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    "end": 0.12,
    "text": ""
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    "end": 8.18,
    "text": "Im US-Bundesstaat Arkansas entsteht ein Dorf nur für Weiße, gegründet von einer Organisation der eine Parallelgesellschaft aufbauen will."
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  {
    "start": 8.56,
    "end": 12.9,
    "text": "R&D US-Korrespondent Beno Schwinghammer hat sich dieses Dorf genauer angesehen."
  },
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    "end": 20.6,
    "text": "Wir sprechen mit ihm darüber welche Gefahr von den Köpfen hinter diesem Projekt ausgeht und wie sie von Donald Trumps Politik profitieren."
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    "end": 24.28,
    "text": "Ich bin Daniel Rechitzacker das System des Tages der Nachrichten Podcast."
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    "text": "Bevor es hier mit dem eigentlichen Podcast losgeht, noch eine Ankündigung in eigener Sache."
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    "text": "Wir haben jetzt zwei Gäste für unseren Live-Podcast am vierzehnten September im Theater im Park beim Schloss Belvedere zu verkünden!"
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    "end": 60.48,
    "text": "Und Sandra Navidi muss nicht alleine mit uns zwei auf der Bühne sitzen."
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    "text": "Das Team komplementieren wird Eric frei!"
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    "end": 72.24,
    "text": "Er ist leitender Redakteur beim Standard und mit seinem langjährigen Wissen über die US-Politik wird er uns helfen, das große Bild besser einordnen zu können."
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    "end": 77.22,
    "text": "Die meisten Tickets sind schon weg aber es gibt noch ein paar für euch auf Theaterimpark.at."
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    "text": "Am vierzehnten September um neunzehn Uhr dreißig Amerikas Schicksalswahl."
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    "end": 86.56,
    "text": "Alle Informationen und den Link zu den Tickets findet ihr natürlich auch in den Show Notes."
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    "end": 88.5,
    "text": "Und jetzt geht's weiter mit der Podcastfolge!"
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    "text": "Der ist"
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    "text": "ziemlich weit weg von Almemphis, das ist die Heimatstadt von Elvis in Tennessee."
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    "text": "Die ist zwei Stunden Fahrt weg."
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    "text": "Die Hauptstadt vom Bundesstaat Arkansas Little Rock."
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    "text": "auch ungefähr zwei Stunden und mein Recherche fand im Norden von Arkansas statt nahe einem kleinen Örtchen dass es Revendon und Revendons ist so ein Durchgangsort."
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    "text": "einen durchgangs Dorf könnte man vielleicht eher sagen an einem Highway Und kurz hinter Revenant geht eine rötliche Lehmpiste von der Straße ab und dann gibt es kilometerweit, geht's dann ins Landesinnere rein."
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    "end": 148.76,
    "text": "Das ist eine Straße die umrahmt von Karleneichen immer weiter reingeht und irgendwann öffnet sich dann die Straße."
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    "text": "Leichte Linksbiegung untersteht ein braun-weißes oder weißbraunes Haus im Stil der amerikanischen Südstaaten."
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    "text": "und das ist das Haus vom Rechtsextremist Eric Orwell dem Gründer einer Organisation mit dem Namen Return to the Land."
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    "text": "Und Return to the Land hat ein Dorf gegründet, in dem nur Amerikaner mit weißer Hautfarbe und europäischen Wurzeln wohnen dürfen."
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    "end": 176.42,
    "text": "Hinter dem Haus auf dem Grundstück stehen weitere Gebäude – das ist ungefähr hundert Fußballfelder groß dieses Grundstuck!"
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    "end": 182.54,
    "text": "Da kann man dann auch so ein paar Personen in der Ferne sehen aber insgesamt ist alles recht still."
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    "end": 190.619,
    "text": "So ein paar Hühnergackern, ein paar Vögel singen irgendwo brummt ein Motor also Rasenmäher oder Generator... Aber ja, das ist der Ort von dem ich berichtet habe."
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    "end": 194.059,
    "text": "Wie viele Menschen leben in diesem Ort, Dorf?"
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    "text": "Gemeinden nennt es wie du willst und was machen die da den ganzen Tag?"
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    "end": 202.92,
    "text": "Ja nach Angabe der Gruppe selbst leben mehr als vierzig Personen in diesem Dorf."
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    "end": 208.339,
    "text": "Dazu muss ich sagen dass sich mit dem Gründer mit Orwell selber nicht auf das Gelände durfte."
  },
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    "text": "er wollte zwar mit mir sprechen aber er hat gesagt die Gemeinde die wolle unter sich bleiben."
  },
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    "end": 219.339,
    "text": "Aber es gibt Filmaufnahmen von anderen Journalisten aus dem vergangenen Jahr und auch Social Media von Dorfbewohnern selbst."
  },
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    "end": 222.82,
    "text": "Da kriegt man schon einen ganz guten Einblick in das Dorfleben."
  },
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    "end": 233.16,
    "text": "Das ist auf den ersten Blick gar nicht so spektakulär, da wird Land erschlossen, da werden Bäume gefällt, Häuser und Brücken gebaut und wie Stelle mit Hühnern gibt es die man dann versorgen muss."
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    "end": 239.019,
    "text": "also ein bisschen wie man sich das ländliche Leben vorstellt, dreißig Minuten vom nächsten größeren Supermarkt weg."
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    "end": 245.94,
    "text": "Die Dorfbewohner sozusagen sie kochen jeden Freitag zusammen und haben auch immer mal wieder Feste auf ihrem Gelände."
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    "end": 264.84,
    "text": "Da wären dann Lieder gesungen, in meinem eindrucksvollen Folge öfter mit völkischem Einschlag würde ich sagen eine Bewohnerin erzählt in einem Video auf der Plattform X dann auch von zum Beispiel sowas wie Wettbaden im eiskalten Fluss, Wettkämpfe mit Armdrücken, Talentsuche wo die Kinder singen oder ein Steinschere-Papiertunier."
  },
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    "end": 272.44,
    "text": "Also so was in der Art und da muss man dazu sagen die Rollenverteilung in diesem Dorf scheint sehr klar zwischen Mann und Frau aufgeteilt zu sein."
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    "end": 282.56,
    "text": "Die Männer sind für die grobe Arbeit da, die hacken, die bauen, die roden Und die Frauen sind in erster Linie Ja, als Mütter treten sie dort auf und kümmern sich um die Erziehung der Kinder."
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    "text": "Und auf dem Gelände werden die dann auch selbst unterrichtet von den Müttern?"
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    "text": "Eine"
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    "text": "kleine Gemeinde also, die relativ abgekapselt vom Rest der Welt lebt."
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    "end": 296.099,
    "text": "Zumindest klingt das so wie du es jetzt erzählst oder auch wenn man deinen Text dazu liest, den wir übrigens auch verlinken Empfehlungen an dieser Stelle dazu."
  },
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    "end": 301.56,
    "text": "Das klingt ja alles ein bisschen nach... diesem Reichsbürgertum, das wir in Deutschland ja erlebt haben."
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    "end": 315.56,
    "text": "Also quasi so Gruppen oder Einzelpersonen die unter Anführungszeichen eigene Staaten gründen und sich dann der eigentliche Obrigkeit irgendwie verweigern – ist da sowas auch in der Art dieser völkisch-nationalistische Einschlag, der damit schwingt?"
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    "end": 318.84,
    "text": "Ja, der Eindruck drängt sich von außen vielleicht auf!"
  },
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    "end": 325.74,
    "text": "Ich würde folgendes sagen... Lebensrealität der Reichsbürger nicht ganz so gut kenne, aber ich glaube ein Unterschied gibt es."
  },
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    "end": 333.56,
    "text": "Die Bewohner von Return to the Land erkennen die Vereinigten Staaten schon als das Land an in dem sie leben."
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    "end": 344.219,
    "text": "Sie fühlen sich auch als Amerikaner, aber sie wollen halt mit weiten Teilen der amerikanischen Gesellschaft nicht zusammenleben und das ist dann tatsächlich das Merkmal an dieser Community."
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    "text": "Gut!"
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    "text": "Das ist tatsächlich ein bedeutender Unterschied."
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    "text": "Du hast schon gesagt, du durftest nicht direkt rein in das Dorf."
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    "text": "Es gibt Aufnahmen New York Times und so wann dort aber du konntest eben mit diesem Anführer sprechen und aus seinem Namen auch schon verraten."
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    "text": "um mich Eric Orwell heißt er."
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    "text": "was ist es für ein Typ?"
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    "text": "Was kann man sich unter dem vorstellen?"
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    "end": 372.919,
    "text": "Orwell ist ein Mann Mitte dreißig, der in den vergangenen Jahren in der rechtsextremen Szene in den USA zu einiger Bekanntheit und auch einigem Einfluss gelangt ist."
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    "text": "Und zwar weil er mit Return to the Land eine Lücke schließt am rechten Rand."
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    "end": 389.099,
    "text": "Man muss sich das so vorstellen dass rechtsradikales völkisches Gedankengut Überwiegend überwältigend Teil im Internet ausgelebt wird in den USA, in Foren und Chatgruppen."
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    "end": 394.46,
    "text": "Und Orwell kam nun vor einigen Jahren auf die Idee das Ganze in die physische Realität zu übersetzen."
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    "text": "Also es gab auch schon Vorläufer zu diesem Dorf vor vielen Jahrzehnten in den Siebzigern, in den USA."
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    "text": "aber in der Gegenwart hat Orwell selbst diese Lücke geschlossen."
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    "text": "und zur Frage wer er persönlich ist."
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    "end": 410.719,
    "text": "Ich würde ihn erstmal als ziemlich smarten Kerl bezeichnen wenn man ihm so gegenüber sitzt."
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    "text": "ich habe natürlich auch im Internet sehr stark nach ihm recherchiert."
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    "text": "sein YouTube Kanal der spiegelt jemanden, der sehr in Philosophie interessiert ist."
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    "text": "Der sehr viel über Platon und ähnliches redet."
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    "end": 429.62,
    "text": "Er hat klassische Musik studiert im Bundesstaat New York und aufgewachsen ist er aber im Großraum Los Angeles an der Pazifik-Küste der USA."
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    "text": "Er is groß!"
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    "text": "Er hat ein Bart, er hat blaue Augen... ...und er sagte mir dann auch zur Begrüßung, dass ich einen Gentest gemacht habe."
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    "text": "Fünfzig Prozent britisch sei ja, dreißig Prozent norwegisch und zwanzig Prozent deutsch."
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    "text": "Man kann also schon sagen dass er vom Aussehen her vielleicht durchaus ein wenig diesem Klischee eines völkisch orientierten Rechtsradikalen entspricht."
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    "text": "Sein Werdegang ist dann vielleicht doch noch ein bisschen ungewöhnlicher."
  },
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    "text": "Kannst du uns denen etwas näher schildern, woher diese Ideologie kommt und wie sie ihn antreibt?"
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    "text": "Und warum man auch dieses Dorf gegründet hat?"
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    "text": "Ich meine ich verstehe dieses Konzept das man sagt man verlegt es quasi von der virtuellen Welt in die Echte."
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    "text": "aber was steckt da dahinter?"
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    "end": 481.219,
    "text": "Ja was im Gespräch... relativ schnell klar wurde mit Orwell ist, dass er Return to the Land auf der Annahme gegründet hat das die weiße Bevölkerung in den USA Schritt für Schritt und auch gelenkt von gewissen Eliten verdrängt wird."
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    "end": 483.46,
    "text": "Von nicht-weißen Leuten verdrängt wird."
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    "end": 488.32,
    "text": "Das ist eine Theorie, die einen bestimmten Namen hat Die Great Replacement Theory."
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    "end": 490.62,
    "text": "Auf Deutsch könnte man sagen Der große Austausch!"
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    "text": "Das is' eine Verschwörungstheorie die sich schon lange in den U.S.A."
  },
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    "end": 506.479,
    "text": "hält Und die auch schon lange widerlegt iß Denn es gibt keine jüdische oder von den US-Demokraten zum Beispiel gelenkte Einwanderung, die gezielt die sogenannte weiße Kultur auslöschen soll."
  },
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    "end": 510.599,
    "text": "Die Rechtsradikalen machen sich aber reale Entwicklung wie z.B."
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    "end": 516.26,
    "text": "den demografischen Wandel in Teilen der USA und die damit verbundene Angst von Menschen zu nutzen."
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    "end": 519.88,
    "text": "Und vor dem Hintergrund ist Return to the Land entstanden."
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    "text": "Das kurzfristige Ziel ist erst mal ein klares Zeichen, die Separation sozusagen, die Abspaltung von gesellschaftlich von anderen Teilen in den USA."
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    "text": "langfristig aber das sagte Orwell mir auch sehr klar will er eine Parallelgesellschaft aufbauen."
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    "end": 540.18,
    "text": "Er möchte eine weiße Parallelsellschaft mit eigenen Institutionen."
  },
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    "end": 547.26,
    "text": "sehr viel mehr auf Segregation zielt, auf die Trennung von Äthnien."
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    "end": 554.92,
    "text": "Und damit verbunden ist auch eine alte Fantasie der Rechtsextremen in den USA nämlich dass irgendwann die multikulturelle Bevölkerung in den"
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    "end": 555.3,
    "text": "U.S.A.,"
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    "end": 560.939,
    "text": "das Multikulturellesystem scheitern wird zum Beispiel wegen einer Krise der dann einen Krieg folgt."
  },
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    "end": 569.58,
    "text": "und genau für diesen Fall baut Orwell vor denn wenn der Vielvölkerstaat Amerika scheitert so glaubt er hat eher den Nachfolgestart schon etabliert"
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    "end": 573.72,
    "text": "Auf jeden Fall eine ziemlich düstere Welt an Sicht."
  },
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    "end": 587.78,
    "text": "Benno, was ich irgendwie sehr ironisch an deinem Text fand ist das du geschrieben hast dass Orwell mit einem Toyota zu eurem Gespräch gefahren ist also dort angekommen ist Also mit einer nicht-amerikanischen Automarke Mit einer japanischen Gehören."
  },
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    "end": 590.16,
    "text": "diese Widersprüche dann irgendwie auch dazu?"
  },
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    "end": 591.58,
    "text": "Ich meine das ist ja fast schon."
  },
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    "end": 592.98,
    "text": "Ja Das ist ja irgendwie ironisch."
  },
  {
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    "end": 598.74,
    "text": "Glaube Orwell würde wahrscheinlich dazu sagen, dass er nichts gegen andere Kulturen hat."
  },
  {
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    "end": 608.34,
    "text": "Dass er ja auch gerne mexikanische Tacos ist zum Beispiel und das nicht im Widerspruch dazusteht sein eigenes kulturelles Erbe so wie er es dann ausdrücken würde zu fördern."
  },
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    "end": 620.439,
    "text": "Mein Eindruck ist der, dass Orwell und die Bewohner In diesem Dorf zwar radikalen ihrer Ideologie sind, aber ich hatte nicht den Eindruck dass sie sich der zumindest in der Gegenwart nicht der globalen Wirtschaft verschließen."
  },
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    "end": 626.46,
    "text": "Also natürlich hat Orwell auch ein Handy das sicherlich nicht in den USA produziert worden ist und so weiter."
  },
  {
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    "end": 628.08,
    "text": "soweit gibt es dann doch nicht."
  },
  {
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    "end": 634.58,
    "text": "Ja gut fremdenfeindlichkeit dann mal wieder eine Art Frühstücksbefehl wo man sich rauspickt was einem gerade in den Kram passt."
  },
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    "end": 637.699,
    "text": "Rassismus, Fremdenfändigkeit"
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    "text": "etc.,"
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    "text": "das ist ja nichts Neues weder in den USA noch sonstwo."
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    "end": 648.78,
    "text": "Du schreibst aber dass gerade in den Staaten das Ganze in den vergangenen Jahrzehnten auch noch vor Donald Trump einen ziemlichen Boost bekommen hat?"
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    "text": "Wie verortet man denn?"
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    "end": 659.46,
    "text": "Ja in der Tat wir sehen... Ein Aufstieg der rechten und rechtsextremen Ideologie, ja auch in Europa in den letzten Jahren und Jahrzehnten."
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    "end": 662.64,
    "text": "Und in den USA ist es tatsächlich sehr ähnlich."
  },
  {
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    "end": 670.54,
    "text": "die weiße völkische und oft auch nazieideologie ist dort seit mindestens zwanzig jahren wahrscheinlich noch viel länger auf dem vormarsch."
  },
  {
    "start": 670.62,
    "end": 686.04,
    "text": "aber vor allen Dingen in den letzen zwanzigeren gab's aber mehrere eignisse Die den rechten rand mobilisiert haben und den rechtsradikalen zulauf beschert haben Und dazu gehört erst einmal die Wahl von Barack Obama als ersten schwarzen US-Präsidenten."
  },
  {
    "start": 686.08,
    "end": 699.62,
    "text": "Das war in dem Jahr zwei Tausend Acht und damals haben die Menschen oder einige Menschen zumindest davon geträumt, dass das möglicherweise der Aufbruch in Amerika ist ohne ethnische Unterschiede mehr ein Land in dem Hautfarbe sozusagen kein Rolle mehr spielt."
  },
  {
    "start": 702.58,
    "end": 711.42,
    "text": "Am Ende der Fall, in der Nacht in der Obama gewählt wurde musste die rechtsradikale Webseite Stormfront abgeschaltet werden wegen Überlastung."
  },
  {
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    "end": 722.02,
    "text": "Die Wahl Obamas löste eine sehr starke Gegenbewegung aus und das lässt sich auch auf andere Ereignisse übertragen ganz oft nach einem ähnlichen Muster... funktioniert haben."
  },
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    "end": 731.56,
    "text": "Zum Beispiel die Bürgerrechtsproteste in den USA der letzten Jahre, wenn man zum Beispiel ein Black Lives Matter denkt... Die großen Proteste nach dem Tod des Afro-Kamerikaners George Floyd durch einen weißen Polizisten."
  },
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    "text": "das war zwanzigzwanzig."
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    "text": "Diese Proteste auf der Bürgerechtseite haben auf der anderen Seite auf der rechten Seite dann Gegenbewegung getriggert und dieser Bewegung sehr viel Zulauf beschert."
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    "text": "Und dann ist da natürlich auch noch die Wahl von Donald Trump als US-Präsident."
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    "text": "Zu Trump kommen wir gleich."
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    "text": "Das heißt aber jedes mal wenn es für solche Gruppen etwas besser wird, eben beispielsweise ein schwarzer Präsident."
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    "text": "Wird ins weiße Haus gewählt?"
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    "text": "Dann entsteht automatisch oder nicht automatisch aber dann steht eine gegene Reaktion von radikalen Kräften."
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    "text": "Kann man das irgendwie so beziefern oder ist es der Fall?"
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    "text": "Das ist ein Pendel dass wir immer wieder sehen in dem Moment wo's große Meilensteine der Gleichstellung von schwarzen und weißen oder nicht weißen und weiße gibt, dass dann der rechte Rand durchaus mobilisieren kann."
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    "text": "Durchaus schöpfen kann aus einem großen Reservoir an rassistischen Denken und Denkweisen die weit verbreitet sind in diesem Land aber die nicht immer dazu führen das Leute direkt rechtsradikal denken wählen oder agieren."
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    "text": "Aber diese Ereignisse sind ja Nukleus für eine Gegenbewegung und das sehen wir immer wieder bei ganz verschiedenen Eregnissen."
  },
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    "text": "Dann kommen wir jetzt tatsächlich zu Donald Trump, welche Rolle spielt er denn in all dem auch fürs so Gruppierungen wie RTTL?"
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    "text": "Also eine ziemlich große Rolle würde ich sagen."
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    "text": "Trump gilt zwar selbst als ideologisch flexibel oder auch als komplett unideologisch und ich glaube da ist auch was dran, aber es ist ganz klar dass er sich sehr oft rassistisch geäußert hat."
  },
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    "end": 839.04,
    "text": "Vom ersten Moment an wo er in den Kandidaturen für die Präsidentschaft angekündigt hat, hat er mit rechten Ideologien kokettiert Und bis heute hat er für die extreme Rechte in den USA ein Stück weit die Tür aufgemacht, sodass sie in den amerikanischen Mainstream durchsickern kann."
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    "end": 861.02,
    "text": "Paar Beispiele – zwei Tausend Siebzehn nach seinem Amtsantritt hat er sich zunächst geweigert der US-Präsident eine Neonazi-Demo in Charlottesville Virginia zu verurteilen und paar Jahre später sagt er bei einer Präsidentschaftsdebatte in Richtung der rechtsradikalen und militanten Proud Boys Proud Boys stand back and standby."
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    "text": "Das heißt also auf Deutsch, haltet euch zurück und haltet Euch bereit!"
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    "text": "Die Proud boys haben das gefeiert und als Marschbefehl vom US-Präsidenten persönlich gesehen."
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    "text": "und nur wenige Monate später waren es dann tatsächlich die Proud Boyz den Sturm auf das Kapitol mit dem Donald Trump ja seine Walniederlage verhindern wollte bzw."
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    "end": 886.939,
    "text": "die Walniederlage die schon längst passiert war Die Zertifizierung dieser Wahlniederlage verhindern wollte."
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    "end": 898.48,
    "text": "Die Proud Boys haben diesen Sturm aus Kapitol angeführt, man kann sich kaum vorstellen dass es alles wirklich passiert ist vom Präsidenten zu wirklichen radikalen Gruppen am rechten Rand."
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    "text": "aber es ist so passiert."
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    "text": "und jetzt der Sprung in die Gegenwart."
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    "end": 906.3,
    "text": "Trumps zweite Amtszeit ist deutlich durchschlagskräftiger als seine Erste."
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    "end": 909.939,
    "text": "Und das liegt daran, dass er in seinem Umfeld keine Leute mehr hat die ihn wirklich bremsen."
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    "end": 916.8,
    "text": "Es gibt Leute im Umfeld die teilweise selbst sehr weit rechts stehen und auch Kontakte ins rechtsextreme Milieu haben."
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    "text": "Ich denke zum Beispiel an Trumps Vizestarschef Stephen Miller Und was seit seiner erneuten Präsidentschaft vor einem Jahr und ein paar Monaten passiert, das sehen wir jeden Tag in den Nachrichten."
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    "text": "Das sind die Massenabschiebungen, die ihr versprochen habt, die er jetzt durchführt – dass es der Einsatz von Regierungstruppen wie EIS auf der Straße in einer Art, die wir sonst nur aus anderen Ländern so als paramilitarische Kräfte kennen?"
  },
  {
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    "end": 952.18,
    "text": "Das heißt aber Donald Trump ist quasi vielleicht ideologisch nicht auf derselben Wellenlänge, aber bedient sich dieser Gruppe natürlich sehr gerne, weil er natürlich auch unter Anführungszeichen wie Zahres Wort natürlich aber das Potenzial dieser Gruppen sieht für seine Sache."
  },
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    "end": 974.199,
    "text": "Das würde ich genauso sehen, Donald Trump hat es wie kaum einer wahrscheinlich wie niemand in der jüngeren Vergangenheit in den USA verstanden eine riesige sehr unterschiedliche Koalition an Wählerinnen und Wählern zusammenzuhalten indem er immer wieder kokettiert hat mit Ideen die diesen Gruppen wichtig sind."
  },
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    "text": "also er ist ein Mensch der gleichzeitig mit rechtsradikalen Gedanken gut spielen kann, in derselben Rede aber auch sagen kann dass er Afroamerikaner liebt oder der Schutzpatron der Jüdinnen und Juden in Amerika ist."
  },
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    "text": "Und alle diese Leute haben ihn ja auch teilweise gewählt."
  },
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    "text": "Hinter den jüdischen Mitbürgern hat er viele Wähler und auch die Rechten haben ihn"
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    "text": "gewählt.\"."
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    "text": "Jetzt lese ich aber in deinem Text auch – noch einmal der Hinweis, er ist in den Show-Notes auf der Standart.at nachzulesen auch – lese sich in deinim Text das Donald Trump in diesem Ort offensichtlich?"
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    "text": "gar nicht sonderlich beliebt ist."
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    "text": "Wie passt das jetzt alles zusammen?"
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    "text": "Ja, stimmt!"
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    "text": "Er ist zumindest bei Orwell nicht besonders beliebt weil er den Rechten nicht weit genug geht denn es passt so zusammen dass Trumps Worte erst mal Trump's Worte sind."
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    "text": "wenn Trump was verspricht heißt das nicht wirklich dass er auch wirklich tut oder dass er wirklich genau so agiert wie er es dann sagt."
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    "text": "und tatsächlich ist es so dass sich viele Rechte und auch Orwell eine radikalere Politik von Trump gewünscht hätten."
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    "text": "Orwell hat mir auch gegenüber Minneapolis erwähnt und die dort quasi gescheiterten Massenabschiebungen durch Eis in Minneapolis, dass er das ja nicht mal geschafft hätte und war auch ein bisschen verächtlich gegenüber dem Präsidenten."
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    "text": "Und dazu kommt natürlich auch wie ich gerade erwähnte, dass Trump auch ein größer verbündeter Israels unter jüdischen Minderheit in den USA ist."
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    "text": "Auch das sehen Rechtsradikale und Neonazis Nicht gerne, wenn man Antisemit ist stützt man sich natürlich nicht gern auf einen Präsidenten der Semit ist."
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    "text": "Trumps sehen sie aber trotzdem als Türöffner für ihren eigenen Aufstieg."
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    "text": "Es ist ein Werkzeug den Sie benutzen um ihre eigenen Projekte voranzutreiben auch wenn es vielleicht nicht der Präsident ist den Sie sich selbst wünschen."
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    "text": "Orwell meinte zu mir in einem sehr klaren Moment das um wirklich das Land umzukrempeln bräuchte es doch wirklich ein Anführer wie Adolf Hitler und nicht wie Donald Trump."
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    "text": "Ich weiß gar nicht, was ich dazu jetzt sagen soll."
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    "text": "Die haben mir gesagt ja diese Fantasien der Rechtsradikalen das Amerika vor einem Zusammenbruch steht dass eine Revolution kommt in einen Bürgerkrieg weißes reines, also aus rechtsradikaler Sicht reines Amerika entsteht."
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    "text": "Das sehen die Experten nicht."
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    "text": "das sehe ich nicht."
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    "text": "dieser Staat ist auf anderen Mechanismen gegründet."
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    "text": "und jetzt sehen wir ja auch schon in der Gegenwart einen deutlichen Anstieg zum Beispiel bei den Übergriffen gegen Schwarze, gegen Juden, gegen Homosexuelle Gruppen."
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    "text": "Und da hat sich die Zahl der Übergriffe in den vergangenen so ungefähr sieben acht Jahren etwa verdoppelt."
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    "text": "also es geschieht etwas in diesem Land was tatsächlich reale Bedeutung hat und reale Folgen."
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    "text": "Wenn man den Text liest, hat man ja so das Gefühl es scheint ihm sehr wichtig zu sein... ...zu betonen dass das nichts mit Gewalt zu tun hätte."
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    "text": "Dass man irgendwie ganz friedlich ist, dass man halt einfach nur mit gewissen Kopierungen nichts zu tun haben will"
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    "text": "Ja, das war eine der faszinierendsten Stellen in der ganzen Recherche fand ich eigentlich Denn wenn man Orwell zuhört kann man sehr leicht in die Falle tappen ganz okay ist."
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    "text": "oder das was er sagt gar nicht so schlimm ist, denn er betont friedlich zu sein und dass er ja auch nur unter seines Gleichens leben möchte."
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    "text": "Und er betonet auch, dass menschengleicher Hautfarbe sich tendenziell immer in Communities zusammentun."
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    "text": "Das er also nichts anderes macht als alle anderen Leute auch!"
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    "text": "Er sagte nein, er sieht sich nicht wie jemand der glaubt, weiße Menschen schwarzen oder asiatischen überlegen sein, dass sei nicht der Fall."
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    "text": "Das ist natürlich alles eine rhetorische Strategie von ihm."
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    "text": "Denn er weiß mit wem er spricht und er weiß, dass das Publikum das am Ende die Geschichte, die ich jetzt geschrieben habe, liest oder diesen Podcast hört, dass dieses Publikums nutzbar erreichen ist mit einer weichgespülten Variante mit seiner Ideologie eben nicht mit diesen harten Aussagen, die er tatsächlich manchmal im Internet von sich gibt."
  },
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    "text": "Und das ist eben die andere Seite dieser andere Erik Orwell oder vielleicht der echte Eric Orwell, der eine ganz andere Sprache spricht."
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    "text": "Der sagt nämlich unter anderem Dinge wie zu seinen Anhängern in dem Fall."
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    "text": "In einem Video ein neuer Hitler wird nicht einfach nur so vom Himmel fallen man muss sich ihn verdienen wir müssen für unseren Sieg kämpfen."
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    "text": "also da sieht man ganz klar wo das hingeht."
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    "end": 1278.5,
    "text": "Er versucht seine Ideologie zu verpacken sodass sie für normale Menschen, die sich eher im Mainstream verhaftet sehen würde ich sagen dass sie leichter zu schlucken sind."
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    "text": "aber da braucht es dann eben die Einordnung und den Kontext."
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    "text": "Da gab's ja auch eine Szene glaube ich wo man kurz den nicht weichgespülten Orwell durchblitzen hat sie nämlich bei der New York Times als ein ganz gewisses Buch versteckt hat als ein Fotograf aufgetaucht ist oder?"
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    "end": 1301.88,
    "text": "Die New York Times, die erzählt die Geschichte so dass er als die Reporterin zusammen mit einem Fotografen in das Haus von Eric Orwell gegangen ist."
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    "end": 1314.44,
    "text": "Dass er schnell noch das Buch nämlich Mein Kampf von Adolf Hitler umgedreht hat also mit dem Buchrücken in das Regal rein sodass man den Buchrück nicht mehr sehen konnte so dass der Fotograf das nicht mal fotografieren konnte."
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    "text": "Das ist natürlich ein sehr interessantes Detail, denn er hat mit diesem Buch schon vorher, ich will nicht sagen geprahlt aber er hat schon vorhin in anderen Videos vorgestellt aus dem Regal genommen und den anderen Interviews zu anderen Journalisten gesagt dass er durchaus findet das man sich mit Hitler beschäftigen müsste."
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    "text": "Das sei ja eine der kontroversesten Personen des zwanzigsten Jahrhunderts und deswegen müsse man sich auch über Hitler bilden."
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    "text": "Insofern also dass es dieses Buch gibt ist unbestreitbar und dass das verstecken musste naja hätte er vielleicht nicht machen sollen."
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    "text": "Die New York Times hat es gesehen und angesprochen."
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    "text": "Kommen wir noch zu einem Punkt, das ich glaube bei sehr vielen Zuhörern gleich zu Beginn aufgedrängt habe zu einer Frage Und ich bin ja auch per weitem kein US-Rechtsexperte."
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    "text": "aber eine Siedlung oder ein Dorf wie auch immer wo eine gewisse ethnische Gruppe nicht leben darf Das klingt irgendwie schwerstillegal."
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    "text": "Wie umgehen sie offensichtlich diese Rechtslage?"
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    "text": "Ja da hast du total recht und viele Bürgerrechtsgruppen in den USA sehen dass genau so nämlich illegal ist, dass es gegen Antidiskriminierungsgesetze verstößt."
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    "text": "Dass niemand der einer gewissenen Ethnie angehört in den USA nicht in einem bestimmten Ort oder im bestimmten Viertel oder in ein bestimmter Haus leben kann."
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    "text": "Return to the Land hat sich dafür aber einen Trick ausgedacht."
  },
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    "text": "sie bezeichnen sich als Club und für Clubs gelten diese Antidiskriminierungs Gesetze des Wohnungsmarktes nicht Und das könnte man jetzt natürlich anfechten rechtlich."
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    "text": "Aber bislang hat keine Staatsanwaltschaft gegen dieses Projekt geklagt."
  },
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    "end": 1416.2,
    "text": "Und Orwell selbst sagte mir, dass eine Gruppe wie seine wahrscheinlich nur unter Präsident Trump vor Klagen des Justizministeriums geschützt ist und das wohl jede andere Regierung versucht hätte, Return to the Land nicht zu"
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    "text": "machen.\"."
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    "text": "Wenn man sich diesen Ort anschaut, ich glaube das ist von rund vierzig Leuten gesprochen."
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    "text": "Von einem Unteranführungszeichen-Club."
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    "text": "Man könnte irgendwie auch sagen Spinner hat es immer schon gegeben."
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    "text": "und ja gut lass mal diese vierzig Leute auf der Seite wen kümmerts was sollen die schon anstellen?"
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    "text": "Aus vierzig Leuten können mehr als vierzig leute werden Und jeder Trend und jede Bewegung in der Geschichte der Welt ist aus einem kleinen Kern von Menschen hervorgegangen."
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    "text": "und in den USA erleben wir gerade eine Situation In der rechten Ideen und rechte Ideologie salonfähig gemacht werden."
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    "text": "Und von Regierung geduldet werden oder von der Regierung gedouldet werden, vielleicht sogar teilweise gefördert werden?"
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    "text": "Da geht es jetzt nicht nur um dieses eine Dorf, da geht's um größere Teile der amerikanischen Gesellschaft!"
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    "end": 1482.08,
    "text": "Ich glaube jeder sollte das ernst nehmen, der Demokratie- und Rechtsstaatsschützen will und erhalten will."
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    "text": "Benno vielen Dank für deine Recherchen."
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    "text": "Schickt ihr beste Grüße nach New York."
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    "text": "und noch einmal der Hinweis, Sie können diese Reportage nachlesen."
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    "text": "Wir packen sie auch in den Show-Lots!"
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    "text": "Vielen Dank!"
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