[
  {
    "start": 0.0,
    "end": 9.52,
    "text": " Ich bin Daniel Retschitz-Ecker, das Thema des Tages, der Nachrichten-Podcast vom Standard."
  },
  {
    "start": 9.52,
    "end": 21.6,
    "text": " Die Welt blickt mit immer größerem Entsetzen auf den Gassastreifen. Zwischen endlosen Bombardierungen"
  },
  {
    "start": 21.6,
    "end": 27.52,
    "text": " steht die Bevölkerung vor einem weiteren dramatischen Problem. Die Versorgungslage ist katastrophal."
  },
  {
    "start": 27.52,
    "end": 31.96,
    "text": " Der Hunger hat Gaser also fest im Griff und der Druck auf Israel wächst."
  },
  {
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    "end": 36.84,
    "text": " Inzwischen kritisiert sogar Donald Trump seinen engen Verbündeten Benjamin Netanyahu."
  },
  {
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    "end": 42.24,
    "text": " Wie die Situation in Gaser derzeit ist und wie den Menschen geholfen werden kann. Darüber sprechen wir heute."
  },
  {
    "start": 42.24,
    "end": 49.76,
    "text": " Maria Stärkeldob ist Israel-Korrespondentin für den Standard und uns aus Heifer zugeschaltet."
  },
  {
    "start": 49.76,
    "end": 55.2,
    "text": " Erstmals sollen jetzt wieder mehr Hilfsgüter nach Gaser gelangen. Wie schlimm war denn die Lage bis zuletzt?"
  },
  {
    "start": 55.2,
    "end": 59.36,
    "text": " Bis jetzt war es katastrophal, ist auch immer noch, muss man sagen."
  },
  {
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    "text": " Laut UN-Informationen betrifft die Hungersnot ganz Gaser. Da ist keine Region ausgenommen."
  },
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    "end": 71.6,
    "text": " Jeder dritte Mensch hat laut UN-Angaben mehrere Tage lang überhaupt nichts zu essen bekommen."
  },
  {
    "start": 71.6,
    "end": 76.36,
    "text": " Ich habe heute wieder mit einem Bekannten in Gaserstadt telefoniert."
  },
  {
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    "end": 81.72,
    "text": " Er merkt noch überhaupt nichts von einer Entspannung. Er hat kein Mehl, er hat gar nichts zu Hause"
  },
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    "start": 81.72,
    "end": 87.72,
    "text": " und hat jetzt erzählt, er hat Schwächeanfälle, versucht jetzt irgendwie von bekannten"
  },
  {
    "start": 87.72,
    "end": 94.88,
    "text": " Vitaminderpletten zu bekommen, weil er nichts essen kann und wenigstens sich irgendwie von dieser Schwäche wegzukommen."
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    "start": 94.88,
    "end": 100.0,
    "text": " Ja, es gibt mehrere Tausend Kinder, die allein im Juli wegen teils lebensbedrohlichen Hungers"
  },
  {
    "start": 100.0,
    "end": 104.28,
    "text": " in Krankenhäusern behandelt worden sind. Aber den Spedälern gehen die Medikamente aus"
  },
  {
    "start": 104.28,
    "end": 110.6,
    "text": " und diese spezifischen Behandlungen, die man braucht, um kleine Kinder, die schon schwer mangle ernährt sind,"
  },
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    "start": 110.6,
    "end": 112.24,
    "text": " wieder zu Kräften zu bekommen."
  },
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    "end": 118.04,
    "text": " Also solidarzeitige Situation vor Ort. Wir haben jetzt gehört, Deutschland, gemeinsam mit Jordanien,"
  },
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    "text": " will jetzt eine Luftbrücke starten und es sollen auch wieder mehr Lkws mit Hilfsgüter ins Land kommen."
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  {
    "start": 124.2,
    "end": 130.64,
    "text": " Ist das in Zukunft dann genug, um unter Anführungszeichen noch Schlimmeres verhindern zu können?"
  },
  {
    "start": 130.64,
    "end": 139.32,
    "text": " Nein. Es sind mehrere arabische Staaten und Deutschland, auch Spanien, die damit machen jetzt."
  },
  {
    "start": 139.32,
    "end": 146.16,
    "text": " Aber das ist viel zu wenig. Israel sagt, das sind jetzt 200 Lkw-Ladungen gestern reingekommen."
  },
  {
    "start": 146.16,
    "end": 150.6,
    "text": " UN sagt, das ist weniger, die Zahlen widersprechen immer einander ein bisschen."
  },
  {
    "start": 150.6,
    "end": 155.04,
    "text": " Wenn wir jetzt von den israelischen Zahlen ausgehen, von 200, dann ist das nicht einmal die Hälfte von dem,"
  },
  {
    "start": 155.04,
    "end": 157.68,
    "text": " was vor dem Krieg pro Tag nach Gaza gekommen ist."
  },
  {
    "start": 157.68,
    "end": 164.32,
    "text": " Und wenn wir sagen vor dem Krieg, damals gab es eine wenigstens halbwegs intakte Wirtschaft,"
  },
  {
    "start": 164.32,
    "end": 170.2,
    "text": " jetzt gibt es nichts mehr. Niemand kann sich irgendwie selbst ernähren, auch die Fischerei liegt brach,"
  },
  {
    "start": 170.2,
    "end": 173.6,
    "text": " weil die Fische nicht rausfahren dürfen. Landwirtschaft gibt es nicht."
  },
  {
    "start": 173.6,
    "end": 177.88,
    "text": " Die Leute sind zu 100 Prozent von Hilfslieferungen abhängig, aber es kommt eben, wie gesagt,"
  },
  {
    "start": 177.88,
    "end": 182.4,
    "text": " nicht einmal die Hälfte von denen hinein, was vor dem Krieg nach Gaza gekommen ist."
  },
  {
    "start": 182.4,
    "end": 187.12,
    "text": " Und jetzt sagen wir, das ist jetzt, diese Hälfte, die ist jetzt die Erleichterung."
  },
  {
    "start": 187.12,
    "end": 192.64,
    "text": " Dazu muss man sagen, das, was nach Gaza hineinkommt, das heißt noch lange nicht, dass das alle Menschen erreicht."
  },
  {
    "start": 192.64,
    "end": 198.28,
    "text": " Ja, das Problem ist ja immer, können die Lkw auch wirklich dorthin vordrängen, wo es gebraucht wird."
  },
  {
    "start": 198.28,
    "end": 203.2,
    "text": " Es gibt ja immer noch Kämpfe, es gibt zur Kampfpause in bestimmten Gegenden, aber nicht hinein."
  },
  {
    "start": 203.2,
    "end": 205.0,
    "text": " Und es gibt Plünderungen."
  },
  {
    "start": 205.0,
    "end": 210.2,
    "text": " Es ist nicht immer gesagt, dass die Lkw auch dort ankommen, wo die Leute sind, die wirklich Hunger haben."
  },
  {
    "start": 210.2,
    "end": 212.52,
    "text": " Und es ist im Moment wirklich überall."
  },
  {
    "start": 212.52,
    "end": 219.76,
    "text": " Man muss dazu sagen, die Hungersnot, die Skandinaturkatastrophe oder Ergebnis von Misswirtschaft,"
  },
  {
    "start": 219.76,
    "end": 223.04,
    "text": " sondern das ist Ergebnis einer Politik, das muss man dazusagen."
  },
  {
    "start": 223.04,
    "end": 227.8,
    "text": " Also es hat einfach von Mitte März weg, fast drei Monate lang, nichts,"
  },
  {
    "start": 227.8,
    "end": 232.0,
    "text": " also eine totale Blockade gegeben, das ist nichts nach Gaza reingekommen."
  },
  {
    "start": 232.0,
    "end": 237.52,
    "text": " Dann hat man das gelockert, also Israel hat es gelockert und die Verteilung der Hilfspakete"
  },
  {
    "start": 237.52,
    "end": 242.0,
    "text": " in die Hände einer privaten Stiftung gegeben, die völlig unerfahren ist,"
  },
  {
    "start": 242.0,
    "end": 246.0,
    "text": " also eine neue Stiftung, die keine Erfahrung hat mit humanitärer Hilfe,"
  },
  {
    "start": 246.0,
    "end": 252.84,
    "text": " die auf private Security setzt, die eher Kriegserfahrung haben als humanitäre Erfahrung."
  },
  {
    "start": 252.84,
    "end": 258.88,
    "text": " Und diese Verteilstationen sind dann überrannt worden von Menschen, da gibt es ganz furchtbarer Videos davon."
  },
  {
    "start": 258.88,
    "end": 264.48,
    "text": " Und dann ist dort in die Menge geschossen worden, wir haben auch im Standard ausführlich darüber berichtet,"
  },
  {
    "start": 264.48,
    "end": 271.96,
    "text": " und das Ergebnis kennen wir mehrere Tausend Verletzte in der Umgebung dieser Verteilstationen und ungefähr tausend Tote."
  },
  {
    "start": 271.96,
    "end": 279.96,
    "text": " Und jetzt sieht man eben und jetzt sieht Israel dieses System, das auch isn nicht teuer ist und ineffizient und gefährlich,"
  },
  {
    "start": 279.96,
    "end": 286.36,
    "text": " funktioniert nicht und jetzt gibt man das wieder in die Hände der erfahrenen Vereinten Nationen."
  },
  {
    "start": 286.36,
    "end": 291.88,
    "text": " Und Israel feiert das nicht, den Israel ist das System umstritten,"
  },
  {
    "start": 291.88,
    "end": 295.56,
    "text": " aber man sagt, man ist jetzt quasi wieder großzügig und blässt Nahrung hinein,"
  },
  {
    "start": 295.56,
    "end": 299.0,
    "text": " wenn eigentlich ein funktionierendes System jetzt zerstört worden ist."
  },
  {
    "start": 299.0,
    "end": 307.28,
    "text": " Maria, was mir nicht so ganz klar ist in dieser ganzen Situation, ist, warum denn diese Hilfsgüter überhaupt blockiert worden sind?"
  },
  {
    "start": 307.28,
    "end": 314.72,
    "text": " Du hast gesagt, man hat es dann selbst in die Hand genommen, aber warum hat man es überhaupt aus den Händen beispielsweise der Vereinten Nationen herausgenommen?"
  },
  {
    "start": 314.72,
    "end": 320.08,
    "text": " Es gibt mehrere Argumente von israelischer Seite aus, also erstens gibt es das Argument,"
  },
  {
    "start": 320.08,
    "end": 331.36,
    "text": " die Herr Maas würde das alles abzweigen und zum Teil für sich verwenden, zum Großteil weiterverkaufen und sich dadurch refinanzieren und wieder aufrüsten zu sein Argument."
  },
  {
    "start": 331.36,
    "end": 340.08,
    "text": " Ein anderes Argument ist, man will Druck auf die Herr Maas in den Verhandlungen aufbauen, also Verhandlungen für ein neues Waffenruhr über Einkommen."
  },
  {
    "start": 340.08,
    "end": 345.12,
    "text": " Und das dritte Argument der Regierung ist, man will zuständig schaffen in Gaza,"
  },
  {
    "start": 345.12,
    "end": 355.84,
    "text": " aber die Menschen davon überzeugen, dass es keinen Sinn mehr hat, in Gaza zu bleiben und Motivation zu schaffen, quasi ein Pushfaktor der Migration,"
  },
  {
    "start": 355.84,
    "end": 358.04,
    "text": " damit sich Menschen anderswo niederlassen."
  },
  {
    "start": 358.04,
    "end": 366.76,
    "text": " Es ist ja deklariert das Ziel der israelischen Regierung, die, unter Anforderungszeichen, freiwillige Auswanderung der Menschen aus Gaza zu ermutigen."
  },
  {
    "start": 366.76,
    "end": 372.24,
    "text": " Es gibt auch ein eigenes Regierungsamt dafür und angeblich gibt es Verhandlungen mit mehreren Staaten,"
  },
  {
    "start": 372.24,
    "end": 375.68,
    "text": " damit sie Menschen aus Gaza aufnehmen, bis jetzt ohne Ergebnis."
  },
  {
    "start": 375.68,
    "end": 380.88,
    "text": " Aber diese drei Faktoren sind so die wichtigsten Faktoren, warum er den Zugang pluggiert hat."
  },
  {
    "start": 380.88,
    "end": 384.32,
    "text": " Maria, lass uns vielleicht diese drei Argumente ganz kurz einmal durchbesprechen."
  },
  {
    "start": 384.32,
    "end": 388.96,
    "text": " Fangen wir mit dem Letzten an, das ist durchaus doch ein starkes Stück."
  },
  {
    "start": 388.96,
    "end": 395.4,
    "text": " Man will diese Menschen quasi zu Unteranführungszeichen, freiwilligen Ausreise, das glaube ich gesagt motivieren."
  },
  {
    "start": 395.4,
    "end": 399.04,
    "text": " Ich glaube, es gibt kein wirklich gutes Wort dafür, bleiben wir einfach bei dem."
  },
  {
    "start": 399.04,
    "end": 403.24,
    "text": " Das klingt nach einer, Entschuldigung, ziemlich grausamen Taktiker eigentlich."
  },
  {
    "start": 403.24,
    "end": 409.6,
    "text": " Man muss sagen, dass die Regierung, die in Israel derzeit an der Macht ist, eine sehr rechte Regierung ist,"
  },
  {
    "start": 409.6,
    "end": 413.04,
    "text": " die am weitesten rechtstehende Regierung, die Israel hier hatte,"
  },
  {
    "start": 413.04,
    "end": 421.72,
    "text": " diese Pläne Menschen aus Gaza abzusiedeln und in Gaza neue israelische Siedlungen zu errichten,"
  },
  {
    "start": 421.72,
    "end": 426.24,
    "text": " dass es nichts über seine breite Mehrheit in Israel findet."
  },
  {
    "start": 426.24,
    "end": 433.04,
    "text": " Es ist aber trotzdem offizielle Politik der Regierung und hochrangige Geminieste in der Regierung zeigen sich optimistischer,"
  },
  {
    "start": 433.04,
    "end": 438.8,
    "text": " denn je, dass es auch passieren wird, also, dass Gaza wirklich besiedelt wird, israelisch besiedelt wird"
  },
  {
    "start": 438.8,
    "end": 446.08,
    "text": " und so ein kleiner Landstreifen an der Seite von, im besten Fall vielleicht 200.000 Israelis in Gaza,"
  },
  {
    "start": 446.08,
    "end": 451.08,
    "text": " an der Seite von 2 Millionen Palestinians, wenn das eher keine zukunftsträchtige Vision ist."
  },
  {
    "start": 451.08,
    "end": 457.76,
    "text": " Also, das ist die einzige Möglichkeit, dass sich diese Rechte extremen, dass man sagt, man siedelt die ab zum Großteil und besiedelt eben wieder neue."
  },
  {
    "start": 457.76,
    "end": 461.28,
    "text": " Es gab ja schon einmal israelische Siedlungen im Gaza-Streifen."
  },
  {
    "start": 461.28,
    "end": 466.56,
    "text": " Wie realistisch diese ganzen Szenarien sind, steht auf einem anderen Blatt, aber das ist auf jeden Fall die Politik,"
  },
  {
    "start": 466.56,
    "end": 471.28,
    "text": " die auch offen angekündigt wird, also das ist nicht irgendwie hinter den Kulissen."
  },
  {
    "start": 471.28,
    "end": 478.36,
    "text": " Das zweite war Druck auf die Hamas-Aufbau, das du gesagt hast, Druck, um was zu erreichen."
  },
  {
    "start": 478.36,
    "end": 485.64,
    "text": " Druck, um ein Abkommen zu erreichen für die Rückgabe der Geiseln, die sich immer noch in der Gewalt der Hamas befinden."
  },
  {
    "start": 485.64,
    "end": 489.68,
    "text": " Es sind 50, wobei davon ein guter Teil nicht mehr im Leben ist."
  },
  {
    "start": 489.68,
    "end": 494.72,
    "text": " Diese Geiseln sind ja in einem, wenn man sich vorstellt, dass schon die Zivilbevölkerung in Gaza leidet,"
  },
  {
    "start": 494.72,
    "end": 502.96,
    "text": " dann kann man sich vorstellen, wie die Situation der Geiseln ist, die noch der Zoo unterfolter und unglaublich entwürdigenden Zuständen leben müssen."
  },
  {
    "start": 502.96,
    "end": 511.24,
    "text": " Ja, also es geht darum, dass die Geiseln zurückkommen und dann geht es natürlich darum, die Hamas fordert, dass im Gegenzug, dass es einen Waffenrohr gibt."
  },
  {
    "start": 511.24,
    "end": 521.12,
    "text": " Es ist immer die Rede von 60 Tagen auf längere Sicht ein Ende des Kriegs und natürlich Rückgabe von palästinensischen Gefangenen aus Israel."
  },
  {
    "start": 521.12,
    "end": 527.96,
    "text": " Aber diese Verhandlungen gibt es im Moment sind sie nicht nahe einem Durchbruch, aber es wird immer noch verhandelt."
  },
  {
    "start": 527.96,
    "end": 532.08,
    "text": " Es gibt immer noch die Bemühungen, aber nicht auf oberster Ebene."
  },
  {
    "start": 532.08,
    "end": 538.48,
    "text": " Das erste Argument, das du angesprochen hast, das ist ja jenes, dass man am häufigsten in der medialen Debatte immer wieder liest,"
  },
  {
    "start": 538.48,
    "end": 547.32,
    "text": " nämlich die Behauptung, dass die Hamas Hilfsgüter quasi für ihre eigenen Zwecke missbrauchen würden und sie würden gar nicht die Bevölkerung erreichen."
  },
  {
    "start": 547.32,
    "end": 549.6,
    "text": " Da gibt es ja unterschiedlichste Darstellungen."
  },
  {
    "start": 549.6,
    "end": 554.28,
    "text": " Ich glaube, in der New York Times war letztens ein sehr großer Titel, der dem stark widersprochen hat."
  },
  {
    "start": 554.28,
    "end": 555.88,
    "text": " Wie ist da die aktuelle Lage?"
  },
  {
    "start": 555.88,
    "end": 564.12,
    "text": " Man hört das immer wieder von Anfang an. Belege hat ja mich nicht vorgelegt dafür, dass die Hamas wirklich im großen Stilhilfe abzweigt."
  },
  {
    "start": 564.12,
    "end": 572.96,
    "text": " Wie du erwähnt hast, gab es einen New York Times Artikel, der sich auf hochrangige israelische Militärkreise stützt."
  },
  {
    "start": 572.96,
    "end": 575.88,
    "text": " Die sagen, ja stimmt, es gibt wirklich keine Grundlage dafür."
  },
  {
    "start": 575.88,
    "end": 582.72,
    "text": " Dieser Bericht der New York Times kam kurz nach einem anderen Bericht, ich glaube, in Reuters,"
  },
  {
    "start": 582.72,
    "end": 590.28,
    "text": " der sich bezogen hat auf eine interne Untersuchung der USAID, die auch diesem Vorwurf nachgegangen sind,"
  },
  {
    "start": 590.28,
    "end": 597.56,
    "text": " die sich das länger angeschaut haben, ob die Hamas im großen Stilhilfe abzweigt, auch gesagt haben, es gibt keine Grundlage."
  },
  {
    "start": 597.56,
    "end": 599.88,
    "text": " Dass geblündet wird, ist unbestritten."
  },
  {
    "start": 599.88,
    "end": 602.2,
    "text": " Dass Hilfe geblündet wird, das ist Fakt."
  },
  {
    "start": 602.2,
    "end": 608.76,
    "text": " Dass es die Hamas ist, die im großen Stilhilfe abzweigt und sich damit zu refinanzieren, ist aber nicht belegt."
  },
  {
    "start": 608.76,
    "end": 619.2,
    "text": " Man kann sich schwer vorstellen in der jetzigen Situation, das Angesicht dessen, dass Israels Militär mehr als 80% im Gaserstreifen kontrolliert"
  },
  {
    "start": 619.2,
    "end": 625.72,
    "text": " und das Tunnelsystem, also das Netzwerk unterbrochen ist, dass es da so riesige Lager mit Nahrungsvorräten geben würde."
  },
  {
    "start": 625.72,
    "end": 628.16,
    "text": " Aber okay, es bleibt einmal unbenommen."
  },
  {
    "start": 628.16,
    "end": 633.84,
    "text": " Was ich aus Gaser höre im Moment, ist, dass jetzt viel geblündet wird wie nie zuvor."
  },
  {
    "start": 633.84,
    "end": 641.24,
    "text": " Und das deckt sich auch mit den Aussagen der Hilfsorganisationen, die sagen, je größer die Verknappung,"
  },
  {
    "start": 641.24,
    "end": 645.12,
    "text": " je größer die Not, desto mehr wird geblündert."
  },
  {
    "start": 645.12,
    "end": 650.28,
    "text": " Und man sieht auch an den Preisen am Schwarzmarkt für Mehl, zum Beispiel die Kilopreise,"
  },
  {
    "start": 650.28,
    "end": 659.68,
    "text": " dass sie ziemlich schnell reagieren, wenn wieder mehr an den Gaserstreifen kommt, wenn die Blockade gelockert wird, dann gehen die Preise runter."
  },
  {
    "start": 659.68,
    "end": 669.92,
    "text": " Also diese Logik, wenn Israels sagt, wir wollen verhindern, dass sich die Hamas mit dem Wiederverkauf von Hilfskütern eine goldene Nase verdient, was ja verständlich ist,"
  },
  {
    "start": 669.92,
    "end": 674.68,
    "text": " dann ist es nicht ganz logisch, die Schwarzmarktpreise gezielt hinauf zu treiben."
  },
  {
    "start": 674.68,
    "end": 675.84,
    "text": " Das sehen wir aber."
  },
  {
    "start": 675.84,
    "end": 680.52,
    "text": " Ein Kilo Zucker habe ich gestern gehört 120 Euro."
  },
  {
    "start": 680.52,
    "end": 684.2,
    "text": " In normalen Zeiten kostet ein Kilo Zucker irgendwie ein bisschen über einen Euro."
  },
  {
    "start": 684.3,
    "end": 688.82,
    "text": " Wenn ich dich da richtig verstehe, dann sind diese starken Plünderungen, die es derzeit gibt,"
  },
  {
    "start": 688.82,
    "end": 694.66,
    "text": " keine organisierten Plünderungen von der HMAS, sondern einfach der Effekt der Eintritt,"
  },
  {
    "start": 694.66,
    "end": 700.06,
    "text": " wenn ein Großteil der Bevölkerung tatsächlich Hunger leidet und irgendwie eine Ernährung kommen möchte."
  },
  {
    "start": 700.06,
    "end": 704.1,
    "text": " Das kennen wir aus anderen Regionen ja auch, das ist ja nichts Gasserspezifisches."
  },
  {
    "start": 704.1,
    "end": 708.62,
    "text": " Ich glaube, es ist eine Mischung. Ich würde nicht ausschließen, dass es auch kriminelle Organisationen sind."
  },
  {
    "start": 708.62,
    "end": 712.14,
    "text": " Das hört man auch, dass da immer wieder bewaffnete Leute unterwegs sind."
  },
  {
    "start": 712.14,
    "end": 719.34,
    "text": " Es gibt ja die unterschiedlichsten Gangs. Es gibt auch Gangs im Süden, mit denen das israelische Militärzusammenarbeit, das gibt es auch."
  },
  {
    "start": 719.34,
    "end": 724.78,
    "text": " Aber natürlich gibt es auch und das sehen wir einfach große Mengen an Leuten, die, wenn sie einen Lkw sehen,"
  },
  {
    "start": 724.78,
    "end": 728.78,
    "text": " hinrennen und versuchen, einfach zu schnappen, was sie kriegen."
  },
  {
    "start": 728.78,
    "end": 733.38,
    "text": " Es ist ein bisschen ein System Survival of the fittest auf Steroiden."
  },
  {
    "start": 733.38,
    "end": 740.5,
    "text": " Es ist im Moment wirklich so, die Jungen, die gut rennen können, die von der Hitze und dem Wassermangel noch nicht ganz erschöpft sind,"
  },
  {
    "start": 740.5,
    "end": 744.82,
    "text": " die kriegen dann am meisten ab und befinden sich dann natürlich auch kriminelle darunter."
  },
  {
    "start": 744.82,
    "end": 752.14,
    "text": " Dieser ganze Umstand hat dafür gesorgt, dass der internationale Druck ja immer größer wird auf das Kabinett Netanyahu."
  },
  {
    "start": 752.14,
    "end": 757.82,
    "text": " Interessant ist auch, dass selbst US-Präsident Donald Trump ja jetzt ein anderes Vorgehen fordert."
  },
  {
    "start": 757.82,
    "end": 764.3,
    "text": " Er hat da in einem Interview in Schottland, glaube ich, war das auf seine typische Art gesagt \"They look very hungry\","
  },
  {
    "start": 764.3,
    "end": 767.94,
    "text": " also sie sehen sehr hungrig aus, die Menschen in Gaser."
  },
  {
    "start": 767.94,
    "end": 770.66,
    "text": " Eine Stimme, auf die Netanyahu hören muss oder nicht?"
  },
  {
    "start": 770.66,
    "end": 777.98,
    "text": " Also die Aussage von Trump war eine Reaktion auf eine Aussage von Netanyahu, wo er klar sagt, es gibt keinen Hunger in Gaser."
  },
  {
    "start": 777.98,
    "end": 784.82,
    "text": " Trump sagt darauf eben, oh ja, diese Kinder schauen hungrig aus und es gibt Warnhunger in Gaser, sagt Trump."
  },
  {
    "start": 784.82,
    "end": 790.5,
    "text": " Das Problem ist, Netanyahu hat verschiedene Stimmen, auf die er hören muss und im Endeffekt ist die Frage,"
  },
  {
    "start": 790.5,
    "end": 795.46,
    "text": " welche Stimme ist nicht nur laut, sondern macht auch glaubwürdige Drohungen."
  },
  {
    "start": 795.46,
    "end": 800.34,
    "text": " Und in der EU wird ja mehr und mehr über Sanktionen diskutiert."
  },
  {
    "start": 800.34,
    "end": 804.94,
    "text": " Ich glaube, sowas wird schon gehört. Die gewichtigste Stimme ist aber Trump."
  },
  {
    "start": 804.94,
    "end": 810.9,
    "text": " In Israel wird berichtet, dass der Hintergrund der jetzigen Lockerung auch ist, dass Trump Angst hat,"
  },
  {
    "start": 810.9,
    "end": 815.9,
    "text": " dass man die humanitäre Katastrophe in Gaser auch ihm zurechnet."
  },
  {
    "start": 815.9,
    "end": 819.78,
    "text": " Und das ist eine Erklärung dafür, warum Netanyahu jetzt diesen Vorstoß macht,"
  },
  {
    "start": 819.78,
    "end": 826.26,
    "text": " die Hilfe auszuweiten, die ja in seiner eigenen Regierung alles andere als Zustimmung findet."
  },
  {
    "start": 826.26,
    "end": 833.18,
    "text": " Er hat sogar ein wichtiger Minister des Kabinetts, rechtsextremer Minister von der Entscheidung ausgeschlossen,"
  },
  {
    "start": 833.18,
    "end": 840.18,
    "text": " das extra so gesetzt am Samstag, dass sie nicht dabei sein können, weil er gewusst hat, die sind dagegen."
  },
  {
    "start": 840.18,
    "end": 847.22,
    "text": " Und jetzt haben sozusagen die USA eine Argumentationsgrundlage, um ihren Kritiker zu sagen,"
  },
  {
    "start": 847.22,
    "end": 850.38,
    "text": " bitte, es passiert jetzt eh was in Gaser, es tut sich was."
  },
  {
    "start": 850.38,
    "end": 854.94,
    "text": " Aber wie lange dieser Hilfskorridor jetzt anhalten wird, ist völlig offen."
  },
  {
    "start": 854.94,
    "end": 860.14,
    "text": " Also es gibt Pläne, die Offensive in Gaser nochmal auszuweiten."
  },
  {
    "start": 860.14,
    "end": 864.78,
    "text": " Und das spießt sich dann mit dem Vorhaben, Hilfe zu den Menschen zu bringen,"
  },
  {
    "start": 864.78,
    "end": 870.98,
    "text": " weil je intensiver die Kämpfe, desto mehr Gebiete sind von den Hilfslieferungen abgeschnitten,"
  },
  {
    "start": 870.98,
    "end": 873.94,
    "text": " weil dort einfach nicht hingeliefert werden kann."
  },
  {
    "start": 873.94,
    "end": 880.34,
    "text": " Das heißt, es ist jetzt noch viel zu früh, um in Gaser von einer Besserung der Lage zu sprechen."
  },
  {
    "start": 880.34,
    "end": 886.26,
    "text": " Das sind jetzt einmal ein paar Tropfen, die wichtig sind, aber wir wissen nicht, wie lang sie tröpfeln."
  },
  {
    "start": 886.26,
    "end": 891.02,
    "text": " Und wir wissen nicht, ob es noch schlimmer kommt, weil in diesem Krieg wir leider oft gesehen haben,"
  },
  {
    "start": 891.02,
    "end": 893.9,
    "text": " dass es immer noch schlimmer kommen kann."
  },
  {
    "start": 893.9,
    "end": 898.98,
    "text": " Also schon ganz am Anfang mit dem Massaker am 7. Oktober, das alle Dimensionen gesprengt hat,"
  },
  {
    "start": 898.98,
    "end": 906.5,
    "text": " von dem, was man im sehr an Gefahrens-Szenarien gewöhnten Israel erwartet hat."
  },
  {
    "start": 906.5,
    "end": 914.26,
    "text": " Eine wirkliche Besserung der Lage in Gaser wird es nur geben, wenn der Krieg endet oder wenn es zumindest eine Waffenruhe gibt."
  },
  {
    "start": 914.26,
    "end": 919.3,
    "text": " Über was ich auch noch gerne sprechen würde, ist über die Stimmung in Israel selbst."
  },
  {
    "start": 919.3,
    "end": 926.58,
    "text": " Wir kennen die israelische Zivilbevölkerung, die ist sehr aktiv, die lässt ihrer Regierung ungern alles durchgehen,"
  },
  {
    "start": 926.58,
    "end": 930.02,
    "text": " um es vielleicht mal ganz diplomatisch zu formulieren."
  },
  {
    "start": 930.02,
    "end": 932.1,
    "text": " Wie groß ist denn der Druck aus dem Inland?"
  },
  {
    "start": 932.1,
    "end": 938.18,
    "text": " In Israel will eine überwiegende Mehrheit der Menschen, dass der Krieg beendet wird."
  },
  {
    "start": 938.18,
    "end": 944.06,
    "text": " Alle Umfragen zeigen das. Über 70 Prozent bzw. sogar 80 Prozent sagen,"
  },
  {
    "start": 944.06,
    "end": 950.14,
    "text": " wenn alle Geiseln freikommen jetzt, dann einmal zumindest eine erste Etappe eines Waffenstillstands."
  },
  {
    "start": 950.14,
    "end": 951.62,
    "text": " Also da gibt es keinen Zweifel."
  },
  {
    "start": 951.62,
    "end": 958.94,
    "text": " Was die Motive dafür sind, stehen vor allem die Sorgen um die Geiseln und die israelischen Soldaten im Vordergrund bis jetzt."
  },
  {
    "start": 958.94,
    "end": 964.94,
    "text": " Man muss aber sagen, dass mehr und mehr jetzt auch in Israel der Hunger in Gaser ein Thema ist in den Medien."
  },
  {
    "start": 964.94,
    "end": 973.78,
    "text": " Das ist bisher von den Medien eher unterbelichtet worden, da waren eher die Geiseln im Vordergrund, was gewisserweise auch verständlich ist."
  },
  {
    "start": 973.78,
    "end": 981.18,
    "text": " Neu ist auch, dass israelische NGOs, sehr bekannte, tatsächlich ganz offen von einem Genozid in Gaser sprechen,"
  },
  {
    "start": 981.18,
    "end": 984.22,
    "text": " welche NGOs sind das und was haben sie genau gesagt?"
  },
  {
    "start": 984.22,
    "end": 989.42,
    "text": " Die NGOs, die gestern vor die Presse getreten sind, haben gesagt, es ist Genozid."
  },
  {
    "start": 989.42,
    "end": 996.66,
    "text": " Es gibt keinen Zweifel, dass was in Gaser passiert, was Israel's Armee in Gaser tut, ist völkermord."
  },
  {
    "start": 996.66,
    "end": 1003.22,
    "text": " Und die NGOs, die das gesagt haben, sind die Ärzte und Ersinnen für Menschenrechte und Bezellem."
  },
  {
    "start": 1003.22,
    "end": 1010.46,
    "text": " Bezellem ist eine Menschenrechtsorganisation, die sich sehr stark auf die Besatzungspolitik Israel richtet."
  },
  {
    "start": 1010.46,
    "end": 1013.34,
    "text": " Das beobachtet und dokumentiert."
  },
  {
    "start": 1013.34,
    "end": 1018.1,
    "text": " Und die kommen zum Schluss, dass Israel in Gaser ein Genozid begeht."
  },
  {
    "start": 1018.1,
    "end": 1027.78,
    "text": " Es sind nicht die ersten NGOs, die das sagen, aber es waren bis jetzt vor allem ausländische Organisationen, die diesen Vorwurf erheben."
  },
  {
    "start": 1027.78,
    "end": 1034.06,
    "text": " Aber ein Genozid, das würde ja das absichtliche, beispielsweise verhungern lassen, eine Bevölkerung suggerieren."
  },
  {
    "start": 1034.06,
    "end": 1040.66,
    "text": " Hältst du das für möglich, dass zumindest Teile der israelischen Regierung das mit einplanen würden oder in Kauf nehmen würden?"
  },
  {
    "start": 1040.66,
    "end": 1051.1,
    "text": " Was die Lebensmittel betrifft und was die Nahrung betrifft, muss man schon sagen, wenn es hunderte Lastwegen gibt, die an der Grenze warten, vor der Grenze, zum Gaserstreifen."
  },
  {
    "start": 1051.1,
    "end": 1054.46,
    "text": " Voll gefühlt mit Mehl und Treiß und Öl und was es sich."
  },
  {
    "start": 1054.46,
    "end": 1060.7,
    "text": " Und wenn es einen Regierungsbeschluss in Israel gibt, diese Lastwegen nicht hineinzulassen, obwohl man weiß,"
  },
  {
    "start": 1060.7,
    "end": 1064.78,
    "text": " dass die Menschen in Gaser keine andere Möglichkeit haben, sich zu ernähren."
  },
  {
    "start": 1064.78,
    "end": 1069.5,
    "text": " Dann kann man einen Vorsatz dafür nicht abstreiten."
  },
  {
    "start": 1069.5,
    "end": 1074.62,
    "text": " Ob das jetzt schon Genozid ist oder nicht, das traue ich mich nicht zu beurteilen, das ist eine juristische Frage."
  },
  {
    "start": 1074.62,
    "end": 1079.86,
    "text": " Aber dass bewusst Knappheit geschaffen wird, das kann seriöserweise, glaube ich, niemand bestreiten."
  },
  {
    "start": 1079.86,
    "end": 1085.7,
    "text": " Maria, wie fest sitzt denn Benjamin Netanyahu mit seiner Politik tatsächlich im Sattel?"
  },
  {
    "start": 1085.7,
    "end": 1095.3,
    "text": " Naja, es ist schon viel sagend und beschreibt ganz gut den Zustand der Politik, dass die größte Bedrohung für Netanyahu jetzt in seiner Koalition nicht das"
  },
  {
    "start": 1095.3,
    "end": 1105.3,
    "text": " Disaster am 7. Oktober ist und der Krieg in Gaser, sondern eine ganz andere Frage, und zwar die Frage der Werbpflicht für ultraorthodoxe Männer, also streng religiöse Männer."
  },
  {
    "start": 1105.3,
    "end": 1109.46,
    "text": " Das ist gerade der Zankapfel in der Koalition."
  },
  {
    "start": 1109.46,
    "end": 1118.98,
    "text": " Es gibt Spekulationen, dass es deshalb zu Neuwahlen kommt, wobei die auch ein halbes Jahr oder so früher werden als die Neuwahlen eigentlich geplant werden."
  },
  {
    "start": 1118.98,
    "end": 1127.38,
    "text": " Also es gäbe Neuwahlen regulär im Herbst nächsten Jahres und die werden dann vielleicht im März oder vielleicht sogar im Februar."
  },
  {
    "start": 1127.38,
    "end": 1135.66,
    "text": " Also das ist schon erstaunlich, dass nach dem größten Disaster sicherheitspolitisch in Israel das zumindest die Koalition hat fluktuiert."
  },
  {
    "start": 1135.66,
    "end": 1145.26,
    "text": " Da gab es unten wechselnde Partner, aber dass der Ministerpräsident immer noch so fest im Sattel sitzt, man rechnet so damit, wenn es Wahlen gibt, dass es nicht mehr schaffen wird."
  },
  {
    "start": 1145.26,
    "end": 1158.66,
    "text": " Aber dass es rund um ihn überall Rücktritte gibt, also dass die Führungsriege der Armee, dass da viele zurückgetreten sind, der Chef des Inlandsgeheimdienstes ist weg, der Verteidigungsminister nicht mehr im Arm, nur Netanyahu ist noch da."
  },
  {
    "start": 1158.66,
    "end": 1173.66,
    "text": " Marie, vielleicht abschließend, gibt es einen Plan, wie es in Gaza weitergehen könnte nach dieser derzeitigen Phase für die Bevölkerung, wo es ja eigentlich nur ums reine Überleben geht, wie es ja irgendwann auch Perspektiven für die Menschen brauchen?"
  },
  {
    "start": 1173.66,
    "end": 1176.66,
    "text": " Gibt es die in der einen oder anderen Form irgendwie?"
  },
  {
    "start": 1176.66,
    "end": 1183.66,
    "text": " Es gibt den sogenannten ägyptischen Plan, der im März präsentiert worden ist und der auch in vielen Ländern Zustimmung findet."
  },
  {
    "start": 1183.66,
    "end": 1197.66,
    "text": " Es sieht vor, dass arabische Länder einen großen Brocken das Wiederaufbaus in Gaza stemmen, dass es dort eine Übergangstechnokraten Regierung gibt, die von der Palästinenserbehörde gestützt wird oder übersehen wird."
  },
  {
    "start": 1197.66,
    "end": 1201.66,
    "text": " Und dass es eine Unaufgriedenstruppe gibt in Gaza, aber auch im Westjordanland."
  },
  {
    "start": 1201.66,
    "end": 1216.66,
    "text": " Israel ist gegen diesen Plan, in Israel gibt es, wie ich schon erwähnt habe, den Plan, der eben vom Finanzminister und vom Sicherheitsminister, aber auch von Teilen von Netanyahus Partei verfolgt wird, den Gaserstreifen neu zu besiedeln, aber das ist eher illusorisch."
  },
  {
    "start": 1216.66,
    "end": 1225.66,
    "text": " Also die Weltbank schätzt, dass der Wiederaufbau in Gaza sich auf rund 50 Milliarden Dollar belaufen wird über mehrere Jahrzehnte hinweg."
  },
  {
    "start": 1225.66,
    "end": 1232.66,
    "text": " Also dass es mehrere Jahrzehnte dauert, bis man den Gaserstreifen wieder bewohnbar machen kann und dass es Unsummen kostet."
  },
  {
    "start": 1232.66,
    "end": 1244.66,
    "text": " Und es kann Israel nicht alleine stemmen und wenn Israel den Gaserstreifen besiedelt, dann wird sich aber kein anderer Staat oder werden sich wenige andere Staaten daran beteiligen an der Finanzierung."
  },
  {
    "start": 1244.66,
    "end": 1247.66,
    "text": " Maria Stärke, vielen Dank und beste Grüße nach Heifer."
  },
  {
    "start": 1247.66,
    "end": 1249.66,
    "text": " Danke, lieber Grüße nach Wien."
  },
  {
    "start": 1250.66,
    "end": 1262.66,
    "text": " Und wenn Ihnen diese Folge bis dahin schon gefallen hat und Sie die kritische und unabhängige Berichterstattung des Standards unterstützen möchten, geht das als Abonnentin oder mit einem einmaligen Unterstützungsbeitrag schon ab 3 Euro."
  },
  {
    "start": 1262.66,
    "end": 1266.66,
    "text": " Alle Infos unter abo.derStandard.at."
  },
  {
    "start": 1266.66,
    "end": 1269.66,
    "text": " Und hier ist, was Sie sonst noch wissen müssen."
  },
  {
    "start": 1269.66,
    "end": 1275.66,
    "text": " Erstens. In einem Hochhaus im New Yorker Stadtteil Manhattan hat ein Mann mindestens vier Menschen und sich selbst erschossen."
  },
  {
    "start": 1275.66,
    "end": 1281.66,
    "text": " Die Hintergründer der Tat sind bislang unklar. Der Täter soll eine Vorgeschichte psychischer Erkrankungen gehabt haben."
  },
  {
    "start": 1281.66,
    "end": 1288.66,
    "text": " Die Einsatzkräfte waren mit einem Großaufgebot vor Ort. Bürgermeister Eric Adams nennt es eine sinnlose Gewalttat."
  },
  {
    "start": 1288.66,
    "end": 1293.66,
    "text": " Zweitens. Die Wasserknappheit in der iranischen Hauptstadt Teheran wird immer dramatischer."
  },
  {
    "start": 1293.66,
    "end": 1297.66,
    "text": " Inzwischen überlegt die Regierung sogar, die Stadt eine Woche lang zu schließen."
  },
  {
    "start": 1297.66,
    "end": 1301.66,
    "text": " Behörden, Universitäten oder auch Schulen sollen in dieser Zeit nicht öffnen."
  },
  {
    "start": 1301.66,
    "end": 1305.66,
    "text": " Selbst eine Verlegung der Hauptstadt sei nicht ausgeschlossen, heißt es vom Präsidenten."
  },
  {
    "start": 1305.66,
    "end": 1312.66,
    "text": " Und drittens. Die längste Schlange der Welt. Die dunkle Tigerpython wird in Südflorida immer mehr zum Problem."
  },
  {
    "start": 1312.66,
    "end": 1316.66,
    "text": " Die Schlangenart wurde etwa durch das Aussetzen der Besitzer in der Gegend immer zahlreicher."
  },
  {
    "start": 1316.66,
    "end": 1324.66,
    "text": " Das hat Folgen für die heimische Tierpopulation. Sogar Rehe und auch Alligatoren stehen auf der Speisekarte der sehr appetitreichen Schlange."
  },
  {
    "start": 1324.66,
    "end": 1328.66,
    "text": " Wissenschaftler vor Ort reagieren jetzt mit einer ungewöhnlichen Idee."
  },
  {
    "start": 1328.66,
    "end": 1338.66,
    "text": " Und zwar mit sogenannten Roboterkaninchen. Diese motorisierten Nachbildungen der echten Tiere sollen die Schlange aus ihren Versteck locken, damit man sie einfangen kann."
  },
  {
    "start": 1338.66,
    "end": 1345.66,
    "text": " Echte Kaninchen gibt es in der Region übrigens nicht mehr. Die sind von der Tigerpython ausgerottet worden."
  },
  {
    "start": 1345.66,
    "end": 1350.66,
    "text": " Alles weitere zum aktuellen Weltgeschehen lesen sie dann wie immer auf derstandards.at."
  },
  {
    "start": 1350.66,
    "end": 1355.66,
    "text": " Feedback oder Themenvorschläge gerne schicken an Podcast@derstandards.at."
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  {
    "start": 1355.66,
    "end": 1360.66,
    "text": " Ich bin Daniel Retschitzegger. Vielen Dank fürs Zuhören. Bis zum nächsten Mal."
  }
]