[
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    "end": 4.76,
    "text": "Vor insgesamt fünfzehn Jahren kommt es zur Katastrophe in Japan."
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  {
    "start": 5.6,
    "end": 11.86,
    "text": "Ein Erdbeben löst einen Tsunami aus, der trifft auf die Küste und über zwanzigtausend Menschen verlieren ihr Leben."
  },
  {
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    "text": "Hinzu kommt eine Kernschmelze im AKW Fukushima."
  },
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    "end": 20.76,
    "text": "In Europa war Nebenbestürzung auch der Ausstieg aus der Atomanenergie das Gebot der Stunde."
  },
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    "text": "Jetzt – ein halb Jahrzehnte später befinden wir uns aber auf dem Weg zurück!"
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    "end": 31.32,
    "text": "Die Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen fordert einen Kurswechsel und bringt kleine Mini-Reaktoren ins Spiel."
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    "text": "Wir stellen heute die Frage, ob wir bald ein Kambeck der Atomkraft erleben werden?"
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    "text": "Und ob das wirklich sinnvoll ist oder eher nicht!"
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    "end": 43.08,
    "text": "Ich bin Daniel Retschitzacker, das ist Thema des Tages – der Nachrichtenpodcast der Standard."
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  {
    "start": 45.92,
    "end": 54.74,
    "text": "Bevor es hiermit der eigentlichen Folge losgeht noch ein Hinweis in eigener Sache, Thema des Tages könnt ihr am vierzehnten September live miterleben im Theater im Park beim Schloss Belvedere."
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    "end": 57.58,
    "text": "Da sprechen wir über das Thema des Jahres, würde ich sagen."
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    "end": 59.6,
    "text": "Über Amerikas Schicksalswahl!"
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    "end": 70.26,
    "text": "Bei den Midterms in November wird sich entscheiden ob Donald Trump weiterhin die USA wie ein König regieren kann und damit auch unsere Welt auf den Kopf stellt oder ob er in die Schranken gewiesen wird."
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    "end": 72.42,
    "text": "Die meisten Tickets sind tatsächlich schon weg."
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    "start": 72.58,
    "end": 78.26,
    "text": "also an dieser Stelle schnell sein, damit ihr dabei seid am vierzehnten September um neunzehn Uhr dreißig im Theater Im Park."
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    "end": 78.96,
    "text": "schulde nicht."
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    "end": 80.14,
    "text": "freuen uns riesig auf euch."
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    "end": 82.38,
    "text": "Alle Infos findet ihr natürlich in den Show notes."
  },
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    "text": "Und jetzt geht es weiter mit der Folge."
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    "end": 88.3,
    "text": "Tanja Traxler, Leiterin des Wissenschaftsressorts beim Standardheute hier im Podcast."
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    "end": 88.84,
    "text": "Grüß dich Tanja!"
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    "text": "Vielen Dank für die Einladung."
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    "end": 95.04,
    "text": "ich freue mich dass ich wieder da sein darf obwohl es diesmal ein nicht so besonders erfreuliches Thema ist."
  },
  {
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    "end": 109.4,
    "text": "Ich würde daran kommen nicht vorbei aber ich glaube wir werden trotzdem so spannend wie möglich zumindest gestalten denn wir sprechen unter anderem über die Reaktorkatastrophe von Fukushima im Jahr zwei tausend und elf der sich ja gestern am Mittwoch zum inzwischen fünftzehnten Mal gejährt."
  },
  {
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    "end": 112.44,
    "text": "Erinner uns doch bitte noch einmal an diesen Zwischenfall."
  },
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    "end": 116.38,
    "text": "Wie kam es damals zur Kernschmelze zum größten anzunehmenden Umfall?"
  },
  {
    "start": 116.92,
    "end": 134.2,
    "text": "Ja, also ich kann mich noch sehr gut erinnern obwohl es inzwischen wirklich schon fünfzehn Jahre her ist und das war eine Verkettung von unglücklichen Begebenheiten wie sie davor eigentlich bei so einer Kernschmerze noch nicht gegeben hat in dieser Zusammenfolge."
  },
  {
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    "end": 149.299,
    "text": "Wie du schon erwähnt hast Elften März hat alles zunächst einmal mit einem starken Erdbeben begonnen, das vor der Küste Japans sich ereignet hat und das hat einen gewaltigen Tsunami ausgelöst."
  },
  {
    "start": 149.88,
    "end": 164.559,
    "text": "Kurze Zeit später haben dann die Flutwellen das Kernkraftwerk Fukushima erreicht, dass eben ungünstigerweise auch sehr nahe an der Küstenregion befindet was zu einer Überflutung großer Teile der Anlage geführt."
  },
  {
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    "end": 173.94,
    "text": "Es haben schon gewisse Sicherheitsmaßnahmen gegriffen, also die Reaktoren haben sich dem Erdbeben automatisch abgeschaltet."
  },
  {
    "start": 174.579,
    "end": 180.399,
    "text": "Aber trotzdem, wie das eben bei so einem AKW ist mussten sie weiterhin aktiv gekühlt werden."
  },
  {
    "start": 180.54,
    "end": 190.359,
    "text": "Also man kann das nicht von einer Minute auf die nächste abschalten und dann ist nichts mehr zu tun sondern die Kühlung ist auch über das Abschalten hinaus notwendig."
  },
  {
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    "end": 202.019,
    "text": "durch die Überflutung ist jedoch die Stromversorgung ausgefallen selbst die Notstromgeneratoren Und dadurch konnte dann auch die Kühlung nicht weiter fortgesetzt werden."
  },
  {
    "start": 202.559,
    "end": 226.619,
    "text": "Dadurch haben sich dann mehrere Reaktorkerne überhitzt und es ist eben zu sogenannten Kernschmelzer gekommen, im Zuge dessen kam es noch zu Wasserstoff-Explosionen und so sind eben radioaktive Stoffe freigesetzt worden in der näheren Umgebung und auch im Meer und große Gebiete rund um das Kraftwerk mussten daraufhin evakuiert"
  },
  {
    "start": 226.7,
    "end": 226.959,
    "text": "werden.\"."
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  {
    "start": 227.179,
    "end": 236.64,
    "text": "Ich kann mich auch noch sehr gut an diesen Tag erinnern, eben aufgrund natürlich des Reaktorumfalls aber und natürlich auch aufgrund dieses schrecklichen Erdbebens- und Tsunami wo ja tausende Menschen gestorben sind."
  },
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    "start": 236.679,
    "end": 238.0,
    "text": "Wirklich fürchterliche Katastrophe."
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    "end": 248.54,
    "text": "Woran ich mich allerdings auch erinnerne kann ist es wie es dann weitergegangen ist denn diese Aufarbeitung dieses Reaktorenglücks das hat ja Jahre gedauert und man weiß inzwischen deutlich mehr als damals."
  },
  {
    "start": 249.079,
    "end": 252.859,
    "text": "ganz direkt gefragt hätte diese Kernschmelze verhindert werden können?"
  },
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    "end": 254.519,
    "text": "Ja, im Prinzip schon."
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    "end": 267.24,
    "text": "Also wie die Untersuchungen eben schließlich gezeigt haben was wirklich der Tsunami, der hier die entscheidende Rolle gespielt hat weil eben die Flut wirklich zentrale Sicherheitssysteme lahmgelegt hat."
  },
  {
    "start": 267.64,
    "end": 278.659,
    "text": "Sicherheitsysteme die eigentlich in der Anlage vorhanden gewesen wären aber eben außer Kraft gesetzt worden sind insbesondere eben die Stromversorgung für die Kühlung der Brennstäbe."
  },
  {
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    "end": 298.26,
    "text": "Und jetzt in Nachhinein ist natürlich offensichtlich, dass das Kraftwerk nicht ausreichend gegen vor allem so eine große enorme Flut geschützt war und mit besseren Vorsorgen gegen im spezielle Überflutungen hätte schon irgendwie das Risiko zumindest minimiert werden können."
  },
  {
    "start": 298.38,
    "end": 304.82,
    "text": "Also dass die Notstromversorgung jedenfalls nicht ganz so sensibel auf eine Überflitung reagiert."
  },
  {
    "start": 305.68,
    "end": 310.539,
    "text": "Und gleichzeitig muss man aber auch sagen, also hätte man es verhindern können."
  },
  {
    "start": 311.14,
    "end": 315.84,
    "text": "Ja in dem speziellen Fall schon kann man sowas prinzipiell ausschließen?"
  },
  {
    "start": 316.32,
    "end": 317.7,
    "text": "Nein eigentlich nicht!"
  },
  {
    "start": 317.84,
    "end": 323.9,
    "text": "Also ein hundertprozentiges Sicherheit kann man bei so einem Kraftwerk nie sicherstellen."
  },
  {
    "start": 324.44,
    "end": 335.8,
    "text": "und bei Fukushima kommt eben schon dieser sehr heikle Standort dazu in einer Erdbebenregion in der Nähe einer Küste mit Tsunami-Möglichkeit."
  },
  {
    "start": 336.2,
    "end": 342.64,
    "text": "Das ist eigentlich alles ein ziemliches No Go, um da so eine sensible Anlage hinzustellen."
  },
  {
    "start": 343.18,
    "end": 348.76,
    "text": "Wenn ich es richtig in Erinnerung habe das war glaube ich direkt an der Küste oder also diese Bilder kennt man ja noch aus den Medien von damals?"
  },
  {
    "start": 349.88,
    "end": 355.479,
    "text": "Jetzt habe ich gelesen, dass die Betreiberfirma TEPCO in Japan Jahre gebraucht hat quasi um Vertrauen wieder zurück zu gewinnen."
  },
  {
    "start": 355.539,
    "end": 357.44,
    "text": "Natürlich auch der dortigen Regierung."
  },
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    "end": 362.099,
    "text": "und da stellt sich jetzt die Frage, hat man glaubhaft aus diesen Fehlern gelernt?"
  },
  {
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    "end": 364.2,
    "text": "Du hast gesagt, man kann es nie hundertprozentig verhindern."
  },
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    "text": "aber konnte man oder kann man heute im Jahr ist das Risiko maximal minimieren?"
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    "text": "zumindest"
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    "text": "Ja und nein."
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  {
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    "end": 380.38,
    "text": "Also, fünfzehn Jahre ist irgendwie schon eine lange Zeit wenn wir so zurückdenken in unserer Lebenszeit."
  },
  {
    "start": 380.94,
    "end": 386.88,
    "text": "aber für die Planung von AKWs für diesen Zeitrahmen ist das eigentlich überhaupt keine lange Zeit."
  },
  {
    "start": 387.159,
    "end": 396.26,
    "text": "Der Bau von AK WS dauert Jahre Jahrzehnte eher und da sind fünfzehnt Jahre relativ kurz wo man irgendwas neu implementieren kann."
  },
  {
    "start": 396.919,
    "end": 412.64,
    "text": "nach dieser Katastrophe von Fukushima sind viele Kernkraftwerke weltweit weit überprüft worden und teilweise auch nachgerüstet worden, insbesondere dort wo es ähnliche Risiken gibt etwa durch Erdbebenregionen oder wo eine Überflütung eintreten könnte."
  },
  {
    "start": 413.28,
    "end": 420.96,
    "text": "Also die Sicherheitssysteme sind durchaus verbessert worden und Teilweise auch zusätzliche Notfallmaßnahmen eingeführt worden."
  },
  {
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    "end": 428.38,
    "text": "Manche Ackerwesen noch heruntergefahren waren sicher weil man eben die Sicherheizmaßnahme nicht so weit erhöhen konnte."
  },
  {
    "start": 429.0,
    "end": 435.26,
    "text": "also ein Derartiger Unfall ist schon unwahrscheinlicher heute, wie vor Fukushima."
  },
  {
    "start": 435.88,
    "end": 441.74,
    "text": "Aber das ist eine sehr komplexe Technologie und da gibt es immer Risiken."
  },
  {
    "start": 441.84,
    "end": 452.719,
    "text": "Selbst wenn man das Überflutungsrisiko weitgehend minimiert, gibt's zum Beispiel andere Risiken durch Kriegsfolgen, Raketenbeschüsse oder so weiter."
  },
  {
    "start": 453.2,
    "end": 463.08,
    "text": "Da hat man eben eine ganz andere Seite der Verwundbarkeit von AKWs gesehen Und der Grundbestand, dass es nie hundertprozentig sicher sein kann."
  },
  {
    "start": 463.18,
    "end": 467.46,
    "text": "Das gilt nach Fukushima genauso wie es davor eben auch der Fall war."
  },
  {
    "start": 467.84,
    "end": 469.599,
    "text": "Hundertprozentige Sicherheit kann's nie geben."
  },
  {
    "start": 469.719,
    "end": 475.34,
    "text": "da ist jetzt natürlich die Frage sehr provokant gefragt tut man der Atomenkraft hier auch irgendwie unrecht?"
  },
  {
    "start": 475.38,
    "end": 480.36,
    "text": "denn hundert prozentige Sicherheit bei einem keine Ahnung Chemiekraftwerk beispielsweise kann das auch nicht geben."
  },
  {
    "start": 480.4,
    "end": 482.64,
    "text": "und da gab es auch schon Katastrophen und Zwischenfälle."
  },
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    "end": 487.52,
    "text": "setzt man hier zu strenge Maßstäbe müssen wir mit diesem Risiko vielleicht einfach leben?"
  },
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    "end": 489.0,
    "text": "Ja, sehr gute Frage."
  },
  {
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    "end": 492.9,
    "text": "Wir müssen immer mit gewissen Risiken rechnen und leben!"
  },
  {
    "start": 493.46,
    "end": 500.539,
    "text": "Die Sache bei so einem Nuklearunglück ist einfach, dass die Folgen wenn es zu einer Kernschulmalize kommt."
  },
  {
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    "end": 508.14,
    "text": "So weitreichend sind also sich auch so global verteilt durch die Meere, durch atmosphärische Strömungen."
  },
  {
    "start": 508.64,
    "end": 518.159,
    "text": "Es sind dann einfach um das jetzt sehr pauschal zu sagen sehr großflächige Gebiete und potenziell sehr viele Menschen betroffen."
  },
  {
    "start": 518.74,
    "end": 532.52,
    "text": "Und wenn wirklich was schief geht Dann sind die folgen wirklich verheerend und dass es bei anderen Kraftwerkstypen normalerweise lokaler begrenzt, was so schiefgehen kann."
  },
  {
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    "end": 537.86,
    "text": "Eine weitere Folge dieses Reaktorunglücks im Jahr Zwei-TonsundEilf war ja auch eine politische Bewegung."
  },
  {
    "start": 538.08,
    "end": 542.58,
    "text": "Es ist in Europa auf einmal das Motto da gewesen wir müssen raus aus der Atomkraft."
  },
  {
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    "end": 544.66,
    "text": "Angela Merkel die Atomausstieg immerhin."
  },
  {
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    "end": 547.96,
    "text": "in Österreich haben wir kein laufendes AKW also waren wir da ein bisschen ausgenommen."
  },
  {
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    "text": "aber ich glaube wir haben trotzdem recht begeistert irgendwie mit uploadiert zumindest die Politik."
  },
  {
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    "end": 554.76,
    "text": "Jetzt scheint es da eine Umkehr zu geben."
  },
  {
    "start": 555.0,
    "end": 562.9,
    "text": "Die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bezeichnet kürzlich in einer Rede die Abkehr von der Atomkraft als Fehler, woher kommt das?"
  },
  {
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    "end": 567.76,
    "text": "Ja, also das war jetzt natürlich eine sehr prägnante Äußerung von von der Leyen."
  },
  {
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    "end": 575.72,
    "text": "Es ist aber durchaus schlüssig im Kontext ihrer früheren Äußeren zu diesem Thema und einem generellen Trend."
  },
  {
    "start": 576.24,
    "end": 579.38,
    "text": "Also da gibt es mehrere Aspekte zu unterscheiden."
  },
  {
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    "end": 582.56,
    "text": "Das eine ist die Energie-Souveränität."
  },
  {
    "start": 583.5,
    "end": 601.42,
    "text": "in dem Europa einfach nicht mehr so gern von fossiler Energie abhängig sein will auch aus geopolitischen Gründen weil wir kein Öl dass wir zum Beispiel aus Russland importieren wollen, gibt es eben den Bedarf auf anderer Weise zu Energie- und Elektrizitätsversorgung zu kommen."
  },
  {
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    "end": 605.18,
    "text": "Und dann ist natürlich die Frage nach der Klimawende."
  },
  {
    "start": 605.28,
    "end": 609.199,
    "text": "also wie kann man möglichst CO² Neutralität erreichen?"
  },
  {
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    "end": 625.52,
    "text": "Auf beide diese Aspekte könnten Kernkraftwerke in gewisser Weise eine Antwort sein Und insofern zeichnet sich da in Europa schon länger ein Trend ab, dahingehend also wieder die Sympathien für AKWs zu erhöhen."
  },
  {
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    "end": 634.22,
    "text": "Aber ja, also der Aussage von Von der Leyen dazu den Atomausstieg als Fehler zu bezeichnen das war so in dieser Deutlichkeit doch durchaus neu."
  },
  {
    "start": 634.58,
    "end": 641.52,
    "text": "Was von der Leihen auch fordert ist oder ins Spiel bringt es eine Strategie für kleine modulare Reaktoren."
  },
  {
    "start": 642.12,
    "end": 644.22,
    "text": "Ich kann mir da relativ wenig vorstellen, was soll das sein?"
  },
  {
    "start": 644.26,
    "end": 644.68,
    "text": "Ein Modular."
  },
  {
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    "end": 647.72,
    "text": "Das klingt irgendwie so nach Ikea-Schrank, den ich erweitern kann... Was ist das?"
  },
  {
    "start": 648.08,
    "end": 650.22,
    "text": "Ja ein bisschen in die Richtung geht es doch!"
  },
  {
    "start": 650.76,
    "end": 652.34,
    "text": "Der Pax unter den AKWs oder...?"
  },
  {
    "start": 654.14,
    "end": 657.3,
    "text": "Bis es so komfortabel ist wird's noch eine Zeit dauern Aber"
  },
  {
    "start": 657.34,
    "end": 661.66,
    "text": "die... Ich glaub du hast noch nie den Pax aufgebaut und das Komfortabel bezeichnet"
  },
  {
    "start": 663.96,
    "end": 666.62,
    "text": "Aber die Idee geht schon ungefähr in die Richtung."
  },
  {
    "start": 666.78,
    "end": 673.24,
    "text": "Also es handelt sich eben um kleinere Kernreaktoren, wobei klein auch relativ ist."
  },
  {
    "start": 673.3,
    "end": 676.88,
    "text": "also da reden wir auch über ziemlich verschiedene Größenordnungen."
  },
  {
    "start": 677.46,
    "end": 684.76,
    "text": "und was schon ein bisschen anders IKEA-Modell erinnert ist dass der instandatisierten Modulen aufgebaut werden soll."
  },
  {
    "start": 684.84,
    "end": 688.54,
    "text": "das ist auch für konventionelle AKWs teilweise der Fall."
  },
  {
    "start": 688.699,
    "end": 694.88,
    "text": "aber dieses Prinzip soll eben bei diesen Small modular reactors noch verstärkt werden."
  },
  {
    "start": 695.66,
    "end": 706.86,
    "text": "Also die Idee ist, dass diese Anlagen so in ihren Modulen in Fabriken vorgefertigt werden können und dann anschließend an Ort und Stelle aufgebaut werden."
  },
  {
    "start": 707.38,
    "end": 713.42,
    "text": "Und das soll eben sowohl die Bauzeit verringern und auch kosten aber auch technische Risiken senken."
  },
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    "start": 713.76,
    "end": 715.92,
    "text": "Ich muss gestehen, ich steh mir da zu Akkentaschengröße vor."
  },
  {
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    "end": 716.98,
    "text": "Was ist es wirklich?"
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    "text": "Wird wohl nicht sein..."
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  {
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    "end": 718.34,
    "text": "Nein!"
  },
  {
    "start": 718.56,
    "end": 729.86,
    "text": "Es sind schon natürlich große Anlagen und die größeren unter diesen Small Modular Reactors, die erinnern in ihrer Größe auch an konventionelle AKWs."
  },
  {
    "start": 729.939,
    "end": 745.439,
    "text": "ja also da gibt's wirklich von bis mehr noch als die Größe würde ich vielleicht diesen modularen Charakter hervorheben dass man eben mit standardisierten Komponenten die in Fabriken gefertigt werden operiert und den Bau so schneller vorantreiben kann, im Idealfall."
  },
  {
    "start": 746.439,
    "end": 748.64,
    "text": "Ich meine schneller klingt uns sicher nicht schlecht."
  },
  {
    "start": 748.78,
    "end": 752.74,
    "text": "ich glaube so AKWs brauchen sonst immer Jahrzehnte eigentlich bis sie fertig sind und verschlingen Milliarden."
  },
  {
    "start": 752.78,
    "end": 754.5,
    "text": "das ist ja wirklich kein günstiges Projekt."
  },
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    "text": "also eine sinnvolle Idee oder nicht?"
  },
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    "end": 761.92,
    "text": "Ja und nein, also in der Theorie könnte dieses Konzept schon Vorteile haben."
  },
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    "text": "Also kleinere Reaktoren könnten flexibler eingesetzt werden und möglicherweise auch höhere Sicherheitsstandards bieten."
  },
  {
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    "text": "Sie sind aber nicht unbedingt so effizient wie große AKWs."
  },
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    "text": "Wenn man sich den Atommüll anschaut, dann steigen die mitunter schlechter aus."
  },
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    "text": "Generell ist zu dieser neuen Konzeption von AKWs, dass sich da viele Projekte noch sehr in der Entwicklungsphase befinden und wir haben da wenig Langzeitdaten auch zum Sicherheitsaspekt."
  },
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    "end": 805.12,
    "text": "Auch wie effektiv dann solche AKW im Daily Use tatsächlich sind über Jahre Jahrzehnte gesehen das wissen wir alles noch nicht."
  },
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    "text": "also das ist nach ein bisschen früh um das seriös wirklich auch mit Daten belegt Beantworten zu können, ob solche neuen AKWs wirklich die Versprechen erfüllen können in der Praxis."
  },
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    "end": 825.16,
    "text": "Die sie vorgeben vor allem die höhere Sicherheit, kleinere Module, schnellere Fertigung und so weiter das wird sich"
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    "text": "zeigen.\"."
  },
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    "text": "Ja, genau."
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  },
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    "text": "Das heißt wenn's zur Kernschmelze kommt dann ist nicht so viel spaltbares Material auf einem Ort."
  },
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    "start": 842.68,
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    "text": "ja also insofern wird das Sicherheitsrisiko vor allem für wirklich große Störfälle schon minimiert."
  },
  {
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    "text": "aber wenn man eben mehrere kleine davon hat wo man jeweils gute Sicherheitsvorkehrungen treffen muss ist das natürlich ein gewisser Streuung von Riesen."
  },
  {
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    "text": "Wir reden jetzt sehr theoretisch, aber gibt es schon so Testmodelle?"
  },
  {
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    "text": "Vielleicht läuft schon das Ding irgendwo schon."
  },
  {
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    "text": "Ja also einige Länder haben bereits solche Reaktoren, besonders in China wird das vorangetrieben, aber ein kleinerer Maßstab auch in Indien."
  },
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    "text": "In Europa und in den USA gibt's auch einige Projekte zum Beispiel in Belgien, Polen, Schweden oder auch in Tschechien."
  },
  {
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    "end": 893.199,
    "text": "Aber teilweise stehen diese Reaktoren, aber haben noch keine endgültige Zulassung bzw."
  },
  {
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    "text": "sie befinden sich überhaupt noch in Planung und Entwicklung."
  },
  {
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    "end": 904.36,
    "text": "also in Tschechien zum Beispiel wird das immer wieder hinausgeschoben wann das dann wirklich einsatzfähig sein würde."
  },
  {
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    "text": "Jetzt wies man auch nicht so viel hast du uns gerade erklärt es gibt einige Vorteile."
  },
  {
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    "text": "Es gibt auch einige Nachteile aufgrund der Effizienz natürlich."
  },
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    "text": "Was sagen denn so Experten auf diesem Feld?"
  },
  {
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    "text": "Ist das eine sinnvolle Idee, sollten wir da reingehen."
  },
  {
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    "end": 925.1,
    "text": "Das kommt ganz darauf an, wie man die Frage betrachtet und welches Problem man genau damit lösen will."
  },
  {
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    "text": "Also wenn die Alternative ist Kohlekraftwerke zu ersetzen, ist das Angesichts des Klimawandels auf jeden Fall ein Vorteil oder auch um fossile Energie, Öl- und Gas damit ersetzen will – auch in Bezug auf geopolitische Abhängigkeiten."
  },
  {
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    "end": 952.98,
    "text": "Wenn man es vergleicht mit erneuerbaren Energien bietet durch solche kleinen Kernreaktoren sehr große Nachteile, auch viel höhere Kosten."
  },
  {
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    "end": 960.699,
    "text": "Der Vorteil ist wiederum dass es einen rund um die Uhr Strom erzeugt werden kann was eben bei Erneuerbaren bekanntlich weniger"
  },
  {
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    "text": "einfach ist."
  },
  {
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    "text": "Die Sonne muss nicht scheinen der Wind muss nicht gehen?"
  },
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    "text": "Ganz"
  },
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    "text": "genau und wenn ich genug Erneuere habe kann ich das auch hochskalieren."
  },
  {
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    "text": "zum Beispiel"
  },
  {
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    "end": 974.98,
    "text": "In der Theorie klingt das ja irgendwie gar nicht so unsinnvoll also klingt ja irgendwie ganz gescheites."
  },
  {
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    "text": "Trotzdem stellt, ist die Verfügbarkeit von Spaltbahnmaterial das Sicherbrauch um so ein AKW zu betreiben."
  },
  {
    "start": 982.74,
    "end": 988.939,
    "text": "Es reicht ja nicht nur das Gebäude und das wächst bekanntlich auch nicht auf Bäumen muss importiert werden von irgendwo."
  },
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    "text": "wie sieht es da derzeit aus?"
  },
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    "text": "Also im Prinzip ist Uran schon weltweit verfügbar, aber die Förderung ist auf sehr wenige Länder konzentriert."
  },
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    "text": "Ein großer Teil des weltweit geförderten Orans stammt derzeit aus Kassachstan, aus Kanada und aus Namibia."
  },
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    "text": "Russland spielt da auch eine große Rolle vor allem in Bezug auf die Lieferkette – das bedeutet dass Europa bei einer stärkeren Nutzung von Atomkraft weiterhin auf Importe eignet."
  },
  {
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    "text": "gewesen wäre, woraus sich natürlich auch neue geopolitische Abhängigkeiten ergeben könnten."
  },
  {
    "start": 1027.74,
    "end": 1036.16,
    "text": "Also wenn man zum Beispiel weniger aus Kassachstan und Russland importieren wollen würde dann könnte man zb nach Kanada ausweichen."
  },
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    "end": 1044.44,
    "text": "also es ist nicht so dass es nur einen Anbieter gibt aber dennoch ist das ein sehr zentral organisiertes Geschäft."
  },
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    "text": "Ich würde gerne auf einen Punkt noch eingehen, nämlich die Umweltfreundlichkeit."
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    "text": "Kritiker bezweifeln ja dass Atomenergie wirklich so umweltfreundlich ist."
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    "text": "ich glaube die Uhr vor einiger Zeit ja als Green Energy eingestuft das gab er viel Kritik an diesem Schritt."
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    "text": "wie siehst du das?"
  },
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    "text": "beziehungsweise was sagt die Wissenschaft?"
  },
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    "text": "Ja, das ist eine sehr gute Frage die auch gar nicht so einfach zu beantworten ist weil es eben ganz darauf ankommt was genau man betrachtet."
  },
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    "end": 1083.34,
    "text": "Also wenn man einfach nur AKWs im laufenden Betrieb für die Betrachtung heranzieht dann erzeugen sie tatsächlich relativ wenig CO² und könnten so zu einer Reduktion der Treibhausgase beitragen."
  },
  {
    "start": 1084.0,
    "end": 1092.02,
    "text": "Diese Betrachtungsweise stand vor allem im Hintergrund der regulatorischen Änderungen, die du angesprochen hast in der EU."
  },
  {
    "start": 1092.82,
    "end": 1100.82,
    "text": "Es gibt aber noch zahlreiche weitere ökologische Komponenten, die man in einer Gesamtbetrachtung eigentlich mit berücksichtigen müsste."
  },
  {
    "start": 1101.34,
    "end": 1109.02,
    "text": "Da ist einerseits mal der Uranabbau, der extrem ressourcenintensiv ist und die Aufbereitung des Materials."
  },
  {
    "start": 1109.48,
    "end": 1120.92,
    "text": "also da fällt sehr viel CO² an was normalerweise einfach zugekauft wird für ein AKW und deswegen oft nicht in die CO-Zweibelanz des laufenden Betriebs mit einberechnet wird."
  },
  {
    "start": 1121.52,
    "end": 1148.32,
    "text": "Und dann gibt es noch eben die Frage der langfristigen Lagerung hochradioaktiver Abfälle, also diese Frage der Endlagerung, die ist eigentlich in den allermeisten Ländern noch nicht endgültig beantwortet Emissionen mit berücksichtigen Würde in der Analyse, was extrem schwierig ist und eigentlich nur durch Schätzungen möglich ist."
  },
  {
    "start": 1148.92,
    "end": 1161.88,
    "text": "Dann sieht die CH-II-Balance für AKWs natürlich viel schlechter aus Und hinzu kommt eben das viel größere Risiko, wenn es zu Unfällen kommt was wir vorhin schon besprochen haben."
  },
  {
    "start": 1162.32,
    "end": 1172.92,
    "text": "Das hat natürlich nichts mit der CO-Zweibilanz zu tun aber ist auch ein wichtiger Faktor nach dem erneuerbare Energien so ein Risiko kaum mit sich bringen."
  },
  {
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    "end": 1188.64,
    "text": "Wenn man diese ganzen Aspekte jetzt mit reinfließen lassen und versuchen quasi einen Duell zwischen klassischen Erneuerbaren zu gestalten, wer hat denn da jetzt wirklich die Nase voran?"
  },
  {
    "start": 1188.7,
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    "text": "Was ist die sinnvollere unter Anführungszeichen Zukunftstechnologie?"
  },
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    "start": 1193.3,
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    "text": "und ich sage es nochmal nicht was sagst du sondern kann ich das ja kurz danach sagen."
  },
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    "text": "Ja, auch in diesem Fall wie so oft hat die Wissenschaftler gar keine so einfache klare Antwort darauf."
  },
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    "end": 1213.54,
    "text": "Sondern es kommt eben darauf an welche Faktoren man genauer betrachtet."
  },
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    "text": "also erneuerbare haben sehr viele Vorteile In den Kosten auch im ökologischen Fußabdruck und der Sicherheit usw."
  },
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    "start": 1222.96,
    "end": 1226.44,
    "text": "Der große Nachteil ist ihre schwankende Produktion."
  },
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    "start": 1226.98,
    "end": 1239.1,
    "text": "Also sehr entscheidend wird hier sein neue Speichertechnologie zu entwickeln, intelligente Stromnetze und so weiter um mit der schwankenden Erzeugung besser haushalten zu können."
  },
  {
    "start": 1239.84,
    "end": 1248.42,
    "text": "Solange das nicht gegeben ist sind AKWs durchaus eine ökologisch auch nicht ganz unsinnige Brückentechnologie."
  },
  {
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    "end": 1254.28,
    "text": "ja also derzeit ist die Antwort wirklich es kommt irgendwie auf einen guten Mix an."
  },
  {
    "start": 1254.76,
    "end": 1260.42,
    "text": "sehr langfristig sind natürlich die erneuerbaren dort wo wir unbedingt hin wollen."
  },
  {
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    "text": "Aber wir brauchen noch ein paar gute Ideen in Sachen Speichertechnologien, dass wir uns wirklich ganz darauf schützen können."
  },
  {
    "start": 1268.6,
    "end": 1287.52,
    "text": "Die sind momentan eben leider noch nicht in Sicht und deswegen braucht es da auch einen Mix von anderen Formen der Energieerzeugung die eben stetig einen Bedarf decken können Und das sind AKWs auch ökologisch gesehen schon sinnvollere Alternativen als zum Beispiel Kohlekraftwerke."
  },
  {
    "start": 1288.12,
    "end": 1297.0,
    "text": "Wenn man hier zusammensitzen Zwei Österreicher, also eine Österreicherin und ein Österreicher dann müssen wir natürlich auch über die österreichische Haltung noch sprechen gegenüber der Atomkraft."
  },
  {
    "start": 1297.04,
    "end": 1299.54,
    "text": "Denn die Ablehnung hierzulande ist ja extrem hoch!"
  },
  {
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    "end": 1305.16,
    "text": "Ich kann mich noch an meine Kindheit erinnern da gab es überall diese Stoppt-Temmelin-Sticker in Oberösterreich dieses Kraftwerk."
  },
  {
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    "end": 1308.06,
    "text": "das war quasi so ein Bedrohungs-Szenario über der Grenze."
  },
  {
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    "text": "da hat man richtig Angst gehabt als Kind davor."
  },
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    "end": 1315.72,
    "text": "In der Schule sind immer diese Jodhtabletten ausgeteilt worden jeder hat die Wolke lesen müssen und dann haben uns alle gleich noch mehr gefürchtet."
  },
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    "text": "Das sind jetzt natürlich Erinnerungen an Früher und die müssen noch nichts mit der Realität zu tun haben."
  },
  {
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    "end": 1325.38,
    "text": "Aber deine Einschätzung, wie gerechtfertigt ist denn diese Abwehrhaltung in Österreich tatsächlich?"
  },
  {
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    "end": 1333.28,
    "text": "Wenn man Vorweile wie Tschernobyl oder Fukushima in den Blick nimmt kann man schon sagen dass das gerechtwertet war."
  },
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    "text": "vor allem auch als es in Österreich die Volksabstimmung gab."
  },
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    "text": "zu Zwentendorf waren ja die Sicherheitsvorkehrungen bei Weiten noch nicht so ausgereift wie das heute der Fall war."
  },
  {
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    "end": 1349.54,
    "text": "Also, teilweise diese Ablehnung hat schon auch eine faktenbasierte Grundlage."
  },
  {
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    "end": 1370.76,
    "text": "Teilweise mischt sich in dieser Ablehnung und hat sich auch in der Vergangenheit hineingemischt einer generellen Energieskepsis, Technologie-Ablehnungen und Wissenschaftsfeindlichkeit mischt sich da irgendwie hinein, also das sind dann die weniger sachlichen Komponenten in dieser Ablehnung."
  },
  {
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    "end": 1376.46,
    "text": "In Österreich ist ja alles ziemlich tabu was entweder Atom oder Gehen irgendwo..."
  },
  {
    "start": 1376.74,
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    "text": "Oh schlimmes Wort ganz schlimmes Worte!"
  },
  {
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    "end": 1383.54,
    "text": "in der Wortkonstruktion mit drin hat, dass es nicht immer gerechtfertigt."
  },
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    "text": "Aber es stimmt schon also nach wie vor, dass eben speziell wenn wir von den Bautypen wie eben auch Zwendendorf einer gewesen wäre, wenn wir davon ausgehen... Dann gibt es da eben gewisse Risiken."
  },
  {
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    "end": 1402.1,
    "text": "Und was man auch sagen muss, also der kalte Krieg ist ja kalt geblieben."
  },
  {
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    "end": 1418.9,
    "text": "aber angenommen das wäre nicht so gewesen dann hätten wir eine heikliche Situation wie wir das jetzt leider in der Ukraine mit Saporische haben, hätten wir hier in Niederösterreich gehabt und das ist natürlich etwas was man absolut nicht will."
  },
  {
    "start": 1419.4,
    "end": 1432.88,
    "text": "Also die Ablehnung hatte schon auch gute sachliche Gründe die einen AKW in der unmittelbaren Nachbarschaft eine ziemlich ungemütliche Angelegenheit machen lassen."
  },
  {
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    "end": 1436.68,
    "text": "Und deswegen ist da große Vorsicht schon"
  },
  {
    "start": 1436.8,
    "end": 1437.22,
    "text": "geboten.\"."
  },
  {
    "start": 1437.64,
    "end": 1451.4,
    "text": "Jetzt gibt es zwar in Österreich diese Ablehnung, aber auf der anderen Seite natürlich die Umkehr von der Europäischen Union – wir wissen Öl- und Gasimporte beispielsweise aus Russland und anderen Regionen, wie sehen Sie jetzt auch gerade beispielsweise im Klick gegen den Iran?"
  },
  {
    "start": 1451.46,
    "end": 1455.22,
    "text": "Das ist immer mit gewissen... Spankungen und Problemen verbunden."
  },
  {
    "start": 1455.88,
    "end": 1460.28,
    "text": "Glaubst du, dass so ein kleiner Reaktor vielleicht irgendwann auch in Österreich stehen wird neben Zwentendorf?"
  },
  {
    "start": 1460.32,
    "end": 1461.92,
    "text": "Vielleicht sogar in Niederösterreich oder sonst wo?"
  },
  {
    "start": 1462.18,
    "end": 1462.26,
    "text": "Ich"
  },
  {
    "start": 1462.34,
    "end": 1466.6,
    "text": "glaube eher nicht jedenfalls nicht für den Betrieb das was eingespeist wird."
  },
  {
    "start": 1467.06,
    "end": 1478.18,
    "text": "Vielleicht so wie es Zwehndorf also einen Herzeig-Reaktor Trainingsreaktor oder auch, wie es am Atominstitut in Wien gibt für Forschungszwecke."
  },
  {
    "start": 1478.26,
    "end": 1479.98,
    "text": "Das könnte ich mir mehr vorstellen."
  },
  {
    "start": 1480.54,
    "end": 1485.76,
    "text": "Österreich hat ein bisschen eine ambivalente Geschichte... dahin, wie Energie bezogen wird."
  },
  {
    "start": 1485.84,
    "end": 1490.78,
    "text": "Also die starke Ablehnung von einem Atomkraftwerk im eigenen Land."
  },
  {
    "start": 1490.94,
    "end": 1505.16,
    "text": "Gleichzeitig haben wir jahrelang nicht weniger Atomstrom importiert oder auch unsere sehr harte Verabschiedung von russischem Gas wo auch viele viele Jahre große Abhängigkeiten gegeben waren."
  },
  {
    "start": 1505.74,
    "end": 1512.24,
    "text": "ich habe nicht den Eindruck dass es hier einen politischen Willen gibt es, so ein Miniraktor zu errichten."
  },
  {
    "start": 1512.74,
    "end": 1517.78,
    "text": "Ich glaube eher dass wir uns da auf erneuerbare Energien stärker fokussieren würden."
  },
  {
    "start": 1517.84,
    "end": 1537.72,
    "text": "gerade in Österreich haben wir da sehr viel Potenzial dafür und auch was die Erforschung von zum Beispiel neuen Speichertechnologien gibt können wir hier sicher einen wichtiger Beitrag auch gesamt europäisch gesehen leisten als wenn wir hier auch noch ein eigenes Mini-Akw aufstellen."
  },
  {
    "start": 1538.0,
    "end": 1542.0,
    "text": "Also kein mini-Akkw mitten in der Wiener Innenstadt, das notiere ich mir auf jeden Fall mal."
  },
  {
    "start": 1542.3,
    "end": 1550.42,
    "text": "Tanja um ernst zu bleiben vielen Dank für diese spannenden Einschätzungen und ihr bleibt natürlich an dem Thema dran und sonst doch alles was mit Wissenschaftsortunert."
  },
  {
    "start": 1550.48,
    "end": 1550.76,
    "text": "Vielen Dank!"
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    "text": "Und wenn euch diese Folge gefallen hat dann abonniert den Kanal auf der Podcastplattform Eurer Wahl oder eben auch auf YouTube wo wir jetzt immer öfter mit Videopodcasts vertreten sind."
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    "text": "einfach Kanal abonnieren uns die Glocke drücken vielen Dank."
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    "text": "Ich bin Daniel Retschzecker, vielen Dank fürs dabei sein und bis zum nächsten Mal."
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