[
  {
    "start": 0.0,
    "end": 11.96,
    "text": " Ihr hört \"Edition Zukunft\", den Standard-Podcast über das Leben und die Welt von morgen."
  },
  {
    "start": 11.96,
    "end": 13.44,
    "text": " Ich bin Julia Bayra."
  },
  {
    "start": 31.0,
    "end": 38.72,
    "text": " Hermann Knopflacher hat sein gesamtes berufliches Leben der Mobilitätsforschung gewidmet und dabei"
  },
  {
    "start": 38.72,
    "end": 45.24,
    "text": " sein eigenes Auto bereits in den 1990er Jahren abgegeben. Er verliert dadurch zu viel Zeit, sagt er,"
  },
  {
    "start": 45.24,
    "end": 50.72,
    "text": " und außerdem sei das Autofahren ungesund. In einer halben Stunde würde man im normalen Verkehr"
  },
  {
    "start": 50.72,
    "end": 57.72,
    "text": " nämlich so viele Abgase einatmen, wie am Arbeitsplatz verboten sind und das bei geschlossenen Fensten."
  },
  {
    "start": 57.72,
    "end": 64.44,
    "text": " Knopflacher hat seine Professur an der TU Wien am Institut für Verkehrsplanung und Technik"
  },
  {
    "start": 64.44,
    "end": 71.8,
    "text": " bereits 1975 angetritten, das jährlich heuer zum 50. Mal. Und unter seiner Führung wurden"
  },
  {
    "start": 71.8,
    "end": 77.72,
    "text": " beispielsweise Fußgängerzonen wie jene im ersten Wiener Gemeindebütze konzipiert und umgesetzt."
  },
  {
    "start": 77.72,
    "end": 85.0,
    "text": " Mittlerweile ist er zwar emeritiert, wird aber nicht müder, das Auto als \"Virus\" zu bezeichnen und"
  },
  {
    "start": 85.0,
    "end": 92.68,
    "text": " unsere \"automobile Gesellschaft\" zu kritisieren. So auch in dieser Folge-Edition \"Zukunft\" darin"
  },
  {
    "start": 92.68,
    "end": 98.08,
    "text": " liefert er aber auch Ideen und Lösungsansätze, die zu wenige Autos in der Stadt unterm Land führen"
  },
  {
    "start": 98.08,
    "end": 103.08,
    "text": " sollen. Herzlich willkommen, Herr Knopflacher. Danke für die Einladung. Herr Knopflacher,"
  },
  {
    "start": 103.08,
    "end": 109.0,
    "text": " wie sind Sie denn heute in unsere Redaktion in den dritten Wiener Gemeindebütze gekommen?"
  },
  {
    "start": 109.0,
    "end": 114.0,
    "text": " Na primär zu Fuß, also wenn ich nicht am Anfang zu Fuß gegangen wäre und am Ende wäre ich nicht"
  },
  {
    "start": 114.0,
    "end": 119.68,
    "text": " hier. Und das wird immer vergessen. Zwischendurch habe ich seinen Autobus und das gab eine U-Bahn."
  },
  {
    "start": 119.68,
    "end": 124.72,
    "text": " Aha. Warum sind Sie nicht mit dem Auto gekommen? Weil ich keines habe. Sie haben"
  },
  {
    "start": 124.72,
    "end": 129.68,
    "text": " gar keins und hatten Sie jemals eins? Ja, ich habe Dienstautos gehabt. Ich habe auch ein"
  },
  {
    "start": 129.68,
    "end": 135.52,
    "text": " privaten Auto gehabt, aber nicht sehr lange. Und dann war es gebunden an meine Tätigkeit im"
  },
  {
    "start": 135.52,
    "end": 141.48,
    "text": " Kurator für Verkehrssicherheit, dass wir Dienstautos hatten. Und wann haben Sie sich dann entschieden,"
  },
  {
    "start": 141.48,
    "end": 149.16,
    "text": " dieses Auto aufzugeben? Das waren vor ungefähr 25 Jahren. Und warum haben Sie sich dazu entschieden?"
  },
  {
    "start": 149.16,
    "end": 154.48,
    "text": " Weil ich zu viel Zeit verliere beim Autofahren. Können Sie das erklären? Ja, weil wenn ich im"
  },
  {
    "start": 154.48,
    "end": 160.6,
    "text": " Autofahrer lebe ich in einem so gefährlichen Umfeld mit so viel Verantwortung, dass eigentlich was"
  },
  {
    "start": 160.6,
    "end": 166.04,
    "text": " anderes gar nicht möglich ist. Das heißt, das ist meine gestohlenen Lebenszeit abgesehen davon,"
  },
  {
    "start": 166.04,
    "end": 173.24,
    "text": " dass ich seit den 90er Jahren weiß, wie ungesund das Autofahren ist. Weil innerhalb einer halben"
  },
  {
    "start": 173.24,
    "end": 180.04,
    "text": " Stunde atme ich so viel Abgase im normalen Verkehr heute ein, wie am Arbeitsplatz verboten sind."
  },
  {
    "start": 180.04,
    "end": 186.12,
    "text": " Wir haben das damals gemessen. Während als Radfahrer stinkt es einem viel mehr im Vergleich"
  },
  {
    "start": 186.12,
    "end": 191.76,
    "text": " zum Autofahrer. Aber es stinkt einem deshalb, weil der Radfahrer einmal mit einem Atemzug frische"
  },
  {
    "start": 191.76,
    "end": 197.44,
    "text": " Luft einatmet und dann wieder die unreinigte Luft während der Autofahrer sitzt in dieser vergifteten"
  },
  {
    "start": 197.44,
    "end": 202.16,
    "text": " Luft, ohne dass er es merkt. Das steigt so langsam an und unsere Sine reagieren nicht auf"
  },
  {
    "start": 202.16,
    "end": 206.48,
    "text": " langsame Anstiege. Und dazu muss das Fenster auch nicht geöffnet sein. Das ist einfach nur,"
  },
  {
    "start": 206.48,
    "end": 212.64,
    "text": " wenn ich im Auto sitze und fahre oder im Stau stehe. Dass sie ständig im Saal, sie sitzen im"
  },
  {
    "start": 212.64,
    "end": 219.32,
    "text": " Auto im Stau. Sie haben ja unter anderem das Konzept der sogenannten sanften Mobilität stark"
  },
  {
    "start": 219.32,
    "end": 224.84,
    "text": " geprägt. Können Sie uns bitte kurz erklären, was diese sanfte Mobilität ist?"
  },
  {
    "start": 224.84,
    "end": 231.4,
    "text": " Da ist ein Begriff, der relativ spät aufgekommen ist. Der war gar nicht sozusagen in meinem Spektrum,"
  },
  {
    "start": 231.4,
    "end": 238.44,
    "text": " sondern das war so ein Überbegriff, der auf das Gebass vieles sozusagen umfasst hat, was ich schon"
  },
  {
    "start": 238.44,
    "end": 244.08,
    "text": " seit Jahrzehnten gemacht habe. Mir ging es nicht um sanfte Mobilität, sondern mir ging es erstens um"
  },
  {
    "start": 244.08,
    "end": 251.44,
    "text": " gesunde Leute, um sichere Menschen, insbesondere die Kinder und um gesunde Wirtschaftsstädte. Das"
  },
  {
    "start": 251.44,
    "end": 257.72,
    "text": " war eigentlich mein Zugang. Das war ein Teil meines Zugangs und der zweite Zugang war wissenschaftlicher"
  },
  {
    "start": 257.72,
    "end": 263.44,
    "text": " Rundlagen für das Verkehrssystem, das wir heute haben, zu schaffen. Weil das Verkehrssystem ist"
  },
  {
    "start": 263.44,
    "end": 270.72,
    "text": " nicht auf wissenschaftlicher Rundlagen aufgebaut, sondern auf Hypothesen, die entstanden sind aus"
  },
  {
    "start": 270.72,
    "end": 276.84,
    "text": " Extrapolationen, individuellen Erfahrungen. Natürlich wird dann die Trassierung und die"
  },
  {
    "start": 276.84,
    "end": 282.96,
    "text": " Geschichten, wie man es baut und betreibt, das ist schon wissenschaftlich, aber das System selber ist"
  },
  {
    "start": 282.96,
    "end": 288.44,
    "text": " nicht wissenschaftlich fundiert, sondern es beruht auf Glaubenssätzen, zum Beispiel, dass die"
  },
  {
    "start": 288.44,
    "end": 295.16,
    "text": " Mobilität steigt. Das hat ganz gut gepasst in die Waktusideologie, weil mit zunehmendem Wohlstand"
  },
  {
    "start": 295.16,
    "end": 300.56,
    "text": " natürlich der Motorisierungsgrad auch zugenommen hat. Also hat man angenommen, damit steigt die"
  },
  {
    "start": 300.56,
    "end": 306.64,
    "text": " Mobilität. Weil der Mobilitätsbegriff ist ja bis heute noch falsch definiert, weil man immer"
  },
  {
    "start": 306.64,
    "end": 312.44,
    "text": " damit Autofahren verwechselt. Dabei ist man ja im Auto völlig immobil. Da hockt man wie sozusagen"
  },
  {
    "start": 312.44,
    "end": 319.04,
    "text": " ein Affe am Schleifstein, hockt man hinterm Steuern und hat eine Perspektive über das Lenkrad"
  },
  {
    "start": 319.04,
    "end": 325.0,
    "text": " hinaus. Das ist ja nichts mit Mobilität zu tun, das ist eher der Verblödung. Was ist dann Mobilität?"
  },
  {
    "start": 325.0,
    "end": 330.52,
    "text": " Mobilität gibt es mehrere Begriffe der Mobilität. Also der Begriff stammt aus den Sozialwissenschaften,"
  },
  {
    "start": 330.52,
    "end": 336.36,
    "text": " aus den 20er Jahren. Damit war gemeint der soziale Aufstieg oder Abstieg, also die Veränderung"
  },
  {
    "start": 336.36,
    "end": 341.64,
    "text": " der sozialen Position in einer Gesellschaft. Der zweite Begriff ist die Wohnungsmobilität. Da"
  },
  {
    "start": 341.64,
    "end": 346.84,
    "text": " bin ich in den 60er Jahren draufgekommen, dass ich eigentlich falsche Begriffe verwendet. Und"
  },
  {
    "start": 346.84,
    "end": 351.36,
    "text": " dritte Mobilität ist die physische Mobilität. Das heißt, wenn ich mir räumlich irgendwo hinbewege."
  },
  {
    "start": 351.36,
    "end": 357.68,
    "text": " Und es gibt natürlich die Mobilisierung im Bereich der Medizin. Das heißt, wenn ich nicht gut"
  },
  {
    "start": 357.68,
    "end": 364.44,
    "text": " meine Organe bewegen kann und so weiter, muss man die mobilisieren. Also das ist die Mobilität,"
  },
  {
    "start": 364.44,
    "end": 368.64,
    "text": " das bedeutet überhaupt nicht beim Autofahren, sondern das ist ein vorkommender Missgriff,"
  },
  {
    "start": 368.64,
    "end": 373.56,
    "text": " der ist aber so verbreitet, dass die Leute, was auch wieder klar ist, da bin ich Mitte"
  },
  {
    "start": 373.56,
    "end": 377.84,
    "text": " der 70er Jahre draufgekommen, weil die Leute sich mit dem Auto identifizieren. Also sie reden"
  },
  {
    "start": 377.84,
    "end": 383.04,
    "text": " Auto, sie denken Auto. Und die Leute, die dann im Endeffekt in dem Geschäft tätig sind bis zu"
  },
  {
    "start": 383.04,
    "end": 388.6,
    "text": " den Politikern, man merkt schon bei den Wahlen immer sprechen Auto. Das sind der Vertreter des"
  },
  {
    "start": 388.6,
    "end": 393.84,
    "text": " Autos und sind Autofahrer. Das ist eine vorkommende andere Spezies als ein Mensch."
  },
  {
    "start": 393.84,
    "end": 398.44,
    "text": " Also jetzt weiß ich aber noch immer nicht, was die sanfte Mobilität ist."
  },
  {
    "start": 398.44,
    "end": 404.24,
    "text": " Die sanfte Mobilität ist so ein, würde ich sagen, unklarer Begriff, wo man primär Fußgänger"
  },
  {
    "start": 404.24,
    "end": 409.44,
    "text": " und Radverkehr und den öffentlichen Verkehr berücksichtigt. Also das sind die Sachen,"
  },
  {
    "start": 409.44,
    "end": 417.16,
    "text": " die wir in den 70er Jahren in das Stadtentwicklungskonzept für Wien 1980 erarbeitet und hineingeschrieben"
  },
  {
    "start": 417.16,
    "end": 421.8,
    "text": " haben, aber nicht unter den Begriff sanfte Mobilität, sondern aus den späteren Begriffsverpackungen,"
  },
  {
    "start": 421.8,
    "end": 427.72,
    "text": " die entstanden sind. Also es gibt ja sozusagen Leute, die sind professionell mit Verpackungsindustrie"
  },
  {
    "start": 427.72,
    "end": 432.68,
    "text": " begrifflich beschäftigt und die finden dann solche Begriffe, die ja an sich nicht falsch sind,"
  },
  {
    "start": 432.68,
    "end": 436.88,
    "text": " aber man muss sie genau erklären, ihre Frage war, du hast berechtigt. Das heißt,"
  },
  {
    "start": 436.88,
    "end": 443.8,
    "text": " würde man ehrlich meinen, dann müsste man sagen, zum Unterschiff von der sanften Mobilität ist"
  },
  {
    "start": 443.8,
    "end": 449.96,
    "text": " die Automobilität eine brutale Mobilität. Das sagt aber keiner, weil alle trotzdem das Auto"
  },
  {
    "start": 449.96,
    "end": 454.96,
    "text": " im Kopf haben, auch wenn sie von sanfter Mobilität, sagen wir reden, man kann es heute was schärfer"
  },
  {
    "start": 454.96,
    "end": 458.8,
    "text": " formulieren, aber das wäre eine präzise Beschreibung. Es gibt die sanfte und die"
  },
  {
    "start": 458.8,
    "end": 463.36,
    "text": " brutale Mobilität und da muss man sagen, für wen ist der Politiker, ist der für"
  },
  {
    "start": 463.36,
    "end": 468.48,
    "text": " brutale Mobilität, dann spricht er vom Autoland und ähnlichen, ist er für sanfte Mobilität,"
  },
  {
    "start": 468.48,
    "end": 472.0,
    "text": " da muss er von den Menschen sprechen, aber er will von den Menschen die Stimme,"
  },
  {
    "start": 472.0,
    "end": 477.0,
    "text": " macht aber den Missbrauch dann mit diesen Stimmen, indem er Geld in eine brutale"
  },
  {
    "start": 477.0,
    "end": 481.96,
    "text": " Mobilität steckt. Typisches Beispiel derzeit ist der Lobauto und das ein Irrsinn, dass man"
  },
  {
    "start": 481.96,
    "end": 489.8,
    "text": " so etwas heutzutage überhaupt noch denkt. Sie sagen ja häufig, dass das Auto ein Virus ist und"
  },
  {
    "start": 489.8,
    "end": 496.4,
    "text": " Sie haben auch Ihr Buch so betitelt \"Virus-Auto\". Was meinen Sie damit? Warum ist das Auto ein Virus?"
  },
  {
    "start": 496.4,
    "end": 503.36,
    "text": " Ein Virus verändert die Eigenschaften einer Zelle, wie Sie wissen und macht den Organismus"
  },
  {
    "start": 503.36,
    "end": 509.24,
    "text": " krank. Wir haben ja jetzt einige Jahre ein bisschen Erfahrungen damit, das heißt im Prinzip macht"
  },
  {
    "start": 509.24,
    "end": 514.88,
    "text": " jeder Mensch im Laufe seines Lebenserfahrungen mit mehreren Envieren und weiß, dass das ein"
  },
  {
    "start": 514.88,
    "end": 519.68,
    "text": " großer Teil der Viren sind ja sehr notwendig für uns, die brauchen wir auch, sind auch in unserer"
  },
  {
    "start": 519.68,
    "end": 525.88,
    "text": " DNA, es gibt eben Viren, die das Leben gefährden oder die Krankheit erzeugen und das ist beim"
  },
  {
    "start": 525.88,
    "end": 531.78,
    "text": " Auto der Fall. Also wenn wir bedenken, dass wir jährlich 1,3 Millionen Menschen weltweit im"
  },
  {
    "start": 531.78,
    "end": 537.52,
    "text": " Autoverkehr töten, dann ist das meiner Ansicht nach eine erste virale Erkrankung. Ich war in den"
  },
  {
    "start": 537.52,
    "end": 544.16,
    "text": " 70er Jahren als Experte bei der WHO tätig für die Epidemiologie der Verkehrsunfälle. Das heißt,"
  },
  {
    "start": 544.16,
    "end": 550.28,
    "text": " in der WHO läuft der Autoverkehr als Epidemie, aber von der Therapie ist man natürlich noch"
  },
  {
    "start": 550.28,
    "end": 555.2,
    "text": " weit entfernt, obwohl wir in der Zwischenzeit brauchbare Therapien haben, die sehr wirksam"
  },
  {
    "start": 555.2,
    "end": 561.32,
    "text": " angewandt werden können, aber das macht keiner, weil das Auto im Kopf das denken und damit das"
  },
  {
    "start": 561.32,
    "end": 566.6,
    "text": " Handeln der Leute blockiert und wenn sie nicht zufällig Politiker haben, die den Mut haben,"
  },
  {
    "start": 566.6,
    "end": 572.64,
    "text": " das praktisch umzusetzen, dann passiert gar nichts, dann wird dann Symptomen herumgefuscht."
  },
  {
    "start": 572.64,
    "end": 579.8,
    "text": " Reden wir ein bisschen über die Behandlung, über die Therapie. Am liebsten würde ich aufs Land"
  },
  {
    "start": 579.8,
    "end": 585.88,
    "text": " schauen, weil da ist das Auto ja oft unerlässlich. Wenn man Kinder hat, die müssen zum Fußball,"
  },
  {
    "start": 585.88,
    "end": 593.0,
    "text": " in die Musikschule, man selber muss in die Arbeit. Die Wege fürs Fahrrad sind dazu oft zu weit und"
  },
  {
    "start": 593.0,
    "end": 599.04,
    "text": " der öffentliche Verkehr ist immer noch selten gut ausgebaut am Land, so dass man den nutzen könnte."
  },
  {
    "start": 599.04,
    "end": 604.16,
    "text": " Wie stellen Sie sich das vor, was braucht es? Sie reden jetzt über ein total vom Autoverkehr"
  },
  {
    "start": 604.16,
    "end": 609.96,
    "text": " durch seuchtes System und halten das für normal, was Ihre Generation wahrscheinlich gar nicht anders"
  },
  {
    "start": 609.96,
    "end": 616.96,
    "text": " kennt. Die halten das für normal. Ich weiß es ja von den Studenten. Die Dörfer haben ja länger als"
  },
  {
    "start": 616.96,
    "end": 622.44,
    "text": " viele Städte existiert. Das heißt, wir haben tausende Jahre Erfahrung mit funktionierenden"
  },
  {
    "start": 622.44,
    "end": 630.2,
    "text": " Dörfern ohne Auto. Und innerhalb der letzten 50 bis 70 Jahre hat das Auto im Prinzip die Inhalte"
  },
  {
    "start": 630.2,
    "end": 635.04,
    "text": " der Dörfer und die Beziehungen der Dörfer untereinander ebenso zerstört wie die Städte."
  },
  {
    "start": 635.04,
    "end": 640.62,
    "text": " Nur die Städte sind viel robuster und haben da überlebt. Das heißt, man kann sehr schön nachweisen,"
  },
  {
    "start": 640.62,
    "end": 646.36,
    "text": " dass das Auto zunächst die kleiner Strukturen inhaltlich alle auflöst, weil es die Widerstände"
  },
  {
    "start": 646.36,
    "end": 651.24,
    "text": " zu den Zentren verringert. Das wird noch finanziell gefördert für das Pendlerwesen,"
  },
  {
    "start": 651.24,
    "end": 657.56,
    "text": " in den Städten bekommt man Jobs, das hat ja schon im 19. Jahrhundert angefangen, als durch die Maschinen"
  },
  {
    "start": 657.56,
    "end": 663.16,
    "text": " in der Landwirtschaft die Leute am Land arbeitslos geworden sind. Dann hat man in den Städten die"
  },
  {
    "start": 663.16,
    "end": 668.2,
    "text": " Leute anders ausgebreitet, weil dort die Industrie war. Das heißt, die mussten dort in die Städte"
  },
  {
    "start": 668.2,
    "end": 673.44,
    "text": " ziehen oder pendeln. Und damals hat das mit der Heisenbahn stattgefunden, das hat dann das Auto"
  },
  {
    "start": 673.44,
    "end": 679.4,
    "text": " bis in das letzte Dorf erfasst. Und heute passiert genau das, dass die Leute sich in der Position"
  },
  {
    "start": 679.4,
    "end": 684.92,
    "text": " befinden, die sie beschrieben haben. Mit dem habe ich eigentlich seit Beginn meiner praktischen"
  },
  {
    "start": 684.92,
    "end": 690.96,
    "text": " Tätigkeit, das ist Anfang der 60er Jahre, zu tun. Damals prima in den Städten, weil in den Städten"
  },
  {
    "start": 690.96,
    "end": 696.84,
    "text": " hat auch die Motorisierung zunächst angefangen, weil damals erstmalig von den Stadtplanern her"
  },
  {
    "start": 696.84,
    "end": 703.2,
    "text": " Kritik am Auto geübt wurde und Ideologie, die von Amerika importiert wurde, angezweifelt wurde,"
  },
  {
    "start": 703.2,
    "end": 710.56,
    "text": " weil die im Vergleich gesehen haben, dass unsere historischen Städte eine wertvolle Struktur haben,"
  },
  {
    "start": 710.56,
    "end": 716.48,
    "text": " in ihrer Vielfalt, in ihrer Schönheit, in ihrer Lebensqualität und so weiter, aber natürlich"
  },
  {
    "start": 716.48,
    "end": 723.0,
    "text": " durch die Möglichkeit, dass jetzt das Auto in diese Städte lassen, massiv gelitten haben. Und das"
  },
  {
    "start": 723.0,
    "end": 727.72,
    "text": " war dann der Anlass auch, wo ich angefangen habe, diese Fußgängerzonen oder das Glück hatte,"
  },
  {
    "start": 727.72,
    "end": 733.48,
    "text": " würde ich sagen, herangezogen zu werden. Weil kein Planer damals von Rang und Namen wollte"
  },
  {
    "start": 733.48,
    "end": 738.28,
    "text": " sich sozusagen seinen Ruh ferminieren, indem er die Autos aus der Stadt hinaus schmeißt,"
  },
  {
    "start": 738.28,
    "end": 744.04,
    "text": " nicht? Alles war ja damals auf Stadt ausgerichtet. Die Stadt Wien hat ja eine Beschluss gehabt,"
  },
  {
    "start": 744.04,
    "end": 751.32,
    "text": " am Gürtel und am Donaukanal im Prinzip Autobahnen zu bauen und dann waren wir im Widerstand dagegen."
  },
  {
    "start": 751.32,
    "end": 755.44,
    "text": " Also ich war damals unter den jungen Wissenschaftlern, die dagegen waren und die"
  },
  {
    "start": 755.44,
    "end": 761.08,
    "text": " Stadtregierung war damals sensibel und hat auf uns gehört, weil sie, ich habe das dann von einem"
  },
  {
    "start": 761.08,
    "end": 767.08,
    "text": " Mitglied des Stadtrates auch erfahren, warum sie das gemacht haben, so der Bürgermeister Slavik"
  },
  {
    "start": 767.08,
    "end": 773.84,
    "text": " damals 72 gesagt, stopp, wir bauen keine Autobahnen in der Stadt. Das war damals ja wirklich eine"
  },
  {
    "start": 773.84,
    "end": 779.2,
    "text": " totale Kehrtwende, weil das ganze Verkehrskonzept nicht mehr gebast hat und das hat uns dann die"
  },
  {
    "start": 779.2,
    "end": 783.8,
    "text": " Möglichkeit gegeben, die Grundlagen für ein neues Verkehrskonzept zu schaffen. Und das ist"
  },
  {
    "start": 783.8,
    "end": 788.92,
    "text": " sozusagen der Paradigmerwechsel, der politisch zunächst einmal stattgefunden hat, wo wir jetzt"
  },
  {
    "start": 788.92,
    "end": 794.28,
    "text": " einen Rückfall haben, weil wenn die Wiener Politiker jetzt für die Lavauautobahn plädieren,"
  },
  {
    "start": 794.28,
    "end": 799.88,
    "text": " dann ist das meiner Ansicht nach jemand, der die Stadt nicht mag. Ob die Autobahn jetzt zwei"
  },
  {
    "start": 799.88,
    "end": 804.64,
    "text": " Kilometer oder drei Kilometer in der Stadt oder neben ist, die Schadwirkungen sind ja bekannte,"
  },
  {
    "start": 804.64,
    "end": 809.4,
    "text": " können wir das auf der ganzen Welt anschauen. Also ist das jemand, der die Stadt zerstören will,"
  },
  {
    "start": 809.4,
    "end": 816.48,
    "text": " eigentlich. Und dagegen war ich damals genauso wie ich heute wesentlich fundiert habe. Dagegen bin"
  },
  {
    "start": 816.48,
    "end": 821.72,
    "text": " und auch durchschau mit welchen falschen Tricks und falschen Gutachten hier argumentiert wird."
  },
  {
    "start": 821.72,
    "end": 830.88,
    "text": " Darf ich da mal zwischenfragen, wie sieht denn Ihre Vision aus? Was werden die perfekte Stadt im Sinne"
  },
  {
    "start": 830.88,
    "end": 836.04,
    "text": " der Mobilität, wenn wir jetzt direkt von Wien sprechen? Was hat sich da verändert? Wie bewegen"
  },
  {
    "start": 836.04,
    "end": 841.34,
    "text": " wir uns fort? Ja, wenn wir uns als Menschen fortbewegen, ist es ganz klar, wie wir uns fortbewegen,"
  },
  {
    "start": 841.34,
    "end": 846.44,
    "text": " nämlich angenehm in einem schönen Umfeld, in einem sicheren Umfeld, in einem vielfältigen"
  },
  {
    "start": 846.44,
    "end": 852.6,
    "text": " Umfeld, in einem Umfeld, dass nahe der Natur ist. Weil wir kommen ja aus der Natur, sind ja Teil"
  },
  {
    "start": 852.6,
    "end": 860.92,
    "text": " der Natur. Das heißt, weniger Asphalt, mehr Grün, keine Privatautos in der Nähe, gar keine Frage."
  },
  {
    "start": 860.92,
    "end": 867.56,
    "text": " Das heißt, wir müssten die fatale Reichsgaragenordnung, 1939, die auch in Wien Anwendung findet,"
  },
  {
    "start": 867.56,
    "end": 872.76,
    "text": " wo bei jeder Wohnung, bei jedem Arbeitsplatz, bei jedem Geschäft, Autoabstöpflätze vorgeschrieben"
  },
  {
    "start": 872.76,
    "end": 879.32,
    "text": " werden. Das müsste zunächst einmal weg. Die Autoabstöpflätze müssen die privaten gar nicht"
  },
  {
    "start": 879.32,
    "end": 883.68,
    "text": " in der Stadt sein. Das heißt nicht, dass es dort keine Autos gibt. Seinerzeit fuhren durch den"
  },
  {
    "start": 883.68,
    "end": 890.0,
    "text": " ersten Bezirk in Wien 120.000 Autos jeden Tag. Es fahren auch heute ungefähr 3-5.000 Autos,"
  },
  {
    "start": 890.0,
    "end": 895.32,
    "text": " aber das sind Dienstleistungen für den ersten Bezirk. Das sind nicht Privatautos, die dann"
  },
  {
    "start": 895.32,
    "end": 901.44,
    "text": " durchfahren, beziehungsweise weil es jemand halt sehr bequem hat, der aus dem Auto nicht herauskommt"
  },
  {
    "start": 901.44,
    "end": 906.32,
    "text": " und bis zum Schlafzimmer, beziehungsweise bis vor das Geschäft mit dem Auto fahren will. Das heißt,"
  },
  {
    "start": 906.32,
    "end": 912.28,
    "text": " hier kann man das entsprechend organisieren und die Menschen passen sich an. Also es ist kein"
  },
  {
    "start": 912.28,
    "end": 916.32,
    "text": " einziges Geschäft in der Wiener Inselstadt oder der Innsbruck Inselstadt geschlossen worden,"
  },
  {
    "start": 916.32,
    "end": 921.36,
    "text": " dadurch, dass es gelungen ist damals gemeinsam mit den Politikern. Ich kann ja nur Vorschläge machen,"
  },
  {
    "start": 921.36,
    "end": 926.64,
    "text": " entscheiden und umsetzen muss, ist der Politiker und die Verwaltung. Und wie würden Sie das dann"
  },
  {
    "start": 926.64,
    "end": 931.44,
    "text": " in Wien umsetzen? In Barcelona gibt es ja die Idee von den Superblocks oder was hätten Sie dafür"
  },
  {
    "start": 931.44,
    "end": 937.68,
    "text": " Visionen, Ideen? Also der Superblock ist ja nicht neu. Der Superblock entspricht einer Prinzip der"
  },
  {
    "start": 937.68,
    "end": 942.16,
    "text": " Verkehrsberührungsmaßnahmen, der in dem deutschen Sprachraum schon in den Richtlinien"
  },
  {
    "start": 942.16,
    "end": 947.16,
    "text": " fahrend ist. Die haben natürlich nur mit ihrer Würfelstruktur in Barcelona halt entweder vier"
  },
  {
    "start": 947.16,
    "end": 952.24,
    "text": " oder neun Würfel zusammengenommen und haben ihnen etwas Verkehrsberuhigt, aber die Leute können"
  },
  {
    "start": 952.24,
    "end": 957.28,
    "text": " immer noch mit dem Auto hineinfahren. Also ich halt nicht sehr viel von, das ist so eine Symptombehandlung."
  },
  {
    "start": 957.28,
    "end": 961.0,
    "text": " Man macht es ein bisschen schöner, man macht ein bisschen mehr Platz für die Fußgänger, setzt"
  },
  {
    "start": 961.0,
    "end": 965.2,
    "text": " ein bisschen Bäume hinein, bringt die Kreuzungen in Ordnung, dass die Autos nicht durchfahren können,"
  },
  {
    "start": 965.2,
    "end": 970.48,
    "text": " dass sie nur zufahren können. Aber es ist immer noch der BKW drinnen mit geringem Tempo und der"
  },
  {
    "start": 970.48,
    "end": 975.96,
    "text": " den Platz weg und das ist keine saubere Lösung. Das heißt, das ist so ein Eitern auf niedrigen"
  },
  {
    "start": 975.96,
    "end": 982.24,
    "text": " Niveau. So sollte man nicht einem Patienten behandeln, sondern man behandelt, muss man so behandeln,"
  },
  {
    "start": 982.24,
    "end": 987.84,
    "text": " dass man das krankezerregende Element herausnimmt. Das geht nur dadurch, dass ich die Abstrahplätze"
  },
  {
    "start": 987.84,
    "end": 992.68,
    "text": " herausnehme, weil das ist die Ursache all dieser ganzen Probleme, wenn sie in der Nähe sind. Also"
  },
  {
    "start": 992.68,
    "end": 998.04,
    "text": " im Prinzip könnte man in Wien die ganze Stadt heute autofrei machen, wenn es entsprechende"
  },
  {
    "start": 998.04,
    "end": 1000.52,
    "text": " Politikant, deine dazu passende Fähige verursacht."
  },
  {
    "start": 1000.52,
    "end": 1007.09,
    "text": " der Wald umgebe, weil Wien hat einen exzellenten öffentlichen Verkehr. Wien hat sehr gute Verhältnisse"
  },
  {
    "start": 1007.09,
    "end": 1013.25,
    "text": " noch in vielen Bezirken, die alten Ortskerne. Also müsste man den Rest versuchen zu sanieren."
  },
  {
    "start": 1013.25,
    "end": 1015.61,
    "text": " Leider ist das auch bei der See-Stadt nicht gelungen."
  },
  {
    "start": 1015.61,
    "end": 1016.61,
    "text": " Warum?"
  },
  {
    "start": 1016.61,
    "end": 1018.95,
    "text": " Weil sie wieder jede Menge Abständplätze hat."
  },
  {
    "start": 1018.95,
    "end": 1026.25,
    "text": " Gut, dann haben wir das Problem in der Stadt, sagen wir mal identifiziert, wie macht man"
  },
  {
    "start": 1026.25,
    "end": 1027.25,
    "text": " das jetzt am Land?"
  },
  {
    "start": 1027.25,
    "end": 1033.21,
    "text": " Das ist natürlich schwieriger am Land, wenn man das umfassend sozusagen betrachtet, dann"
  },
  {
    "start": 1033.21,
    "end": 1037.73,
    "text": " haben wir Fehler im Finanzsystem. Das heißt, wir fördern die Zerstörung der Städte, in"
  },
  {
    "start": 1037.73,
    "end": 1043.97,
    "text": " dem wir Pendlerpauschale zahlen und so weiter. Wenn man das Geld nimmt, um den Leuten am"
  },
  {
    "start": 1043.97,
    "end": 1048.09,
    "text": " Land, die sind ja mindestens genauso geistreich und gescheitert wie die in der Stadt, die"
  },
  {
    "start": 1048.09,
    "end": 1053.05,
    "text": " Möglichkeit zu geben, dort ihre Betriebe und ihr Leben zu organisieren, dann werden wahrscheinlich"
  },
  {
    "start": 1053.05,
    "end": 1057.21,
    "text": " nicht alle glauben, sie müssen mit dem Auto hingehen fahren. Das heißt, wenn man dieses"
  },
  {
    "start": 1057.21,
    "end": 1063.61,
    "text": " Geld anstatt in die Zerstörung des Landes und der Städte durch das Auto steckt, sondern"
  },
  {
    "start": 1063.61,
    "end": 1068.21,
    "text": " dass es den Betrieben gibt, und da hatte ich bereits in den 70, 80er-Jahren eine Diskussion"
  },
  {
    "start": 1068.21,
    "end": 1073.17,
    "text": " mit Kreisky wegen der S6, wo ich empfohlen habe, dass er nicht die S6 bauen sollte, um"
  },
  {
    "start": 1073.17,
    "end": 1077.89,
    "text": " die Probleme im Mürztal in Ordnung zu geben. Ich weiß nicht, ob Sie wissen, damals ist"
  },
  {
    "start": 1077.89,
    "end": 1082.25,
    "text": " die Industrie im Mürztal zusammengebrochen. Und was hat man gemacht? Man hat das Geld"
  },
  {
    "start": 1082.25,
    "end": 1087.69,
    "text": " in die S6 gesteckt, und bis heute beendet die Frauen, oder solange es dieses Werk gegeben"
  },
  {
    "start": 1087.69,
    "end": 1093.09,
    "text": " hat, das Fortwerk in Wien, haben die um vier in der Früh im Mürztal in Autowussen sich"
  },
  {
    "start": 1093.09,
    "end": 1097.85,
    "text": " sammeln müssen und sind in das Werk geführt worden in Wien. Ich meine, das ist unmenschlich."
  },
  {
    "start": 1097.85,
    "end": 1101.17,
    "text": " Das ist eine unmenschliche Geschichte, und ich habe damals empfohlen, als ich das Geld"
  },
  {
    "start": 1101.17,
    "end": 1107.25,
    "text": " in die S6 zu stecken, Esther Steiermax sozusagen das Joint Venture Capital zu geben, damit"
  },
  {
    "start": 1107.25,
    "end": 1112.29,
    "text": " die Steierer selber dort irgendwelche Betriebe entwickeln können. Und meinetwegen wäre"
  },
  {
    "start": 1112.29,
    "end": 1119.33,
    "text": " 90 Prozent des Geldes nicht fruchtbar gewesen, die 10 Prozent, die dort in lokale Betriebe"
  },
  {
    "start": 1119.33,
    "end": 1123.93,
    "text": " gesteckt worden wären, hätten wahrscheinlich viel mehr Leute wesentlich menschengerechter"
  },
  {
    "start": 1123.93,
    "end": 1128.85,
    "text": " beschäftigen können. Das heißt, hier muss das Finanzsystem grundsätzlich umgeändert"
  },
  {
    "start": 1128.85,
    "end": 1133.37,
    "text": " werden. Da würde man, wenn man das macht, natürlich die ganze Bauindustrie gegen sich"
  },
  {
    "start": 1133.37,
    "end": 1137.53,
    "text": " haben, man hat die Banken gegen sich, man hat die Autoindustrie gegen sich und so weiter."
  },
  {
    "start": 1137.53,
    "end": 1143.53,
    "text": " Das ist doch mein normales Umfeld, das kenne ich, wie gesagt, seit mehr als zwei Generationen."
  },
  {
    "start": 1143.53,
    "end": 1149.25,
    "text": " Aber die Forschung kann nicht lügen, deshalb, weil es gegen die Macht, die Strukturen,"
  },
  {
    "start": 1149.25,
    "end": 1154.61,
    "text": " die derzeit vorhanden sind, geht. Und die wissen sich natürlich zu helfen, die verhindern"
  },
  {
    "start": 1154.61,
    "end": 1159.77,
    "text": " auch entsprechende Berufungen an Universitäten, die schauen, dass dort Leute kommen, die ihnen"
  },
  {
    "start": 1159.77,
    "end": 1163.77,
    "text": " zu Werk getienen. Das heißt, so schaut das System aus."
  },
  {
    "start": 1163.77,
    "end": 1169.01,
    "text": " Das wäre jetzt ein sehr großer Schritt, haben Sie auch irgendwie kleinere Schritte, die"
  },
  {
    "start": 1169.01,
    "end": 1173.77,
    "text": " man vielleicht schneller umsetzen kann, dass sich am Land auch zügiger was verändert?"
  },
  {
    "start": 1173.77,
    "end": 1177.97,
    "text": " Nein, ich glaube, das ist der kleinste Schritt, das ist einmal umdenken. Das Ganze entscheidet."
  },
  {
    "start": 1177.97,
    "end": 1178.97,
    "text": " Untergrößte."
  },
  {
    "start": 1178.97,
    "end": 1183.05,
    "text": " Ja, es ist auch der Größte. Und wenn man klähere Bürgermeister hat, man muss schauen,"
  },
  {
    "start": 1183.05,
    "end": 1189.05,
    "text": " wie ich schalze bei mir in der Gemeinde aus, was habe ich für Potenziale, was ist die Schönheit"
  },
  {
    "start": 1189.05,
    "end": 1194.89,
    "text": " meiner Gemeinde? Weil am Land hat ja die Stadtbevölkerung immer Erholung gesucht, seitdem"
  },
  {
    "start": 1194.89,
    "end": 1200.29,
    "text": " es Städte gibt eigentlich. Seit jeher, falls es überhaupt Land in der Nähe gegeben hat,"
  },
  {
    "start": 1200.29,
    "end": 1205.29,
    "text": " es gibt die Städte, die sind sehr isoliert, auch der Fandelswegen liegen und dergleichen."
  },
  {
    "start": 1205.29,
    "end": 1210.93,
    "text": " Das heißt, man muss einen Ort versuchen zu gestalten, der zum Bleiben einlädt, der"
  },
  {
    "start": 1210.93,
    "end": 1216.37,
    "text": " das Geld lokal kreisen lässt und nicht das beim Supermarkt abgibt. Weil der Supermarkt"
  },
  {
    "start": 1216.37,
    "end": 1221.25,
    "text": " hat ja natürlich nur zum Schein ein paar so lokale Fächer, wo die lokalen Produkte"
  },
  {
    "start": 1221.25,
    "end": 1226.73,
    "text": " angeboten werden. Und ich glaube, am Land gibt es ja selber unter meine verwandten Bauern,"
  },
  {
    "start": 1226.73,
    "end": 1231.73,
    "text": " die haben ihren Betrieb erhalten können, weil sie eben Qualität produzieren, die lokal"
  },
  {
    "start": 1231.73,
    "end": 1236.97,
    "text": " verbraucht wird. Das heißt hier kreist das Geld zwischen der Bäckerei, zwischen der Käserei"
  },
  {
    "start": 1236.97,
    "end": 1241.77,
    "text": " und so weiter. Also ich habe ja auch im Kleiner Wallstattal, seinerzeit bin ich auch zur"
  },
  {
    "start": 1241.77,
    "end": 1246.21,
    "text": " Rate gezogen worden. Und die haben auch, der Kollege, der das damals organisiert hat,"
  },
  {
    "start": 1246.21,
    "end": 1250.85,
    "text": " hat auch nachdem er mit den Ideen konfrontiert wurde, dafür gesorgt, dass nicht die Milch"
  },
  {
    "start": 1250.85,
    "end": 1255.09,
    "text": " noch Bayern exportiert wird und alle Milchprodukte wieder hereinkommen. Da hat er sie mit den"
  },
  {
    "start": 1255.09,
    "end": 1262.37,
    "text": " Bäuerinnen zusammengetan und hat mit den Bäuerinnen eine Käserei und eine Milchentsprechende Verarbeitung"
  },
  {
    "start": 1262.37,
    "end": 1268.37,
    "text": " im Kleiner Wallstattal aufgebaut und hat dazu die Hoteliers. Weil es ist ein typisches Schwerpunkt"
  },
  {
    "start": 1268.37,
    "end": 1273.73,
    "text": " im fremden Verkehrsgebiet. Das hat ja Sommer- und Wintersaison. Und damit ist das Geld im"
  },
  {
    "start": 1273.73,
    "end": 1278.05,
    "text": " Kleiner Wallstattal sozusagen gekreist, wobei die natürlich entsprechend die Erfahrungen"
  },
  {
    "start": 1278.05,
    "end": 1283.41,
    "text": " schon seinerzeit mit den Steuervorteilen, die sie hatten, gegenüber Deutschland, Erfahrung"
  },
  {
    "start": 1283.41,
    "end": 1288.81,
    "text": " hatten. Aber das ist so, muss man die Dinge auf die Beine stellen. Es war ja vorgesehen,"
  },
  {
    "start": 1288.81,
    "end": 1294.41,
    "text": " also ich hätte gerne das Wallstattal Fußgängerzonen gerecht gemacht. Aber da haben die leider"
  },
  {
    "start": 1294.41,
    "end": 1299.05,
    "text": " schon vorher, also es kam es zu spät zu mir. Es war mein großer Schweizer Bürobeauftrag,"
  },
  {
    "start": 1299.05,
    "end": 1304.13,
    "text": " die bearbeitete einen Patienten eben nach 05, aber nicht so, wie er es eigentlich verdient"
  },
  {
    "start": 1304.13,
    "end": 1308.61,
    "text": " hätte. Und das ist dann die politische Ebene gegangen und das ist dann lange Zeit daneben"
  },
  {
    "start": 1308.61,
    "end": 1314.33,
    "text": " gegangen. Das Auto als Statussymbol, es ist so, es ist schon sehr, sehr lange so. Glauben"
  },
  {
    "start": 1314.33,
    "end": 1317.81,
    "text": " Sie, dass sich das jemals verändern wird? Und das Auto als Statussymbol ist bei den"
  },
  {
    "start": 1317.81,
    "end": 1321.89,
    "text": " Jungen in der Stadt heute sicher nicht mehr der Fall. Es war keine Frage. Es ist ja eine"
  },
  {
    "start": 1321.89,
    "end": 1325.97,
    "text": " Belastung, wenn man Verhältnisse schafft, wie sie Wien schon gemacht hat. Das heißt,"
  },
  {
    "start": 1325.97,
    "end": 1329.81,
    "text": " wenn Sie in Wien ein Auto haben, müssen Sie schauen, dass Sie einen Garageparkplatz bekommen"
  },
  {
    "start": 1329.81,
    "end": 1335.41,
    "text": " oder Sie müssen zahlen dafür. Und das hat dazu geführt, erstens, dass sich das Umfeld"
  },
  {
    "start": 1335.41,
    "end": 1339.41,
    "text": " geändert hat. Wir haben exzellenten Öffentlichen Verkehr. Wir bauen jetzt endlich auch einen"
  },
  {
    "start": 1339.41,
    "end": 1343.77,
    "text": " Radverkehr auf. Wir haben das Konzept in den 70er Jahren dafür gemacht. Wir haben immer"
  },
  {
    "start": 1343.77,
    "end": 1348.21,
    "text": " mehr Fußgängerbereiche. Das heißt, die Stadt macht ja diese Prinzipien, die wir damals"
  },
  {
    "start": 1348.21,
    "end": 1353.61,
    "text": " arbeitet haben, systematisch setzen sie um. Das sind allerdings, man habe nicht vergessen,"
  },
  {
    "start": 1353.61,
    "end": 1360.97,
    "text": " inzwischen seit 50 Jahren vergangen. Und die Parkgebühren sind erst 1993, 1994 eingeführt"
  },
  {
    "start": 1360.97,
    "end": 1365.09,
    "text": " worden, im ersten Bezirk, sehr klug. Durch einen meiner jemalsigen Diplomanten, der im"
  },
  {
    "start": 1365.09,
    "end": 1371.61,
    "text": " Rathaus tätig war und haben sich bis zum vorletzten Jahr in ganz Wien ausgebreitet. Das heißt,"
  },
  {
    "start": 1371.61,
    "end": 1376.21,
    "text": " das hat dann eine Veränderung in der Verkehrsmittelwahl erzeugt. Das hat Wien einen sehr hohen Anteil"
  },
  {
    "start": 1376.21,
    "end": 1382.89,
    "text": " im öffentlichen Verkehr bekommen, in dieser Phase von etwa 94 bis ungefähr 2011. Und"
  },
  {
    "start": 1382.89,
    "end": 1386.41,
    "text": " auf dem Niveau ist es jetzt geblieben. Jetzt wird im Radverkehr wahrscheinlich ein bisschen"
  },
  {
    "start": 1386.41,
    "end": 1390.29,
    "text": " was wegnehmen. Dann nimmt die mir eigentlich schon einiges weg. Aber wir haben natürlich"
  },
  {
    "start": 1390.29,
    "end": 1394.41,
    "text": " im Autoverkehr einen viel geringen Anteil als wir es sonst hätten."
  },
  {
    "start": 1394.41,
    "end": 1400.41,
    "text": " Sie haben schon angesprochen, vor 50 Jahren haben Sie Ihre Professur auch angetreten,"
  },
  {
    "start": 1400.41,
    "end": 1407.53,
    "text": " 75, an TU Wien. Die Institut für Verkehrsplanung und Technik. Und haben dann auch das Gehzeug"
  },
  {
    "start": 1407.53,
    "end": 1414.17,
    "text": " entwickelt. Eine Holzkonstruktion in Form eines Mittelklasse-Wagens kann man sagen, dass"
  },
  {
    "start": 1414.17,
    "end": 1420.05,
    "text": " sich Fußgänger*innen auf die Schultern geben können und dann genauso viel Platz einnehmen"
  },
  {
    "start": 1420.05,
    "end": 1427.53,
    "text": " wie ein Auto im Straßenverkehr. Das ist eine amüsante, lustige und durchaus aber auch"
  },
  {
    "start": 1427.53,
    "end": 1432.67,
    "text": " provokante Idee, um zu demonstrieren, wie viel Platz Autos im Vergleich zu Fußgänger*innen"
  },
  {
    "start": 1432.67,
    "end": 1435.65,
    "text": " eigentlich brauchen. Wie sind Sie denn auf das gekommen?"
  },
  {
    "start": 1435.65,
    "end": 1443.17,
    "text": " Also ich bin eigentlich im Autositzend darauf gekommen, weil ich damals schon nach Wien normalerweise"
  },
  {
    "start": 1443.17,
    "end": 1448.57,
    "text": " mit dem Auto, wo ich mit der U-Bahn zur Technik gefahren bin. Aber da hatte ich etwas zu transportieren"
  },
  {
    "start": 1448.57,
    "end": 1453.89,
    "text": " und da habe ich damals das Auto, das ich noch hatte, angeladen bin aufs Institut gefahren."
  },
  {
    "start": 1453.89,
    "end": 1459.01,
    "text": " Und dann stand ich am Donaukanal, parallel zur U-Bahn, im Stau. Und das ist eine gute"
  },
  {
    "start": 1459.01,
    "end": 1461.09,
    "text": " Gelegenheit. Sie sind im Stau gesessen, oder?"
  },
  {
    "start": 1461.09,
    "end": 1466.33,
    "text": " Ich bin, danke vielmals, ich rede noch in meinem damaligen Bewusstsein. Also ich saß"
  },
  {
    "start": 1466.33,
    "end": 1472.25,
    "text": " im Auto, im Stau, am Donaukanal und da fiel mir der Bagger auf einst der Straßenverkehrsordnung"
  },
  {
    "start": 1472.25,
    "end": 1477.57,
    "text": " ein, der da lautet, eine Straße ist ein öffentlicher Raum, der von allen unter gleichen Bedingungen"
  },
  {
    "start": 1477.57,
    "end": 1482.21,
    "text": " benutzt werden darf. Und da habe ich mir gedacht, ok, jetzt das Autofahrer, sitze ich jetzt da"
  },
  {
    "start": 1482.21,
    "end": 1487.93,
    "text": " im Auto und okupiere diesen Raum, der eben das Auto ausmacht. Warum nicht das Fußgänger?"
  },
  {
    "start": 1487.93,
    "end": 1492.69,
    "text": " Ich habe jetzt ein Fahrzeug und dann ist mir der Begriff Gehzeug eingefahren und da bin"
  },
  {
    "start": 1492.69,
    "end": 1497.25,
    "text": " ich aufs Institut gefahren und habe eine Skizze gemacht, wo ich dann eben dieses Gehzeug erfunden"
  },
  {
    "start": 1497.25,
    "end": 1502.93,
    "text": " habe. Das habe ich dann in verschiedenen Vorträgen an Universitäten vorgeführt, damals noch"
  },
  {
    "start": 1502.93,
    "end": 1509.21,
    "text": " mit meiner Transparentfolie, wo ich das aufgezeichnet habe und bekam dann von den Studenten Nachbauten"
  },
  {
    "start": 1509.21,
    "end": 1514.25,
    "text": " dieses Gehzeug zugeschickt. Und einige Jahre später hat dann mein Kollege Jürgen Berger,"
  },
  {
    "start": 1514.25,
    "end": 1520.21,
    "text": " der heute das Institut leitet, dann das gelernter Tischlauch, der hat dann dieses Gehzeug gemacht"
  },
  {
    "start": 1520.21,
    "end": 1527.45,
    "text": " und das ist das sozusagen heute weltweit im Verwendungsstehende Gehzeug, um zu demonstrieren,"
  },
  {
    "start": 1527.45,
    "end": 1530.65,
    "text": " wie durch die Autofahrer der öffentliche Raum es braucht wird."
  },
  {
    "start": 1530.65,
    "end": 1535.57,
    "text": " Jetzt kann ich mir vorstellen, dass dieses Gehzeug durchaus auch für viel Kritik vielleicht"
  },
  {
    "start": 1535.57,
    "end": 1537.41,
    "text": " sogar Anfeindungen gesorgt hat."
  },
  {
    "start": 1537.41,
    "end": 1542.53,
    "text": " Also interessanterweise nicht, ganz im Gegenteil. Das wissen wir auch aus mehreren Beispielen,"
  },
  {
    "start": 1542.53,
    "end": 1546.97,
    "text": " weil in dem Augenblick, wo sie mit dem Gehzeug auf, es gibt natürlich Kritik bei den Autofahrern."
  },
  {
    "start": 1546.97,
    "end": 1551.73,
    "text": " Also wenn wir so auf die Straße gehen mit diesem Gehzeug, dann werden wir von Autofahrern"
  },
  {
    "start": 1551.73,
    "end": 1557.49,
    "text": " beschimpft und die tippen dann mit dem Finger am meisten, wenn man ihnen zuschaut, auf den"
  },
  {
    "start": 1557.49,
    "end": 1562.29,
    "text": " Kopf. Das heißt, sie haben ein sehr gut ausgeprägtes Unterbewusstsein, weil sie merken, wo es"
  },
  {
    "start": 1562.29,
    "end": 1567.01,
    "text": " bei ihnen fehlt. Während die anderen Leute, die sich diese Sachen anschauen, dass mit"
  },
  {
    "start": 1567.01,
    "end": 1572.45,
    "text": " der Reform nügen und Homo betrachten. Ich kann mich erinnern, wir waren einmal mit dem"
  },
  {
    "start": 1572.45,
    "end": 1580.09,
    "text": " ORF bei einer Automesse in Prater und da hat mich der zuständige Redakteur, der gesagt"
  },
  {
    "start": 1580.09,
    "end": 1585.13,
    "text": " bei er hat vergessen, mich anzumelden dort. Und hat einfach, wir haben das Gehzeug zusammen"
  },
  {
    "start": 1585.13,
    "end": 1590.29,
    "text": " gebaut und ich bin dann in die Messe hineingegangen und bin durch die Messe herumspaziert. Das"
  },
  {
    "start": 1590.29,
    "end": 1594.21,
    "text": " standen natürlich die Werte dort, die haben den Eingang versperrt, aber ich bin einfach"
  },
  {
    "start": 1594.21,
    "end": 1598.77,
    "text": " mit dem Gehzeug auf sie zugegangen, wie mit einem Auto auf sie zufäll. Und die haben"
  },
  {
    "start": 1598.77,
    "end": 1603.01,
    "text": " sofort den Platz frei gemacht. Und das heißt, die haben das Auto im Kopf und haben sofort"
  },
  {
    "start": 1603.01,
    "end": 1608.19,
    "text": " begriffen, dass sozusagen ein Autosymbol daherkommt. Und ich bin dann herumgegangen und habe natürlich"
  },
  {
    "start": 1608.19,
    "end": 1612.61,
    "text": " beobachtet, was die Leute machen. Die standen damals kamen die SOVs auf. Die standen von"
  },
  {
    "start": 1612.61,
    "end": 1618.25,
    "text": " diesen aufgeblasenen Fröschen, die da herum geblasen sind, eher mit heruntergezogenen"
  },
  {
    "start": 1618.25,
    "end": 1622.61,
    "text": " Mundwinkeln. Und dann haben sie mich gesehen, haben alle zum Lachen angefangen. Das heißt,"
  },
  {
    "start": 1622.61,
    "end": 1627.47,
    "text": " das Auto, das Gehzeug erzeugt eine Menge Freude. Freude bei den Menschen, das ist das eine."
  },
  {
    "start": 1627.47,
    "end": 1632.69,
    "text": " Und in Deutschland gab es ja auch vor einigen Jahren eine Veranstaltung, wo ich empfohlen"
  },
  {
    "start": 1632.69,
    "end": 1637.69,
    "text": " habe, dass die Kinder das Gehzeug verwenden sollen, um zu prüfen, ob ihre Eltern noch"
  },
  {
    "start": 1637.69,
    "end": 1643.93,
    "text": " Menschen sind oder schon Autofahrer. Indem sie das Gehzeug bauen, das Gehzeug dorthin"
  },
  {
    "start": 1643.93,
    "end": 1648.97,
    "text": " stellen, wo die Eltern sonst vor dem Haus parken und dort ihre Spielsachen hinein tun."
  },
  {
    "start": 1648.97,
    "end": 1653.01,
    "text": " Und dann können sie aus dem Fenster zuschauen, was passiert, wenn die Eltern heimkommen."
  },
  {
    "start": 1653.01,
    "end": 1657.09,
    "text": " Und wenn die Eltern heimkommen und mit dem Auto wieder verschwinden, dann wissen sie,"
  },
  {
    "start": 1657.09,
    "end": 1661.13,
    "text": " das sind Menschen. Und wenn die Eltern heimkommen und sich darüber ärgern, und das geht so"
  },
  {
    "start": 1661.13,
    "end": 1665.97,
    "text": " im Euron, dann leben sie nicht mit Menschen zusammen, sondern leben sie mit diesen Maschinen,"
  },
  {
    "start": 1665.97,
    "end": 1670.89,
    "text": " wie ich sagen kann, das Autofahrer zusammen. Eine Schimäre ist das eigentlich."
  },
  {
    "start": 1670.89,
    "end": 1676.29,
    "text": " Abschließend würde ich noch gerne wissen, sie haben ja doch aus kontroweise Ideen, die"
  },
  {
    "start": 1676.29,
    "end": 1681.13,
    "text": " auch strittig diskutiert geworden sind und wahrscheinlich auch immer noch werden, wie"
  },
  {
    "start": 1681.13,
    "end": 1685.41,
    "text": " sind sie damit umgegangen in ihrer Karriere? Ich kann mir vorstellen, dass es ja gar nicht"
  },
  {
    "start": 1685.41,
    "end": 1686.41,
    "text": " so einfach."
  },
  {
    "start": 1686.41,
    "end": 1691.69,
    "text": " Naja, das habe nicht nur ich. Also, wenn man so viel gegenwind hat, dann ist es gut, sich"
  },
  {
    "start": 1691.69,
    "end": 1694.97,
    "text": " ein bisschen mit der Wissenschaftsgeschichte zu beschäftigen. Und das hatten eigentlich"
  },
  {
    "start": 1694.97,
    "end": 1701.69,
    "text": " alle, die neue Ideen hatten. Das sind ja bekannt. Wenn sie zurückdenken, ist ein Paradigmerwechsel."
  },
  {
    "start": 1701.69,
    "end": 1704.89,
    "text": " Und wenn der Paradigmerwechsel stattfindet und der, der nicht mehr im Mittelpunkt des"
  },
  {
    "start": 1704.89,
    "end": 1708.89,
    "text": " Weltaus ist, sondern man stellt fest, das ist zunächst einmal die Sonne und dann später"
  },
  {
    "start": 1708.89,
    "end": 1713.01,
    "text": " stellt man fest, das ist ja auch nur ein Staubkorn in der ganzen Geschichte und dann kommt der"
  },
  {
    "start": 1713.01,
    "end": 1718.79,
    "text": " Einstand daher und so weiter. Das heißt, hier ändert sich das Paradigmer. Und das geht"
  },
  {
    "start": 1718.79,
    "end": 1723.63,
    "text": " leider nicht mehr so, wie es für diejenigen, die das Paradigmer geändert haben, wünschenswert"
  },
  {
    "start": 1723.63,
    "end": 1728.05,
    "text": " wäre. Ich habe nur den großen Vorteil und das kann ich mir erinnern, ist mir im Parlament"
  },
  {
    "start": 1728.05,
    "end": 1733.61,
    "text": " einmal passiert, wo ich in einem Unterausschuss wieder meine Verantwortung wahrgenommen habe"
  },
  {
    "start": 1733.61,
    "end": 1740.27,
    "text": " und vertreten habe. Wo der Verkehrsprecher einer damals großen Partei mich nachher zur Seite"
  },
  {
    "start": 1740.27,
    "end": 1744.77,
    "text": " genommen hat und gesagt hat, seien sie froh, dass sie nicht im Mittelalter leben, wir hätten"
  },
  {
    "start": 1744.77,
    "end": 1749.37,
    "text": " sie sonst schon längst verbrannt. Also insofern, das ist das eine, das zweite ist, ich habe"
  },
  {
    "start": 1749.37,
    "end": 1754.37,
    "text": " auch gelernt, wenn ich angegriffen werde und die werde persönlich angegriffen und darauf"
  },
  {
    "start": 1754.37,
    "end": 1759.17,
    "text": " ging ja ihre Frage hinaus. Dann ist das immer genauso wie im Wirtshaus ein Zeichen, dass"
  },
  {
    "start": 1759.17,
    "end": 1763.21,
    "text": " der, der mich angereift, keine Sachargumente mehr hat. Also ist für mich, ich bin immer"
  },
  {
    "start": 1763.21,
    "end": 1768.81,
    "text": " neugierig, der hat ja keine Sachargumente mehr. Also versucht er den Boden zu zerstören,"
  },
  {
    "start": 1768.81,
    "end": 1775.33,
    "text": " einer ihm angenehmer Botschaft. Das ist ein Rückfall, ein Atavismus in Urverhalten, wo"
  },
  {
    "start": 1775.33,
    "end": 1780.13,
    "text": " jemand seine Keule auspackt, in dem Fall die verbale Keule, oder meinetwegen seine Macht"
  },
  {
    "start": 1780.13,
    "end": 1784.49,
    "text": " einsetzt über die Medien, um den fertig zu machen oder ähnliche Geschichten. Ich habe"
  },
  {
    "start": 1784.49,
    "end": 1789.69,
    "text": " das Glück allerdings gehabt, dass ich zum Beispiel von einem Verkehrsminister viele Jahre, wo"
  },
  {
    "start": 1789.69,
    "end": 1794.69,
    "text": " wir damals erst mal die Transitabgabe eingeführt haben. Es wäre der Minister Laussecker, wo"
  },
  {
    "start": 1794.69,
    "end": 1799.69,
    "text": " wir die zentral verschiebe Bahnhöfe eingeführt haben und den Taktverkehr in Österreich,"
  },
  {
    "start": 1799.69,
    "end": 1804.77,
    "text": " der dann zerstört wurde durch die Bauernkonzerne, die ja nicht eine Takt haben wollten, holen"
  },
  {
    "start": 1804.77,
    "end": 1808.85,
    "text": " ihre Tunnelbauten durchzubringen und ähnliche Geschichten. Das war Minister Laussecker,"
  },
  {
    "start": 1808.85,
    "end": 1813.61,
    "text": " der hat damals, würde ich sagen, weitblickende, und die Schweizer haben das ja auch bestätigt."
  },
  {
    "start": 1813.61,
    "end": 1818.73,
    "text": " Da waren in den 80er Jahren gegenüber der Schweiz weit voraus. Das hat man dann in Österreich"
  },
  {
    "start": 1818.73,
    "end": 1822.89,
    "text": " systematisch zerstört, indem er gesagt hat, wir müssen Tunnel bauen bis zur Bewusstlosigkeit,"
  },
  {
    "start": 1822.89,
    "end": 1827.45,
    "text": " damit wir einen Takt einführen können. Den Gabes sind in den 90er Jahren und die habe"
  },
  {
    "start": 1827.45,
    "end": 1832.93,
    "text": " sogar für die ÖBB eine Optimierung dieses Taktes damals gemacht, der ganz anders ausgeschaut"
  },
  {
    "start": 1832.93,
    "end": 1838.09,
    "text": " hätte, wo wir das Netz erhalten hätten auf der Nebenbahn. Damit jeder Österreicher,"
  },
  {
    "start": 1838.09,
    "end": 1843.85,
    "text": " wo es Schienen geabt war, zu jedem anderen Platz in Österreich in einem Takt hätte"
  },
  {
    "start": 1843.85,
    "end": 1849.25,
    "text": " fahren können. Und wir haben das auch empirisch, also anhand der Daten sehr gut abgesichert."
  },
  {
    "start": 1849.25,
    "end": 1853.81,
    "text": " Und es hätte, wenn wir das alle Jahre oder alle fünf Jahre durch Zählungen verbessert"
  },
  {
    "start": 1853.81,
    "end": 1858.33,
    "text": " hätten, optimiert werden können. Aber das war nicht der Wünsch. Man wollte Tunnel bauen,"
  },
  {
    "start": 1858.33,
    "end": 1862.77,
    "text": " indem man den Politikern einreden wollte, man kann Zeit im Verkehrssystem sparen durch"
  },
  {
    "start": 1862.77,
    "end": 1866.41,
    "text": " Geschwindigkeit. Das gibt es aber nicht. Es gibt keine Zeiteinsparung."
  },
  {
    "start": 1866.41,
    "end": 1870.69,
    "text": " Aber inwiefern hatten Sie dadurch Glück, weil Sie haben begonnen mit, ich habe Glück gehabt?"
  },
  {
    "start": 1870.69,
    "end": 1874.57,
    "text": " Dass ich diese Politiker getroffen habe. Wenn Sie diese Politiker nicht treffen,"
  },
  {
    "start": 1874.57,
    "end": 1878.93,
    "text": " werden Sie in der Regel nicht mit diesen Fragen konfrontiert. Und nachdem ich immer in der"
  },
  {
    "start": 1878.93,
    "end": 1883.93,
    "text": " Praxis gearbeitet habe, kommen die Fragen ja aus der Praxis. Und nachdem ich die Menschen"
  },
  {
    "start": 1883.93,
    "end": 1889.17,
    "text": " mag, interessieren mich die Menschen und ich beobachte die Menschen, wo sie leiden und"
  },
  {
    "start": 1889.17,
    "end": 1894.53,
    "text": " wo sie glücklich reinschauen. Und wenn ich mir anschaue, welcher Jugend ich hatte am"
  },
  {
    "start": 1894.53,
    "end": 1899.97,
    "text": " Dorf, wo es keine Autos gab, dann muss ich versuchen, den Studenten klar zu machen,"
  },
  {
    "start": 1899.97,
    "end": 1905.61,
    "text": " wie eine Welt ausschaut, die ohne Autos ist. Das heißt nicht, dass es keine Autos gibt,"
  },
  {
    "start": 1905.61,
    "end": 1910.97,
    "text": " sondern die Autos, die noch hereinkommen, dienen uns allen. Und die müssen sich in unserem"
  },
  {
    "start": 1910.97,
    "end": 1915.93,
    "text": " Lebensraum so aufführen, wie wir auch. Das heißt, der muss mit Schlittgeschwindigkeit"
  },
  {
    "start": 1915.93,
    "end": 1920.93,
    "text": " im Ort eben fahren. Und wenn ich dort eben langsam fahre, um in beiden Dienstleistungen"
  },
  {
    "start": 1920.93,
    "end": 1925.77,
    "text": " zu erlegen, außer eine Notsituation, also die Rettung oder die Feuerwehr, das ist dann"
  },
  {
    "start": 1925.77,
    "end": 1929.93,
    "text": " klar, dann gibt man im Platz frei. Aber da ist sie ja auch vorhanden. Allerdings nur"
  },
  {
    "start": 1929.93,
    "end": 1933.37,
    "text": " mehr ein Bruchteil dessen, was wir heute an das Falt und Beton haben."
  },
  {
    "start": 1933.37,
    "end": 1936.41,
    "text": " Herr Knopflacher, vielen Dank für das Gespräch. Gerne."
  },
  {
    "start": 1936.41,
    "end": 1941.65,
    "text": " Und damit auch ein herzliches Dankeschön an euch, liebe Hörerinnen und Hörer. Was denkt"
  },
  {
    "start": 1941.65,
    "end": 1947.25,
    "text": " ihr? Müssen die Autos überhaupt weniger werden? Schreibt uns euren Kommentar gerne auf"
  },
  {
    "start": 1947.25,
    "end": 1952.93,
    "text": " das Standardpunkt AT/Zukunft. Dort findet ihr auch viele weitere Themen über das Leben"
  },
  {
    "start": 1952.93,
    "end": 1958.85,
    "text": " und die Welt von morgen. Wenn euch unser Podcast gefällt, dann lasst uns doch eine gute Bewertung"
  },
  {
    "start": 1958.85,
    "end": 1964.53,
    "text": " da. Unterstützen könnt ihr uns aber natürlich auch mit einem Abo. Infos dazu findet ihr"
  },
  {
    "start": 1964.53,
    "end": 1971.53,
    "text": " unter Abo.standard.at. Diese Folge wurde produziert von Christoph Neuwert. Die nächste"
  },
  {
    "start": 1971.53,
    "end": 1976.57,
    "text": " Folge erscheint wieder in zwei Wochen. Bis dahin alles Gute und bis zum nächsten Mal."
  },
  {
    "start": 1977.25,
    "end": 1979.25,
    "text": " [Musik]"
  }
]