[
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    "end": 9.0,
    "text": "Ich bin Daniel Retschitz-Ecker, das System des Tages, der Nachrichten Podcast vom Standard."
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    "text": "Kriegsschiffe, Kampfjets und Atomobote des amerikanischen Militärs in der Karibik."
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    "text": "Die Spannungen zwischen den USA und Venezuela spitzen sich immer weiter zu."
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    "text": "Planen die USA wirklich einen Angriff auf das südamerikanische Land?"
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    "text": "Und was sind die Hintergründe dieser Spannung?"
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    "text": "Darüber sprechen wir heute."
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    "text": "Fabian Sommerbill aus der Standard-Außenpolitik-Redaktion ist hier."
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    "text": "Ganz aktuell zwei Überschallbomber der US-Luftstreitkräfte fliegen da gestern entlang der Küste Venezuela's."
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    "text": "Wie angespannt ist denn derzeit die Situation zwischen diesen beiden Ländern?"
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    "text": "Ja, wirklich sehr angespannt."
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    "text": "Das ist ja auch unter anderem der größte Flugzeugträger der USA, die USS Gerald Ford mittlerweile unterwegs von gratischem Split in Richtung Venezuela, oder zumindest in die Region rund um Venezuela."
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    "text": "Es haben militärische Übungen gemeinsam mit Trinidad und Tobago angekündigt, also eine Insel wirklich nur einige Kilometer vor der Küste Venezuela liegt."
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    "end": 91.0,
    "text": "Und vor allem hat jetzt auch US-Senator Lindsey Graham so angedeutet, dass nach Trumps Asienreise wird er den US-Kongress zum Thema militärische Interventionen in Venezuela und auch Kolumbien quasi den US-Kongress briefing."
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    "text": "Und das ist ja sehr wichtig, weil der US-Kongress ist eigentlich die einzige Entität in den USA, die Maßnahmen also kriegerische Handlungen in anderen Staaten autorisieren kann."
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    "text": "Also das klingt schon alles sehr nach Vorbereitung."
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    "text": "Und es hat ja auch schon was einigermaßen überraschend oder auch absurd war, Mitte Oktober Trump."
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    "text": "bestätigt einen New York Times-Bericht, wonach er Covert Actions, also quasi Geheime, nicht Ermittlungen, sondern Geheimoperationen des US-Auslands Geheimnisse CIA in Venezuela autorisiert habe."
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    "text": "Da fragt man sich, was ist dann noch so Covert daran, was ist noch so verdeckt daran, wenn man es eh öffentlich zugibt, aber man weiß natürlich nicht genau, was sie machen und man weiß jetzt nicht auch, wie viel sie machen wollen, aber man hört schon auch, sowohl in der US-Rhetorik ist das Ganze ein, zwei, drei Steps nach oben gegangen und auch Nikolas Maduro da."
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    "text": "Machthaber Venezuelas, der Diktator Venezuelas, hat seine Retoik dem sicherlich angepasst und ist auch auf Krawall gebürstet, könnte man sagen."
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    "text": "Weil du hast gerade gesagt, dass die Gerald Ford, also dieser riesige US-Flugzeugträger, der ist von Kroatien also aus dem Mittelmeer quer über den Atlantik in die Karibik geschickt worden."
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    "text": "Ich meine, das macht mir ja nicht einfach so einmal zum Spaß, da ist er also wirklich Feuer am Dach."
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    "text": "Genau, macht man nicht einfach so, man macht das aber schon manchmal, um ein Signal zu senden und nicht um ihn zwangsläufig einzusetzen, also das muss es nicht heißen, dass der definitiv eingesetzt wird."
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    "text": "Das ist"
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    "text": "das Einschüchtern genug, wenn es vor der Haustür steht."
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    "text": "Genau, genau, das könnte man jetzt sagen."
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    "text": "Bevor wir ins Detail gehen, was diesen Konflikt zwischen Venezuela und den USA ausmacht, müssen wir glaube ich, Nikolas Maduras, schon angesprochen und die Regierungen Venezuela etwas... besser kennenlernen, weil ich glaube über Donald Trump haben wir genug gesprochen in der Vergangenheit, da ist genug bekannt, dieses Wissensetzen wir jetzt einfach voraus, aber wer ist Nicolás Maduro und wie regiert er Venezuela?"
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    "text": "Also Nicolás Maduro ist seit Jahrzehnten der Präsident Venezuela und er ist der direkte Nachfolger von Hugo Chavez, den kennen sicher auch noch viele."
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    "text": "Es sind zwei Politiker, die sich ganz stark in der Tradition des Simon-Polivars sehen, in diesem antiimperialen Kampf, in diesem linksgerichteten Kampf."
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    "text": "Und er ist, wie gesagt, war sein direkter Nachfolger, er war auch der Außenminister von Chavez und er war auch sein Vizepräsident damals."
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    "text": "Und als Chavez gestorben ist, ist Eimler auch gefolgt."
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    "text": "Er ist quasi von klein auf so ein Parteikader."
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    "text": "Auch sein Vater hat damals die Sozialdemokratische Partei mitgegründet, hat einen riesigen Streik."
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    "text": "quasi im ganzen Ölkomplex, wenn jetzt wir das damals schon gegen die damals rechte Militär-Regierung mitorganisiert."
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    "text": "Also es ist so ein klassischer, linkspopulistischer Politiker oder in zumindest dieser Tradition aufgewachsen und hat dann aber vor allem wenige Jahre, nachdem er ins Amt gekommen ist, relativ schnell eine autoritäre Wendung genommen, hat Wahlniederlagen nicht eingesehen, hat aussichtsreiche Bewerber für aus der Opposition hat die ausgeschlossen von Wahlen oder sie gar inhaftiert."
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    "end": 277.46,
    "text": "Er hat krachende Wahlniederlagen wie zuletzt, zwanzig, vierundzwanzig einfach gefälscht, hat trotz massiver Proteste und auch trotz massiven Unmut in der Bevölkerung einfach nichts darüber kommen lassen, um im Amt zu bleiben."
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    "end": 287.719,
    "text": "Er hat nach einem, vielleicht kommen wir später noch drauf, aber es ist unklar inwiefern auch solch mal die US-Administration in einem so Art kleinen Butschversuch, zwanzig, neunzehn."
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    "text": "gegen ihn und seine Administration involviert war."
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    "text": "und in Folge dessen hat er wirklich so quasi in dem Sicherheitsapparat einmal so klar schief gemacht und ihnen gesäubert sozusagen um den so cool proof sagt man auf englisch einfach abgesichert zu haben gegen etwaige Stürze."
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    "text": "und ja also hat einfach wirklich diese autoritäre Wende genommen und er ist halt ein würde ich sagen ein waschechter Diktator."
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    "text": "Gut also ein waschechter Diktator was ja grundsätzlich eigentlich Donald Trump normalerweise ja nicht stört."
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    "text": "Also Donald Trump ist jetzt nicht der US-Präsident, der sich an autoritären Hersteller stört."
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    "text": "Ganz im Gegenteil ihm wird auch immer wieder nachgesagt, dass er sie bewundert."
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    "text": "In diesem Fall aber allerdings nicht."
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    "text": "Nicolas Maduro und Donald Trump gelten als wahnsinnig verfeindet."
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    "text": "Was stört die US-Regierung so sehr an ihm?"
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    "text": "Man musste sein wenig in der generellen Tradition von US-Interventionen in Südamerika sehen."
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    "end": 350.299,
    "text": "Und das Ganze hat ja schon eine wirklich jahrzehnte, man könnte sagen jahrhundertealte Tradition, begann hat das alles so ein wenig mit der Monroe-Doktrin."
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    "text": "Aus dem Jahr achtzehn, dreiundzwanzig, das war damals der US-Präsident James Monroe, der quasi so abgestickt hat und gesagt hat zu den Europäern, wir tolerieren keine weiteren Interventionen, Eurosides."
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    "text": "Wir wollen auch keine Kolonialisierungsprojekte eurerseits mehr in Südamerika, weil Südamerika ist unser Vorhof quasi."
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    "text": "Und die USA hat seither eigentlich sich ein Recht abgeleitet fast, könnte man sagen, dass sie immer wieder intervenieren können, wenn das US-Interessen zu widerläuft, was am südamerikanischen Kontinent passiert."
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    "text": "Und in dieser Tradition haben sie wirklich einige, sag ich mal, meistens, ist es darum gegangen, linksgerichtete Präsidenten oder Premierminister einfach aus dem Land zu putzchen, zu Fall zu bringen und die dann meistens gegen US-freundliche, sehr oft rechtspolitische und wirtschaftlich neoliberal eingestellte Politiker zu installieren."
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    "text": "Das ist ja wahnsinnig oft auch schlecht ausgegangen, sei es jetzt die US-Intervention in Guatemala, die in einem siechsenundreißigjährigen Bürgerkrieg geändert hat, dann auch ganz berühmt die Invasion in das Schweinebucht von Cuba in den Sechsten."
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    "text": "Spektakulär gescheitert."
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    "end": 438.119,
    "text": "und wir wissen auch, dass kurz darauf dann die... So wie jetzt Atomraketen auf Kuba quasi installiert haben, die dann wiederum zu großen Kuba-Grieße geführt haben."
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    "text": "Also die Rolle der vielen CUS, die die USA unterstützt haben und oft auch mit CIA-Unterstützung ist absolut keine Rümliche auf diesem Kontinent."
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    "text": "Und es hat einige kleinere, sage ich mal, Interventionen auch gegeben, die unter Anfangszeichen erfolgreich waren, wo die US-Interessen dann gewahrt wurden."
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    "end": 470.419,
    "text": "Da sei jetzt Grenada zum Beispiel, oder Bandnahme, aber Das sind wirklich viel, viel kleinere Staaten, als es jetzt Venezuela mit seinen... von zwanzig bis dreißig Millionen Einwohnern, die die Zahlen variieren, ein wenig wegen der großen Fluchtbewegungen."
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    "end": 477.94,
    "text": "Aber das ist einfach ganz eine andere Hausnummer und man muss in dieser ganzen Tradition eben die US-Logik ein wenig verstehen."
  },
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    "end": 493.5,
    "text": "Da geht es sehr oft auch um wirtschaftliche US-Interessen, die aus US-Logik heraus durch linke Präsidenten zum Beispiel gefährdet sind, weil sie beispielsweise planen, bestimmte Wirtschaftsfelder zu verstaatlichen und dann quasi US-Firmen beschneiden."
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    "text": "Was wäre das in Venezuela?"
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    "text": "Was gibt es da zu holen, sagen wir mal so?"
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    "end": 511.539,
    "text": "Venezuela ganz klar Nummer eins ist das Thema Öl, Erdöl, weil Venezuela hat die größten Erdölvorkommender Welt und wir sprechen da wirklich fast von einem Fünftel, also ich glaube rund um neunzehnt Prozent aller Erdölvorkommener Lagern in Venezuela."
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    "end": 521.7,
    "text": "Sie haben nicht immer die Infrastruktur des selbst quasi zu fördern, deswegen sind da sehr oft ausländische Firmen beteiligt und daran auch eben gibt es da ein Interesse von US Firmen sich da zu beteiligen."
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    "text": "Und die USA sind irgendwo, ich glaube, auf Platz zehn, ca."
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    "text": "Und wenn es will, als der Weidfoss Saudi-Arabien oder Kanada oder sogar Russland, ist das absolut größte Interesse."
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    "text": "Und dann gibt es auch noch recht große Goldvorkommen und generell andere Bodenschätze."
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    "end": 546.98,
    "text": "Das ist sicher ein Interesse, das die USA haben und das ist ja auch... Dadurch bestärkt worden."
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    "end": 572.1,
    "text": "eigentlich ist auch wiederum ein New York Times Bericht gegeben vor einigen Wochen, wo man von angeblichen Verhandlungen zwischen der US-Administration und der Venezolanischen berichtet hat, wonach Unterhändler behaupten, dass die Maduro-Regierung schon zugestimmt habe, dass man den USA für alle künftigen Ölprojekte dann ein bigger Steak quasi für die US-Firmen geben könnte."
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    "end": 578.68,
    "text": "Also dass die immer beteiligt sein werden in Zukunft, wenn Öl gefördert wird, sowohl im Öl als auch im Goldgeschäft."
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    "text": "Da hat man sich schon die Frage gestellt, okay ist Maduro jetzt bereit quasi sein Land zu verkaufen für den persönlichen Machterhalt?"
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    "text": "Und das ist eben die große Frage, die im Raum steht, die aber wiederum, und das ist einfach dieses geopolitische Wirrwarr, dass wir momentan etwas erleben."
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    "text": "Wir haben heute bzw."
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    "text": "die letzten Tage erlebt, dass nun auch Vladimir Putin Russlands Machthaber ein gemeinsames Abkommen mit Venezuela unterschrieben hat."
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    "text": "Maduro hat es selbst schon Anfang Oktober unterschrieben und darin haben die beiden Staaten eigentlich schon im Mai dieses Jahres vereinbart, dass sie einfach strategisch weiter zusammenarbeiten wollen und auch ihre Kooperation zum Beispiel im Energiebereich fördern möchten."
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    "end": 623.84,
    "text": "Das würde wiederum genau dem zu widerlaufen, was jetzt anscheinend die US-Administration schon unter quasi dem Deckmann."
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    "text": "irgendwelche Scheinverhandlungen ausgemacht hat."
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    "text": "Also das ist total verwirrend momentan und wir wissen nicht genau, was stimmt und was wirklich dann rauskommen wird."
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    "end": 640.72,
    "text": "Was man sich in diesem Zusammenhang aber natürlich auch fragt ist, du hast jetzt gesagt, rund ein Fünftel des Erdöls auf der ganzen Welt ist in Venezuela zu finden."
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    "text": "Warum sind die nicht wahnsinnig reich?"
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    "text": "Venezuela gilt als ein sehr armes Land."
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    "text": "Andere Länder haben das ja durchaus erfolgreicher gemacht."
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    "text": "Natürlich auch nicht alle mit Bodenschätzen, muss man dazu sagen."
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    "text": "Wir reden auch von einer Währungskrise mit Hyperinflation in den letzten Jahren."
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    "text": "Es gibt Fluchtkrisen, weil wirklich Leute das Land verlassen."
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    "text": "Einerseits weil sie unterdrückt werden, andererseits weil sie von dieser wahnsinnigen Perspektivlosigkeit stehen."
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    "text": "Wir reden einfach von Jahrzehnte langer Misswirtschaft in Venezuela."
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    "text": "Natürlich gibt es da auch sehr viele externe Interessen, die das Land über die Jahre hin immer wieder mal da als vergrüppelt haben."
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    "text": "Also es ist einfach, wenn jetzt realer nie gelungen, wirklich mit diesen Bodenschätzen wirklich sich selbst zu bereichern daran und da wirklich auch... dem Land etwas zu gut zu kommen lassen und den Menschen etwas zu gut zu kommen lassen."
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    "text": "Also es ist wirklich so immer, da spielen sehr viele Faktoren auch wieder zusammen, worum es Venezuela."
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    "text": "Nicht gelungen ist heute ein reicher Staat, wie die Golfstaaten zu sein, oder müssen wahrscheinlich die wahrlichen Wirtschaftsexperten dann erklären, worum das genau so ist."
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    "text": "In den USA argumentiert man das damit, dass dort Drogen geschmuggelt werden."
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    "end": 757.16,
    "text": "Was können wir uns diesen Informationen ableiten?"
  },
  {
    "start": 757.2,
    "end": 757.88,
    "text": "Was kann man daraus machen?"
  },
  {
    "start": 758.3,
    "end": 764.72,
    "text": "Es ist nicht auszuschließen, dass diese Boote, die getroffen wurden, teils Drogen geschmuggelt haben."
  },
  {
    "start": 765.74,
    "end": 775.38,
    "text": "Es wäre durchaus verwunderlich, muss man auch sagen, weil Venezuela absolut nicht als Drogenschmuggeland und auch als Drogenexportland bekannt ist."
  },
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    "text": "Wenn wir jetzt von Kokain reden wird, ist Kokain hauptsächlich in Kolumbien produziert oder auch in Bolivien und Peru."
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    "text": "Dass in den USA vor allem grassierende Fentanyl wird, vor allem in Mexiko produziert."
  },
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    "text": "Transitrouten aus Südamerika in die feinigten Staaten von Amerika sind normalerweise der Landweg."
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    "text": "Das liegt westlich von Venezuela eben durch Kolumbien beispielsweise."
  },
  {
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    "text": "Oder aber es ist auch die Pazifikroute, sprich einfach."
  },
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    "end": 808.9,
    "text": "westlich der südamerikanischen Ländern und zentralamerikanischen Ländern über den Wasserweg in Richtung USA oder Mexiko."
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  {
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    "text": "Es gibt durchaus auch Bewegungen durch Venezuela, aber wir reden da wirklich von weniger als fünf Prozent des kolumbianischen Kokains."
  },
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    "end": 827.3,
    "text": "zum Beispiel, dass über Venezuela geschmuggelt wird und dass dort geschmuggelt wird, soll eigentlich eher Europa erreichen als die USA."
  },
  {
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    "end": 837.58,
    "text": "Es ist keine primäre Transportroute, das hat tatsächlich Maduro gewusst zu verhindern in den letzten Jahren, dass das überschwappt von Kolumbien sozusagen."
  },
  {
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    "end": 847.7,
    "text": "Es ist deshalb umso soll ich mal bizarrer, dass Trump Maduro eine direkte Involvierung in den Drogenschmuggel vorwirft."
  },
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    "end": 859.04,
    "text": "Es kann meiner Meinung und der Meinung nach von einigen anderen Experten durchaus sein, dass sich die Interessen von venezolanischen Kartellen und Maduro da und dort decken, dass sie ähnlich Interessen verfolgen."
  },
  {
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    "end": 867.76,
    "text": "Es gibt aber keinerlei Beweise, dass Maduro jetzt wirklich Ganz groß, sich eine goldene Nase, könnte man sagen, am Kokain-Business verdient."
  },
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    "end": 873.36,
    "text": "Das ist aktuell so nicht zu belegen und ja auch die USA haben keine großen Beweise vorgelegt."
  },
  {
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    "end": 879.22,
    "text": "Wie gesagt, es ist trotzdem nicht aufzuschließen, dass diese Boteteils Kokain an Bord hatten."
  },
  {
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    "end": 883.6,
    "text": "Es gibt aber auch schon Berichte, wonach einige Fisch einfach getroffen wurden."
  },
  {
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    "end": 893.74,
    "text": "Jetzt fragt man sich, weil die USA hat... Absolut die Möglichkeit, diese Boote anzuhalten, zu durchsuchen und Beweise zu liefern für das, was die USA behauptet."
  },
  {
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    "end": 901.52,
    "text": "Worum geht man einfach her und bombardiert diese Boote und bringt diese Leute um, entspricht er davon diesen extrajudicial killings, also außergerichtliche Tötungen."
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  {
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    "end": 905.78,
    "text": "Und jeder Völkerrechtler würde sagen, dass das so ohne Gerichtsprozess darf."
  },
  {
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    "end": 910.42,
    "text": "und irgendwelche Drogen, Schmugglersoße, welche sein sollten in den Luftjagen, ist ganz klar."
  },
  {
    "start": 911.26,
    "end": 919.06,
    "text": "Es geht da einfach darum, von den USA In der Geopolitik spricht man davon, Signaling einfach die Signale auszusenden an Maduro."
  },
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    "text": "Hewe, mein, ist ernst."
  },
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    "end": 942.44,
    "text": "Und was man damit bezwecken möchte, sagen jetzt auch hochrangige, ehemalige US-Diplomaten, es geht einfach darum, den Druck auf Maduro und seinen innersten Kreis derart zu erhöhen, dass die entweder bereit sind, ihnen davon zu überzeugen, dass er in den Sechshil geht, dass sie bereit sind, ihnen selber zum Abdanken zu bewegen."
  },
  {
    "start": 943.16,
    "end": 947.08,
    "text": "oder dass sie bereit sind, ihn zu stürzen, mutmaßlich sogar zu töten."
  },
  {
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    "end": 952.38,
    "text": "Nicht umsonst haben die USA zuletzt ja auch fünfzig Milliarden Dollar Kopfgeld auf Maduro ausgesetzt."
  },
  {
    "start": 952.44,
    "end": 957.56,
    "text": "Sie sagen, jeder, der uns Beweise liefern kann, damit man Maduro verurteilen kann."
  },
  {
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    "end": 964.32,
    "text": "im Zuge von irgendwelchen Machenschaften, die mit Drogen zu tun haben, wäre diese Belohnung von fünfzig Millionen Dollar ausgeschrieben."
  },
  {
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    "end": 972.24,
    "text": "Also sie wollen jetzt wirklich, dass irgendjemand in diesem innersten Machtzirkel den Glauben daran verliert, dass das System Maduro weiterhin leben kann."
  },
  {
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    "end": 978.74,
    "text": "Und ich glaube, alle momentanen Manöver, alle Signale und auch alle Wortmeldungen der USA sind aktuell."
  },
  {
    "start": 978.86,
    "end": 991.66,
    "text": "so zu verstehen, sie würden es lieber bei der Drohung belassen, sie würden am liebsten quasi jetzt die Rhetorik hochfahren und die Drokulisse aufbauen, sodass Maduro freiwillig geht oder von seinen Landsleuten gegangen wird."
  },
  {
    "start": 992.88,
    "end": 998.38,
    "text": "Und die Frage ist, ob sie notfalls bereit sind, auch selbst ihr Interessen zu verstricken."
  },
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    "start": 998.78,
    "end": 1007.84,
    "text": "Ich habe auf meinem Zettel stehen, Fabian, ob so etwas wie ... theoretische oder mögliche Drogenbote aus Venezuela abzufangen, nicht etwas wäre, was eigentlich die Küstenwache erledigen sollte."
  },
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    "text": "Ich meine, ich denke mal, das US-Militär wird hochgerüsteter sein als die wahrscheinlich ohnehin auch gut ausgestattete Küstenwache."
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    "end": 1016.9,
    "text": "Aber das ist Trost-Szenario aufzubauen."
  },
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    "text": "Das kann natürlich das Militär besser."
  },
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    "text": "Ist es das, was du hinaus willst auch?"
  },
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    "text": "Ja, das könnte man einfach sagen."
  },
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    "end": 1025.48,
    "text": "Trump scherz sich einfach wenig um Abläufe, wie das bisher gelaufen ist."
  },
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    "end": 1035.879,
    "text": "Es hat auch in der Vergangenheit das US-Militär interveniert, in ähnlicher Manier, wenn es um Einsätze gegen mutmaßliche Drogenpolitik gegangen ist."
  },
  {
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    "end": 1044.04,
    "text": "Man verbindet da in erster Linie die IA, die im südamerikanischen Kontinent ja auch, sag ich mal, im Zuge des Warren-Drucks, den damals ein"
  },
  {
    "start": 1044.199,
    "end": 1044.679,
    "text": "Dragner,"
  },
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    "end": 1049.5,
    "text": "genau, und auch schon Richard Nixon eigentlich, der den Begriff damals geprägt hat, Anfang der Siebziger."
  },
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    "text": "Also die USA waren immer bereit, nutzfalls auch das Militär zu schicken."
  },
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    "end": 1059.08,
    "text": "Aber wie du genau richtig gesagt hast, gerade es ist einfach darum, die Signale auszusenden."
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    "text": "Wir sind auch bereit, damit der Full Force auf der US-Armee und was auch immer reinzugehen."
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    "text": "Und deshalb auch diese ganzen, ja, mal diese Zuschauerstellung der US macht."
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    "text": "Der Vollständigkeitshalber, die Venezuela-Nische Regierung bestreitet eben diese Drogenquote und spricht eben genau, wie es du jetzt skizziert hast, davon, dass Trump Maduro stürzen möchte."
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    "text": "Also wenn ich dich jetzt richtig verstanden habe, aber auch diese Reaktion aus Venezuela hier vor mir habe, das ist das höchstwahrscheinlichste Szenario."
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    "text": "Das ist definitiv ein mögliches Szenario,"
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    "text": "ja."
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    "text": "Die Zuhörerinnen sehen es jetzt nicht, aber ich glaube die Antwort ist ja... Na gut."
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    "text": "Man muss schon dazusagen, ich kaufe Trump ehrlich ab, dass er sich sorgt um... das Level an Drogen, das in die USA hineinfließt."
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    "text": "Weil er"
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    "text": "durch was ein Problem ist in den USA."
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    "text": "Absolut ein Problem ist und er auch wirklich, er hat sein Leben lang keinen Alkohol konsumiert."
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    "text": "Ich glaube auch nicht, dass bekannt ist, dass Trump groß Drogen konsumieren würde."
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    "text": "Nicht,"
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    "text": "dass ich wüsste."
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    "text": "Er war da immer eher der Verfechter einer klassisch republikanischen, harten Linie und das glaube ich ihm sogar, dass er mit dem Thema ein Problem hat und dass er Drogenpolitik einfach aus dieser klassischen republikanischen Brille sieht."
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    "text": "Ich glaube allerdings, dass es diesmal ein Mittel zu einem Zweck ist, das er verfolgt."
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    "text": "Gut, wenn jetzt das mögliche Szenario ist, dass Maduro aus Sicht der USA oder der US-Regierung weg soll, stellt sich natürlich die Frage, was kommt danach?"
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    "end": 1165.98,
    "text": "Das ist immer die große Frage und ich habe vorher kurz skizziert, dass einige der US-Interventionen am südamerikanischen Kontinent und auch in Mittelamerika quasi im Chaos geändert sind, in jahrelangen Rechten, Militärdiktaturen, aber auch teilweise im Bürgerkrieg."
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    "text": "Man weiß es einfach nicht genau, was der Plan ist."
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    "text": "Ist die kürzlich mit dem Friedens-Nowellpreis ausgezeichnete Oppositionspolitiker in Mercado eine Option?"
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    "text": "Ich weiß nicht genau, worauf die USA schielen."
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    "text": "ob sie auch quasi nur den regime change in kopf haben."
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    "text": "oder auch sich im Nation-Building darüber hinaus versuchen wollen."
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    "text": "Die jüngste Geschichte von Nation-Building versuchen im Nahen Osten waren ja absolut nicht erfolgreich."
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    "text": "Glaubt das"
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    "end": 1197.28,
    "text": "ja folgreichen Projekte in dieser Hinsicht?"
  },
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    "end": 1198.58,
    "text": "Kann man ja auf einer Hand abzählen eigentlich."
  },
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    "text": "Genau."
  },
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    "end": 1209.28,
    "text": "Und die USA ist solch mal, wenn man es jetzt als brutal geopolitischer Sicht sieht, erfolgreich im Regime-Change, aber nicht gerade erfolgreich darüber hinaus etwas Langfristiges aufzubauen."
  },
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    "end": 1214.22,
    "text": "Das ist ja auch etwas, was man immer wieder gelesen hat, wenn man sich jetzt die Berichte rund um Venezuela und die USA ansieht."
  },
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    "start": 1214.6,
    "end": 1223.699,
    "text": "Was danach kommen soll, das scheint einfach offensichtlich, wie gesagt, noch sehr viele Fragenzeichen zu haben und bis auf spekulieren bleibt uns da wahrscheinlich jetzt auch nicht viel übrig und das führt ja auch irgendwie zu nichts."
  },
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    "text": "Aber Fabian, wenn wir jetzt die derzeitige Situation hernehmen, wie wahrscheinlich hältst du tatsächlich einen Angriff auf Venezuela durch die USA?"
  },
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    "text": "Ist das im Bereich des Möglichen oder glaubst du trotzdem, dass es bei diesem Droh Gebärden, die du jetzt vorher schon mehrfach skizziert hast, bleiben wird?"
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    "end": 1240.139,
    "text": "Es ist im Bereich des Möglichen absolut."
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    "text": "Es kontakariert in gewisser Weise die US-Politik, weshalb es überraschend wäre."
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    "text": "Die US-Politik."
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    "text": "Nach Friedensnobelpreis"
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    "text": "klingt es"
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    "text": "nicht."
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    "end": 1249.899,
    "text": "Genau."
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    "end": 1263.48,
    "text": "Es klingt wieder nach Friedensnobelpreis und es klingt auch nicht nach America First, weil Trump war immer derjenige, der gesagt hat, er hat keinen Krieg begonnen, er hat kein Interesse, US-Soldaten im Ausland sterben zu sehen."
  },
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    "end": 1273.08,
    "text": "Er ist derjenige... der versucht hat, quasi das US-Engagement in der ganzen Welt zu beenden und zurückzuholen und sagen, wir haben genug Probleme daheim."
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  {
    "start": 1273.48,
    "end": 1283.8,
    "text": "Vor allem, wie er es argumentiert, spielt in dieser Rhetorik von Ihnen hinein, sprich, er sagt ja nicht, ich will einen Regime-Change, weil ich will keinen linken Politiker in Venezuela an der Macht haben und ich will das Öl."
  },
  {
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    "end": 1288.639,
    "text": "Er sagt ja, wir müssen gegen die Drogen ankämpfen, die quasi Amerika zerstören."
  },
  {
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    "end": 1309.639,
    "text": "Und wir müssen ankämpfen gegen die venezolanische Regierung, die massenhaft Verrückte und gemeingefährliche anscheinend aus Gefängnissen entlässt, nur um die quasi in Richtung USA marschieren zu lassen, wo sie wiederum, die vermeintlich, sage ich mal, aggressiven und kriminellen Ausländer auch Amerika zerstören."
  },
  {
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    "end": 1310.08,
    "text": "Das sind"
  },
  {
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    "text": "diese Gangs, oder von denen er immer spricht."
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    "text": "Genau, genau."
  },
  {
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    "end": 1316.74,
    "text": "Und das passt alles in die... Trump redau ich einfach rein."
  },
  {
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    "end": 1321.74,
    "text": "Er erklärte sich in seinem Weltbild, daher könnte es funktionieren, sag ich einmal."
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  {
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    "text": "Eine begrenzte militärische Intervention."
  },
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    "end": 1329.06,
    "text": "Nur ist natürlich die Frage, okay, was will man erreichen?"
  },
  {
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    "end": 1342.679,
    "text": "Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass er versucht, wieder mit so einer Schock'n'd'aw Therapie, wie wer das quasi auch im Iran vollzogen hat, mit, wir bombardieren einmal klar und sagen, hey, wir sind bereit."
  },
  {
    "start": 1343.419,
    "end": 1346.82,
    "text": "auch mit der vollen Force des US-Militärs da reinzugehen."
  },
  {
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    "end": 1349.04,
    "text": "Und zu sagen, reicht euch das."
  },
  {
    "start": 1349.36,
    "end": 1353.02,
    "text": "Und ich weiß nicht, ob er bereit ist, an den zweiten, dritten und vierten Schritt zu gehen."
  },
  {
    "start": 1353.06,
    "end": 1362.6,
    "text": "Er ist jetzt vielleicht die ersten Schritte schon gegangen mit dieser Verlagerung hin, mit der Tötung von diesen vermeintlichen oder mutmaßlichen, das ist das richtige Wort, mit diesen mutmaßlichen Schmugglern."
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  {
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    "end": 1365.52,
    "text": "Ich weiß nicht, ob Trump bereit ist, quasi."
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    "text": "weiter zu gehen."
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    "text": "Aber es ist absolut im Bereich des Möglichen."
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    "text": "Man darf da auch nicht vergessen, dass sein Außenminister Marco Rubio seit Jahren quasi Maduro schon anzählt, könnte man sagen, und der ihn lieber gestern als heute gehen wird sehen."
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  {
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    "text": "Also das ist durchaus möglich, dass er einige solch mal Einflüsterer in seiner Administration hat, die ihn dazu drängen, ob Trump dann letztendlich bereit ist dazu."
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    "text": "Das weiß man nicht."
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    "text": "Die andere Seite Venezuela Hätte dieses Land irgendeine Chance, sich effektiv zu verteidigen gegen eine US-Streitmacht, eine mögliche?"
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    "text": "Wenn jetzt real ist, nicht das stärkste Militär am südamerikanischen Kontinent als Argentinien und Brasilien sind da klar stärker."
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    "text": "Sie sind aber auch nicht."
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    "end": 1413.04,
    "text": "ganz schlecht aufgestellt, was zum Beispiel die Luftwaffe angeht."
  },
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    "start": 1413.379,
    "end": 1425.639,
    "text": "Es sind in den vergangenen Jahren starke Zweifel daran geäußert worden, wie schlagkräftig die venezuelanische Armee und Luftwaffe wirklich sind und ob viele der Zahlen, die da kommuniziert werden, nicht nur Schein sind."
  },
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    "start": 1426.22,
    "end": 1429.48,
    "text": "Sie haben russische Kampfjets, chinesische Kampfjets, US-Kampfjets."
  },
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    "end": 1438.879,
    "text": "Sie sind nicht so schlecht aufgestellt, aber natürlich sind die Streitgäfte Venezuela einer... US macht in jeder Kategorie unterlegen."
  },
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    "end": 1449.439,
    "text": "Und da ist einfach dann die Frage, wie weit ist zum Beispiel der Partner Russland bereit, etwas zu tun, um Venezuela unterstützt?"
  },
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    "end": 1452.02,
    "text": "Ich glaube nicht, dass sie das aktuell sind."
  },
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    "end": 1458.06,
    "text": "Es ist auch nicht eine derart enge Kooperation, wie Russland zum Beispiel mit Nordkorea hat."
  },
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    "end": 1464.72,
    "text": "Also in einem konventionellen Krieg hätte natürlich die USA Anfangs."
  },
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    "text": "die Oberhand ist natürlich die Frage, wie man ein Beispiel der US-Intervention in Vietnam sehen kann."
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    "text": "Es ist nicht klar, dass die USA solche Kriege auch auf Dauer gewinnen kann."
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    "text": "Und eben ist immer die Frage, was ist das Ziel?"
  },
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    "text": "Ist es nur das Ziel, Maduro zu stürzen?"
  },
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    "text": "Das haben sie wahrscheinlich in wenigen Tagen oder Wochen erledigt."
  },
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    "text": "Aber was wollen sie darüber hinaus?"
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    "text": "Das ist immer die Frage."
  },
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    "text": "Und die Frage ist auch, welchen Rattenschwanz das hinterher erzählt?"
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    "text": "Oder ich meine, man hat den anderen... wenn du schon in Nanosten angesprochen hast, Regionen, Diktatoren gestürzt und das hat länger gedauert als vielleicht ein, zwei Jahre."
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    "text": "Absolut, absolut, es ist so."
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    "text": "So mich"
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    "text": "nicht komplischt."
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    "text": "Genau, genau."
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    "text": "Auch wenn du jetzt auf die, sag ich mal, die Implikationen für die ganze Region ansprichst, dann weiß man nicht genau, wie werden die verschiedenen Staaten Südamerikas darauf reagieren."
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    "end": 1520.1,
    "text": "Es ist ja auch momentan der erste linksgerichtete Präsident Kolumbiens an der Macht, der das Ganze sehr scharf verurteilt, was die USA die letzten Wochen gemacht haben, Pedro."
  },
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    "end": 1538.56,
    "text": "Es gibt natürlich auch den linksgerichteten Lula in Brasilien immer noch, aber es gibt zum Beispiel Argentinien mit Präsident Javier Millay, der aktuell der beste Freund der USA zu sein scheint, auch weil er mit einem Vierzig Milliarden quasi bailout sein Land überhaupt erst wieder funktionieren lassen hat können."
  },
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    "end": 1542.419,
    "text": "Man weiß nicht genau, wie die alle darauf reagieren würden."
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    "end": 1550.0,
    "text": "Das Prinzip hat, wie ich vorher schon erwähnt habe, einfach, dass in der amerikanischen Kontinent eine sehr tragische Geschichte mit US-Interventionen zu erzählen."
  },
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    "text": "Die sind da sehr, sehr skeptisch, was das Ganze betrifft."
  },
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    "text": "Aber es gibt natürlich auch Stimmen, es gibt auch Stimmen innerhalb Venezuela, die sagen, Maduro muss weg und Maduro muss."
  },
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    "text": "weg, würde ich auch sagen."
  },
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    "text": "Also"
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  {
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    "end": 1564.659,
    "text": "zum Beispiel diese Friedensnobelpreisträgerin auch natürlich."
  },
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    "start": 1564.699,
    "end": 1575.84,
    "text": "Genau, aber auch ganz viele andere Gruppen sagen, okay, es geht einfach nicht mehr mit Maduro, aber wir wollen es halt nicht mit diesen Mitteln, mit den Mitteln einer US-Intervention, wo wir nicht wissen, welche Interessen haben die wirklich im Schilder."
  },
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    "end": 1583.56,
    "text": "Es ist jetzt quasi nicht diese natürliche Grassroots-Bewegung, als Venezuela selbst, die es vielleicht im Stande ist, den Diktator zu stürzen."
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  {
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    "end": 1589.24,
    "text": "Aber manche fragen sich vielleicht, geht es nur... mit externer Macht einer US-Administration."
  },
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    "end": 1597.28,
    "text": "Wir werden sehen, ob diesem tragischen Buch der Interventionen in Südamerika durch die USA ein weiteres Kapitel hinzugefügt wird oder nicht."
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    "text": "Für den Moment aber erst einmal vielen Dank, Fabian, für deine Zeit heute."
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    "text": "Danke sehr gerne."
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    "text": "Alle Infos unter abo.der-standard.t."
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