": "Sie schicken einen Signal in den Eingang, lassen es an einem zufällig gewählten Ausgangsknoten raus und fragen – wie viel von dem was hineingegangen ist noch da?"
  },
  {
    "start": 2937.28,
    "end": 2938.22,
    "text": "So ein bisschen stille Post."
  },
  {
    "start": 2939.24,
    "end": 2946.84,
    "text": "Um das zu messen greifen sie zu einem Werkzeug aus der Informationstheorie, dass aus dem Jahr nineteenhundert einundfünfzig stammt."
  },
  {
    "start": 2947.18,
    "end": 2949.92,
    "text": "er Kulberg Leibler Divergenz."
  },
  {
    "start": 2950.62,
    "end": 2953.52,
    "text": "Klingtschweirich ist aber eine ziemlich menschliche Idee!"
  },
  {
    "start": 2955.76,
    "end": 2965.6,
    "text": "Die Kulberg-Leibler-Divergenz misst, wie viel Informationen verloren geht wenn man eine Verteilung benutzt um eine andere zu beschreiben."
  },
  {
    "start": 2966.96,
    "end": 2969.2,
    "text": "Und sie misst das in Bits!"
  },
  {
    "start": 2970.6,
    "end": 2973.8,
    "text": "Stellt euch mal vor jemand beschreibt euch am Telefon ein Foto."
  },
  {
    "start": 2974.96,
    "end": 2984.24,
    "text": "die kulberg leibler divergence ist die Antwort auf die Frage Wie viele Nachfragen bräuchte man jetzt noch um das Original zu rekonstruieren?"
  },
  {
    "start": 2985.94,
    "end": 2988.04,
    "text": "Und bei Nulldivergenz keine einzige."
  },
  {
    "start": 2988.72,
    "end": 2989.88,
    "text": "Und bei hoher Divergenze?"
  },
  {
    "start": 2990.88,
    "end": 3001.18,
    "text": "Wir müssen praktisch alles erfragen, die Beschreibung wäre wertlos gewesen und die Autoren rechnen mit acht Bit maximaler Information."
  },
  {
    "start": 3002.36,
    "end": 3007.3,
    "text": "Sie messen also wie viele der acht Bits am Ausgang verloren gegangen sind."
  },
  {
    "start": 3009.28,
    "end": 3015.52,
    "text": "Jetzt das Ergebnis Die Informationsentropie fällt nicht allmählich."
  },
  {
    "start": 3016.3,
    "end": 3017.7,
    "text": "sie fällt abrupt."
  },
  {
    "start": 3018.46,
    "end": 3021.18,
    "text": "bei einem P von etwa zero Komma drei."
  },
  {
    "start": 3022.52,
    "end": 3032.92,
    "text": "Die Autoren verwenden das Wort precipitously schroff wie eine Klippe und die Abhängigkeit ist in ihren Worten dichotom."
  },
  {
    "start": 3033.76,
    "end": 3049.6,
    "text": "Es gibt zwei Zustände, nicht ein Übergang mit Zwischenstufen sondern Zwei Zustände unter zwischen einer Kante Ein Phasenübergang ausgeprägten Fluktuationen genau an dieser Stelle."
  },
  {
    "start": 3050.56,
    "end": 3056.64,
    "text": "Was übrigens typisch ist für kritische Punkte, dort wird jedes System nervös."
  },
  {
    "start": 3059.1,
    "end": 3064.3,
    "text": "und jetzt kommt etwas das mich als jemand der gerne erklärt wirklich begeistert hat."
  },
  {
    "start": 3065.76,
    "end": 3072.96,
    "text": "die Autoren haben verstanden dass ein Diagramm mit KL-Divagenz auf der Y-Achse niemanden vom Stuhl reißt."
  },
  {
    "start": 3073.7,
    "end": 3075.7,
    "text": "also haben sie es anders gemacht?"
  },
  {
    "start": 3076.26,
    "end": 3079.04,
    "text": "Und Sie haben einen Bild durch das Netzwerk geschickt."
  },
  {
    "start": 3080.3,
    "end": 3090.96,
    "text": "Konkret, Sie haben ein acht-Bit Graustufenbild in eine Zeitreihe von Pixelintensitäten übersetzt – zweihundertsechsundfünfzig Helligkeitsstufen."
  },
  {
    "start": 3091.76,
    "end": 3108.36,
    "text": "und diese Zeitreiwe durch Ihr Netzwerk percoliert bei verschiedenen Werten von P. Dann haben sie am Ausgangsknoten wieder einen Bild daraus rekonstruiert und dann haben sie hingeschaut ob Man das Bild erkennt."
  },
  {
    "start": 3111.14,
    "end": 3122.0,
    "text": "Das ist das Titelbild der Episode und auf der Webseite bei p gleich null rauschen Sinnloses Grau."
  },
  {
    "start": 3122.88,
    "end": 3126.88,
    "text": "Bei p gleich Null Komma drei Rauschen, man sieht nichts!"
  },
  {
    "start": 3128.3,
    "end": 3133.62,
    "text": "Bei P Gleich Null Komma Drei Zwei Fast Nichts Eine Andeutung."
  },
  {
    "start": 3134.64,
    "end": 3138.3,
    "text": "Und Bei P gleich Nüll Komma Drei Vier?"
  },
  {
    "start": 3139.26,
    "end": 3148.08,
    "text": "Das Bild ist da und jetzt bitte ich euch, genau auf die Formulierung zu achten."
  },
  {
    "start": 3148.52,
    "end": 3149.8,
    "text": "Denn darin liegt alles!"
  },
  {
    "start": 3151.2,
    "end": 3159.76,
    "text": "Das Bild wird nicht schärfer Es wird nicht klarer Nicht kontrastreicher Nicht allmählich erkennbar?"
  },
  {
    "start": 3160.64,
    "end": 3177.44,
    "text": "Das Bild ist plötzlich da Zwischen Nullkommar Drei Zwei und Null Komma Drei Vier zwei Hundertstel in einem abstrakten Parameter Und diese Abstand von zweiehundertsteln trennt."
  },
  {
    "start": 3178.14,
    "end": 3179.32,
    "text": "Ich sehe nichts, von."
  },
  {
    "start": 3180.12,
    "end": 3180.84,
    "text": "ich sehe etwas."
  },
  {
    "start": 3181.88,
    "end": 3189.06,
    "text": "und genau das ist der Vorgang den ich jeden Morgen beim Narkose einleiten beobachte nur rückwärts!"
  },
  {
    "start": 3190.0,
    "end": 3202.92,
    "text": "Ich drehe an einer Konzentration stetig glatt kontinuierlich und irgendwo auf diesem glatten Weg gibt es eine Stelle an die das Bild nicht dunkler wird sondern verschwindet."
  },
  {
    "start": 3207.04,
    "end": 3210.34,
    "text": "eine Ehrlichkeitsanmerkung machen, weil ich nichts vorspiegeln will."
  },
  {
    "start": 3210.42,
    "end": 3215.82,
    "text": "Was hier gezeigt wird ist die Visualisierung eines Informationsmaßes."
  },
  {
    "start": 3215.98,
    "end": 3223.8,
    "text": "es ist keine Simulation visueller Wahrnehmung kein Modell des visuellen Cortex und dieses Bild ist nicht das was ein Patient sieht."
  },
  {
    "start": 3224.66,
    "end": 3234.1,
    "text": "Es ist die grafische Übersetzung von BITS aber als didaktisches Bild für einen Phasenübergang der Informationszugänglichkeit ist es ziemlich gut."
  },
  {
    "start": 3237.16,
    "end": 3243.04,
    "text": "Und jetzt noch zwei Randbefunde aus diesem Block, die ich für ein kleines bisschen beunruhigend halte."
  },
  {
    "start": 3244.14,
    "end": 3249.44,
    "text": "Die erste ist eine Zahl bei p um Null Komma Drei."
  },
  {
    "start": 3249.74,
    "end": 3265.12,
    "text": "dort wo das Bild gerade erscheint beträgt die Wahrscheinlichkeit dass Informationen vom Eingang zu einem beliebigen Ausgangsknoten perkulieren weniger als Null Komma Null Null Acht Eins Für den kürzesten Fahrt."
  },
  {
    "start": 3266.06,
    "end": 3273.64,
    "text": "Das sind weniger als weniger als ein Prozent Durchlasswahrscheinlichkeit."
  },
  {
    "start": 3275.04,
    "end": 3286.96,
    "text": "Und trotzdem wird die Hemmung auf diesem Niveau robust toleriert und die Integrität des Eingangsbildes bleibt teilweise erhalten und erkennbar."
  },
  {
    "start": 3287.0,
    "end": 3300.04,
    "text": "Die Autoren sprechen von einer niedrigen Informations-Emergenzschwelle, und ihre Erklärungen dafür ist wieder unser alter Freund das neue auswürfeln."
  },
  {
    "start": 3301.36,
    "end": 3303.44,
    "text": "Das Netzwerk nutzt die Zeit."
  },
  {
    "start": 3304.22,
    "end": 3307.96,
    "text": "Was in einem Moment nicht durchkommt, kommt im nächsten durch."
  },
  {
    "start": 3308.54,
    "end": 3311.78,
    "text": "Man braucht keine offene Leitung wenn man geduldig genug würfelt."
  },
  {
    "start": 3312.76,
    "end": 3319.24,
    "text": "Damit sind wir bei der klinischen Konsequenz Die ich für wichtig halte und die Autoren ziehen sie auch selbst."
  },
  {
    "start": 3320.48,
    "end": 3333.84,
    "text": "Wenn weniger als ein Prozent Durchlasswahrscheinlichkeit genügen damit Informationen erkennbar ankommt dann bedeutet das Informationsverarbeitung bleibt in scheinbar tief gehämmten Gehirnen möglich."
  },
  {
    "start": 3333.88,
    "end": 3342.16,
    "text": "Die Autoren schreiben, ihr Modell eröffne die Möglichkeit statistisch unwahrscheinlicher Hirnzustände."
  },
  {
    "start": 3343.02,
    "end": 3351.64,
    "text": "Zustände, indem tiefgehämte neuralen Zentren durch reinen Zufall ausreichend verbunden werden um Bewusstseinsmarker zu tragen."
  },
  {
    "start": 3352.66,
    "end": 3358.72,
    "text": "Und klinisch – so schreiben sie wörtlich – deute dies auf die Möglichkeit der Informationsaufnahme."
  },
  {
    "start": 3362.94,
    "end": 3378.96,
    "text": "Sie verweisen dabei auf eine Arbeit aus ihrer eigenen Arbeitsgruppe, das ist ein Nachweis zellulärer Registrierung olfaktorischer Inputs unter Allgemein-Anästhesie gibt ohne verhaltensbezogene Erinnerungen."
  },
  {
    "start": 3379.92,
    "end": 3385.32,
    "text": "Das Gehirn hat es registriert – der Organismus konnte es aber nicht berichten!"
  },
  {
    "start": 3388.0,
    "end": 3395.6,
    "text": "Ich möchte daraus keine Angst machen und ganz sicher keine Awareness-Debatte führen für die dieses Modell auch gar nicht die Grundlage ist."
  },
  {
    "start": 3396.46,
    "end": 3399.68,
    "text": "Aber ich möchte den Gedanken formulieren, weil er es verdient hat."
  },
  {
    "start": 3400.84,
    "end": 3409.82,
    "text": "Unsere Sprache und unsere Dokumentation kennt zwei Zustände – bewusst und nicht bewusst ein Häkchen oder kein Häkchchen."
  },
  {
    "start": 3411.24,
    "end": 3423.58,
    "text": "Dieses Modell hier legt aber nahe dass die Grenze zwischen beiden durchlässiger ist als unsere Sprache Und das es Zustände geben kann in denen Informationen ankommt ohne dass jemand davon berichten kann."
  },
  {
    "start": 3425.42,
    "end": 3427.68,
    "text": "Das ist ein Argument für Demut!"
  },
  {
    "start": 3430.68,
    "end": 3444.9,
    "text": "Ich habe jetzt ganz schön lange über einen Modell erzählt, das ich für schön halte und jetzt kommt der Teil, der auch dann immer am Ende wichtig ist denn eine Theorie die man bewundert hat man noch nicht verstanden."
  },
  {
    "start": 3447.64,
    "end": 3453.12,
    "text": "fangen wir mit der Kritik an und fangen da an mit dem was die Autoren selber einräumen."
  },
  {
    "start": 3454.28,
    "end": 3460.82,
    "text": "erstens Das Modell macht keine Annahmen über molekulare, celluläre oder metabolische Mechanismen."
  },
  {
    "start": 3461.38,
    "end": 3463.06,
    "text": "Das sichert Universalität!"
  },
  {
    "start": 3463.6,
    "end": 3465.26,
    "text": "Es hat aber auch einen Preis."
  },
  {
    "start": 3466.62,
    "end": 3472.08,
    "text": "Zweitens – und das ist ihr eigenes Wort – das Modell ist notwendig grobkörnig."
  },
  {
    "start": 3472.62,
    "end": 3476.88,
    "text": "Es berücksichtigt keine Wirkstoff- und Rezeptorspezifischen Eigenschaften."
  },
  {
    "start": 3478.08,
    "end": 3486.78,
    "text": "Drittens – es unterscheidet nicht zwischen Hemmung durch Verstärkung inhibitorischer Neurone exzitatorischer Neurone."
  },
  {
    "start": 3488.32,
    "end": 3493.22,
    "text": "Und wenn ich das jetzt in meine Sprache übersetze, wird die Tragweite vielleicht deutlicher."
  },
  {
    "start": 3494.68,
    "end": 3501.94,
    "text": "Propofol, Silvofloran, Teopental, Ketamin und Dexmedetomidin sind in diesem Modell nicht unterscheidbar."
  },
  {
    "start": 3502.36,
    "end": 3512.96,
    "text": "Sie machen alle dasselbe sie senken P. Und da müssen wir hinschauen denn das ist klinisch wahrscheinlich nicht haltbar."
  },
  {
    "start": 3514.12,
    "end": 3519.38,
    "text": "Diese Substanzen Erzeugen völlig unterschiedliche EEG-Signaturen."
  },
  {
    "start": 3520.26,
    "end": 3524.34,
    "text": "Und was noch wichtiger ist, unterschiedliche Zustandsqualitäten."
  },
  {
    "start": 3525.94,
    "end": 3531.58,
    "text": "Dexmeditumidinsedierung und propofolender Kosen sind nicht dasselbe Phänomen mit unterschiedlicher Tiefe."
  },
  {
    "start": 3532.26,
    "end": 3534.76,
    "text": "Das sind tatsächlich unterschiedliche Zustände!"
  },
  {
    "start": 3535.72,
    "end": 3544.12,
    "text": "Und damit zu dem Einwand der mir beim Lesen am stärksten aufgefallen ist... Ich sage ausdrücklich, dieser Einwand steht NICHT im Paper."
  },
  {
    "start": 3545.56,
    "end": 3547.08,
    "text": "Meine eigene kritische Überlegung."
  },
  {
    "start": 3548.38,
    "end": 3548.86,
    "text": "Ketamin."
  },
  {
    "start": 3550.5,
    "end": 3556.36,
    "text": "Kétamin nimmt einem Menschen das Bewusstsein, oder präziser S dissoziiert ihn."
  },
  {
    "start": 3558.08,
    "end": 3559.26,
    "text": "und was macht das EEG dabei?"
  },
  {
    "start": 3560.46,
    "end": 3563.18,
    "text": "Es macht nicht, was dieses Modell vorher sagt."
  },
  {
    "start": 3563.74,
    "end": 3568.0,
    "text": "es gibt keine geordnete Wanderungen von Beta über Alpha zu Delta."
  },
  {
    "start": 3568.84,
    "end": 3571.88,
    "text": "der Gammaanteil bleibt erhalten oder steigt sogar."
  },
  {
    "start": 3572.62,
    "end": 3576.94,
    "text": "Das EEG sieht in mancher Hinsicht aktivierter aus, nicht gehämter."
  },
  {
    "start": 3578.8,
    "end": 3588.72,
    "text": "Ein Modell, das den Bewusstseinsverlust ausschließlich als Absinken eines globalen Konnektivitätsparameters beschreibt hat hier eine echte Lücke."
  },
  {
    "start": 3589.52,
    "end": 3595.02,
    "text": "Das Bewusstsein geht verloren ohne dass das Netzwerk die vorhergesagte Sequenz durchläuft."
  },
  {
    "start": 3598.66,
    "end": 3601.78,
    "text": "Dieses Problem haben viele Konneaktivitätesmodelle."
  },
  {
    "start": 3602.1,
    "end": 3606.38,
    "text": "Ketamin ist der Stachel im Fleisch von fast allen Narkosetheorien."
  },
  {
    "start": 3607.14,
    "end": 3614.2,
    "text": "Es ist also kein spezifischer Einwand gegen Perkulation sondern eine offene Front für diese gesamte Modellklasse."
  },
  {
    "start": 3615.8,
    "end": 3621.32,
    "text": "Ich formuliere es lieber als Prüfungsfrage an die nächste Modellgeneration, als Widerspruch."
  },
  {
    "start": 3624.3,
    "end": 3626.42,
    "text": "und jetzt kommt der Punkt um den's eigentlich geht!"
  },
  {
    "start": 3627.36,
    "end": 3634.44,
    "text": "Er ist wissenschaftsteoretisch, er klingt trocken und ich halte ihn für einen wertvollen Gedanken in dieser Episode."
  },
  {
    "start": 3635.78,
    "end": 3637.7,
    "text": "Was hat dieses Modell gezeigt?"
  },
  {
    "start": 3638.36,
    "end": 3649.38,
    "text": "Es hat gezeigt ein einziger Konnektivitätsparameter genügt um vier klinische EEG-Merkmalen und einen scharfen Informationszusammenbruch zu erzeugen."
  },
  {
    "start": 3651.28,
    "end": 3657.0,
    "text": "Das ist eine Aussage über Suffizienz, so könnte es gehen auf Deutsch!"
  },
  {
    "start": 3659.12,
    "end": 3660.54,
    "text": "Und was hat das nicht gezeigt?"
  },
  {
    "start": 3661.64,
    "end": 3667.02,
    "text": "Dass das Gehirn tatsächlich so funktioniert – dass wäre eine Aussagen über Notwendigkeit."
  },
  {
    "start": 3667.98,
    "end": 3669.14,
    "text": "Das is' so IST."
  },
  {
    "start": 3672.56,
    "end": 3677.78,
    "text": "Zwischen diesen beiden Sätzen ist der Unterschied zwischen einem interessanten Modell und einer bewiesenen Theorie."
  },
  {
    "start": 3680.16,
    "end": 3691.0,
    "text": "Es gibt noch ein anderes berühmtes Beispiel, das Ptolemäische Weltbild die Erde im Zentrum, die Planeten auf Kreisen laufen den berühmbten Epizyklen."
  },
  {
    "start": 3692.1,
    "end": 3698.56,
    "text": "Dieses Modell konnte Planetenpositionen mit beachtlicher Genauigkeit vorhersagen Jahrhunderte lang."
  },
  {
    "start": 3699.16,
    "end": 3702.22,
    "text": "man konnte damit navigieren und Kalender berechnen."
  },
  {
    "start": 3704.76,
    "end": 3706.32,
    "text": "Es war komplett falsch."
  },
  {
    "start": 3708.46,
    "end": 3713.96,
    "text": "Die Lehre daraus und die gilt für Perkulation genau wie für jedes Modell, das wir in der Medizin benutzen?"
  },
  {
    "start": 3714.72,
    "end": 3720.2,
    "text": "Die Reproduktion von Beobachtung ist ein notwendiges aber kein hinreichendes Kriterium für Wahrheit!"
  },
  {
    "start": 3721.12,
    "end": 3724.96,
    "text": "Ein Modell das gut passt kann trotzdem am falschen Ort suchen."
  },
  {
    "start": 3727.3,
    "end": 3734.32,
    "text": "Und weil ich weiß dass wir alle täglich mit Modellen arbeiten möchte ich diesen Gedanken ausdrücklich weiterreichen."
  },
  {
    "start": 3734.94,
    "end": 3743.12,
    "text": "diese Unterscheidungen Suffizienz versus Notwendigkeit ist eine der praktisch wichtigsten Denkfiguren der evidenzbasierten Medizin."
  },
  {
    "start": 3744.16,
    "end": 3755.1,
    "text": "Sie gilt für jeden Score den wir anwenden, für jedes Prädiktionsmodell und ganz besonders für jedes KI-System dessen Ausgabe verblüffend gut zu unseren Erwartungen passt."
  },
  {
    "start": 3755.78,
    "end": 3760.12,
    "text": "Ein Modell das gut vorher sagt hat damit noch nicht erklärt!"
  },
  {
    "start": 3762.96,
    "end": 3766.38,
    "text": "Wenn ihr aus dieser Episode ein paar Gedanken mitnehmt dann vielleicht diese."
  },
  {
    "start": 3768.56,
    "end": 3773.9,
    "text": "erstens Der Parameter P hat keine gemessene biologische Entsprechung."
  },
  {
    "start": 3776.1,
    "end": 3779.9,
    "text": "Es gibt keinen Wert am Patienten, den ich messen und mit p vergleichen könnte."
  },
  {
    "start": 3780.4,
    "end": 3786.5,
    "text": "P ist eine Abstraktion – und damit ist die klinische Prüfbarkeit indirekt."
  },
  {
    "start": 3787.7,
    "end": 3788.08,
    "text": "Zweitens."
  },
  {
    "start": 3788.6,
    "end": 3791.24,
    "text": "Und das ist mir wichtig, weil solche Zahlen ein Eigenleben entwickeln?"
  },
  {
    "start": 3791.28,
    "end": 3795.58,
    "text": "Nullkommar drei ist keine Bewusstseinsschwelle."
  },
  {
    "start": 3796.12,
    "end": 3797.68,
    "text": "Diese Zahl ist modellspezifisch!"
  },
  {
    "start": 3798.24,
    "end": 3803.04,
    "text": "Und sie hängt ab von der gewählten Topologie, der Fragtalisierung und der Parametrisierung."
  },
  {
    "start": 3804.1,
    "end": 3812.26,
    "text": "Sie ist kein physiologischer Grenzwert, keine Monitoringzahl – und wenn man die irgendwo als solche zitiert sieht, dann ist es falsch!"
  },
  {
    "start": 3814.42,
    "end": 3814.8,
    "text": "Drittens?"
  },
  {
    "start": 3816.08,
    "end": 3819.1,
    "text": "Das hier ist eine reine Simulationsarbeit."
  },
  {
    "start": 3819.54,
    "end": 3821.7,
    "text": "Es wurden keine neuen Daten am Menschen erhoben."
  },
  {
    "start": 3822.18,
    "end": 3826.5,
    "text": "Validiert wurden gegen publizierte EEG-Merkmale aus der Literatur."
  },
  {
    "start": 3827.86,
    "end": 3833.74,
    "text": "Und viertens… Dieses Modell erklärt Informationszugänglichkeit."
  },
  {
    "start": 3834.44,
    "end": 3841.56,
    "text": "Es erklärt nicht erleben, die Frage warum es sich nach irgendetwas anfühlt bewusst zu sein."
  },
  {
    "start": 3842.08,
    "end": 3862.42,
    "text": "das was David Chamas das harte Problem The Hard Problem nennt Das wird hier nicht einmal berührt und die Autoren wissen dass sie schreiben es sei verlockend zu spekulieren dass der Übergang zwischen bewusstem und unbewusstem Zustand durch einen einzigen Konnektivitätsparameter reguliert wird."
  },
  {
    "start": 3863.68,
    "end": 3873.74,
    "text": "Das Wort spekulieren steht im Paper, das gehört zitiert – und ich zitiere es auch gern weil es Wissenschaft in einer ziemlich guten Form ist."
  },
  {
    "start": 3875.84,
    "end": 3884.22,
    "text": "Wer die Folge über Org OR gehört hat, wird jetzt noch etwas Bemerkenswertes feststellen."
  },
  {
    "start": 3887.36,
    "end": 3895.38,
    "text": "Suchten die Antwort auf dieselbe Frage nach unten, tiefer als die Synapse hinein in die Quantenphysik der Mikrotubuli."
  },
  {
    "start": 3896.54,
    "end": 3901.06,
    "text": "So und Kollegen suchen sie nach oben – oberhalb der Synapse!"
  },
  {
    "start": 3901.48,
    "end": 3902.78,
    "text": "In der Statistik des Netzwerks."
  },
  {
    "start": 3903.92,
    "end": 3906.06,
    "text": "Beide Gruppen sind Anesthesisten."
  },
  {
    "start": 3906.78,
    "end": 3909.32,
    "text": "Beides stellen exakt dieselbe Fragen."
  },
  {
    "start": 3910.1,
    "end": 3912.14,
    "text": "Und Sie gehen in entgegengesetzte Richtungen."
  },
  {
    "start": 3913.08,
    "end": 3920.04,
    "text": "Das sagt weniger über die Antwort als über die Frage weil sie so offen ist, dass beide Richtungen legitim sind."
  },
  {
    "start": 3923.06,
    "end": 3931.48,
    "text": "Zum Abschluss dieses Blocks noch eine Stärke dieses Papers und das traf ja auch auf Hammer of Unpenrose zu In die Arbeit."
  },
  {
    "start": 3931.54,
    "end": 3934.34,
    "text": "hier macht konkrete prüfbare Vorhersagen."
  },
  {
    "start": 3934.86,
    "end": 3936.64,
    "text": "Die Autoren schlagen selber Experimente vor."
  },
  {
    "start": 3937.22,
    "end": 3951.52,
    "text": "Man soll die synchrone Aktivität zwischen primären visuellem Cortex- und frontalen Augenfeldern messen Und dann prüfen ob es ein ganzes Zetika Dosis gibt bei der das Synchrone Feuern für visuelle Aufmerksamkeit abrupt zusammenbricht."
  },
  {
    "start": 3953.78,
    "end": 3964.44,
    "text": "Und ihr habt das abrupt hier bemerkt, dass hier ist die prüfbare Behauptung ein gradueller Abfall würde das Modell in erhebliche Schwierigkeiten bringen."
  },
  {
    "start": 3966.38,
    "end": 3975.18,
    "text": "Das ist falsifizierbar und wir sind wieder bei Karl Papas das widerlegbare Theorien unangreifbaren vorzuziehen sind."
  },
  {
    "start": 3978.88,
    "end": 3983.1,
    "text": "mit drei Gedanken möchte ich euch zurück an die Kaffeemaschine schicken."
  },
  {
    "start": 3983.66,
    "end": 3988.72,
    "text": "Erstens, bewusst sein könnte eine Eigenschaft von Verbindungen sein nicht von Bauteilen."
  },
  {
    "start": 3990.56,
    "end": 3995.84,
    "text": "Wir sind in der Medizin darauf trainiert nach dem Ort und dem Stoff zu fragen Welcher Rezeptor?"
  },
  {
    "start": 3996.26,
    "end": 3996.9,
    "text": "Welcher Kern?"
  },
  {
    "start": 3997.26,
    "end": 3998.06,
    "text": "Welches Areal?"
  },
  {
    "start": 3998.46,
    "end": 3999.16,
    "text": "Welche Transmitter."
  },
  {
    "start": 4000.22,
    "end": 4005.14,
    "text": "Das ist ein außerordentlich erfolgreiches Programm gewesen Und ich möchte es nicht kleinreden."
  },
  {
    "start": 4005.88,
    "end": 4013.38,
    "text": "Aber dieses Modell verschiebt die Frage Nicht Wo raus besteht es, sondern wie gut hängt es zusammen?"
  },
  {
    "start": 4014.72,
    "end": 4020.04,
    "text": "Und dieser Perspektivwechsel ist für mich auch jenseits der Neurowissenschaft anschlussfähig."
  },
  {
    "start": 4021.06,
    "end": 4023.04,
    "text": "Wer sich mit Prozessen beschäftigt kennt das Problem."
  },
  {
    "start": 4024.16,
    "end": 4028.88,
    "text": "Ein System scheitert selten an seinen Bausteinen – es scheitern fast immer an den Übergängen!"
  },
  {
    "start": 4030.34,
    "end": 4034.5,
    "text": "Zweitens Der Sprung ist die Erklärung und nicht das Rätsel."
  },
  {
    "start": 4034.9,
    "end": 4039.3,
    "text": "Wir haben uns angewöhnt, die Abruptheit einer Koseeinleitung als selbstverständlich zu betrachten."
  },
  {
    "start": 4040.0,
    "end": 4041.18,
    "text": "Perkulation dreht das um."
  },
  {
    "start": 4041.9,
    "end": 4046.08,
    "text": "Die Abruptheit ist der aussagekräftigste Befund, den wir überhaupt haben."
  },
  {
    "start": 4046.84,
    "end": 4061.76,
    "text": "Eine glatte Ursache mit einer sprunghaften Wirkung ist immer ein Fingerzeig auf eine kritische Schwelle im Hintergrund und diese Denkfigur ist übertragbar – auf jede Dekompensation, auf die Sepsis, auf jedes System, das lange stabil aussieht und dann kippt!"
  },
  {
    "start": 4062.6,
    "end": 4072.72,
    "text": "Wenn ein System sprunghaft antwortet sollten wir nicht nach der letzten Ursache suchen sondern Nach der Schwelle Britens."
  },
  {
    "start": 4073.8,
    "end": 4075.78,
    "text": "unter einem Prozent kann genügen."
  },
  {
    "start": 4076.52,
    "end": 4083.64,
    "text": "Diese Zahl, null Komme acht Prozent Durchlass Wahrscheinlichkeit und dennoch erkennbare Informationen sollte uns beschäftigen."
  },
  {
    "start": 4084.68,
    "end": 4099.12,
    "text": "Wenn ein Netzwerk mit so wenig noch integrieren Kann dann ist die Grenze zwischen bewusst und nicht bewusst womöglich durchlässiger als unsere Sprache und unsere Dokumentationes abbilden Und ich sage das mit Bedacht und ohne Dramatisierung."
  },
  {
    "start": 4099.7,
    "end": 4106.12,
    "text": "Es ist ein Argument für Demut gegenüber dem, was in einem Kopf passiert den wir für abgeschaltet halten."
  },
  {
    "start": 4108.46,
    "end": 4111.779,
    "text": "und damit zurück an die Espresso-Maschine."
  },
  {
    "start": 4114.26,
    "end": 4118.62,
    "text": "Morgen früh wird es wieder dunkel sein und ich werde mir wieder Kaffee machen."
  },
  {
    "start": 4119.479,
    "end": 4125.0,
    "text": "Wasser wird sich seinen Weg durch gemahlene Bohnen suchen ohne dass ihm jemand seinen Weg vorgibt."
  },
  {
    "start": 4125.979,
    "end": 4132.18,
    "text": "Das wird eine Schwelle geben Und unterhalb dieser Schwelle wird nicht wenig kommen sondern nichts."
  },
  {
    "start": 4134.7,
    "end": 4142.479,
    "text": "Ein bisschen später werde ich wieder im Krankenhaus am Kopf eines OP-Tisches stehen und mit jemandem über den Urlaub sprechen."
  },
  {
    "start": 4144.399,
    "end": 4158.16,
    "text": "Und dann wird Information sich ihren Weg durch ein Netz aus sechsundachzig Milliarden Neuronen suchen bis zu einem Punkt, an dem sie es nicht mehr tut – auch dort wird es eine Schwelle geben!"
  },
  {
    "start": 4159.3,
    "end": 4165.779,
    "text": "Und unterhalb davon wird nicht wenig Bewusstsein sein sondern keines."
  },
  {
    "start": 4168.22,
    "end": 4175.819,
    "text": "Der einzige wirkliche Unterschied zwischen diesen beiden Vorgängen ist, dass ich bei der Kaffeemaschine weiß was ich tue."
  },
  {
    "start": 4178.88,
    "end": 4193.6,
    "text": "Das Paper von Sue Moretang Jüb aus Physical Review Letters, zwei Tausend Fünfzehn sowie alle anderen Quellen findet ihr in den Show Notes auf unserer Homepage www.ins.umg.eu-Podcast."
  },
  {
    "start": 4194.04,
    "end": 4201.58,
    "text": "und wenn ihr die Folge über Ogo A noch nicht gehört habt dann geht es um dieselbe Frage Nur in die entgegensetzte Richtung."
  },
  {
    "start": 4202.06,
    "end": 4204.08,
    "text": "Bleibt neugierig und bis zum nächsten Mal!"
  },
  {
    "start": 4244.74,
    "end": 4252.46,
    "text": "Es sickert, bis plötzlich kein Fluss Nicht weniger Licht."
  },
  {
    "start": 4253.22,
    "end": 4261.96,
    "text": "Nur das Bild ist nicht mehr Ein Regler, ein Atem Ein Schwellwert, ein Schluss."
  },
  {
    "start": 4263.08,
    "end": 4267.98,
    "text": "Was durchkommt ist wenig Und manchmal genug."
  },
  {
    "start": 4277.96,
    "end": 4281.9,
    "text": "Man sucht einen Stoff den man hält."
  },
  {
    "start": 4282.98,
    "end": 4300.78,
    "text": "Nur kannten die Fallen ein Netz dass sich selbst neu würfelt im Stille ein Blitz ohne Takt kein Zeichen, kein Zeichn nur zu verloren macht."
  },
  {
    "start": 4302.82,
    "end": 4304.04,
    "text": "Es sickert."
  },
  {
    "start": 4304.34,
    "end": 4310.5,
    "text": "es sickert bis plötzlich kein Fluss nicht weniger Licht."
  },
  {
    "start": 4311.18,
    "end": 4323.54,
    "text": "Nur das Bild ist nicht mehr Ein Regler einer Mein Schwell wird ein Schluss, was durchkommt ist wenig."
  },
  {
    "start": 4324.8,
    "end": 4326.5,
    "text": "Manchmal genug."
  },
  {
    "start": 4330.04,
    "end": 4334.04,
    "text": "unter einen Urzent kann noch etwas sein."
  },
  {
    "start": 4335.42,
    "end": 4340.46,
    "text": "Wer abschaltet weiß nicht was bleibt und was geht."
  },
  {
    "start": 4342.2,
    "end": 4373.46,
    "text": "Zwei Welten am Morgen der Saal dieselbe Mathematik war voll Bis plötzlich kein Fluss Nicht weniger Licht Der Dampf und der Duft."
  },
  {
    "start": 4374.6,
    "end": 4384.74,
    "text": "Wir wissen Kaffee Was wir dort tun Scherster nach."
  }
]