[
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    "start": 3.58,
    "end": 5.63,
    "text": "Energie, Infrastruktur, Produktion."
  },
  {
    "start": 5.81,
    "end": 9.77,
    "text": "China hat Europa und die USA in vieler Hinsicht bereits überholt."
  },
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    "start": 10.03,
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    "text": "Kaum ein anderes Produkt verkörpert diesen Fortschritt mehr als das E-Auto."
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    "text": "Wie ist China das gelungen?"
  },
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    "text": "Was bedeutet diese Marktverschiebung für uns in Europa und welche Rolle spielen Chinas E-Autos im Wettstreit der Supermächte?"
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    "end": 29.869,
    "text": "Ich bin Schold Wilhelm, das ist Thema des Tages, der Nachrichten-Podcast des Standard."
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    "text": "Frank Sieren, schön, dass ich dich wieder in unserem Podcast begrüßen darf."
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    "text": "Ja, hallo, sehr gerne."
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    "text": "Schöne Grüße aus Peking."
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    "text": "Frank, du bist Autorkiner-Experte und du lebst seit dreißig Jahren in Peking, wo du auch heute bist."
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    "text": "Und du hast ein Buch geschrieben, über das werden wir heute sprechen."
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    "text": "Es heißt der Autoschock und beschreibt Kinas Aufholjagd in der Automobilindustrie."
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    "text": "Heute ist China mit Abstand der weltweit größte Elektroautohersteller dominant bei der Erzeugung von Batterien und der Strominfrastruktur, führends beim autonomen Fahren und und und."
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    "text": "Wie ist denn das gelungen?"
  },
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    "text": "Wir haben die Chinesen einfach unterschätzt."
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    "text": "Das ist eigentlich das größte Problem."
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    "text": "Aus chinesischer Sicht war man natürlich nicht damit zufrieden, dass man die Fabrik der Welt ist."
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    "end": 97.17,
    "text": "Dazu muss man kurz mal ausholen und wissen, dass China eigentlich zwanzig Jahrhunderte, China existiert ja zwanzig Jahrhunderte, dass sie im Grunde in den meisten dieser zwanzig Jahrhunderte eine innovative Weltmacht waren."
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    "text": "Dann haben sie leider mal eben die industrielle Revolution in Europa unterschätzt."
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    "end": 112.17,
    "text": "Da hat man eine riesen Krise durchgemacht und dann in den Achtzigerjahren mit der Öffnungspolitik von Deng Xiaoping eine Aufholjagd begonnen, in der sie erst mal lernen"
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    "text": "mussten,"
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    "text": "Und wir haben eben lange gedacht, dass die Chinesen nicht innovativ sind, dass sie nur kopieren können, dass sie nur das bauen können, was wir ihnen beibringen."
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    "text": "Das allerdings immer besser und haben sie unterschätzt."
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    "text": "und die Chinesen haben uns halt in dem Glauben gelassen."
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    "end": 139.17,
    "text": "dass sie nicht innovativ sein können und haben dann angefangen ihre eigenen Schwerpunkte in der Autoindustrie zu setzen."
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    "end": 147.23,
    "text": "Sie waren schlau genug zu sehen, dass sie so einen ausgereiften Diesel wie in die deutschen Autohersteller bauen nicht so schnell hinkriegen."
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    "text": "Also haben sie sich auf die Batterie konzentriert."
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    "end": 155.09,
    "text": "Und das war ein Thema wiederum, was in Europa im Westen unterschätzt wurde."
  },
  {
    "start": 155.99,
    "end": 171.35,
    "text": "Und plötzlich waren sie dann in einer Situation, dass sie nicht nur bei der Batterie-Technologie vorne waren, sondern auch bei der Vernetzung der Autos und nun innerhalb von wenigen Jahren im Grunde in eine Situation gekommen sind."
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  {
    "start": 172.19,
    "end": 179.41,
    "text": "dass nun die Chinesen die Richtung und die Geschwindigkeit der Auto-Innovation bestimmen."
  },
  {
    "start": 179.55,
    "end": 210.03,
    "text": "Und die deutschen Auto-Hersteller haben im E-Auto-Bereich, das ist ja der neue Goldstandard, ihren Marktanteil im vergangenen Jahr noch einmal halbiert und sind jetzt auf zwei Komma fünf Prozent, das in einem Markt, in dem die deutschen Hersteller viele Jahrzehnte lang, nicht nur im Volumenbereich, sondern wie VW, sondern auch im Premium Bereich mit Audi Marktführer waren und zwar mit großem Abstand den chinesischen Markt bestimmt haben."
  },
  {
    "start": 210.07,
    "end": 223.61,
    "text": "Und das ist natürlich jetzt eine sehr, sehr bittere Entwicklung, weil die Chinesen jetzt nicht stehen bleiben, sondern in der Entwicklung vorangehen, sich jetzt ganz intensiv mit dem autonomen Fahren beschäftigen, da auch inzwischen führen sind."
  },
  {
    "start": 223.71,
    "end": 229.21,
    "text": "Ich habe gerade gestern ein Auto von Huawei und JAC getestet, den Maestro."
  },
  {
    "start": 230.01,
    "end": 235.09,
    "text": "Das ist sozusagen der chinesische Angriff auf die deutsche Autoelite."
  },
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    "start": 235.99,
    "end": 245.83,
    "text": "Und dieses Auto spielt so auf dem Level von, na, ich würde mal sagen, Bentley Mercedes-Maybach, S-Klasse Maybach, Siebner BMW, Audi A-Acht."
  },
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    "end": 259.289,
    "text": "und ist länger als die S-Klasse, besser ausgestattet als der Bentley und kostet aber nur um die hunderttausend Euro, also also etwa die Hälfte dessen, was man für ein Maibach hinlegen muss."
  },
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    "start": 259.69,
    "end": 263.669,
    "text": "Und dieses Auto fährt schon sehr, sehr fortgeschritten autonom."
  },
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    "end": 265.989,
    "text": "Das heißt, man muss eigentlich gar nichts mehr selber machen."
  },
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    "end": 274.349,
    "text": "Und ich habe das gestern mal getestet in den Gassen von Peking, die ganz eng sind, die eigentlich für solche Autos gar nicht gebaut sind."
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    "end": 286.95,
    "text": "Und auch da schafft dieses Auto inzwischen sich zwischen den Fahrrädern und den Gemüsesständen und den herumlaufenden Leuten mit ihren Hunden durchzuschlängeln und selbstständig zu fahren."
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    "end": 289.409,
    "text": "auf der Autobahn funktioniert das sowieso."
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    "end": 298.27,
    "text": "Das heißt, wir haben eine Situation, dass wir jetzt versuchen müssen aufzuholen, was aber sehr schwierig wird, weil die Chinesen leider nicht auf uns waren."
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    "end": 301.37,
    "text": "Da hast du es ganz viele Sachen erwähnt, auf die ich eingehen möchte."
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    "end": 305.289,
    "text": "Lass uns vielleicht kurz noch über den Status quo sprechen."
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    "end": 311.27,
    "text": "Wie weit sind denn die E-Autos aus China unseren Autos voraus?"
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    "end": 318.83,
    "text": "Du hast da einerseits die Technologie erwähnt, dass Autonome fahren, das ist bei uns so nicht vorstellbar aktuell, aber auch den Preis."
  },
  {
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    "text": "Wie ist es denn möglich, dass China so viel günstiger produziert als Europa?"
  },
  {
    "start": 324.57,
    "end": 334.349,
    "text": "Das hat damit zu tun, dass man im Grunde die eingespielten Verfahren der deutschen Autohersteller nicht übernommen hat, sondern neu ansetzen konnte."
  },
  {
    "start": 334.65,
    "end": 336.81,
    "text": "Ich will mal das Beispiel Xiaomi nennen."
  },
  {
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    "end": 343.929,
    "text": "Die haben ja ein Auto rausgebracht, das dem Porsche Taycan Konkurrenz macht."
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  {
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    "end": 350.13,
    "text": "Und dieses Auto kostet dreißig, fünf, dreißigtausend Euro und eben nicht hunderttausend Euro."
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    "text": "Und da fragt man sich natürlich schon, wie kann das gehen?"
  },
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    "start": 353.409,
    "end": 362.37,
    "text": "Sie haben in sechzehn Monaten es geschafft oder neunzehn Monaten, das weiß ich nicht mehr genau, aber das ist gar nicht so wichtig, haben es geschafft, Break Even hinzukriegen."
  },
  {
    "start": 362.849,
    "end": 368.39,
    "text": "Zum Vergleich, Tesla hat zehn Jahre dafür gebraucht, bis sie beim Autobau auf Break Even kamen."
  },
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    "text": "Und das liegt."
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  {
    "start": 370.349,
    "end": 385.13,
    "text": "Am Ende daran, dass Hersteller wie Xiaomi schon große Produktionserfahrungen haben, nicht im Auto-Bereich, aber im Bereich von Gadgets oder von modernen Hightech-Geräten, also Smartphones, Notebooks und anderen Geräten."
  },
  {
    "start": 385.57,
    "end": 391.21,
    "text": "Und was sie einfach gemacht haben, ist die Effizienz, die Produktionseffizienz aus diesem Bereich."
  },
  {
    "start": 392.31,
    "end": 402.07,
    "text": "Das Zuliefermanagement und so weiter und sofort auf das Auto zu übertragen, indem sie gesagt haben, wir bauen gar kein Auto, sondern wir bauen ein Gadget auf Rädern."
  },
  {
    "start": 402.69,
    "end": 413.969,
    "text": "Und dabei ist dann auch mit Hilfe der neuesten Produktionsmethoden eine Fabrik rausgekommen, die man Dark Factory nennt, also eine Fabrik, in der es gar kein Licht mehr geben muss."
  },
  {
    "start": 414.71,
    "end": 421.669,
    "text": "Weil die allermeiste Arbeit von Robotern übernommen wird, da laufen noch ein paar Dutzend Leute rum und passen auf."
  },
  {
    "start": 421.789,
    "end": 425.83,
    "text": "Und Roboter brauchen kein Licht zum arbeiten, deswegen sind die Fabriken dunkel."
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    "end": 436.849,
    "text": "Das heißt, diese Produktionseffizienz, die ist eben... Auch etwas, was lange zunächst ein japanischer, aber auch dann auch in deutscher Hand war, wo wir führend waren."
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  {
    "start": 437.349,
    "end": 447.57,
    "text": "Aber auch da, auch in diesem Bereich ist es inzwischen so, dass die Chinesen effizienter sind und wir gucken müssen, dass wir mit unseren Produktionen auf ein ähnliches Niveau kommen."
  },
  {
    "start": 447.989,
    "end": 457.169,
    "text": "Das ist sehr, sehr spannend, dass auch diese Realisierung, dass das eigentlich ein Gadget ist auf Rädern, sagt sehr viel aus darüber, wie sich die Produktionsabläufer sich ändern müssen dafür."
  },
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    "text": "Da spielt Software eine große Rolle."
  },
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    "end": 465.229,
    "text": "Die USA sind ja bekanntermaßen das Epicentrum der Softwareentwicklung lange Zeit gewesen."
  },
  {
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    "end": 470.39,
    "text": "Wie hat denn China da so viel Fortschritte machen können in so schneller Zeit?"
  },
  {
    "start": 471.53,
    "end": 476.09,
    "text": "Naja, Sie haben im Grunde einen großen Vorteil, dass Sie erstmal andere Kunden haben."
  },
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    "start": 476.229,
    "end": 485.909,
    "text": "Kunden haben die Wert darauf legen, dass Ihr Smartphone und Ihre Tech-Welt sich nahtlos mit dem Auto verbindet, dass es im Grunde eine Einheit wird."
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  {
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    "end": 497.39,
    "text": "Und dann hatten sie den Vorteil, dass sie viele von den Herstellern sozusagen von vorne anfangen konnten und im Grunde ihr Auto sofort mit einer Zentraleinheit steuern."
  },
  {
    "start": 497.95,
    "end": 505.25,
    "text": "Während in der traditionellen Autoindustrie ist so war viele Jahre, dass die einzelnen Teile des Autos dezentral gesteuert wurden."
  },
  {
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    "end": 508.989,
    "text": "Und das umzustellen ist sehr kompliziert und sehr aufwendig."
  },
  {
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    "end": 521.169,
    "text": "Und so hatten sie im Grunde den Vorteil von die auf der grünen Wiese anfangen und gleich diesen Schwerpunkt setzen konnten in der Vernetzung und im Grunde auch das Auto von der Vernetzung."
  },
  {
    "start": 521.87,
    "end": 536.35,
    "text": "hier denken konnten, also ein Auto, das auch automatisch abgedatet wird, die Software, in dem das mit dem Smartphone sich verbindet, das mit dem Fünf-G-Net sich verbindet, um das Autonomefahren hinzubekommen."
  },
  {
    "start": 537.05,
    "end": 547.51,
    "text": "Und in diesem Bereich sind Sie jetzt vorne, da kommen auch die Amerikaner nicht mehr mit, sondern da haben Sie jetzt auch einen Vorsprung erarbeitet, der sehr schwierig aufzuholen ist."
  },
  {
    "start": 548.15,
    "end": 578.43,
    "text": "Und die Strategie der deutschen Autohersteller ist in diesem Bereich jetzt schon sehr oft, dass sie im Grunde mit chinesischen Playern zusammenarbeiten und sich die Software von Chinesen in die Autos bauen lassen oder sogar noch weitergehen, die Autos zusammen mit den Chinesen entwickeln, wobei man sogar sagen kann, dass bei der Entwicklung inzwischen der Schwerpunkt in China liegt, weil das in Deutschland in der Form gar nicht geleistet werden kann, da ist gar nicht das Know-how da, es gibt gar nicht die Leute, die das können."
  },
  {
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    "end": 586.709,
    "text": "Es gibt im Westen immer wieder diesen Vorwurf, die kinesischen E-Autos sind so billig, weil der Staat die stark subventioniert."
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    "text": "Was sagst du denn zu diesem Vorwurf?"
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    "end": 594.87,
    "text": "und die andere Frage ist, welche Rolle spielt denn der Staat auch gerade bei der Ermöglichung dieser vielen Technologien?"
  },
  {
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    "end": 605.01,
    "text": "Also zunächst einmal muss man sagen, der Staat spielt eine zentrale Rolle, wenn es da um geht, Innovation möglich zu machen."
  },
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    "end": 608.449,
    "text": "Das heißt, der Start schafft Innovationscluster."
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    "end": 614.81,
    "text": "Es gibt universitäre Forschungszentren, er hilft den Firmen Forschung und Entwicklung aufzubauen."
  },
  {
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    "end": 625.73,
    "text": "Aber das ist für mich eher so eine Starthilfe und nicht im Grunde die klassische Subvention eines im Grunde Nichtwettelwerbsfähigen Produktes."
  },
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    "end": 628.37,
    "text": "Und das ist halt der wichtige Punkt."
  },
  {
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    "end": 635.13,
    "text": "Es gibt Subventionen in China, aber die gibt es erst für ein verkauftes Auto oder vor allem für ein verkauftes Auto."
  },
  {
    "start": 635.829,
    "end": 641.41,
    "text": "Und die gibt es für jedes verkaufte Auto, also auch für einen verkauften VW oder einen verkauften Tesla."
  },
  {
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    "end": 652.29,
    "text": "In den besten Zeiten von Tesla hat dieses amerikanische Unternehmen vom chinesischen Staat etwa zweihundertdreißig Millionen an Subventionen jährlich bekommen."
  },
  {
    "start": 652.709,
    "end": 669.15,
    "text": "Ja, das ist schon eine verrückte Entwicklung, wir haben die Chinesen das gemacht, weil sie wollten, dass Tesla das Ende des vergangenen Jahrzehntes, sie wollten, dass Tesla sozusagen diesen Wettbewerb noch schürt, den Wettbewerbdruck noch verschärft und deswegen hat man sie gerade zu eingeladen."
  },
  {
    "start": 669.949,
    "end": 670.87,
    "text": "nach China zu kommen."
  },
  {
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    "end": 676.59,
    "text": "Zwischen kann man fast sagen, braucht man Tesla nicht mehr, der Wettbewerb funktioniert aus eigener Kraft."
  },
  {
    "start": 677.17,
    "end": 688.25,
    "text": "Aber wie gesagt, also ich würde da ein bisschen differenzieren, also wenn der Vorwurf darin besteht, dass man eigentlich unverkäufliche Trabis subventioniert, dann ist der Vorwurf falsch."
  },
  {
    "start": 689.03,
    "end": 697.59,
    "text": "Wenn der Vorwurf ist, dass der chinesische Staat seinen Autounternehmen hilft, innovativ zu sein, dann kann man daraus einen Vorwurf machen."
  },
  {
    "start": 698.61,
    "end": 707.29,
    "text": "Aber ich würde eher versuchen davon zu lernen, weil das würde uns in Europa auch sehr gut stehen, wenn wir die Innovation insgesamt fördern würden."
  },
  {
    "start": 707.75,
    "end": 714.47,
    "text": "Wenn es leichter wäre für Innovatoren, für Unternehmen, die Neues entwickeln wollen, dies auch hinzukriegen."
  },
  {
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    "end": 717.53,
    "text": "Da haben wir in Europa eine andere Starke."
  },
  {
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    "end": 719.93,
    "text": "Wir machen gerne erst mal Spielregeln."
  },
  {
    "start": 720.73,
    "end": 729.35,
    "text": "Und dann sind die Spielringen oft so, dass die Startups gar keine Lust mehr haben, weiterzuarbeiten, weil ihnen so viele Steine in den Weg geworfen wurden."
  },
  {
    "start": 729.829,
    "end": 736.89,
    "text": "Also da ist der Start vielleicht aus guter Absicht, weil man sozusagen nichts falsch machen will und deswegen Regeln erfindet."
  },
  {
    "start": 736.97,
    "end": 740.17,
    "text": "Aber da ist der Start in Europa dann oft ein Bremser."
  },
  {
    "start": 741.15,
    "end": 755.73,
    "text": "In China ist das andersrum, wenn eine neue Branche entsteht, dann sorgt der Staat dafür, dass es so viel wie möglich Wettbewerber gibt und zieht sich dann zurück und entwickelt auch gar keine Spielregeln erst mal, sondern lässt den Markt erst mal sich entwickeln."
  },
  {
    "start": 756.13,
    "end": 763.829,
    "text": "Und deswegen ist zum Beispiel China im Moment in einer Situation, dass sie über hundert, dreißig Auto Hersteller haben."
  },
  {
    "start": 764.53,
    "end": 766.99,
    "text": "Das ist natürlich Wahnsinn, wenn man das überlegt."
  },
  {
    "start": 767.59,
    "end": 792.29,
    "text": "Die im Allermeisten dieser Autohersteller werden nicht überleben, aber unter Umständen werden sie Innovationen entwickeln, unter dem Druck überleben zu wollen, die dann, wenn es ein Konsolidierungsprozess gibt, also wenn das Ganze dann auf, ich sage mal, zehn, fünfzehn Autohersteller schrumpft, natürlich dann ihren kleinen Beitrag dazu geleistet haben zu diesem Innovationsschub."
  },
  {
    "start": 792.91,
    "end": 806.93,
    "text": "und die großen übernehmen dann die Produktionsvolumen der Kleinen und werden dadurch noch größer und noch wettbewerbsfähiger, weil sie die Autos in größeren Stückzahlen natürlich pro Stück preiswetter produzieren können."
  },
  {
    "start": 807.47,
    "end": 812.77,
    "text": "Und dann erst kommt in China die Phase, wo der Staat dann Spielregeln einbaut bzw."
  },
  {
    "start": 814.09,
    "end": 834.47,
    "text": "schon dann mal Spielregeln setzt, die dazu führen, dass die meisten dann Dieser Hersteller nicht überleben und das sozusagen eine gesunde Zahl in Anführungszeichen von Unternehmen entsteht, die weiter im Wettbewerb sind, wo aber nicht eine Situation ist wie jetzt, wo es so einen sozusagen einen mörderischen Wettbewerb gibt."
  },
  {
    "start": 835.09,
    "end": 837.209,
    "text": "Das wird dann ein bisschen eingeschränkt."
  },
  {
    "start": 838.05,
    "end": 851.43,
    "text": "Insofern, finde ich, sollte man in dieser Hinsicht, in anderer Hinsicht nicht, in dieser Hinsicht statt mit dem Finger auf China zu zeigen, lieber überlegen, was man von den Chinesen lernen kann, um auch in Europa wieder wettbewerbsfähiger zu werden."
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    "start": 851.829,
    "end": 861.39,
    "text": "Du beschreibst in deinem Buch einen Umstand, dass die deutschen Automarken in China, also auf China vor Ort, vier Jahrzehnte lang dominierend waren."
  },
  {
    "start": 862.29,
    "end": 870.23,
    "text": "Und man sieht, also nicht nur hat man den Smart versäumt, elektrisch zu machen, man hat auch in China versäumt, diese Transformation schon früher anzugehen."
  },
  {
    "start": 871.11,
    "end": 878.65,
    "text": "Das ist natürlich nicht nur aus Sicht der Automobilhersteller dramatisch, die jetzt an Marktanteilen verlieren und damit auch an Unternehmenswert."
  },
  {
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    "end": 886.189,
    "text": "Das ist auch für die gesamte Wirtschaft in Europa ein riesiges Problem, wenn so viele Arbeitsplätze davon abhängig sind."
  },
  {
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    "end": 892.329,
    "text": "Ich glaube, in Europa sind Millionen Menschen abhängig davon, ob es eine lokale Autoindustrie gibt oder nicht."
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  {
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    "text": "Was denkst du denn?"
  },
  {
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    "end": 903.329,
    "text": "Werden Chinas E-Autos und E-Autohersteller unseren Arbeitsmarkts in gewisser Weise mit ihren Autos überrollen und auch in gepletten."
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    "text": "Ja, ich würde sogar sagen, Sie sind schon dabei."
  },
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    "text": "Also wir sind ein bisschen dabei zum zweiten Mal, die chinesische Autoindustrie zu unterschätzen."
  },
  {
    "start": 913.35,
    "end": 921.11,
    "text": "Erst mal haben Sie unterschätzt im chinesischen Markt und jetzt unterschätzen wir Sie wieder, was Ihren Einfluss auf den europäischen Markt betrifft."
  },
  {
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    "end": 935.569,
    "text": "Das Weltwirtschaftsinstitut in Kiel hat Ende, vierundzwanzig, geschätzt, dass mit den Zöllen, die wir gegen chinesische Autos verhängt haben in Europa, der Markt um twenty-fünfundzwanzig Prozent einbrechen würde, twenty-fünfundzwanzig."
  },
  {
    "start": 936.15,
    "end": 942.41,
    "text": "Da haben die sich sehr stark gehört, der Markt oder der Anteil der chinesischen Autos ist."
  },
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    "end": 943.43,
    "text": "gestiegen."
  },
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    "text": "Es wurden mehr chinesische Autos nach Europa geliefert."
  },
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    "end": 952.09,
    "text": "In absoluten Zahlen ist das auch schon ganz beeindruckend."
  },
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    "start": 952.15,
    "end": 954.17,
    "text": "Eins Komma zwei Millionen."
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    "end": 959.25,
    "text": "Das heißt jetzt noch nicht, dass man diese Autos überall an jeder Straßenecke sieht."
  },
  {
    "start": 959.43,
    "end": 966.709,
    "text": "Aber das ist schon eine relativ beeindruckende Zahl, wenn man weiß, dass sie noch gar nicht richtig im Markt sind."
  },
  {
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    "end": 970.449,
    "text": "Also, dass sie noch keine großen Marketingkampagnen gemacht haben."
  },
  {
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    "text": "Dass sie ihr Händlernetz noch nicht aufgebaut haben, dass sie ihre Produktionsstandorte in Europa noch nicht eröffnet haben."
  },
  {
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    "end": 983.05,
    "text": "Also Bivaldi stellt ja gerade ein zweite Fabrik jetzt in Ungarn fertig."
  },
  {
    "start": 983.35,
    "end": 986.41,
    "text": "Cherry, der größte Autoexporteur."
  },
  {
    "start": 987.11,
    "end": 991.67,
    "text": "Chinas produziert schon Fahrzeuge in Barcelona, im ehemaligen Nissan-Werk."
  },
  {
    "start": 992.25,
    "end": 995.93,
    "text": "Andere Autohersteller bauen in Graz, in Österreich Autos."
  },
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    "end": 997.81,
    "text": "So, das fängt aber erst an."
  },
  {
    "start": 998.41,
    "end": 1001.59,
    "text": "Und trotzdem liegt der China-Markt am Tag."
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    "end": 1006.75,
    "text": "zum Beispiel in Deutschland bei den E-Autos und das ist halt der neue Goldstandard."
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  {
    "start": 1007.31,
    "end": 1010.329,
    "text": "Obwohl sie noch gar nicht richtig da sind, schon bei sieben Prozent."
  },
  {
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    "end": 1011.51,
    "text": "Das ist erstaunlich."
  },
  {
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    "end": 1014.55,
    "text": "In Europa sogar bei elf Prozent."
  },
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    "end": 1020.41,
    "text": "Und wenn man dann nach England guckt, die haben keine Zölle, da sind sie jetzt schon aus dem Stand."
  },
  {
    "start": 1021.09,
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    "text": "Und zwar, wenn man so Verbrenner und E-Autos zusammenrechnet bei dreizehn Prozent."
  },
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    "text": "Das ist ungefähr auf dem Niveau, wie die Japaner und die Südkoreaner sind."
  },
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    "end": 1037.71,
    "text": "Das heißt, wir werden uns darauf einstellen müssen, dass die jetzt viel schneller auch in den europäischen Markt reinkommen."
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    "text": "Und das liegt am Ende daran."
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    "text": "weil die wirtschaftliche Lage in Europa so angespannt ist."
  },
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    "end": 1050.75,
    "text": "Deutschland ist im vergangenen Jahr mit Null Komma zwei Prozent gewachsen."
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    "text": "Das sind natürlich viele Auto Hersteller."
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    "end": 1055.63,
    "text": "das Auto nach dem Preis kaufen."
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    "end": 1069.47,
    "text": "Das heißt, wenn Sie im Volumenmarkt vor allem, wenn Sie ein Auto kriegen, in der gleichen Qualität zu einem günstigeren Preis, dann kaufen Sie halt das Auto aus China, so wie Sie die Autos auch aus Südkorea gekauft haben."
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    "end": 1077.19,
    "text": "Und da mache ich mir jetzt zum zweiten Mal großes Orgen, dass wir das nicht realistisch einschätzen im Premium Bereich."
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    "text": "Wird es sicherlich anders sein?"
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    "text": "da wird es etwas langsamer gehen."
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    "text": "nur ich sage mal wenn dann zwanzig sieben und zwanzig auch so ein schaumie den der adac als Porsche killer bezeichnen hat dann auf dem mark kommt selbst wenn die Hälfte eines Porsche kostet werden dann doch viele leute sagen naja gut bevor ich mir für den gleichen preis einen gebrauchten Porsche kaufe kaufe ich mir vielleicht dann doch einen neuen schaumie."
  },
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    "end": 1109.51,
    "text": "und das heißt da müssen wir sehr sehr genau aufpassen und die situation nicht unterschätzen."
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    "text": "Die deutschen Hersteller sind im Moment in Europa so ein bisschen auf einem High, weil sie sehr, sehr stark zugelegt haben."
  },
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    "text": "Aber meine Befürchtung ist, dass dieses starke Zulegen damit zu tun hat, dass Tesla sehr stark schwächelt und die Chinesen noch nicht da sind."
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    "text": "Also eine Art Zwischenhoch, indem sie sich bewegen."
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    "text": "Und da ist noch sehr viel, sehr harte Arbeit, in diesem neuen Wettbewerb zu bestehen."
  },
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    "end": 1152.85,
    "text": "Und eins kann man sagen, die Zölle sind ... ein viel geringes Hindernis für die chinesischen Autohersteller in Europa, Autos zu verkaufen, weil sie dann einfach eben in Europa die Autos herstellen, wobei es da auch innerhalb Europas neue Gewinner und Verlierer geben kann."
  },
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    "end": 1162.59,
    "text": "Die Fabriken, die bisher entwickelt worden sind oder aufgebaut werden, die entstehen eben in Spanien, die entstehen in Ungarn, also in Osterupper."
  },
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    "start": 1162.63,
    "end": 1168.53,
    "text": "und nicht in den Kernländern der europäischen Automobilindustrie in Frankreich oder in Deutschland."
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    "end": 1186.79,
    "text": "Also es kann am Ende sein, dass Europa arbeitsplätzemäßig dadurch gewinnt, aber Deutschland verliert, Frankreich verliert, weil die Produktionsbedingungen in diesen beiden Ländern im Vergleich zu den Randgebieten Europas dann doch deutlich ungünstiger sind."
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  {
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    "end": 1194.61,
    "text": "Also da ist noch sehr, sehr viel Arbeit für die europäischen Hersteller, um diesen Wettbewerb auszuhalten."
  },
  {
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    "end": 1202.93,
    "text": "Ich will nicht sagen, dass es nicht möglich ist, im eigenen Markt zu performen, aber wir dürfen unsere Wettbewerbe."
  },
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    "end": 1206.27,
    "text": "Und das war eben der große Fehler der letzten Jahre."
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    "end": 1208.63,
    "text": "Wir dürfen unsere Wettbewerber nicht unterschätzen."
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    "end": 1216.07,
    "text": "Wir haben uns viel zu viel mit den Schwächen Chinas beschäftigt, statt uns mit den starken Chinas auseinanderzusetzen."
  },
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    "text": "Und jetzt zeigt sich, dass die Schwächen Chinas für unser Leben eine viel geringere Bedeutung haben als die Staaten Chinas, diese neue Innovationskraft."
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    "end": 1235.11,
    "text": "Die EU versucht nun den europäischen Autoherstellern insofern entgegenzukommen, dass sie das Verbrenner aus noch weiter nach hinten gerückt haben."
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    "text": "Was hältst du denn davon?"
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    "end": 1245.05,
    "text": "Ist das eine sinnvolle Maßnahme oder ist es wieder ein Moment, wo wir ja den Markt falsch einschätzen?"
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    "text": "Also ich bin grundsätzlich nie für das Verbrenner aus gewesen."
  },
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    "start": 1248.85,
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    "text": "Interessanterweise haben die Chinesen ja einen Anteil von über fünfzig Prozent an Neuzulassungen bei E-Autos."
  },
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    "text": "Also andersrum formuliert."
  },
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    "end": 1264.53,
    "text": "Fünfzig Prozent der Neuzulassungen sind elektrische Autos hingekriegt, ohne dass sie Verbrenner verboten haben."
  },
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    "end": 1274.37,
    "text": "Und Auto Hersteller wie Cherry zum Beispiel, die kommen gerade mit Jakku und mit Omoda mit zwei Marken auf Markt sehr stark in Österreich."
  },
  {
    "start": 1274.43,
    "end": 1279.85,
    "text": "Seit Anfang November werden die in Österreich auch verkauft und die verkaufen Verbrenner SUVs."
  },
  {
    "start": 1280.45,
    "end": 1285.27,
    "text": "Wir haben natürlich jetzt das Problem, wir haben einen Verbrenner aus verkündet."
  },
  {
    "start": 1285.61,
    "end": 1291.05,
    "text": "Dann haben die Auto Hersteller natürlich angefangen ihre Ingenieur Kapazitäten abzubauen."
  },
  {
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    "end": 1292.71,
    "text": "Jetzt drehen wir das wieder zurück."
  },
  {
    "start": 1293.59,
    "end": 1301.97,
    "text": "Also das ist eine schwierige Situation, aber am Ende wahrscheinlich besser als jetzt, sich nur noch auf E-Autos zu konzentrieren."
  },
  {
    "start": 1302.57,
    "end": 1321.93,
    "text": "Denn gerade diese Plug-in-Hybriden, also diese Kombination von E-Auto und Verbrenner, also dass man im Grunde in der Stadt bis zu hundert Kilometer Umkreis ein E-Auto fährt und dann auf längeren Strecken einen sehr, sehr effizienten und auch sehr umweltfreundlichen Diesel ist ja... keine so schlechte Kombination."
  },
  {
    "start": 1322.23,
    "end": 1331.31,
    "text": "Aber wir haben dadurch, dass wir erst zugemacht haben, jetzt wieder aufgemacht haben, ist das für die Autohersteller jetzt keine einfache Situation mehr noch mal darauf aufzubauen."
  },
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    "end": 1336.79,
    "text": "Für den Erfolg von E-Autos entscheidend ist ja auch, ob man die Infrastruktur dafür hat."
  },
  {
    "start": 1337.01,
    "end": 1342.39,
    "text": "Das heißt, hat man die Ladestationen, hat man das Stromenergie-Netzwerk, hat man das dafür."
  },
  {
    "start": 1343.23,
    "end": 1344.85,
    "text": "Wie ist es denn China gelungen?"
  },
  {
    "start": 1345.55,
    "end": 1351.15,
    "text": "eine so große Flotte an E-Autos im Land zu ermöglichen, was gemeint."
  },
  {
    "start": 1351.51,
    "end": 1353.91,
    "text": "Fünfzig Prozent der Neuzulassungen sind bereits E-Autos."
  },
  {
    "start": 1354.49,
    "end": 1356.09,
    "text": "Also kam mehrere Faktoren zusammen."
  },
  {
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    "end": 1360.01,
    "text": "Der Staat hat natürlich dafür gesorgt, dass der Strom preiswert ist."
  },
  {
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    "text": "Der Strom wird subventioniert."
  },
  {
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    "end": 1364.55,
    "text": "Auch das ist eine Subvention, muss man ganz klar sagen."
  },
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    "text": "Bei uns ist der Strom zu teuer."
  },
  {
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    "end": 1381.31,
    "text": "Wir haben uns im Grunde einen Rieseneigentor geschossen aus politischen Gründen, indem wir uns entschieden haben, den Strom beziehungsweise das Gas, das preiswerte Gas aus Russland nicht mehr zu beziehen, wo wir das den gesamten kalten Krieg so gemacht haben."
  },
  {
    "start": 1382.03,
    "end": 1386.17,
    "text": "Wahrscheinlich etwas von dem wir wollten, dass es Russland mehr schadet."
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  {
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    "end": 1388.03,
    "text": "Am Ende hat es Europa mehr geschadet."
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    "end": 1392.01,
    "text": "Also das ist eine doch ungünstigere Ausgangsvoraussetzung."
  },
  {
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    "end": 1396.17,
    "text": "Und der Staat hat natürlich schon dafür gesorgt, dass es genug Ladestationen gibt."
  },
  {
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    "text": "Also da wurde auch unterstützt und geholfen."
  },
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    "end": 1407.45,
    "text": "Aber das wäre eigentlich auch die Aufgabe einer rot-grünen Regierung gewesen, die wir vor der jetzigen Regierung hatten."
  },
  {
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    "end": 1414.39,
    "text": "Und die hat das aber irgendwie nicht hingekriegt, sodass es jetzt in Zentraleuropa doch noch Engpässe gibt."
  },
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    "end": 1419.31,
    "text": "Allerdings muss man sagen, wenn man dann genau hinschaut, ist es doch nicht so schlimm."
  },
  {
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    "end": 1427.19,
    "text": "Und in dem Maße, in dem die Batterien größere Reichweiten haben, wird diese Frage ja weniger wichtig."
  },
  {
    "start": 1427.33,
    "end": 1443.37,
    "text": "Und dann im nächsten Technologischub beim autonomen Fahren hat sich dann das Thema Aufladen komplett erledigt, weil das autonom fahrende Auto kann dann eben selber nachts irgendwo hinfahren und sich aufladen und ist morgens dann wieder frisch aufgeladen vor der Haustür."
  },
  {
    "start": 1445.05,
    "end": 1445.15,
    "text": "Ich"
  },
  {
    "start": 1445.65,
    "end": 1458.21,
    "text": "glaube, diese Energiewende wird aber in China nicht ganz unkritisch gesehen, weil man ja zuerst, wenn ich das richtig verstehe, korrigiert mich, wenn ich das falsch liege, sehr stark auf Kohlekraftwerke gesetzt hat und gar nicht auf erneuerbare Energien."
  },
  {
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    "end": 1459.53,
    "text": "Stimmt so nicht."
  },
  {
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    "end": 1469.89,
    "text": "Also, man ist weltmeister bei den erneuerbaren Energien, aber das Land wächst so stark, dass man nicht so schnell von der Kohle runterkommt, wie man gerne möchte."
  },
  {
    "start": 1470.43,
    "end": 1482.73,
    "text": "Die Anzahl an Windkraftanlagen, die Anzahl an Solaranlagen, die Anzahl an Wasserkraftanlagen, die gebaut wird, übertrifft alles andere bei Weitem, was weltweit ansonsten noch so passiert."
  },
  {
    "start": 1483.27,
    "end": 1495.67,
    "text": "Trotzdem hat sich die chinesische Regierung entschieden zu etwas, was vielleicht gar nicht so unvernünftig ist am Ende, nämlich erst eine Energiequelle einzureißen, wenn man eine andere aufgebaut hat."
  },
  {
    "start": 1496.43,
    "end": 1497.61,
    "text": "Wir haben das ja anders gemacht."
  },
  {
    "start": 1497.67,
    "end": 1502.97,
    "text": "Wir sind erst aus der Tomkraft ausgestiegen, dann aus der Kohle ausgestiegen und dann aus dem russischen Gas."
  },
  {
    "start": 1503.87,
    "end": 1504.95,
    "text": "Jetzt haben wir halt ein Problem."
  },
  {
    "start": 1505.37,
    "end": 1507.81,
    "text": "Und zwar die gesamte mittel-europäische Industrie."
  },
  {
    "start": 1508.01,
    "end": 1510.19,
    "text": "Da haben die Chinesen gesagt, das machen wir nicht."
  },
  {
    "start": 1510.89,
    "end": 1513.73,
    "text": "Und deswegen gibt es noch einen relativ hohen Anteil."
  },
  {
    "start": 1513.81,
    "end": 1517.99,
    "text": "Weit über vierzig Prozent der Verstromung ist noch über Kohle."
  },
  {
    "start": 1518.85,
    "end": 1530.69,
    "text": "Und das hat aber damit zu tun, dass es schlicht und einfach technische Limits gibt, was die Geschwindigkeit der Umstellung betrifft, die man ja in Relation setzt, muss zu einem Wachstum von fünf Prozent."
  },
  {
    "start": 1531.21,
    "end": 1533.73,
    "text": "Da sagen wir immer, das ist kein hohes Wachstum."
  },
  {
    "start": 1534.45,
    "end": 1536.15,
    "text": "Manche sagen so und andere sagen so."
  },
  {
    "start": 1536.53,
    "end": 1546.07,
    "text": "Aber es ist immer ein Wachstum, wo jedes Jahr die Volkswirtschaft von der Größe von Holland, immer in unser zweitgrößter Handelspartner, dazu kommt einmal."
  },
  {
    "start": 1546.77,
    "end": 1550.69,
    "text": "Und sozusagen diese Kapazitäten muss man auch mit Strom versorgen."
  },
  {
    "start": 1551.29,
    "end": 1554.77,
    "text": "Man baut auch die Atomkraft stark aus als Übergangstechnologie."
  },
  {
    "start": 1555.37,
    "end": 1557.81,
    "text": "In China ist das eine grüne Übergangstechnologie."
  },
  {
    "start": 1558.55,
    "end": 1562.13,
    "text": "Aber es geht eben technisch nicht viel schneller."
  },
  {
    "start": 1562.23,
    "end": 1563.77,
    "text": "Man hat nicht genug Ingenieure."
  },
  {
    "start": 1563.93,
    "end": 1574.45,
    "text": "Man hat nicht genug Baukapazitäten, um diese sowieso schon dramatische Entwicklungsgeschwindigkeit bei den alternativen Energiequellen noch weiter zu erhöhen."
  },
  {
    "start": 1574.55,
    "end": 1588.67,
    "text": "Und deswegen ist das immer noch ein zweischneidiges Schwert, weil man kann pauschal sagen, dass viele der Elektroautos, die in China rumfahren, ihren Strom aus Kohleverbrennungen bekommen haben."
  },
  {
    "start": 1589.69,
    "end": 1594.73,
    "text": "Aber trotzdem, diese Energiewende geht in China anscheinend schneller voran als in anderen Ländern."
  },
  {
    "start": 1595.21,
    "end": 1596.91,
    "text": "Ich habe auch eine verrückte Gezahl gelesen."
  },
  {
    "start": 1597.05,
    "end": 1601.51,
    "text": "Vierzig Atomkraftwerke werden aktuell in China gebaut oder sollen gebaut werden."
  },
  {
    "start": 1601.65,
    "end": 1604.99,
    "text": "In den USA sind es null, glaube ich, oder ein Atomkraftwerk."
  },
  {
    "start": 1605.03,
    "end": 1605.61,
    "text": "Das weiß ich nicht genau."
  },
  {
    "start": 1606.31,
    "end": 1607.99,
    "text": "Also das nur... Zum Vergleich."
  },
  {
    "start": 1608.37,
    "end": 1608.77,
    "text": "Inwieweit?"
  },
  {
    "start": 1608.81,
    "end": 1624.17,
    "text": "Übrigens mit einer Kugelhaufen-Technologie, also wo es keine Brennstäbe mehr gibt, die durchbrennen können, Technologie, die von Österreichischen und deutschen Ingenieuren bei Siemens und anderen Firmen entwickelt worden ist."
  },
  {
    "start": 1624.79,
    "end": 1631.57,
    "text": "Und wir haben uns dann entschlossen, das nicht mehr weiter zu verfolgen und haben diese Technologie an die Chinesen abgegeben."
  },
  {
    "start": 1632.23,
    "end": 1641.69,
    "text": "Das heißt, die bauen jetzt die ersten Atomkraftwerke der vierten Generationen weltweit, die kommen aus China, basiert im Grunde auf mitteleuropäischer Technologie."
  },
  {
    "start": 1642.81,
    "end": 1646.53,
    "text": "Wieso vieles, das in China dann groß geworden ist, man denkt ja an die Solarenergie."
  },
  {
    "start": 1647.61,
    "end": 1655.93,
    "text": "Inwieweit ist in Chinas Mobilitätswende auch zentral für die Regierung, sich unabhängig von Erdöl zu machen?"
  },
  {
    "start": 1656.33,
    "end": 1660.93,
    "text": "China hat ja kein eigenes Erdöl importiert aus Russland, aus dem Iran, aus Venezuela."
  },
  {
    "start": 1661.61,
    "end": 1668.03,
    "text": "Also China hat schon eigenes Erdöl, möchte es aber nicht gerne benutzen, sondern aufheben für schlechte Zeiten."
  },
  {
    "start": 1668.85,
    "end": 1676.23,
    "text": "Aber tatsächlich war ein Thema, als es um das E-Auto ging, der Umweltschutz, also die Verschmutzung in den Städten, die Luftverschmutzung."
  },
  {
    "start": 1677.03,
    "end": 1682.67,
    "text": "So zwölf, dreizehn, vierzehn Jahre, da war der Smok-Höhepunkt in Städten wie Peking."
  },
  {
    "start": 1683.17,
    "end": 1685.89,
    "text": "Da musste man also mit Gasmasken Motorrad fahren im Winter."
  },
  {
    "start": 1685.99,
    "end": 1693.43,
    "text": "Man hat die Luftverschmutzung geschmeckt, die Sichtweiten waren gering, die Luftfahrt sind teilweise gelb, es hat wirklich gestunken."
  },
  {
    "start": 1694.05,
    "end": 1701.29,
    "text": "Das hat man natürlich ganz stark verbessert, indem man die Autos auf E-Autos umgestellt hat, aber fast wichtiger."
  },
  {
    "start": 1702.17,
    "end": 1710.73,
    "text": "Für die chinesische Regierung war dieses geostrategische Element, dass man mit E-Autos eben unabhängiger von Öl wird."
  },
  {
    "start": 1711.65,
    "end": 1716.39,
    "text": "Weil man entscheiden kann, wie der Strom, mit den die E-Autos fahren, hergestellt wird."
  },
  {
    "start": 1717.35,
    "end": 1721.47,
    "text": "Und das war ein ganz, ganz wichtiger Punkt und ist auch noch ein wichtiger Punkt."
  },
  {
    "start": 1722.03,
    "end": 1728.75,
    "text": "Gerade in diesen sehr volatilen Zeiten, dass man so unabhängig wird wie möglich von Öl im Porten."
  },
  {
    "start": 1728.83,
    "end": 1730.51,
    "text": "Das ist natürlich nur bedingt."
  },
  {
    "start": 1731.35,
    "end": 1739.23,
    "text": "reduzierbar, aber durch die E-Autos ist man da einen großen Schritt vorangekommen und man hat jetzt gerade gesehen, wie weise die Entscheidung war."
  },
  {
    "start": 1739.39,
    "end": 1749.07,
    "text": "Man hat es gesehen, bei dem Einmarsch nach Venezuela, der größte Kunde von Venezuela war China, insgesamt gesehen ein relativ kleiner Kunde allerdings."
  },
  {
    "start": 1749.57,
    "end": 1759.03,
    "text": "Aber trotzdem, man ist eben dann von geopolitischen Zeitläuften abhängig von politischen Motivationen der Amerikaner und anderen Ländern."
  },
  {
    "start": 1759.67,
    "end": 1764.23,
    "text": "Und das ist im Grunde schwierig voraus zu sagen, wie sich die Lage da entwickelt wird."
  },
  {
    "start": 1764.67,
    "end": 1780.19,
    "text": "Und deswegen ist man auf der sicheren Seite, wenn man es schafft, dann am Ende den weitaus größten Teil der Autos, die im Land herumfahren, auf Strom fahren zu lassen, sodass man dann entscheiden kann, welche Energiequelle man zur Stromherstellung benutzt."
  },
  {
    "start": 1781.31,
    "end": 1791.83,
    "text": "Für welche Reaktionen hat denn das Eingreifen im Venezuela gesorgt von Seiten der USA und auch, dass es jetzt US-Päne gibt, vielleicht im Iran mitzumischen?"
  },
  {
    "start": 1792.69,
    "end": 1807.73,
    "text": "Ja, das ist ganz interessant, weil das eben doch dazu geführt hat, dass der globale Süden, also nicht nur China alleine, sondern der globale Süden bei diesem Thema sehr eng zusammengerückt ist, enger zusammengerückt ist als vielleicht zuvor."
  },
  {
    "start": 1808.27,
    "end": 1819.61,
    "text": "Dazu muss man sagen, dass die Wirtschaftskraft der Bricksländer schon größer ist als die Wirtschaftskraft der G-Sieben Industrieländer, also Nordamerika, Europa und Japan."
  },
  {
    "start": 1820.25,
    "end": 1822.07,
    "text": "Da entsteht also auch eine gewisse Macht."
  },
  {
    "start": 1822.31,
    "end": 1835.75,
    "text": "Und in diesen Ländern ist man sich eigentlich einig darüber, dass das ein Bruch des Völkerrechts war, dass es so nicht weitergeht und dass es nicht so bleiben kann, dass der Stärkere sich holt, was er braucht."
  },
  {
    "start": 1836.41,
    "end": 1841.69,
    "text": "Eigentlich gab es nur drei, vier Länder, die sich eher auf die Seiten der Amerikaner gestellt haben."
  },
  {
    "start": 1842.11,
    "end": 1855.03,
    "text": "Das war selbstverständlich der argentinische Präsident Millay, der ein großer Fan von Donald Trump ist und auch entsprechend mit Fördergeldern, wenn ich es richtig im Kopf habe, vierzig Milliarden versorgt wurde."
  },
  {
    "start": 1855.43,
    "end": 1859.63,
    "text": "Dann natürlich der israelische Präsident Netanyahu aus guten und bekannten Gründen."
  },
  {
    "start": 1860.87,
    "end": 1877.27,
    "text": "Ich vermute, dass dieser sehr erfolgreiche, aus der Sicht von Donald Trumps, sehr erfolgreiche Vorstoß in Venezuela jetzt dann doch Kosten für ihn verursacht, weil der globale Süden enger zusammenrückt und sich jetzt gemeinsam überlegt."
  },
  {
    "start": 1877.83,
    "end": 1882.45,
    "text": "Und das zum globalen Süden gehört im Übrigen auch der Iran, der ja auch Bricksmitglied ist."
  },
  {
    "start": 1883.13,
    "end": 1890.37,
    "text": "Und man sich gemeinsam überlegt, wie man gegen diese unilateralen hegemonialen Vorstellungen vorgeht."
  },
  {
    "start": 1891.03,
    "end": 1897.43,
    "text": "Und mein Eindruck ist, dass Donald Trump realistisch genug ist, um jetzt schon zu zögern, was den Iran betrifft."
  },
  {
    "start": 1897.71,
    "end": 1900.53,
    "text": "Da hat man schon das Gefühl, dass er ein bisschen zurückweicht."
  },
  {
    "start": 1900.87,
    "end": 1905.97,
    "text": "Er hat ja erstaunlicherweise auch jetzt zu Taiwan gesagt, dass Taiwan zu China gehört."
  },
  {
    "start": 1906.19,
    "end": 1919.21,
    "text": "Xi kann machen, was er mit Taiwan will, hat er kürzlich gesagt, hat aber dann auch, das fand ich für Trump relativ elegant gesagt, er wäre doch sehr unzufrieden, wenn sich am Status quo was ändern würde."
  },
  {
    "start": 1920.31,
    "end": 1930.83,
    "text": "schon erstmal sind Äußerungen sowohl in Richtung Iran als auch in Richtung China, die darauf hindeuten, dass ihr schon ein Gespür hat, wie weit ergehen kann."
  },
  {
    "start": 1931.41,
    "end": 1951.51,
    "text": "Und da zeigt sich schon dieses neue Selbstbewusstsein, dass eben auch damit zu tun hat, dass man jetzt in der Gruppe spielt, dass die Inder nicht alleine sind, die Chinesen nicht alleine, sondern sich mit Brasilien, mit Südafrika und mit den anderen, mit neuen Bricksmitgliedern, Indonesien, Ägypten, Iran und so weiter und so fort da zusammentun."
  },
  {
    "start": 1952.19,
    "end": 1958.71,
    "text": "Und vermutlich werden sie die USA an ihren nicht militärischen Herausforderungen herausfordern."
  },
  {
    "start": 1958.75,
    "end": 1962.59,
    "text": "Das können sie nicht, auch wenn sie ihre ganze Kraft zusammen werfen würden."
  },
  {
    "start": 1962.65,
    "end": 1963.69,
    "text": "Das wollen sie auch nicht."
  },
  {
    "start": 1964.41,
    "end": 1968.21,
    "text": "Aber sie werden die schwächste Stelle der Amerikaner wahrscheinlich raussuchen."
  },
  {
    "start": 1968.37,
    "end": 1971.57,
    "text": "Das ist der Handel und das ist der US-Dollar."
  },
  {
    "start": 1971.81,
    "end": 1985.81,
    "text": "Das heißt konkret, China hat trotz der Zollschranken von Donald Trump ein Handels, ein Rekordhandelsbilanzüberschuss von tausendzweihundert Milliarden US-Dollar hingelegt."
  },
  {
    "start": 1985.85,
    "end": 1994.93,
    "text": "Das heißt, sie haben für tausendzweihundert Milliarden US-Dollar mehr Produkte in die Welt verkauft, als sie in der Welt gekauft haben."
  },
  {
    "start": 1995.59,
    "end": 1998.19,
    "text": "Das ist also Geld, das sie auf der Habenseite besitzen."
  },
  {
    "start": 1998.27,
    "end": 1998.45,
    "text": "nun."
  },
  {
    "start": 1999.27,
    "end": 2000.81,
    "text": "Und das haben sie geschafft."
  },
  {
    "start": 2000.87,
    "end": 2007.69,
    "text": "Sie haben ihren Handel um sieben Prozent wachsen lassen, obwohl der Handel mit den USA um zwanzig Prozent eingebrochen ist."
  },
  {
    "start": 2007.77,
    "end": 2020.91,
    "text": "Und das haben sie geschafft, weil sie eine Handel umgelenkt haben, sowohl in den globalen Süden, wo jetzt ein neuer Schwerpunkt entsteht, wo der Handel zweistellig gewachsen ist, aber auch der Handel mit Europa ist nochmal ausgebaut worden."
  },
  {
    "start": 2021.19,
    "end": 2022.67,
    "text": "Den haben sie auch nochmal vergrößert."
  },
  {
    "start": 2023.25,
    "end": 2031.69,
    "text": "Und so kommt die USA in eine Situation, dass der Anteil des Welthandels oder der Anteil der USA am Welthandel immer geringer wird."
  },
  {
    "start": 2032.61,
    "end": 2045.63,
    "text": "Schon jetzt ist der Anteil des China-Handels mit der USA etwa nur noch bei zehn Prozent, das heißt, neunzig Prozent dessen, was China handelt in der Welt ist mit anderen Ländern."
  },
  {
    "start": 2046.31,
    "end": 2048.57,
    "text": "Und die zweite Schwarzstelle ist der US-Dollar."
  },
  {
    "start": 2048.73,
    "end": 2055.81,
    "text": "Man versucht mehr und mehr in kleinen Schritten zunächst einmal den Handel nicht mehr in US-Dollar abzuwickeln."
  },
  {
    "start": 2055.87,
    "end": 2066.05,
    "text": "Da ist schon über die Hälfte des Handels, also etwa fünffünfzig Prozent des Handels werden schon nicht mehr in US-Dollar abgewickelt zwischen Chinesen und anderen Ländern."
  },
  {
    "start": 2066.73,
    "end": 2072.79,
    "text": "Und man überlegt natürlich jetzt, wie man eine zweite Weltwährung hinkriegen könnte, eine Brickswährung."
  },
  {
    "start": 2073.389,
    "end": 2075.21,
    "text": "Da gibt es auch schon Überlegungen."
  },
  {
    "start": 2075.81,
    "end": 2092.01,
    "text": "Und wenn tatsächlich eine Währung entstehen würde, die ein ernst zu nehmender Wettbewerber zum US-Dollar wird, sodass wir immer weniger US-Dollar-Schulden kaufen, von denen die USA lebt, dann wird das natürlich für die amerikanischen Volkswirtschaft ein großes Problem."
  },
  {
    "start": 2092.53,
    "end": 2097.47,
    "text": "Die Chinesen sind ja eine der größten Gläubiger zusammen mit den Japanern der Chinesen."
  },
  {
    "start": 2098.13,
    "end": 2101.09,
    "text": "Jetzt kann man sagen, damit sitzen sie auch im gleichen Boot."
  },
  {
    "start": 2101.15,
    "end": 2106.87,
    "text": "Also sie können jetzt diese US-Bonds, diese Staatsanleihen nicht einfach auf den Markt werfen, dann bricht alles zusammen."
  },
  {
    "start": 2107.33,
    "end": 2116.01,
    "text": "Aber sie können eben langsam umschichten und da sieht man schon, sie kaufen viel mehr Gold als früher und fahren die US-Dollar, die Wiesnusserven nach unten."
  },
  {
    "start": 2116.31,
    "end": 2123.85,
    "text": "Wie gesagt, das sind jetzt keine Themen, wo man sagt, in zwei Jahren hat man sozusagen die USA da in Schwierigkeiten gebracht."
  },
  {
    "start": 2123.91,
    "end": 2126.31,
    "text": "Aber ich glaube, der Wille, und das ist das Entscheidende."
  },
  {
    "start": 2127.13,
    "end": 2131.17,
    "text": "Der Wille, das nicht mehr mitzumachen, der wird jetzt immer größer."
  },
  {
    "start": 2131.73,
    "end": 2136.81,
    "text": "Diese Entwicklung einer multipolaren Weltordnung wäre ja auch im Sinne der Europäer."
  },
  {
    "start": 2137.57,
    "end": 2156.87,
    "text": "Weil es gehört ja zu unserer europäischen DNA dazu, dass wir es geschafft haben in Nationalstaaten, die Adligen loszuwerden, die Könige loszuwerden, dass wir es geschafft haben, ein Gewaltmonopol des Staates zu etablieren und nicht etwa das Recht des Stärkeren zu belassen, dass wir Mehrheitsentscheidungen eingeführt haben."
  },
  {
    "start": 2157.45,
    "end": 2167.29,
    "text": "Und das, was wir in den Nationalstaaten sehr erfolgreich hinbekommen haben, Das sollten wir jetzt zusammen mit dem globalen Süden auf globaler Ebene versuchen durchzusetzen."
  },
  {
    "start": 2167.33,
    "end": 2187.47,
    "text": "Das ist keine leichte Aufgabe, aber vielleicht ist es doch auch insofern sinnvoll, weil wir in diesem Chaos, in dem wir uns derzeit befinden, dann doch dadurch einen etwas optimisterischeren Blickwinkel einnehmen, was die Rolle Europas betrifft auf der einen Seite und was die Neuordnung der Welt betrifft."
  },
  {
    "start": 2188.09,
    "end": 2194.79,
    "text": "was die Spielregeln einer multipolaren Weltordnung betrifft, auf die wir gemeinsam hinarbeiten können."
  },
  {
    "start": 2195.45,
    "end": 2198.09,
    "text": "Spannend, dass so dieses rechte Stärkeren anspricht."
  },
  {
    "start": 2198.35,
    "end": 2205.41,
    "text": "Dieses rechte Stärkeren, das nimmt sich Donald Trump gerade heraus, nicht nur im globalen Süden, sondern jetzt auch in Grönland."
  },
  {
    "start": 2205.47,
    "end": 2207.99,
    "text": "Er möchte Grönland annektieren, neuerdings."
  },
  {
    "start": 2208.87,
    "end": 2212.51,
    "text": "Da geht es auch um seltene Erden, soweit ich das verstanden habe."
  },
  {
    "start": 2212.59,
    "end": 2216.13,
    "text": "Es geht auch um die Sicherheitsarchitektur Amerikas."
  },
  {
    "start": 2216.33,
    "end": 2218.95,
    "text": "Es werden viele verschiedene Gründe vorgeschoben."
  },
  {
    "start": 2219.43,
    "end": 2227.79,
    "text": "Aber dieser Kampf um seltene Erden, der ist für mich spannend, der ist auch spannend aus Sicht der Automobilindustrie, denn da dominiert China den Markt."
  },
  {
    "start": 2228.57,
    "end": 2229.33,
    "text": "Was denkst du denn?"
  },
  {
    "start": 2229.85,
    "end": 2231.07,
    "text": "Wie blickt?"
  },
  {
    "start": 2231.47,
    "end": 2238.95,
    "text": "China auf die Entwicklungen in Grönland und sieht man das auch als Angriff auf dieses Monopol, das man hat bei den seltenen Erden."
  },
  {
    "start": 2239.63,
    "end": 2240.45,
    "text": "Das glaube ich nicht."
  },
  {
    "start": 2240.85,
    "end": 2247.87,
    "text": "Die Chinesen lehnen sich natürlich zurück, wie der Dritte, der sich zurücklehnt, wenn zwei sich streiten."
  },
  {
    "start": 2248.55,
    "end": 2253.33,
    "text": "Also das ist natürlich schon eine relativ skurrile Aktion von Donald Trump."
  },
  {
    "start": 2253.95,
    "end": 2256.13,
    "text": "Immerhin ist Dänemark ein NATO-Land."
  },
  {
    "start": 2256.43,
    "end": 2262.17,
    "text": "Also er fordert sozusagen innerhalb der NATO-Länder, Territorium zu bekommen."
  },
  {
    "start": 2262.91,
    "end": 2268.05,
    "text": "Da geht es sicherlich um seltene Erden, da geht es um strategische Positionierung in der Arktis."
  },
  {
    "start": 2268.83,
    "end": 2271.29,
    "text": "Aber das macht es im Grunde ja nicht besser."
  },
  {
    "start": 2271.91,
    "end": 2282.37,
    "text": "Das ist schon eine sehr, sehr schwierige Situation, eine große Belastung, die aber vielleicht auch dazu führt, dass man in Europa sagt, jetzt reicht es, das hat kein Wert mehr."
  },
  {
    "start": 2282.97,
    "end": 2289.79,
    "text": "Wir werden vielleicht einen Kompromiss finden mit Donald Trump, aber wir müssen gleichzeitig Alternativen haben."
  },
  {
    "start": 2290.19,
    "end": 2297.51,
    "text": "Wir müssen mit den Ländern des globalen Südens enger zusammenarbeiten, um am Ende die Abhängigkeit von Trump zu verringern."
  },
  {
    "start": 2298.23,
    "end": 2319.85,
    "text": "Insofern hat diese Zuspitzung vielleicht, wenn sie nicht komplett schief geht und Donald Trump dann doch Grönland überfällt, was ich allerdings nicht glaube, wenn sie nicht komplett schief geht, dann führt sie wiederum dazu, dass man jetzt aufwacht und als Europa vielleicht auch in neuer und geeinter Form überlegt, wie man seine Hausaufgaben machen kann."
  },
  {
    "start": 2320.53,
    "end": 2323.51,
    "text": "Interessant finde ich an dieser Entwicklung, die parallel läuft."
  },
  {
    "start": 2323.59,
    "end": 2331.33,
    "text": "Einerseits baut China, seine Energieinfrastruktur aus, erobert die Welt mit den E-Autos."
  },
  {
    "start": 2331.49,
    "end": 2347.61,
    "text": "Andererseits entdeckt Trump den Imperialismus wieder für sich und will anscheinend nicht nur gründern, sich unter den Nagel reißen, sondern auch Länder, die Erdöl fördern, die klassische Petroindustrie in den USA noch weiter stärken können."
  },
  {
    "start": 2348.57,
    "end": 2352.53,
    "text": "Was sagt ihr denn das über die Vision, die die beiden Länder von der Zukunft haben?"
  },
  {
    "start": 2355.65,
    "end": 2357.91,
    "text": "Naja, China geht einfach strategischer vor."
  },
  {
    "start": 2358.15,
    "end": 2375.49,
    "text": "Das, was ich in den USA sehe, ist für mich ganz stark das Aufbäumen einer alten Macht, das Aufbäumen eines Absteigers, der verzweifelt, die alten Zeiten wieder zurückholen möchte und es bis zum Gülsen gerade und für eine bestimmte Zeit vielleicht auch schafft."
  },
  {
    "start": 2376.05,
    "end": 2378.59,
    "text": "Und deswegen kann man ihn durchaus mit Napoleon vergleichen."
  },
  {
    "start": 2378.67,
    "end": 2384.07,
    "text": "Der hat das ja auch hingekriegt, ist allerdings am Ende ziemlich einsam auf Elba einer britischen Insel gestorben."
  },
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    "start": 2384.79,
    "end": 2386.53,
    "text": "Also aufgegangen ist das Ganze nicht."
  },
  {
    "start": 2387.23,
    "end": 2402.47,
    "text": "Während die Chinesen einen ganz anderen Blickwinkel haben, die wollen im Grunde wieder eine innovative Weltmacht werden, auf den Level zurück, auf dem sie schon mal waren und gehen dabei sehr strategisch."
  },
  {
    "start": 2402.99,
    "end": 2404.99,
    "text": "vor, was man bei den seltenen Erden sieht."
  },
  {
    "start": 2405.59,
    "end": 2412.39,
    "text": "Es ist ja nicht so, dass die Chinesen etwas falsch gemacht hätten bei den seltenen Erden, sondern wir haben etwas falsch gemacht."
  },
  {
    "start": 2413.15,
    "end": 2431.43,
    "text": "Wir haben das Thema vor fünfundzwanzig Jahren nicht auf den Schirm bekommen und seitdem, und wenn man zurückguckt, sogar noch viel früher, beschäftigt sich die chinesische Politik mit dem Thema und hat eben angefangen, systematisch diese Vorkommen einzukaufen."
  },
  {
    "start": 2432.25,
    "end": 2446.91,
    "text": "Und jetzt haben sie den großen Vorteil, dass sie eine Art Monopol haben und dass sie im Grunde ganz banal gesagt mitbestimmen können, welche Produkte in Europa gebaut werden können und welche nicht."
  },
  {
    "start": 2447.73,
    "end": 2464.19,
    "text": "Sie können jetzt im Grunde entscheiden, ob sie den Europäern oder den Deutschen die seltenen Erden für die sechs U-Boote, die nach Indien geliefert werden sollen, die jetzt verkauft werden sollen oder verkauft wurden beim Besuch von Friedrich Merz, ob die auch gebaut werden können."
  },
  {
    "start": 2464.57,
    "end": 2467.17,
    "text": "Das ist natürlich eine sehr, sehr schwierige Situation."
  },
  {
    "start": 2467.25,
    "end": 2470.59,
    "text": "Da gibt es auch keinen leichten Ausstieg aus der Situation."
  },
  {
    "start": 2470.67,
    "end": 2484.95,
    "text": "Wir haben in Europa sehr viele seltene Erden, aber wir haben auch das Problem, dass es großen Widerstand in der Bevölkerung, in der lokalen Bevölkerung gibt, wenn es darum geht, seltenen Erden abzubauen, was sehr umweltschädlich ist."
  },
  {
    "start": 2485.81,
    "end": 2493.37,
    "text": "Und wo dann eben die Gruppen oder die Bevölkerungsteile in diesen Regionen leben, dann anfangen, dagegen zu protestieren."
  },
  {
    "start": 2493.47,
    "end": 2495.11,
    "text": "Und man kriegt sie am Ende nicht durchgesetzt."
  },
  {
    "start": 2495.49,
    "end": 2497.21,
    "text": "Das ist ein ganz großes Dilemma."
  },
  {
    "start": 2498.29,
    "end": 2504.51,
    "text": "Und da ist China leider, das muss man ganz nicht dann sagen, durch kluges Handeln in die Vorderhand gekommen."
  },
  {
    "start": 2504.75,
    "end": 2510.13,
    "text": "Und wenn wir jetzt verlässliche Lieferketten fordern von den Chinesen, dann klingt das schon ein bisschen albern."
  },
  {
    "start": 2510.83,
    "end": 2512.63,
    "text": "Wir haben nämlich gar kein Recht dazu."
  },
  {
    "start": 2513.51,
    "end": 2517.47,
    "text": "dass uns die Chinesen verlässlich ihre selten Erden liefern."
  },
  {
    "start": 2517.75,
    "end": 2525.19,
    "text": "Und da beginnt jetzt eben ein Verhandlungsprozess und es wird mit Sicherheit so sein, dass die Chinesen sagen werden, what's in force?"
  },
  {
    "start": 2525.61,
    "end": 2527.57,
    "text": "Was bekommen wir, wenn wir euch helfen?"
  },
  {
    "start": 2528.35,
    "end": 2537.81,
    "text": "Und das werden schwierige Verhandlungen, die dazu führen werden, dass uns schon klar wird, dass hier ein Abwirkigkeitsverhältnis besteht, auch wenn wir uns das nicht wünschen."
  },
  {
    "start": 2538.75,
    "end": 2549.23,
    "text": "die europäischen und westlichen Mächte und Länder denken immer in den Zyklen ihrer Kanzlerwahlen oder Premierministerwahlen, wie auch immer die Staaten geformt sind."
  },
  {
    "start": 2549.59,
    "end": 2567.95,
    "text": "In USA wird der Präsident gewählt, Donald Trump ist in seiner zweiten Amtszeit und versucht jetzt mit Gewalt die Stärke Amerikas auszuweiten und auch wieder mit Erdöl, China Schickt seine E-Autos vor und das Ökosystem, das rundherum aufgebaut wird."
  },
  {
    "start": 2568.39,
    "end": 2577.65,
    "text": "Was denkst du denn, wenn du in die Zukunft blickst, was wird der bessere Weg sein oder was wird der effektivere Weg sein, um den Einfluss?"
  },
  {
    "start": 2578.27,
    "end": 2581.31,
    "text": "seiner Supermacht, seines großen Landes auszuweiten."
  },
  {
    "start": 2581.65,
    "end": 2588.13,
    "text": "Dazu muss man einfach nun mal schauen, wie effizient die militärischen Angriffe der Amerikaner waren."
  },
  {
    "start": 2588.45,
    "end": 2591.59,
    "text": "Und da kommt man im Grunde am Ende auf lauter Niederlagen."
  },
  {
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    "end": 2595.25,
    "text": "Also der Korea-Krieg ging aus wie das Hornberger Schießen."
  },
  {
    "start": 2595.35,
    "end": 2596.79,
    "text": "Korea ist bis heute geteilt."
  },
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    "start": 2597.43,
    "end": 2601.33,
    "text": "Zwanzigjahr-Vietnamkrieg endete mit einer krachenden Niederlage."
  },
  {
    "start": 2601.83,
    "end": 2606.37,
    "text": "Der Amerikaner Irak Krieg hat am Ende nicht funktioniert."
  },
  {
    "start": 2606.47,
    "end": 2609.61,
    "text": "In zwei Anläufen, der erste noch besser als der zweite."
  },
  {
    "start": 2609.75,
    "end": 2614.51,
    "text": "Afghanistan, zwanzigjahr-Afghanistan hat mit einer Niederlage geendet."
  },
  {
    "start": 2615.03,
    "end": 2636.31,
    "text": "Also wenn man das dann ganz nüchtern betrachtet und die kleinen militärischen Invasionen, die gescheitert es nämlich jetzt gar nicht erwähnen, dann hat man doch das Gefühl, dass die militärischen Invasionen, die militärischen Angriffe, die Kriege der USA, den USA nicht das gebracht haben, was sie erhofft haben."
  },
  {
    "start": 2637.11,
    "end": 2642.91,
    "text": "Also man macht solche Kriege ja, um geopolitische oder zumindest wirtschaftliche Vorteile zu bekommen."
  },
  {
    "start": 2643.49,
    "end": 2645.61,
    "text": "Und das sehe ich in keinen dieser Fälle."
  },
  {
    "start": 2646.25,
    "end": 2650.15,
    "text": "Und auch bei Venezuela muss man noch sehen, ob sich jetzt überhaupt groß was ändert."
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  {
    "start": 2651.47,
    "end": 2667.17,
    "text": "Überraschenden Angriff ist das jetzt sehr schwierig und sehr viel Arbeit, die Dinge in die Richtung zu lenken, in die die USA sie gerne haben möchte, zumal die Ölindustrie zöger zu investieren, weil die Entwicklung nicht planbar ist, weil sie nicht wissen, was in fünf Jahren ist."
  },
  {
    "start": 2667.89,
    "end": 2677.39,
    "text": "Das heißt, also wenn man das aus großer Distanz betrachtet, dann muss man sagen, Militär als hegemonialer Machtinstrument."
  },
  {
    "start": 2678.09,
    "end": 2685.17,
    "text": "Armeen als hegemoniales Machtinstrument haben bei der USA nicht so funktioniert, wie man sich das gewünscht hat."
  },
  {
    "start": 2685.95,
    "end": 2692.65,
    "text": "Und vielleicht haben die Chinesen sich das auch genau angeguckt und haben deswegen auch gesagt, dass sie nicht diesen Weg gehen."
  },
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    "start": 2693.07,
    "end": 2698.55,
    "text": "Dazu muss man allerdings auch sagen, dass sie noch gar nicht in der Lage sind oder wären, diesen Weg zu gehen."
  },
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    "end": 2702.47,
    "text": "Dazu ist die Armee noch zu sehr im Aufbau und noch viel zu klein."
  },
  {
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    "end": 2705.29,
    "text": "Muss man mal dann sehen, was in zehn Jahren ist."
  },
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    "start": 2705.95,
    "end": 2717.85,
    "text": "Aber mein Eindruck ist, dass sie ihre Weltmachtsbestrebungen darauf aufbauen, am Ende vielleicht dann doch eine Abhängigkeit von zufriedenen Kunden herzustellen, sozusagen."
  },
  {
    "start": 2718.11,
    "end": 2727.71,
    "text": "Indem sie in diesen Ländern investieren, am Anfang waren sie relativ forscht und haben auch diese Länder durchaus zu ihrem Nachteil ausgeräubert."
  },
  {
    "start": 2728.01,
    "end": 2730.39,
    "text": "Das hat sich schon inzwischen dramatisch geändert."
  },
  {
    "start": 2730.99,
    "end": 2734.37,
    "text": "Viele Projekte in Afrika machen die Chinesen mit der Weltbank zusammen."
  },
  {
    "start": 2734.45,
    "end": 2737.27,
    "text": "Da gibt es strengere Spielregeln, die... halten sie auch ein."
  },
  {
    "start": 2737.87,
    "end": 2748.21,
    "text": "Und sie sind mehr und mehr interessiert, in diesen Ländern nachhaltige Wirtschaftspolitik zu machen, die dazu führt, dass diese Länder langfristig mit China zusammenarbeiten wollen."
  },
  {
    "start": 2748.87,
    "end": 2773.21,
    "text": "Und so ist es halt entstanden, dass eine Gruppierung wie BRICS oder die Neuseidenstraße, die erst Am Anfang im Grunde sehr regional bestränkt gedacht war, dass diese Gruppierungen inzwischen zu global agierenden Netzwerken gewachsen sind, mit einer immer noch vorhandenen Schlange an neuen Mitgliedern, die beitreten wollen, die überlegen, damit zu machen."
  },
  {
    "start": 2774.05,
    "end": 2778.93,
    "text": "Und das würden diese Länder ja nicht tun, wenn am Ende zu wenig für sie rauskommen würde."
  },
  {
    "start": 2779.85,
    "end": 2788.53,
    "text": "Also deswegen ist mein Eindruck, dass sie ganz stark auf wirtschaftliche Kooperation setzen, durchaus mit ihren eigenen Interessen."
  },
  {
    "start": 2788.63,
    "end": 2798.67,
    "text": "Sie haben ja einen Rekordhandelsbilanzüberschuss, aber eben auch in einer Art und Weise, dass die anderen noch zufrieden leben können und weitermachen."
  },
  {
    "start": 2799.07,
    "end": 2802.05,
    "text": "Und ich glaube, das ist im Moment der Weg, den sie gehen."
  },
  {
    "start": 2802.15,
    "end": 2805.59,
    "text": "Wie gesagt, die Welt kann sich jetzt in zwei Richtungen entwickeln."
  },
  {
    "start": 2805.89,
    "end": 2808.71,
    "text": "Wie eine Richtung wir gehen von einem Hegomon zum anderen."
  },
  {
    "start": 2809.41,
    "end": 2816.77,
    "text": "Der Übergang dann von den absteigenden USA zum aufsteigenden China, dann sitzt der Hegemon in Asien, auch das eine Dramatschveränderung."
  },
  {
    "start": 2817.47,
    "end": 2826.25,
    "text": "Aber wir hätten diese hegemoniale Struktur immer noch, also das rechte Stärken am Ende, oder wir gehen eben hin in eine multipolare Weltordnung."
  },
  {
    "start": 2826.63,
    "end": 2835.05,
    "text": "Und mein Eindruck ist im Moment, und das wichtige Wort in diesem Satz ist im Moment, dass China im Moment eher auf eine multipolar Weltordnung setzt."
  },
  {
    "start": 2836.05,
    "end": 2841.33,
    "text": "Und das Gefühl und den Eindruck hat, dass sie zusammen schneller vorankommen als alleine."
  },
  {
    "start": 2842.01,
    "end": 2859.93,
    "text": "Das kann sich aber jedes Jahr ändern und es kann in dem Maße, in dem China stärker wird, eine Situation eintreten, wo die Schneese sagen, diese komplizierten Abstimmungsprozesse mit Brasilianern, Südafrikanern, Iranern und Indern und Russen, die sind uns zu anstrengend."
  },
  {
    "start": 2860.13,
    "end": 2861.71,
    "text": "Wir machen das jetzt auch alleine."
  },
  {
    "start": 2862.43,
    "end": 2864.99,
    "text": "und werden im Grunde auch eine Hygomonial macht."
  },
  {
    "start": 2865.61,
    "end": 2872.73,
    "text": "Aber auch das ist nochmal ein Argument für die Europäer, jetzt, wo die Situation noch offen ist."
  },
  {
    "start": 2873.33,
    "end": 2883.43,
    "text": "Alle Kraft, alle politische Kraft, dahin zu setzen, dahin zu konzentrieren, dass mit dem globalen Süden zusammen eine Multi-Polar-Weltordnung entsteht."
  },
  {
    "start": 2883.99,
    "end": 2904.17,
    "text": "Und da muss man dann auch leider mit Ländern, die uns wertemäßig nicht sehr nahe sind wie Russland, wie China, vielleicht auch Iran zusammenarbeiten, um am Ende eine Struktur herauszubekommen, die vielleicht dann unserem Wertesystem doch viel näher ist als das, was wir im Moment global haben."
  },
  {
    "start": 2906.43,
    "end": 2913.17,
    "text": "Und welche Rolle die E-Autos von China aus spielen in diesem Weg zur multipolanen Weltordnung?"
  },
  {
    "start": 2913.71,
    "end": 2915.53,
    "text": "Das werden wir uns genau anschauen."
  },
  {
    "start": 2915.87,
    "end": 2923.95,
    "text": "Ich empfehle allen, das Buch zu lesen, der Autoschock von Frank Sieren, wer wissen möchte, wie diese Revolution gelaufen ist."
  },
  {
    "start": 2924.29,
    "end": 2926.19,
    "text": "Vielen, vielen Dank für deine Zeit, Frank Sieren."
  },
  {
    "start": 2927.03,
    "end": 2927.53,
    "text": "Vielen Dank."
  },
  {
    "start": 2928.29,
    "end": 2928.65,
    "text": "Tschüss."
  },
  {
    "start": 2929.13,
    "end": 2935.23,
    "text": "Und wer noch mehr solche spannenden Interviews hören möchte, der unterstützt am besten den Standard-Podcast, am besten mit einem Abonnement."
  },
  {
    "start": 2935.37,
    "end": 2938.09,
    "text": "Alle Infos dazu findet ihr auf abo.standard.at."
  },
  {
    "start": 2938.29,
    "end": 2942.59,
    "text": "Ihr könnt uns auf YouTube sehen, auf Spotify hören und auf allen Podcastkanälen eurer Wahl."
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    "start": 2942.91,
    "end": 2946.05,
    "text": "Hinterlasst uns bitte eine gute Bewertung und einen netten Kommentar."
  },
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    "start": 2946.37,
    "end": 2947.25,
    "text": "Ich bin Schold Wilhelm."
  },
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    "start": 2947.33,
    "end": 2948.11,
    "text": "Vielen Dank fürs Zuhören."
  },
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    "start": 2948.51,
    "end": 2950.99,
    "text": "Baba und bis zum nächsten Mal."
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]