[
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    "end": 9.2,
    "text": "Ich bin Daniel Retschitzekker, das ist Thema des Tages, der Nachrichten-Podcast vom Standard."
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    "end": 20.56,
    "text": "Es gibt Neues rund um den flüchtigen Ex-Wire-Cartman Jan Marschallek."
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    "text": "Wie Recherchen des Standards und weiteren Medien zeigen, soll Marschallek etwa auch im Ukraine-Krieg für Russland im Einsatz gewesen sein."
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    "text": "Was Marschallek in Moskau treibt und auf welche Erkenntnisse die Kollegen noch gestoßen sind, darüber sprechen wir heute."
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    "end": 46.92,
    "text": "Fabian Schmidt, leitender Redakteur beim Standard, du und Lauren Lorenz ebenfalls aus dem Investigativ-Ressort vom Standard, habt neue Details rund um Jan Marschalecks Aufenthalt und sein neues Leben recherchiert."
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    "text": "Gib uns doch zu Beginn einen ganz kurzen Überblick, was treibt Marschaleck denn derzeit so?"
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    "end": 61.62,
    "text": "Ja, also das war eine großangelegte... internationale Kooperation auch mit dem Spiel mit Christo Grosseff, mit dem ZDF und mit PBS Frontline."
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    "end": 68.68,
    "text": "Also das waren quasi nicht nur wir aus dem Standard, sondern vor allem auch die Kollegen, die sehr viel recherchiert haben."
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    "text": "Wir können sagen jetzt, dass Marschalleg mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit für den Inlandsgeheimdienst FSB in Moskau arbeitet und tätig ist."
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    "end": 87.36,
    "text": "Das ist etwas, was wir schon länger vermutet haben, wo wir auch gesehen haben in den vergangenen Jahren, dass es viele Hinweise dafür gibt."
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    "text": "Aber wir wissen jetzt zum Beispiel, dass er sich in den vergangenen Monaten und Jahren hunderte Male eingeloggt hat mit seinem Handy im Umfeld des FSB Hauptquartiers."
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    "text": "Also wir können da sagen, bis heute ist er wahrscheinlich dort als Agent tätig."
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    "end": 111.04,
    "text": "Wir haben aber auch gesehen, dass er sich immer wieder im Grenzgebiet zu Ostukraine oder sogar noch näher an der Frontlinie aufhält."
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    "end": 117.62,
    "text": "Und außerdem dürfte er sich recht gut eingerichtet haben in Moskau etwa eine Lebensgefährtin gefunden haben."
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    "end": 124.88,
    "text": "Und das ist jetzt dem Podcast natürlich schwierig, aber wir haben auch einige neue Fotos von ihm aufstellen können."
  },
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    "end": 127.8,
    "text": "Wir verlinken natürlich auch den Artikel zu dieser Folge."
  },
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    "end": 131.84,
    "text": "Da können Sie die Fotos, die Fabian gerade angesprochen hat, auch ansehen."
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    "end": 134.1,
    "text": "Die werden dann in den Shownots verfügbar sein."
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    "end": 141.26,
    "text": "Fabian, gehen wir einmal ganz kurz zurück, zeichnen wir noch einmal ein Bild von Jan Marschaleck's Leben seit Jahrzehnte."
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    "end": 144.82,
    "text": "Was ist denn damals überhaupt noch einmal kurz zur Erinnerung passiert?"
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    "end": 148.22,
    "text": "Warum musste Marschaleck damals so spektakulär flüchten?"
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    "end": 154.88,
    "text": "Ja, also Jan Marschallek war COO, Chief Operating Officer des IT-Konzerns Wirecard."
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  {
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    "end": 167.78,
    "text": "Wirecard hat sich vor allem mit Zahlungsdienstleistungen beschäftigt, hat auch eine eigene Bank aufgebaut, war eigentlich ein riesiges deutsches Startup und Milliarden Euro Wert, zumindest auf dem Papier."
  },
  {
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    "end": 180.14,
    "text": "Und Wirecard war... Nicht nur Deutsch, sondern ein bisschen auch ein österreichisches Projekt, denn nicht nur Marscherleck stammt aus der Nähe von Wien, sondern auch der Firmenchef Markus Braun war ein Österreicher."
  },
  {
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    "end": 187.04,
    "text": "Beide wurden als Genies gesehen, waren sehr angesehen in dieser Zeit, weil Wirecard eben so gewachsen ist."
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    "start": 187.48,
    "end": 193.6,
    "text": "Es gab Zweifel immer wieder, zum Beispiel von Seiten der Financial Times, aber die sind vom Tisch gewischt worden."
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    "start": 194.3,
    "end": 226.18,
    "text": "und erst eben in dieser Phase Beginn des Jahrhunderts haben die Wirtschaftsbrüder genau hingeschaut und haben festgestellt, dass sie die Bilanz für den Jahrhundert für den Jahrhundert für den Jahrhundert für den Jahrhundert für den Jahrhundert für den Jahrhundert für den Jahrhundert für den Jahrhundert für den Jahrhundert für den Jahrhundert für den Jahrhundert für den Jahrhundert für den Jahrhundert für den Jahrhundert für den Jahrhundert für den Jahrhundert für den Jahrhundert für den Jahrhundert."
  },
  {
    "start": 226.24,
    "end": 234.72,
    "text": "Und ja, er hat die Gelegenheit genutzt, schnell aus Deutschland zu verschwinden, bevor er ein Haftbefehl ausgestellt war."
  },
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    "start": 235.72,
    "end": 239.54,
    "text": "Braun hat es ja eben erwischt, der ist tatsächlich gefasst worden."
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    "start": 240.02,
    "end": 244.48,
    "text": "Ihr habt ja damals auch über diese durchaus spektakuläre Flucht von Marschalleg mehrmals berichtet."
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  {
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    "end": 247.64,
    "text": "Vielleicht noch einmal ganz kurz auch hier ein Rückblick."
  },
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    "start": 248.5,
    "end": 252.5,
    "text": "Wie ist es denn Marschalleg gelungen, sich erfolgreich aus Europa zu verkrümmeln?"
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  {
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    "end": 254.86,
    "text": "Das ist ihm überbart für Slauer."
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    "start": 255.24,
    "end": 262.24,
    "text": "gelungen, also über den kleinen Flughafen Flugfeld, fast in der Nähe von Wien, wo ein Flugzeug für ihn bereit stand."
  },
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    "start": 262.44,
    "end": 269.6,
    "text": "Da gibt es einen ex FPÖ-Politiker, der immer wieder in den Schlagzeilen war, der sich da quasi gekümmert hat im Hintergrund."
  },
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    "end": 276.98,
    "text": "Da gab es ex Verfassungsschützer, die Klangestien ihre Hilfe angeboten und das auch umgesetzt haben."
  },
  {
    "start": 277.68,
    "end": 281.26,
    "text": "Und Marschallek reiste dann eben von München nach Bad Vöslau."
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    "end": 293.34,
    "text": "war damals noch nicht zur Fahndung ausgeschrieben und von Bad Föslau ging es dann nach Belarus und von dort aus soll er dann mit dem Auto weiter Richtung Moskau gefahren worden sein."
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    "end": 309.48,
    "text": "Und mittlerweile weiß man ja, dass Marschaleck offenbar schon sehr lange mit russischen Geheimdiensten unterwegs war, also vermutlich, im Jahr oder Jahrzehnte oder Jahrzehnte hat das begonnen und die Dienste dürften ihn dann dort mit offenen Armen empfangen haben."
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  {
    "start": 309.96,
    "end": 324.04,
    "text": "Fabian, was bei dieser Berichterstattung rund um Marschalleg auch in der aktuellen Recherche noch in den vergangenen immer wieder vorkommt, ist, dass Marschalleg offensichtlich mehrere Identitäten gehabt haben soll oder hat, unter welche soll er denn derzeit in Russland leben?"
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    "end": 333.3,
    "text": "Also es gibt... eine ganze Reihe von Pessen, die man ihm zuschreiben kann, die quasi gefälscht wurden auch, so dass sie ihn zeigen."
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    "end": 367.98,
    "text": "Da wurden zum Beispiel die Identitäten von zwei russisch-orthodoxen Priestern verwendet, aber es existiert auch ein Belgian namens Alexander Schmidt und wir sehen quasi, dass diese Identitäten, wenn Marschleck auf Reisen ist innerhalb von Russland zum Beispiel, dass die immer wieder abwechselnd verwendet werden, aber wir haben jetzt auch entdeckt, dass es quasi eine ganz neue Identität gibt, die nämlich im Unterschied zu den anderen nicht auf einer Person, die es tatsächlich gibt, passiert, sondern die ganz neue quasi vom Grunde auf erschaffen wurde."
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    "end": 373.5,
    "text": "Das heißt, er hat im Vorfeld tatsächlich die Identität von Menschen verwendet, die tatsächlich existieren."
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    "text": "Wussten die Bescheid?"
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    "end": 395.32,
    "text": "Also ich glaube, teils teils, also wir haben ja bei der letzten Recherche vor einem Jahr ungefähr, haben wir ja... offengelegt diese erste Identität eines russisch-orthodoxen Priesters, der eben in Russland tätig ist und dessen Name und dessen Daten eben in einem Pass zur Verwendung kamen mit dem Foto von Marschallek."
  },
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    "end": 417.82,
    "text": "und der wurde dann auch konfrontiert von unseren Kollegen vom ZDF, war aber nicht bereit war das irgendwie groß zu kommentieren, aber es gibt ja immer wieder starke Hinweise dafür, dass die russisch-orthodoxe Kirche oder bestimmte Zweige davon relativ nah zu Nachrichtendiensten stehen, ob freiwillig oder erzwungenermaßen."
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    "text": "Von dem her würde es mich nicht überraschen, wenn das quasi nicht für alle in der Kirchenstruktur eine Überraschung wäre."
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    "text": "Jetzt kommen wir zum großen Punkt eurer Recherche."
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    "end": 435.44,
    "text": "nämlich dass Marschallek offensichtlich auch einen Kriegseinsatz in der Ukraine gehabt haben soll."
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    "text": "Wie habt ihr das rausgefunden?"
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    "text": "Also das lässt sich aus einer Kombination von unterschiedlichen Daten ableiten, relativ klar."
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    "text": "Also es gibt zum Beispiel Einträge von Grenzübertritten, zum Beispiel von der okubierten Stadt Mariupol auf die Krim."
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    "end": 459.5,
    "text": "Außerdem lässt sich das Handy von Marschalleg immer wieder bei Reisen auf die Krim zurückverfolgen, also von Moskau auf die Krim."
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    "text": "Das sind seine mehr als zwanzigstündige Zugfahrt."
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    "end": 470.02,
    "text": "Und wenn man dann abcheckt, wer in diesem Zug noch mitgefahren ist, dann sieht man, das waren teils Militärs oder beziehungsweise Söldner."
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    "start": 470.64,
    "end": 490.82,
    "text": "Außerdem gibt es Fotos von Marschalleg in Kampfmontur und noch dazu würde es ja auch Sinn ergeben, wenn er so eng mit den Nachrichtendiensten liiert ist, dass er dann eben auch in der Ostukraine zu tun hat, jetzt einmal Flapsig gesagt, weil das ja quasi der Hauptfokus Russlands ist derzeit."
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    "end": 513.4,
    "text": "Also wir können das mit ziemlich hoher Sicherheit sagen, dass er in der Ostukraine gekämpft hat, ob das jetzt heißt, dass er an der Frontlinie gekämpft hat oder ob es Sabotage-Aktionen waren oder in welcher Form auch immer, das lässt sich so genau dann nicht rekonstruieren, aber es zeigt eben die Aufenthaltsorte und die Reisen."
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    "text": "Also"
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    "end": 527.66,
    "text": "wir haben gewisse Ideen, aber es lässt sich jetzt nicht... gerichtsfest sagen oder mit einer so hohen Wahrscheinlichkeit, dass man das erzählen kann."
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    "end": 532.4,
    "text": "Du sprichst ja diese Handydaten an, die offensichtlich zeigen, wie sich Marschallek bewegt."
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  {
    "start": 532.62,
    "end": 538.62,
    "text": "Ich gehe mal davon aus, Marschallek hat diese Handydaten nicht selber an ein Recherche-Netzwerk geschickt, die sind also gelegt worden."
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    "end": 538.98,
    "text": "Ja,"
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  {
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    "end": 549.14,
    "text": "also es ist ja so, dass Russland ein extremer Überwachungsstaat ist, wo sehr viel mit Gesichtserkennung gearbeitet wird, wo viele Daten sehr lange gespeichert werden."
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  {
    "start": 549.76,
    "end": 556.4,
    "text": "Und gleichzeitig ist es auch so, dass Russland ein politisch durch das gespaltenes Land ist und auch noch ein sehr korruptes."
  },
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    "start": 557.02,
    "end": 563.76,
    "text": "Und so passiert es dann, dass solche Datensätze immer wieder abrufbar sind, wenn man weiß, wo man nachschauen muss."
  },
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    "start": 563.9,
    "end": 574.52,
    "text": "Und vor allem der Kollege Christo Grosseff ist natürlich jemand, der sich da ausgezeichnet kennt und auch die entsprechenden Kontakte und Quellen hat, um diese Daten dann zu erlangen."
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    "end": 574.92,
    "text": "Diese"
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    "end": 580.58,
    "text": "Handydaten, die du hier ansprichst, die haben euch ja noch weitere Informationen gegeben, also nicht nur zur Ukraine."
  },
  {
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    "end": 584.42,
    "text": "Es gibt auch private Verbindungen zu einer Frau, die Marschallek pflegen soll."
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    "end": 585.36,
    "text": "Was hat es damit auf sich?"
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    "end": 592.22,
    "text": "Ja, also das ist eine Russin namens Tatjana Spiritu Nova, die eine sehr interessante Vita auch hat."
  },
  {
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    "end": 609.96,
    "text": "Sie ist eine Wissenschaftlerin, eine Orientalistin, sie soll mehrere Sprachen sprechen und wie wir recherchieren konnten, sollte offenbar beauftragt worden sein, Marschallek Russisch beizubringen und sie dürfte selber eben auch aus dem Geheimdienst Milieus stammen und sich dort bewegen."
  },
  {
    "start": 610.68,
    "end": 619.1,
    "text": "Und im Zuge dieses Russischlernens dürften die beiden Sympathien entwickelt haben und es spricht sehr viel dafür, dass die beiden liiert sind."
  },
  {
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    "end": 630.42,
    "text": "Also man sieht sie immer wieder zu zweit durch Moskau spazieren und eben auch die Handydaten von Marschallek zeigen sehr oft Pings in ihrer Wohnung oder in deren Nähe."
  },
  {
    "start": 630.92,
    "end": 634.64,
    "text": "Diese Frau soll ja auch Verbindungen oder es soll eine Verbindung zu Österreich geben."
  },
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    "end": 636.04,
    "text": "Welchen Bezug gibt es da genau?"
  },
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    "start": 636.36,
    "end": 638.66,
    "text": "Ja, also da muss man ein bisschen ausholen."
  },
  {
    "start": 638.74,
    "end": 657.54,
    "text": "Also wir wissen ja, Auch aus der letzten Recherche, dass Jan Marscherleck also dann in den Jahren nach Russland kam, dass er in den Jahren darauf einen bulgarischstämmigen Agentenring, also einen Agentenring, der aus Bulgarien besteht, die sich in Großbritannien niedergelassen hat, dass er den dirigiert hat."
  },
  {
    "start": 657.58,
    "end": 678.18,
    "text": "Diese Personen sind dann in den Jahren in den Jahren in den Jahren in den Jahren in den Jahren in den Jahren in den Jahren in den Jahren in den Jahren in den Jahren in den Jahren in den Jahren in den Jahren in den Jahren in den Jahren in den Jahren in den Jahren in den Jahren in den Jahren in den Jahren in den Jahren in den Jahren in den Jahren in den Jahren in den Jahren in den Jahren in den Jahren in den Jahren in den Jahren in den Jahren in den Jahren in den Jahren in den Jahren in den Jahren in den Jahren in den Jahren in den Jahren in den Jahren in den Jahren in den Jahren in den Jahren in den Jahren in den Jahren in den Jahren in den Jahren in den Jahren in den Jahren in den Jahren in den Und im Zuge eben von deren Einvernahmen, aber auch von Durchsuchungen, Sicherstellungen, haben sich diverse Operationen nachvollziehen lassen können, auch in Österreich."
  },
  {
    "start": 678.74,
    "end": 690.08,
    "text": "Und so weiß man, dass Marschalleg diese Bulgarien nach Wien geschickt hat, um die Smartphones dreier Spitzenbeamte aus dem Innenministerium abzuholen und übergeben wurde das Ganze an einer Wohnung."
  },
  {
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    "end": 693.34,
    "text": "die man dem Ex-Verfassungsschützer Egisto Ott bzw."
  },
  {
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    "end": 695.3,
    "text": "dessen Umfeld zuordnen kann."
  },
  {
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    "end": 703.22,
    "text": "Und Egisto Ott steht ja schon seit, ich glaube mittlerweile sind es sieben Jahre unter dem Verdacht für Russland spioniert zu haben."
  },
  {
    "start": 703.36,
    "end": 715.62,
    "text": "Er steitet das ja vehement ab, aber das war eben sehr erhehlend, dass dieser Bulganring von Marschallek zu einer Wohnung geschickt wurde, die man eben im Umfeld von Ott einordnen kann."
  },
  {
    "start": 716.24,
    "end": 723.98,
    "text": "Und diese Handys, das Paket, wie es im Jets heißt, wurde dann von den Bulgarien nach Istanbul gebracht und dort warte dann."
  },
  {
    "start": 724.26,
    "end": 731.2,
    "text": "Tatiana Spirito Nova übernahm dieses Paket und hat es nach Moskau ins FSB Hauptquartier gebracht."
  },
  {
    "start": 731.28,
    "end": 753.64,
    "text": "Also man sieht sie ist offenbar auch in diese Strukturen im russischen Inlandsgeheimdienst eingebunden, wobei man ja auch sagen muss, also Inlandsgeheimdienst ist vielleicht etwas untertrieben, weil der FSB Auch ein eigenes Direktorat hat das eben Auslandsoperationen durchführt, dass es immer relativ ein Wettstreit in Russland zwischen den einzelnen Nachrichtendiensten."
  },
  {
    "start": 754.16,
    "end": 759.66,
    "text": "Wenn du gerade schon die Gisto-Odd angesprochen hast, wirst denn da derzeit der Stand in dieser Kause eigentlich gerichtlich gesprochen auch?"
  },
  {
    "start": 759.9,
    "end": 759.96,
    "text": "Ja,"
  },
  {
    "start": 760.16,
    "end": 765.74,
    "text": "also nach jahrelangen Ermittlungen hat jetzt die Staatsanwaltschaft Wien eine Anklage eingebracht."
  },
  {
    "start": 766.42,
    "end": 774.4,
    "text": "Das Ganze heißt sehr technisch, das Delikt, das ihm vorgeworfen wird, fremder Nachrichtendienst zum Nachteil der Republik Österreich."
  },
  {
    "start": 774.98,
    "end": 777.12,
    "text": "Übersetzen lässt sich das eben mit Spionage."
  },
  {
    "start": 778.0,
    "end": 784.8,
    "text": "Dazu noch eine ganze Reihe von anderen Delikten, zum Beispiel Verdacht auf Amtsmissbrauch, Datenschutzverletzungen und so weiter."
  },
  {
    "start": 785.72,
    "end": 789.38,
    "text": "Wir kennen diese Anklage nicht derzeit."
  },
  {
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    "end": 791.14,
    "text": "Also wir wissen, dass sie existiert."
  },
  {
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    "end": 794.26,
    "text": "Die Staatsanwaltschaft Wien hat das auch öffentlich bekannt gegeben."
  },
  {
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    "end": 800.66,
    "text": "Aber weder wissen wir jetzt im Detail die genauen Anklagepunkte noch, wann ein Prozess startet."
  },
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    "end": 808.38,
    "text": "Aber es ist klar, da ist einiges in Bewegung und da dürfte sich etwas tun und das Gerichtsverfahren ist ja dann öffentlich."
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    "text": "Das heißt... Da wird entweder im Winter oder im Frühjahr eine ganze Menge an interessanten Informationen verfügbar sein."
  },
  {
    "start": 816.32,
    "end": 820.42,
    "text": "Und das Standards wird natürlich über diese interessanten Informationen auch ausführlich berichten."
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    "end": 833.84,
    "text": "Wenn wir jetzt diese ganze Gemengelage hernehmen, die Smartphones aus dem Innenministerium, die in Istanbul und später dann in Russland landen und so weiter, hat sich der österreichische Nachrichtendienst und das Innenministerium eigentlich jemals von diesen Schaden wieder erholt."
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    "text": "Also ich würde sagen, der Nachrichtendienst ist immer noch dabei."
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    "end": 848.46,
    "text": "Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung BVD ist ja im Zuge der Affäre dann auch aufgelöst und neu gegründet worden in die Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst."
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    "end": 853.94,
    "text": "Es ist natürlich schwierig auch so eine Organisation von Grund auf neu aufzubauen."
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    "end": 857.54,
    "text": "Ich glaube gleichzeitig gibt es aber immer noch sehr viele offene Fragen."
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    "start": 857.66,
    "end": 862.2,
    "text": "Es ist unklar, inwiefern manche Personen verwickelt waren oder wie stark."
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    "start": 862.92,
    "end": 890.0,
    "text": "ob es da quasi eine ganze Reihe von Dingen gab, die parallel passiert sind, Stichwort, die ganze BVD-Razia damals, Gerüchte über Missetaten von Verfassungsschützern, also ob das alles quasi parallel zueinander lief oder ob es da einen Masterplan gab, wo vielleicht sogar Marscherlektor hintersteckt und auch die ganzen Verbindungen in die Politik in Richtung FPÖ, aber auch in andere Bereiche, also all das."
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    "text": "finde ich es immer noch sehr unzureichend geklärt und solange das nicht ordentlich aufgearbeitet wurde, solange, glaube ich, ist es gar nicht möglich, dass sich die Republik da vollständig erholt."
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    "start": 903.88,
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    "text": "Und ich finde, es ist auch sehr viel sagen, dass eigentlich zu dieser Materie kein parlamentarischer Urschuss eingesetzt wurde, dafür wie verheerend und wie groß im Ausmaß eigentlich das Ganze war."
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    "text": "Fabian vielleicht abschließend, Jan Marschalek soll in Russland sein."
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    "text": "Warum recherchieren Medien wie eben der Standard, der Spiegel, das ZDF und viele mehr eigentlich in dieser Kauser so intensiv weiter?"
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    "text": "Man könnte sagen, warum macht man sich die Mühe überhaupt?"
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    "text": "Denn zur Rechenschaft wird er wohl in Europa wohl nicht mehr gezogen werden."
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    "text": "Also grundsätzlich muss ich sagen, finde ich es."
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    "text": "Faszinierend zu einem Einblick erhalten zu können in die Art und Weise, wie russische Nachrichtendienste funktionieren."
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    "text": "Wir haben ja auch gesehen durch das Gerichtsverfahren in Großbritannien gegen die Bulgarischstämmenden Agenten, dass immer wieder etwas möglich ist, dass auch Spirone geschnappt werden."
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    "text": "Ich glaube, es ist sehr wichtig auch aufzuzeigen, wie intensiv die russischen Dienste in Europa Arbeiten, wie gefährlich es teilweise ist, also wenn man daran denkt, dass unser Kollege Christo Grosseff in seiner Wohnung in Wien beschattet wurde von Agenten, die sich ein Airbnb gegenüber gemietet haben, dass Jan Marschallek und der Anführer dieser Bulgarientruppe darüber geredet haben, wie sie Grosseff am besten töten können in Wien."
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    "text": "Ich glaube, all das ist sehr relevant und wichtig."
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    "text": "Und zusätzlich, genau in dem Fall, glaube ich, ist es auch wichtig zu zeigen, was wir herausfinden können als Journalisten, ohne irgendwelche gesetzlichen Möglichkeiten, da jetzt Hausdurchsuchungen durchzuführen oder Chats auszulesen, dass wir zeigen können, was wir recherchieren können und eigentlich die Frage zu stellen, warum kriegen das die deutschen Nachrichtendienste nicht auf die Reihe oder der österreichische oder... verfügen die eh über dieselben Informationen, halten sie aber geheim."
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    "text": "Also ich glaube, all das sind Fragen, die aufgeworfen werden, die auch politisch wichtig sind."
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    "text": "Fabian Schmidt war das."
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    "text": "Vielen Dank für deine Zeit heute."
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    "text": "Sehr gerne."
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    "end": 1042.02,
    "text": "Und an dieser Stelle noch einmal der Hinweis, wir verlinken den Artikel von Fabian Schmidt und Laurin Lorenz auch in den Show-Notes."
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    "text": "Dort finden sie auch die vorhin angesprochenen Fotos."
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    "text": "Wenn Ihnen diese Folge gefallen hat und Sie auch die kritische und unabhängige Berichterstattung des Standards unterstützen möchten, dann geht das allen Besten als Abonnentin oder auch mit einem einmaligen Unterstützungsbeitrag schon ab drei Euro."
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    "text": "Alle Infos dazu unter abo.standard.at."
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    "text": "Bis"
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    "text": "zum nächsten Mal."
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