[
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    "end": 9.1,
    "text": "Ich bin Daniel Radschitzekker, das System des Tages, der Nachrichten-Podcast vom Standans."
  },
  {
    "start": 16.1,
    "end": 21.08,
    "text": "Gleich vier Wahlsiege sorgen bei den Demokraten in den USA gestern für Jubelstimmung."
  },
  {
    "start": 21.58,
    "end": 30.98,
    "text": "Der wohl prominenteste Sieg, der Bürgermeisterposten von New York City, geht an Soran Mamdani, der sich selbst ja als Trumps schlimmster Albtraum bezeichnet."
  },
  {
    "start": 31.48,
    "end": 34.0,
    "text": "Gelingt es den Demokraten jetzt, das Ruder herumzureißen?"
  },
  {
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    "end": 38.38,
    "text": "Oder ist das Ganze nur ein Tropfen auf den heißen Stein in Trumps Magga America?"
  },
  {
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    "text": "Darüber sprechen wir heute."
  },
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    "end": 46.84,
    "text": "Erich Frey, Leitzender Redakteur beim Standard, ist heute hier zu Gast im Podcast und Videostudio."
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  {
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    "end": 47.56,
    "text": "Grüß dich, Erich."
  },
  {
    "start": 47.78,
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    "text": "Hallo, grüß dich."
  },
  {
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    "text": "Erich Erdrutsch, Sieg gestern für die Demokraten gleich vier Siege."
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  {
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    "text": "Welche Posten konnte man denn da für sich"
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  {
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    "end": 56.56,
    "text": "erobern?"
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  {
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    "end": 65.479,
    "text": "Ja, also es gab ja sehr viele verschiedene Wahlen auf verschiedenen Ebenen, wobei die Zahl im Vergleich zu den Zwischenwahlen oder gar dem Präsidentschaftswahl ja viel kleiner ist."
  },
  {
    "start": 65.82,
    "end": 77.96,
    "text": "Die beiden wichtigsten Posten waren zwei Governors Posten in New Jersey und in Virginia und Bürgermeister Posten in New York, der schon besonders viel Aufmerksamkeit erregt hat."
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  {
    "start": 78.56,
    "end": 84.04,
    "text": "Und daneben gab es noch einen Justizministerposten in Virginia, überhaupt wurde dort das Parlament neu gewählt."
  },
  {
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    "text": "Und es war also zumindest einigen wenigen Bundesstaaten doch ein echter Wahltag."
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  {
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    "end": 96.12,
    "text": "Was mich interessieren würde an dieser Sache, du hast jetzt schon gesagt, es ist nicht wirklich groß, also es ist nicht vergleichbar mit den Midterms oder gar mehr einer Präsidentschaftswahl, das ist schon klar."
  },
  {
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    "end": 104.18,
    "text": "Aber wie wichtig ist es denn trotzdem für das Selbstbewusstsein der Demokraten in einer Zeit, wo man ja eigentlich Donald Trump wenig bis gar nichts entgegensetzen"
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  {
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    "end": 104.3,
    "text": "kann."
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  {
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    "end": 110.34,
    "text": "Also es war ein ganz ganz wichtiger Stimmungstest und diesen Stimmungstest haben die Demokraten mit fliegenden Fahnen gewonnen."
  },
  {
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    "end": 115.02,
    "text": "Das Ergebnis war noch einmal viel besser als sie es überhaupt erhoffen oder erträumen konnten."
  },
  {
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    "end": 127.54,
    "text": "Und das gibt ihnen einfach jetzt sehr viel Selbstbewusstsein, weil sie erken, dass diese schlechten Popularitätswerte, die Donald Trump in den Umfragen aufweist, sich auch in Wahlergebnissen niederschlagen."
  },
  {
    "start": 128.079,
    "end": 131.019,
    "text": "Und wir wissen in einem Jahr finden die Midterms statt."
  },
  {
    "start": 131.14,
    "end": 135.5,
    "text": "die Kongresswahlen, wo es ja alle momentan die Kontrolle des Repräsentantenhauses geht."
  },
  {
    "start": 136.06,
    "end": 140.76,
    "text": "Und da hat man das Gefühl, viel besser wird es für Trump, möglicher wahrscheinlich nicht werden."
  },
  {
    "start": 140.84,
    "end": 145.56,
    "text": "Also die Chancen, dass dann die Demokraten einen sehr starken Tag haben werden, sind hoch."
  },
  {
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    "end": 153.24,
    "text": "Was ja üblicherweise passiert in einem Präsidentschaftsjahr, dass die Oppositionspartei bei diesen Mithörms dann gut abschneidet."
  },
  {
    "start": 153.8,
    "end": 168.94,
    "text": "Und wenn die Stimmung von gestern sich ein Jahr hält, dann könnte man auch dort einen Erdrütschsieg erwarten, vielleicht sogar den Demokraten die Kontrolle nicht nur vom Repräsentantenhaus, sondern auch vom Senat geben könnte, was viel, viel schwieriger sein wird."
  },
  {
    "start": 169.46,
    "end": 175.64,
    "text": "Dieser Denkzettel für Präsidenten bei den Mithirms, der ist ja, wie du bereits schon gesagt hast, relativ normal, das passiert Demokraten, das passiert Republikanern."
  },
  {
    "start": 176.06,
    "end": 186.36,
    "text": "Allerdings gab es ja immer wieder die Befürchtung, dass es im Jahr ist, dass es im Jahr ist, das Denkzettel zu verpassen, weil Donald Trump die Spielregeln quasi so ändert, dass sie ihm nützen."
  },
  {
    "start": 187.52,
    "end": 196.7,
    "text": "Eine Wahl, die haben wir noch gar nicht angesprochen, gestern ebenfalls vollzogen worden, nämlich in Kalifornien, die genau dieses Spiegel wieder auf unter Anführungszeichen faire Bedingungen bringen soll."
  },
  {
    "start": 197.14,
    "end": 198.94,
    "text": "Was ist da genau in Kalifornien entschieden worden?"
  },
  {
    "start": 201.46,
    "end": 212.64,
    "text": "auf Drängen von Trump in Texas vor Kurzem die Wahlbezirke neu gezeichnet wurden, auf einer Weise, die den Republikanern höchstwahrscheinlich mehr Sitze geben wird."
  },
  {
    "start": 212.72,
    "end": 214.92,
    "text": "Das ist ein Vorgang, der heißt Jerry Mandarin."
  },
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    "end": 219.56,
    "text": "Das passiert üblicherweise alle zehn Jahre nach der großen Volkszählung, nach dem Sensus."
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  {
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    "end": 224.22,
    "text": "Diesmal würde es mitten in dieser zehn Jahresperiode stattfinden, sehr, sehr ungewöhnlich."
  },
  {
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    "end": 237.32,
    "text": "Und statt das einfach hinzunehmen und so sagen, das ist aber gemein, hat zumindest Governor von Kalifornien, Gavin Newsom, der auch ein wichtiger Gegenspieler ist, von Donald Trump gesagt, wir werden das gleiche machen."
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  {
    "start": 237.66,
    "end": 243.46,
    "text": "Das Problem allerdings ist, in Kalifornien kann das nicht einfach nur der Gouverneur oder auch das Parlament entscheiden."
  },
  {
    "start": 243.88,
    "end": 250.18,
    "text": "Dort muss es eine Kommission entscheiden und nur damit, dass ihr die Stadt finden kann, war eine Abstimmung notwendig."
  },
  {
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    "end": 260.14,
    "text": "Eine Volksabstimmung und in dem Newsroom, die ausgerufen hat, ist ein gewisses Risiko eingegangen, weil die Kalifornien eigentlich gesagt haben, sie haben von dieser Manipulation der Wahlbezirke."
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    "end": 264.16,
    "text": "haben sie genug, sie möchten, dass einfach diese Wahlbezirke einfach fair sind."
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    "text": "Auch wenn es anderswo in Texas unfair ist, warum?"
  },
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    "text": "Warum soll man es jetzt in Kalifornien auch verändern?"
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    "text": "Eine doch so wichtige Figur wie Arnold Schwarzenegger hat sich dagegen auch massiv ausgesprochen."
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    "end": 279.04,
    "text": "Also Newsom ist ein Risiko eingegangen und es hätte auch ins Auge gehen können."
  },
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    "end": 280.88,
    "text": "Die Mehrheit hätte es ablehnen können."
  },
  {
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    "end": 283.86,
    "text": "Stattdessen ist eine überwältigende Mehrheit."
  },
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    "text": "Also ich glaube über sechzig Prozent haben dafür gestimmt."
  },
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    "end": 291.44,
    "text": "Und es war ganz klar, wir lassen uns das von Donald Trump nicht bieten."
  },
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    "text": "Wir sind der Widerstand gegen diesen versuchte Unterwanderung der Demokratie durch die Republikaner und den Präsidenten."
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  {
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    "end": 307.82,
    "text": "Und das gibt natürlich auch dann Gerrit Newsom einen Sprungbreit für eine mögliche eigene Präsidentschaftskandidatur."
  },
  {
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    "end": 314.82,
    "text": "Und ich glaube, er gilt jetzt nach diesem Wahltag sicher als eines der Favoriten für den demokratischen Kandidaten im Jahre"
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  {
    "start": 316.84,
    "end": 324.9,
    "text": "Erich, es gab ja sehr viele Diskussionen rund um diese Entscheidung, bevor jetzt eben eine Mehrheit in Kalifornien sich für das eigene Cherrymandering ausgesprochen hat."
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    "end": 332.94,
    "text": "Und ich finde immer, das war so ein Abwägen zwischen, halte ich die andere Wange hin, wenn mir die Republikaner eine verpassen oder schlage ich tatsächlich zurück."
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    "end": 338.28,
    "text": "Jetzt haben sich die Kalifornier dafür entschieden, ebenfalls mit Unteranführungszeichen unfairen Mitteln zu spielen."
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    "text": "Ist das der richtige Weg für die gesamte USA?"
  },
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    "end": 346.2,
    "text": "Das ist ja schwer zu sagen, weil das ist so eine Grundsatzfrage für diese Partei."
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    "end": 353.36,
    "text": "Es gibt ja damals den berühmten Spruch von der Michelle Obama, die gesagt hat, wenn die anderen niedrig fliegen, dann gehen wir in die Höhe."
  },
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    "text": "Allerdings, inzwischen ist das Gefühl, das kann man bei Donald Trump nicht tun."
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    "text": "Dieser Mann ist so brutal in seinen Strategien, dass wenn man hier versucht, höflich und sauber und korrekt zu bleiben, kommt man einfach unter die Räder."
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    "text": "Aber gleichzeitig ist auch immer die Gefahr, dass man dann wiederum eine gewisse Widerschaft auch vergremt."
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  {
    "start": 371.72,
    "end": 377.76,
    "text": "Und man darf nicht vergessen, in dieser demokratischen Wählerschaft sind heute doch die Ansprüche auch höher."
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    "text": "Da sind auch Menschen mit höherer Bildung."
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    "text": "Man kann sich nicht alles leisten, was Trump tut."
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    "text": "Aber offenbar diese Neuziehung der Wahlbezirke in Kalifornien war etwas, wo die Kalifornier gesagt haben, angesichts dessen, was die Republikaner tun ist, in Ordnung."
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  {
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    "end": 396.1,
    "text": "Das kann dann für die Wahlen in einem Jahr sehr wohl auch eine Rolle spielen."
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  {
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    "end": 400.54,
    "text": "Da kann es um fünf Sitze gehen, wer das Repräsentanten auskontrolliert."
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    "text": "Aber ich würde noch was anderes sagen."
  },
  {
    "start": 403.18,
    "end": 420.78,
    "text": "Wenn das Wahlergebnis von gestern sich in einem Jahr wiederholt, dann wird es den Republikanern nicht einmal mehr nützen, dass sie irgendwelche Wahlbezirke umdrehen, weil dann werden die möglicherweise in manchmal in die Mehrheiten so stark werden, dass auch in diesen neuen Wahlbezirken Demokraten gewinnen können."
  },
  {
    "start": 421.06,
    "end": 437.0,
    "text": "Es könnte sich sogar als Boomerang erweisen, weil gewisse Wahlbezirke, die vorher solidere Republikanisch waren, mit ganz großen Mehrheiten, wo man sagt, das sind ihr dann verschwendete Stimmen durch die Verbreiterung durch die Umzeichnung möglicherweise zu wackeln beginnen."
  },
  {
    "start": 438.02,
    "end": 446.2,
    "text": "Wenn ich eine republikanische Strategie jetzt bin, hatte ich gestern einen schlechten Abend und eine schlechte Nacht und kann mir ziemlich Sorgen machen, wie das weitergehen wird."
  },
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    "end": 448.96,
    "text": "Zumindest in Kalifornien und in New York."
  },
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    "text": "Was wir jetzt noch gar nicht angesprochen haben, bzw."
  },
  {
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    "end": 454.1,
    "text": "was wir etwas vertiefen, ist New Jersey und Virginia."
  },
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    "text": "Zwei Gouverneursposten gehen an zwei Demokratinnen in diesem Fall."
  },
  {
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    "text": "Wer sind die beiden?"
  },
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    "end": 460.62,
    "text": "Was hat es mit ihnen auf sich und warum ist das wichtig?"
  },
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    "start": 460.94,
    "end": 473.58,
    "text": "Es war deshalb wichtig, erst mal, es sind zwei Frauen, es sind zwei moderate Politikerinnen, die auch eine militärische Vergangenheit haben und die sehr genau das Zentrum, die unabhängigen Wähler angesprochen haben."
  },
  {
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    "end": 479.26,
    "text": "Die Kandidatin in Virginia, die Abigail Spanberger, die galt schon vorher als Favoritin."
  },
  {
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    "end": 483.36,
    "text": "gegenüber einer, ebenfalls einer Frau, aber einer deutlich weniger populären."
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    "end": 485.98,
    "text": "Virginia ist ein wirklicher, so genannter Swing-State."
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    "end": 488.68,
    "text": "Da geht einmal so in die eine, dann in die andere Richtung."
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    "end": 494.44,
    "text": "Und der Vorgänger, der nicht mal wieder antreten konnte, war ein Republikaner, der wieder einen Demokraten abgelöst hat."
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    "text": "Und da haben die Umfragen gezeigt, die wird ziemlich stark klar gewinnen."
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    "text": "New Jersey hingegen, dass eigentlich traditionell demokratisch ist, galt plötzlich als Wackelkandidat für die Demokraten."
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    "end": 515.319,
    "text": "Dort gibt es sehr viele auch hispanische Wähler, auch schwarze Wähler, die bei der letzten Präsidentschaftswahl in ziemlich großer Zahl zu Trump gewechselt haben."
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    "end": 518.12,
    "text": "und plötzlich galt New Jersey als eher unsicher."
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    "text": "Und die Umfragen haben das auch gezeigt, der republikanische Kandidat, den Trump sehr stark unterstützt hat."
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    "text": "Der war relativ populär, auch charismatisch."
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    "text": "Und die Kandidatin Micky Sherrill war so unsicher."
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    "text": "Wird sie wirklich gewinnen?"
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    "text": "Der Vorsprung waren drei, vier, fünf Prozent nur."
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    "text": "Und plötzlich war es in Vorsprung von deutlich über zehn Prozent."
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    "text": "Also auch wieder ein Erdrutsch-Sieg, den niemand vorausgesagt hat."
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    "end": 554.26,
    "text": "Und ich glaube, das ist das wichtigste Ergebnis dieses Abends, dass die Demokraten wirklich auf breiter Front auch Wähler der Mitte, auch Wähler, die vor einem Jahr noch Trump gewählt haben, wieder ansprechen können."
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  {
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    "end": 574.46,
    "text": "Und wenn sie dieses Moment um aufrecht erhalten können, dann ... ist diese republikanische Trump-Welle, hat dann möglicherweise bereits ihren Höhepunkt erreicht, wenn Sachen weiterhin mit rechten Dingen zugehen und wenn nicht die Demokratie auf einer Weise ausgehebelt wird, die es in Zukunft nicht möglich macht, fair Wahlen zu gewinnen."
  },
  {
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    "text": "Aber gestern war es möglich."
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    "end": 589.16,
    "text": "Gestern war auch möglich, dass in New York ein neuer Bürgermeister gewählt wird und ein durchaus ungewöhnlicher Kandidat, nämlich Soran Mamdani, Der hat sich da durchgesetzt gegen einen unabhängigen Kandidaten und einen Republikaner."
  },
  {
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    "text": "Ganz kurz vielleicht zur Erklärung, wer ist dieser Mann eigentlich?"
  },
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    "text": "Soram Amdani ist eine faszinierende Persönlichkeit."
  },
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    "end": 596.46,
    "text": "Er ist vierunddreißig Jahre alt."
  },
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    "text": "Er ist besonders jung."
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    "text": "Er ist in Uganda geboren."
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  {
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    "end": 602.58,
    "text": "Seine Eltern stammen aus Südasien, aus Indien."
  },
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    "end": 605.98,
    "text": "Er ist Muslim, aber er ist eigentlich überhaupt nicht religiös."
  },
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    "end": 609.78,
    "text": "Also das spielt die geringste Rolle, seine religiöse Zugehörigkeit."
  },
  {
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    "end": 613.94,
    "text": "Und er ist ein ausgesprochen dezitierter Linker Politiker."
  },
  {
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    "end": 619.2,
    "text": "Er bezeichnet sich selbst als demokratischer Sozialist, dass der Wort Sozialismus hat."
  },
  {
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    "end": 622.44,
    "text": "in den USA in der Vergangenheit immer einen ganz schlechten Ruf gehabt."
  },
  {
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    "end": 626.34,
    "text": "Trump und andere sagen er ist sogar ein Kommunist, was er natürlich nicht ist."
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  {
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    "text": "Und er kam aus nichts."
  },
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    "text": "Er war ein Abgeordneter im Parlament des Bundesstaats New York."
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    "text": "Er hat ihn vor einem Jahr noch praktisch fast niemand gekannt und auch eine ganz hervorragende Wahlkampf vor sehr stark auf soziale Medien gesetzt hat, wo er sich so wirklich als Mann des Volkes präsentiert hat."
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    "text": "Und indem er die Themen angesprochen hat, die der Masse der New Yorker und New Yorkerinnen heute wirklich belasten, nämlich die Leistbarkeit des Lebens, die unglaublich hohen Kosten des Wohnens, aber auch für die Kinderbetreuung und für andere sogar für Lebensmittel."
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    "start": 660.16,
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    "text": "Alles ist in New York schrecklich teuer."
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    "text": "Es ist eine Stadt, vor allem in Manhattan, der Reichen und die, die es nicht sind, die haben es ja schwer."
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    "end": 669.66,
    "text": "Und damit hat er schon bei den Vorwahlen."
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    "text": "Ganz überraschend, die hat er gewonnen."
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    "text": "Der Favorit bei diesen Vorwahlen war Andrew Cuomo."
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    "text": "Andrew Cuomo ist der Sohn eines legendären Governors von New York."
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    "text": "Der selbst Governor von New York war, aber dort mit Schimpf und Schande herausgejagt wurde wegen einem sexuellen Missbrauch vorwürfen."
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    "text": "Und der sich in den Jahren, wo er als echter so als Machtpolitiker agiert hat, sich sehr viele Feinde gemacht hat."
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    "text": "Er war für viele Menschen ein Feindbild und das hat auch Mamdami die Chance gegeben."
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    "text": "hier, bischer aus der Harry Potter gegen Voldemort hier aufzutreten, in den Vorwahlen zu gewinnen."
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    "text": "Und dann war es so, dass weil Mamdani also links gilt und von vielen, von Vertretern der Finanzelite, aber auch von jüdischen Kreisen wegen seiner starken Parteinahme für die palästinensische Sache auch angefeindet wurde, haben die sich hinter Cuomo gestellt und gesagt, na versuch's noch einmal und diesmal als unabhängiger."
  },
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    "text": "Und diesen Wahlkampf war Cuomo der, der eigentlich Er ist ehemaliger Demokrat, hier gegen den offiziellen demokratischen Kandidaten angetreten ist."
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    "text": "Ein populärerer Mann und ein besserer Wahlkämpfer als Cuomo hätte vielleicht auch gewinnen können, aber das war er nicht."
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    "text": "Und Mamdani ist es sehr geschickt gelungen hier, die Sorgen, die sich viele machen, über seine Politik irgendwie zu besänftigen."
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    "text": "Er hat die wichtigen Die Finanzleute, die Unternehmer, verschiedene Kreise sehr gut angesprochen, hat sich gemäßigter gezeigt und hat am Ende dann mit über fünfzig Prozent die Wahl gewonnen."
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    "text": "Also geht hier wirklich als klarer Sieger mit einem echten Mandat aus diesem Wahltag heraus und wird als ganz, ganz junger Mann."
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    "text": "ohne irgendeine administrative Erfahrung nun die größte Stadt der USA, eines der größten Städten der Welt regieren."
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    "text": "Er hat jetzt schon zwei Gruppierungen angesprochen, die vielleicht keine große Freude mit diesem Wahlzirk haben lassen, dass das etwas vertiefen, dass auf der einen Seite die Märkte angesprochen, also den Finanzsektor, ich meine die Hauptstadt des Kapitalismus, hat jetzt einen dezidiert sozialistischen Bürgermeister, ich meine wirkt ein bisschen strange."
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    "text": "Wie reagieren die Märkte auf die Frage?"
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    "text": "Ich glaube, das ist in New Yorker Wahl hier weniger wichtig als grundsätzlich die Vorgänge in Washington."
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    "text": "Der Regierungs-Shutdown hat jetzt gerade einen neuen Rekord erreicht."
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    "text": "Das heißt, es gibt hier so viele Probleme auf der Bundesebene, dass jetzt, was jetzt in der Stadt New York passiert, auf die größeren Finanzmärkte keine so große Auswirkungen hat."
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    "text": "Die Frage ist eher, Mandani hat große Versprechen gemacht."
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    "text": "Er möchte die Busse gratis machen."
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    "text": "Er möchte Kinderbetreuung gratis machen."
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    "text": "Er möchte in den Wohnungsmarkt ganz massiv eingreifen."
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    "text": "Und dafür braucht er auch viel Geld."
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    "text": "Und der Anfang hat erklärt, dass wir sich doch Steuererhöhungen holen."
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    "text": "Das ist möglich."
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    "end": 850.64,
    "text": "In den USA gibt es nicht nur bundessteuern, es gibt auch... Landessteuern, der Bundesstaaten, aber auch die einzelnen Städte können Steuern einheben, sowohl Einkommensteuer von den Bürgern oder auch von Unternehmen."
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    "text": "Das Problem ist, die New York hat bereits die höchsten Steuern in den USA."
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    "text": "Also, das heißt, wenn man dort als Reich erlebt, dann zahlt man schon mehr Steuern als in Kalifornien, das ist ein zweiter Stelle, und deutlich mehr als etwa in Texas oder in südlichen Bundesstaaten."
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    "text": "Und da hat er eigentlich versucht, hier die Reichen der Stadt zu beruhigen, zu sagen, wenn ich andere Finanzquellen finde, mache ich es nicht, weil die große Sorge ist, Aus einem Land auszuwandern ist eine recht große Angelegenheit, von New York nach Connecticut zu übersiedeln oder irgendwo anders hin."
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    "text": "Das ist ja leicht."
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    "text": "Von den Reichen haben ja ohnehin zweite Wohnsitze, anderswo oder sogar dritte."
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    "text": "Also da war die Angst eines Exoduses, dass sie dann tatsächlich am Ende nicht mehr, sondern sogar weniger Geld einnehmen."
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    "text": "Das heißt dann wieder wieder auch weiterhin auf der Bremse stehen müssen."
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    "text": "Und da sagen schon viele, nur auf die Finanzmärkte zu schielen, das kann es nicht sein."
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    "text": "Und die Qualität dieser Stadt zu erhalten, auch diese ganz besonderen Flair, den sie hat, muss es einfach auch leistbar sein, in New York weiterhin zu leben, wenn man nicht an der Wall Street in einem Topjob arbeitet."
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    "text": "Was du so erzählst, klingt ja irgendwie nach etwas, das wir in Österreich sehr gut kennen."
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    "text": "Ich meine, jetzt könnte ein Wiener Bürgermeister eigentlich keine Steuern erhöhen."
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    "text": "Das ist aufgrund unseres politischen Systems nicht möglich."
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    "text": "Genau das hat damals die Wiener Politik gemacht, Steuern erhöht, Shampoos, Hotels etc."
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    "text": "um quasi große Sozialprojekte zu gründen und so das mehr oder weniger rote Wien bis heute zu prägen."
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    "text": "ich weiß jetzt nicht, ob Mamdani sich mit dem sozialen Wohnbau in Wien auseinandergesetzt hat."
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    "text": "Möglicherweise ja, weil das auch in New York für viele immer wieder interessant ist."
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    "text": "Er schielt schon auf diese europäischen Modelle."
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    "text": "und das Wichtigste ist, damit Wohnraum in New York wieder leistbar wird, muss mehr gebaut werden."
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    "text": "Die Gefahr ist, wenn man dann mit Preis bremsen Einführt, kann es dazu führen, dass weniger gebaut wird, weil es die Investoren sagen, das zahlt sich da nicht mehr aus."
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    "text": "Also er wird irgendwie beides tun müssen."
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    "text": "Einerseits zu schauen, dass dieser Wohnbau angekurbelt wird, aber gleichzeitig muss er einfach, das dauert ja viele, viele Jahre bis neue Wohnungen entstehen."
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    "text": "Wie er das machen wird, ohne hier für große... Turbulenzen zu sorgen, die ihm dann schaden könnten."
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    "text": "Das wird von seinem Geschick abhängen."
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    "text": "Was bei ihm noch sehr wichtig ist, er kommt aus einer absoluten Elite-Familie."
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    "text": "Das sind Einwanderer der höchsten Intellektuellen und inzwischen auch schon finanziellen Kategorien."
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    "text": "Sein Vater ist ein angesehener Professor."
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    "text": "Seine Mutter ist eine sehr bekannte, auch berühmte Filmemacherin."
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    "text": "Also er hat sich leicht getan mit anderen Vertretern der großen Elite auch zu sprechen."
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    "text": "Er ist rhetorisch sehr gut, er ist elegant."
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    "text": "Wenn es ihm jetzt gelingt, gute Berater um sich zu scharen, die auch etwas von Management verstehen, dann hat er wahrscheinlich eine Chance."
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    "text": "Aber gleichzeitig wird er irgendwann seinen eigenen Anhängerinnen und Anhängern erklären müssen, warum er so manches, was er versprochen hat, halt nicht so leicht durchsetzen kann."
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    "text": "Erich,"
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    "text": "ein Kritikpunkt an Mamdani ist aber durchaus oder kommt von der großen jüdischen Gemeinschaft, die es in New York gibt, ich glaube es sind über zwei Millionen."
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    "text": "Es gibt einige Medien, die davon schreiben, andere nicht, dass man Daniel unter anderem auch die BDS-Bewegung unterstützt."
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    "text": "Also die Bewegung, die zum Polkott israelischer Warn aufruft, was ja gerade in Österreich eigentlich einen sehr schalen Beigeschmack hat."
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    "text": "Wie blicken die auf diesen Walzig?"
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    "text": "Das Interessante ist... Die jüdische Gemeinschaft in New York ist zutiefst gespalten und auch schon bei den Vorwahlen hat Mamdani sehr, sehr viele jüdische Stimmen bekommen, weil gerade unter den Jüngeren... Jüdinnen und Juden, die waren über die Entwicklung in Israel schon seit vielen, vielen Jahren verzweifelt oder empört."
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    "text": "Und der Gazakrieg hat auch sie auf die Seite eigentlich gebracht, wo sie gesagt haben, dieser Krieg muss enden und zum Teil auch wirklich die pro-paläsenensischen Positionen unterstützt."
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    "text": "Wenn man sich angeschaut hat, wer waren die Aktivistinnen und Aktivisten auf den Campus in Kolambien anders, wo das war zu einem guten Teil auch jüdische Studierende?"
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    "text": "Also hingegen das jüdische Establishment, wie man es so sagen kann, die Großteil der jüdischen Organisationen stehen ganz anders."
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    "text": "Die sagen, was immer Israel tut, wir müssen Israel verteidigen."
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    "text": "Und jeder, der es kritisiert, gerät in den Geruch des Antisemitismus."
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    "text": "Und die haben man dann massiv bekämpft."
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    "text": "Aber dieser Kampf gegen ihn hat dann doch nicht diese Wirkung gezeigt, weil doch eine gute Teil."
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    "end": 1158.92,
    "text": "und es wird ganz interessant dann zu sehen, wenn man dann die genauen Details der Wahlbewegungen, Wählerbewegungen und so ansieht und wie sich verschiedene kleine Stadtviertel für wen die sich entschieden haben, könnte es sich zeigen, dass man dann nicht sogar eine vielleicht nicht eine Mehrheit, aber doch einen bedeutenden Teil der jüdischen Stimmen bekommen hat, ohne die er diese Wahl möglicherweise nicht gewonnen hat."
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    "text": "Und man muss auch sagen, er hat auch für ihn versucht, er hat in seinem Vorwahlkampf, in seiner Vergangenheit hat er ziemlich auch radikale Positionen vertreten."
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    "text": "Es ging dann um diesen einen Ausspruch, globalise der Intifader, also die Intifader weltweit irgendwie auszubreiten, die Intifader, die er Aufstand bedeutet oder wird dann von vielen als eine Art von Aufforderung Israel zu zerstören oder Juden zu töten gesehen."
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    "text": "und davon hat er sich zwar nie ganz distanziert aber hat dann versucht seine ganze Rhetorik ein bisschen zurückzunehmen."
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    "text": "und das dürfte ihm auch gelungen sein auch dank der Unterstützung von doch auch prominenten jüdischen Politikern und anderen Vertretern auch der jüdischen Gemeinde, sei es von Universitäten, sei es von Organisationen oder auch aus der Finanzwelt."
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    "text": "Also wenn er jetzt auch dank des Waffenstillstandes, der gerade jetzt zwischen Israel und Gaza im Moment noch hält, dürften sich auch hier ein bisschen die Temperatur gesenkt worden sein und dass dann nicht möglicherweise bei manchen nicht zum entscheidenden Kriterium für die Wahl geworden sein."
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    "text": "Eric,"
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    "text": "jetzt können wir, du hast schon, oder man könnte uns die Frage stellen, wenn man uns jetzt so zuhört, ich glaub die Amerikaner würden sagen, what is all the fuss about?"
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    "text": "Wir reden jetzt über eine Stadt, eine sehr wichtige Stadt natürlich, oder wir reden sehr lang über New York City."
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    "text": "Warum ist das so dermaßen wichtig?"
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    "text": "Warum schaltet sich da auch beispielsweise der Präsident ein?"
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    "text": "Also erstens mal... New York ist die Stadt Amerika."
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    "text": "Sie ist anders als der Rest von Amerika, aber alles, was in New York passiert, hat eine viel größere Bedeutung als ob es in Chicago oder Atlanta oder anderswo ist."
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    "text": "Vergessen wir nicht, Donald Trump ist ein New Yorker."
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    "text": "Er ist dort geboren, aufgewachsen, hat seinen Großteil seines Lebens dort verbracht und für ihn ist eigentlich Mamdania ein Geschenk."
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    "end": 1280.5,
    "text": "Er könnte sich keinem besseren Gegner wünschen als einen dezidiert linken, dunkel, heutigen Politiker, den er als Kommunisten, den er als Verbrecher desservieren kann."
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    "text": "Und er hat auch schon angekündigt, was er alles tun wird, wenn man da eine Wahl gewinnt, was man ja auch erwartet hat aufgrund der Umfragen, dass in New York die massive Förderungen abschneiden wird."
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    "text": "Und das kann der Präsident."
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    "text": "Er hat wirklich Mittel in der Hand, aber ... Mamdani hat auch klar gesagt, wir werden uns wehren."
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    "text": "Und wir können jetzt eigentlich erwarten, dass da zwischen Trump und Mamdani, zwischen Washington und New York wirklich hier ein Kampf entsteht, der möglicherweise in den kommenden Monaten auch die ganze USA in den Bann schlagen wird."
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    "text": "Das wird noch sehr, sehr spannend werden."
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    "text": "Und ich glaube auch die New Yorker wissen das auch, auch die, die Mamdani gewählt haben."
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    "text": "Sie wissen, dass sie die Rache des Präsidenten spüren werden."
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    "text": "Aber sie dürften bereit so sein für diesen Kampf."
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    "text": "Es könnte ja umgekehrt auch ein Geschenk für die Demokraten sein."
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    "text": "Man hat hier einen bekannten Politiker, der sich jetzt quasi einen öffentlichen Schaukampf mit dem Präsidenten liefert."
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    "text": "Mamdani ist nicht in den USA geboren."
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    "text": "Das heißt, ein möglicher Präsidentschaftskandidat kann er gar nicht sein."
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    "text": "Nein, also... Er käme als Präsidentschaftskandidat ohnehin nicht in Frage, oder wenn es wäre, dann wäre das ein Fiasco, weil seine Popularität funktioniert in New York, eine sehr multikulturelle, auch eine sehr progressive Stadt."
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    "text": "Außerhalb von New York kann ein Mann wie der mit solchen Positionen überhaupt nicht ankommen."
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    "text": "Eine Sache, die wahrscheinlich die Demokrat aus dieser Wahl gelernt haben sollten, ist etwas, was jetzt noch vor zwei Tagen Esra Klein geschrieben hat, der bekannte Kolonist in der New York Times, hat gesagt, hören wir auf uns zu überlegen, welcher eine Botschaft, welcher einer Kandidat ist jetzt der richtige."
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    "text": "Demokraten, Demokraten müssen sich ausbreiten."
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    "text": "Sie müssen eine möglichst breite Netz auswerfen und das haben sie genau an diesem Wahltag auch gemacht."
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    "text": "Man Daniel spricht die progressive, dezidiert linke Wählerschaft an, die sagt, wir müssen etwas grundsätzlich verändern."
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    "text": "Es ist nicht nur Trump, es ist das gesamte System der amerikanischen Wirtschaft, es ist die Ungleichheit und all das."
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    "text": "und dann braucht es aber auch die Kandidaten und Kandidatinnen, die einfach die unabhängigen Wähler ansprechen, die jetzt nicht einen großen Umsturz in den USA wollen, aber halt auch einfach eine vernünftige Politik und vor allem wegkommen von dieser schrecklichen Polarisierung, die von Trump angetrieben wird."
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    "text": "In diesem Zwei-Kampftramp-Mamdani, den ich irgendwie erwarte, wird es interessant sein, wenn Mamdani sich dort als der Vernünftigere erweist, was ich ja vermute, selbst nicht in eine allzu radikale Rhetorik oder so verfällt, dann ist die große Gefahr für Trump, dass er sich dort übernimmt, dass er übers Ziel hinaus schießt, dass er eigentlich wieder zeigt, was für ein brutaler Rüppel."
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    "text": "Erik"
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    "text": "Frey war das leitende Redakteur beim Standard."
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    "text": "Vielen Dank für deine Analyse heute und alles Gute."
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    "text": "Sehr gerne."
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    "text": "Und wenn Ihnen diese Folge gefallen hat und Sie auch die kritische und unabhängige Berichterstattung des Standard unterstützen möchten, dann geht das am besten als Abonnentin oder auch mit einem einmaligen Unterstützungsbeitrag."
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    "text": "Der ist schon ab drei Euro möglich, alle Infos dazu unter abo.derstandard.at."
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    "text": "Und an dieser Stelle auch noch ein kleiner Hinweis in eigener Sache."
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    "text": "Die Standard-Podcast gibt es im November nicht nur zum Hören und auch zum Sehen, sondern auch zum Live dabei sein, nämlich auf der Buch Wien, die findet vom Dreizehnten bis zum Sechzehnten November statt."
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    "text": "Alle Infos dazu Buch Wien.at."
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