[
  {
    "start": 5.18,
    "end": 9.06,
    "text": "Ich bin Daniel Retschitzacker, das Thema des Tages, der Nachrichten Podcast vom Standard."
  },
  {
    "start": 16.48,
    "end": 18.6,
    "text": "Die österreichische Bundesregierung im Dauertief."
  },
  {
    "start": 19.08,
    "end": 22.94,
    "text": "Die Umfragen schlecht, die Wirtschaft schlecht, die Arbeitslosigkeit immer höher."
  },
  {
    "start": 23.66,
    "end": 25.94,
    "text": "Kein einfaches Arbeitsumfeld für die drei Parteien."
  },
  {
    "start": 26.68,
    "end": 35.7,
    "text": "Wie die Politik aus diesem Dauer-Krisenzustand wieder herauskommen könnte und warum es endlich unbequeme Wahrheiten und Maßnahmen braucht, darüber sprechen wir heute."
  },
  {
    "start": 38.3,
    "end": 43.32,
    "text": "Meinungsforscher, Politikwissenschafter und selbst Podcast-Hos Peter Hayek ist heute hier bei Thema des Tages."
  },
  {
    "start": 43.38,
    "end": 44.04,
    "text": "Grüß Sie, Herr Hayek."
  },
  {
    "start": 44.26,
    "end": 45.08,
    "text": "Hallo Herr Reschitzacker."
  },
  {
    "start": 45.16,
    "end": 45.24,
    "text": "Herr"
  },
  {
    "start": 45.28,
    "end": 54.12,
    "text": "Hayek, eine aktuelle Umfrage von Vor-Seit für den ORF besagt, dass nur mehr und dreißig Prozent der Bevölkerung das aktuelle politische System gut finden."
  },
  {
    "start": 54.44,
    "end": 57.32,
    "text": "Zum Vergleich, das war der Wert noch bei über sechzig Prozent."
  },
  {
    "start": 57.52,
    "end": 58.88,
    "text": "Klingt dramatisch, müssen wir uns Sorgen machen?"
  },
  {
    "start": 59.52,
    "end": 63.26,
    "text": "Sorgen würde ich mir keine machen, aber wir müssen halt wachsam darauf achten."
  },
  {
    "start": 63.9,
    "end": 70.78,
    "text": "Es gibt eine ähnliche Umfrage auch von den Kollegen von... Market, die zu einem sehr, sehr ähnlichen Befund gekommen sind."
  },
  {
    "start": 70.82,
    "end": 77.14,
    "text": "Dort haben jeder Zweite, glaube ich, gesagt, war auch für den Standard, dass man ein anderes politisches System hätte."
  },
  {
    "start": 77.54,
    "end": 83.02,
    "text": "Es ist mir egal, ob das jetzt achtundvierzig Prozent sind, glaube ich, wie es bei Market war oder fünfunddreißig wie es bevorsteht war."
  },
  {
    "start": 83.46,
    "end": 85.64,
    "text": "Die Signale sind auf beiden Seiten dieselbe."
  },
  {
    "start": 86.24,
    "end": 89.88,
    "text": "Das Fragestellung ist einfach nur, was ist das andere politische System?"
  },
  {
    "start": 90.62,
    "end": 100.46,
    "text": "Und dazu müsste man natürlich vorher mal eine tiefergelände Analyse machen, auch wie wird das jetzige politische System A gesehen, bewertet und auch interpretiert."
  },
  {
    "start": 101.14,
    "end": 106.14,
    "text": "Anton Pellinger hat ja immer gesprochen von der verseilten Konkordanz-Demokratie."
  },
  {
    "start": 106.34,
    "end": 106.96,
    "text": "Was heißt das?"
  },
  {
    "start": 107.48,
    "end": 114.4,
    "text": "Sie haben institutionelle Säulen, wie zum Beispiel die Sozialpartner, wie die Parteien, die alle miteinander zusammenspielen und verflochten sind."
  },
  {
    "start": 115.36,
    "end": 117.78,
    "text": "haben sie die Konkordanzdemokratie, die darauf gebaut ist."
  },
  {
    "start": 117.84,
    "end": 122.04,
    "text": "Das ist die Demokratie, die um Kompromiss, um Ausgleich bemüht ist."
  },
  {
    "start": 122.52,
    "end": 124.62,
    "text": "Und das hat die zweite Republik auch immer ausgezeichnet."
  },
  {
    "start": 125.1,
    "end": 132.34,
    "text": "was aber passiert ist, sie ist ein bisschen in die Jahre gekommen und man hat sich nicht weit entwickelt, also zum Beispiel das Zusammenspiel im Föderalismus."
  },
  {
    "start": 133.04,
    "end": 155.02,
    "text": "Und das merken halt die Menschen und sind unzufrieden, aber ich glaube sie sind nicht nur unzufrieden mit dem Output, also das heißt höhere Lebenshaltungskosten, eine Migration, die breite Bevölkerungteile auch mittlerweile sehr, sehr kritisch sieht, unterschiedlichste Themen, die die Menschen bewegen, aber Und das ist der große Punkt."
  },
  {
    "start": 155.34,
    "end": 173.46,
    "text": "Die Menschen haben auch das Gefühl, dass die Politikerinnen und Politiker nicht mehr in der Lage sind, sich Themen anzunehmen und dann möglicherweise auch das Unpopuläre zu tun und dass man das Unpopuläre machen kann und trotzdem eine Zeit lang populär bleibt."
  },
  {
    "start": 173.52,
    "end": 176.92,
    "text": "hat, zum Beispiel Wolfgang Schüssel vorgezeigt mit der Pensionsreform vor ca."
  },
  {
    "start": 177.0,
    "end": 177.48,
    "text": "zwanzig Jahren."
  },
  {
    "start": 177.86,
    "end": 179.34,
    "text": "Merken wir uns diesen Punkt, darauf kommen wir noch zurück."
  },
  {
    "start": 179.42,
    "end": 184.06,
    "text": "Ich würde ganz gern noch bei dieser Fragestellung ehemaliger bleiben, weil ich sie jetzt schon da habe, wenn sie auch Meinungsforscher sind."
  },
  {
    "start": 184.54,
    "end": 187.6,
    "text": "Ich verstehe diese Frage nach dem System nie so ganz."
  },
  {
    "start": 187.64,
    "end": 191.44,
    "text": "Wer sie mir jetzt schon angedeutet, Alternative, wird ja eigentlich da nicht abgefragt."
  },
  {
    "start": 191.74,
    "end": 194.98,
    "text": "Ich gehe mal davon aus, wenn wir zwei jetzt dieses Podcast-Studie verlassen würden auf der Straße."
  },
  {
    "start": 195.54,
    "end": 198.86,
    "text": "zehn Leute ansprechen, ob sie mit dem aktuellen System zufrieden sind, sagen wahrscheinlich zehn Nein."
  },
  {
    "start": 199.3,
    "end": 204.42,
    "text": "Wenn wir sie fragen, um was wollen sie stattdessen, dann sagen wahrscheinlich neun von zehn weiß ich nicht."
  },
  {
    "start": 204.74,
    "end": 208.6,
    "text": "Also etwas zu kritisieren, aber keine Alternative anzubieten ist irgendwie ein bisschen strange, oder?"
  },
  {
    "start": 209.06,
    "end": 215.18,
    "text": "Ja, also diese Fragestellungen dienen als Fiebertermometer, wie ich immer sage, um eine gewisse Stimmung mal einzugrenzen."
  },
  {
    "start": 215.54,
    "end": 221.3,
    "text": "Sie könnten genauso gut statt politischen Systems sagen, wie sind Sie mit der Politik in Österreich zufrieden?"
  },
  {
    "start": 221.42,
    "end": 224.64,
    "text": "Wir fragen zum Beispiel immer, wie sind Sie mit der Arbeit der Bundesregierung zufrieden?"
  },
  {
    "start": 224.98,
    "end": 226.64,
    "text": "Da kommen ähnliche Werte heraus."
  },
  {
    "start": 227.04,
    "end": 240.28,
    "text": "Das heißt, wir dürfen die Sozialforschung nie als exakte Wissenschaft verstehen, sondern... Wobei natürlich die Fragestellungen schon konkret sein sollten, aber wir müssen dann immer mit weiteren Fragen etwas tiefer graben."
  },
  {
    "start": 240.34,
    "end": 258.62,
    "text": "Vielleicht haben das die Kolleginnen und Kollegen auch getan, aber grundsätzlich ist das Signal da, es ist eine Unzufriedenheit im Land da, ob das jetzt eine echte Änderung des politischen Systems nach Sicht sieht oder einfach nur... Die Haltung von politischen Akteuren, das lassen wir mal dahingestellt."
  },
  {
    "start": 258.659,
    "end": 266.14,
    "text": "Wenn wir jetzt auf die aktuelle politische Lage blicken, wir haben eine Bundesregierung bestehendes drei Parteien, die in den Umfragen nicht sonderlich gut dasteht."
  },
  {
    "start": 266.299,
    "end": 268.099,
    "text": "Das können Sie natürlich auch bestätigen."
  },
  {
    "start": 268.479,
    "end": 270.76,
    "text": "Der Wirtschaftsgeschlecht, die Arbeitslosigkeit steigt."
  },
  {
    "start": 270.919,
    "end": 274.359,
    "text": "Ich meine, ein schwereres Umfeld kann man sich aber wahrscheinlich derzeit nicht wünschen als Politiker."
  },
  {
    "start": 274.7,
    "end": 276.539,
    "text": "Ja, aber es kann eigentlich nur noch besser werden."
  },
  {
    "start": 276.659,
    "end": 279.859,
    "text": "Man kann einfach ein Reframing auch betreiben."
  },
  {
    "start": 280.2,
    "end": 282.84,
    "text": "Man muss einfach seine innere Haltung ändern."
  },
  {
    "start": 283.46,
    "end": 297.659,
    "text": "Bundeskanzler Stocker hat das ja probiert, mit seiner Rückkehr-Antrittspressekonferenz."
  },
  {
    "start": 298.679,
    "end": 308.4,
    "text": "Und er hat genau das probiert, war aber im Worthing ein bisschen hoppa-touchig, das muss man schon sagen, weil es ist lang genug geredet worden, jetzt tun wir, muss man sagen, naja."
  },
  {
    "start": 309.26,
    "end": 313.14,
    "text": "dass das der Regierungschef sagt, das stellt sich damit einmal selber kein gutes Zeugnis aus."
  },
  {
    "start": 313.82,
    "end": 314.96,
    "text": "Das ist das eine und das zweite."
  },
  {
    "start": 315.14,
    "end": 318.82,
    "text": "Und jetzt machen wir fünfhundert Millionen Erleichterung beim Thema Energie."
  },
  {
    "start": 319.479,
    "end": 323.32,
    "text": "Und dann muss man sagen, aha, dann kommen natürlich sofort die ersten Fragen, woher soll das Geld herkommen."
  },
  {
    "start": 323.9,
    "end": 350.94,
    "text": "Und das ist ja das Problem, dass die heutigen politischen Verantwortlichen viel zu kurzfristig denken und auch dementsprechend agieren und immer wieder mit Ansagen sich selbst einen Pass in die Tiefe geben von netzerischer Qualität, nur ist halt da vorne niemand, der diesen Ball übernimmt und das Tor trägt, sondern man spielt sich den eigenen Pass zu und läuft diesen Pass hinterher."
  },
  {
    "start": 351.4,
    "end": 354.799,
    "text": "Und das ist natürlich eine Aufgabe, die ich nicht erfüllen kann."
  },
  {
    "start": 355.5,
    "end": 366.64,
    "text": "Das Problem ist, dass sich die Politik in der Substanz nicht mehr auf dieser Ebene bewegt, wie es vielleicht noch vor."
  },
  {
    "start": 370.0,
    "end": 379.34,
    "text": "Man sieht sich ein Thema an und dann erkennt man ein Thema, dass es reformbedürftig ist und dann tun sich die großen Player."
  },
  {
    "start": 379.539,
    "end": 389.78,
    "text": "Früher waren das Sozialdemokraten und ÖVP im Zusammenspiel mit den Sozialpartnern zusammen und tragen Reformern in vielen Fällen nicht in allen."
  },
  {
    "start": 390.28,
    "end": 391.52,
    "text": "Schlag nach bei Schüssel noch einmal."
  },
  {
    "start": 392.14,
    "end": 392.84,
    "text": "gemeinsam durch."
  },
  {
    "start": 393.08,
    "end": 400.52,
    "text": "Und dann würde sich auch die Stimmung in der Bevölkerung natürlich nicht sofort, aber on the long run, ändern."
  },
  {
    "start": 401.28,
    "end": 414.179,
    "text": "Und diese Haltung muss man einfach haben, dass man sagt, ich mache das, was notwendig ist, auch wenn es breiten Bevölkerungsteilen möglicherweise nicht gefällt, aber ich weiß, dass es hinten nach sinnvoll ist."
  },
  {
    "start": 414.919,
    "end": 417.26,
    "text": "Dementsprechend treibe ich das voran."
  },
  {
    "start": 417.599,
    "end": 419.44,
    "text": "Sie haben es jetzt beispielsweise schon zweimal angesprochen."
  },
  {
    "start": 419.5,
    "end": 420.76,
    "text": "Ich würde es nämlich deswegen gern vertiefen."
  },
  {
    "start": 421.059,
    "end": 426.359,
    "text": "Sie haben jetzt gesagt, Christian Stocker oder halt die aktuelle Bundesregierung oder die politische Klasse an sich selbst denkt kurzfristig."
  },
  {
    "start": 426.44,
    "end": 428.78,
    "text": "Das heißt, es wird schnell Geld auf Probleme drauf gelegt."
  },
  {
    "start": 428.919,
    "end": 431.32,
    "text": "Die Heizkosten steigen, Geld drauf."
  },
  {
    "start": 431.38,
    "end": 433.34,
    "text": "Die Wohnungskosten steigen, wir deckeln das Geld drauf, etc."
  },
  {
    "start": 434.299,
    "end": 440.08,
    "text": "Wolfgang Schüssel, wenn wir bei diesem Beispiel bleiben, hat sehr unpopuläre Dinge gemacht, die Sie trotzdem als positiv verkaufen."
  },
  {
    "start": 440.119,
    "end": 441.76,
    "text": "Und kongensisieren Sie uns das bitte noch etwas?"
  },
  {
    "start": 442.299,
    "end": 443.44,
    "text": "Das ist relativ einfach."
  },
  {
    "start": 443.559,
    "end": 446.739,
    "text": "Schüssel hat gewusst, dass das Pensionssystem in den Seilen hängt."
  },
  {
    "start": 447.419,
    "end": 452.52,
    "text": "Er hat dafür auch durchaus nicht nur von seiner Seite Zustimmung geerbt."
  },
  {
    "start": 452.94,
    "end": 456.78,
    "text": "Er hat auch von seiner Seite, also von seiner Partei auch Ablehnung bekommen."
  },
  {
    "start": 457.479,
    "end": 461.64,
    "text": "Aber er hat das Ding einfach mit einem Koalitionspartner, nämlich dem Freiheitlichen, einfach durchgezogen."
  },
  {
    "start": 462.58,
    "end": 476.979,
    "text": "Und es gab den Sektionschef Peltner im Sozialministerium, der immer das Sozialdemokratie zugerechnet wurde und der heute auch noch, wenn sie in Frank sagt, Diese Reform war absolut notwendig, dass das System stabil bleibt."
  },
  {
    "start": 477.78,
    "end": 484.76,
    "text": "Und jetzt hat Schüssel damals einen dreitägigen Nahezu-Generalstreich riskiert."
  },
  {
    "start": 484.9,
    "end": 489.02,
    "text": "und siehe danach drei Tagen war dieser Generalstreich vorbei, wenn ich mich recht entsinne."
  },
  {
    "start": 489.84,
    "end": 497.039,
    "text": "Und danach war die Schose gegessen und die Menschen gutieren Führungspersönlichkeiten."
  },
  {
    "start": 497.4,
    "end": 499.32,
    "text": "Sie honorieren das am Ende des Tages."
  },
  {
    "start": 499.419,
    "end": 500.94,
    "text": "Es darf noch nicht ins Desaster laufen."
  },
  {
    "start": 501.64,
    "end": 503.76,
    "text": "Wir haben immer diese Fragestellung gehabt."
  },
  {
    "start": 504.2,
    "end": 509.119,
    "text": "Wem würden Sie in rauen Zeiten das Steuer des Schiffs Österreich anvertrauen?"
  },
  {
    "start": 509.82,
    "end": 513.64,
    "text": "Und da haben die Menschen dann, egal welchen Kolors, gesagt, na das ist der Schüssel."
  },
  {
    "start": 514.4,
    "end": 517.86,
    "text": "Obwohl Wolfgang Schüssel zum Beispiel keine großartigen Sympathie-Werte hatte."
  },
  {
    "start": 517.919,
    "end": 519.24,
    "text": "Das war aber der ÖVP egal."
  },
  {
    "start": 519.339,
    "end": 521.22,
    "text": "Die haben dann gesagt, na da guße ich auch nicht."
  },
  {
    "start": 521.64,
    "end": 523.579,
    "text": "Und dementsprechend war dieses Thema begradigt."
  },
  {
    "start": 524.92,
    "end": 544.04,
    "text": "Ich kann Ihnen sagen, dass Menschen die Führung übernehmen, die wohlgemerkt dann thematisch in keinem Desaster enden, aber die die Dinge tun, die richtig und wichtig sind, die bekommen dann auch ein gerechtes Honorar, das heißt zumindest in Anerkennung ausbezahlt."
  },
  {
    "start": 544.699,
    "end": 546.56,
    "text": "Wir haben das gleiche gesehen in den achtziger Jahren."
  },
  {
    "start": 546.86,
    "end": 551.0,
    "text": "In den achtziger Jahren hat halt die österreichische Stahlindustrie gestrauchelt."
  },
  {
    "start": 551.48,
    "end": 562.24,
    "text": "Also für die Hörerinnen und Hörer, die jetzt jünger sind, in den neunzehnachtziger Jahren hatten wir eine Steilkrise in Österreich, die hat sie in den siebziger Jahren in ganz Europa gegeben, da hat man in Österreich das noch gestützt, aber dann wurde es einfach schlagen in den achtziger Jahren."
  },
  {
    "start": 563.28,
    "end": 564.22,
    "text": "Was hat man dann gemacht?"
  },
  {
    "start": 564.26,
    "end": 572.06,
    "text": "Man hat quasi die Verstaatlichte mehr oder weniger zerschlagen und die neue Unternehmen aufgeteilt und diese Unternehmen waren dann sehr, sehr, sehr erfolgreich am Ende des Tages."
  },
  {
    "start": 572.4,
    "end": 576.64,
    "text": "Und dann wird das von den Menschen auch honoriert, auch wenn es dazwischen im Karton rumpelt."
  },
  {
    "start": 576.72,
    "end": 580.52,
    "text": "Und man muss einfach diese, wenn ich die Politik, muss ich diese Haltung haben."
  },
  {
    "start": 580.64,
    "end": 589.72,
    "text": "Ich muss diese Haltbarung an den Tag legen und so sagen, ich tue das, was ich und natürlich flankiert von Expertinnen und Experten richtig ist."
  },
  {
    "start": 590.18,
    "end": 602.0,
    "text": "Und nicht das, was möglicherweise populär oder populistisch ist und einen kurzfristigen Erfolg bringt, aber langfristig niemanden nützt, weder dem Gemeinwesen noch dem einzelnen Individuum."
  },
  {
    "start": 602.439,
    "end": 608.06,
    "text": "Na gut, das läuft aber auch darauf hinaus, Herr Hayek, wenn ich sie richtig verstehe, dass es einfach auch definitiv mehr Mut braucht."
  },
  {
    "start": 608.199,
    "end": 614.86,
    "text": "Denn egal welche Reformentscheidung bei unserer derzeitigen Budgetlage jetzt verkündet werden sollte, kurzzeitig wird es nicht populär sein."
  },
  {
    "start": 614.9,
    "end": 616.88,
    "text": "Es wird irgendjemand weniger bekommen."
  },
  {
    "start": 617.579,
    "end": 618.88,
    "text": "Können unsere Politiker das einfach nicht mehr?"
  },
  {
    "start": 618.92,
    "end": 619.9,
    "text": "Wollen sie es einfach nicht mehr?"
  },
  {
    "start": 620.1,
    "end": 621.24,
    "text": "Ich frage mich immer nach dem, warum."
  },
  {
    "start": 621.72,
    "end": 628.72,
    "text": "Naja, also ja, es braucht Mut, es braucht Weitsicht, es braucht Überzeugung und es braucht aber auch die Substanz, um das zu verstehen."
  },
  {
    "start": 628.819,
    "end": 631.74,
    "text": "Also jemand, der das versteht, ist Markus Watterbauer."
  },
  {
    "start": 632.36,
    "end": 638.4,
    "text": "Ob er den Mut aufbringt, so weit zu gehen, dass man wirklich Einschneidende vor allem macht, ist eine andere Frage."
  },
  {
    "start": 639.18,
    "end": 641.76,
    "text": "Wir brauchen in Österreich eigentlich gar keine neuen Konzepte."
  },
  {
    "start": 641.8,
    "end": 642.98,
    "text": "Es liegt alles auf den Tisch."
  },
  {
    "start": 643.079,
    "end": 645.68,
    "text": "Vor zwanzig Jahren hat meine Bundesstaatsreform verhandelt."
  },
  {
    "start": 646.14,
    "end": 647.24,
    "text": "Die könnte man wieder hernehmen."
  },
  {
    "start": 647.319,
    "end": 650.199,
    "text": "Ja, die muss man halt ein bisschen adaptieren, aber grundsätzlich geht das schon."
  },
  {
    "start": 650.4,
    "end": 651.459,
    "text": "Ja, mit ein bisschen guten Bild."
  },
  {
    "start": 652.04,
    "end": 662.5,
    "text": "Man weiß auch, wo das Geld, in welchen Doppelklassigkeiten es insbesondere im Zusammenspiel des Föderalismus, ich bin da kein Experte, weil die Themen sind einfach da, man weiß, was zu tun ist im Großen und Ganzen."
  },
  {
    "start": 663.079,
    "end": 672.98,
    "text": "Und das gehört einfach durchgezogen und... Das Problem ist ja, was man jetzt macht, ist Schräubchen hier, Schräubchen da, Schräubchen dort."
  },
  {
    "start": 673.28,
    "end": 675.24,
    "text": "Überraschung, es verbessert sich nichts."
  },
  {
    "start": 676.1,
    "end": 686.02,
    "text": "Die Menschen haben aber noch immer das Gefühl oder haben dann aufgrund dessen natürlich das Gefühl, dass sie einfach darunter der Anführungszeichen finanziell leiden."
  },
  {
    "start": 686.54,
    "end": 688.14,
    "text": "Und die Stimmung bleibt schlecht."
  },
  {
    "start": 688.56,
    "end": 690.339,
    "text": "Ich verlänge aber das Sichtum."
  },
  {
    "start": 691.1,
    "end": 720.38,
    "text": "Anstatt ich hergehe und sage, wir machen jetzt... Bitte damit sich die Menschen an den Radiogeräten nicht erschrecken, keine radikale oder revolutionäre Kur, sondern man macht einfach einen ordentlichen Eingriff und stellt das nach Möglichkeit auf neue Beine und dann wird es zwischenzeitlich vielleicht noch einmal einen Rücken nach unten machen, aber ich habe die Möglichkeit, hinten nach die Lorbeeren und die Ernte einfach einzufahren."
  },
  {
    "start": 722.5,
    "end": 725.06,
    "text": "Keine Wunderwurze und nicht der Experte für E-Alles."
  },
  {
    "start": 725.16,
    "end": 745.699,
    "text": "Dementsprechend zitiere ich jetzt eine profonde Wirtschaftsexpertin wie Margit Schratzenstaller, von wie vor die vor schon ein paar Wochen in einem Morgenjournal auf E-Eins gesagt hat, man soll nicht immer übers Geld reden, wenn Bund und Länder und Gemeinden aufeinander treffen, sondern man soll einmal darüber reden, wer übernimmt welche Aufgabe."
  },
  {
    "start": 747.04,
    "end": 748.66,
    "text": "Wer gibt welche Aufgabe ab?"
  },
  {
    "start": 748.88,
    "end": 757.06,
    "text": "Wie wickelt man dann diese Aufgaben ordentlich in der digitalisierten Welt und für die Bürger zielgerichtet ab?"
  },
  {
    "start": 758.0,
    "end": 769.04,
    "text": "Dann wird sich das Finanzthema von alleine lösen, weil dann haben sie, wenn sie eine Strukturbereinigung haben, wenn es ganz klar ist, wer macht was, werden die Einsparungen von alleine kommen."
  },
  {
    "start": 769.819,
    "end": 773.199,
    "text": "Heute macht man immer den umgekehrten Weg, ähnlich wie Sie es vorher gesagt haben."
  },
  {
    "start": 773.579,
    "end": 775.8,
    "text": "Ich gebe dort Geld, ich schraube da ein bisschen zurück."
  },
  {
    "start": 775.9,
    "end": 777.839,
    "text": "Der bekommt ein bisschen mehr, der bekommt ein bisschen weniger."
  },
  {
    "start": 778.18,
    "end": 780.079,
    "text": "Die Länder dürfen jetzt ein bisschen mehr Schulden machen."
  },
  {
    "start": 780.24,
    "end": 782.439,
    "text": "Ja, aber das ist ja alles andere Symptomehandlungen."
  },
  {
    "start": 782.48,
    "end": 790.86,
    "text": "Ich muss wirklich dort hingehen, wo ich sage, wenn ich A. Ende, brauche ich mir über B. Cash keine Sorgen mehr zu machen, weil es wird automatisch funktionieren."
  },
  {
    "start": 790.939,
    "end": 796.06,
    "text": "Sie haben jetzt gerade Markus Matta-Bauer angesprochen und den Finanzminister der SBO als positiv Beispiel."
  },
  {
    "start": 797.079,
    "end": 797.3,
    "text": "Warum?"
  },
  {
    "start": 797.74,
    "end": 800.92,
    "text": "Erstens, weil die Zahlen der Umfang das so sagen."
  },
  {
    "start": 802.06,
    "end": 802.12,
    "text": "Wir"
  },
  {
    "start": 802.22,
    "end": 804.04,
    "text": "machen aber keinen dezidierten Umfang für ihn."
  },
  {
    "start": 804.14,
    "end": 805.72,
    "text": "oder nur zum Abklären?"
  },
  {
    "start": 805.98,
    "end": 807.079,
    "text": "Nein, nein, nein, nein."
  },
  {
    "start": 807.54,
    "end": 809.14,
    "text": "Also, da gibt es keine Unfalleinbarkeit."
  },
  {
    "start": 809.199,
    "end": 811.939,
    "text": "Nein, das sind die vorliegenden Zahlen sowohl vom ABBA-Vertrauensindex."
  },
  {
    "start": 812.04,
    "end": 814.52,
    "text": "Also, wir machen für die Kollegen von heute oder von ATV was."
  },
  {
    "start": 816.74,
    "end": 822.199,
    "text": "Ja, keine überragend positiven Werte, aber er hat deutlich bessere Werte als die Kollegenschaft."
  },
  {
    "start": 822.42,
    "end": 824.06,
    "text": "Und warum ist das bei Mata-Bauer so?"
  },
  {
    "start": 824.16,
    "end": 836.18,
    "text": "Weil Mata-Bauer einfach als authentisch wahrgenommen wird, weil ihm die Substanz des Finanzfachmannes zugestanden wird, auch wenn er, wie es immer so schön heißt, als klar linker Ökonom gebrandet ist."
  },
  {
    "start": 836.819,
    "end": 848.8,
    "text": "Und daran sehen Sie aber schon, dass die Menschen offen sind für Politikerinnen und Politiker, die inhaltliche Substanz in die Wagschale werfen können."
  },
  {
    "start": 849.62,
    "end": 853.86,
    "text": "Und wenn sie inhaltliche Substanz haben, haben sie auch kein Problem mit der Kommunikation."
  },
  {
    "start": 854.24,
    "end": 857.74,
    "text": "Sie ist ja immer ein großer Irrglaube, wenn man sagt, dass sie an der Kommunikation gelingen."
  },
  {
    "start": 857.8,
    "end": 859.04,
    "text": "Also zum Beispiel Harald Mahler."
  },
  {
    "start": 859.68,
    "end": 860.76,
    "text": "Na, die Kommunikation war schlecht."
  },
  {
    "start": 860.839,
    "end": 862.14,
    "text": "Nein, es war der Inhalt schlecht."
  },
  {
    "start": 862.76,
    "end": 863.86,
    "text": "Es ist immer dasselbe."
  },
  {
    "start": 863.959,
    "end": 870.26,
    "text": "Wenn die Kommunikation scheitert, können sie in fünf und neunzehn Prozent der Fälle davon ausgehen, dass vorher etwas inhaltlich nicht durchdacht war."
  },
  {
    "start": 871.079,
    "end": 877.339,
    "text": "Und beim Matterbauer ist das nicht der Fall, der macht das ja sehr gut, wir mussten das auch im Netz angeschaut, seine Erklärungen, das macht das sehr gut."
  },
  {
    "start": 877.76,
    "end": 895.22,
    "text": "Die Frage ist, sieht Matterbauer jetzt als linke Ökonom die Themenlage so, wie es vielleicht einen Margit Schratzenstaller sieht, aber die gilt ja auch nicht gerade als Rechtsauslegerin und kann RS auch durch und umsetzen."
  },
  {
    "start": 896.98,
    "end": 905.8,
    "text": "Das sind Sie vielleicht besser informiert als ich, aber vom Medienseite hört man, dass es zum Beispiel zwischen dem Finanzministerium und der Stadt Wien ein bisschen knierig stimmt im Gebelg."
  },
  {
    "start": 906.72,
    "end": 907.319,
    "text": "Man erzählt sich"
  },
  {
    "start": 907.38,
    "end": 907.48,
    "text": "sehr."
  },
  {
    "start": 908.4,
    "end": 908.78,
    "text": "Genau, so."
  },
  {
    "start": 909.36,
    "end": 925.8,
    "text": "Und jetzt ist die Frage, kann Mathebauer mit seinen möglichen Ideen, die er vielleicht allen noch gar nicht dargelegt hat, sich bei den Ländern, bei den Gemeinden, bei den Koalitionspartnern, wir haben ja sehr vieles, politische Stakeholder, kann er sich bei denen mit seinen Ideen durchsetzen?"
  },
  {
    "start": 926.319,
    "end": 932.26,
    "text": "Was ich in diesem Zusammenhang auch sehr interessant finde, ist, wie vorhin gesagt, um das vielleicht abzukürzen, die Wahrheit ist zumutbar."
  },
  {
    "start": 932.64,
    "end": 937.1,
    "text": "Die Menschen verstehen schon, dass, wenn es unpopuläre Maßnahmen braucht, man auch dort durch muss."
  },
  {
    "start": 937.54,
    "end": 941.199,
    "text": "Ich finde, kürzlich gab es einen Moment, der das ... durchaus sehr beeindruckend gezeigt hat."
  },
  {
    "start": 941.26,
    "end": 947.4,
    "text": "Sie können sich sicher auch erinnern, als die Lohnabschlüsse für die Beamten in Österreich neu aufgeschnürt worden sind."
  },
  {
    "start": 947.56,
    "end": 956.76,
    "text": "Da ist die Bundesregierung gemeinsam mit der Gewerkschaft dargestanden, wo auch die Gewerkschaft eingesehen haben, okay, diese Einigung war zu früh, wir haben uns da zu einem Zeitpunkt ja einiges wirtschaftlich noch besser ausgesehen hat."
  },
  {
    "start": 957.02,
    "end": 964.9,
    "text": "Das können wir uns jetzt einfach nicht leisten und haben quasi ein bereits fertig verhandeltes Paket neu aufgemacht zum Nachteil der Angestellten."
  },
  {
    "start": 965.339,
    "end": 966.42,
    "text": "die die Gewerkschaft eigentlich vertritt."
  },
  {
    "start": 966.64,
    "end": 969.319,
    "text": "Das heißt, diese Bereitschaft ist ja in Krisenzeiten tatsächlich da."
  },
  {
    "start": 969.699,
    "end": 970.1,
    "text": "Absolut."
  },
  {
    "start": 970.28,
    "end": 972.02,
    "text": "Also Sie können die Bevölkerung mitnehmen."
  },
  {
    "start": 972.06,
    "end": 972.88,
    "text": "Das ist überhaupt kein Thema."
  },
  {
    "start": 972.92,
    "end": 974.199,
    "text": "Das ist ja das, was ich immer predige."
  },
  {
    "start": 974.68,
    "end": 976.9,
    "text": "Ich darf nur vom Wähler und der Wähler, den keine Angst haben."
  },
  {
    "start": 977.4,
    "end": 979.36,
    "text": "Aber ich kann die Menschen überzeugen."
  },
  {
    "start": 979.5,
    "end": 1001.339,
    "text": "und die Sozialpartnerschaft, und da meine ich explizit jetzt nicht, noch was hinten alles dran hängt, an Kammergrößen und den Mitgliedsbeitrag, aber die Sozialpartnerschaft auf der klassischen Kollektivvertragsebene, Die funktioniert absolut und man kommt immer meiner Ansicht nach guten und sinnvollen Abschluss und der ist jetzt auch passiert."
  },
  {
    "start": 1001.68,
    "end": 1010.54,
    "text": "Und mit einer Geschichte möchte ich bitte aufräumen, dass es immer heißt, in den letzten ein, zwei, drei Jahren haben die Gewerkschafter das nicht eingesehen und haben dazu viel verlangt."
  },
  {
    "start": 1010.839,
    "end": 1013.88,
    "text": "Also es ist eine Sozialpartnerschaft und die Unternehmensvertreter haben zugestimmt."
  },
  {
    "start": 1013.92,
    "end": 1016.86,
    "text": "und man muss die Frage stellen, warum haben die Unternehmensvertreter zugestimmt?"
  },
  {
    "start": 1017.18,
    "end": 1020.8,
    "text": "Dann haben die ja auch etwas nicht gesehen oder haben Sorge gehabt von Streik."
  },
  {
    "start": 1020.88,
    "end": 1033.839,
    "text": "und man muss einmal sagen, Wenn ich als Unternehmer, und ich bin selber selbstständiger, mit Angestellten, wenn ich der Meinung bin, dieser Lohnabschluss ist für eine Branche und für einen Wirtschaftsstandort nicht tragbar, dann sag ich, dann streikt heute mal."
  },
  {
    "start": 1034.48,
    "end": 1040.96,
    "text": "Und dementsprechend sage ich, die Sozialpartnerschaft, Fußballersprech, gewinnt gemeinsam und verliert gemeinsam."
  },
  {
    "start": 1041.319,
    "end": 1047.96,
    "text": "Und dass die Menschen damit gehen, gehen ja auch nicht alle mit, muss man dazu sagen, es finden nach wie vor viele Menschen, dass die Abschlüsse auch zu nieder waren."
  },
  {
    "start": 1048.42,
    "end": 1054.3,
    "text": "Aber... Die Sozialpartnerschaft funktioniert und große Teile der Bevölkerung sagt, okay, das machen wir jetzt."
  },
  {
    "start": 1054.78,
    "end": 1056.26,
    "text": "Da brauchen sie wieder Menschen, die vorangehen."
  },
  {
    "start": 1056.86,
    "end": 1059.52,
    "text": "Was dann nicht funktioniert, ist sie ein Wirtschaftskammer."
  },
  {
    "start": 1060.24,
    "end": 1066.0,
    "text": "Also, da hat es dann der Bevölkerung und allen anderen Akteuren den Vogel raus, auf gut Wienerisch."
  },
  {
    "start": 1066.54,
    "end": 1067.02,
    "text": "Also, Freunde."
  },
  {
    "start": 1067.56,
    "end": 1072.92,
    "text": "Bei aller Liebe, aber diese Geschichte könnte jemand anderen erzählen, dass werdet ihr ändern."
  },
  {
    "start": 1073.1,
    "end": 1075.639,
    "text": "und seht da, der Druck war so groß, dass sich etwas geändert hat."
  },
  {
    "start": 1075.86,
    "end": 1077.24,
    "text": "Das ist ja das Interessante in Österreich."
  },
  {
    "start": 1077.68,
    "end": 1079.26,
    "text": "Es geht schon was weiter, wenn man will."
  },
  {
    "start": 1079.82,
    "end": 1084.02,
    "text": "Man muss nur mit voller Kraft an die Sache heran gehen."
  },
  {
    "start": 1084.16,
    "end": 1088.28,
    "text": "Die Frage ist halt immer auch irgendwie, warum braucht's diese Maximalsituation?"
  },
  {
    "start": 1088.72,
    "end": 1098.92,
    "text": "Ich meine, das was Harald Marra widerfahren ist, ich gehe mal davon aus, das war für ihn nicht so richtig lustig, aber es hat zu einem Zeitpunkt stattgefunden, als eigentlich wirklich schon, Jeder gesagt hat, das geht nicht."
  },
  {
    "start": 1099.06,
    "end": 1104.92,
    "text": "Warum lässt man es in Österreich ihre Einschätzung nach immer auf diesem Gipfel der Eskalation hinaustreiben, bevor man reagiert?"
  },
  {
    "start": 1105.139,
    "end": 1105.24,
    "text": "Ich"
  },
  {
    "start": 1105.28,
    "end": 1108.32,
    "text": "sehe das nicht als österreichische Eigenheit, ich sehe das einfach als menschliche Eigenheit."
  },
  {
    "start": 1108.399,
    "end": 1109.76,
    "text": "Ich kann kaum starten."
  },
  {
    "start": 1110.379,
    "end": 1112.08,
    "text": "Wo das auch so viel anders abläuft."
  },
  {
    "start": 1112.76,
    "end": 1113.44,
    "text": "Also das Estlkleber"
  },
  {
    "start": 1113.48,
    "end": 1115.0,
    "text": "ist keine österreichische Tradition."
  },
  {
    "start": 1116.12,
    "end": 1122.379,
    "text": "Bitte, also das Estlkleber finden Sie überall, wo es vielleicht ein bisschen einen Unterschied gibt zwischen Deutschland und Österreich mit der Rücktrittskultur."
  },
  {
    "start": 1123.6,
    "end": 1131.72,
    "text": "Aber grundsätzlich klär man sich sehr, sehr viele Akteure nicht nur in der Politik, auch durchaus in Unternehmen an ihre Positionen."
  },
  {
    "start": 1132.22,
    "end": 1134.5,
    "text": "Ich sehe, dass grundsätzlich sehr, sehr menschliches wäre."
  },
  {
    "start": 1134.6,
    "end": 1139.8,
    "text": "natürlich schön, wenn insbesondere die Politik ein bisschen einen vorausschauenden Blick hätte."
  },
  {
    "start": 1140.32,
    "end": 1143.28,
    "text": "Das ist ja eigentlich auch etwas, wofür sie gewählt werden."
  },
  {
    "start": 1143.42,
    "end": 1149.46,
    "text": "Und man sollte natürlich über die Legislaturperiode hinausdenken, gelingt halt den wenigsten."
  },
  {
    "start": 1149.639,
    "end": 1152.78,
    "text": "Man muss auch sagen, die Rahmenbedingungen haben sich tatsächlich auch verändert."
  },
  {
    "start": 1153.34,
    "end": 1157.84,
    "text": "Die Digitalisierung der Welt hat es ziemlich schnell gemacht, dieses ganze Geschäft."
  },
  {
    "start": 1158.58,
    "end": 1160.7,
    "text": "Aber diesen kritischen Blick habe ich nicht davon."
  },
  {
    "start": 1161.58,
    "end": 1172.5,
    "text": "Wenn wir jetzt die aktuelle Situation kurz betrachten, wir haben einen großen Vorteil, die nächsten Landtagswahlen, also die nächsten entscheidenden Wahlen für eine der regierenden Parteien sind erst im Jahr."
  },
  {
    "start": 1173.1,
    "end": 1175.72,
    "text": "Ich glaube, es fängt mit Oberösterreich an, Tirol ist auch im selben Jahr."
  },
  {
    "start": 1176.2,
    "end": 1191.22,
    "text": "Also, du hast zwei wichtige Bundesländer einfach an für die ÖVP, aber trotzdem, man hat Zeit, man hat jetzt einmal, und das kommt ja relativ selten vor, diesen wunderbaren Moment, wo man sich eigentlich ein Jahr lang vom Boulevard und allen anderen durchs Dorf jagen lassen könnte, weil es wurscht ist, weil es wird nicht gewählt."
  },
  {
    "start": 1191.26,
    "end": 1193.84,
    "text": "Man könnte jetzt unpopuläre Maßnahmen beschließen."
  },
  {
    "start": 1194.04,
    "end": 1195.28,
    "text": "Ich meine, so ein Zeitpunkt kommt nicht oft."
  },
  {
    "start": 1195.74,
    "end": 1196.74,
    "text": "Nützt man ihn denn ausreichend?"
  },
  {
    "start": 1196.78,
    "end": 1197.54,
    "text": "Wahrscheinlich nicht, oder?"
  },
  {
    "start": 1198.0,
    "end": 1199.5,
    "text": "Nein, man nützt"
  },
  {
    "start": 1199.58,
    "end": 1199.98,
    "text": "ihn eigentlich nicht."
  },
  {
    "start": 1200.02,
    "end": 1200.5,
    "text": "Ah, warum nicht?"
  },
  {
    "start": 1200.68,
    "end": 1205.36,
    "text": "Wie gesagt, es ist ja, man ist jetzt pure Mathematik, es sind Zufälle natürlich mit der Verschiebung der Wahlen"
  },
  {
    "start": 1205.74,
    "end": 1205.84,
    "text": "und so."
  },
  {
    "start": 1205.94,
    "end": 1211.66,
    "text": "Also jetzt beginnen wir uns im Kreis zu drehen, weil ich wieder dort bin, wo ich sage, nein, man nützt diese Chance nicht, weil keiner voran geht."
  },
  {
    "start": 1212.54,
    "end": 1222.28,
    "text": "Es ist natürlich auch vollkommen absurd und eigentlich der Bevölkerung nur schwer zu erklären, warum man in diesem Land nur Reformen machen kann, wenn es keine Landtagswand gibt, geschenkt am Ende des Tages."
  },
  {
    "start": 1223.0,
    "end": 1231.6,
    "text": "Dann kommt immer das Argument, na ja, aber da sitzen dann die Abgeordneten im Nationalrat, die aus dem Bundesländer kommen und die stimmen dann nicht mit."
  },
  {
    "start": 1232.139,
    "end": 1240.22,
    "text": "Bitte, die habe ich aber ganz leicht bei der Stange, denen sage ich nämlich nicht, dann ist es ganz einfach, dann werden wir Neuwahlen haben und dann werden wir schauen, ob ihr noch drinnen sitzt, weil dann werden wir vielleicht verlieren."
  },
  {
    "start": 1240.58,
    "end": 1242.52,
    "text": "Also überlegt es euch vielleicht vorher einmal."
  },
  {
    "start": 1243.74,
    "end": 1253.82,
    "text": "Ganz ehrlich, deswegen haben die Amerikaner die Midterm Elections und haben diese permanenten Ablauf, dass sie sagen, na zwei Jahre lang, da kann man quasi was machen und dann wählen alle gemeinsam."
  },
  {
    "start": 1254.2,
    "end": 1255.16,
    "text": "Und das macht einfach mehr Sinn."
  },
  {
    "start": 1255.2,
    "end": 1257.68,
    "text": "Vielleicht sollten wir auch zu dieser Form übergehen."
  },
  {
    "start": 1258.44,
    "end": 1260.72,
    "text": "Von Schierach hat das sogar für Deutschland auch gefordert."
  },
  {
    "start": 1260.899,
    "end": 1265.58,
    "text": "Bild mir ein, dass es Marco Bogo für die Bierpartei damals gefordert hat, dass alle Landtagswahlen am selben Tag starten."
  },
  {
    "start": 1265.899,
    "end": 1269.32,
    "text": "Ich hab nie gesagt, dass Marco Bogo nur... Falsches gesagt"
  },
  {
    "start": 1269.36,
    "end": 1269.48,
    "text": "hat."
  },
  {
    "start": 1270.16,
    "end": 1272.26,
    "text": "Ich glaube, Sie haben heute noch gar nicht überwacht und geredet."
  },
  {
    "start": 1273.28,
    "end": 1273.34,
    "text": "In"
  },
  {
    "start": 1273.379,
    "end": 1279.5,
    "text": "früherer Zeit, wahrscheinlich auch in Ihrem Podcast, dass Orakel, dass wir es auch mal dazuerwähnen, dass Sie ja selbst eben auch als Podcast ertätigt sind."
  },
  {
    "start": 1279.8,
    "end": 1282.3,
    "text": "Blick mal vielleicht an dieser Stelle auch auf die einzelnen Parteien."
  },
  {
    "start": 1282.34,
    "end": 1301.639,
    "text": "Ich würde da gern mit der SBO anfangen, denn in den letzten Wochen ist da etwas wieder aufgekommen, was ich mir eigentlich gedacht habe, dass ich, dass ich, dass ich, dass ich, dass ich, dass ich, dass ich, dass ich, dass ich, dass ich, dass ich, dass ich, dass ich, dass ich, dass ich, dass ich, dass ich, dass ich, dass ich, dass ich, dass ich, dass ich, dass ich, dass ich, dass ich, dass ich, dass ich, dass ich, dass ich, dass ich, dass ich, dass ich, dass ich, dass ich, dass ich, dass ich, dass ich, dass ich, Dann gibt es verschiedene Medienberichte darüber, dass beispielsweise Christian Kern zurück soll."
  },
  {
    "start": 1302.02,
    "end": 1306.32,
    "text": "Ich meine, wenn Sie vorhin schon gesagt haben, wir trainen zum Kreis, ich habe auch irgendwie das Gefühl, wir finden uns in einer Zeitschleife."
  },
  {
    "start": 1306.66,
    "end": 1307.68,
    "text": "Warum auf einmal jetzt wieder?"
  },
  {
    "start": 1308.06,
    "end": 1311.22,
    "text": "Das hat mehrere Komponenten, aber die Hauptkomponente ist ganz einfach."
  },
  {
    "start": 1311.639,
    "end": 1319.399,
    "text": "Themen, die ich nicht endgültig und gut erledige, bekomme ich immer wieder in meinem Leben zurückgespielt."
  },
  {
    "start": 1319.76,
    "end": 1322.66,
    "text": "Und das ist vollkommen egal, ob das das Individuum betrifft."
  },
  {
    "start": 1323.34,
    "end": 1325.899,
    "text": "eine Familie betrifft, eine Organisation betrifft."
  },
  {
    "start": 1326.48,
    "end": 1337.82,
    "text": "Wenn ich etwas nur halbherzig und nicht gescheit mache, dann bekomme ich diese Themen einfach immer wieder am Tablet frisch serviert."
  },
  {
    "start": 1338.22,
    "end": 1340.62,
    "text": "Und bei der Sozialdemokratie war das so."
  },
  {
    "start": 1341.34,
    "end": 1348.06,
    "text": "Die neue Parteiführung mit Andreas Barblau war ja keine Überzeugungstat."
  },
  {
    "start": 1348.82,
    "end": 1371.94,
    "text": "sondern war am Ende des Tages eine Kampfabstimmung, die auch noch dazu relativ knapp ausgegangen ist, wo unterschiedliche Akteure in der SPÖ, und jetzt bin ich kein Insider der SPÖ, aber ihre unterschiedlichen Sichtweisen eingebracht haben, nennen wir es freundlich, und dann kam halt Babler heraus, der, das muss man schon sagen, kaum politische Erfahrung in diesem Bereich hatte."
  },
  {
    "start": 1372.52,
    "end": 1375.8,
    "text": "Also Andreas Babler war halt Bürgermeister von Dresdkirchen."
  },
  {
    "start": 1376.78,
    "end": 1380.46,
    "text": "ist okay und dort wurde er auch immer wieder mit großer Mehrheit bestätigt."
  },
  {
    "start": 1381.879,
    "end": 1390.6,
    "text": "Es gab keine Erfahrung, weder in Parteiführung noch vielleicht ein führendes Amt auf Landesebene oder Bundesebene."
  },
  {
    "start": 1391.379,
    "end": 1395.82,
    "text": "Man hat doch nicht gewusst, wo ist er inhaltlich möglicherweise verortet?"
  },
  {
    "start": 1395.96,
    "end": 1399.48,
    "text": "Gibt es hier einen Bereich, wo er Expertise mitbringt?"
  },
  {
    "start": 1400.08,
    "end": 1404.42,
    "text": "Und all diese Themen werden jetzt natürlich schlagend."
  },
  {
    "start": 1404.94,
    "end": 1412.84,
    "text": "Hinzu kommt, muss man auch sagen, dass die SPÖ aktuell natürlich in den Umfang nicht gut dasteht."
  },
  {
    "start": 1413.02,
    "end": 1419.76,
    "text": "Und letztendlich sieht jeder Politiker, der eine Führungsposition übernimmt, wird an seinen Erfolgen gemessen."
  },
  {
    "start": 1420.98,
    "end": 1423.42,
    "text": "Sie können das auch bei Sebastian Kurz wahnsinnig gut sehen."
  },
  {
    "start": 1423.8,
    "end": 1446.34,
    "text": "Nationaler Zweit, Jahrzweil, Jahrzweil, Jahrzweil, Jahrzweil, Jahrzweil, Jahrzweil, Jahrzweil, Jahrzweil, Jahrzweil, Jahrzweil, Jahrzweil, Jahrzweil, Jahrzweil, Jahrzweil, Jahrzweil, Jahrzweil, Jahrzweil, Jahrzweil, Jahrzweil, Jahrzweil, Jahrzweil, Jahrzweil, Jahrzweil."
  },
  {
    "start": 1446.899,
    "end": 1453.3,
    "text": "Digitalen, gedreibernden Medienwelt geht es um die Klicks und da sind Personalgebarten immer gut."
  },
  {
    "start": 1453.44,
    "end": 1456.7,
    "text": "Übrigens Umfragen gehen wie Hölle in Medienbereich."
  },
  {
    "start": 1456.82,
    "end": 1465.28,
    "text": "Ich bin grundsätzlich kein Freund davon, dass man Köpfe wechselt, weil die Vergangenheit zeigt, es ist meistens nicht immer besser geworden."
  },
  {
    "start": 1466.3,
    "end": 1468.44,
    "text": "Okay, der Wechsel vom Italien auf Sebastian Kurz."
  },
  {
    "start": 1468.899,
    "end": 1470.8,
    "text": "war erfolgreich, aber im Großen und Ganzen."
  },
  {
    "start": 1471.26,
    "end": 1477.24,
    "text": "Schauen wir uns an die Trainerdiskussion bei der Therapie, die wir seit geraumer Zeit haben, also nicht nur Peter Stöcken betreffen, sondern auch seine Vorgänge."
  },
  {
    "start": 1477.3,
    "end": 1481.26,
    "text": "Es ist selten was Wesseres nachgekommen oder mit Durchschlagern der Folgen nachgekommen."
  },
  {
    "start": 1481.66,
    "end": 1482.94,
    "text": "Und in der Politik ist es genauso."
  },
  {
    "start": 1483.48,
    "end": 1490.34,
    "text": "Man muss halt... Wir kommen immer wieder an den Ausgang oder an den Anfang unseres Gesprächs zurück."
  },
  {
    "start": 1490.8,
    "end": 1494.32,
    "text": "Ich muss auch in einer Partei das tun, was das Richtige ist."
  },
  {
    "start": 1494.899,
    "end": 1505.96,
    "text": "Das heißt, ich muss die Gruppe so aufstellen, dass natürlich, und jetzt ist es wie ein kleiner Flo-Zirkus, alle mit ihren Anliegen irgendwie gehört werden, aber das dann trotzdem mit einer Stimme nach außen hin gesprochen wird."
  },
  {
    "start": 1506.66,
    "end": 1508.66,
    "text": "Und das ist in jeder Partei."
  },
  {
    "start": 1508.82,
    "end": 1510.06,
    "text": "Also das können Sie sich anschauen."
  },
  {
    "start": 1510.1,
    "end": 1512.48,
    "text": "Das ist ja nicht nur eine Eigenheit der Sozialdemokratie."
  },
  {
    "start": 1512.72,
    "end": 1514.18,
    "text": "Die ÖVP ist da auch sehr gut drin."
  },
  {
    "start": 1514.76,
    "end": 1518.58,
    "text": "Sie haben auch bei Neos und Grünen immer wieder natürlich abweichende Meinungen."
  },
  {
    "start": 1518.62,
    "end": 1520.26,
    "text": "Aber das schaut man nicht so genau hin."
  },
  {
    "start": 1520.74,
    "end": 1523.899,
    "text": "Und die freiheitliche Partei kann das aktuell sehr gut."
  },
  {
    "start": 1524.86,
    "end": 1529.5,
    "text": "Aber sie brauchen nicht glauben, dass Herbert Kiekel keine Partei in der einen Kritiker hat."
  },
  {
    "start": 1529.98,
    "end": 1532.16,
    "text": "Nur die halten die Füsse schön still."
  },
  {
    "start": 1532.42,
    "end": 1532.879,
    "text": "Warum?"
  },
  {
    "start": 1533.7,
    "end": 1536.7,
    "text": "Weil Herbert Kiekel ... Umfrage technisch erfolgreich ist."
  },
  {
    "start": 1537.16,
    "end": 1546.84,
    "text": "Wenn Herr Weitke einmal nicht umfrage technisch erfolgreich ist oder bei der nächsten Wahl vielleicht diese wieder gewinnt, aber wieder nicht in eine Regierung kommt, wird sich der eine oder andere in der freiheitlichen Partei auch was denken."
  },
  {
    "start": 1546.94,
    "end": 1548.42,
    "text": "Wir haben jetzt über die ÖVP gesprochen."
  },
  {
    "start": 1548.46,
    "end": 1550.56,
    "text": "Sie haben zu Beginn schon die Rolle von Christian Stockers gezieht."
  },
  {
    "start": 1550.6,
    "end": 1552.139,
    "text": "Wir haben jetzt die SBÖ durch besprochen."
  },
  {
    "start": 1552.52,
    "end": 1555.02,
    "text": "Die NEOS sind noch übrig in dieser Regierungskonstellation."
  },
  {
    "start": 1556.04,
    "end": 1570.24,
    "text": "Man hat so das Gefühl in der Außenbetrachtung, die arbeiten etwas unerfällig vor sich hin, weil der Meinreising ist als Außenministerin viel unterwegs, der Bildungsminister bringt sich in verschiedenen Projekten ein, also Christoph Wiederkehr von den NEOS, aber reicht das denn?"
  },
  {
    "start": 1570.76,
    "end": 1573.82,
    "text": "Erfüllen die NEOS die Rolle, die ihnen zugedacht worden ist und können sie damit auch Erfolg haben?"
  },
  {
    "start": 1573.86,
    "end": 1576.16,
    "text": "Weil umfragendechnisch, glaube ich, sind sie ja relativ stabil."
  },
  {
    "start": 1576.66,
    "end": 1581.18,
    "text": "Das ist mal erstens die Frage, was für eine Rolle haben wir ihnen, haben wir NEOS zugedacht."
  },
  {
    "start": 1582.0,
    "end": 1588.3,
    "text": "Sie waren einmal Erstens, der Mehrheitsbeschaffer für eine Regierung jenseits der Freiheitlich- und Herbert-Kickel."
  },
  {
    "start": 1588.5,
    "end": 1589.62,
    "text": "Das war mal der erste Punkt."
  },
  {
    "start": 1590.08,
    "end": 1599.28,
    "text": "Der zweite Punkt ist, was ihnen immer zugeschrieben wird, ist die Reformkraft, weil sie mit vermeintlich anderen Ideen, Konzepten, Haltungen hineingehen."
  },
  {
    "start": 1599.6,
    "end": 1611.92,
    "text": "Das ist wahrscheinlich auch so, aber mein Gott... Es ist eine Zehnprozentpartei, da haben die anderen zumindest einmal den Hebel, dass sie sagen, wir sind erstens die, die ein bisschen mehr politisches Gewicht in die Waagschale werfen."
  },
  {
    "start": 1612.54,
    "end": 1623.82,
    "text": "Abgesehen davon sind auch die personellen Reserven bei einer kleineren Partei natürlich begrenzt, insbesondere wenn es um Fachgebiete, Fachreferenten und Referenten im Hintergrund geht."
  },
  {
    "start": 1624.62,
    "end": 1630.56,
    "text": "Wobei es nicht heißt, dass die Quantität gleich die Qualität bringt, um das den Sozialdemokraten und der ÖVP auszurichten."
  },
  {
    "start": 1630.78,
    "end": 1641.36,
    "text": "In den Umfragen, da haben sie recht, ist Neos das stabilste Koalitionspartner, weil Neos hält das Niveau der letzten Wahl, also bei plus minus zehn Prozent."
  },
  {
    "start": 1642.08,
    "end": 1650.2,
    "text": "Beate Meinler-Reisinger ist eine sehr aktive Außenministerin, die sehr viele Kanten mitbringt, die auch viel Kritik auf sich zieht."
  },
  {
    "start": 1650.56,
    "end": 1652.02,
    "text": "Aber ... gelernt ist."
  },
  {
    "start": 1652.98,
    "end": 1666.16,
    "text": "Das bringt auch Profil und Aufmerksamkeit und viele Menschen nehmen meiner Reisinger einfach ihre außenpolitische Agenda einmal ab und sie weicht mit dieser Haltung nicht von der bisherigen Neoslinie ab."
  },
  {
    "start": 1666.24,
    "end": 1670.56,
    "text": "Dementsprechend wirkt sich das durchaus positiv auch die Neosumfang natürlich aus."
  },
  {
    "start": 1671.08,
    "end": 1678.02,
    "text": "Christoph Wiederkehr hat den Vorteil, dass er aus diesem Ressort schon gekommen ist, dass er in Wien schon inne hatte."
  },
  {
    "start": 1678.48,
    "end": 1681.28,
    "text": "Dementsprechend bringt er auch Expertise mit."
  },
  {
    "start": 1681.78,
    "end": 1682.8,
    "text": "Er war nie ein Lauter."
  },
  {
    "start": 1683.32,
    "end": 1685.12,
    "text": "Wir wissen aber aus den Umfang in Wien."
  },
  {
    "start": 1685.66,
    "end": 1686.96,
    "text": "und da kleine Compliance-Einschätzung."
  },
  {
    "start": 1687.04,
    "end": 1692.76,
    "text": "Da haben wir damals, wie in Wien war, für den EOS Umfang gemacht, haben wir auch für die Medien damals Umfang gemacht."
  },
  {
    "start": 1693.56,
    "end": 1695.68,
    "text": "Seine Werte waren erstaunlich gut."
  },
  {
    "start": 1695.74,
    "end": 1696.84,
    "text": "Das war sehr, sehr interessant."
  },
  {
    "start": 1696.92,
    "end": 1700.879,
    "text": "Ich wurde immer von Journalisten und Journalismen gefragt, der wiederkehrt, den sieht man nicht, den hört man nicht."
  },
  {
    "start": 1701.32,
    "end": 1705.94,
    "text": "Ich habe gesagt, die Bevölkerung hat trotzdem auffälligerweise eine gute Meinung von ihm."
  },
  {
    "start": 1706.66,
    "end": 1709.32,
    "text": "Und das bringt er jetzt, oder kann er jetzt auch in die Wachschale werfen."
  },
  {
    "start": 1709.42,
    "end": 1711.72,
    "text": "und er ist der Grund für sich kein lauter Politiker."
  },
  {
    "start": 1712.74,
    "end": 1717.92,
    "text": "Wer laut ist, aber am Anfang natürlich ein bisschen ein Bauchfleck hingelegt war selbst Schelhorn, ein Staatssekretär."
  },
  {
    "start": 1718.399,
    "end": 1724.04,
    "text": "Jetzt wird man sehen dieser Tage, ob sein Entbürokratisierungskonzept auch das hält, was es verspricht."
  },
  {
    "start": 1724.56,
    "end": 1729.06,
    "text": "Also aus Neosicht kann man sagen ganz ordentlich."
  },
  {
    "start": 1729.639,
    "end": 1739.72,
    "text": "Es gibt natürlich wahnsinnig viele Kritiker und Kritikerinnen, die sagen, na, aber die sollten sich mehr einbringen und die sollten viel mehr Reformen einfordern und die geben viel zu oft klein bei."
  },
  {
    "start": 1740.26,
    "end": 1743.36,
    "text": "Na ja, eh, aber das ist halt das politische Geschäft."
  },
  {
    "start": 1743.84,
    "end": 1748.26,
    "text": "Wer geglaubt hat, dass Nios da jetzt reingeht und die Welt revolutioniert, die österreichische,"
  },
  {
    "start": 1749.5,
    "end": 1749.96,
    "text": "dann war"
  },
  {
    "start": 1750.02,
    "end": 1752.32,
    "text": "man schon vorher klar, dass das nicht passieren wird."
  },
  {
    "start": 1752.36,
    "end": 1752.68,
    "text": "Ja, Herr Heik,"
  },
  {
    "start": 1752.72,
    "end": 1753.32,
    "text": "vielleicht abschließend."
  },
  {
    "start": 1753.42,
    "end": 1755.58,
    "text": "Ich würde gerne noch einen Punkt mit Ihnen ansprechen."
  },
  {
    "start": 1756.28,
    "end": 1758.28,
    "text": "Eine Frage, die ich mich schon sehr lange stelle in Österreich."
  },
  {
    "start": 1758.96,
    "end": 1772.58,
    "text": "Wenn man andere Länder im Vergleich hernimmt, wenn große Parteien, und wenn wir jetzt diese Situation, wie sie es geschildert haben, es gibt einen Reformsteuer, es wird zu wenig angegangen, die Unzufriedenheit ist groß, in anderen Ländern entstehen... in solchen Situationen neue Bewegungen."
  },
  {
    "start": 1772.68,
    "end": 1778.1,
    "text": "Ich meine von der klassischen christlich-sozialen Partei in Italien, da kreet heute kein Hahn mehr, da gibt es ganz andere Kräfte."
  },
  {
    "start": 1778.44,
    "end": 1781.5,
    "text": "Großbritannien hat neue Konkurrenz bekommen im Zweiparteinsystem."
  },
  {
    "start": 1781.58,
    "end": 1785.5,
    "text": "In Frankreich, Manuel Macron hat ja eigentlich auch mit einer neuen Bewegung durchgestartet."
  },
  {
    "start": 1785.84,
    "end": 1788.1,
    "text": "Selbst in Deutschland gibt es die AfD ja noch nicht so lange."
  },
  {
    "start": 1788.42,
    "end": 1791.74,
    "text": "Bei uns gibt es traditionelle Parteien, die es seit einigen Jahren gibt."
  },
  {
    "start": 1791.78,
    "end": 1793.24,
    "text": "Ich meine die News sind ja die kleine Ausnahme."
  },
  {
    "start": 1793.62,
    "end": 1796.58,
    "text": "Aber wirklich die überholende Kraft ist keine davon."
  },
  {
    "start": 1796.82,
    "end": 1799.62,
    "text": "Warum entstehen hier nicht neue Bewegungen, die Alte ablösen?"
  },
  {
    "start": 1800.139,
    "end": 1804.56,
    "text": "Naja, es sind neue Bewegungen entstanden, aber innerhalb des Parteinspektrums."
  },
  {
    "start": 1805.24,
    "end": 1807.379,
    "text": "Also nehmen wir mal hier die Grünen."
  },
  {
    "start": 1807.52,
    "end": 1818.78,
    "text": "Die Grünen waren, glaube ich, also die österreichischen Grünen in den neunzig-achtziger Jahren eine der ersten Grünbewegungen, die ins Parlament eingezogen sind in Europa."
  },
  {
    "start": 1819.12,
    "end": 1822.26,
    "text": "Das müssen wir jetzt... Vielleicht, da tun wir das im Nachgang noch einmal."
  },
  {
    "start": 1822.32,
    "end": 1822.76,
    "text": "Ich krieg"
  },
  {
    "start": 1822.8,
    "end": 1824.18,
    "text": "ein bisschen leichten nach der Heimburger auch und so."
  },
  {
    "start": 1824.26,
    "end": 1824.66,
    "text": "Ich glaube, das"
  },
  {
    "start": 1824.72,
    "end": 1825.52,
    "text": "war ... Ja, ja, ja."
  },
  {
    "start": 1825.78,
    "end": 1829.36,
    "text": "Ja, bei der Dreiernacht, bei der Dreiernaziger, weil da sind sie nicht hineingekommen."
  },
  {
    "start": 1829.399,
    "end": 1829.94,
    "text": "Ja, da waren es noch zwei."
  },
  {
    "start": 1830.32,
    "end": 1831.3,
    "text": "Ja, die VGÖ, nämlich."
  },
  {
    "start": 1831.46,
    "end": 1832.62,
    "text": "Und, glaube ich, die Alternative."
  },
  {
    "start": 1832.74,
    "end": 1837.399,
    "text": "In den letzten sechsundachtzig sind sie ins Parlament eingezogen, aber ich glaube, dann waren sie in Europa eines der Ersten."
  },
  {
    "start": 1838.06,
    "end": 1838.1,
    "text": "So."
  },
  {
    "start": 1838.82,
    "end": 1840.54,
    "text": "Dann hatten wir das Liberale Forum."
  },
  {
    "start": 1841.44,
    "end": 1847.8,
    "text": "Österreich hatte nie eine richtig liberale Gruppierung, aber dann gab es das Liberale Forum, das war wieder ausgefallen."
  },
  {
    "start": 1848.2,
    "end": 1854.08,
    "text": "Als Nachfolgeorganisation, wenn man so wild kam, dann mit einiger Verspätung, fünfzehn Jahren, haben wir es die NEOS geschafft."
  },
  {
    "start": 1854.12,
    "end": 1856.6,
    "text": "Aber die NEOS haben sich einfach etabliert, das muss man schon auch sagen."
  },
  {
    "start": 1857.24,
    "end": 1862.12,
    "text": "Und die freiheitliche Partei hat sich über die Jahrzehnte auch total verändert."
  },
  {
    "start": 1862.18,
    "end": 1871.28,
    "text": "Also wir haben im Jahr, im Jahr three-an-achtzig die Koalition gehabt aus Zeltdemokraten und Freiheitlichen, übrigens eingefädelt damals noch von Bruno Kreiske und Friedrich Peter."
  },
  {
    "start": 1871.639,
    "end": 1875.44,
    "text": "Bruno Kreiske hatte nämlich keine Berührungsängste mit dem rechten Lager."
  },
  {
    "start": 1876.34,
    "end": 1877.6,
    "text": "Er hat sich mehr an der ÖVP gestört."
  },
  {
    "start": 1878.34,
    "end": 1879.0,
    "text": "Genau, richtig."
  },
  {
    "start": 1879.16,
    "end": 1881.399,
    "text": "Wir waren auch sehr stark geprägt von der ersten Republik natürlich."
  },
  {
    "start": 1882.16,
    "end": 1893.46,
    "text": "Aber... Die Freitag-Partei galt damals als sogenannte in der Politikwissenschaft bezeichneten Honoration-Parteien, wo sehr viele Steuerberater anwälte, tatsächlich auch alles sehr, sehr männlich geprägt."
  },
  {
    "start": 1893.96,
    "end": 1901.0,
    "text": "Und dann kam Jörg Heider und hat einmal den neuen Rechtspopulismus erfunden und da kann man wirklich sagen, der wurde in Österreich, waren wir da führend wieder mal."
  },
  {
    "start": 1901.56,
    "end": 1906.66,
    "text": "Und dann hat es ... immer wieder im Parteien-Spektrum neue Versuche gegeben."
  },
  {
    "start": 1906.72,
    "end": 1909.3,
    "text": "Es gab das BZÖ, also die Abspaltung damals von dem Freitag."
  },
  {
    "start": 1909.58,
    "end": 1911.3,
    "text": "Es gab dazwischen das Team Stronach."
  },
  {
    "start": 1911.78,
    "end": 1917.32,
    "text": "Wir dürfen nicht vergessen, dass auf europäischer Ebene in Österreich hat Hans-Peter Martin mit einer eigenen Liste kandidiert."
  },
  {
    "start": 1917.379,
    "end": 1932.399,
    "text": "Also es gab immer wieder diese Versuche, aber... die beiden Traditionsparteien, wenn man die freiheitliche Partei als sich immer wieder veränderndes Chameleon bezeichnen möchte, dann haben wir zwei, drei Zylonsparteien, nämlich Sozialdemokraten und Christdemokraten."
  },
  {
    "start": 1932.46,
    "end": 1940.96,
    "text": "Und die waren schon große Stabilitätsanker, in der auch föderalen und sozialpartnerschaftlichen Verfluchtung."
  },
  {
    "start": 1941.0,
    "end": 1945.06,
    "text": "Jetzt bin ich wieder beim Ausgangsungsgespräch ist der verseilten Konkordanzdemokratie."
  },
  {
    "start": 1945.5,
    "end": 1948.76,
    "text": "Und das hat natürlich für auch ein sehr stabiles politisches System gesorgt."
  },
  {
    "start": 1949.36,
    "end": 1962.74,
    "text": "Aber Wir haben diese Veränderung ganz klar in Österreich auch, nur nicht jetzt, außer jetzt mal abgesehen von Neos, durch wieder eine neu gegründete Gruppe, die im Parlament aufschlägt."
  },
  {
    "start": 1963.18,
    "end": 1981.02,
    "text": "Und jetzt, ich bin kein Experte der italienischen Politik, schauen wir das halt an, wie man sich es halt anschaut im medialen Diskurs, aber... Es sind ja auch keine ganz neuen Bewegungen, sondern es haben sich nur politische Akteure wieder zusammengetan zu neuen Gruppen und haben dann neue Bewegungen quasi gegründet."
  },
  {
    "start": 1981.3,
    "end": 1984.42,
    "text": "Manuel Macron war auch kein Unbekannte in Freitag, muss man auch dazu sagen."
  },
  {
    "start": 1984.7,
    "end": 1989.26,
    "text": "Jetzt gibt es eine sehr, sehr interessante Rangensweise, die da lautet."
  },
  {
    "start": 1990.06,
    "end": 1994.68,
    "text": "Die Veränderung kann nur durch die Zivilgesellschaft."
  },
  {
    "start": 1995.04,
    "end": 1995.379,
    "text": "kommen."
  },
  {
    "start": 1995.78,
    "end": 2001.48,
    "text": "Ich habe dieser Tag auch mal einen Artikel, glaube ich, von Lawrence Ensay, jeden Astig und noch zwei anderen Kolleginnen, glaube ich."
  },
  {
    "start": 2001.52,
    "end": 2002.26,
    "text": "Politikwissenschaftler,"
  },
  {
    "start": 2002.3,
    "end": 2002.92,
    "text": "muss man dazu sagen."
  },
  {
    "start": 2002.96,
    "end": 2006.44,
    "text": "Genau, Politikwissenschaftler, der im Standort durchaus auch immer wieder vorkommt."
  },
  {
    "start": 2007.06,
    "end": 2014.24,
    "text": "Und ich glaube ... Ich habe den Artikel leider auch nur überflogen, aber die Zivilgesellschaft von dort könnte eine neue Kraft kommen und jetzt könnten wir."
  },
  {
    "start": 2014.28,
    "end": 2023.16,
    "text": "das machen wir jetzt natürlich heute nicht mehr, aber jetzt könnten wir ein neues Kapitel aufschlagen in diesem Podcast, nämlich das Thema politische Teilhabe, Politikverdrossenheit."
  },
  {
    "start": 2023.26,
    "end": 2030.6,
    "text": "Gibt es wirklich, ist es vielleicht nicht nur eine Partei und ein Politiker, Innenverdrossenheit, das ist aber eine ganz andere Geschichte."
  },
  {
    "start": 2030.84,
    "end": 2033.0,
    "text": "Vielleicht eine andere Geschichte für einen künftigen Podcast."
  },
  {
    "start": 2033.04,
    "end": 2033.74,
    "text": "Peter Hayek war das."
  },
  {
    "start": 2033.98,
    "end": 2035.58,
    "text": "Vielen Dank für Ihre Zeit und für den Besuch heute."
  },
  {
    "start": 2035.86,
    "end": 2036.24,
    "text": "Dankeschön."
  },
  {
    "start": 2038.54,
    "end": 2047.62,
    "text": "Und wenn Ihnen diese Folge gefallen hat und Sie auch die kritische und unabhängige Berichterstattung des Standards unterstützen möchten, dann geht das als Abonnentin oder mit einem einmaligen Unterstützungsbeitrag schon ab drei Euro."
  },
  {
    "start": 2048.02,
    "end": 2050.08,
    "text": "Alle Infos unter abo.derstandard.at."
  },
  {
    "start": 2050.8,
    "end": 2053.06,
    "text": "Alles weitere zum aktuellen Weltgeschehen wie immer auf der Standard.at."
  },
  {
    "start": 2053.8,
    "end": 2057.88,
    "text": "Feedback oder Themenvorschläge gerne schicken, Podcast atderstandard.at ist die Adresse."
  },
  {
    "start": 2058.5,
    "end": 2059.52,
    "text": "Ich bin Daniel Retschizäcker."
  },
  {
    "start": 2059.72,
    "end": 2060.56,
    "text": "Vielen Dank fürs Zuhören."
  },
  {
    "start": 2060.76,
    "end": 2062.62,
    "text": "Bis zum nächsten Mal."
  }
]