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    "text": "Ich bin Daniel Retschitz-Ecker, das ist Thema des"
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    "text": "der Nachrichten-Podcast vom Standard."
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    "text": "Putin in der Ukraine, Donald Trump im weißen Haus, in der Mitte einer Europa zwischen den Fronten."
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    "text": "Nicht wenige sehen bereits so etwas wie ein Ende des europäischen Kontinents als eigenständiger und selbstbestimmter Player."
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    "text": "Wie Europa wieder zur Stärke finden kann, was dafür getan werden muss und warum nicht alles verloren ist, darüber sprechen wir heute."
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    "text": "Gerald Kanner ist heute hier im Podcast."
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    "text": "Man kennt sie als treuer Zuhörer schon."
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    "text": "Sie waren schon das öfteren hier."
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    "text": "Sie sind sicherheitspolitischer Kommentator und sie haben ein Buch geschrieben mit dem Titel der unterschätzte Kontinent, warum Europa die Zukunft gehört."
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    "text": "Wenn man sich die Gegenwart an sieht, dann steht Europa ja durchaus, man könnte sagen, von einem Scheideweg."
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    "text": "die Unterstützung aus den USA schwindet."
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    "text": "politisch sorgen, walsige antidemokratische Parteien für große Spannungen."
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    "text": "im Osten führt Russland einen Angriffskrieg gegen die Ukraine, der sich, weiß Gott, wohin noch ausbreiten könnte."
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    "text": "Wenn man sich diese ganze Gemengelage ansieht und dann mit ihrem Buchtitel vergleicht, woher nehmen Sie diesen Optimismus?"
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    "text": "Ich denke, dass es jetzt eben genau aufgrund dieser Gemengelage einfach notwendig ist, dass Europa sich sozusagen auf sich selbst zurück besinnt, auf die eigenen Stärken besinnt und nicht auf die Schwächen fokussiert, im Gegenteil."
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    "text": "Sie haben also die Lage ja bereits umfassend dargestellt."
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    "text": "Wir sehen uns der Herausforderung gegenüber, dass Russland einen Angriffskrieg gegen die Ukraine führte."
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    "text": "Wirklichkeit, der ein Krieg ist, der auch gegen Europa gerichtet ist, denn die Ukraine ist ja als freier demokratischer Staat."
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    "text": "Auf der einen Seite, auf der anderen Seite."
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    "text": "Natürlich diese geopolitische Auseinandersetzung zwischen China und den USA."
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    "text": "Das ist nicht nur für den Pazifischen Raum."
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    "text": "Wir beobachten, dass Donald Trump und seine Administration ja de facto demokratische Institutionen zumindest schwächt und sozusagen auch abschafft in Teilen."
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    "text": "Ich denke, dass es bessere ist, sich auf die Stärken zu konzentrieren."
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    "text": "Wir müssen aber, glaube ich, trotzdem ein bisschen auf Fehleranalyse betreiben, weil die Frage, wie wir dort gelandet sind, wo wir sind, muss beantwortet werden, glaube ich, um auch dann zu sehen, wie es besser werden kann."
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    "text": "Nur ist das eben zugeteckt worden im Kalten Krieg in einer komplizenhaften Verständigung mit dem benevolenten Hegemon, wie das jemand mal so gut genannt hat, USA, der zwar natürlich eine Art Hegemon über Europa, wie schon gesagt, war, aber trotzdem sozusagen akzeptiert wurde von Europa, auch deswegen, weil Europa damit natürlich auch auf sehr viele Verteidigungsausgaben verzichten konnte."
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    "text": "Bereits im Kalten Krieg, obwohl im Kalten Krieg die Verteidigungsausgaben noch ist."
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    "text": "Als dann aber in den Neunzigerjahren plötzlich eine ganz neue sehr volatile Lage entstanden war, stichwort Balkankriege, aber natürlich auch Golfkrieg II, da hatten einfach die USA dann auch den Anspruch, dass Europa im Sinne der eigenen Sicherheitsinteressen mehr tun sollte."
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    "text": "Das hat es nicht getan und das ist mir damals sehr schmerzlich bewusst geworden als zum Beispiel eben die Waffensysteme der USA in Wirklichkeit den Völkermord im Kosovo beendet haben oder geholfen haben zu beenden."
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    "text": "Und das hat sich eigentlich fortgesetzt bis vor kurzem, würde ich sagen, wo eben Europa mehr oder weniger gezungen ist jetzt im Zuge des Herausforderungs durch Russland."
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    "text": "auf der einen Seite aufgrund des Anspruchs der USA, auf der anderen Seite mehr selbstständig sein zu können."
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    "text": "Durch Desinformation und Propaganda, spätestens seit den Nullerjahren, hat das eingesetzt, vor allem aus Russland natürlich, wo eigentlich pro-aubäische Parteien und pro-aubäische Ideen geschwächt wurden."
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    "text": "antiauropäische Parteien und antiauropäische Ideen gestärkt wurden, letztlich mündend im Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union."
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    "text": "eine gewaltige Schwächung der europäischen Idee und der europäischen Gedanken und des europäischen Gewichts natürlich auf der Weltbühne."
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    "text": "Sie haben da zwei Punkte angesprochen, die ich sehr interessant finde."
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    "text": "Auf der einen Seite die Beendigung mehr oder weniger des Völkermords im Balkan Krieg eben auch durch den NATO-Eingriff."
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    "text": "Sie schreiben in ihrem Buch auch, dass dieser Angriff ohne die Amerikaner eigentlich nicht möglich gewesen wäre."
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    "text": "Was ich mich in dieser Thematik immer frage, wäre er tatsächlich technisch nicht möglich gewesen?"
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    "text": "oder war die Europäer einfach nicht willens quasi den Krieg vor ihrer Haustür irgendwie stark zu begegnen?"
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    "text": "Aber militärisch-technisch in dieser Form leihen mit europäischen Mitteln nicht möglich."
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    "text": "Hier geht es um weitreichende Präzisionswaffensysteme."
  },
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    "end": 440.62,
    "text": "Hier geht es um damit verbunden natürlich auch Aufklärung aus dem Weltraum und ähnliches mehr GPS bis zu Kommunikations- und Identifikationssystemen."
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    "text": "Das wäre so mit rein europäischen Mitteln nicht möglich gewesen."
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    "text": "Hier bedurfte es der Mittel der NATO und spezifisch waren das natürlich Mittel, die die USA der NATO zu verfügen gestellt haben."
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    "text": "also keine europäischen Mittel, wäre militärisch technisch nicht möglich gewesen."
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    "end": 461.18,
    "text": "Der politische Wille, als Europa zu agieren, war natürlich ebenfalls nicht gegeben."
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    "text": "Das muss man also ganz deutlich sagen."
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    "text": "Die EU hatte damals ja noch keine wirklich... Funktionelle, Aus- und Sicherheitspolitische Dimension."
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    "text": "Das hat sich ja seit den Verträgen von Lissabon geändert, sieben."
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    "text": "Nur auch das wurde natürlich seither nicht wirklich mit Leben erfüllt."
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    "text": "Das hat seine Gründe, als war das nach der Weltwirtschaftskrise und zum Beispiel, wo man eben gemeint hat."
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    "end": 490.22,
    "text": "sollten nicht mehr investieren, diese Entwicklung der gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik."
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    "end": 493.02,
    "text": "Damit ist das in gewisser Weise in Ansätzen stecken geblieben."
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    "end": 498.66,
    "text": "Es gibt einen Vertrag, es gibt gewisse Institutionen und Einrichtungen, die aber alle nicht."
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    "end": 513.62,
    "text": "sozusagen eine relativ flexible und rasche Willensbildung auf der einen Seite, politische Willensbildung für den Einsatz, zum Beispiel auch militärischer Kräfte ersetzen können, auf der anderen Seite natürlich die Mittel selbst auch nicht, die dann neben weiterer Folge niemals beschafft wurden."
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    "text": "Da stellt es näher, kann ja ein Konflikt eigentlich allen Frauen für Österreicher eigentlich nicht sein."
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    "text": "Ich meine, das ist unmittelbar vor der eigenen Haustür gewesen."
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    "text": "Dann hat man diesen Einsatz der NATO beobachtet, der, wie Sie sagen, auch technisch ohne die Amerikaner nicht möglich gewesen wäre."
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    "text": "Und trotzdem ist damals kein Umdenken entstanden."
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    "end": 537.04,
    "text": "Was ich ja durchaus interessant finde, weil, wie gesagt, ein... stärkere Schuss vor dem Buch, wie man so schön sagt, den gibt es ja eigentlich kaum."
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    "text": "richtig."
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    "text": "Das war eben unmittelbar in unserer Nachbarschaft."
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  },
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    "end": 551.92,
    "text": "Das Bewusstsein der Bevölkerung war repräsentativ, ein paar Interviews zu Beginn dieser Balkankriege, der Zerfalskriege, das ehemalige Nikoslawien."
  },
  {
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    "end": 555.78,
    "text": "Das ganze Jahr hat der Stadt gefunden, mehr oder weniger zu Beginn des Sommerurlaubs."
  },
  {
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    "end": 563.24,
    "text": "Und damals sind Touristen interviewt worden, die nach Croatia flogen, insbesondere in die Stadt Tupovnik eigentlich."
  },
  {
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    "end": 571.08,
    "text": "hatten sie schon gebucht und man hat das auch parallel gesehen, diese Interviews zu ersten aufflammenden Kämpfen bereits um Dubrovnik."
  },
  {
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    "end": 578.12,
    "text": "Also da sind schon Granaten eingeschlagen und die haben Flughafen Winschwächheit, Interviewten, Touristen im Gemeinden und selbstverständlich werden sie dahin fliegen."
  },
  {
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    "end": 580.16,
    "text": "Was soll ihnen denn schon passieren, nicht?"
  },
  {
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    "end": 596.04,
    "text": "Also dieses Nichtbewusstsein, was sich da in Wirklichkeit in unserer unmittelbaren Nachbarschaft abspielt, ist repräsentativ und auch maßgebend dafür, dass man, nachdem das Ganze sozusagen befriedet wurde, komplett befriedet ist es ja heute immer noch nicht."
  },
  {
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    "end": 606.08,
    "text": "Das fehlt die militärische, glücklicherweise die militärische Auseinandersetzung, weil Bosnian Herzegovina ist ein Protektorat der Staatengemeinschaft in Wirklichkeiten, auch wie vor eine Arztprotektorat zum Beispiel."
  },
  {
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    "end": 612.78,
    "text": "Nachdem das Ganze militärisch befriedet war, ist man wieder eigentlich in Das Bewusstsein zurückgefallen, naja, das war es jetzt."
  },
  {
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    "end": 614.64,
    "text": "Das ist wieder alles friedlich und ruhig."
  },
  {
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    "end": 625.72,
    "text": "Bis jetzt eigentlich, bis zum vierundzwanzigsten, zweiten, zwanzig, zweierundzwanzig, wo eben dann diese vollumfängliche Invasion Russlands gegen die Ukraine erfolgt ist."
  },
  {
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    "end": 653.28,
    "text": "Und es ist für mich immer als Beobachter natürlich schon erstaunlich gewesen und es ist bis heute, dass eben all die Vorgänge die ja mehr oder weniger Einleitungsphasen waren für diese Invasion, nämlich Maidan, die Niederschlagung des Maidan auf der einen Seite, auf der anderen Seite, vor allem natürlich auf die Annexion der Grimm und die Kämpfe in der Ostdukraine eigentlich bei uns keine wirklichen politischen oder gesellschaftlichen Reaktionen erzeugt haben."
  },
  {
    "start": 653.36,
    "end": 657.72,
    "text": "Im Gegenteil, wir wissen ja, Und das ist zum Beispiel etwas, das für mich sehr schmerzlich war."
  },
  {
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    "end": 663.18,
    "text": "Wie hoffiert eigentlich Vladimir Putin auch, dass es in den Österreichen auch noch wurde."
  },
  {
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    "end": 669.38,
    "text": "Das Stichwort Schulterstreicheln und großartige Präsentationen im Haus der Industrie und ähnliches mehr."
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  {
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    "end": 677.52,
    "text": "Also da hätte man eigentlich schon sagen müssen, das ist der Brecher eines des Völkerrechts und ihn vielleicht anders behandeln müssen."
  },
  {
    "start": 677.62,
    "end": 685.8,
    "text": "Vor allem keine... Erlauben Sie die Bemerkung mit dem vierzigjährigen Gültigkeit ausgestatteten Lieferverträge für russisches Erdgas?"
  },
  {
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    "end": 700.26,
    "text": "Wenn Sie schon erneut den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine angesprochen haben, Sie haben jetzt diese bizare Situation der Touristen am Flughafen geschildert, während das Krieg ist am Balkan, die trotzdem nach Grazien auf Urlaub fahren wollten."
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    "start": 700.92,
    "end": 708.18,
    "text": "Das ist ja irgendwie paradox zu beobachten, dass offensichtlich eine Generation herangewachsen ist, die so etwas wie Krieg sich gar nicht mehr vorstellen kann."
  },
  {
    "start": 708.8,
    "end": 709.96,
    "text": "Sehr gut, natürlich, muss man sagen."
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    "text": "Es ist sehr schön, dass es Generationen gibt, die sich damit nie beschäftigen müssten."
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    "text": "Man kann sich wünschen, dass es auch so bleibt."
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    "text": "Wie gesagt, ob es so ist, wissen wir nicht."
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    "text": "Aber in diesem Zusammenhang, wenn wir auf die Ukraine blicken, hören wir immer wieder, seit Jahrzehntezweiundzwanzig, oh Gott, das ist der erste Krieg auf europäischen Boden seit Ende des Zeiten Weltkrieges."
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    "text": "Wie konnte das wieder passieren?"
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    "text": "Wie können wir das als Gesellschaft... Und wie haben wir das als Gesellschaft zu verdrängen können?"
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    "text": "Eine wichtig und zutreffende Frage."
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    "text": "Das frage ich mich selbst natürlich auch immer wieder mal."
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    "text": "Man muss natürlich objektiverweise sagen, die Zerfallskriege des ehemaligen Jugoslawien wurden von großen Teilen der Menschen hier in Europa eher als Bürgerkrieg gesehen."
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    "text": "Was es de facto nur zu Beginn war, in weiterer Folge natürlich sehr wohl Krieg start gegen start und wird zum Beispiel an die kroatische Operationen, also in den Fünfundneinzig, denken, zur Wiedergewinnung der Krainer, wo schon Kroatien gegen Serbien natürlich gekifft hat."
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    "text": "ist einfach nicht so wahrgenommen worden in der großen Masse der Bevölkerung, wohingegen der Überfall Russlands auf die Ukraine natürlich jetzt schon als Krieg Staat gegen Staat wahrgenommen wurde."
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    "text": "Glücklicherweise ein solcher ist es ja auch."
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    "text": "eigentlich ungeheuerlicherweise, muss man sagen, das sollte der Vergangenheit angehören, aber nein, das ist unsere Gegenwart und ich denke, dass wir uns auch viel zu wenig bewusst sind, dass natürlich der Westen der Ukraine näher liegt zu Wien als zum Beispiel eben Prägenz und der Bodensee."
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    "text": "Und wie schnell wir in derartige Auseinandersetzungen auch durchaus verwickelt werden könnten, denken wir auch daran, dass eine sehr alte offenbar fehlgeleitete Drohne zu Beginn des Krieges Russland gegen die Ukraine letztlich bis Kroatien geflogen ist."
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    "text": "Also so etwas ist sowieso nicht auszuschließen."
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    "text": "Es ist aber auch nicht auszuschließen in weiterer Folge."
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    "text": "es hängt alles vom bestimmten, vom Ausgang der bestimmten Vorgänge eben in diesem Krieg ab, wenn es Russland gelingt, eine Art Waffenstillstand oder Friedensschluss zu für Russland günstige Bedienungen zu erreichen, dann wird Russland wieder aufrüsten, sicher auch verbunden mit der zumindest Aufhebung von manchen Sanktionen."
  },
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    "text": "Russland verfügt dann wieder über den entsprechenden Mittel und angesichts des Verhaltens Russlands kann man davon ausgehen, dass diese Mittel danach genutzt werden, um zum Beispiel Moldau zu destabilisieren, um das Baltikum weiter zu destabilisieren, um unter Umständen nach Bohlen zu destabilisieren."
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    "text": "Und Russland kann durch seine nachhaltige Desinformation und Propaganda, und das ist eigentlich das für mich sehr erschütternde, immer auf viele Kräfte im Westen zurückgreifen, die Russlands Position unterstützen, auch in der Öffentlichkeit teilweise sehr wirksam unterstützen."
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    "text": "Und das ist eigentlich die große Gefahr einer Spaltung."
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    "text": "Und genau das ist eigentlich das, worauf Russland ja abzielt, nicht die politische Spaltung Europas."
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    "text": "Es ist schon gelungen mit dem Brexit, einiges zu erreichen, sehr viel zu erreichen."
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    "text": "Jetzt versucht man natürlich auch, Parteien zu unterstützen, ob das in Ungarn der Fall ist, ob das in Rumänien der Fall ist."
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    "text": "EU kritisch sind, Europa kritisch sind und meinen sozusagen in einer neuen Nationalisierung Europas Lege in Wirklichkeit die Zukunft, das glaube ich nicht."
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    "text": "Das Gegenteil ist der Fall."
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    "text": "Ihre Einschätzung nach stoßen diese Diese Informationskampagnen, diese Spaltungsversuche Russlands in Europa immer wieder auf so fruchtbaren Boden."
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    "text": "Denn grundsätzlich könnte man ja eigentlich sagen, wir haben über die Jahrzehnte ein Modell geschaffen, in dem ein Großteil natürlich nicht alle Menschen gut leben können, was ja allen voran, wenn man in den Osten Europas blickt, ja mit langjähriger Herrschaft durch die Sowjetunion, ja definitiv nicht überall der Fall ist."
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    "text": "Warum gibt es trotzdem so einen Zug dorthin?"
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    "end": 944.66,
    "text": "Das ist eine unglaublich vielschichtige Frage und ich versuche es mit meinen Möglichkeiten von meinem fachlichen Hintergrund mal zu beantworten."
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    "text": "Psychologen würden das sicherlich noch weitere Gründe finden und weitere Ursachen finden."
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    "text": "Faktum ist, dass es seit jeher In Westeuropa, ich nenne da allen voran natürlich Deutschland und Teilen auch Frankreich, eine hohe Affinität zu Russland gab."
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    "text": "In gewisser Weise glied das auch für Österreich, vielleicht aus anderen Gründen."
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    "text": "Russland galt für manche Kräfte in Europa sehr lange als ein kontinentales Gegengewicht zu den eigentlich sächsischen Staaten, vor allem zu Großbritannien."
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    "text": "Und hier entstand eben ein hohes Maß an Affinität, das teilweise bis heute anhält."
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    "text": "Dann gab es natürlich ganz vordergründig materielle Aspekte, auch diese Affinität."
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    "text": "Wir glauben immer noch, wir haben ein billiges russisches Erdöl und Erdgas gekauft, also so objektiv er so gar nicht der Fall war, aber es wurde so kommuniziert."
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    "text": "Und da bin ich bei der Frage der Kommunikation."
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    "text": "Ich glaube, dass die Politik vielleicht auch in einem mangelnden Bewusstsein, was die Absichten Russlands wirklich sind, allzu lange eigentlich diese Absichten verharmlost hat, sehr kritisch vor allem gegenüber sozusagen den angesexischen Staaten war, insbesondere dann natürlich auch im Zuge des Brexit und eigentlich diese Notwendigkeit einer europäischen Einigkeit."
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    "end": 1051.56,
    "text": "viel zu wenig kommuniziert hat, vor allem aber kommuniziert hat, und das gilt im Übrigen auch in Österreich für alle Parteien, dass eigentlich ja Europa ist gleich die EU, ist gleich der Moloch, der aus Brüssel heraus zentral regiert wird, der uns vorschreibt, was wir zu tun haben, was wie wir wissen, ein ganz stimmt, weil wir ja Teil des EU-Rates sind und als Vollmitglied unterher prinzipiell nichts passieren kann, was wir nicht auch mitstimmen und mitbestimmen, aber das wurde ebenso kommuniziert."
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    "text": "Das macht nicht ein... jetzt die FPÖ als eine Partei."
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    "text": "Das haben alle immer wieder gemacht, das muss man dann einfach sagen."
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    "text": "Das große Teil der Bevölkerung."
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    "text": "Genau in einer Zeit, und jetzt kommt es ein bisschen mehr ins psychologische, wo natürlich man diese Globalisierung seit der neunziger Jahren immer kritischer betrachtet, weil also offenbar die Wohlstandsvermehrung nicht ganz so ausfällt, wie man sich das vielleicht davon erhofft hat, diese Globalisierung grundsätzlich kritisch gesehen wird und die Europäische Union sozusagen als gesichtsloser Moloch auch als Teil dieser Globalisierung gesehen wird und natürlich verantwortlich gemacht wird und Schuld ist an allem, was sozusagen negativ ist."
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    "text": "Das ist ja dieser Klassik und das können wirklich alle Parteien in Brüssel mitstimmen, nach Österreich zurückfahren oder in irgendein anderes Land und sagen, liebe Leute, ich habe das für euch rausgeholt und ich habe das und das verhindert, was uns die bösen Diplomaten in Brüssel aufträngen wollten."
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    "text": "Das kennen ja wirklich alle Parteien, quer durch alle Länder auf mehr oder weniger."
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    "text": "Genau, genau das trifft zu und das trifft auch auf Österreich zu in ganz besonderem Maße, wie ich behaupte."
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    "text": "Und genau das muss sich ändern."
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    "text": "Genau das."
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    "text": "Es geht einfach darum zu erkennen, dass wenn wir europäische Interessen verfolgen, gegebenenfalls auch unter Hinteranhaltung oder Hinteranstellung unsere eigenen Interessen, dass das eigentlich auch uns indem es allen dient, auch uns dient."
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    "text": "Wenn wir nationale Interessen mit erster Priorität verfolgen, dann hilft das möglicherweise den eigenen Interessen, aber niemandem anderen."
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    "text": "Ich behaupte, dass es so, wenn wir nur nationale Interessen verfolgen, dann schwächt das in Wirklichkeit nicht nur der Europäische Union, den europäischen Gedanken, sondern schwächt in Wirklichkeit auch den Nationalstaater, wie in Wirklichkeit ja als Österreich kaum in der Lage sind, ausschließlich nationale Interessen, macht voll zu verfolgen."
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    "text": "würden wir uns ein bisschen überschätzen, wenn wir glauben, das tun zu können."
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    "text": "Also ich denke, die Priorisierung der europäischen Interessen, das hintanstellten nationalen Positionen wäre etwas, das angelegen wäre, gerade jetzt in dieser Situation."
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    "text": "Die Politik müsste eigentlich das erklären."
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    "text": "Vor allem gegenüber den anderen Proponenten der Globalen auseinandersetzungen, die China und die USA."
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    "text": "Es ist ein bisschen spät in diesem Gespräch, aber ich muss diese Frage jetzt trotzdem nachholen, weil ich es zugegebenermaßen zu Beginn einfach übersehen habe."
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    "text": "Wenn ich Sie da richtig auch in Ihrem Buch verstanden habe, Sie sprechen da eigentlich von allen Liberalen."
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    "text": "westlichen Demokratien, also da wären noch die Schweiz dabei, Großbritannien, Norwegen, also alles keine EU-Mitglieder, aber trotzdem Teil dieses Konklomerats, das Sie hier ansprechen."
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    "text": "Ja, ganz korrekt."
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    "text": "Die Schweiz ist vielleicht ein Sonderfall."
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    "text": "Das ist der einzige Sonderfall, das meiner Sicht in Europa sich noch leisten sollte."
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    "text": "Als klassischer Nurtralerstaat, seit eighteen, achtenvierzig, bei allem andern trifft aus meiner Sicht diese Definition zu."
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    "text": "Also wir reden hier von dem kontinentalen Europa."
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    "text": "Das heißt, die EU plus Großbritannien plus Norwegen, in gewisser Weise vielleicht sogar."
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    "text": "Das ist eine sehr volatile Frage und müsste genau."
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    "text": "Die Türkei, aufgrund der enorm wichtigen strategischen Positionen, also wir reden hier von diesem Kontinentalen Europa."
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    "end": 1267.36,
    "text": "Weil diese Auseinandersetzung, wie wir sie derzeit sehen, ob das jetzt Russland gegen die Ukraine ist oder ob das China, USA und vielleicht auch Europa ist, ist auch eine Auseinandersetzung zwischen Systemen."
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    "text": "Es ist eine tiefgreifende systemische Auseinandersetzung zwischen autoritären oder autokratischen Systemen."
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    "text": "China ist ein solches, ganz klar Russlands sowieso, die USA könnte eines werden und westlich-demokratisch-freiheitlich-strukturierten."
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    "text": "Das ist mittlerweile wirklich nur mehr die Europäische Union bzw."
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    "text": "Europa in diesem Sinne der Definition, wie Sie es gerade gesagt haben."
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    "text": "Ich würde bei einem wichtigen Player gerne sprechen, der in Europa mitten im Zentrum sitzt und dem auch geopolitisch eine ganz große Verantwortung zufällt."
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    "text": "der aber immer wieder zumindest das Gefühl ausstrahlt, diese Verantwortung irgendwie ungern anzunehmen."
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    "text": "Und die Rede ist, ich glaube, die Zuhörerinnen können sich denken, von Deutschland."
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    "text": "Bei Deutschland gehen sie in ihrem Buch durchaus streng auch ins Gericht."
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    "text": "Fangen wir vielleicht zu einem Nicht-Richtig."
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    "text": "Deutschland laviert nach wie vor auch in dieser Gefangenheit einer gewissen Affinität zu Russland."
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    "text": "Ein wichtiger Repräsentanten der deutschen Politik haben diese nach wie vor ganz klar und einer ganz klaren West- bzw."
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    "text": "vor allem EU-Rentierung."
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    "text": "Und das hat politische und wirtschaftliche Hintergründe."
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    "text": "muss man eines ganz klar sagen, Deutschland ist die stärkste Wirtschaftsmacht Europas mit einigem Abstand."
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    "text": "Ohne Deutschland gibt es... Keine Währungsunion, ohne Deutschland gibt es keinen Schengenraum, ohne Deutschland gibt es keine europäische Union in diesem Sinne, die den Begriff, die Bezeichnung, Union wirklich verdient."
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    "text": "Das heißt, es kommt sehr stark darauf an, was Deutschland tut oder nicht tut."
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    "text": "Das wird außerhalb Europas auch so wahrgenommen."
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    "text": "Stichwort Trump sieht das natürlich sehr wohl so, dass es an der Spitze sozusagen der europäischen Partner natürlich Deutschland steht, mit Kanzler Merz an der Spitze, und dann kommen Großbritannien groß."
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    "text": "aus Betanien natürlich immer noch mit einem gewissen Sonnestatus und Frankreich."
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    "text": "Also eher schon belächelt wird jenseits des Atlantik, vor allem auch in der derzeitigen Wirtschaftskrise und politischen Krise."
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    "text": "Und hier ist von Deutschland einfach zu wenig Führungskraft ausgegangen."
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    "text": "Und auf Führungskraft verstehe ich jetzt nicht sozusagen eine Art Dominanz, aber verstehe ich Überzeugung, Führung durch Überzeugung."
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    "text": "nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine sage und schreibe fünfzigtausend Stahlhelme als Unterstützung angeboten hat."
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    "text": "Also eigentlich muss man da sagen, da war ganz offensichtlich die Führung der größten europäischen, stärksten europäischen Nationen nicht in der Lage, die Lage wirklich zu beurteilen."
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    "text": "Und hier habe ich sozusagen als ex Militär ein Problem, weil ich weiß, wie sozusagen an der Staatsspitze Entscheidungen fallen, da geht es um Beratungskapazität, da geht es um Analysekapazität."
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    "text": "Hier geht es darum, dass einfach Politiker und die Institutionen, die dazu gehalten sind, sie zu beraten, auch wirklich zusammenarbeiten."
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    "text": "Und ich fürchte, dass es in Deutschland damals schon nicht wirklich erfolgt und erfolgt teilweise bis heute nicht."
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    "start": 1453.22,
    "end": 1464.92,
    "text": "Wenn ich daran denke, dass Friedrich Merz als Oppositionsführer, sehr vollmundig eigentlich angekündigt hat, na wenn dann, wenn ein bestimmtes eigenes Eintritt, dann würde ich sofort Taurus liefern."
  },
  {
    "start": 1465.42,
    "end": 1471.96,
    "text": "Also sprich die Bekämpfung der kritischen Infrastruktur in der Ukraine, in diesem Umfang, wie es dann schon im ersten Winter erfolgt ist."
  },
  {
    "start": 1472.4,
    "end": 1478.86,
    "text": "Dann ist er Bundeskanzler und wir sind weit davon entfernt, diese Lenkwaffe Taurus tatsächlich an die Ukraine geliefert zu sehen."
  },
  {
    "start": 1479.64,
    "end": 1484.36,
    "text": "Und das schwächt natürlich auch das Steining von Deutschland und das Schwächen des Steins."
  },
  {
    "start": 1484.64,
    "end": 1487.72,
    "text": "der stärksten Nationen in Europa, schwächter Europa."
  },
  {
    "start": 1488.24,
    "end": 1489.58,
    "text": "Also das sind Abhängigkeiten."
  },
  {
    "start": 1490.12,
    "end": 1493.38,
    "text": "Die Frage ist, nimmt man dann diese Politik ernst nicht?"
  },
  {
    "start": 1493.44,
    "end": 1496.38,
    "text": "Und es wäre besser, man könnte diese Politik ernst nehmen."
  },
  {
    "start": 1496.58,
    "end": 1503.52,
    "text": "Auf der anderen Seite sehen wir ja immer wieder natürlich auch dieses tiefe hinein wirken russische Interessen nach."
  },
  {
    "start": 1503.6,
    "end": 1505.16,
    "text": "die deutsche Politik sind der Teile."
  },
  {
    "start": 1505.98,
    "end": 1512.86,
    "text": "Nicht nur der SPD, nicht nur der Linken, durchaus noch sehr Russland, auf vielen Bündnis seiner wagen Gnächte ohnehin."
  },
  {
    "start": 1513.14,
    "end": 1517.92,
    "text": "Wir sehen nach wie vor einen Gerhard Schröder, der nach wie vor natürlich Einfluss hat auch in Deutschland."
  },
  {
    "start": 1518.7,
    "end": 1523.6,
    "text": "Denken wir einfach mal daran zurück, wie diese Entscheidung für Nord Stream zwei fiel."
  },
  {
    "start": 1524.18,
    "end": 1528.24,
    "text": "Wir haben jahrelang eine Lösung vorbereitet gehabt, die Nabukko hieß."
  },
  {
    "start": 1528.5,
    "end": 1538.0,
    "text": "Das wäre in Wirklichkeit das Zuführen von russischem Erdgas über eine Südspange, über den Balkan, Bulgarien, Rumänien, Ungarn."
  },
  {
    "start": 1538.86,
    "end": 1541.08,
    "text": "nach Österreich, nördlich von Wien."
  },
  {
    "start": 1541.78,
    "end": 1549.74,
    "text": "Das wäre eine sehr zweckmäßige Lösung gewesen, das ist jahrelang vorbereitet worden und würde uns genauso billiges Erdölerte Erdgas vor allem gewährleisten."
  },
  {
    "start": 1550.04,
    "end": 1556.5,
    "text": "Dieses Projekt, jahrelang vorbereitet, ist von einem Tag auf den anderen einfach gecancelt worden."
  },
  {
    "start": 1557.04,
    "end": 1557.36,
    "text": "Warum?"
  },
  {
    "start": 1558.06,
    "end": 1561.88,
    "text": "Weil sich Deutschland und Russland mit der Planung für Nord Stream durchgesetzt haben."
  },
  {
    "start": 1562.42,
    "end": 1566.38,
    "text": "Nur, dass das verdeutlichen, wie stark diese Affinitäten auch wie vor da ist."
  },
  {
    "start": 1566.44,
    "end": 1579.76,
    "text": "Und ich würde mir einfach sehr wünschen, dass Deutschland hier eine starke Rolle, starke, pro-westliche, pro-europäische Rolle vor allem einnimmt und das nicht immer nur auf den... politischen Lieben führt, danach tatsächlich etwas dafür tut."
  },
  {
    "start": 1580.32,
    "end": 1591.74,
    "text": "Wenn man da jetzt in die Vergangenheit etwas blickt, weil Sie das angesprochen haben, diese Affinität, es gab immer wieder den Versuch, in Europa ein Konzept durchzusetzen, das sich Wandel durch Handel genannt hat."
  },
  {
    "start": 1591.9,
    "end": 1605.84,
    "text": "Ganz einfach zusammengefasst mit Ländern, mit denen man wirtschaftliche Verbindungen hat, von denen man vielleicht abhängig ist, die auch umgekehrt natürlich von einem abhängig sind, kann man keine Kriege führen, weil, wie gesagt, es rentiert sich einfach wirtschaftlich nicht ganz banal runtergebrochen."
  },
  {
    "start": 1606.48,
    "end": 1608.74,
    "text": "Das scheint sich allerdings ja überhaupt nicht bestätigt zu haben."
  },
  {
    "start": 1609.3,
    "end": 1610.74,
    "text": "Dieser Gedanke aus den Neunzigerjahren?"
  },
  {
    "start": 1610.78,
    "end": 1612.16,
    "text": "Nein, er hat sich überhaupt nicht bestätigt."
  },
  {
    "start": 1612.2,
    "end": 1616.36,
    "text": "Das waren Wirklichkeiten durch eine Art Merkel-Doktrin aus Deutschland heraus."
  },
  {
    "start": 1616.54,
    "end": 1620.08,
    "text": "Man hat natürlich nicht ganz so eine Gemeinde im Zuge der Globalisierung."
  },
  {
    "start": 1620.64,
    "end": 1622.66,
    "text": "Ist das eine internationale Verflechtung auch von v.a."
  },
  {
    "start": 1622.92,
    "end": 1624.02,
    "text": "wirtschaftlichen Interessen?"
  },
  {
    "start": 1624.12,
    "end": 1632.64,
    "text": "Und die Priorisierung der Wirtschaftspolitik ist natürlich in der Zeit einfach auch zu bemerken gewesen, nach dem Motto, ja, wenn es der Wirtschaft gut geht, geht es den Menschen gut."
  },
  {
    "start": 1632.68,
    "end": 1635.08,
    "text": "Das habe ich auch aus österreichischem Politikermund immer wieder gehört."
  },
  {
    "start": 1635.5,
    "end": 1639.28,
    "text": "Da ist schon was dran, aber es ist nicht das Einzige, weswegen es dem... Menschen gut geht."
  },
  {
    "start": 1639.34,
    "end": 1642.64,
    "text": "Vielleicht sollte man auch Schutz vor Bedrohungen noch dazunehmen."
  },
  {
    "start": 1642.98,
    "end": 1646.04,
    "text": "Das ist vernachlässigt worden und das Konzept ist an sich gescheitert."
  },
  {
    "start": 1646.08,
    "end": 1669.3,
    "text": "Also man sieht das sowohl jetzt bei China natürlich, Stichwort auch Zoll, Auseinandersetzungen und nicht zu sagen Zollkrieg, auf der einen Seite, auf der anderen Seite klarerweise durch den Überfall Russlands auf die Ukraine, dass also einem Regime wie dem von Vladimir Putin der Handel offensichtlich zunächst mal ganz egal ist, weil man hofft die Ziele erreichen zu können, bevor es zu Unterbrechung der Wirtschaftsbeziehungen kommt."
  },
  {
    "start": 1669.76,
    "end": 1685.64,
    "text": "Und das war ja auch ganz genau abstrahlen, dass wenn die Ukraine nicht relativ schnell eine enorme Verteidigungsfähigkeit in der Lage gewesen wäre, darzustellen, dann wäre tatsächlich das Regime Russlands hätte dann sozusagen ein Marionettenregime hier verrichtet."
  },
  {
    "start": 1685.8,
    "end": 1696.9,
    "text": "Die ukrainischen Streitkräfte wären vermutlich zerfallen und die Ukraine wäre weit davon entfernt, ein EU-kompatibler westeuropäischer oder westeuropäischer orientierter Staat zu werden."
  },
  {
    "start": 1697.34,
    "end": 1698.56,
    "text": "was ein Staat Russlands."
  },
  {
    "start": 1699.04,
    "end": 1703.12,
    "text": "Also das Kalkül-Putins ist nur sehr knapp nicht aufgegangen, das muss man sagen."
  },
  {
    "start": 1703.92,
    "end": 1715.66,
    "text": "Jetzt sprechen wir seit über dreißig Minuten miteinander und wir haben eigentlich zu Beginn gesagt, wir wollen über die Stärken und über die Zukunft Europa sprechen, wie es denn zur tatsächlichen Supermacht werden könnte."
  },
  {
    "start": 1716.12,
    "end": 1719.62,
    "text": "Jetzt sind wir in dieses alte Muster ein bisschen zurückgefallen, dass wir sehr viel über die Probleme sprechen."
  },
  {
    "start": 1720.32,
    "end": 1721.46,
    "text": "Ändern wir das an dieser Stelle."
  },
  {
    "start": 1722.12,
    "end": 1727.22,
    "text": "Ich würde eine Stärke Europas gerne hervorstreichen und sie sagen mir, wie man die nützen kann."
  },
  {
    "start": 1727.6,
    "end": 1729.98,
    "text": "Nämlich der riesige Binnenmarkt in Europa."
  },
  {
    "start": 1730.52,
    "end": 1734.94,
    "text": "Europa mit mehr als dreihundert Millionen Einwohner untereinander wird gehandelt."
  },
  {
    "start": 1735.36,
    "end": 1737.62,
    "text": "Man ist ein Markt, auf den eigentlich keiner verzichten kann."
  },
  {
    "start": 1737.98,
    "end": 1738.74,
    "text": "Wie kann man das nützen?"
  },
  {
    "start": 1739.52,
    "end": 1739.94,
    "text": "Absolut."
  },
  {
    "start": 1740.12,
    "end": 1741.16,
    "text": "Ich denke, das ist Europa."
  },
  {
    "start": 1741.78,
    "end": 1770.98,
    "text": "In Wirklichkeit, wenn man jetzt Großbritannien und Norwegen dazu nimmt, ja um die fünfhundert Millionen Einwohner hat, also der größte Binnenmarkt der Welt, und wenn es jetzt gelingt, sozusagen auch die Lieferkettenproblematik in den Griff zu bekommen und die Verflechtungen zum Beispiel mit China, Australien, zwar nicht zu kappen, aber doch auf ein normales Maß zurückzustutzen, sodass wir in der Produktion bestimmter kritischer Produkte, die man sozusagen fürs Überleben braucht, uns auch wieder eigenständig erstärken."
  },
  {
    "start": 1771.76,
    "end": 1772.2,
    "text": "Was wäre das?"
  },
  {
    "start": 1772.24,
    "end": 1774.34,
    "text": "Medikamente zum Beispiel, Halbleiter."
  },
  {
    "start": 1774.98,
    "end": 1782.1,
    "text": "Das wären zwei Bereiche, wo ich also meine, wir dürfen uns nicht von Medikamenten als China abhängig machen, zum Beispiel, aber auch nicht aus anderen Nationen."
  },
  {
    "start": 1782.54,
    "end": 1800.34,
    "text": "Und natürlich aus was die Halbleiter anbelangt, dass es mit freien Nationen, mit anderen freien Nationen Handel geben soll, auch damit Stichwort Taiwan steht für mich aus der Frage, aber der muss kontrolliert und kontrollierbar sein und wir dürfen auf bestimmte kritische Bereiche nicht völlig verzichten."
  },
  {
    "start": 1800.46,
    "end": 1802.0,
    "text": "Das ist in der Vergangenheit aber passiert."
  },
  {
    "start": 1802.46,
    "end": 1805.74,
    "text": "im Gegenteil und jetzt komme ich zu einem für mich ganz wichtigen Faktor."
  },
  {
    "start": 1805.8,
    "end": 1806.66,
    "text": "Was haben wir gemacht?"
  },
  {
    "start": 1806.7,
    "end": 1811.66,
    "text": "Wir haben natürlich sehr viel an Forschungs- und Entwicklungsergebnissen mit China geteilt."
  },
  {
    "start": 1811.96,
    "end": 1819.86,
    "text": "China hat sich damit erspart eigentlich Investitionen in diesen Bereichen, die mehr oder weniger die reife Frucht und den Schoß Chinas gefallen sind."
  },
  {
    "start": 1820.42,
    "end": 1822.92,
    "text": "Die Deutschen, die die Solartechnologie mehr oder weniger nach China"
  },
  {
    "start": 1823.42,
    "end": 1826.5,
    "text": "zum Beispiel, aber auch natürlich die Automobilindustrie."
  },
  {
    "start": 1826.6,
    "end": 1829.16,
    "text": "Natürlich hat China das auch sehr geschickt gemacht, das Stichwort."
  },
  {
    "start": 1829.66,
    "end": 1843.38,
    "text": "Die jene Autos, die natürlich am Beginn die Sicherheitsdests überhaupt nicht erfüllt haben und bestanden haben, das hat man dann in den Griff bekommen, indem man zum Beispiel sich die Automobilsparten von Saab und Volvo gekauft hat, die am weitesten fortgeschritten waren bei bestimmten Sicherheitsfeatures."
  },
  {
    "start": 1843.82,
    "end": 1846.4,
    "text": "Damit ist das Know-How natürlich auch in China präsent."
  },
  {
    "start": 1847.1,
    "end": 1860.52,
    "text": "Und es ging ja am Anfang mehr oder weniger... ... die mit in der Kooperation mit chinesischen Unternehmen nur über die Joint Alliance, wo natürlich auch die eigenen Betriebsgeheimnisse mit China zu teilen waren oder mit diesen Unternehmen in China zu teilen waren."
  },
  {
    "start": 1861.1,
    "end": 1871.44,
    "text": "Und wenn man natürlich davon ausgeht, dass es in China ja ... de facto kaum einer nicht der Kontrolle der kommunistischen Partei Chinas stehende Produktion gibt."
  },
  {
    "start": 1871.54,
    "end": 1874.0,
    "text": "Da muss man einfach ganz klar zur Kenntnis nehmen."
  },
  {
    "start": 1874.22,
    "end": 1876.86,
    "text": "Da ist dann umfassendes Know-how."
  },
  {
    "start": 1876.98,
    "end": 1884.92,
    "text": "natürlich auch, dass hier Entwickletour in Europa einfach vergeben worden, zu Gunsten vordergründiger wirtschaftlicher Erfolge."
  },
  {
    "start": 1885.36,
    "end": 1887.62,
    "text": "Nur wir sehen jetzt natürlich, dass die nicht nachhaltig sind."
  },
  {
    "start": 1887.68,
    "end": 1890.6,
    "text": "Stichwort VW in China, um nur einen Punkt zu nennen."
  },
  {
    "start": 1891.06,
    "end": 1894.56,
    "text": "Der Automobilabsatz der deutschen Automobilindustrie vor allem."
  },
  {
    "start": 1894.94,
    "end": 1897.88,
    "text": "Und die war vor allem maßgebend in China natürlich präsent."
  },
  {
    "start": 1898.32,
    "end": 1904.28,
    "text": "Riecht ein, die chinesischen Hersteller können mittlerweile dasselbe um wesentlich weniger Geld zu günstigeren Preisen."
  },
  {
    "start": 1904.88,
    "end": 1905.7,
    "text": "Das muss sich ändern."
  },
  {
    "start": 1905.94,
    "end": 1907.22,
    "text": "Also dieses Europe First."
  },
  {
    "start": 1907.74,
    "end": 1919.2,
    "text": "Prinzip sollte meiner Meinung nach nicht nur für die europäischen Nationen, wie so wie, denn mein Gesamteuropa gelten natürlich auch insbesondere in der Konkurrenz mit den anderen Weltmächten."
  },
  {
    "start": 1919.86,
    "end": 1931.82,
    "text": "Eine weitere Stärke, die Sie auch in Ihrem Buch ansprechen, die finde ich ebenfalls sehr interessant, ist die Tatsache, dass es in Europa im Vergleich zu anderen Ländern sehr strenge Regulierungsmaßnahmen gibt, was den digitalen Raum betrifft."
  },
  {
    "start": 1932.12,
    "end": 1935.64,
    "text": "Das wird gerne in der öffentlichen Debatte als Schwäche Tituliert."
  },
  {
    "start": 1935.82,
    "end": 1942.32,
    "text": "Man sagt, na gut, die Europäer haben so strenge Vorlagen, deswegen siedeln sich keine großen Tech-Unternehmen in Europa an."
  },
  {
    "start": 1942.38,
    "end": 1943.6,
    "text": "Das ist ein unattraktiver Markt."
  },
  {
    "start": 1943.64,
    "end": 1946.88,
    "text": "Wir sind zu streng mit denen, wir sollten denen vielleicht die Leine etwas lockern."
  },
  {
    "start": 1947.24,
    "end": 1948.16,
    "text": "Sie sehen das aber als Stärke."
  },
  {
    "start": 1948.22,
    "end": 1948.44,
    "text": "Warum?"
  },
  {
    "start": 1948.92,
    "end": 1962.28,
    "text": "Ich sehe das als Stärke, weil ich glaube, dass diese Form sozusagen der gesellschaftlichen Auseinandersetzung, denn das ist ja eine Plattform sozusagen auch für Gesellschaftspolitik, dass hier nicht das freie Spiel der Kräfte allein walten darf."
  },
  {
    "start": 1962.46,
    "end": 1965.82,
    "text": "Es geht darum, Desinformationen... propagand dahinter anzustellen."
  },
  {
    "start": 1966.3,
    "end": 1972.66,
    "text": "Falschinformation, Fake News, in Wirklichkeit, dass das darzustellen, was es ist, es sind keine Fakten, es sind teilweise Erzählungen."
  },
  {
    "start": 1973.22,
    "end": 1978.98,
    "text": "Und das heißt, diese Plattformen, auch die Social-Media-Plattformen, die bedürfen meiner Regulierung."
  },
  {
    "start": 1979.2,
    "end": 1983.48,
    "text": "Wenn das nicht reguliert wird, sehen wir, wohin das, aus meiner Sicht sehen wir, wohin das führt."
  },
  {
    "start": 1983.6,
    "end": 1993.32,
    "text": "Ich nähe nur Ex zum Beispiel als Beispiel dafür, wo man einfach ganz klar erkannt hat, als diese Regulierungen wegfielen mehr oder weniger, wie plötzlich."
  },
  {
    "start": 1993.56,
    "end": 2002.8,
    "text": "exponentiell Hate Speech und nicht nur das angestiegen ist, sondern auch Werbung, unerwünschte Werbung eigentlich und teilweise auch durchaus Obstzeune Werbung."
  },
  {
    "start": 2002.94,
    "end": 2011.18,
    "text": "Und ich glaube, es ist ein Vorteil, wenn man das sozusagen kontrolliert und in den Griff bekommt, vor allem dann, wenn diese Kontrolle transparent ist."
  },
  {
    "start": 2011.64,
    "end": 2015.26,
    "text": "Und das hat die Europäische Union eigentlich sehr gut geschafft bis jetzt."
  },
  {
    "start": 2015.32,
    "end": 2022.64,
    "text": "Und ich glaube nicht, dass das in weiterer Folge die Ansiedelung von Techunternehmen oder die Entwicklung von eigenen Techunternehmen auch."
  },
  {
    "start": 2022.68,
    "end": 2024.28,
    "text": "Europa wesentlich behindern wird."
  },
  {
    "start": 2024.42,
    "end": 2032.72,
    "text": "Ich glaube, dass es Sichtweise von Elon Musk und Peter Thiel oder Chidi Vance von Free Speech eine ist, die keine Nachhaltige ist."
  },
  {
    "start": 2032.82,
    "end": 2045.64,
    "text": "Ich denke, nachhaltig ist in Wirklichkeit eine ausgewogene Kontrollierte und auch mit entsprechender Verlässlichkeit verfügbare Informationen und sind entsprechende Plattformen, aber nicht die, die nur Propagande verbreiten."
  },
  {
    "start": 2046.36,
    "end": 2047.58,
    "text": "Ich habe jetzt zwei Punkte genannt."
  },
  {
    "start": 2048.42,
    "end": 2058.719,
    "text": "Ich würde Sie bitten, nennen Sie uns vielleicht noch ein, zwei, die Sie als entscheidend betrachten, um Europa quasi wieder oder zum großen Player, zum großen selbstständigen Player zu machen."
  },
  {
    "start": 2059.02,
    "end": 2061.639,
    "text": "Welche zwei wichtigsten Punkte würden Sie hier vorstreichen?"
  },
  {
    "start": 2061.9,
    "end": 2072.0,
    "text": "Also der allerwichtigste Punkt ist für mich in Wirklichkeit die Investition gezielte und breite und tiefe, nämlich nachhaltige Investitionen in Bildung."
  },
  {
    "start": 2072.62,
    "end": 2083.3,
    "text": "Alles, was wir jetzt kritisiert haben, was die Haltung oder Meinungen in den Bevölkerungen Europas anbelangt, ist in gewisser Weise auf eine Mangel an Bildung zurückzuführen."
  },
  {
    "start": 2083.56,
    "end": 2088.1,
    "text": "Und das ist jetzt keine Kritik an der Bevölkerung selbst oder an den Bevölkerungen selbst."
  },
  {
    "start": 2088.28,
    "end": 2095.12,
    "text": "Diese Bildung wird einfach zu wenig angeboten, insbesondere was jene im Bereich von Aus- und Sicherheitspolitik anbelangt."
  },
  {
    "start": 2095.719,
    "end": 2102.12,
    "text": "Und wir fokussieren etwas mehr ins Detail zu gehen in Unterricht und der Bildung hier in Österreich."
  },
  {
    "start": 2102.24,
    "end": 2112.1,
    "text": "auch im Moment aus meiner Sicht sehr auf naturwissenschaftliche Fächer und ganz weniger oder wesentlich weniger auf zum Beispiel Geografie, Geschichte und ähnliches mehr."
  },
  {
    "start": 2112.5,
    "end": 2117.3,
    "text": "Ich denke, dass diese Soft-Gegenstände wieder mehr Beachtung brauchen."
  },
  {
    "start": 2117.42,
    "end": 2123.88,
    "text": "Politische Bildung ist ganz wichtig, um einfach mündige Staatsbürgerinnen und Staatsbürger zu schaffen, die dann auch in der Lage sind."
  },
  {
    "start": 2124.36,
    "end": 2126.84,
    "text": "genauso mündig ihre Wählerstimme abzugeben."
  },
  {
    "start": 2128.16,
    "end": 2136.94,
    "text": "Das erscheint mir ganz wichtig und im Verbund damit, wenn ich sage, in Bildung zu investieren ist wichtig, geht es auch um Forschung und Entwicklung."
  },
  {
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    "text": "Das ist aus meiner Sicht ein Kapitel."
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    "text": "Die europäische Forschung und die europäischen Entwicklungen sind Weltspitze."
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    "text": "Das sind wir uns zu wenig bewusst und teilweise sind die Ergebnisse dessen, was wir in den USA sehen und den China sehen, auf europäische Entwicklungen und Forschung."
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    "text": "Kapazitäten zurückzuführen."
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    "text": "Das wäre aus meiner Sicht wieder mehr für europäische Zwecke zu nutzen."
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    "text": "Und das zweite große Faktor ist natürlich bin nach wie vor der Meinung nach wie vor und jetzt mehr denn je seit dem Überfall Russlands auf die Ukraine der Meinung, dass das Prinzip siebis Barz im Parabellum wenn du den Frieden willst bereitet dich auf einen Krieg vor gilt."
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    "text": "und Europa sollte sich nicht schenieren hier auch in militärische Kapazitäten zu investieren."
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    "text": "Es geht hier nicht darum aus meiner Sicht."
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    "text": "Aus europäischer Sicht jedenfalls, sich von den USA total abkoppeln zu müssen."
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    "text": "Da sollte man zunächst mal abwarten, wie sich die Dinge in den USA wirklich anfristig entwickeln."
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    "text": "Ich denke, dass nach wie vor die gemeinsamen Interessen der USA und Europas."
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    "text": "die Trennenden überwiegen."
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    "text": "Aber wir können einfach nicht ausschließen, dass das sich ändert, auch mit Trump und vielleicht auch Nachfolgern."
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    "text": "Das heißt, Europa muss sich auf eine Situation vorbereiten, in der es auf jeden Fall mehr für die eigene Sicherheit tun muss und das heißt einfach auch zu investieren."
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    "text": "Also in diese beiden Bereiche muss aus meiner Sicht in Zukunft mehr investiert werden als in der Vergangenheit."
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    "text": "Ohne überzurüsten, das muss man gar nicht."
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    "text": "Aber denke, Europa sollte insbesondere im Bereich der Im Fach sprechen nennt man das Enablers, das heißt also in der Sicherstellung beziehungsweise der Unterstützung von Operationen mit Präzisionswaffensystemen in der Unterstützung weitreichender Unternehmungen wie zum Beispiel Tankflugzeuge, Logistik, Satelliten und so weiter, hier auch in militärische Kapazitäten investieren."
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    "text": "Das klingt jetzt utopisch, wir tun das aber teilweise ja bereits, das hat er bereits begonnen und sollte einfach konsequent fortgesetzt werden, sodass ein Angreifer wir ... auch immer der Vladimir Putin oder sonst wie heißt, gar nicht auf die Idee kommen könnte unter Umständen Europa anzukreifen."
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    "text": "Ich finde das sehr interessant, wie Sie das mit den USA beschrieben haben."
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    "text": "Kann man das, das ist ein seltsamer Vergleich, aber irgendwie geht er mir gerade durch den Kopf vielleicht ein bisschen auch mit einer Ehe vergleichen."
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    "text": "Man hat einen Partner, auf dem man sich verlassen möchte, man hat vielleicht sogar ein gemeinsames Konto, aber man hat trotzdem als Backup, weil man ja nie weiß, was passiert, trotzdem noch das eigene, auf das man zugreifen kann, falls tatsächlich irgendwas in die Hose geht."
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    "text": "Ja, leider ist das ein durchaus zutreffender Vergleich."
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    "text": "Ich denke vor allem, dass es kommt ja auch in manchen persönlichen Beziehungen vor."
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    "text": "Also wenn ein Partner sich plötzlich vom Charakter her... völlig zu verändern scheint, dass dann natürlich eine Beziehung zu überdenken ist."
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    "text": "Und das ist in den USA im Moment mit der Administration von Donald Trump leider offenbar der Fall."
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    "text": "Und ich glaube, wir müssen uns auch bewusst machen, wie weit eigentlich der Eingriff oder der Angriff auf die demokratischen Institutionen in den USA bereits getienen ist."
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    "text": "All das, was sozusagen aus mir immer als Grundlage der freien demokratischen Existenz sehen, wird derzeit angegriffen."
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    "text": "Das ist vor allem vor allem natürlich die unabhängige Gerichtsbarkeit."
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    "text": "Die Bodemess gemacht werden soll, und da ist man schon einiges fortgeschritten, dann natürlich vor allem die Medien, die freien Medien, die so ganz offensichtlich beschnitten werden."
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    "text": "Und wenn man ihnen nur sozusagen den Zugang schon verweigert zu Informationen, ist das natürlich bereits eine gewaltige Beschränkung."
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    "text": "Also die Mediengerichtsbarkeit und natürlich demokratische Institutionen."
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    "text": "Auf der einen Seite der Kongresse, wenn man so, ich will jetzt nicht zu sehr einste Teil gehen, dazu reicht die Zeit sicherlich nicht."
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    "text": "Und wenn ich zum Beispiel eine Kongresse Abgeordnete, die gewählt ist, Deswegen nicht angelobe, weil ich dann fürchten muss, dass diese notorischen Apps, die in Files veröffentlicht werden, dann ist das demokratisch mehr als grenzwertig."
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    "text": "Das hat die Grenze schon gewaltig überschritten."
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    "text": "Und wenn das jetzt Hand in Hand geht, mit einem bullyhaften Gebärden von Ideen wie Grönland, Kanada, dem Panama Canal wieder."
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    "text": "Und da umstehenden auch unter dem Einsatz militärischer Mittel erobern zu wollen, dann muss man sagen, ist der Charakter dieses Partners schon mehr als fraglich."
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    "text": "Ich habe Sie zu Beginn dieses Gespräches gefragt, warum Sie optimistisch sind."
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    "text": "Ich bin mir nicht sicher, ob der Optimismus jetzt so größer geworden ist, aber Ihr Untertitel und ich wiederhole es nochmal ist, warum Europa die Zukunft gehört."
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    "text": "Wie also wieder diesen Optimismus tanken, damit wir als Gesellschaft in eine Zukunft blicken und sagen können, das sind wir."
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    "text": "und vor allem, wir sind unabhängig."
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    "text": "Weil wir soziokulturell ohnehin bereits eine Weltmarkt singt und dessen viel zu wenig bewusst sind und wenn wir uns das bewusst machen, einfach klarstellen können, dass das europäische Werte Die Menschenrechte, auf denen die Menschenrechte in Wirklichkeit natürlich basieren, eigentlich durchsetzbar sind auf der ganzen Welt und sich durchsetzen werden auf der ganzen Welt."
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    "text": "Wenn Europa sozusagen bei sich bleibt und noch mehr zu sich kommt, seiner Stärken sich bewusst wird, bin zudiefst davon überzeugt, dass es die geistigen kulturellen und sozialen Errungenschaften, die ja hauptsächlich von Europäern Ausgang genommen haben, jene sind die in Richtung nachhaltiger."
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    "text": "Gewährleistung von Freiheit und Demokratie notwendig sind, um eine Existenz in weiterer Folge in Freiheit und Frieden zu erlauben."
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    "text": "Und ich denke, dass Europa die Fähigkeiten dazu hat, vor allem zur Weiterentwicklung seiner Kreativität, der geistigen Fähigkeiten, der kulturellen Fähigkeiten und abhängig davon oder in weiterer Folge davon natürlich auch jener Fähigkeiten, die ich dann... eben auch brauche, nämlich im Sinne von Hard Facts und tatsächlich auf dieser Weltbühne neben den Herausforderungen USA und China überleben zu können und überleben zu können nicht als Wasserall, sondern eben als eigenständige Kraft, die also auch in der Lage ist, für Schutz der eigenen Bevölkerung zu sorgen."
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    "text": "Gerald Kanner war das."
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    "text": "Vielen Dank für Ihre Zeit heute."
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    "text": "Alles Gute."
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    "text": "Und wenn Ihnen diese Folge gefallen hat und Sie auch die kritische und unabhängige Berichterstattung des Standards unterstützen möchten, dann geht das als Abonnentin oder auch mit einem einmaligen Unterstützungsbeitrag schon ab drei Euro."
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    "text": "Alle Infos unter abo.derstandard.at."
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    "text": "Alles weitere zum aktuellen Weltgeschehen dann wie immer auf der Standard.at."
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    "text": "Feedback oder Themenvorschläge bitte gerne schicken an Podcast.at."
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    "text": "Der Standard.at."
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    "text": "An der technischen Nachbearbeitung dieser Folge war heute Christoph Neuwirt beteiligt und ich bin Daniel Retschitz-Ecker."
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    "text": "Vielen Dank fürs Zuhören."
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    "text": "Bis zum nächsten Mal."
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