[
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    "end": 5.94,
    "text": "Ich bin Jold Wilhelm."
  },
  {
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    "end": 9.28,
    "text": "Das ist Thema des Tages, der Nachrichten-Podcast vom Standard."
  },
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    "end": 21.2,
    "text": "Am siebten Oktober vor zwei Jahren stürmen Hamas-Thorroristen Israele."
  },
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    "text": "Sie töten mehr als twelvehundert Männer, Frauen und Kinder."
  },
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    "text": "Zweihundertfünfzig weitere Menschen werden entführt."
  },
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    "end": 31.68,
    "text": "Israele ist Gegenschlag, vernichtet daraufhin, den Gazastreifen."
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    "end": 34.32,
    "text": "Er töte zehntausende Männer, Frauen und Kinder."
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    "end": 38.74,
    "text": "mehr, hunderttausende Palästinenser drohen, vertrieben zu werden oder zu"
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    "text": "sterben."
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    "end": 50.84,
    "text": "Während die Terroristen für diese Explosion des Jahrzehnte Altener Ostkonflikts zur Rechenschaft gezogen werden, wird die Kritik an einem Mann immer lauter, Benjamin Netanyahu."
  },
  {
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    "end": 62.4,
    "text": "Wie Israels Ministerpräsident für persönliche und politische Interessen einen Genozid in Kauf nimmt und dabei Israels Ansehen zerstört, erklärt eine Ostexpertin Natalie"
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    "end": 62.94,
    "text": "Amiri."
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    "text": "Herzlich willkommen, Natalie Amiri."
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    "text": "Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben."
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    "text": "Sehr gerne."
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    "text": "Frau Amiri, Sie sind Journalistin und haben ein neues Buch geschrieben namens der Naost Komplex."
  },
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    "end": 82.92,
    "text": "In diesem Buch begeben Sie sich auf eine Reise zu den Ländern, die betroffen sind von diesem Konflikt."
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    "end": 85.14,
    "text": "Sie sprechen mit vielen, vielen Menschen."
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    "text": "Zwei Hundert, glaube ich, sind es an der Zahl."
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    "text": "Und Sie beschreiben in Ihrem Buch Ihren Wunsch, das menschliche Leid, die menschlichen Schicksale zu erfassen."
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    "text": "Deswegen möchte ich genau damit starten, wenn ich die Augen schließe und An diesem Konflikt denke, dann habe ich schreckliche Bilder vor meinen Augen, die ich wahrscheinlich nie vergessen werde."
  },
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    "end": 116.78,
    "text": "Ich habe die Bilder vom Anschlag vom siebten Oktober vor den Augen wie Kinder orientierungslos herumtaumeln, weil gerade neben ihnen ihre Eltern abgeschlachtet wurden."
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    "text": "Ich habe aber auch die Bilder von Kindern und Menschen vor Augen in Gaza, die verhungern, die vor der Existenzlosigkeit stehen."
  },
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    "end": 133.66,
    "text": "Und das geht mir... schon so nahe, obwohl ich diese Bilder und diese Schicksale nur aus dem Medien erfahren habe."
  },
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    "end": 137.16,
    "text": "Sie sind jetzt aber zu den betroffenen Menschen gereist."
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    "end": 138.88,
    "text": "Sie haben mit ihnen gesprochen."
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    "end": 145.62,
    "text": "Welche Schicksale, die Sie gesehen und erfahren haben, werden Sie nie vergessen können."
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    "end": 161.48,
    "text": "Gerade erst eben im August saß ich in Jaffa, einem arabischen Viertel in Tel Aviv, wunderschön in einem alten traditionellen Haus im Innenhof und kommunizierte mit Radar."
  },
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    "end": 169.56,
    "text": "Radar ist eine um die vierzig eine Palästinenserin in Gaza, alleine erziehende Mutter und wir schrieben uns hin und her."
  },
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    "end": 174.94,
    "text": "Ich saß in diesem Innenhof, es lief arabische Musik und ich filmte diese."
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    "text": "oder ich ja machte eine Sprachaufnahme und sagte hörst du die arabische Musik?"
  },
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    "text": "und sie sagte ja."
  },
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    "text": "Wir sind eigentlich so nahe."
  },
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    "end": 182.74,
    "text": "Wir sind durch die Küste verbunden."
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    "end": 190.32,
    "text": "Und diese Küste war ehemals eine Handelsstrecke von Gaza nach Jaffa in den zwanziger Jahren, dreißiger Jahren."
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    "text": "Es gab eine Bahnverbindung."
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    "end": 195.42,
    "text": "Die Menschen lebten einfach miteinander ohne diesen schrecklichen Krieg."
  },
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    "end": 197.18,
    "text": "Und ich saß in diesem Innenhof."
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    "end": 199.18,
    "text": "Es war unglaublich heiß."
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    "end": 205.04,
    "text": "Es waren immer noch dreißig Grad mitten in der Nacht und eine gefühlte Luftfeuchtigkeit von hundert Prozent."
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    "end": 231.7,
    "text": "Und ich war in einem schönen Hotel gesessen und konnte reingehen in die klimatisierten Räume und saß aber eben draußen und dachte mir, wie lebt gerade da jetzt auf zweiundsechzig Kilometer Entfernung, die in Zelten lebt, die zum siebten Mal vertrieben wurde, die wusste, dass sie wieder jetzt, sie lebt in Gaza statt, gehen muss, weil Israel Gaza statt angekündigt hat, einzunehmen."
  },
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    "text": "Und ich saß vor einer Käseplatte und einem Glas Wein und Wir waren getrennt durch diese zweiundsechzig Kilometer und sie hatte gar nichts."
  },
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    "end": 241.16,
    "text": "Sie hat seit drei Tagen nichts gegessen."
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    "text": "Und in diesem Moment war ich, ich war auch beschämt über das, dass ich so gut habe."
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    "end": 248.7,
    "text": "Damit helfe ich der Welt nicht, wenn ich beschämt bin."
  },
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    "end": 261.339,
    "text": "Und es gibt immer Menschen, die hungern auf der Welt und natürlich können wir nicht auf der anderen Seite immer nur traurig darüber sein, über das, was die Welt an Krisen und Kriegen hervorbringt und welche Schicksale die Menschen das wegen ertragen müssen."
  },
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    "end": 265.16,
    "text": "Aber es war diese unglaubliche Nähe, diese zweiundsechzig Kilometer."
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    "end": 279.52,
    "text": "und dann diese Verbindung durch das, dass ich im arabischen Viertel in Tel Aviv sitze und sie auf der anderen Seite, sie ist alleinerziehende Mutter, ich bin alleinerziehende Mutter und es war so und mir bleibt nichts anderes darüber als zu berichten."
  },
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    "end": 287.92,
    "text": "Das ist quasi mein Mittel auch, um diese ganzen Schicksale zu ertragen, weil ich immer das Gefühl habe, ich habe eine Aufgabe, ich muss darüber berichten."
  },
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    "end": 316.66,
    "text": "Eine andere Begegnung oder eine andere Gleichzeitigkeit, die mir permanent passierte auf diesen Reisen, war, als Israel die islamische Republik Iran-Angriff war unter anderem ein Ziel des Ewingefängnis, was ich immer noch nicht, ich habe es auch in Interviews und Hintergrundgesprächen nicht richtig herausfinden können, warum es dabei eigentlich Israel ging, weil es waren im Grunde genommen diese zwölf Tage des Krieges."
  },
  {
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    "end": 325.78,
    "text": "Militärische Ziele, die Israel in Visier hatte, das Atomprogramm, die Atomanlagenköpfe des Regimes, sowohl vom Sicherheitsapparat als auch des Militärs."
  },
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    "end": 333.72,
    "text": "Und auch die Menschen dort, also ich hatte ja mit vielen jeden Tag Kontakt, der sagte mir, wir wissen eigentlich, dass es nicht gegen uns geht."
  },
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    "end": 344.7,
    "text": "Und dann kam aber eine der letzten Tage dieser Angriff, diese Rakete auf das Irwin-Gefängnis und dort sitzt die zukünftige Hoffnung eines freien Iran."
  },
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    "end": 352.28,
    "text": "Dort sind die gesamten politischen Gefangenen, sind dort inhaftiert und dann trifft die Rakete den Eingang."
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    "end": 366.32,
    "text": "Und ich kann mir nicht vorstellen, dass die israelische Kriegsführung so naiv ist, dass sie denken, dass die Gefangenen... aus den Toren stürmen, wie es zum Beispiel bei Sid Naya in Syrien war, was ich auch selbst gesehen habe."
  },
  {
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    "end": 378.46,
    "text": "Denn das Regime im Tehran oder im Iran ist ja vielleicht militärisch, sagen wir, kastriert worden, aber der Repressionsapparat war ja noch einwandfrei."
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  {
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    "end": 387.22,
    "text": "Und so viele meiner Bekannten und Freunde sagten mir, Wir können keinen Schritt auf die Straße gerade wagen, schweige dann protestieren."
  },
  {
    "start": 387.6,
    "end": 393.24,
    "text": "Netanyahu hat dazu ja aufgerufen, denn die Straßen sind gepflastert mit Perseidschmilizen."
  },
  {
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    "end": 398.94,
    "text": "Und das sind die Schläger-Trupps, die Freiwilligen-Trupps, die immer auf der Straße sind, wenn es zu Unruhen kommt."
  },
  {
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    "end": 403.66,
    "text": "Und es wird übrigens auch immer das Internet gedrosselt, wenn es zu Protesten kommt."
  },
  {
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    "end": 413.44,
    "text": "Aber das Internet wird auch gedrosselt, wenn es zu... Angriffen kommt, militärischen Angriffen, weil das Regime nicht möchte, dass die Menschen untereinander kommunizieren."
  },
  {
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    "end": 426.12,
    "text": "So, jetzt wurde diese Eingang des Irwingefängnisses angegriffen und kurze Zeit zuvor war der Bruder einer Bekannten von Mia Maral inhaftiert worden, unter Spionage verdacht."
  },
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    "end": 430.22,
    "text": "Er saß also im politischen Sektor dieses Irwingefängnisses."
  },
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    "text": "Und Maral und ihre Mutter gingen, um ihnen eine Besuchserlaubnis zu bekommen."
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    "end": 441.78,
    "text": "Und da muss man stundenlang vor diesem Gefängnis stehen, um vielleicht Einlast zu bekommen, um vielleicht seine Angehörigen für ein paar Minuten zu sehen."
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    "text": "Und sie wurde von dieser Rakete getroffen und war sofort tot."
  },
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    "text": "Drei Wochen später war ich wieder in Israel und ... war da in einem Pool."
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    "end": 457.02,
    "text": "Das darf man fast eigentlich gar nicht sagen, weil es gibt ja dieses Leben einfach noch."
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    "text": "Also es gibt gutes Essen, es gibt Party, es gibt ein Leben, das weitergeht."
  },
  {
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    "end": 466.1,
    "text": "Das ist natürlich auch die Überlebensstrategie der Israelis, weil sie schon immer sich im Krieg befunden haben."
  },
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    "end": 479.68,
    "text": "Also ich war in diesem Pool gesessen und dort waren ganz viele gut aussehende, groß, reit gebaute Männer mit ihren auch sehr gut aussehenden Partnerinnen und alle hatten Cocktails in der Hand in diesem Pool."
  },
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    "end": 482.22,
    "text": "Und ich dachte mir, ist das eine Filmszene?"
  },
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    "text": "oder was passiert hier gerade?"
  },
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    "end": 487.44,
    "text": "Es schaut so unrealistisch aus."
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    "text": "Und dann fragte ich dem Poolgei, was ist denn hier los?"
  },
  {
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    "text": "Wird hier irgendwie Melrose Place gedreht?"
  },
  {
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    "end": 499.74,
    "text": "Und er sagte, nein, das sind die Kampfpiloten, die die iranischen Angriffe geflogen sind."
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  {
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    "end": 511.78,
    "text": "Und sie wurden von einem reichen israelischen Geschäftsmann jetzt... Er wollte sich bei ihnen bedanken, dass sie diesen militärisch-glorreichen Angriff geflogen sind."
  },
  {
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    "end": 530.28,
    "text": "Und diese Gleichzeitigkeit, dieses auf allen Seiten permanent auch mental zu sein, war ein Gefühl, das war mit einer der Beweggründer, warum ich dieses Buch schreiben wollte, weil ich mir dachte, ich möchte euch das mitteilen und zeigen."
  },
  {
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    "end": 534.18,
    "text": "welche Gleichzeitigkeit es auf allen Seiten gibt."
  },
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    "end": 541.6,
    "text": "Und das war auch immer meine Intention, nicht in ein Lager gesteckt zu werden und instrumentalisiert zu werden."
  },
  {
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    "end": 556.02,
    "text": "Irgendwann, als ich mal bei einem Abendessen über dieses Buch, über dem Plan des Buches brach, war ein anderer Verleger noch am Tisch und sagte, ja, aber du musst schon mit einer steilen These reingehen und du musst dich für eine Seite entscheiden, sonst wirst du dieses Buch nicht verkaufen."
  },
  {
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    "end": 559.6,
    "text": "Und es war genau das, was ich nicht machen wollte."
  },
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    "text": "Ich möchte nicht in ein Lager gehören."
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    "end": 563.88,
    "text": "Ich möchte nicht ein Lager vertreten."
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    "text": "Ich möchte einfach von Menschen sprechen."
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    "text": "Ich möchte Empathie anregen."
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    "text": "Empathie ist eine menschliche Regung, ein Mitgefühl."
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    "text": "Und es ist der Versuch, nicht abzustumpfen und nicht nur mit Argumenten Krieg zu führen, um zu gewinnen, sondern einfach auch mal sein Herz zu öffnen, um zu schauen, wie geht's?"
  },
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    "text": "den Menschen auf der anderen Seite."
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    "text": "Das macht das gerade aus."
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    "text": "Aber diese Empathie hat seit dem siebten Oktober massiv nachgelassen."
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  {
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    "end": 597.5,
    "text": "Es gibt im Grunde genommen kaum noch Empathie auf einer Seite für die andere Seite."
  },
  {
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    "end": 608.1,
    "text": "Und das ist nicht nur tragisch, sondern es ist hochgefährlich, weil es kaum noch Spielraum für Lösungen gibt, auch wenn der Ruf nach einer Lösung lauter der Nähe ist."
  },
  {
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    "text": "Ich glaube, diese Gleichzeitigkeit kann man Natürlich nicht genauso nachvollziehen wie Sie, wenn man nicht mit den Leuten spricht auf beiden Seiten, aber was man schon mitbekommt von außen ist, dass es kein klares Gut und kein klares Böse gibt."
  },
  {
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    "end": 625.68,
    "text": "Man kann nicht sagen, die einen sind Schuld und die anderen sind nicht Schuld."
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    "text": "Und das macht ja diesen Konflikt auch so schwer verstehbar und auch so schwer, sich deswegen eine Meinung zu bilden."
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    "text": "Lassen Sie uns noch mal zurück zum siebten Oktober, zwanzig, gehen."
  },
  {
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    "text": "Dieser Überfall der Israel so stark getroffen hat und auf den ersten Blick überrascht hat."
  },
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    "text": "Da fragen sich im Nachhinein natürlich viele, wie konnte es denn gelingen, dass die Hamas das mitunter am besten militärisch verteidigte Land der Welt so überfallen konnte?"
  },
  {
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    "text": "Was wissen wir heute darüber?"
  },
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    "text": "Wir wissen viel."
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    "text": "darüber und wussten viel darüber."
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    "end": 676.46,
    "text": "Also wir nicht, aber die israelischen Geheimdienste und das Militär hatte extrem viel Wissen darüber, wie dieser Angriff von Stadten gehen wird."
  },
  {
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    "text": "Es waren die sogenannten jährliche Awards, das sind circa vierzig Seiten, die der israelische Geheimdienst schon bereits hatte."
  },
  {
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    "text": "Sie wussten, dass etwas bevorsteht."
  },
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    "text": "Ich habe mit den Angehörigen vor einem Vater der einer Speerin, Ronny Eschelle, gesprochen, die immer wieder ihrem Vater gesagt hat und ihren Vorgesetzten, da passiert was."
  },
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    "text": "Wir sehen diese Bewegungen am Zaun."
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    "text": "Es ist viel zu viel los da."
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    "text": "Es liegt was in der Luft."
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    "text": "Und im Grunde genommen hat sie gesagt, Papa, es wird was in den nächsten Tagen passieren."
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  {
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    "text": "Und sie hat es auch immer wieder berichtet, ihren Vorgesetzten."
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    "end": 720.06,
    "text": "Und nicht nur sie, auch ihre Kolleginnen und Kollegen haben immer wieder gesagt, es wird was passieren."
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    "text": "Und ich habe mit Ami Ayalon gesprochen, dem ehemaligen Shin Betchef, dem Inlandsgeheimdienstchef Israels."
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    "end": 742.72,
    "text": "von Ägypten zum Beispiel, dass etwas passieren wird."
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    "end": 749.56,
    "text": "Und man hat noch in den Tagen vor dem siebten Oktober Soldaten abgezogen und ins Westjordanland versetzt."
  },
  {
    "start": 750.56,
    "end": 752.14,
    "text": "Die Informationen lagen auf dem Tisch."
  },
  {
    "start": 752.54,
    "end": 766.56,
    "text": "Diese Frage, die Sie mir jetzt stellen, die habe ich immer wieder meinen Interviewpartner angestellt und im Grunde genommen wurde sie damit beantwortet, also sowohl von Journalistenkolleginnen als auch Politikern."
  },
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    "end": 777.26,
    "text": "In Israel, sie immer wieder sagten, weil es eine Arroganz Netanyahu war, den Arabern gegenüber, den Palästinensern gegenüber."
  },
  {
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    "end": 784.14,
    "text": "Im Grunde genommen war es ein rassistischer Hintergrund, warum man diesen siebten Oktober so ignoriert hat."
  },
  {
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    "end": 793.18,
    "text": "Und Netanyahu hat auch nachher noch gesagt, naja, dann sind sie mit Flip Flops über die Grenze gekommen, also die Araber mit ihren Flip Flops."
  },
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    "end": 798.94,
    "text": "und haben für den verheerendsten Angriff in Israels Geschichte gesorgt."
  },
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    "end": 806.58,
    "text": "Sie haben ja die Toten und Entführten erwähnt, die das zu dem schlimmsten Trauma dieses Landes geführt hat."
  },
  {
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    "end": 810.66,
    "text": "Die Bevölkerung ist wirklich, die Gesellschaft ist stark traumatisiert."
  },
  {
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    "end": 829.34,
    "text": "Was es bewirkt hat, ist, dass es zu einem massiven Sicherheits- Verlust empfinden geführt hat, weil dieser Zaun war eigentlich der wichtigste und der sicherste Zaun der Welt, so sagte es mir auch Ronny Eschels Vater."
  },
  {
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    "end": 832.66,
    "text": "Was war das für eine Sicherheit, die uns vorgegaukelt wurde?"
  },
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    "end": 841.86,
    "text": "Und Israel und diese Regierung, Netanyahu, betrachtete Gaza fast zwei Jahrzehnte lang als ein eingedämmtes Problem."
  },
  {
    "start": 843.56,
    "end": 844.86,
    "text": "als Nebenschauplatz."
  },
  {
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    "end": 847.48,
    "text": "Und das war ein Riesenfehler, ein verheerender Fehler."
  },
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    "text": "Und man dachte ja auch, es gab ja diese Millionen von US-Dollar, die ja die Hamas bekommen hat, mit Einverständnis Israels."
  },
  {
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    "end": 867.46,
    "text": "Diese Geldkoffer, die von Qatar an die Hamas geliefert worden sind, sind teilweise von Israels Sicherheitskräften mitbegleitet worden, dass sie ankommen."
  },
  {
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    "end": 889.9,
    "text": "Netanyahu-Strategie dahinter war, halte die Hamas In Schacht bei Laune und gleichzeitig fördere sie, dass sie als Gegenpart zur Fatah im Westjordanland fungiert, sodass es nicht eine palästinensische Stimme gibt, sodass wir einen palästinensischen Staat eine zwei Staatenlösung verhindern können."
  },
  {
    "start": 890.08,
    "end": 906.1,
    "text": "Und das war im Grunde genommen der Beweggrund dafür, dass die Hamas teilweise ignoriert wurde, massiv an Geld bekommen hat und sich so einfach militärisch aufristen konnte mit der Hilfe der islamischen Republik Iran und anderen weiteren Staaten."
  },
  {
    "start": 906.82,
    "end": 915.0,
    "text": "Das heißt Netanyahus politisches Handeln oder Nichthandeln ist ein Mitverursacher dafür, dass es zu diesem Anschlag gekommen ist."
  },
  {
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    "end": 919.96,
    "text": "Ich habe kein Interview in Israel geführt, dass mir nicht das bestätigt hat."
  },
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    "end": 924.7,
    "text": "Netanyahu ist der Hauptverantwortliche des siebten Oktober."
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    "start": 925.3,
    "end": 929.78,
    "text": "natürlich abseits der Terroristen, die diesen Terrorangriff ausgeübt haben."
  },
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    "start": 929.98,
    "end": 937.04,
    "text": "Und ich war beim IDF und habe mir das gesamte Material angeschaut, das zusammengeschnitten ist, auch siebenundvierzig Minuten."
  },
  {
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    "end": 946.04,
    "text": "Die schlimmsten Bilder, und ich habe es detailliert in Buch auch beschrieben, aber Netanyahu ist dafür verantwortlich, dass alle Warnungen ignoriert wurden."
  },
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    "end": 951.42,
    "text": "Und Netanyahu verhindert jetzt aktiv eine Untersuchungskommission."
  },
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    "end": 956.9,
    "text": "Und wenn man vergleicht zum Jom Kippur Krieg, fünfzig Jahre zuvor."
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  {
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    "text": "hat."
  },
  {
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    "end": 969.0,
    "text": "Golda Meier, die dafür verantwortlich war und aber auch Verantwortung sofort übernommen hat, wurde vom Obersten Gericht verurteilt und die Verantwortlichen wurden zur Rechenschaft gezogen."
  },
  {
    "start": 969.4,
    "end": 970.92,
    "text": "Das will Netanyahu verhindern."
  },
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    "end": 978.04,
    "text": "Er hat ja neben dieser Wahnsinnsverantwortung, die er trägt, für den siebten Oktober auch noch Korruptionsfälle am Hals."
  },
  {
    "start": 978.44,
    "end": 987.04,
    "text": "Und das ist ja alles so miteinander verbunden und so vernetzt, dass es so kompliziert ist und auch so komplex ist, dass alles auseinander zu dividieren."
  },
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    "end": 1007.92,
    "text": "Aber um nicht ins Gefängnis zu kommen, ist ja ja diese Koalition mit den ultrarechten und orthodoxen Koalitionspartnern eingegangen und gibt ihnen im Grunde genommen alles, was sie wollen, damit diese Koalition bestehen bleibt und er seine Immunität nicht verliert und er nicht ins Geschenk kommt."
  },
  {
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    "end": 1018.22,
    "text": "Und deswegen hat er diesen Pakt mit den Rechtsextremen eingegangen und gibt ihnen Was sie wollen und ihre Forderungen sind kein Deal mit der Hammers."
  },
  {
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    "end": 1021.0,
    "text": "Sie wollten das Ende der Waffenruhe im März."
  },
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    "end": 1025.74,
    "text": "Er hat sie ihnen im Grunde genommen auch gegeben."
  },
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    "end": 1031.28,
    "text": "Sie wollen die komplette Besetzung des Gasastreifens am besten ohne einen einzigen Palästinenser."
  },
  {
    "start": 1031.8,
    "end": 1036.42,
    "text": "Sie sind gerade dabei, den gesamten Gasastreifen zu besetzen."
  },
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    "end": 1041.52,
    "text": "Und das alles gegen den Willen und gegen die Sicherheitsbedenken."
  },
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    "start": 1042.2,
    "end": 1056.42,
    "text": "der Institutionen in Israel, wie den Mossad, den Shembet, der Armee, selbst der Armeechef, der eigentlich ein Netanyahu treuer ist, hat gesagt, stop it, take the deal mit der Hamas."
  },
  {
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    "end": 1065.08,
    "text": "Und Netanyahu geht einfach über alle Bedenken hinweg, übrigens auch über die Bedenken der Bevölkerung, die zu seventy-fünf Prozent diesen Krieg nicht mehr wollen."
  },
  {
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    "end": 1072.38,
    "text": "Und ich war fast den gesamten August jetzt in Israel und es gab fast keinen Tag an dem nicht protestiert wurde."
  },
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    "end": 1083.3,
    "text": "Von der Zivilgesellschaft, von einzelnen Gruppierungen, von ehemaligen Soldaten, von traumatisierten Soldaten, von Müttern, die nicht mehr wollen, dass ihre Kinder verschleißt werden in diesem Krieg."
  },
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    "end": 1095.24,
    "text": "Mit dieser zusätzlichen Inversion jetzt in Gaza statt oder mit dieser zusätzlichen Inversion ist es noch nicht de facto, aber mit diesem zusätzlichen Einnahmevorhaben der Stadt Gaza."
  },
  {
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    "end": 1101.14,
    "text": "werden hunderttausende neue Reservisten jetzt in diesen Krieg gezogen."
  },
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    "end": 1107.8,
    "text": "Und ich hab mit Müttern gesprochen, die gesagt haben, wir wollen nicht mehr, dass unsere Kinder draufgehen."
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    "end": 1109.8,
    "text": "So, die sterben in diesem Krieg."
  },
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    "end": 1112.2,
    "text": "Sie kommen stark traumatisiert zurück."
  },
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    "end": 1118.78,
    "text": "Sie sind teilweise über vierhundert Tage jetzt in einem schwecklichen Krieg in Gaza involviert gewesen."
  },
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    "start": 1118.86,
    "end": 1124.76,
    "text": "Sie haben Dinge ausführen müssen, die sie ... vielleicht gegen ihren eigenen Wertekodex ausführen."
  },
  {
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    "end": 1140.08,
    "text": "Denn ich habe gestern noch mit dem Chef von Breaking the Silence gesprochen, Nader Weidmann, und er sagte mir, dass im Grunde genommen das Militär schon seit Monaten, eigentlich schon seit vierundzwanzig, nicht mehr gegen Hamas kämpft."
  },
  {
    "start": 1140.22,
    "end": 1146.2,
    "text": "Sie sehen kaum noch Hamas Kämpfer, sondern sie im Grunde genommen Gase zerstören."
  },
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    "start": 1146.76,
    "end": 1152.28,
    "text": "Und zwar nicht nur mit IDF-Panzern, sondern auch... mit Baufirmen."
  },
  {
    "start": 1152.72,
    "end": 1163.3,
    "text": "Also zivile Baufirmen kommen da rein und zerstören Gaza und zerstören die Lebensgrundlage von zwei Komma eins Millionen Menschen."
  },
  {
    "start": 1164.16,
    "end": 1180.26,
    "text": "Wenn Netanyahu gegen den Willen seiner eigenen Bevölkerung handelt und anscheinend den Wünschen der Ultrarechten nachkommt, nur damit er im Amt bleibt und nicht dem Strafvollzug und der Justiz sich rechtfertigen muss."
  },
  {
    "start": 1180.78,
    "end": 1185.2,
    "text": "Nimmte dafür in Kauf, dass in Gaza ein Völkermord passiert?"
  },
  {
    "start": 1185.78,
    "end": 1192.28,
    "text": "Ja, er nimmt dafür in Kauf, dass Israel, dass es einen Paradigmenwechsel in der Welt gegeben hat."
  },
  {
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    "text": "Israel ist noch nie meiner Meinung nach so am Pranger gestanden wie heute, wenn wir uns die UN-Vollversammlung anschauen der letzten Tage."
  },
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    "end": 1207.46,
    "text": "Also es wurde schon immer als Protest von arabischen Mitgliedstaaten der Raum verlassen, wenn Netanyahu kam."
  },
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    "end": 1215.98,
    "text": "Aber es gibt... Niemand mehr, der auf Israel seite ist, bis auf die Amerikaner und Deutschland und wenige Staaten."
  },
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    "end": 1220.58,
    "text": "Die Mehrheit ist gegen diese Regierung Netanyahu."
  },
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    "end": 1226.08,
    "text": "Doch die Regierung Netanyahu steht für Israel und das Verheerende, was passiert ist."
  },
  {
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    "end": 1246.48,
    "text": "Und das hat mir Raviv Drucker, das einer der Investigativjournalisten und Israel ist der auch auf... Netanyahus roter Liste steht, also der auch übrigens bei Bibi Fais, diesem Film der Dokumentation, die neulich auch im deutschen Fernsehen rausgekommen ist und auch in der ARD-Mediathek immer noch zu sehen ist."
  },
  {
    "start": 1247.0,
    "end": 1255.7,
    "text": "Raviv Drucker sagte mir, Netanyahu hat den israelischen Interessen weltweit enorm geschadet und vielleicht irre Parabel."
  },
  {
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    "end": 1274.64,
    "text": "Und er sagte mir, dass in seinen Augen Netanyahu eine destruktive Kraft ist, die alles zerstört hat, auch in Israel, die Freie Presse, die Justiz, die Generalstaatsanwaltschaft, das Militär, den Shin Bet, alle Institutionen, die Israel so stolz aufgebaut hatte."
  },
  {
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    "end": 1282.66,
    "text": "Und ich muss sagen, ich bin ja oft, ich habe ja im Iran als Korrespondente berichtet und im Iran bist du nie sicher als Journalistin."
  },
  {
    "start": 1283.16,
    "end": 1284.6,
    "text": "Du bist permanent."
  },
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    "start": 1284.92,
    "end": 1287.94,
    "text": "im Grunde genommen wirst du gejagt und du kannst dich auch nichts verlassen."
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  {
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    "end": 1290.76,
    "text": "Alles ist willkürlich, du kannst jeden Kack im Gefängnis landen."
  },
  {
    "start": 1290.82,
    "end": 1294.6,
    "text": "Ich wurde vom Geheimdienst bedroht, ich wurde Ausreiser gesperrt, mein Pass wurde mir abgenommen."
  },
  {
    "start": 1294.98,
    "end": 1297.6,
    "text": "Kein einzelner Dreh im Iran."
  },
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    "start": 1298.18,
    "end": 1304.4,
    "text": "funktioniert einfach so, dass ich zum Schluss einen Bericht in der Tagesschau abliefern konnte von eine Minute und Dreißig."
  },
  {
    "start": 1304.5,
    "end": 1307.18,
    "text": "Dieser Bericht von eine Minute und Dreißig war so viel Arbeit."
  },
  {
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    "end": 1309.04,
    "text": "Wir sind gerannt, wir mussten schwitzen."
  },
  {
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    "end": 1319.26,
    "text": "Wir hatten Angst, dass ich jedes Mal dachte, ich brauche auf jeden Fall ein Grimmepreis für diese Eins Dreißig, weil ich so viel investiert habe in einen Beitrag, den sich dann die Menschen anschauen, auf dem Sofa sitzen."
  },
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    "end": 1324.16,
    "text": "Der läuft vielleicht während dem Abendessen an einem vorbei und niemand weiß, wie viel Arbeit darin steckt."
  },
  {
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    "text": "Wenn ich nach Israel gereist bin."
  },
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    "end": 1329.0,
    "text": "hatte ich immer das Gefühl, alles ist gut."
  },
  {
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    "end": 1332.74,
    "text": "Ich kann mich auf diesen demokratischen Staat verlassen."
  },
  {
    "start": 1333.42,
    "end": 1341.98,
    "text": "Der muss ich sagen, jetzt im Nachhinein, wenn man sich das ansieht, was in der Westbank passiert ist, auch nicht sich demokratisch verhalten hat."
  },
  {
    "start": 1342.14,
    "end": 1360.22,
    "text": "Aber mein Grundgefühl war, selbst wenn ich eine Grenze, natürlich, weil ich doppeltes Staatsbürgerschaft hab, mein Vater ist Iraner, meine Mutter Deutsche, wenn ich da sechs Stunden ... vom Geheimdienst verhört werde und immer wieder diese Fragen gestellt werden, ist okay, weil sie sind umzingelt von Feinden."
  },
  {
    "start": 1360.3,
    "end": 1363.4,
    "text": "Sie brauchen dieses Sicherheitskonzept, um zu überleben."
  },
  {
    "start": 1363.66,
    "end": 1366.08,
    "text": "Es war immer ein Gefühl, dass alles ist okay."
  },
  {
    "start": 1366.68,
    "end": 1371.08,
    "text": "Zum Schluss werden sie mich nicht einfach grundlos ins Gefängnis stecken."
  },
  {
    "start": 1371.92,
    "end": 1402.64,
    "text": "Und ehrlich gesagt, in dieser Konstellation jetzt mit Netaniaus Koalitionspartnern dieser... Polizeiminister und Finanzminister und also Ben-Glion Smotrych und auch, wie sie die Bevölkerung radikalisiert haben, wie die Rechten immer lauter werden und aber auch immer mehr Macht haben, auch das Militär komplett umstrukturiert haben, weil sie die ganzen national- religiösen auch Siedler ins Militär gesteckt haben."
  },
  {
    "start": 1403.16,
    "end": 1427.14,
    "text": "Hat mich mir zum ersten Mal schon Sorgen gemacht, wie willkürlich es in Israel zukünftig sein wird, weil Netanyahu diesen ganzen Staat im Grunde genommen, also alle Checks and Balances, sie existieren noch, aber massiv angegangen hat und die Menschen ja jeden Tag dafür auch auf die Straße gehen, um dafür zu kämpfen, aber Netanyahu kommt immer wieder durch."
  },
  {
    "start": 1427.66,
    "end": 1435.04,
    "text": "Er sieht sich als Mister Security an, er denkt wirklich, er ist überzeugt davon, dass er die Sicherheit für Israel bringt."
  },
  {
    "start": 1435.38,
    "end": 1445.8,
    "text": "Und wenn ich mir die weltweite Lage anschaue, war die Welt noch nie so israelkritisch und einhergehend damit antisemitisch eingestellt."
  },
  {
    "start": 1445.94,
    "end": 1455.04,
    "text": "Wobei ich nicht Antisemitismus mit Israelkritik auf keinen Fall vermischen möchte, denn es sind komplett getrennte Dinge."
  },
  {
    "start": 1455.26,
    "end": 1476.26,
    "text": "und warum die Berichterstattung, glaube ich, auch so lange leise war in Bezug auf die Besetze des Jordanland, aber auch in Gaza so spät laut wurde, weil man immer Angst hat, Diese Antisemitismuskeule kommt jetzt raus und Kritik an Israel bedeutet Antisemitismus, was nicht der Fall ist, aber eben sehr oft instrumentalisiert wird."
  },
  {
    "start": 1477.58,
    "end": 1495.2,
    "text": "Ich finde es sehr interessant, vor allem mit jüngeren Menschen spricht, die haben ein ganz anderes Bild von Israel und sie wachsen mit einem ganz anderen Bild von Israel auf als meine Generation oder meine älteren Generation, die Israel immer als ein Land und ein Völkerbrund gesehen haben, der schützenswert ist."
  },
  {
    "start": 1495.66,
    "end": 1499.12,
    "text": "Und jetzt auf einmal etabliert sich dieses Bild von Israel dem Aggressor."
  },
  {
    "start": 1500.1,
    "end": 1505.68,
    "text": "Wenn Sie sagen, dass Netanyahu dafür sorgt, dass er nicht nur dieses Bild zerstört hat, sondern"
  },
  {
    "start": 1506.06,
    "end": 1506.28,
    "text": "auch"
  },
  {
    "start": 1506.86,
    "end": 1512.86,
    "text": "den Völkermord von einem anderen Volk in Kauf nimmt, freu ich mich, was hat das alles gebracht?"
  },
  {
    "start": 1512.92,
    "end": 1514.24,
    "text": "und was bringt das alles?"
  },
  {
    "start": 1514.92,
    "end": 1518.24,
    "text": "Sehen wir uns die Welt im größeren Zusammenhang an."
  },
  {
    "start": 1519.12,
    "end": 1523.66,
    "text": "Ist damit die Gefahr von islamistischem Terror?"
  },
  {
    "start": 1524.16,
    "end": 1525.12,
    "text": "Wenige geworden?"
  },
  {
    "start": 1525.42,
    "end": 1537.2,
    "text": "ist die Region im Nahen Osten sicherer geworden, nachdem Israel diesen Rundumschlag gegen seine Feinde ausgeübt hat und in vielen Fällen militärisch auch erfolgreich ausgeführt hat."
  },
  {
    "start": 1538.1,
    "end": 1542.04,
    "text": "Also sehen Sie, da passiert schon wieder eine Gleichzeitigkeit."
  },
  {
    "start": 1543.2,
    "end": 1555.16,
    "text": "Auf der einen Seite die Kriegsverbrechen in Gaza und Zwei selbst israelische Nicht-Regierungsorganisationen sagen, es passiert da gerade ein Genozid."
  },
  {
    "start": 1555.5,
    "end": 1569.14,
    "text": "Ich habe selber schon mit der damaligen Chef-Anklägerin Jugoslawien-Tribunal Kaladel Pronte im April ein langes Interview geführt in Tessin und sie sagte, es ist ohne Zweifel ein Genozid."
  },
  {
    "start": 1569.72,
    "end": 1576.5,
    "text": "Jetzt bin ich keine Völkerrechtlerin und es gibt auch noch keinen Urteil, dass es ein Genozid ist."
  },
  {
    "start": 1577.02,
    "end": 1585.42,
    "text": "Aber... Wir sprechen jetzt inzwischen von knapp siebzig tausend getöteten Menschen, davon ist die Mehrheit, sind es Zivilisten gewesen?"
  },
  {
    "start": 1585.96,
    "end": 1588.9,
    "text": "und das, was in der Westbank passiert, on top."
  },
  {
    "start": 1589.38,
    "end": 1596.52,
    "text": "Das passiert gleichzeitig mit einer Region, die nach dem siebten Oktober sich geostrategisch massiv gewandelt hat."
  },
  {
    "start": 1597.0,
    "end": 1613.74,
    "text": "Und zwar durch diesen Feldzug Israels, der nie passiert wäre, wäre Netanyahu nicht so in die Ecke gedrängt worden nach dem siebten Oktober, denn für ihn sagte mir Raviv Drucker, wäre es verheerend, seine politische Karriere zu beenden mit dem letzten Wikipedia-Eintrag."
  },
  {
    "start": 1614.12,
    "end": 1617.64,
    "text": "Er war der Premierminister am siebten Oktober und er ist verantwortlich dafür."
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  {
    "start": 1618.18,
    "end": 1631.8,
    "text": "Das heißt, dieser Feldzug war eine Reaktion auf den siebten Oktober, in der er sich gezwungen sah zu reagieren, was er nicht gemacht hätte in diesem Ausmaß, weil er eigentlich kein, eigentlich es ist ein Verzögerungstaktiker gewesen."
  },
  {
    "start": 1632.18,
    "end": 1635.44,
    "text": "Er ist eigentlich kein mutiger Politiker gewesen, bis zum siebten Oktober."
  },
  {
    "start": 1635.86,
    "end": 1641.06,
    "text": "Dann musste er aus der Offensive rauskommen und hat diesen Feldzug begonnen."
  },
  {
    "start": 1641.54,
    "end": 1650.18,
    "text": "Und wenn man sich ansieht, wie jetzt der Status quo in der Region ist, ist es eigentlich ein Status quo, der positiv für die Region ist."
  },
  {
    "start": 1650.48,
    "end": 1651.16,
    "text": "Ich zähl mal auf."
  },
  {
    "start": 1651.52,
    "end": 1653.72,
    "text": "Die Hamas ist keine Gefahr mehr."
  },
  {
    "start": 1654.14,
    "end": 1657.1,
    "text": "Die Hisbollah im Libanon ist massiv geschädigt."
  },
  {
    "start": 1657.52,
    "end": 1658.2,
    "text": "und geschwächt."
  },
  {
    "start": 1658.4,
    "end": 1660.22,
    "text": "Die Führung ist ausgeschaltet."
  },
  {
    "start": 1660.36,
    "end": 1669.54,
    "text": "Die islamische Republik Iran, über die wir ja noch nicht im Detail gesprochen haben, was die für eine Schlinge um Israel aufgebaut haben mit ihren stellvertreter Organisationen."
  },
  {
    "start": 1670.0,
    "end": 1673.68,
    "text": "Die islamische Republik Iran hat ihre Verbündeten in Damaskus verloren."
  },
  {
    "start": 1673.92,
    "end": 1682.34,
    "text": "Also Assad war der wichtigste Verbündete für die Durchgangsgarantie hin zur Hezbollah im Libanon, wenn man sich das geostrategisch anschaut auf der Landkarte."
  },
  {
    "start": 1683.14,
    "end": 1702.24,
    "text": "Ihre Achse des Widerstandes, in die sie Milliarden gesteckt haben in den letzten Jahrzehnten, übrigens auf Kosten der iranischen Bevölkerung, die mehrheitlich unter der Armutsgrenze lebt und kein Geld hat, in einem der reichsten Länder der Welt, wenn man die Rohstoffe zusammennimmt, um ihren Alltag zu gestalten."
  },
  {
    "start": 1702.72,
    "end": 1709.3,
    "text": "Also die Achse des Widerstandes der islamischen Republik ist quasi pulverisiert worden, also extrem geschwächt worden."
  },
  {
    "start": 1709.92,
    "end": 1715.96,
    "text": "Ahmad Al-Shara, der Neupräsident in Syrien, ist bereit, mit Israel über eine Zusammenarbeit zu sprechen."
  },
  {
    "start": 1716.06,
    "end": 1729.2,
    "text": "Er war gerade in New York bei der UN, hat als der erste syrische Präsident nach nineteenhundertsechzig zum ersten Mal wieder bei der UN Vollversammlung ist er aufgetreten."
  },
  {
    "start": 1729.28,
    "end": 1742.04,
    "text": "Es gab davor ein Kamingespräch mit David Patreaus, der ehemalige Feldherde Amerikaner im Irak, skurril, denn Ahmad Alshara ist ein gesuchter Terrorist in der Welt gewesen."
  },
  {
    "start": 1742.12,
    "end": 1745.06,
    "text": "Auf ihn war ein Kopfgeld von zehn Millionen US-Dollar ausgesetzt."
  },
  {
    "start": 1745.1,
    "end": 1749.5,
    "text": "Er war fünf Jahre lang in US-Militärgefängnissen, vielleicht unter Patreus."
  },
  {
    "start": 1749.96,
    "end": 1751.98,
    "text": "Und diese zwei saßen jetzt auf der Bühne."
  },
  {
    "start": 1752.58,
    "end": 1757.02,
    "text": "und Patreus sagte auch noch, also dieser Satz war wirklich skurril."
  },
  {
    "start": 1757.48,
    "end": 1761.54,
    "text": "Er sagte, sie haben ja viele Fans und ich bin einer von ihnen."
  },
  {
    "start": 1762.16,
    "end": 1764.94,
    "text": "Absurd, aber das ist der Status quo."
  },
  {
    "start": 1765.16,
    "end": 1774.04,
    "text": "Also Syrien ist bereit mit Israel über Frieden zu sprechen, vielleicht sogar die Abram-Accords, die Abram-Abkommen abzuschließen."
  },
  {
    "start": 1774.44,
    "end": 1782.58,
    "text": "Auf der Milcher Sicherheitskonferenz wurde gesagt, im Februar wurde gesagt, dass es für die Region jetzt auch ein goldener Moment ist."
  },
  {
    "start": 1782.68,
    "end": 1787.76,
    "text": "Denn die gesamte Region kann Richtung eines friedlicheren Nahen und mittleren Ostens gehen."
  },
  {
    "start": 1788.34,
    "end": 1791.84,
    "text": "Oder ein Zug wird falsch gespielt und alles bricht in sich zusammen."
  },
  {
    "start": 1792.5,
    "end": 1796.48,
    "text": "Das, was ich gesehen habe, die Palästinenser waren ja immer ein Randthema."
  },
  {
    "start": 1796.72,
    "end": 1799.64,
    "text": "Immer kam das Zauberwort, das war ein Staatenlösung."
  },
  {
    "start": 1800.04,
    "end": 1803.4,
    "text": "Und dann haben alle zufrieden genickt, sondern ging mal zum nächsten Agenda-Punkt weiter."
  },
  {
    "start": 1803.8,
    "end": 1814.22,
    "text": "Wenn es keine Lösung gibt für die Palästinenser und zwar eine Lösung, in der Menschenrechte und Selbstbestimmungsrecht vorkommt, dann wird diese Region sich nicht befrieden."
  },
  {
    "start": 1814.8,
    "end": 1822.18,
    "text": "Denn auf den Köpfen der Palästinenser werden alle Machtkämpfe ausgeführt."
  },
  {
    "start": 1822.46,
    "end": 1828.08,
    "text": "Und im Grunde genommen sage ich, es geht nie um die Palästinenser, auch nicht für die islamische Republik Iran."
  },
  {
    "start": 1828.44,
    "end": 1832.8,
    "text": "Das palästinensische Schicksal ist zwar Teil der Propaganda."
  },
  {
    "start": 1833.58,
    "end": 1836.42,
    "text": "Aber ich habe im Iran neun Jahre gelebt."
  },
  {
    "start": 1836.64,
    "end": 1839.92,
    "text": "Es gibt im Iran um die vier Millionen afghanische Flüchtlinge."
  },
  {
    "start": 1840.1,
    "end": 1842.96,
    "text": "Mir ist kein einziger palästinensischer Flüchtling begegnet."
  },
  {
    "start": 1843.5,
    "end": 1849.98,
    "text": "Wenn ihr so viele Maschinen nach Beirut geschickt habt, mit Waffen, warum habt ihr diese Maschinen nicht gefüllt?"
  },
  {
    "start": 1850.06,
    "end": 1857.14,
    "text": "mit palästinensischen Flüchtlingen, die in den Lagern der UNDRA seit drei Jahrzehnten vor sich hinvegetieren und kein Leben haben?"
  },
  {
    "start": 1857.7,
    "end": 1859.12,
    "text": "Es geht in der islamischen Republik."
  },
  {
    "start": 1859.62,
    "end": 1861.42,
    "text": "Iran nicht um die Palästinenser."
  },
  {
    "start": 1861.48,
    "end": 1864.16,
    "text": "Es geht ihnen um ihre eigene Existenz."
  },
  {
    "start": 1864.64,
    "end": 1873.98,
    "text": "Und deswegen haben sie diese Drohkulisse der Proxis, der Stellvertreter, wie eine Schlinge um Israel aufgebaut und haben eine Hisbollah aufgebaut."
  },
  {
    "start": 1874.5,
    "end": 1889.22,
    "text": "und sie mit Waffen ausgestattet und finanziell ausgestattet, die jetzt einen Raketenasenal, man schätzt hundertfünfzigtausend jetzt vor den Angriffen der Israelis auf die Hisbollah, man schätzt einen Raketenasenal von hundertfünfzigtausend, die gerichtet waren auf Israel."
  },
  {
    "start": 1889.64,
    "end": 1895.98,
    "text": "Das heißt, die Kalkulation bei den Mullahs war immer, geht ihr uns an, wird Israel vernichtet werden."
  },
  {
    "start": 1896.06,
    "end": 1897.36,
    "text": "Und das war die Kalkulation."
  },
  {
    "start": 1897.44,
    "end": 1900.76,
    "text": "Und diese Kalkulation geht jetzt nicht mehr auf der islamischen Republik."
  },
  {
    "start": 1900.82,
    "end": 1904.32,
    "text": "Deswegen steht dieses Land massiv mit dem Rücken zur Wand."
  },
  {
    "start": 1905.06,
    "end": 1908.32,
    "text": "Und deswegen auch ein goldener Moment für die Region."
  },
  {
    "start": 1909.18,
    "end": 1912.08,
    "text": "Die Frage ist nur dieser goldenen Moment."
  },
  {
    "start": 1912.92,
    "end": 1914.44,
    "text": "Und da gibt es wieder mehrere Faktoren."
  },
  {
    "start": 1915.1,
    "end": 1916.72,
    "text": "Welche Rolle wird Netanyahu spielen?"
  },
  {
    "start": 1916.88,
    "end": 1919.38,
    "text": "Es gibt neue Wahlen in den Jahr zwölf und sechsundzwanzig."
  },
  {
    "start": 1920.04,
    "end": 1929.68,
    "text": "Manche sagen, er wird wieder irgendwelche Gründe finden, warum diese Wahlen, also eigentlich wird er Wenn man sich die Konstellation jetzt anschaut und die Stimmung um den Land, er wird keine Koalitionspartner mehr erfinden."
  },
  {
    "start": 1929.72,
    "end": 1930.84,
    "text": "Er wird keine Mehrheit mehr erfinden."
  },
  {
    "start": 1930.88,
    "end": 1933.9,
    "text": "Er wird diese Koalition nicht mehr aufrechterhalten können."
  },
  {
    "start": 1934.26,
    "end": 1940.02,
    "text": "Und es wird keine neue Koalitionspartner geben, weil niemand ihm vertraut, weil sie wissen, es geht im Grunde genommen immer nur um ihn."
  },
  {
    "start": 1940.54,
    "end": 1947.9,
    "text": "Aber was ihm einfallen wird bis dahin, dass er doch wieder nicht ins Gefängnis kommt, seine Immunität nicht verliert."
  },
  {
    "start": 1948.46,
    "end": 1949.32,
    "text": "Das weiß keiner."
  },
  {
    "start": 1949.54,
    "end": 1953.16,
    "text": "Raviv Drucker sagte zu mir, ich habe mit so vielen Menschen schon gesprochen."
  },
  {
    "start": 1953.78,
    "end": 1968.26,
    "text": "die das Ende von Netanyahu vorher gesagt haben und es trotzdem weiter ging, weil er ist einer der intelligentesten politischen Köpfe der Welt und er sorgt für sein eigenes Überleben und leider auf den Kosten der Israelis und Palästinenser."
  },
  {
    "start": 1969.16,
    "end": 1971.86,
    "text": "Frau Mirich, weil Sie müssen gleich gehen, deswegen meine letzte Frage."
  },
  {
    "start": 1972.8,
    "end": 1981.72,
    "text": "Wenn die Palästinenser von Israelis nicht geduldet werden, wenn die jetzige Regierung keine zwei Staatenlösungen verfolgt?"
  },
  {
    "start": 1982.56,
    "end": 1988.16,
    "text": "Wenn aber auch der Iran die Palästinenser nicht will, wie endet dann dieser Konflikt?"
  },
  {
    "start": 1989.28,
    "end": 1990.4,
    "text": "Ich kann es Ihnen nicht sagen."
  },
  {
    "start": 1991.58,
    "end": 2006.66,
    "text": "Ich weiß nur, dass Amia Yelon, der ehemalige Schönbetschef, zu mir gesagt hat, wir sind so voller Hass und wir sind so blind, auch vor Wut und vor Angst, auf beiden Seiten, dass wir Hilfe von außen brauchen."
  },
  {
    "start": 2007.4,
    "end": 2008.28,
    "text": "Ihr müsst uns helfen."
  },
  {
    "start": 2008.86,
    "end": 2011.28,
    "text": "Dann muss sich die Welt eben erst mal einig werden."
  },
  {
    "start": 2012.08,
    "end": 2020.72,
    "text": "welche Schritte sie tun können und bereit sind zu tun, mutige Schritte, damit es endlich einen palästinensischen Staat gibt."
  },
  {
    "start": 2021.34,
    "end": 2025.9,
    "text": "Und auch die arabischen Staaten waren bis jetzt nicht besonders mutig."
  },
  {
    "start": 2026.8,
    "end": 2038.9,
    "text": "Ich sehe als positiven Weg wirklich die erbrahrem Abkommen, die gezeigt haben, dass sie nachhaltig für eine Stabilisierung der Region sorgen."
  },
  {
    "start": 2039.2,
    "end": 2065.08,
    "text": "und wenn Syrien sich anschließen sollte, Wenn die Islisbolla wirklich entwaffnet werden sollte, was Ziel der libanesischen Regierung gerade ist, wenn dieses Regime in Tehran nicht mehr mit einer Doppelstrategie behandelt wird, also auf der einen Seite verhandeln, über das Atomabkommen, das tot ist, auf der anderen Seite sanktionieren und dann wieder hinten rum."
  },
  {
    "start": 2065.639,
    "end": 2069.159,
    "text": "illegale Ölverkäufe der Molas an die Chinesen zuzulassen."
  },
  {
    "start": 2069.239,
    "end": 2095.82,
    "text": "Also wenn dieses Pendeln, diese Pendel-Diplomatie, die zu nichts geführt hat in Bezug auf die islamische Republik, aufhört, wenn man den Molas in Tehran jetzt sagt Schluss und zwar konsequent mit allen Konsequenzen und übrigens aber auch Netanyahu, dann glaube ich, dass diese Region an einem Punkt steht, an dem es endlich mehr Frieden geben kann als Krieg."
  },
  {
    "start": 2097.0,
    "end": 2099.5,
    "text": "Zumindest eine hoffnungsvolle Aussicht."
  },
  {
    "start": 2100.36,
    "end": 2103.5,
    "text": "Zumindest wünschen sich das alle Menschen auf allen Seiten."
  },
  {
    "start": 2103.94,
    "end": 2105.86,
    "text": "Das ist das, was uns verbindet."
  },
  {
    "start": 2106.52,
    "end": 2110.42,
    "text": "Ich glaube, wir müssen alle hoffen, dass diese Wünsche in Erfüllung gehen."
  },
  {
    "start": 2111.22,
    "end": 2118.96,
    "text": "Wer noch mehr zu diesem komplizierten, verstrickten Nausskonflikt erfahren möchte, der liest am besten das neue Buch."
  },
  {
    "start": 2119.34,
    "end": 2121.8,
    "text": "von Natalie Amiri, der nach Ostkomplex."
  },
  {
    "start": 2122.26,
    "end": 2124.36,
    "text": "Vielen, vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben."
  },
  {
    "start": 2124.86,
    "end": 2125.18,
    "text": "Sehr gerne."
  },
  {
    "start": 2127.24,
    "end": 2129.66,
    "text": "Das ist Grund für diese Hoffnung gibt's."
  },
  {
    "start": 2129.94,
    "end": 2132.48,
    "text": "Das zeigt auch eine weitere Wendung in diesem Konflikt."
  },
  {
    "start": 2133.18,
    "end": 2136.42,
    "text": "nach der Aufzeichnung unseres Gesprächs am vergangenen Freitag."
  },
  {
    "start": 2137.1,
    "end": 2147.66,
    "text": "Haben US-Präsident Donald Trump und Benjamin Netanyahu tatsächlich einen Plan für Gase vorgestellt, der die Entlassung aller Geiseln sowie die Entwaffnung der Hamas vorsieht."
  },
  {
    "start": 2148.16,
    "end": 2154.84,
    "text": "Im Gegenzug dazu will Israel die Kampfhandlungen einstellen und den Weg frei für eine Übergangsregierung in Gase machen."
  },
  {
    "start": 2155.76,
    "end": 2163.4,
    "text": "Der Ausgang dieser Verhandlungen bleibt abzuwarten und auch ob daraus wirklich langanhaltender Frieden in der Region entstehen kann."
  },
  {
    "start": 2164.06,
    "end": 2166.3,
    "text": "Wir halten euch auf jeden Fall auf dem Laufenden."
  },
  {
    "start": 2166.8,
    "end": 2172.04,
    "text": "Und wenn euch diese Folge gefallen hat, dann helft uns doch dabei diesen Podcast noch größer zu machen."
  },
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    "end": 2175.28,
    "text": "Teilt diese Folge mit einem Freund oder einer Bekannten."
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    "end": 2177.4,
    "text": "Unterstützt uns durch ein Abonnement."
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    "text": "Alle Infos dazu findet ihr auf abo.standard.at."
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    "text": "Gebt uns eine gute Bewertung"
  },
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    "text": "bei der Podcast-Plattform eurer Wahl hinterlassen."
  },
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    "end": 2185.96,
    "text": "einen netten Kommentar."
  },
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    "end": 2191.44,
    "text": "Und wenn ihr Feedback habt, schickt uns das am besten an podcast.at der Standard.at."
  },
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    "end": 2193.36,
    "text": "Ich bin Scholz Wilhelm."
  },
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    "text": "Vielen Dank für's Zuhören."
  },
  {
    "start": 2194.48,
    "end": 2204.36,
    "text": "Baba und bis zum nächsten Mal."
  }
]