[
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    "end": 9.08,
    "text": "Ich bin Daniel Retschitzäcker, das ist Thema des Tages, der Nachrichten-Podcast vom Standard."
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    "text": "Im Jahr neunzehntundundsiebzig beschließen zwei Familien aus der DDR, dass sie raus wollen."
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    "text": "Sie flüchten mit einem selbst gebauten Heißluftballon über die Grenze."
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    "text": "Der Ballon-Markereigenbau ist nicht nur wahnsinnig gefährlich, auch bestätigt Gefahr, dass ihnen die Polizei auf die Schliche kommt und sie einsperrt."
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    "text": "Der unbedingte Wille nach Freiheit lässt sie weitermachen, gigantische Risiken eingehen, und schließlich mitgenommen, aber glücklich im Westen ankommen."
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    "text": "Das ist Ihre Geschichte, geschildert von einem, der mit dabei war."
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    "text": "Günter Wetzel lässt heute hier im Standard-Podcast."
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    "text": "Herr Wetzel, Sie sind neunzehnhundertneunundsebzig aus der DDR mit einem Heißluftballon in den Westen geflüchtet, eine wirklich unfassbare Geschichte, die Sie da erlebt haben."
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    "text": "Als Sie Über dem Boden geschwebt sind rund zweitausend Meter in der Luft, gemeinsam mit ihrer Familie und mit einer damals befreundeten Familie."
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    "text": "Was ging Ihnen da durch den Kopf?"
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    "text": "Ich muss sagen, von dem Augenblick, als es losging, schon die Vorbereitung zu dieser Flucht selbst, da haben wir, glaube ich, nur noch funktioniert."
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    "text": "Wir waren soviel Adrenalin, da ist für Gefühle überhaupt kein Platz gewesen."
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    "text": "Wir haben einfach nur wahrgenommen, was um uns herum passiert und haben dann das getan, was notwendig war."
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    "text": "Und man kann sagen, das Ganze ging bis zur Landung und erst in dem Augenblick, in dem wir wieder am Boden waren, da war plötzlich diese Spannung weg und dann kam erst Angst und Nachschöpfung auf."
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    "text": "Und dann muss man dazusagen, wir wussten ja nicht, haben wir es geschafft oder haben wir es nicht geschafft."
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    "text": "Wenn wir es geschafft haben, dann laufen wir von der Grenze weg."
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    "text": "Wenn nicht, dann laufen wir in die Grenze rein, dann ist es wenigstens vorbei."
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    "text": "Denn die hätten uns ja nicht erschossen, die hätten uns dort gefangen genommen."
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    "text": "Denn während der Fahrt selbst haben sie mit Scheinwerfer nach uns geleuchtet."
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    "text": "Die haben uns zwar nicht erreicht, aber es war klar, die haben uns gesehen."
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    "text": "Und deswegen wollten wir das Ganze einfach beschleunigen."
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    "text": "Denn wenn wir es nicht geschafft hätten, dann hätten die uns zur Besur gefunden."
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    "text": "Und das wollten wir ganz einfach so schnell wie möglich hinter uns bringen."
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    "end": 139.88,
    "text": "Wir kommen zu dieser Stelle noch ausführlich."
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    "text": "Sie sind... in der DDR gewesen, damals rund um Thüringen."
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    "text": "Erzählen Sie uns bitte etwas über sich selbst, damit wir Sie besser kennenlernen."
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    "text": "Wo genau, wie hat sich Ihr Leben bis dahin eigentlich gestaltet, bis Sie beschlossen haben, tatsächlich gehen zu wollen?"
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    "text": "Ich bin in den Turren geboren."
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    "text": "twohundert Einwohnern."
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    "text": "Und ich denke mal, meine Kindheit zu der Zeit war nicht viel anders als die Kindheit im Westen auf dem Dorf."
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    "text": "Man könnte sagen, wir haben ein bisschen heile Welt."
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    "text": "Die Schäden hatten wir klein."
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    "text": "So dass wir dadurch nichts Negatives erfahren haben."
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    "text": "Wir hatten nach keinem Internet, nach keinem Smartphone, Computer, wie in Westen auch."
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    "text": "Es gab halt nicht so viel."
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    "text": "So dass ich eigentlich eine schöne glückliche Kindheit hatte, bin da auf dem Dorf aufgewachsen."
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    "text": "Und in der Zeit habe ich geheiratet und bin nach Bösle gezogen."
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    "text": "Und durch diesen Umzug bedingt, habe ich dann durch Zufall den Peter Strel sich kennengelernt."
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    "text": "Weil Peter habe ich bis daran, ich nur aus der Zeitung gekannt, Hans Peter stärkt die Partei, er war ein sehr aktives Parteimitglied und ich wäre nie auf die Idee gekommen, mit den Peter über politisches Thema zu reden."
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    "text": "Aber es hat sich dann so entwickelt, meine Frau hatte Westverwandte und die Frau von den Westverwandten kam selber aus Pösnek."
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    "text": "Und die Familie Strelzig hatte früher Kontakt mit dieser Restaurant."
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    "text": "Und wenn die zu Besuch da waren, dann haben wir drei Männer, der Willi aus dem Westen, der Peter und ich abends erst so zusammengesessen."
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    "text": "Und dann hat sich Peter mit dem Willi über politische Themen unterhalten."
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    "text": "Und da habe ich gemerkt, er tickt ja gar nicht so, wie er sich in der Öffentlichkeit darstellt."
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    "text": "Es ging uns beiden, wie vielen anderen DDR-Bergern auch, Im Laufe der Jahre hat sich immer wieder mal der Gedanke entwickelt, dass man das Land verlassen möchte."
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    "text": "Aber wir wussten natürlich, wie gefährlich das Ganze ist, so dass man den Gedanken dann immer wieder verdrängt hat."
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    "text": "Denn eins war natürlich auch klar, wenn man illegal die DDR verlassen hat, mussten wir davon ausgehen, dass man Verwandte, Bekannte, Verwandte, nie mehr wiedersehen, das Eigentum ist weg."
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    "text": "Und das wollten manches nicht über sich ergehen lassen."
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    "text": "Wir haben uns dann das Leben in der DDR so angenehm wie möglich gestaltet."
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    "end": 305.979,
    "text": "Wir sind es von ... ... von ... ... von ... ... von ... ... von ... ... von ... ... von ... ... von ... ... von ... ... von ... ... von ... ... von ... ... von ... ... von ... ... von ... ... von ... ... von ... ... von ... ... von ... ... von ... ... von ... ... von ... ... von ... ... von ... ... von ... ... von ... ... von ... ... von ... ... von ... ... von ... ... von ... ... von ... ... von ... ... von ... ... von ... ... von ... ... von ... ... von ... ... von ... ... von ... ... von ... ... von ... ... von ... ... von ... ... von Peter war Elektrotechniker in einem Kunststoffverarbeitenden Betrieb."
  },
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    "text": "Ich war Berufsgraffahrer, aber handwerklich auch schon ziemlich gut vertraut mit allem."
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    "text": "Und wir haben uns entschlossen, wir machen einen selbstständigen, das hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, hat, Und so haben wir dann ab März, ab März, ab März, ab März, ab März, ab März, ab März, ab März, ab März, ab März, ab März, ab März, ab März, ab März, ab März, ab März, ab März, ab März, ab März, ab März, ab März, ab März, ab März, ab März, ab März, ab März, ab März, ab März, ab März, ab März, ab März, ab März, ab März, ab März, ab März, ab März, ab März, ab März, ab März, ab März, ab März, ab März, ab März, ab März, ab März, ab März, ab März, ab März, ab März, ab März, ab März, ab März, ab März, ab März, ab März."
  },
  {
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    "end": 353.78,
    "text": "Und dieser Verwandte hat mir immer wieder mal Zeitschriften mitgebracht aus dem Westen."
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    "text": "Und dieses Mal eine Zeitschrifte war ein Bericht drin, über dieses alljährliche Ballonfahrer treffend in Albuquerque in die Mexiko."
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    "text": "Ein großes Stoff zack, heiße Luft rein und nur schwebt davon."
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    "text": "Und mit dem Gedanken bin ich zu Peter gegangen."
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    "text": "Auch er war der Meinung, dass das funktionieren könnte."
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    "text": "Und dann haben wir uns entschlossen, wir werden das versuchen."
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    "text": "Jetzt mussten wir nur unseren Frauen nach überzeugen, denn haben wir erklärt, wie sicher das Ganze ist."
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    "text": "Und die Frauen haben uns das abgenommen."
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    "text": "Und so ist am achten März, die Entscheidung gefallen."
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    "text": "Wir werden versuchen, mit dem Heißluftballon die DDR zu verlassen."
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    "text": "Ich würde trotzdem gerne noch einmal nachbauen, wir haben denn Ihre Frauen tatsächlich reagiert."
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    "text": "Also ich würde mir vorstellen, wenn meine Freund diese Situation auf mich zukommen würde und sagen würde, Schatz, ich baue jetzt selbst einen Ballon und mit dem fliegen wir zweitausend Meter in die Luft über die Grenze."
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    "text": "Das tut mir leid, diese Formulierung."
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    "text": "Ja, wir wussten ja damals nicht, wie hoch wir dem Ballon fahren werden."
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    "text": "Und unsere Frauen hatten genauso den Wunsch, daraus zu kommen."
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    "text": "Wir konnten es nicht so entwickeln, wie wir uns das vorgestellt haben, was für die Frauen auch zugetroffen hat."
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    "text": "Dann kam bei meiner Frau noch dazu, sie ist damals bei Pflegeeltern aufgewachsen."
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    "text": "Und die leibliche Tochter von der Pflegemutter ... Die war schon einiges älter, ist in den Fünfzeigern schon in den Westen gegangen."
  },
  {
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    "end": 444.82,
    "text": "Und als wir damals geheiratet haben, war ihre Pflegemutter bereits Rentnerin und Rentner trefften ihr in den Westen."
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    "end": 452.08,
    "text": "Und ihre Pflegemutter ist dann, als wir geheiratet haben, in den Westen gezogen zu ihrer Leiblichen Tochter."
  },
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    "text": "In den achtzeigern Jahren hat ihre Pflegemutter Herzprobleme gekriegt und da wollte sie gerne ihre Pflegemutter besuchen und hat die Genehmigung nicht bekommen."
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    "text": "Und das war natürlich für sie der Anreiz, mit den Westen zu gehen, weil sie dadurch wieder Kontakt zu ihrer Pflegemutter haben konnte."
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    "text": "Und deswegen war es relativ leicht, sie von dieser ganzen Sache zu überzeugen."
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    "text": "Und wir darf nicht vergessen, wir waren damals vierundzwanzig."
  },
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    "text": "Und ich denke mal, in dem Alter hat man noch eine höhere Risikobereitschaft, als es heute der Fall ist."
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    "text": "Also, dem kommt eine gewisse Blauheiligkeit dazu."
  },
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    "text": "Und das hat natürlich die Sache noch unterstützt."
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    "text": "Und damit konnte man den Gedanken sehr schnell rüberprinzen, den Frauen."
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    "text": "Ich würde gerne noch ein bisschen die Situation, in der sie sich befunden haben, besser verstehen."
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    "text": "Ich habe gelesen, dass ihr Vater, wie sie, glaube ich, fünf, sechs Jahre alt waren, selbst in den Westen gegangen ist."
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    "text": "Und ich meine, sie waren damals ein sehr kleines Kind, aber sie haben aufgrund dessen vom Regime der SED Represalien spüren müssen."
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    "text": "Und mein Vater ist dann über die Grenze in Westen gegangen."
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    "text": "Das heißt, ich habe dann mit vierzehn Jahren eine Lehre als Maurer angefangen, was ich eigentlich gar nicht wollte."
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    "text": "Und habe auch da schon gemerkt, nach einem Jahr, das können wir nicht mehr in Zukunft sein."
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    "end": 539.22,
    "text": "Und habe in der Abendschule dann die Zehntelklasse nachgemacht."
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    "end": 544.54,
    "text": "Als ich mit der Maurers Ausbildung fertig war, habe ich auch den Abschluss der zehnten Klassen gehabt und wollte von da aus weitermachen."
  },
  {
    "start": 545.02,
    "end": 549.3,
    "text": "Wollte gerne in der Abendschule noch die zwölfte Klasse nachholen und wollte gern Physik studieren."
  },
  {
    "start": 550.04,
    "end": 553.72,
    "text": "Und dann hieß es, die zwölften Klasse können sich nachmachen, aber in den Studienplatz kriegen sie keinen."
  },
  {
    "start": 554.22,
    "end": 558.1,
    "text": "Weil der Vater im Westen ist, wollte ich nicht bereit, wenn die SED die Partei einzutreten."
  },
  {
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    "end": 561.84,
    "text": "Damit war das für mich ausgeschlossen, da ich da irgendwie weiterkomme."
  },
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    "end": 563.72,
    "text": "Ich habe dann noch andere Sachen gehabt."
  },
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    "end": 564.64,
    "text": "Ich wollte gern fliegen lernen."
  },
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    "text": "Ich wollte falsch durchbringen."
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    "end": 569.62,
    "text": "Immer wieder kam der Einwand, der Vater sei Westen, sie ging nicht in die Partei."
  },
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    "text": "Und da habe ich dann schon gemerkt, für mich ist da einfach Schluss."
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    "end": 573.08,
    "text": "Ich komme nicht mehr weiter."
  },
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    "text": "Ich komme beruflich nicht weiter."
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    "text": "Ich komme privat nicht weiter."
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    "end": 577.56,
    "text": "Und ich wollte in meinem Leben ja noch ein bisschen was erreichen."
  },
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    "end": 579.76,
    "text": "Und das habe ich in der DDR nicht mehr für mich gesehen."
  },
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    "start": 580.4,
    "end": 582.24,
    "text": "Und das war eigentlich der Hauptantrieb daraus zu kommen."
  },
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    "start": 582.699,
    "end": 590.319,
    "text": "Das System hat Ihnen also schon in sehr frühen Jahren vorgesetzt, Sie müssen zu hundert Prozent mitspielen, wenn Sie das nicht tun, dann können Sie Ihre Zukunft eigentlich vergessen."
  },
  {
    "start": 590.48,
    "end": 591.46,
    "text": "Genauso hat es ausgesehen."
  },
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    "end": 598.699,
    "text": "Ich war zwar jetzt kein Aufständiger, aber in meiner Agde lese ich, dass ich als politisch uninteressiert eingestuft war."
  },
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    "end": 602.58,
    "text": "Und damit für dieses System nicht irgendwo nützlich."
  },
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    "end": 605.8,
    "text": "Über das sprechen wir noch, was da in diesen Akten drin gestanden ist."
  },
  {
    "start": 605.86,
    "end": 609.1,
    "text": "Da sind sehr erst viel später draufgekommen, was da über sie geschrieben wurde."
  },
  {
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    "end": 611.96,
    "text": "Da ging es ihnen wie sehr vielen DDR-Bürgern nach der Wende."
  },
  {
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    "end": 616.38,
    "text": "Kommen wir aber jetzt tatsächlich zum eigentlichen Thema, zu diesem Ballon."
  },
  {
    "start": 616.62,
    "end": 625.54,
    "text": "Sie haben dann beschlossen, nachdem sie sich mit ihrem damaligen Freund Peter zusammengesprochen haben und eben in einem Magazin mehrere Ballons gesehen haben, den ersten Ballon zu bauen."
  },
  {
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    "end": 626.54,
    "text": "Der ist aber gescheitert."
  },
  {
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    "text": "Warum?"
  },
  {
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    "end": 629.14,
    "text": "Man muss sagen, wir hatten noch keine Ahnung von Ballon bauen."
  },
  {
    "start": 629.72,
    "end": 632.84,
    "text": "Und wir haben da einen Stoff benutzt, der völlig ungeeignet war."
  },
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    "end": 637.1,
    "text": "Das war ein Futterstoff aus dem Lederwerk, also sowas, was in den Taschen so mit reingenäht wird."
  },
  {
    "start": 637.48,
    "end": 638.84,
    "text": "Der Stoff war viel zu luftdurchlässig."
  },
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    "end": 642.96,
    "text": "So dass wir sehr bald gemerkt haben, dass wir das Ding nicht mal aufgeblasen kriegen."
  },
  {
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    "end": 647.12,
    "text": "Im Nachhinein gesehen wäre auch viel zu klein gewesen, mit ein tausend hundert Kubikmeter."
  },
  {
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    "end": 651.02,
    "text": "Denn die Größe habe ich aufgrund der Bild- oder Zeitung einfach nur geschätzt."
  },
  {
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    "end": 657.38,
    "text": "Und damit wäre der Ballon ohnehin nicht geeignet gewesen für uns acht Personen, damit aufzusteigen."
  },
  {
    "start": 658.0,
    "end": 669.8,
    "text": "Da haben wir verschiedene Versuche mit diesem Ballon durchgeführt und beim letzten Versuch werden damals die Absicht dem Ballon aufzuhängen und ihn von unten zu befüllen, weil wir dachten, wir kriegen ihn schneller gefüllt."
  },
  {
    "start": 670.439,
    "end": 672.84,
    "text": "Das haben wir in einer Felswand im Steinbruch gemacht."
  },
  {
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    "end": 677.56,
    "text": "Während dieser Vorbereitung hat Peter plötzlich die Schatten gesehen."
  },
  {
    "start": 677.98,
    "end": 680.42,
    "text": "Wir haben Panik gekriegt, das ist vielleicht jemand beobachtet."
  },
  {
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    "end": 683.74,
    "text": "Wir haben alles zusammengepackt, sind also Steinbruch rausgefahren."
  },
  {
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    "end": 688.92,
    "text": "Als wir draußen waren, haben wir angehalten, haben wir festgestellt, der Ballon hat fünf Meter aus den Anhängerhänden rausgehängt."
  },
  {
    "start": 689.6,
    "end": 691.96,
    "text": "Und die Zufahrtsstraße zum Steinbruch war eine Schornostraße."
  },
  {
    "start": 692.22,
    "end": 694.52,
    "text": "Da kenne ich vorstellen, wie der Ballon ausgesehen hat, aber für mich zerfetzt."
  },
  {
    "start": 695.16,
    "end": 696.48,
    "text": "Also war nichts mehr zu gebrauchen."
  },
  {
    "start": 696.92,
    "end": 698.26,
    "text": "Dann haben wir diesen Ballon vernichtet."
  },
  {
    "start": 699.12,
    "end": 703.28,
    "text": "und dann ... habe ich überlegt, dass das mit dem Schätzen wohl keine gute Idee war."
  },
  {
    "start": 703.52,
    "end": 706.18,
    "text": "Und ich hatte zur Mathematik und Physik ja schon immer ganz guten Draht."
  },
  {
    "start": 706.52,
    "end": 709.38,
    "text": "Und dann habe ich den Ballon erstmal berechnet."
  },
  {
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    "end": 711.84,
    "text": "Ich bin allerdings da von etwas falschen Zahlen ausgegangen."
  },
  {
    "start": 712.52,
    "end": 715.14,
    "text": "Ich habe damals allgenommen, wir können den Ballon der Temperatur erreichen."
  },
  {
    "start": 715.56,
    "end": 717.68,
    "text": "Achtzig Grad größer als die Außendemperatur."
  },
  {
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    "end": 725.08,
    "text": "Und das... Funktionsprinzip von Ballons beruht ja darauf, dass sich die Luftdichte bei Erwärmung verändert."
  },
  {
    "start": 725.52,
    "end": 727.98,
    "text": "Das heißt, Luft wird leichter, was sicherlich jeden bekannt ist."
  },
  {
    "start": 728.24,
    "end": 735.199,
    "text": "Und ich habe angenommen, bei einer Temperatur von achtzig Grad würde das reichen, um diesen Ballon mit zwei Tausend Zwei-und-Ukubikmeter in die Höhe zu bringen."
  },
  {
    "start": 735.6,
    "end": 739.6,
    "text": "Das war allerdings schon, naja, etwas zu optimistisch angenommen das Ganze."
  },
  {
    "start": 740.6,
    "end": 745.04,
    "text": "Ich habe dann diesen Ballon aufgrund dieser Berechnung neu gebaut."
  },
  {
    "start": 745.84,
    "end": 749.02,
    "text": "Allerdings mussten wir jetzt auch noch einen Stoff verwenden, der Luftunterschlässig war."
  },
  {
    "start": 749.199,
    "end": 753.699,
    "text": "Deswegen habe ich mir als nächstes noch ein Messgerät gebaut, um die Luftunterschlässigkeit von Stoff zu messen."
  },
  {
    "start": 754.52,
    "end": 758.3,
    "text": "Und habe damit vier Stoffe ausgefunden, die für unseren Ballon geeignet waren."
  },
  {
    "start": 758.78,
    "end": 763.68,
    "text": "Das war Zeltneilern, Regelschirmseite, Taftstoff, das ist zwar ein Kleiderstoff, aber geeignet."
  },
  {
    "start": 764.1,
    "end": 766.24,
    "text": "Und Bed-In-Let, was viele heute nicht mehr kennen."
  },
  {
    "start": 766.28,
    "end": 770.4,
    "text": "Das war ein sehr dichter, fester Stoff, den man früher in Betten verwendet hat."
  },
  {
    "start": 770.939,
    "end": 773.6,
    "text": "Wir hatten ja früher in den Betten nicht so Kunststoffplakten wie heute."
  },
  {
    "start": 773.939,
    "end": 774.92,
    "text": "Der war eine Gänsefehler drin."
  },
  {
    "start": 775.6,
    "end": 779.98,
    "text": "Und dass diese Kiele von den Gänzefettern nicht durchstechen, gab es dieses Bett-Inlet, diesen festen Stoff."
  },
  {
    "start": 780.58,
    "end": 782.88,
    "text": "Der war zwar schwerer als die anderen, aber auch geeignet."
  },
  {
    "start": 783.8,
    "end": 787.78,
    "text": "So, mit diesem Wissen hat man jetzt die Voraussetzung einen neuen Ballon zu bauen."
  },
  {
    "start": 788.86,
    "end": 796.26,
    "text": "Und sind jetzt als nächstes nach Leipzig gefahren ins Konsumentwarnhaus und haben dort den gesamten Stoff von neun Hundert Quadratmeter."
  },
  {
    "start": 800.34,
    "end": 803.42,
    "text": "Wir haben uns dort vorgestellt, als Ingenieure vom Säbelsportverein Hohen Warte."
  },
  {
    "start": 803.699,
    "end": 806.52,
    "text": "Wir waren keine Ingenieure und mein Säbelsportverein hat nichts zu tun."
  },
  {
    "start": 806.9,
    "end": 807.8,
    "text": "Aber das war denen egal."
  },
  {
    "start": 807.84,
    "end": 812.02,
    "text": "Wir haben allerdings bei diesem Kauf den ersten großen Fehler gemacht, der nie zum Tragen kam."
  },
  {
    "start": 812.66,
    "end": 814.46,
    "text": "Wir haben die Hälfte des Stoffes mit Check bezahlt."
  },
  {
    "start": 814.78,
    "end": 816.8,
    "text": "Dann wäre das Ganze natürlich nachvollziehbar gewesen."
  },
  {
    "start": 817.14,
    "end": 819.52,
    "text": "Aber wie gesagt, ist zum Glück in der Rechte nie was passiert."
  },
  {
    "start": 820.16,
    "end": 822.98,
    "text": "Und damit hat man die komplette Menge für diesen zweiten Ballon."
  },
  {
    "start": 823.92,
    "end": 834.08,
    "text": "Diesen zweiten Ballon habe ich dann auch wieder genäht und habe allerdings bei diesem Ballon dann die Nähmaschine umgebaut, denn das war so eine alte, gusseisende Nähmaschine aus den dreißiger Jahren."
  },
  {
    "start": 834.76,
    "end": 840.48,
    "text": "Es gab auch Nachsitze mit Motoren zu kaufen, dann habe ich den Motor da eingebaut und dann konnte ich viel schneller nähen."
  },
  {
    "start": 841.12,
    "end": 843.76,
    "text": "Für den ersten Ballon, der kleiner war, habe ich sechs Wochen gebraucht."
  },
  {
    "start": 844.24,
    "end": 847.06,
    "text": "Für diesen Ballon habe ich diesen noch nach fünf Wochen gebraucht, weil ich er schneller nähen konnte."
  },
  {
    "start": 847.34,
    "end": 849.12,
    "text": "Dann war der Ballon nach fünf Wochen fertig."
  },
  {
    "start": 849.78,
    "end": 853.96,
    "text": "Und da ist uns auch bewusst geworden, diesen Ballon einfach mit dem Brenner füllen, wie wir es gemacht haben."
  },
  {
    "start": 854.38,
    "end": 855.86,
    "text": "Das dauert zu lange, ist sehr aufwendig."
  },
  {
    "start": 856.28,
    "end": 857.18,
    "text": "Wir brauchen eine Gebläse."
  },
  {
    "start": 858.02,
    "end": 859.4,
    "text": "Und jetzt muss man mit Tocher dran glauben."
  },
  {
    "start": 860.16,
    "end": 863.199,
    "text": "Ich hatte eine Zwei-Hundert-Fünfziger-MZ-ES mit vierzehn PS."
  },
  {
    "start": 863.78,
    "end": 869.54,
    "text": "Den Motor habe ich ausgebaut, habe alles weggeschnitten, was nicht notwendig war und habe daraus das Gebläse gebaut."
  },
  {
    "start": 870.28,
    "end": 874.28,
    "text": "Über diesen Themen zusammen kann ich vielleicht mal auf meiner Website verweisen www.ballonfluch.de."
  },
  {
    "start": 874.9,
    "end": 878.26,
    "text": "Da habe ich über so eine Bild von diesem Gebläser stehen, das wir da selber gebaut haben."
  },
  {
    "start": 879.16,
    "end": 885.72,
    "text": "Und damit hatten wir jetzt gute Voraussetzung dem Ballon zu betreiben, als nächstes wieder einen Versuch durchgeführt auf der Waldlichtung."
  },
  {
    "start": 886.26,
    "end": 890.8,
    "text": "Der Ballon hat sich füllen lassen, er stand hell durch und über uns war einfach ein tolles Bild."
  },
  {
    "start": 891.04,
    "end": 894.68,
    "text": "Allerdings haben wir dann festgestellt, er trägt nicht mal uns zwei Männer."
  },
  {
    "start": 894.98,
    "end": 903.819,
    "text": "Und das Problem, das er sich hier ergeben hat, das vielleicht manche kennen, Wir haben damals so ein Gas verwendet, das heute auch ins Haushaltsgrad oder Camping-Gas oder Heimwerk-Gas verwendet."
  },
  {
    "start": 904.12,
    "end": 905.0,
    "text": "Das war ein Flüssig-Gas."
  },
  {
    "start": 905.72,
    "end": 909.68,
    "text": "Und wenn man dieses Gas schnell aus den Gasflächen entnimmt, dann fangen die an zu vereisen."
  },
  {
    "start": 910.16,
    "end": 913.64,
    "text": "Das kennt man vielleicht, wenn man so ein Handbrenner verwendet zum Grasabfackeln oder so."
  },
  {
    "start": 914.22,
    "end": 916.88,
    "text": "Und man betreibt in längerer Zeit, dass die Flächen dann weiß werden."
  },
  {
    "start": 917.06,
    "end": 920.699,
    "text": "Denn dieses Flüssig-Gas muss ja erst mal in gasförmige Zustand gebracht werden."
  },
  {
    "start": 921.3,
    "end": 925.78,
    "text": "Und bei dieser Umwandlung von flüssig zu gasförmig oder umweltärme entzogen, das Ganze kühlt ab."
  },
  {
    "start": 926.42,
    "end": 934.52,
    "text": "Und damit ist die Brennerformant immer kleiner geworden, sodass der Brenner nicht mehr ausgereicht hat, diese Temperaturdifferenz, die ich angenommen hatte, überhaupt zu erreichen."
  },
  {
    "start": 934.66,
    "end": 942.22,
    "text": "Wir haben dann noch verschiedene Versuche durchgeführt mit Benzinbrennern, was nicht funktioniert hat, sind dann aber wieder bei diesem Grasbrennerzzugluss angekommen."
  },
  {
    "start": 942.9,
    "end": 946.439,
    "text": "Dann habe ich nochmal einen Versuch mit Peter gemeinsam durchgeführt auf einer Waldlichtung."
  },
  {
    "start": 947.24,
    "end": 950.76,
    "text": "Allerdings gab es jetzt die ersten persönlichen Differenzen zwischen Peter und mir."
  },
  {
    "start": 951.5,
    "end": 954.319,
    "text": "Er hat mittlerweile in seinem Familienkreis rum erzählt, was wir vorhaben."
  },
  {
    "start": 954.9,
    "end": 959.699,
    "text": "was mir als sehr gefährlich und unsicher erschien, nicht nur für uns, auch für die Familiengartengehörigen von ihm."
  },
  {
    "start": 960.34,
    "end": 967.28,
    "text": "Außerdem bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass der Ballon, selbst wenn der Brenner richtig funktionieren würde, die Kraft nicht hat, uns acht zu transportieren."
  },
  {
    "start": 968.1,
    "end": 972.26,
    "text": "Da habe ich mich entschlossen, mit meiner Familie aus dem Unternehmen auszusteigen."
  },
  {
    "start": 972.939,
    "end": 975.16,
    "text": "Peter war der Meinung, Zifferb könnte es funktionieren."
  },
  {
    "start": 975.699,
    "end": 979.3,
    "text": "Er war übrigens auch der, der das in der Nähe zum überwiegenden Teil finanziert hat."
  },
  {
    "start": 979.58,
    "end": 987.9,
    "text": "Er hatte also dann die Absicht, mit seiner Familie gemeinsam weiterzumachen, hat ab diesem Augenblick dann seinen Sohn Frank mit einbezogen, der dann schon fünfzehn Jahre alt war."
  },
  {
    "start": 988.62,
    "end": 991.22,
    "text": "Und ich hatte die Glorreiche, die ich wollte mit einem leichten Flugzeug bauen."
  },
  {
    "start": 991.3,
    "end": 996.18,
    "text": "Ich musste aber dann nach einiger Zeit feststellen, es wird wohl schwierig, das Material der Fütze zu bekommen."
  },
  {
    "start": 996.54,
    "end": 999.92,
    "text": "Das sollte so die Art eines Ultraleichtflugzugs sein, mit einem Minimorgestellen."
  },
  {
    "start": 1000.8,
    "end": 1005.74,
    "text": "Und es war in der DDR nahezu unmöglich, so Aluminiumrohr aus hochfestem Aluminium zu kriegen."
  },
  {
    "start": 1006.64,
    "end": 1009.34,
    "text": "Trotzdem habe ich an diesem Konzept versucht weiterzuarbeiten."
  },
  {
    "start": 1009.74,
    "end": 1012.199,
    "text": "Peter hat, wie schon gesagt, seinen Sohn Franck mit einbezogen."
  },
  {
    "start": 1013.24,
    "end": 1017.42,
    "text": "Und bei einem dieser ersten Versuche ist der Franck schnellseg über die Gasflächen gestolpert."
  },
  {
    "start": 1018.04,
    "end": 1021.78,
    "text": "Die Gasflächen sind umgefallen und plötzlich kam eine kräftige Flamme aus der Brenna."
  },
  {
    "start": 1022.56,
    "end": 1026.38,
    "text": "Und dann haben sie das Problem erkannt, das Gas darf nicht in den Flaschen vergasen."
  },
  {
    "start": 1026.76,
    "end": 1029.56,
    "text": "Das muss erst mal aus den Flaschen raus, muss außerhalb vergasen."
  },
  {
    "start": 1029.6,
    "end": 1030.38,
    "text": "Dann kühlen die nicht ab."
  },
  {
    "start": 1030.62,
    "end": 1035.52,
    "text": "Und dann haben sie gestell gebaut, haben die Flaschen verkehrt herum aufgestellt und hatten damit das Problem gelöst."
  },
  {
    "start": 1036.0,
    "end": 1039.26,
    "text": "Der Ballon hatte jetzt ausreichend Kraft gehabt, die vier Personen zu heben."
  },
  {
    "start": 1039.6,
    "end": 1043.16,
    "text": "Und am vierten Juli neunundsebzig haben sie es dann auch versucht."
  },
  {
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    "end": 1047.64,
    "text": "Sie sind zerführt mit diesem Ballon aufgestiegen, haben allerdings Wolkenberührung bekommen."
  },
  {
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    "end": 1052.5,
    "text": "Und durch diese Wolkenberührung hat die Ballonhelle Feuchtigkeit aufgenommen, ist es schwerer geworden."
  },
  {
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    "text": "Und dann ging es wieder abwärts."
  },
  {
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    "end": 1060.8,
    "text": "Und sie sind noch in der DDR, allerdings im Sperrgebiet, das vor der Grenze war, gelandet und waren wieder am Boden."
  },
  {
    "start": 1061.18,
    "end": 1069.3,
    "text": "Sie haben es geschafft, unerkannt aus diesem Sperrgebiet wieder rauszukommen, konnten ihre ganze... Hausrösten wieder zusammenpacken und konnten unerkannt nach Hause fahren."
  },
  {
    "start": 1069.7,
    "end": 1073.06,
    "text": "Und der Ballon wurde allerdings nicht wie in dem Film, den Sie vielleicht kennen, Ballon."
  },
  {
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    "text": "Wurde er nicht am nächsten Morgen gefunden."
  },
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    "end": 1079.2,
    "text": "Der wurde das erste Mal gefunden, eine Woche nach dem Missglücktenversuch."
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    "text": "Von dem ehemaligen Volkspolizist, der früher mal das Recht hatte ins Sperrgebiet reinzugehen, zu diesem Zeitpunkt aber nicht mehr."
  },
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    "end": 1088.86,
    "text": "Er ist aber trotzdem immer wieder rein ins Sperrgebiet, hat er eine Pilze gesucht."
  },
  {
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    "text": "Es hat dem Ballon liegen gesehen, er durfte zwar nicht melden, weil er gar nicht hätte sein dürfen."
  },
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    "text": "Deswegen hat er es für sich behalten."
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    "text": "Und nochmal über eine Woche später, am einundzwanzigsten Juli, hat Danielka gefunden, der drinnen jagen durfte."
  },
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    "text": "Und der hat es dann gemeldet."
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    "end": 1107.94,
    "text": "und dann hat die Stasi am einundzwanzigsten... Juli neunzehntzig angefangen zu ermitteln."
  },
  {
    "start": 1108.2,
    "end": 1112.62,
    "text": "Der misstete Versuch war übrigens am vierten Juli und am einen zwanzig Juli hat es die Straße erfahren."
  },
  {
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    "end": 1118.72,
    "text": "Ich finde, was es an dieser Stelle noch zu erwähnen gilt, ist ja die Tatsache, dass sie sich in einer Diktatur befunden haben."
  },
  {
    "start": 1118.9,
    "end": 1123.42,
    "text": "Es heißt, was sie getan haben, das war aus Sicht der DDR illegal."
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    "text": "Sie galten eigentlich oder hätte man sie erwischt?"
  },
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    "end": 1130.7,
    "text": "Und nachher, nachdem sie im Westen angekommen sind, sie galten als ein Verräter des Systems."
  },
  {
    "start": 1130.92,
    "end": 1133.04,
    "text": "Sie hätten Konsequenzen gespürt, wenn man sie erwischt hätte."
  },
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    "end": 1134.68,
    "text": "Sie wären wahrscheinlich eingesperrt worden."
  },
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    "text": "Ihre Kinder weiß man nicht, wann sie die jemals wiedergesehen hätten."
  },
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    "text": "War das damals ein Gedanke eigentlich auch von Ihnen?"
  },
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    "end": 1143.2,
    "text": "Das war auf jeden Fall ein Gedanke."
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    "end": 1147.2,
    "text": "Wir sind zwar davon ausgegangen, dass mit dem Ballon nichts passieren kann."
  },
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    "start": 1147.92,
    "end": 1150.92,
    "text": "was allerdings gefährlich werden konnte, wenn es das Stasiarbe stellt."
  },
  {
    "start": 1150.98,
    "end": 1160.54,
    "text": "Da waren wir uns schon bewusst drüber und wir hatten dazu einen Plan B. Auch da habe ich zwei Bilder auf meiner Website, bin ich zu sehen neben der Nähmaschine, außerdem halten wir den Ballon hoch."
  },
  {
    "start": 1161.38,
    "end": 1167.5,
    "text": "Und der den Ballon damit hochhält auf den Bildern, das ist der Westverwandte, über den ich den Peter Stell sich kennengelernt habe."
  },
  {
    "start": 1167.9,
    "end": 1169.68,
    "text": "Und den haben wir an die ganze Geschichte eingeweiht."
  },
  {
    "start": 1170.52,
    "end": 1174.18,
    "text": "Denn wir wussten, dass die Bundesregierung politische Gefangene freikauft."
  },
  {
    "start": 1175.16,
    "end": 1181.4,
    "text": "Und wir sind davon ausgegangen, in dem Augenblick, wenn es das Stasi erwischt hätte, wären wir ja einfach verschwunden."
  },
  {
    "start": 1182.08,
    "end": 1187.74,
    "text": "Und wenn diese Situation eingetreten wäre, dann sollte Willi über die Westmedien unsere Geschichte bekannt machen."
  },
  {
    "start": 1188.8,
    "end": 1192.56,
    "text": "Und damit wären wir am Westen bekannt geworden als politische Gefangene."
  },
  {
    "start": 1192.9,
    "end": 1198.62,
    "text": "Und dieser Gefangene freikauft, das waren ja nicht Einzelgeschäfte, die haben wir im Jahr über tausend Menschen verkauft."
  },
  {
    "start": 1199.44,
    "end": 1201.04,
    "text": "Der hat ja rechten Menschenhandel betrieben."
  },
  {
    "start": 1201.76,
    "end": 1205.18,
    "text": "Die haben mit diesem Menschenhandel drei Komma vier Milliarden D-Mark eingenommen."
  },
  {
    "start": 1206.08,
    "end": 1212.28,
    "text": "Deswegen haben wir für uns die Situation ganz günstig eingeschätzt, wenn die uns erwischt hätten, dass wir auf diese Weise auch eingekauft werden."
  },
  {
    "start": 1213.1,
    "end": 1218.46,
    "text": "In dem Anblick, in dem die uns eingesperrt hätten, wären unsere Kinder wahrscheinlich ins Heim gekommen oder zu einer anderen Familie."
  },
  {
    "start": 1219.22,
    "end": 1226.74,
    "text": "Aber wenn wir verkauft wurden wären, dann hätte Familienzusammenführung gegeben, dann wären die Kinder mitverkauft worden und damit wären wir alle wieder zusammen gewesen."
  },
  {
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    "text": "Wobei ich das im Nachhinein sagen muss, ich bin froh, dass die Situation nie eingetreten ist."
  },
  {
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    "text": "Denn ich habe mittlerweile Menschen kennengelernt, die frei gekauft wurden."
  },
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    "text": "Das war auch kein Spaß."
  },
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    "text": "Aber sie sind zumindest nach einiger Zeit wieder in Freiheit gekommen."
  },
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    "text": "Und das haben wir in Kauf genommen."
  },
  {
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    "end": 1259.76,
    "text": "Man muss dazusagen, dass die Idee eher ja schon damals als... real existierender Sozialismus, den sie gepflegt haben, extrem auf Auslandsdivisen, also auf kapitalistische Währungen, wie die deutsche D-Mark angewiesen waren und so eben auch tatsächlich Geld gemacht haben, um die Quide zu bleiben, mit mehr oder weniger, wie sie es ganz richtig sagen, mit Menschenhandel."
  },
  {
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    "text": "Eine unfassbare Situation kann man sich heute eigentlich nicht mehr vorstellen mitten in Europa."
  },
  {
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    "text": "Sie haben jetzt diesen abgestürzten zweiten Ballon."
  },
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    "end": 1271.96,
    "text": "Sie wussten aufgrund des Fundes auch, dass ihr Freund quasi abgestürzt ist."
  },
  {
    "start": 1273.14,
    "end": 1284.26,
    "text": "Sie haben sich dann entschlossen, einen Dritten zu machen, weil er auch auf einmal in der Zeitung gestanden ist, dass die Volkspolizei, also die Polizei des Regimes, nach jemandem sucht, der mit einem Ballon flüchten wollte."
  },
  {
    "start": 1284.9,
    "end": 1285.82,
    "text": "Also der dritte Ballon."
  },
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    "text": "Genau, am XXI."
  },
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    "start": 1288.08,
    "end": 1296.08,
    "text": "Juli hat die Stasi, wie gesagt, von so einer Geschichte erfahren und es hat sich dann auch sehr schnell rumgesprochen, dass im Grenzgebiet ein Ballon gefunden wurde."
  },
  {
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    "end": 1298.56,
    "text": "Im Buschfunk habe ich das schon zu hören bekommen."
  },
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    "start": 1298.64,
    "end": 1300.78,
    "text": "Damit war klar, die Stasi weiß Bescheid."
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    "text": "Am XXIII."
  },
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    "text": "Juli kam dann Peter zu mir, ob ich noch mitmachen würde."
  },
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    "end": 1307.88,
    "text": "Denn das Ganze war natürlich ein Gemeinschaftsprojekt."
  },
  {
    "start": 1308.32,
    "end": 1310.18,
    "text": "Er war der, der es überwiegend finanziert hat."
  },
  {
    "start": 1310.72,
    "end": 1314.02,
    "text": "Ich war der, der die Ballons konstruiert und gebaut hat."
  },
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    "end": 1315.84,
    "text": "Das wäre nur gemeinsam gegangen."
  },
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    "end": 1318.64,
    "text": "Und wir haben natürlich viel Arbeit noch gemeinsam durchgeführt."
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    "start": 1318.68,
    "end": 1320.3,
    "text": "Aber der Belong war ein ausschließlich Meinwerk."
  },
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    "end": 1328.08,
    "text": "Dann habe ich mir überlegt, oder bin zu erkennen gekommen, dass das mit dem Flugzeug durch Schwierige wird, als ich mir das vorgestellt habe."
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    "end": 1331.5,
    "text": "Der Ballon hat funktioniert, er müsste nur groß genug sein."
  },
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    "start": 1331.78,
    "end": 1339.8,
    "text": "Deswegen habe ich mich als Nächstes hingesetzt, habe den Ballon nochmal neu berechnet, bin aber jetzt nur von der Temperatur von vierzig Grad ausgegangen."
  },
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    "start": 1340.22,
    "end": 1345.18,
    "text": "Wie gesagt, wir ersten waren sehr achtzig Grad höher, diesmal nur vierzig Grad, das erschien mir als realistischer."
  },
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    "start": 1345.86,
    "end": 1349.9,
    "text": "Und bin jetzt auf dem Ballon gekommen in der Größe von viertausend zweihundert Kubikmeter."
  },
  {
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    "end": 1353.5,
    "text": "Das war übrigens neunzehnt neun ... der größte Ballon Europas."
  },
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    "end": 1360.6,
    "text": "Zu der Zeit war Ballon, fahren Europa noch nicht so populär, in den USA hat es schon größere gegeben, aber unsere war tatsächlich Europa der größte Ballon."
  },
  {
    "start": 1360.92,
    "end": 1365.8,
    "text": "Ja, damit war für mich klar, wir brauchen einen thousand two hundred forty-fünf Quadratmeter Stoff."
  },
  {
    "start": 1366.26,
    "end": 1371.42,
    "text": "Das Ganze ist realistisch und habe mich deswegen dann nach kurzer Zeit entschlossen, wieder mitzumachen."
  },
  {
    "start": 1371.48,
    "end": 1378.22,
    "text": "Bei diesem Unternehmen habe ich das mit dem Flugzeug einfach... stehen lassen, weil ich davon ausgegangen bin, dass mir wahrscheinlich die Besondernis gebotten."
  },
  {
    "start": 1378.78,
    "end": 1383.46,
    "text": "Im Nachhinein muss ich sagen, ich bin mittlerweile selber zu einem dreißig Jahre geflogen und war zwanzig Jahre Fluglehrer."
  },
  {
    "start": 1383.9,
    "end": 1386.58,
    "text": "Ich weiß heute, was es bedeutet, den Flugzeug zu fliegen, mit dem Wissen von heute."
  },
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    "end": 1389.22,
    "text": "ist mir klar, dass wir damals mal heiligst geworden."
  },
  {
    "start": 1389.52,
    "end": 1391.68,
    "text": "Gut, wir haben also uns nicht lassen, wieder mitzumachen."
  },
  {
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    "end": 1394.12,
    "text": "Und jetzt war nur die Frage der Zeit."
  },
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    "end": 1399.16,
    "text": "Denn als ich mich im August, septzig, von Peter getrennt habe, habe ich ja nicht mehr mit selbstständig gearbeitet."
  },
  {
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    "end": 1402.38,
    "text": "Ich habe wieder als Kraftfahrer angefangen und war einen ganzen Tag mit Ekan unterwegs."
  },
  {
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    "end": 1409.16,
    "text": "Deswegen bin ich kurz nach der Entscheidung zu meinem Hausarzt und habe mich wegen Markenschmerzen zwei Wochen zurückscheiben lassen."
  },
  {
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    "end": 1417.2,
    "text": "Außerdem habe ich mich am Anschluss daran nochmal drei Wochen Urlaub geben lassen von meinem AWG-Mach und damit standen uns letztendlich fünf Wochen zur Verfügung."
  },
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    "text": "Und das erschien mir durchaus realistisch, dass wir das in dieser Zeit schaffen können."
  },
  {
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    "end": 1426.64,
    "text": "An meinem ersten Krankheitstag bin ich dann mit Peter gemeinsam losgefahren."
  },
  {
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    "end": 1430.48,
    "text": "Wir haben Material eingekauft in der Woche vom dreizehnten August."
  },
  {
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    "text": "Meinlich war das."
  },
  {
    "start": 1431.42,
    "end": 1443.9,
    "text": "Und am vierzehnten August war in der Zeitschrift ein Bericht drin, die VOP, also den Volkspolizei, bindet und mithilfe nach der Begehung einer schweren Straftat, wurden vom Täter die nachfolgenden abgebildeten Gegenstände zurückgelassen."
  },
  {
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    "end": 1451.5,
    "text": "Das war ... Parometer, was viele hatten, eine Wasserpumpe, Zange, Taschen-Uhrer, Taschenmesser, also Sachen, die alle Menschen hatten."
  },
  {
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    "end": 1456.36,
    "text": "Wir sind also davon ausgegangen, da weiß man, worum es geht, denn ich stand ja nur da bei einer Straftat."
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    "text": "Ich stand nicht dabei, worum es tatsächlich ging."
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    "text": "Deswegen haben wir angenommen, wenn die was in der Zeitung setzen, wissen die schon mal nichts und die wollen uns damit unter Druck setzen."
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    "text": "Denn wir wussten, dass ja Wohlbaus bei diesen Gegenständen geht."
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    "text": "Und das hatten wir für uns gesagt, wir müssen das Gas geben."
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    "text": "In dieser ersten Woche, wie gesagt, bin ich mit Peter gemeinsam losgefahren, wir haben Material eingekauft."
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    "text": "Nach dieser Woche bin ich dann zu Hause geblieben."
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    "text": "Und habe mit dem Nähen angefangen."
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    "text": "Und dann ist Peter mit seiner oder mit meiner Frau losgefahren, um Material zu beschaffen."
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    "text": "Diesmal ging es durch die ganze DDR."
  },
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    "end": 1487.7,
    "text": "Denn es war klar, dass diese Straße sucht nach uns."
  },
  {
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    "text": "Dann ist nur noch meterweise Stoff eingekauft worden."
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  {
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    "end": 1492.7,
    "text": "Es ging bis Hochrostogschmarin, Bautz und Görlitz."
  },
  {
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    "text": "In jeder Stadt, wo Stoffgeschäft zu erwarten war, haben sie ein paar Meter Stoff gekauft."
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  {
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    "text": "Und ich saß daheim und habe genäht."
  },
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    "text": "Moment, lassen Sie mich da ganz kurz nachfangen."
  },
  {
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    "text": "Sie haben diese Stoffteile, also Einzel in kleinen Mengen gekauft, damit nirgends auffällt."
  },
  {
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    "text": "Aha."
  },
  {
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    "end": 1509.98,
    "text": "Die und diese Person kauft so viel Stoff, die könnte damit etwas vorhaben."
  },
  {
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    "text": "Versteh ich das richtig?"
  },
  {
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    "text": "Genau so war es."
  },
  {
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    "end": 1521.26,
    "text": "Wir wollten einfach vermeiden, dass es auffällt, dass wir große Mengen Stoff kaufen, wobei wir haben trotzdem noch große Menge gekauft, zu der Beiserstünge."
  },
  {
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    "end": 1531.32,
    "text": "Aber es waren ja die vier verschiedene Stoffe und wir dachten, wenn wir da haben, haben wir Zeltneilern, mal auf der Regenschirmseite, dann mein Taftstoff, dann mein Dettelnet, dass das dadurch nicht auffällig war."
  },
  {
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    "text": "Das sind zum Glück auch so war."
  },
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    "end": 1540.48,
    "text": "Und so sind jeden Tag einige Meter Stoff bei mir angekommen und ich habe sie dann zusammengenäht und die anderen sind losgefahren, haben wieder neun Stofffrauen geschafft."
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  {
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    "end": 1543.52,
    "text": "Das Ganze hat sich jetzt vier Wochen hingezogen."
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  {
    "start": 1543.86,
    "end": 1546.24,
    "text": "Der letzte Urlaubstag war der vierzehnte September."
  },
  {
    "start": 1546.48,
    "end": 1547.58,
    "text": "Es war regnerig."
  },
  {
    "start": 1548.44,
    "end": 1554.32,
    "text": "Es hat gestürmt, es wäre überhaupt nicht dran zu denken, dass wir mit dem Ballon aufsteigen können."
  },
  {
    "start": 1554.98,
    "end": 1563.78,
    "text": "Deswegen bin ich am vierzehnten September zu meinem Arbeitgeber, hab mir vom Montag, das war noch das siebzehnte September, schon den Fahrauftrag abgeholt, ich hätte also Montag wieder abhängen müssen."
  },
  {
    "start": 1564.34,
    "end": 1577.94,
    "text": "Hab trotzdem an diesem Freitag weitergenäht, bis in den Samstag hinein, war auch am Samstagmorgen, und Samstag früh kam vom Segelflugwetterbericht vom Bayerischen Rundfunk, die Information, dass Samstag gegen Mittag diese Schlechtwetterfront durchgezogen sein wird."
  },
  {
    "start": 1578.46,
    "end": 1581.88,
    "text": "Das war eine sogenannte Rückseitenwetterlage kriegen, nach dieser Schlechtwetterfront."
  },
  {
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    "end": 1585.64,
    "text": "Und wir wussten, Rückseitenwetterlagen sind meist relativ stabile Wetterlagen."
  },
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    "end": 1591.2,
    "text": "Angekündigt war Höhenwind, fünfzehn Stundenkilometer aus dem Nord, Bodenwind nahezu null."
  },
  {
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    "end": 1593.2,
    "text": "Und das war ideal für unser Vorhaben."
  },
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    "end": 1597.34,
    "text": "Denn wir mussten ja, das heißt von Osten nach Wester, wir mussten ja vom Norden in den Süden."
  },
  {
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    "end": 1601.08,
    "text": "fahren, weil die Grenze ja da anders verläuft im unteren Bereich."
  },
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    "text": "So, und das war natürlich ideal."
  },
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    "text": "Deswegen habe ich an dieses Samstag nochmal richtig Gas gegeben und habe bis abends am Zähn an den Ballon gearbeitet und der war abends am Zähn fertig."
  },
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    "end": 1614.1,
    "text": "Und es war klar, so eine ideale Wetterlage, wie wir da hatten, kriegt man nie wieder."
  },
  {
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    "text": "Das hieß, wir hatten keine Zeit, den Ballon noch in irgendeiner Form zu testen."
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    "text": "Wir mussten es sofort versuchen, mit diesem Ballon aufzusteigen."
  },
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    "text": "Und wie gesagt, Samstagabend am Zähn war ich fertig."
  },
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    "text": "Ja, dann haben wir das Ganze noch ein bisschen vorbereitet."
  },
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    "text": "Die Frauen haben die Wohnungen und Marken gebracht und mit der Nacht ging es dann los."
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    "text": "Und wir sind losgefahren."
  },
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    "end": 1642.12,
    "text": "Peter mit seinem Wartburg hat seine Frau mitgenommen mit seinen jüngsten Sohn mit elf Jahren, also dem meine Frau und meine zwei Sohne mit zwei und fünf Jahren."
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    "end": 1646.9,
    "text": "Damit war das Auto voll und das einzige, was mir geblieben ist war mein Moped."
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    "end": 1651.18,
    "text": "Denn ich hatte auch ein Wartburg, den habe ich aber vorher zerlegt, weil wir noch Geld gebraucht haben."
  },
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    "end": 1653.18,
    "text": "Da habe ich Motor, Rahmen und Betriebe verkauft."
  },
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    "end": 1655.52,
    "text": "Mein Motorrad habe ich zerlegt für das Gebläse."
  },
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    "text": "Und dann blieb mir noch dieses Java-Mustang übrig."
  },
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    "end": 1659.78,
    "text": "Das war so ein Mobile aus der Schelz-Löbergei."
  },
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    "end": 1663.14,
    "text": "Sollte ich mich dann mit dem Frank zusammen mit dem Java-Mustang gefolgt."
  },
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    "end": 1665.72,
    "text": "Diese Java-Motoren hatten natürlich ein bisschen eine Krankheit."
  },
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    "text": "Wenn die heiß geworden sind, sind sie gerne mal stehen geblieben."
  },
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    "text": "Und es mir dann während dieser Fahrt dreimal passiert, die mit dem Wartburg waren um halb eins schon auf der Wandlichtung."
  },
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    "text": "Wir sind um dreiviertel eins erst dann gewesen."
  },
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    "end": 1685.62,
    "text": "Die wollten schon umkehren, weil sie dachten, die haben uns irgendwie erwischt, aber sie haben zum Glück abgewartet, so dass wir nachts um drei viertel eins alle gemeinsam acht Weitlichte waren."
  },
  {
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    "end": 1693.78,
    "text": "Es war eine montelle Nacht und jetzt haben wir erst mal auf einer Ecke der Weitlichte abgewartet und haben beobachtet, ob uns vielleicht jemand gefolgt ist."
  },
  {
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    "end": 1696.62,
    "text": "Denn man hat durch diese Montelligkeit alles sehr schön erkannt."
  },
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    "text": "Es ist niemand gekommen und im Halbzwo ging es da los."
  },
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    "text": "Wir sind in der Mitte der Weitlichtung gefahren, haben den Ballon ausgebreitet."
  },
  {
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    "end": 1705.78,
    "text": "Dann habe ich mich um das Gebläse gekümmert."
  },
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    "end": 1707.3,
    "text": "Peter hat sich um den Ballon gekümmert."
  },
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    "text": "Und dann haben wir diesen Ballon gleichzeitig mit dem Gebläse und dem Brenner gefüllt."
  },
  {
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    "end": 1716.6,
    "text": "Und es hat keine zehn Minuten gedauert, stand dieser Ballon helleschen über uns und war fortbereit."
  },
  {
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    "end": 1719.36,
    "text": "Jetzt waren da meine zwei Söhne nach dem Auto, die haben da geschlafen."
  },
  {
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    "end": 1721.98,
    "text": "Da zwei Jahre oder fünf Jahre, die haben gar nichts mitgekriegt."
  },
  {
    "start": 1722.62,
    "end": 1725.16,
    "text": "Die Frauen sind losgelaufen, haben meine zwei Söhne aus dem Auto geholt."
  },
  {
    "start": 1725.64,
    "end": 1733.52,
    "text": "Sie sind zurückgekommen, haben sich jeweils ins Eck von dieser Gondel gesetzt, die zwei große Söhne von Strelzes haben sich jeweils in der Eck gesetzt und wir zwei Männer haben uns reingestellt."
  },
  {
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    "end": 1734.98,
    "text": "Damit waren wir abfahrtbereit."
  },
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    "end": 1736.88,
    "text": "Und wir hatten jetzt eine klare Aufgabenteilung."
  },
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    "text": "Peter kümmert sich um den Brenner."
  },
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    "end": 1740.24,
    "text": "Ich kümmere mich um die Navigation."
  },
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    "text": "Peter hat Gas gegeben."
  },
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  },
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    "end": 1746.5,
    "text": "Die hatten aber mit Vierseilen am Boden verankert."
  },
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    "end": 1750.34,
    "text": "Denn man darf nicht vergessen, dieser Ballon hatte eine riesige Handgriffsfläche gehabt."
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    "text": "Und um zu vermeiden, dass der Ballon abgetrieben wird vom Wind, hatten wir die Gondel am Boden verankert."
  },
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    "text": "So hing man an den Vierseilen fest."
  },
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    "text": "Jetzt haben wir die ersten zwei Seile diagonal gekappt."
  },
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    "text": "Dann hat sich aber die Kraft... auf die zwei verbliebenen Seile übertragen."
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    "text": "Die sollten auch noch gekappt werden und der Frank war vielleicht etwas zu langsam oder sein Messer hat nicht richtig gesessen."
  },
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    "text": "Jedenfalls wurde nur ein Seil gekappt und die Gondel hing es noch mit einem Seil am Boden verankert fest."
  },
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    "text": "Der Ballon hat natürlich kräftig nach oben gezogen und die Folge war, dass die Gondel zur Seite gekippt ist."
  },
  {
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    "end": 1788.7,
    "text": "Da unser Brenner aber stark auf der Gondel montiert war, ist auch der zur Seite gekippt und die Flamme ist in die Ballon geladen."
  },
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    "text": "Der Ballon hat es brennen angefangen."
  },
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    "text": "Ich habe mir gleich unsere Feuerlöcher geschnappt."
  },
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    "end": 1796.4,
    "text": "Das war so ein alter DDR-Tetra-Löcher, das ist Flüssigkeitslöcher gewesen."
  },
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    "end": 1799.12,
    "text": "Und habe den Ballon um die Flamme herum schön eingeweicht."
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    "text": "Damit konnte die Flamme nicht weiter laufen."
  },
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    "text": "Peter, der sich um Brenner gekümmert hat, hat natürlich gleich die Brennerflamme zurückgedreht, so dass das Ganze nicht weiter befeuert wurde."
  },
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    "text": "Und dann hat sich die letzte Verankerung aus dem Boden gerissen."
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    "text": "Die ist hochgeflogen, ist dem Frankstrell sich gegen Kopf geflogen."
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    "text": "Der hat erst bis Bluten angefangen."
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    "end": 1815.86,
    "text": "Gut, seine Mutter hat sich gleich darum gekümmert."
  },
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    "text": "Aber dadurch war die Gondel wieder frei und hat sich wieder ausgerichtet und der Ballon stand wieder an der Mitte von der Öffnung."
  },
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    "end": 1825.52,
    "text": "Und jetzt hat Peter kräftig Gras gegeben und es ging zügig nach oben."
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    "text": "Womit wir nicht gerechnet haben, der Ballon hat plötzlich angefangen sich zu drehen."
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    "end": 1831.56,
    "text": "Da konnten wir uns kann richten rein drauf machen."
  },
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    "end": 1837.8,
    "text": "Von Ballonfahrern habe ich die Vermutung bekommen, weil der Ballon ja gebrannt hatte, war ein Löcher an der Seine drin."
  },
  {
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    "end": 1839.86,
    "text": "Dass dort Warmluft ausgetreten ist."
  },
  {
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    "end": 1844.16,
    "text": "und diese austretende Warmluft hatte zugeführt, dass sich der Ballon angefangen hat sich zu drehen."
  },
  {
    "start": 1844.84,
    "end": 1850.74,
    "text": "Es ging drehend nach oben und ich hatte hier vorne schon gesagt, Peter hat sich einen Brander gekümmert, ich mich um die Navigation."
  },
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    "end": 1854.8,
    "text": "So nachts navigieren im drehenden Ballon war natürlich schwierig."
  },
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    "text": "Wir haben damals eingenommen, die Grenze ist beleuchtet, da kann es ja gar nicht so schwierig sein."
  },
  {
    "start": 1860.24,
    "end": 1861.98,
    "text": "Was wir nicht wussten, die Grenze war nicht beleuchtet."
  },
  {
    "start": 1862.88,
    "end": 1870.82,
    "text": "Und ich habe jetzt im Nachhinein erfahren von ehemaligen DDR-Grenzern, die Grenze war tatsächlich an Menschenstil überhaupt nicht beleuchtet und die hatten Stellen mit Tornbeleuchtung."
  },
  {
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    "end": 1871.5,
    "text": "D.h."
  },
  {
    "start": 1871.7,
    "end": 1874.06,
    "text": "da wurden die Scheimlerverstrahlung waagerecht ausgestrahlt."
  },
  {
    "start": 1874.56,
    "end": 1877.14,
    "text": "Das war so abgeschirmt, dass der Lichtstrahl Boden nicht behörd hat."
  },
  {
    "start": 1877.66,
    "end": 1882.06,
    "text": "Die hätten zwar gesehen, wenn sich der Turm jemand bewegt in dem Bereich, aber von oben war das der ganze Dunkel."
  },
  {
    "start": 1882.54,
    "end": 1883.7,
    "text": "Dadurch haben wir die Grenze nicht erkannt."
  },
  {
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    "end": 1887.04,
    "text": "In einiger Entfernung habe ich einen großen beleuchteten Kreis gesehen."
  },
  {
    "start": 1887.28,
    "end": 1891.6,
    "text": "Da konnten wir uns denken, das kann nur der Grenzübergang in Rudolfstein sein."
  },
  {
    "start": 1891.74,
    "end": 1894.8,
    "text": "Das ist der Grenzübergang an der A-IX zwischen München und Berlin."
  },
  {
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    "end": 1896.0,
    "text": "Das war auch sehr weit weg."
  },
  {
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    "end": 1901.54,
    "text": "Und wir hatten überhaupt keine Ahnung, wie wir diese Entfernung überbrücken wollen, ob wir das überhaupt Zeuglesing schaffen."
  },
  {
    "start": 1901.8,
    "end": 1904.04,
    "text": "Plötzlich sind noch drei Scheinwerferstrahlen davon zugekommen."
  },
  {
    "start": 1904.7,
    "end": 1906.62,
    "text": "Und damit war klar, die haben wir uns gesehen."
  },
  {
    "start": 1907.54,
    "end": 1910.24,
    "text": "Diese Scheinwerferstrahlen sind allerdings nach kurzer Zeit wieder ausgegangen."
  },
  {
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    "end": 1914.68,
    "text": "Und was allerdings auch ausgegangen ist, war unser Brenner."
  },
  {
    "start": 1915.02,
    "end": 1920.22,
    "text": "Wir dachten zuerst, vielleicht ist das Gas zu kalt geworden, denn wir hatten mittlerweile mindestens acht Grad."
  },
  {
    "start": 1920.84,
    "end": 1923.74,
    "text": "Wir wussten jetzt zu dem Zeit noch nicht, dass wir so ein zweitausend Meter hoch sind."
  },
  {
    "start": 1924.06,
    "end": 1928.98,
    "text": "So, dann haben wir nach einigen Versuchen festgestellt, das Gas ist nicht zu kalt, das Gas ist alle."
  },
  {
    "start": 1929.84,
    "end": 1930.78,
    "text": "Und dann ging es abwärts."
  },
  {
    "start": 1931.64,
    "end": 1933.54,
    "text": "Und wir sind jetzt aus zweitausend Meter höher."
  },
  {
    "start": 1934.12,
    "end": 1935.68,
    "text": "ohne Gas bis zum Boot gesogen."
  },
  {
    "start": 1935.94,
    "end": 1945.48,
    "text": "Wir hatten ein Riesenglück, dass nichts passiert ist, denn ich habe von anderen Fällen gehört, da ist der Ballon dann zusammengeklappt, die so ein Schlauch, und dann geht es dann gleich nach unten, und da hätten wir überhaupt keine Überlegungschancen gehabt."
  },
  {
    "start": 1946.0,
    "end": 1949.86,
    "text": "Wir hatten das Glück, dass der Ballon offen geblieben ist und hat eine gewisse Falschimpfwirkung gezeigt."
  },
  {
    "start": 1950.72,
    "end": 1951.94,
    "text": "Das ging also zügig nach unten."
  },
  {
    "start": 1952.72,
    "end": 1956.1,
    "text": "Ich habe dann nach einer gewissen Zeit unseren Landesscheinwerfer eingeschalten."
  },
  {
    "start": 1956.48,
    "end": 1958.48,
    "text": "Das war so ein ungebauter PKW Fernscheinwerfer."
  },
  {
    "start": 1958.74,
    "end": 1961.8,
    "text": "Und habe aber nur auch um uns herumgeleuchtet, um uns aufmerksam zu machen."
  },
  {
    "start": 1962.22,
    "end": 1963.98,
    "text": "Denn das war klar, das wird keine normalen Landung."
  },
  {
    "start": 1964.22,
    "end": 1968.92,
    "text": "Dann habe ich im letzten Augenblick noch ein paar Bombenpfeilern durchschliessen sehen und dann hat es doch schon gekrachten, wir waren an Boden."
  },
  {
    "start": 1969.18,
    "end": 1974.5,
    "text": "Und das war jetzt dieser Augenblick, den ich vorhin schon erwähnt habe, in dem war diese Spannung weg, die wir an der Fahrt hatten."
  },
  {
    "start": 1974.9,
    "end": 1976.52,
    "text": "Und dann kam die Angst in die Erschöpfung auf."
  },
  {
    "start": 1976.9,
    "end": 1981.48,
    "text": "Und dann die Entscheidung, wir gehen es einfach in Richtung Süden, wenn wir es nicht geschafft haben."
  },
  {
    "start": 1981.54,
    "end": 1983.66,
    "text": "laufen wir in der Grenze rein, dann ist es wenigstens vorbei."
  },
  {
    "start": 1983.9,
    "end": 1989.94,
    "text": "Denn da die Scheinwerfer eingeschalten haben, war uns ja klar, die haben uns gesehen, die werden uns suchen und die finden uns sowieso."
  },
  {
    "start": 1990.32,
    "end": 1992.16,
    "text": "Und das wollten wir da ganz einfach nur nach Beschleunigung."
  },
  {
    "start": 1992.34,
    "end": 1993.74,
    "text": "Wir sind losmarschiert."
  },
  {
    "start": 1994.22,
    "end": 1995.58,
    "text": "Es war immer noch diese monatel Nacht."
  },
  {
    "start": 1996.12,
    "end": 2001.04,
    "text": "Was mir jetzt schon aufgefallen ist, die Felter um uns herum waren relativ klein und es waren Gebüsche drum."
  },
  {
    "start": 2001.84,
    "end": 2006.28,
    "text": "Das war nicht unbedingt typisch für die DDR, denn da hat man Großflächen gehabt, Gebüsche hat man alle weggemacht."
  },
  {
    "start": 2006.52,
    "end": 2008.64,
    "text": "So, das war der erste Hinweis, es könnte geklappt haben."
  },
  {
    "start": 2009.34,
    "end": 2013.04,
    "text": "Dann sind wir zu einem Strommass gekommen, da waren Schild dran über Landwerk Naila."
  },
  {
    "start": 2013.82,
    "end": 2017.88,
    "text": "Und über Landwerk war es kein typischer DDR-Begriff und Naila haben wir auch nicht gekannt."
  },
  {
    "start": 2018.16,
    "end": 2020.54,
    "text": "Als es schon wieder hinweist, es könnte geklappt haben."
  },
  {
    "start": 2021.22,
    "end": 2023.14,
    "text": "In einiger Entfernung haben wir Gebäude gesehen."
  },
  {
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    "end": 2028.78,
    "text": "Dort sind wir hingegangen, haben aber jetzt schon auf dem Weg zu einem Gebäude unsere Frauen und Kinder in einem Gebüsch zurückgelassen."
  },
  {
    "start": 2029.24,
    "end": 2030.38,
    "text": "Jetzt bei Männern sind allein dorthin."
  },
  {
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    "end": 2037.44,
    "text": "Und bei dem Gebäude, das war Bauernhof, stand die Scheune zum Teil offen und in der Scheune stand der Fendt-Missstreuwagen."
  },
  {
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    "end": 2039.82,
    "text": "Und Fendt wussten wir, das kann doch der Westen sein."
  },
  {
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    "end": 2047.2,
    "text": "Wir sind aus der Schöne raus und auf diesem Landwirtschaftsweg kam uns langsam ein Pkw entgegen, hat angehalten, hat auf Standlicht geschalten."
  },
  {
    "start": 2047.4,
    "end": 2049.179,
    "text": "Da haben wir am Kühe der Grill vier Ringe gesehen."
  },
  {
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    "text": "Und da war klar, das ist Audi."
  },
  {
    "start": 2051.08,
    "end": 2052.56,
    "text": "Dazu kam noch ein Polizeiauto."
  },
  {
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    "end": 2055.819,
    "text": "So damit waren wir uns natürlich schon sicher, wir sind hingegangen."
  },
  {
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    "end": 2060.139,
    "text": "Die haben die Scheiben runtergekobelt und da kamen von Peter die Frage, sind wir hier am Westen?"
  },
  {
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    "end": 2062.759,
    "text": "Und die ganze Antwort, die kamen natürlich wo sonst?"
  },
  {
    "start": 2063.44,
    "end": 2066.08,
    "text": "So, damit war jetzt endlich klar, wir haben es geschafft."
  },
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    "text": "Ich hatte von Silvester eine Handleuchtkugel dabei."
  },
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    "end": 2070.48,
    "text": "Es waren so kleine Leuchtkugel, die man da handhalten konnte."
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    "text": "Ich habe die losgeschossen."
  },
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    "text": "Das war für die Frauen das Signal."
  },
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    "text": "Es ist alles in Ordnung."
  },
  {
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    "text": "Jetzt sind die Frauen und die Kinder gerannt gekommen, haben gejubelt."
  },
  {
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    "text": "Wir haben uns dort umarmt."
  },
  {
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    "end": 2082.319,
    "text": "Und jetzt war auch den Polizisten offenbar klar, dass alles in Ordnung ist."
  },
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    "end": 2083.839,
    "text": "Jetzt sind die erst ausgestiegen."
  },
  {
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    "end": 2088.279,
    "text": "Was uns im Nachhinein erzählt haben, der ein Beifahrer ist, hatte schon eine Maschinenpistole ausgeholt."
  },
  {
    "start": 2088.319,
    "end": 2092.0,
    "text": "Denn man darf nicht vergessen, siebzehnte Jahr war Zeit von RAF, von Terrorismus."
  },
  {
    "start": 2092.04,
    "end": 2095.96,
    "text": "Wenn die zwei so gestalten, nachts rumschleichen, was wollten die sich dabei denken?"
  },
  {
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    "end": 2097.48,
    "text": "Die erkennen ja sonst was sein können."
  },
  {
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    "end": 2099.4,
    "text": "Die sind deswegen vorsichtig gewesen."
  },
  {
    "start": 2099.5,
    "end": 2103.259,
    "text": "Aber als die Frauen und die Kinder gerannt kamen, dann war ihnen offenbar klar, alles ist in Ordnung."
  },
  {
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    "end": 2109.64,
    "text": "Und dann sind ja ausgestiegen, wir haben dort uns alle im Abend und haben uns gefreut, dass wir es geschafft haben und im Westen angekommen sind."
  },
  {
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    "end": 2121.74,
    "text": "Was war das damals für ein Gefühl, dass Sie es tatsächlich geschafft haben, diese Zeit hinter sich gelassen haben, dieses wirklich unfassbare Unterfangen, geglückt ist, die Familie auch sicher angekommen ist."
  },
  {
    "start": 2122.46,
    "end": 2123.46,
    "text": "Was geht einem da durch den Kopf?"
  },
  {
    "start": 2123.74,
    "end": 2125.18,
    "text": "Man kann einfach nur sagen, wir waren glücklich."
  },
  {
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    "end": 2127.9,
    "text": "Und wir haben uns dort gleich wohlgefühlt."
  },
  {
    "start": 2128.4,
    "end": 2130.62,
    "text": "Die Polizisten haben als nächstes den Innendienst informiert."
  },
  {
    "start": 2131.12,
    "end": 2134.68,
    "text": "Der Innendienst wiederum hat das rote Kreuz informiert und das bayerische rote Kreuz."
  },
  {
    "start": 2135.24,
    "end": 2138.359,
    "text": "Die sind mit Einsatzvorzeugen gekommen und haben uns erst mit zur Polizeivache geworben."
  },
  {
    "start": 2138.58,
    "end": 2141.2,
    "text": "Auf dieser Polizeivache wurden unsere Daten aufgelommen."
  },
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    "end": 2142.68,
    "text": "Ich will das auch nicht als Vorhör bezeichnen."
  },
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    "end": 2144.62,
    "text": "Es waren wirklich freundliche Atmosphäre."
  },
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    "end": 2148.16,
    "text": "Die haben sich selber gefreut, dass wir es geschafft haben, aus der DDR dahin zu kommen."
  },
  {
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    "end": 2150.08,
    "text": "Es war übrigens Sonntag früh in Nacht drei."
  },
  {
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    "end": 2152.54,
    "text": "Sie haben auch gleich den Bürgermeister-Fanaler informiert."
  },
  {
    "start": 2152.9,
    "end": 2156.299,
    "text": "Der kam auch vorbei und wir hatten bereits ums... Wir waren doch früh in fünf Wohnungen."
  },
  {
    "start": 2160.2,
    "end": 2167.62,
    "text": "Der Bürgermeister von Neyler hat uns gleich städtische Wohnungsermieter angeboten, weil er offenbar erkannt hat, dass durch diese Geschichte die Sterne Neyler bekannt werden könnte."
  },
  {
    "start": 2168.339,
    "end": 2172.7,
    "text": "Was auch geklappt hat, es gab hinterher Berichte, da hieß es dann Hof bei Neyler und nicht umgedreht."
  },
  {
    "start": 2173.46,
    "end": 2175.48,
    "text": "So, dass wir da schon sehr freundlich empfangen wurden."
  },
  {
    "start": 2176.24,
    "end": 2179.839,
    "text": "Dann ging es von der Polizeistation weiter zum Rotkreuzheim."
  },
  {
    "start": 2180.62,
    "end": 2183.68,
    "text": "Dort waren schon Feldbetten vorbereitet, sodass wir uns niederlassen konnten."
  },
  {
    "start": 2184.44,
    "end": 2189.16,
    "text": "Das Lustige dabei, für diese Nacht war eine Übung angesagt und die dachten, wir sind die Übung."
  },
  {
    "start": 2189.6,
    "end": 2190.92,
    "text": "Deswegen macht man das vorbereitet."
  },
  {
    "start": 2192.64,
    "end": 2196.68,
    "text": "Wir haben dann in diesem Rotkreuzheim noch den Morgen zugebracht, dass es hell geworden ist."
  },
  {
    "start": 2197.259,
    "end": 2201.7,
    "text": "Zufällig kam also ein Nachbauer der Metzger vorbei, der war Jäger, der hat das Ganze mitgekriegt."
  },
  {
    "start": 2202.18,
    "end": 2208.62,
    "text": "Der ist gleich losgefahren und seine Metzgerei hat Brotzeit geholt, sodass wir hier am Sonntagmorgen gleich mal Frankliche Brotzeit zum Frühstück hatten."
  },
  {
    "start": 2209.02,
    "end": 2209.42,
    "text": "Wir willkommen"
  },
  {
    "start": 2209.48,
    "end": 2209.859,
    "text": "im Westen."
  },
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    "start": 2209.98,
    "end": 2210.04,
    "text": "Ja,"
  },
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    "end": 2213.319,
    "text": "allerdings habe ich jetzt starke Schmerzen in der rechten Warte bekommen."
  },
  {
    "start": 2214.2,
    "end": 2216.66,
    "text": "Und für mich ging es jetzt erst mal ins Krankenhaus."
  },
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    "start": 2216.94,
    "end": 2219.339,
    "text": "Und da wurde festgestellt, ich habe ein Muskelfasseres zugezogen."
  },
  {
    "start": 2219.859,
    "end": 2223.779,
    "text": "Mein Bein wird da eingegibst und ich habe die nächste Woche erst mal im Krankenhaus zugebracht."
  },
  {
    "start": 2224.04,
    "end": 2231.46,
    "text": "Die anderen sind zum Landeplatz, denn das technische Hilfswerk war beauftragt, den Ballon zusammen zu packen und nach Neilei zu bringen."
  },
  {
    "start": 2232.1,
    "end": 2236.04,
    "text": "Und da sind dann schon Menschenmassen gekommen, da waren hundert Leute, die zugeschaut haben, was da los ist."
  },
  {
    "start": 2236.299,
    "end": 2237.859,
    "text": "Und da sind auch die Medien gekommen."
  },
  {
    "start": 2238.04,
    "end": 2241.54,
    "text": "Und Peter hat jetzt mit der Zeitschaftsstärn- und Exklusivvertrag abgeschlossen."
  },
  {
    "start": 2242.04,
    "end": 2249.04,
    "text": "Und das ist der eigentlich für mich ärgerliche Teil und hat die Geschichte dann so dargestellt, dass er der Indizerte und Erbauer des Ballons war."
  },
  {
    "start": 2249.66,
    "end": 2251.359,
    "text": "Ich war ja nicht greifbar, ich lag im Ringhaus."
  },
  {
    "start": 2252.0,
    "end": 2257.48,
    "text": "Und so hat sich von Anfang die Geschichte so dargestellt, dass diese Ballon-Geschichte Peter seine Geschichte ist."
  },
  {
    "start": 2257.879,
    "end": 2259.299,
    "text": "Damit war es eigentlich meine Idee."
  },
  {
    "start": 2260.14,
    "end": 2268.48,
    "text": "dem Bauer, wie gesagt, der Breitballons, habe ich hervorgegenommen, sodass sich das Ganze dann ein bisschen in falsche Richtungen entwickelt hat, ich war dieser ganzen Woche nirgends zu sehen oder zu sprechen."
  },
  {
    "start": 2268.799,
    "end": 2275.94,
    "text": "Und die anderen sind dann ins Hotel gebracht worden und haben... Ab diesem Zeitpunkt für die nächsten vier Wochen im Hotel gelebt."
  },
  {
    "start": 2276.5,
    "end": 2280.7,
    "text": "Ich bin nach einer Woche auch noch mit dazugekommen, sodass wir die ersten vier Wochen im Hotel waren."
  },
  {
    "start": 2280.92,
    "end": 2284.819,
    "text": "Dadurch, dass wir mit dem Sternen-Exklusivvertrag hatten, sind wir auch zu etwas Geld gekommen."
  },
  {
    "start": 2285.04,
    "end": 2293.839,
    "text": "Wohnungen hat er uns der Bürgermeisterlichen zugesichert, sondern dass wir nach den vier Wochen aus dem Hotel ausziehen konnten und in unsere eigenen Wohnungen einziehen, sodass wir da schon mal gut untergebracht werden."
  },
  {
    "start": 2294.56,
    "end": 2299.0,
    "text": "Wir haben zwar dann bis zum Jahresende noch mit den Medien zusammen verbracht, zum großen Teil."
  },
  {
    "start": 2299.72,
    "end": 2305.96,
    "text": "Und zum Ende des Jahres bin ich dann aus diesem Mädchengeschehen ausgetreten, denn ich bin ja nicht in Westen gegangen, um da mit den Mädchen herum zu tun."
  },
  {
    "start": 2306.379,
    "end": 2314.72,
    "text": "Ich wollte mein neues Leben aufbauen und habe das dann ab Januar, achtzehn auch geschafft und konnte mir im Westen ein komplett neues Leben aufbauen und habe dann gelebt wie jeder andere Wesselbürger auch."
  },
  {
    "start": 2315.14,
    "end": 2329.64,
    "text": "Diese Geschichte, diese Erzählen, diese Freude, die sie verspürt haben, als sie über die Grenze gekommen sind, diese Freude ist zehn Jahre nach ihrer wirklich beeindruckenden Flucht ja eigentlich so gut wie allen, die die Erdbürger gegangen, denn die Mauer ist neunzehnhundert."
  },
  {
    "start": 2330.859,
    "end": 2331.7,
    "text": "Das wissen sie natürlich."
  },
  {
    "start": 2332.04,
    "end": 2336.02,
    "text": "Es gibt ja eine Szene und ich bin mir zu tausend Prozent sicher, dass sie die kennen."
  },
  {
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    "end": 2337.779,
    "text": "Die spielt sich in Berlin ab."
  },
  {
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    "end": 2346.54,
    "text": "Steht eine junge Frau vor einem Polizisten und keiner weiß so genau, darf man jetzt in den Westen, darf man jetzt zu seiner Familie und seinen Freunden, darf man in die Freiheit."
  },
  {
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    "end": 2349.44,
    "text": "Und sie fragt diesen Polizisten, ob sie jetzt rüber darf."
  },
  {
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    "end": 2351.74,
    "text": "Darf sie jetzt ihrer, ich glaube, ihre kranke Mutter besuchen."
  },
  {
    "start": 2352.08,
    "end": 2355.1,
    "text": "Und dieser Polizist nickt einfach nur und sagt, ja, natürlich."
  },
  {
    "start": 2355.24,
    "end": 2360.379,
    "text": "Und diese Frau fällt dem Polizisten um die Arme und küsst ihm nix und läuft in den Westen."
  },
  {
    "start": 2360.879,
    "end": 2365.68,
    "text": "Und es ist eine Szene, die, wenn ich sie beschreiben muss, obwohl ich damals noch nicht mal auf der Welt war, die mich heute noch bewegt."
  },
  {
    "start": 2366.02,
    "end": 2370.16,
    "text": "Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie sie das damals bewegt hat als jemand, der selbst geflohen ist."
  },
  {
    "start": 2370.2,
    "end": 2371.94,
    "text": "Wie ging es ihnen, als die Mauer gefallen ist?"
  },
  {
    "start": 2372.12,
    "end": 2378.0,
    "text": "Da muss man vielleicht auch dazu sagen, ich hab die Entwickler und DDR schon ... von etwas früher an verfolgt."
  },
  {
    "start": 2378.46,
    "end": 2381.259,
    "text": "Ich habe mitbekommen, die Geschichte mit Ungarn, dass da Menschen rüber sind."
  },
  {
    "start": 2381.759,
    "end": 2385.779,
    "text": "Ich habe mitbekommen, die Leute, die in der Botschaft in Prag waren."
  },
  {
    "start": 2386.22,
    "end": 2393.0,
    "text": "Ich habe die Züge mit empfangen, die dann in den Westen gekommen sind, denn ich habe zu dieser Zeit in Hof gewohnt und haben diese Züge ja halt gemacht."
  },
  {
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    "end": 2398.06,
    "text": "Dadurch habe ich schon das Gefühl gehabt, es wird sich etwas tun und die Grenze wird irgendwann fallen."
  },
  {
    "start": 2398.46,
    "end": 2400.46,
    "text": "Das ist dann schon schnell gingen, damit habe ich nicht gerechnet."
  },
  {
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    "end": 2403.96,
    "text": "Denn es war eine totale Überraschung, dass das so schnell gegangen ist."
  },
  {
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    "end": 2413.0,
    "text": "Es war einfach das tollste Gefühl überhaupt, das miterleben zu dürfen, dass diese Mauer gefallen ist, dass diese Grenze gefallen ist und dass das Ganze friedlich abgelaufen ist."
  },
  {
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    "end": 2418.72,
    "text": "Denn ich glaube, dass das erste Ereignis dieser Art, das überhaupt gegeben hat, das friedlich verlaufen ist."
  },
  {
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    "end": 2426.2,
    "text": "Das war wohl das Beste, was uns überhaupt passieren konnte, dass wir wieder zu einem Land geworden sind, dass wieder alles zusammengekommen ist, was zusammen gehört hat."
  },
  {
    "start": 2426.54,
    "end": 2431.56,
    "text": "Ich konnte fünf Tage später schon das erste Mal wieder zurückfahren in meiner Heimat und meine Eltern besucht."
  },
  {
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    "end": 2434.379,
    "text": "Hab Kontakt mit früheren Freunden und Bekannten aufgenommen."
  },
  {
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    "end": 2436.62,
    "text": "Und es war einfach eine absolute glückliche Zeit."
  },
  {
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    "end": 2439.04,
    "text": "Und ich bin froh, dass das eingetreten ist."
  },
  {
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    "end": 2439.5,
    "text": "Sie"
  },
  {
    "start": 2439.54,
    "end": 2443.44,
    "text": "haben dann nach der Wende herausgefunden, wie knapp es tatsächlich war."
  },
  {
    "start": 2443.6,
    "end": 2448.54,
    "text": "Sie hatten nämlich dann Einblick, so wie sehr viele DDR-Bürger in ihre eigenen Stasiakten."
  },
  {
    "start": 2448.58,
    "end": 2449.92,
    "text": "Die wurden dann zur Verfügung gestellt."
  },
  {
    "start": 2450.4,
    "end": 2454.44,
    "text": "Da konnte man dann nachschauen, was die Staatssicherheit über einen zusammengetragen hat."
  },
  {
    "start": 2454.66,
    "end": 2458.62,
    "text": "Das sind sehr viele Menschen auf sehr viele fürchterliche Überwachungsmaßnahmen gekommen."
  },
  {
    "start": 2458.66,
    "end": 2459.819,
    "text": "Was haben Sie da über sich gefunden?"
  },
  {
    "start": 2459.859,
    "end": 2460.859,
    "text": "Sie haben es vorher schon angeschnitten."
  },
  {
    "start": 2461.24,
    "end": 2469.08,
    "text": "Also ich habe mir gleich nach der Wende, also im Maulfall, Einsicht in die Stasiakte beantragt, aber auch dann, bekommen."
  },
  {
    "start": 2469.66,
    "end": 2472.56,
    "text": "Übrigens hat meine Strasseakte mittlerweile in zwei Tausend Führerzeiten."
  },
  {
    "start": 2473.24,
    "end": 2476.64,
    "text": "Damals waren es gerade leider über zwei Tausend, das sind immer noch mal Sachen dazu gekommen."
  },
  {
    "start": 2476.92,
    "end": 2483.379,
    "text": "Und da konnte ich dann nachlesen, wie dich zu uns auf den Fersen waren, kann ich an meinem Teil der Akten nicht nachvollziehen."
  },
  {
    "start": 2483.879,
    "end": 2488.64,
    "text": "Der Leiter vom Strasseunterlagen-Archiv von Gera zur damaligen Zeit, der hatte noch mehr Einsicht gehabt."
  },
  {
    "start": 2489.16,
    "end": 2493.4,
    "text": "Der hat festgestellt, dass die Strasse noch circa sechs Tage gebraucht hätten, hätten sie uns gehabt."
  },
  {
    "start": 2494.18,
    "end": 2499.96,
    "text": "Ob das es wirklich sechs Tage waren, ich kann es nicht nachvollziehen mit dem, was ich habe, aber sie waren es offenbar sehr dicht auf den Fersen."
  },
  {
    "start": 2500.6,
    "end": 2505.7,
    "text": "Und die Spur waren die Medikamente, die die Dorusstrell sich bei dem Missglücktenversuch verloren hat."
  },
  {
    "start": 2506.06,
    "end": 2510.879,
    "text": "Das waren registrierte Medikamente und die hat die Straße dann entsprechend auf die Spur gebracht."
  },
  {
    "start": 2511.06,
    "end": 2513.74,
    "text": "Gut, für uns gab es eigentlich nicht so viele Konsequenzen."
  },
  {
    "start": 2514.02,
    "end": 2517.0,
    "text": "Zum Glück, würde ich sagen, was ich im Nachhinein gelesen habe."
  },
  {
    "start": 2517.56,
    "end": 2520.44,
    "text": "In Naila, wo wir gelebt haben, gab es drei Ems."
  },
  {
    "start": 2521.02,
    "end": 2527.44,
    "text": "als drei informierte Mitarbeiter der Stasi, die über uns berichtet haben und die im Westen über uns Gerichte verbreitet haben."
  },
  {
    "start": 2528.319,
    "end": 2530.799,
    "text": "Das waren Westbürger, die von der Stasi gekauft waren."
  },
  {
    "start": 2531.68,
    "end": 2534.44,
    "text": "Und es sind bekannte, es hat ja im Westen Tausende IEMs gegeben."
  },
  {
    "start": 2535.279,
    "end": 2537.18,
    "text": "Alles Leute, die von der Stasi bezahlt wurden."
  },
  {
    "start": 2537.379,
    "end": 2541.48,
    "text": "So diese IEMs, die haben natürlich alles berichtet, was über uns erfahren konnten."
  },
  {
    "start": 2541.62,
    "end": 2547.359,
    "text": "Zum Teil hat es nicht gestimmt, zum Teil hat es gestimmt, denn einer davon hat sogar in dem Autohaus Gabel, in dem ich Gabelt habe."
  },
  {
    "start": 2548.14,
    "end": 2552.72,
    "text": "Und dadurch sind einige Sachen an der Stasse übermittelt worden, was ich dann noch nachlesen konnte in der Akte."
  },
  {
    "start": 2552.96,
    "end": 2556.46,
    "text": "Dann hat meine Frau, ihrer Freund, denn immer wieder mal geschrieben, dass sie Heimwehr hat."
  },
  {
    "start": 2557.0,
    "end": 2560.4,
    "text": "Das hat natürlich die Stasse ja auch gelesen, denn die haben alle Briefe von uns gelesen."
  },
  {
    "start": 2560.879,
    "end": 2565.72,
    "text": "Ich habe alle Briefe, die gelaufen sind, zwischen der und uns, in meiner Stasseagter als Kopie."
  },
  {
    "start": 2565.819,
    "end": 2571.16,
    "text": "Denn die haben es geschafft, die Briefe zu öffnen, zu lesen und wieder richtig zuzumachen, dann wie ihre Spezialisten gehabt."
  },
  {
    "start": 2571.879,
    "end": 2573.339,
    "text": "Und sie hat geschrieben, dass sie Heimwehr hat."
  },
  {
    "start": 2574.18,
    "end": 2582.299,
    "text": "Und dann kamen einige Zeit danach, errennt neue Pape und zu Besuch, die eigentlich auf der Durchreise waren von Pösnick nach Frankfurt."
  },
  {
    "start": 2582.859,
    "end": 2585.02,
    "text": "Da wäre Durchreise aus der Besucht blöd sind."
  },
  {
    "start": 2585.9,
    "end": 2591.0,
    "text": "Und die haben uns erzählt, ja, wenn wir zurückkommen, kriegen wir unser Haus wieder, kriegen unsere Arbeitsplätze wieder."
  },
  {
    "start": 2591.339,
    "end": 2593.46,
    "text": "Da war schon klar, was die wollen, da haben wir sie ausgeschmissen."
  },
  {
    "start": 2593.759,
    "end": 2599.819,
    "text": "Die haben meiner Frau dann noch einen Brief übergeben von ihrer Freundin, in der ihrer Freundin sie ermutigt hat, wieder zurück zu kehren."
  },
  {
    "start": 2600.339,
    "end": 2602.6,
    "text": "Das hat sie natürlich auf Befehl der Straße geschrieben."
  },
  {
    "start": 2602.799,
    "end": 2607.339,
    "text": "Gut, dann sind sie noch zweimal gekommen, als ich nicht zu Hause war, denn meine Frau war Hausfrau, ich war arbeiten."
  },
  {
    "start": 2608.18,
    "end": 2609.779,
    "text": "Und haben sie versucht zurückzulocken."
  },
  {
    "start": 2610.1,
    "end": 2612.68,
    "text": "Beim zweiten Mal haben wir dann allerdings den Kripo in Hof informiert."
  },
  {
    "start": 2613.14,
    "end": 2614.819,
    "text": "Die haben sie dann abends in Hof festgenommen."
  },
  {
    "start": 2615.299,
    "end": 2617.14,
    "text": "haben sie verhört, und dann war das Spuk vorbei."
  },
  {
    "start": 2617.44,
    "end": 2623.879,
    "text": "Und das konnte ich dann das Stasiakta nachlesen, dass die uns im Aufdruck des Stasi zurückklopfen sollten, wobei mir das eigentlich schon klar war, so wie die geredet haben."
  },
  {
    "start": 2624.12,
    "end": 2626.879,
    "text": "Und dann gab es eine Geschichte, die mich natürlich schon betroffen hat."
  },
  {
    "start": 2627.16,
    "end": 2631.22,
    "text": "Ein DDR-Bürger, deiner Ungerin als Frau hat mich von Ungarn aus angerufen."
  },
  {
    "start": 2631.839,
    "end": 2633.18,
    "text": "Wir können es doch in Ungarn mal treffen."
  },
  {
    "start": 2633.54,
    "end": 2634.759,
    "text": "Bloß für mich war Ostblock tabu."
  },
  {
    "start": 2635.48,
    "end": 2639.48,
    "text": "Ich wäre nie in den Aspekt gefahren, dann habe ich in meiner Stasierd gelesen, dass er mich mal auf Dr."
  },
  {
    "start": 2639.759,
    "end": 2642.58,
    "text": "Stasi dorthin locken sollte und dass die mich dort gefangen genommen hätten."
  },
  {
    "start": 2643.06,
    "end": 2645.24,
    "text": "Und das war eigentlich so das heftigste, was gewesen ist."
  },
  {
    "start": 2645.7,
    "end": 2648.52,
    "text": "Sonst musste man nicht mit irgendwelchen Problemen rechnen, das ist die Stasi."
  },
  {
    "start": 2649.08,
    "end": 2656.1,
    "text": "Trotzdem, ich glaube es reicht schon, oder als dieses Gängeln selbst von Menschen, die eigentlich nicht mehr im Land leben, es ist unerträglich zu machen."
  },
  {
    "start": 2656.14,
    "end": 2656.5,
    "text": "Natürlich,"
  },
  {
    "start": 2656.64,
    "end": 2656.819,
    "text": "klar."
  },
  {
    "start": 2657.9,
    "end": 2661.7,
    "text": "Aber die haben dann wirklich... nicht so wirkliche Konsequenzen zu spüren bekommen."
  },
  {
    "start": 2662.08,
    "end": 2663.94,
    "text": "Und ich denke mir, das war zu der Zeit dann auch schon ruhiger."
  },
  {
    "start": 2664.16,
    "end": 2671.48,
    "text": "Es hat ja Fälle gegeben, in den Fünfzigern, Anfang der sechsjährigen Jahre, wo angeblich Flüchtlinge getötet wurden oder durch Unfälle ums Leben gekommen, worum auch immer."
  },
  {
    "start": 2671.66,
    "end": 2673.259,
    "text": "Das war zu der Zeit glaube ich nie mehr der Fall."
  },
  {
    "start": 2673.48,
    "end": 2680.08,
    "text": "Und ich denke mal, unsere Geschichte war so bekannt, dass die sich das gar nicht... leisten konnten, noch irgendwas zu unternehmen."
  },
  {
    "start": 2680.52,
    "end": 2685.02,
    "text": "Denn es sollte eine gewisse Entspannung entstehen und das hätte die Entspannung natürlich stärker gefährdet."
  },
  {
    "start": 2685.7,
    "end": 2691.44,
    "text": "Und deswegen mussten wir, glaube ich, nicht mit irgendwelchen größeren Konsequenzen rechnen und hatten da weitgehend uns hoch."
  },
  {
    "start": 2692.24,
    "end": 2694.799,
    "text": "gerne über einen allgemeinen Punkt sprechen."
  },
  {
    "start": 2694.9,
    "end": 2700.06,
    "text": "Sie sind aus der DDR geflüchtet, mit einem Ballonweiß ist nicht ausgehalten, sie wurden dann nachträglich gegängelt."
  },
  {
    "start": 2700.2,
    "end": 2708.04,
    "text": "Man muss dazusagen, insgesamt sind rund vierhundertfünfzig Menschen an der deutschen Grenze von Grenzbeamten getötet worden."
  },
  {
    "start": 2708.1,
    "end": 2710.0,
    "text": "Ich glaube allein rund hundertsechzig im Berlin."
  },
  {
    "start": 2710.04,
    "end": 2712.68,
    "text": "Die sind teilweise grausamst erschossen worden."
  },
  {
    "start": 2712.72,
    "end": 2714.2,
    "text": "Das sind doch Teenager erschossen worden."
  },
  {
    "start": 2714.24,
    "end": 2716.06,
    "text": "Das heißt, das war eine Diktatur."
  },
  {
    "start": 2716.54,
    "end": 2721.1,
    "text": "Aber eine Diktatur, die in heutigen Zeiten doch immer wieder etwas verklärt wird."
  },
  {
    "start": 2721.5,
    "end": 2723.44,
    "text": "eine einfache und bessere Zeit."
  },
  {
    "start": 2724.279,
    "end": 2728.96,
    "text": "Wie geht es Ihnen, wenn Ihnen jemand mit DDR-Verklärung begegnet?"
  },
  {
    "start": 2729.66,
    "end": 2731.58,
    "text": "Also ich habe da überhaupt kein Verständnis dafür."
  },
  {
    "start": 2732.22,
    "end": 2736.759,
    "text": "Insbesondere dann nicht, wenn es Menschen sind, die DDR gar nicht miterlebt haben."
  },
  {
    "start": 2736.819,
    "end": 2738.279,
    "text": "Das habe ich ja oft genug schon erlebt."
  },
  {
    "start": 2738.96,
    "end": 2744.6,
    "text": "Menschen, die vielleicht gerade noch so eine DDR geboren wurden, aber von dem wirklichen Leben nichts mitbekommen haben."
  },
  {
    "start": 2745.06,
    "end": 2749.4,
    "text": "Und ich kann nicht verstehen, wie man auf den Gedanken kommt, das Ganze noch schön zu reden."
  },
  {
    "start": 2750.1,
    "end": 2757.0,
    "text": "Und ich habe mittlerweile mit mehreren Menschen zu tun gehabt, die mir geschrieben haben, die mich verurteilt haben, dass wir unsere Kinder in Gefahr gebracht haben."
  },
  {
    "start": 2757.06,
    "end": 2758.259,
    "text": "Das System war da gar nicht so schlimm."
  },
  {
    "start": 2758.68,
    "end": 2762.08,
    "text": "Sie waren mal im Urlaub da und haben festgestellt, dass es auszuhalten ist."
  },
  {
    "start": 2762.42,
    "end": 2763.54,
    "text": "Also es ist unfassbar."
  },
  {
    "start": 2763.98,
    "end": 2773.339,
    "text": "Und selbst Menschen, die da gelebt haben, die wissen müssten, dass das ganze Unrechtstaat war, dass die bis heute immer noch das ganze Versuchen schön zu reden, kann ich einfach nicht verstehen."
  },
  {
    "start": 2773.56,
    "end": 2773.64,
    "text": "Herr"
  },
  {
    "start": 2773.68,
    "end": 2780.04,
    "text": "Wetzel, Sie haben vorhin schon angesprochen, dass Sie sich mit der Feministrelzig dann auseinandergelebt hätten, dass da einige... Dinge passiert sind."
  },
  {
    "start": 2780.279,
    "end": 2793.06,
    "text": "Ich würde das gerne verknüpfen mit einem aktuellen Werk, das ja ihren Fall in der populären Kultur... stark verbreitet hat, nämlich der Film, den Ballon Bulle Herbikatz, dieses Drama verfilmten."
  },
  {
    "start": 2793.12,
    "end": 2796.2,
    "text": "Man muss sozusagen, es ist etwas dramatisierter, als es vielleicht in echt war."
  },
  {
    "start": 2796.24,
    "end": 2799.779,
    "text": "Also in diesem Film wird ihr Ballon am Ende mit Stasi-Helikoptern verfolgt."
  },
  {
    "start": 2799.839,
    "end": 2802.46,
    "text": "Ich glaube, wenn ich es Ihnen so zugehört habe, das war nicht der Fall."
  },
  {
    "start": 2803.16,
    "end": 2808.22,
    "text": "Aber trotzdem, in diesem Film ist Peter Strelzig mehr oder weniger die Hauptfigur und auch die treibende Kraft."
  },
  {
    "start": 2808.259,
    "end": 2811.98,
    "text": "Hat sie das eigentlich damals geärgert, wenn Sie sagen, eigentlich, wann sie die treibende Kraft?"
  },
  {
    "start": 2812.16,
    "end": 2816.24,
    "text": "Es hat mich natürlich geärgert, weil Peter hat also wahnsinnig das Geldungsbedürfnis gehabt."
  },
  {
    "start": 2816.98,
    "end": 2820.779,
    "text": "und hat sich gerne einen Viertelgrund gerückt und hat uns aus der Geschichte ausgedrängt."
  },
  {
    "start": 2821.259,
    "end": 2832.14,
    "text": "Wobei ich das Ganze gar nicht gleich wirklich vorgenommen habe, denn ich habe mich ab Anfang der ganzen Öffentlichkeit zurückgezogen und habe mich um... meine Weiterentwicklung gekümmert."
  },
  {
    "start": 2832.64,
    "end": 2837.779,
    "text": "Hab mich dreißig jahrelang kaum noch mit diesem Thema befasst und konnte damit ein sehr angenehmes Leben führen."
  },
  {
    "start": 2838.24,
    "end": 2842.52,
    "text": "Und erst im Jahr zwei tausend neun, nach dreißig Jahren, ich dachte, ich habe für mich so weit alles geschafft."
  },
  {
    "start": 2842.58,
    "end": 2843.52,
    "text": "Ich blicke jetzt mal zurück."
  },
  {
    "start": 2844.12,
    "end": 2847.94,
    "text": "Dann habe ich erst mal gemerkt, wie sich das ganze total in die verkehrte Richtung entwickeln hat."
  },
  {
    "start": 2848.46,
    "end": 2853.0,
    "text": "Und habe deswegen im Jahr zwei tausend neun die Website geschrieben, in der ich die Geschichte richtig geschrieben habe."
  },
  {
    "start": 2853.16,
    "end": 2856.6,
    "text": "Interessant dabei ist, dass Peter Strelzig nie was dagegen gesagt hat."
  },
  {
    "start": 2856.64,
    "end": 2859.58,
    "text": "Denn das Ganze widerspricht ja eigentlich seiner Darstellung."
  },
  {
    "start": 2860.259,
    "end": 2863.74,
    "text": "Er hat nie was dagegen gesagt, dass ich da was Falsches darstelle."
  },
  {
    "start": 2864.0,
    "end": 2871.259,
    "text": "Nur mit seinem Sohn komme ich immer so richtig zusammen, weil er die Geschichte halt anders kennt, weil ihm alles anders erzählt wurde, wie es tatsächlich war."
  },
  {
    "start": 2871.799,
    "end": 2875.279,
    "text": "Und das finde ich eine Schade, dass wir auf diese Weise nicht mehr wirklich zusammenkommen."
  },
  {
    "start": 2875.759,
    "end": 2878.799,
    "text": "Denn es war letztendlich ein Gemeinschaftsprojekt und das betone ich immer wieder."
  },
  {
    "start": 2879.04,
    "end": 2883.879,
    "text": "Egal, ob es so ein Peter geht oder ein Meister in der Familie, das war eine gemeinsame Geschichte, die wir durchgezogen haben."
  },
  {
    "start": 2884.44,
    "end": 2889.879,
    "text": "Und eigentlich... wäre es Grund genug, da zusammen zu halten im Nachhinein, weil es halt leider nicht passiert ist."
  },
  {
    "start": 2890.259,
    "end": 2894.9,
    "text": "Herr Weetzl, vielleicht abschließt dann diese Geschichte, die Sie mir gerade erzählt haben, unglaublich."
  },
  {
    "start": 2895.0,
    "end": 2897.879,
    "text": "Also, wirklich, also, Wahnsinn."
  },
  {
    "start": 2898.779,
    "end": 2906.64,
    "text": "Was mich aber interessieren würde und vielleicht enden wir auf einer, ein bisschen einer humorvollen Note, sind Sie eigentlich in Ihrem Leben danach je wieder in einen Ballon eingestiegen?"
  },
  {
    "start": 2907.2,
    "end": 2910.339,
    "text": "Ich habe mittlerweile fünfzehn Ballonfahrten hinter mir, als Gast zumindest."
  },
  {
    "start": 2911.02,
    "end": 2912.92,
    "text": "Unsere mit eingeladen, also der Vierzehn als Gast."
  },
  {
    "start": 2913.52,
    "end": 2916.879,
    "text": "Und ich bin nach wie vor begeistert vom Ballonfahren."
  },
  {
    "start": 2917.359,
    "end": 2923.98,
    "text": "Und wie ich es schon gesagt habe, ich bin ja auch zwanzig Jahre geflogen, war zwanzig Jahre Fluglehrer, war also mit der Fliege immer sehr eng verbunden."
  },
  {
    "start": 2924.46,
    "end": 2925.779,
    "text": "Und ich habe heute noch großen Spaß dran."
  },
  {
    "start": 2926.06,
    "end": 2926.379,
    "text": "Herr Wetzler,"
  },
  {
    "start": 2926.42,
    "end": 2927.759,
    "text": "vielen Dank, dass Sie mir diese Geschichte erzählt"
  },
  {
    "start": 2927.799,
    "end": 2927.94,
    "text": "haben."
  },
  {
    "start": 2928.2,
    "end": 2928.56,
    "text": "Sehr gern."
  },
  {
    "start": 2931.42,
    "end": 2939.839,
    "text": "Und an dieser Stelle vielen Dank für das viele Feedback zu unserem neuen Format, wo wir auch abseits des täglichen Geschehens Interviews mit spannenden Leuten führen."
  },
  {
    "start": 2940.56,
    "end": 2945.339,
    "text": "Lassen Sie uns doch in den Kommentaren wissen, ob wir so etwas regelmäßig am Wochenende machen sollen."
  },
  {
    "start": 2945.94,
    "end": 2953.74,
    "text": "Und auch noch ein Hinweis in eigener Sache an dieser Stelle, die Standard-Podcasts, die kann man im November nicht nur hören, sondern auch live dabei sein, und zwar auf der Buchwin."
  },
  {
    "start": 2954.24,
    "end": 2961.02,
    "text": "Am dreizehnten November in Edition Zukunft spricht dort Philipp Rahmer mit der Mobilitäts-Expertin Katja Diehl über die Zukunft des Verkehrs."
  },
  {
    "start": 2961.72,
    "end": 2967.98,
    "text": "In CEO begrüßt Standardchef-Redakteur Gerald Riedmann am fünfzehnten November die Nini-Gründer Haian und Ilan Molcho."
  },
  {
    "start": 2968.859,
    "end": 2978.04,
    "text": "Und am sechzehnten November sprechen wir in Thema des Tages mit der langjährigen USA-Korrespondentin des ORFs Hanelore Feidt darüber, ob die USA noch zu retten sind."
  },
  {
    "start": 2978.72,
    "end": 2980.359,
    "text": "Moderieren diese Stelle von meiner Wenigkeit."
  },
  {
    "start": 2980.839,
    "end": 2983.42,
    "text": "Alle Details und die Tickets bekommen sie auf buchwien.com."
  },
  {
    "start": 2983.9,
    "end": 2986.879,
    "text": "Alles weitere zum aktuellen Weltgeschehen dann wie immer auf der Standard.it."
  },
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