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    "text": ""
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    "text": "Im Streit um Grünland geht jetzt auch die Europäische Union in die Offensive."
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    "text": "Nachdem Donald Trump geschimpft, gedroht und neue Zölle gegen die EU angekündigt hatte, will die EU jetzt ihrerseits mit Gegenmaßnahmen reagieren."
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    "text": "Die Rede ist von einer sogenannten Handelsbarsucker."
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    "text": "Was das genau bedeutet und welche Auswirkungen der Streit zwischen Europa und den USA auf uns alle noch haben werden, darüber sprechen wir heute."
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    "text": "Ich bin Daniel Rechizekker, das ist Thema des Tages, der Nachrichten-Podcast des Standard."
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    "text": "Ich meine, Grönland ist ja schon ein Thema, das Trump schon seit vielen, vielen Jahren schon in seiner ersten Amtszeit beschäftigt hat, das er gesagt hat, eigentlich sollte Grönland zu den USA gehören."
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    "text": "Und ganz am Anfang seiner zweiten Amtszeit hat er das auch wiederholt."
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    "text": "Und kurz nach dieser ... aus seiner Sicht sehr erfolgreichen Militäraktionen Venezuela, wo er den Präsidenten-Machthaber Maduro da herausgeholt hat, hat er plötzlich wieder Grönland aufs Tapet gebracht und gesagt, ja, das nächste ist, wir brauchen Grönland wegen der militärischen Gefahr, die von Russland und China ausgeht."
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    "text": "Das war immer sein Argument."
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    "text": "Wir werden Grönland bekommen und dann hat sich von Tag zu Tag diese Rhetorik verschärft."
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    "text": "Wir werden es bekommen, entweder den sanften Weg oder den harten Weg."
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    "text": "Dann hat er vergangene Woche erstmals darüber gesprochen, dass er Zölle aussprechen wird gegen Dänemark, aber auch andere Staaten, nämlich diese europäischen Staaten, NATO-Mitglieder, die als Solidarisierung für Dänemark einige Soldaten geschickt haben, wirklich nur eine Hand voll, auch nur ganz kurz, aber es war so ein symbolischer Akt zu sagen, wir stehen hinter Dänemark."
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    "end": 140.69,
    "text": "Dänemark kann nicht gezwungen werden, ein Gebiet, wo es Souveränität hat, das zu Dänemark gehört, hier aufgrund von Erpressung des amerikanischen Präsidenten herzugeben."
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    "end": 160.07,
    "text": "Und schließlich, nach dieser noch etwas wageren Zolldrohung am Freitag, kam am Wochenende plötzlich einen Eintrag in Posting auf seiner Plattform Truff Social, wo er ganz konkret gesagt hat, diese acht Staaten werden mit Zölln belastet, nämlich zehn Prozent ab dem ersten Februar, das ist schon ziemlich nah."
  },
  {
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    "text": "Und dann wird dieser Wert auch für rund zwanzig Prozent steigen, wenn Grönland nicht an die USA verkauft werden."
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    "text": "Er hat hier nicht von militärischer Aktion gesprochen, sondern offenbar ist er bereit dafür, etwas Geld auf den Tisch zu legen."
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    "end": 183.53,
    "text": "Aber es war klar, wenn wir das nicht bekommen, dann eröffnen wir eine neue Front, eine Handelskrieg gegen ganz wichtige europäische Verbündete."
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    "text": "Was"
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    "text": "mich in dieser Drohung bzw."
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    "end": 195.91,
    "text": "in dieser Ankündigung interessiert ist, warum gerade diese acht europäischen NATO-Länder, du hast schon gesagt, das waren jene Länder, die tatsächlich diese Beobachtungstruppen nach Grönland entzahnt haben."
  },
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    "end": 203.53,
    "text": "Aber wenn ich das richtig in Erinnerung habe, war ja auch der Sinn und Zweck dieser Beobachtungsmission, den Präsidenten zu signalisieren."
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    "end": 209.37,
    "text": "Du musst dir keine Angst vor Russland und China in Grönland haben, weil wir sind ja mit unseren Truppen eh vor Ort."
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    "start": 209.41,
    "end": 214.25,
    "text": "Die NATO ist quasi vor Ort und schützt Grönland vor möglichen Interessen aus dem Osten."
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    "end": 216.109,
    "text": "Da scheint er völlig nach hinten losgegangen zu sein."
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    "end": 224.37,
    "text": "Ich glaube, das war ein doppeltes Signal, ja, zu sagen, wir sind militärisch hier präsent, aber in erster Linie sind die USA ja dort präsent."
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    "end": 230.71,
    "text": "Die haben eine Militärbasis, die einmal viel viel größer war, aber die jederzeit auch ausgebaut werden könnte."
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    "text": "Also diese Truppen, die da geschickt wurden, das war eher ein Zeichen der Solidarisierung, mit denen mag."
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    "end": 245.73,
    "text": "Das war schon ein, könnte man sagen, eine... Ja, zumindest ein Signal an Trump nimmt uns ernst und das hat er sehr wohl als Provokation gesehen."
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    "text": "Also es hat wieder mal gezeigt, wenn man sich Trump entgegenstellt, dann kann das sehr wohl eine weitere Eskalation hervorrufen."
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    "text": "Das müssen sich der Europäer auch bewusst sein."
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    "end": 256.79,
    "text": "Das ist in diesem Fall passiert."
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    "text": "Allerdings wissen wir, wenn man sich dem ihm nicht entgegenstellt, dann macht er ebenso weiter."
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    "end": 267.93,
    "text": "Die Europäische Union will jetzt auch mit Gegenmaßnahmen auf diese angedrohten Zölle Regieren."
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    "text": "am Donnerstag soll es einen EU-Gipfel geben, weiß man denn schon konkretes, was genau dort beschlossen werden könnte."
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    "end": 288.63,
    "text": "Es gab ja schon einen Handelskrieg zwischen den USA und der EU, der damals von diesem Liberation Day am zweiten April begonnen hat, wo ja die USA, wo ja Trump schon sehr, sehr hohe Zölle gegen die EU ausgesprochen an angedroht hat."
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    "end": 292.55,
    "text": "Und damals hat schon die EU ein Art Paket geschnürt."
  },
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    "end": 300.13,
    "text": "Und ich glaube, es sind ungefähr dreiundneinzig Milliarden Dollar an Gegenzollen, die man verhängen kann gegen amerikanische Waren."
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    "end": 301.83,
    "text": "Da gibt es auch verschiedene Gruppen."
  },
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    "end": 309.77,
    "text": "Da gab es schon eine Gruppe, wo sehr speziell Whisky und Harley-Davidson Motorräder und davon betroffen sind und dann auch viele andere Produktgruppen."
  },
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    "end": 325.39,
    "text": "Und das wurde dann aufgrund dieses Abkommens, das Trump hier mit der Kommissionspräsidentin Ursula van der Leyen da in Schottland geschlossen hat, wo sie sich darauf geeinigt haben, die Zölle auf europäische Produkte werden auf fünfzehn Prozent beschränkt."
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    "end": 343.61,
    "text": "Dafür bekommen die USA einen zollfreien Zugang zum europäischen Markt, also Nullzölle, plus eine Zusage von ganz großen Investitionen europäischer Unternehmen und noch hunderte Milliarden an Energielieferungen, die man von den USA nehmen würde."
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    "end": 356.27,
    "text": "Also insgesamt war das ein Paket, das sehr günstig für die USA war, wo viele gesagt haben, Europa ist jetzt viel zu sehr in die Knie gegangen, sollte jetzt in Kürze auch vom EU-Parlament ratifiziert werden und in Kraft treten."
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    "text": "Und was kann die EU jetzt tun?"
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    "text": "Das eine ist, dass wahrscheinlich diese Ratifizierung oder mit großer Sicherheit jetzt einmal nicht stattfinden wird."
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    "text": "Das heißt, dieses Paket, das noch nicht formal in Kraft ist, wird er mal ausgesetzt."
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    "text": "Das zweite ist, dass diese Gegenzölle von knapp an die hundert Milliarden Dollar könnten."
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    "end": 382.45,
    "text": "in Kraft treten, als Reaktion auf die amerikanischen neuen Zölle für diese acht Staaten."
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    "text": "Also das wäre dann erst nach dem ersten Februar, also wenn das tatsächlich passieren würde."
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    "end": 401.469,
    "text": "Und das Dritte ist, und das ist so ein bisschen, das wird als die Handels-Basooka bezeichnet, vor zwei oder drei Jahren hat die EU so einen Beschluss gefasst, dass sie ein neues Instrument schaffen, das heißt das Anti-Coercion Instrument, gegen Zwanginstrument."
  },
  {
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    "end": 420.51,
    "text": "Also wenn europäische Staaten oder die EU auf einer Weise unter Druck gesetzt werden, gezwungen werden sollen, etwas zu tun, was inakzeptabel ist, dann kann die EU ganz drastische Gegenmaßnahmen ergreifen, die gehen Natürlich im Bereich von Zöllen hat sie dann sehr viel Spielraum, da noch viel größere aufzuerlegen."
  },
  {
    "start": 420.93,
    "end": 431.85,
    "text": "Aber auch sagen wir zum Beispiel gegenüber den USA hier, die Geschäftsbasis von den großen Technologieunternehmen hier einzuschränken oder sie möglicherweise überhaupt zu verbannen."
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    "end": 436.07,
    "text": "Und wir reden hier nicht nur von Elon Musk X und seinen anderen Firmen."
  },
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    "text": "Es geht auch um Meta, es geht um Alphabet, also Google."
  },
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    "end": 451.43,
    "text": "Also das ist ein Bereich, wo die USA ja in diesen Technologie-Dienstleistungen, wo die USA sehr viel in Europa verkaufen, war ein guter Teil der Einnahmen dieser großen Konzerne."
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  {
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    "end": 458.61,
    "text": "kommen aus Europa und da, sagt die EU, da hätten wir dann die Möglichkeit hier mit drastischen Mitteln vorzugehen."
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  {
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    "end": 462.09,
    "text": "Allerdings wäre das insofern ein zweischneidendes Schwert."
  },
  {
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    "end": 473.33,
    "text": "Erstens einmal würde es eine wiederum eine Gegenreaktion der USA hervorrufen, also den Handelskrieg auf eine wirklich dramatische Ebene erhöhen und damit auch der europäischen Wirtschaft schaden."
  },
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    "end": 479.73,
    "text": "Aber natürlich wir verwenden ja diese amerikanischen Technologieprodukte, diese Dienstleistungen ja ständig."
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    "end": 488.25,
    "text": "Wir googeln die ganze Zeit, wir verwenden Microsoft Teams oder Zoom oder Facebook oder Instagram und so weiter und so fort."
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    "start": 488.35,
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    "text": "WhatsApp."
  },
  {
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    "end": 493.51,
    "text": "und wenn man sagt, nein, wir schneiden jetzt Europa davon ab, schneidet man sich auch ins eigene Fleisch."
  },
  {
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    "end": 495.89,
    "text": "Also das alles ist eine sehr, sehr schwierige Situation."
  },
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    "text": "Was davon am Donnerstag wirklich beschlossen wird, wissen wir nicht."
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    "end": 501.13,
    "text": "Wahrscheinlich vorerst einmal nichts."
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    "end": 504.469,
    "text": "Wahrscheinlich versucht man einmal noch mit Trump zu verhandeln."
  },
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    "end": 507.73,
    "text": "Und die erste Gelegenheit dafür wird sich bereits am Mittwoch bieten."
  },
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    "end": 512.61,
    "text": "Donald Trump reist nach Europa, er kommt nach Davos und dort wird es sicher."
  },
  {
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    "end": 535.13,
    "text": "Zumindest gewisse Gespräche geben, um zu schauen, kann man diesen Konflikt jetzt einmal so weit entschärfen, dass man vielleicht, was der Trump in der Vergangenheit immer wieder getan hat, zumindest die Ultimaten verlängert, sagen wir die Fristen verlängert und sagt statt dem ersten Februar gibt es noch drei Monate Zeit und dann hat man wieder Zeit, möglicherweise den wirklichen großen Handelskrieg zu vermeiden."
  },
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    "end": 537.25,
    "text": "Da weit schon sehr viel trenn in dieser Antwort, Erik."
  },
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    "end": 538.89,
    "text": "Dröseln wir es vielleicht etwas auf."
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    "end": 545.89,
    "text": "Sprechen wir noch mal ganz kurz über die Möglichkeiten, die die Europäische Union hat mit dieser sogenannten Handelsbasucker."
  },
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    "text": "Sehr interessantes Wort auf jeden Fall."
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    "text": "Aber wenn wir das konkretisieren,"
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    "text": "wie"
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    "text": "kann Europa?"
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    "end": 557.27,
    "text": "den USA theoretisch ein wirtschaftlicher Hinsicht tun."
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    "text": "Also wie schmerzhaft könnte es für die USA werden?"
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    "end": 561.53,
    "text": "Du hast schon die vielen Dienstleister angesprochen."
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    "end": 568.89,
    "text": "Lass mal vielleicht einmal kurz weg, dass es natürlich auch europa wehtun würde, aber ist das ausreichend, um wirklich ein Umdenken vielleicht auch in den USA?"
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  {
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    "end": 592.79,
    "text": "Das Wort umdenken ist immer sehr schwierig, wenn es um Donald Trump geht, weil da ist ja nicht ein großer strategischer Plan, wie man die amerikanischen Wirtschaftsinteressen maximieren kann, sondern da ist ein Mann, der getrieben wird von seinen eigenen Wünschen, Vorstellungen, Zielen, Ambitionen, auch seinen Ressentiments und die sind gerade gegenüber der EU sehr, sehr stark."
  },
  {
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    "end": 598.41,
    "text": "Also ja, Europa kann, die EU kann, der amerikanischen Wirtschaft wehtun."
  },
  {
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    "end": 603.53,
    "text": "nicht in einem Ausmaß, wo jetzt die amerikanische Wirtschaft in eine Rezession stürzen würde oder so."
  },
  {
    "start": 603.63,
    "end": 608.39,
    "text": "Also die Verwundbarkeit ist in Europa auch noch sehr, sehr stark, möglicherweise noch stärker."
  },
  {
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    "end": 613.17,
    "text": "Das heißt, wir haben hier zwei der größten Wirtschaftsblöcke der Welt, die einfach voneinander abhängig sind."
  },
  {
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    "end": 615.81,
    "text": "Und ja, sie können einander Schmerzen zufügen."
  },
  {
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    "end": 619.99,
    "text": "Aber was immer sie dem anderen zufügt, fällt auch auf einen wieder zurück."
  },
  {
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    "end": 629.11,
    "text": "Am Ende wären aus wirtschaftlicher Sicht und auch aus der Sicht der Konsumenten, der Bürgerinnen und Bürger, der Steuerzahler, Beide verlieren."
  },
  {
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    "text": "Wenn wir jetzt ein bisschen in den Osten blicken, wir haben auf der einen Seite jetzt einen möglichen Wirtschaftskrieg mit den USA im Osten einen tatsächlichen Krieg."
  },
  {
    "start": 637.41,
    "end": 642.73,
    "text": "Die Ukraine wird angegriffen von Russland und Europa ist da irgendwie zumindest geografisch gesprochen dazwischen."
  },
  {
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    "end": 644.55,
    "text": "Ich meine, unangenehmer kann es ja kommen werden, oder?"
  },
  {
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    "text": "Absolut."
  },
  {
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    "end": 654.41,
    "text": "Und das war eines der Gründe, warum eigentlich die Europäer nach dieser Handelskriegserklärung vom vergangenen April sehr vorsichtig vorgegangen sind."
  },
  {
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    "end": 665.97,
    "text": "Weil man gesagt hat, na ja, wir brauchen die USA als Handelspartner, aber wir brauchen sie noch mehr als militärischer Partner, als Garanteur unserer Sicherheit."
  },
  {
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    "end": 676.87,
    "text": "In der NATO, wir benötigen die NATO und wir brauchen ganz konkret die Unterstützung der USA für die Ukraine, die hier Donald Trump fast vom Tag ein seiner Präsidentschaft infrage gestellt hat."
  },
  {
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    "end": 687.77,
    "text": "Und aus dem heraus kam diese Lösung zu sagen, okay, wir schließen ein Abkommen, das für uns ungünstig ist, aber irgendwo vertretbar ist, mit dem man leben kann."
  },
  {
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    "end": 699.73,
    "text": "Da war immer die Bedingung, ja, aber Trump darf da nicht dieses Abkommen selbst brechen, beziehungsweise auf diese Fünfzehn-Prozent-Zölle noch Zölle drauflegen, weil er irgendetwas anderes erreichen möchte."
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    "text": "Das hatte ich ja schon gegenüber anderen Ländern auch gemacht."
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    "text": "In Brasilien zum Beispiel hat er da Fünfzig-Prozent-Zölle irgendwann einmal verhängt."
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    "text": "weil in Brasilien sein Freund, ehemalige Staatspräsident Bolsonaro, hier verurteilt wurde wegen einem Putschversuch bei Indien und so."
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    "text": "Also da hat man gesagt, das geht nicht."
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    "text": "Dieses Abkommen, die fünfzehn Prozent, die müssen halten."
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    "text": "Ab nun sind wir nicht mehr bereit, hier Dinge zu akzeptieren, die eigentlich in der internationalen Handelspolitik nicht akzeptabel sind, weil wir die USA in der Ukraine brauchen."
  },
  {
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    "end": 740.31,
    "text": "Und da hat sich möglicherweise etwas geändert."
  },
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    "text": "Zwei Dinge."
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    "text": "Das eine war, die USA liefern ja keine Waffen mehr direkt in die Ukraine bzw."
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    "text": "alles was aus den USA kommt wird von Europa bezahlt."
  },
  {
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    "end": 762.45,
    "text": "Und das zweite aber ist, und das ist ganz interessant, weil ja der französische Präsident Macron gerade jetzt gesagt hat, dass Eine ganz wichtige Teil der amerikanischen Unterstützung für die Ukraine waren die Geheimdiensttätigkeiten, die Aufklärung."
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    "text": "Und da hat Macron gesagt, zwei Drittel dieser Aufklärungstätigkeiten hat Frankreich inzwischen übernommen."
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    "text": "Sprich, wir sind von den USA nicht mehr so abhängig oder die Ukraine ist nicht mehr so abhängig."
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    "text": "Das heißt, man hat sehr wohl mehr Spielraum mit größerer Härte gegenüber amerikanischen Zolldrohungen zu reagieren."
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    "text": "ohne fürchten zu müssen, dass dann die Ukraine praktisch durch das Ende der Aufklärung Unterstützung blind wird und die Russen damit sehr leicht vorwärts marschieren können."
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    "text": "Russland hat überhaupt im Vergleich zu dem, wie es noch vor einigen Wochen war, sehr wenig militärische Fortschritte gemacht."
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    "end": 804.49,
    "text": "Das heißt, dieses Vormarschieren an der Front ist wieder zum Stillstand gekommen, also im Augenblick."
  },
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    "start": 804.99,
    "end": 809.29,
    "text": "könnte es so sein, dass die Europäer sagen, die Ukraine ist nicht mehr so verwundbar."
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  {
    "start": 809.63,
    "end": 811.47,
    "text": "Dadurch sind wir nicht mehr so verwundbar."
  },
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    "text": "Heißt, wir können jetzt mit größerem Selbstbewusstsein Trump entgegengetreten."
  },
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    "end": 826.79,
    "text": "Und wenn auch vor allem so eine... Unverschämtheit macht, wie zu sagen, ich will Grönland haben und dafür hier an das Handelsabkommen hier in Frage stellt bzw."
  },
  {
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    "end": 828.13,
    "text": "praktisch zereist."
  },
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    "end": 830.27,
    "text": "Ja, das werden wir uns nicht bieten lassen."
  },
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    "end": 835.79,
    "text": "Wir werden nicht wieder in die Knie gehen, sondern wir lassen uns hier auf einen echten Handelskonflikt ein."
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  {
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    "end": 840.25,
    "text": "In der Erwartung, dass Trump dann selbst den Schwanz wieder einzieht."
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    "text": "Vergessen wir nicht."
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    "end": 850.81,
    "text": "Im vergangenen Jahr nach diesem April hat China genauso reagiert, als Trump sehr hohe Zölle auf China verhängt hat, haben die absolut zurückgeschlagen."
  },
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    "end": 856.47,
    "text": "Daraufhin kam es dann auch Eskalation, genau auf, ich glaube, bis zu Hundertfünfzig, Hundertvierzig, Hundertfünfzig Prozent."
  },
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    "end": 856.69,
    "text": "Das waren"
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    "end": 857.85,
    "text": "doch noch Phantasie-Zahlen am Ende."
  },
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    "end": 863.95,
    "text": "Dass den Handel komplett geschlossen hätte, am Ende hat Trump sich mit China geeinigt."
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    "end": 869.15,
    "text": "Da ist dieses berühmte Wort entstanden, Trump always checkens out, Taco."
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    "end": 876.85,
    "text": "Trump gibt am Ende immer nach und das ist vielleicht jetzt auch die Hoffnung oder die Überlegung von der EU zu sagen."
  },
  {
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    "end": 883.21,
    "text": "Wir zeigen jetzt Härte und gehen davon aus, dass es am Ende nicht so heiß gegessen wird, wie es gekocht wurde."
  },
  {
    "start": 883.47,
    "end": 899.49,
    "text": "Das heißt aber im Umkehrschluss auch, dass jeglicher Deal, den man mit den USA in Zukunft schließt und auch wenn man auf andere Länder blieb, die werden sich das auch ganz genau anschauen, ist eigentlich alles relativ irrelevant, weil wenn man sich auf etwas einigt, dann wird es ein paar Monate später über den Haufen geworfen, weil der Präsident irgendetwas möchte."
  },
  {
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    "end": 902.45,
    "text": "Das heißt, die USA verlieren auch Extrem und Glaubwürdigkeit."
  },
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    "end": 903.33,
    "text": "Das auf jeden Fall."
  },
  {
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    "end": 908.61,
    "text": "Also ich glaube, das Kapital oder die Währung Glaubwürdigkeit wurde seit Trumps Amtsantritt."
  },
  {
    "start": 909.05,
    "end": 910.59,
    "text": "dramatisch abgewertet."
  },
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    "end": 916.67,
    "text": "Jeder weiß, mit Trump kann man keine langfristigen Abkommen schließen, weil es immer wieder was Neues aufkommen wird."
  },
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    "end": 919.31,
    "text": "Aber aus Trumps Sicht ist das so eine Sache."
  },
  {
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    "end": 922.17,
    "text": "Er sieht sich so ein bisschen wie als Immobilieninvestor."
  },
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    "text": "Ja, wir schließen halt irgendwelche Vereinbarungen, aber wenn sich was Besseres ergibt, dann schlagen wir wieder zu."
  },
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    "end": 929.97,
    "text": "Ihm scheint das ziemlich egal zu sein."
  },
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    "start": 930.77,
    "end": 934.23,
    "text": "Aber langfristig ist es für die USA natürlich ein ganz, ganz großer Verlust."
  },
  {
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    "text": "Und es führt auch dazu, dass diese Bereitschaft, das, was er sich hervorstellt, ist."
  },
  {
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    "end": 944.25,
    "text": "Ich bin der mächtigste Mann der Welt und jeder zittert von mir und jeder gibt nach."
  },
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    "text": "Und das geschieht auch genug."
  },
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    "end": 964.93,
    "text": "Aber wenn sehr wohl starke... gegen Kräfte, so wie die Europäische Union, die ja absolut mehr Einwohner hat und eine vergleichbare Wirtschaftskraft, dann sagt, nein, das tun wir nicht, wir zittern nicht vor diesem Mann, sondern wir halten etwas entgegen, dann wird es für Trump viel schwerer seinen Willen durchzusetzen."
  },
  {
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    "end": 975.65,
    "text": "Und das könnte jetzt sehr wohl das Szenario sein, dass sich jetzt ergibt, dass dieses Ungleichgewicht zwischen den USA, die sagen, wir drohen und wir bekommen dann nicht alles, aber sehr viel."
  },
  {
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    "end": 999.13,
    "text": "Und die Europäer, die sagen, der Preis Konfrontation mit den USA ist uns zu hoch, dass sich das jetzt ändern wird und wird es für jetzt eine viel, viel härtere, viel unangenehmere, auch eine gefährlichere Beziehungskrise zwischen den USA und Europa erleben, aber möglicherweise eine, wo Trump dann viel weniger durchsetzen kann als in seinem ersten Jahr."
  },
  {
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    "end": 1003.97,
    "text": "Was mich in dieser Thematik ebenfalls noch interessiert, ist das Verhalten von Großbritannien bzw."
  },
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    "end": 1006.03,
    "text": "von der britischen Regierung."
  },
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    "end": 1010.75,
    "text": "Denn eigentlich ist Großbritannien kein EU-Mitgliedsland mehr."
  },
  {
    "start": 1011.11,
    "end": 1018.53,
    "text": "Aber trotzdem scheint man hier sehr eng miteinander zu kooperieren, sei es eben beim Thema Grönland, aber im Vorfeld auch immer schon wieder bei der Ukraine."
  },
  {
    "start": 1018.87,
    "end": 1024.29,
    "text": "Da scheint sich eine neue europäisch-britische Achse zu bilden mit Kirstama, Emmanuel Macron, Friedrich Merz etc."
  },
  {
    "start": 1025.15,
    "end": 1029.47,
    "text": "quasi eine Annäherung aufgrund inzwischen mehrerer gemeinsamer Feinde im Ausland?"
  },
  {
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    "end": 1041.99,
    "text": "Ja, also vergessen wir nicht, Großbritannien ist ja weiterhin ein Atomitglied und dadurch auch mit den europäischen Staaten hier sehr wohl, wenn es um den militärischen Fragen geht, auch um viele politische, immer noch Verbündete."
  },
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    "end": 1049.81,
    "text": "Und Gisdama Weil er nicht für den Brexit, also er ist ja nicht glücklich darüber und hat versucht sich wirklich an die EU wieder anzunähern."
  },
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    "end": 1064.11,
    "text": "Das Interessante an der Geschichte jetzt mit Grönland ist, dass Grönland ist ein Sicherheitsthema, ist ein NATO-Thema und da ist da absolut auf der Seite von den großen EU-Staaten genauso wie er es auch bei der Ukraine ist."
  },
  {
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    "end": 1074.51,
    "text": "Ein gleichwertiger Partner sogar vielleicht eines der wichtigsten Kräfte, die der europäischen Position auch eine gewisse Macht- und Durchschlagskraft verleiht."
  },
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    "text": "In der Handelspolitik hingegen haben die Briten ja einen besseren Deal ausschlagen können, nämlich nur zehn Prozent Zöller."
  },
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    "text": "Und während der Europäer mussten sich mit fünfzehn Prozent zufrieden geben."
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    "end": 1106.37,
    "text": "Und in dem Trump jetzt wegen Grönland, auch Großbritannien, diese extra zehn oder bis zu extra fünfundzwanzig Prozent androht, bringt er die Briten in der Handelspolitik, wo sie eigentlich ... Seiten Brexit ein bisschen einen eigenen Weg gehen und auf den auch immer noch stolz sind näher an die EU heran."
  },
  {
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    "text": "Und ich glaube, das spielt hier eine große Rolle und damit verspielt er auch das Kapital, dass er sich hier mit dieser Sonderbeziehung zu London hier erarbeitet hat."
  },
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    "end": 1124.45,
    "text": "Es gibt auch eine weitere unter Anführungszeichen Sonderbeziehung, aber vielleicht eher auf einer persönlichen Ebene, nämlich zwischen Donald Trump und der italienischen Ministerpräsidentin Georgia Meloni."
  },
  {
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    "text": "Die hat sich jetzt erneut als Vermittlerin angeboten in diesem ganzen Konflikt."
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    "end": 1135.05,
    "text": "Kann sie da irgendwas erreichen oder ist das eine... Profilierung des eigenen Images."
  },
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    "end": 1146.43,
    "text": "Meloni spielt hier ein sehr geschickt, so ein Doppelspiel, einerseits gehört sie absolut zu den rechtspopulistischen Parteien, die ja auch von den USA bewusst gefördert werden."
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    "text": "Diese nationale Sicherheitsstrategie wurde das ja ganz konkret angesprochen."
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    "text": "Da sind auch Parteien wie die AfD und die FPÖ dabei."
  },
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    "end": 1163.87,
    "text": "Und Meloni gilt so als Liebkind in Washington, weil sie dort auch eine Rechtspopulistin oder sogar in gewisser Weise sogar eine extrem rechte Politikerin ist."
  },
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    "end": 1172.55,
    "text": "Und gleichzeitig aber versucht sie in der EU auch durch eine gute Beziehung zu Ursula van der Leyen und so eine konstruktive Rolle zu spielen."
  },
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    "text": "Und tatsächlich hier zu sagen, ich stehe hier in der Mitte, ich bin jemand, die mit beiden Seiten auch reden kann."
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    "text": "Sie hat sich bei dieser Grönlands-Zoll-Drohung, hat sich sehr wohl, sich sehr kritisch geäußert."
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    "text": "Das heißt, hier die europäische Position unterstützt."
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    "text": "Aber gleich gesagt, ich kann ja vielleicht vermitteln nicht, habe ja diesen guten Gesprächsdraht zu Washington noch zu Trump persönlich."
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    "text": "Ob der wirklich umgesetzt werden kann, das bezweifle ich wieder."
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    "text": "Italien hat hier nicht sehr viel auf die Wachschale zu bringen."
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    "text": "Sehr viel bei Trump wird von Befindlichkeiten getrieben, von emotionalen Reaktionen."
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    "text": "Er hört auch gerne auf den letzten Rat, auf das letzte Gespräch, das er geführt hat."
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    "end": 1229.15,
    "text": "Und so gesehen ist es auch möglich, wenn Miloni zum Telefonhörer greift, dass sie ihn dann mit ein paar geschickten Worten hier sehr wohl einmal ein wenig abbringen kann, zumindest von der sofortigen Umsetzung seines Grönland-Planes."
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    "end": 1232.37,
    "text": "Ich glaube nicht, dass es irgendjemand in Europa gelingen wird."
  },
  {
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    "end": 1245.45,
    "text": "Das Thema Grönland überhaupt aus seinem Kopf zu vertreiben und die vehemenz mit der er das vorbringt grönland muss amerikanisch werden gehört zu uns lässt nicht viel spielraum für kompromisse."
  },
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    "end": 1263.45,
    "text": "das heißt im moment glaube ich ist die einzige chance dass man trump vom thema ein bisschen wieder wegbringt einfach zeit gewinnt und so die sache in die länge zieht und auf diese weise versucht die große escalation zu vermeiden die wenn es zum handelskrieg käme ja auch für italien schmerzhaft wäre."
  },
  {
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    "end": 1274.17,
    "text": "Aber den wirklichen, großen Grönland-Stil, den kann ich mir nicht nur vorstellen, weder Meloni noch irgendjemand anderer, glaube ich, hatte eine Idee, wie man diesen Konflikt lösen könnte."
  },
  {
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    "end": 1285.19,
    "text": "verstehe ich dieses Interesse von Donald Trump an Grönland zugegebenermaßen immer noch nicht, beziehungsweise die Behemäns, die du gerade angesprochen hast, mit der auf diesem Thema derzeit zumindest drauf bleibt."
  },
  {
    "start": 1285.51,
    "end": 1296.25,
    "text": "Denn dass es gewisse Interessen gibt, gut, das sei dahingestellt, da haben wir auch schon sehr viele Podcast-Folgen drüber gemacht, da sind hunderte Artikel drüber geschrieben worden, Stichwort militärische Möglichkeiten, Stichwort seltene Erden etc."
  },
  {
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    "end": 1297.33,
    "text": "Lass mal das mal weg."
  },
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    "end": 1298.57,
    "text": "Aber es gab ja andere"
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    "text": "Bereiche,"
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    "end": 1306.25,
    "text": "wo Donald Trump sich vor einigen Monaten noch gewisse Möglichkeiten ausgemalt hat, von denen er wieder Abgerückt ist."
  },
  {
    "start": 1306.33,
    "end": 1314.15,
    "text": "Ich meine, der Panama-Kanal, und das können wir uns noch alle erinnern, der sollte zurück zu den USA kommen, Kanada sollte ein neuer US-Bundesstaat werden."
  },
  {
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    "end": 1317.43,
    "text": "Und davon haben wir jetzt eigentlich alle seit Monaten nichts mehr gehört."
  },
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    "text": "Warum vergisst du dieses Thema nicht ganz?"
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    "text": "banal gesagt."
  },
  {
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    "end": 1328.09,
    "text": "Ich wäre an Stelle von Panama jetzt wieder besorgt, weil bloß weil man lange nichts davon gehört hat, heißt es nicht, dass Trump es vergessen hat."
  },
  {
    "start": 1328.17,
    "end": 1333.67,
    "text": "Es könnte jederzeit der Panama-Kanal wieder so auf seinem geistigen Radarschirm wieder auftauchen."
  },
  {
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    "end": 1337.19,
    "text": "Warum es gerade Grönland ist, das kann niemand genau verstehen."
  },
  {
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    "text": "Irgendwo war der Erfolg in Venezuela, etwas wo er sich dann plötzlich gedacht hat."
  },
  {
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    "end": 1345.39,
    "text": "Jetzt ist mir das gelungen, jetzt will ich das nächste."
  },
  {
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    "end": 1349.55,
    "text": "Grönland fasziniert ihn wahrscheinlich, weil er einfach die Landkarte fasziniert."
  },
  {
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    "end": 1352.95,
    "text": "Diese riesige Insel da in der westlichen Hemisphäre."
  },
  {
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    "end": 1360.53,
    "text": "Und dann sucht er halt irgendwelche Begründungen, warum er der sein muss, der Grönland hier an die USA bringt."
  },
  {
    "start": 1360.57,
    "end": 1372.93,
    "text": "Und vergessen wir nicht, wenn es ihm tatsächlich gelingen würde, Grönland zu einem Territorium der USA zu machen, dann wäre das die größte territoriale Expansion, die die USA je in ihrer Geschichte gehabt hätte."
  },
  {
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    "end": 1376.75,
    "text": "Größer als der Kauf von diesem Mississippi-Gebiet oder von Alaska."
  },
  {
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    "end": 1382.75,
    "text": "Und das natürlich fasziniert ihn, der ja dauernd auch seine eigene Rolle in der Geschichte."
  },
  {
    "start": 1383.03,
    "end": 1383.75,
    "text": "Büchern denkt."
  },
  {
    "start": 1384.13,
    "end": 1387.29,
    "text": "Die Gründe, die er vorab bringt, sind alle nicht stichhaltig."
  },
  {
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    "end": 1401.07,
    "text": "Militärisch die Bedrohung durch Russland und China ist nicht akut und die USA haben alle Möglichkeiten dort militärisch alles zu tun, um die Interessen der USA oder auch der Europäer und auch Grönland zu verteidigen."
  },
  {
    "start": 1401.51,
    "end": 1411.13,
    "text": "Die Bodenschätze, die immer wieder auftauchen, die sind tief im Eis vergraben, auch durch den Klimawandel zwar irgendwann mal möglicherweise leichter werden, heranzukommen."
  },
  {
    "start": 1411.61,
    "end": 1413.53,
    "text": "Aber das ist nur eine Zukunftsperspektive."
  },
  {
    "start": 1413.97,
    "end": 1427.43,
    "text": "Und man erkennt das auch daran, dass Grönland eigentlich ein wirklich irrationaler Splien von ihm ist, dass in Washington niemand auch Verbündete eigentlich in der stark unterstützen."
  },
  {
    "start": 1427.93,
    "end": 1436.29,
    "text": "Einige widersprechen laut stark, auch aus einer eigenen Partei, auch von den Republikanern, aber so wirklich die Begeisterung für Ja, wir brauchen."
  },
  {
    "start": 1436.63,
    "end": 1440.75,
    "text": "Grönland, das bekommt man auch nicht in dieser ganzen Magerwelt irgendwie zu hören."
  },
  {
    "start": 1441.09,
    "end": 1450.93,
    "text": "Die Umfragen zeigen, dass eine große Mehrheit der Amerikaner von diesem Thema überhaupt nichts halten und auch in der eigenen Basis ist da keinerlei Begeisterung dafür da."
  },
  {
    "start": 1451.47,
    "end": 1462.01,
    "text": "Das heißt nicht, dass sie eben deshalb hier die Treue, hier die Loyalität hier verwehren werden, aber ein Thema mit dem man irgendetwas gewinnen kann politisch ist Grönland ganz sicher nicht."
  },
  {
    "start": 1462.15,
    "end": 1472.01,
    "text": "Das ist einfach nur im seinem eigenen Kopf etwas, was er sich als der allmächtige Herrscher, als der Art von König, als die er sich sieht, einfach wünscht."
  },
  {
    "start": 1472.39,
    "end": 1474.73,
    "text": "Und wenn er sich das wünscht, dann hat er das gefälligst zu bekommen."
  },
  {
    "start": 1475.19,
    "end": 1490.03,
    "text": "Ich würde in dieser Stelle auch mal für die Zuhörerinnen und Zuhörer und die Zuseherinnen und Zuseher empfehlen, auf Google die tatsächliche Größe von Grönland mal anzuschauen, denn so groß wie es auf der Karte tatsächlich dargestellt wird, ist es dann tatsächlich nicht, also es ist deutlich kleiner."
  },
  {
    "start": 1490.33,
    "end": 1499.87,
    "text": "Vielleicht sollte man Trump auch diese Karte einfach mal vorlegen, weil dann ist es am Ende... So eine große Insel, aber nicht diese gigantische Insel, die man derzeit in den Atlanten so sieht."
  },
  {
    "start": 1500.31,
    "end": 1502.15,
    "text": "Erich, kann man doch mal zurück zu Europa."
  },
  {
    "start": 1502.33,
    "end": 1504.31,
    "text": "Du hast gesagt, es ist ein Spleen von Donald Trump."
  },
  {
    "start": 1504.53,
    "end": 1506.35,
    "text": "Für Europa ist es gänzlich was anderes."
  },
  {
    "start": 1506.39,
    "end": 1514.79,
    "text": "Da scheint es tatsächlich ums Prinzip zu gehen, um eine rote Linie, um einen wichtigen Verbündeten, nämlich Dänemark, der nicht nur NATO-Mitglied, sondern auch Mitglied der Europäischen Union ist."
  },
  {
    "start": 1515.31,
    "end": 1517.27,
    "text": "Man scheint hier wirklich konsequent zu sein."
  },
  {
    "start": 1517.39,
    "end": 1519.93,
    "text": "Das ist man ja auch nicht immer gewöhnt von Seiten der EU."
  },
  {
    "start": 1521.17,
    "end": 1521.87,
    "text": "Hält man das durch?"
  },
  {
    "start": 1522.33,
    "end": 1529.45,
    "text": "Also ich glaube schon, dass hier eine rote Linie gesehen wird, wo man sehr schwer von der abrücken kann."
  },
  {
    "start": 1530.01,
    "end": 1551.39,
    "text": "Wenn es darum geht, den Amerikanern weitere Möglichkeiten zur militärischen Verteidigung zu geben, wenn es darum ging, jetzt zum Beispiel bei den Bodenschätzen so eine Art von Deal zu machen, wie es mit der Ukraine gemacht hat, wo für die zukünftige Ausbeutung von seltenen Erden oder so, dass man da die USA einen größeren Anteil bekommt, das wäre alles vorstellbar."
  },
  {
    "start": 1551.55,
    "end": 1575.55,
    "text": "Aber wenn es um die Souveränität geht und die Frage ist Grönland weiterhin dänisches Territorium, ein autonomes dänisches Territorium oder übernehmen es die USA im Sinne einer wirklichen Annexion, das ist unvorstellbar für Europa zu akzeptieren, genauso wie die territorialen Ansprüche von Vladimir Putin in der Ukraine nicht akzeptiert werden."
  },
  {
    "start": 1575.97,
    "end": 1581.77,
    "text": "Hier geht es ums Prinzip, hier geht es ums Eingemachte und das wird Europa auf jeden Fall durchhalten."
  },
  {
    "start": 1582.35,
    "end": 1595.01,
    "text": "Man wird versuchen, dieses Schwarz-Weiß-Thema, dieses Ja, Nein, Dänemark oder USA irgendwie zu entschärfen, um möglichst den großen Handelskrieg oder sogar eine mögliche militärische Auseinandersetzung."
  },
  {
    "start": 1595.35,
    "end": 1595.99,
    "text": "zu vermeiden."
  },
  {
    "start": 1596.51,
    "end": 1601.45,
    "text": "Aber ich glaube, das ist tatsächlich eine Linie, die die EU nicht überschreiten wird."
  },
  {
    "start": 1601.97,
    "end": 1611.89,
    "text": "Und da werden selbst Länder wie Ungarn, Slowakei und andere, die irgendwie immer wieder hier gegen schießen, hier nicht einer klaren europäischen Linie im Weg stehen."
  },
  {
    "start": 1612.35,
    "end": 1616.11,
    "text": "Das heißt, das ist der absolute Schmerzpunkt der Europäischen Union, der damit erreicht worden ist."
  },
  {
    "start": 1616.33,
    "end": 1616.77,
    "text": "Ich glaube schon."
  },
  {
    "start": 1616.81,
    "end": 1629.15,
    "text": "Ich glaube, die territoriale Unversehrtheit und das nicht akzeptieren, dass Grenzen mit Gewalt oder mit Drohungen verschoben werden können, ist wirklich eines der Grundprinzipien, an der im heutigen Europa nicht gerittelt werden darf."
  },
  {
    "start": 1629.43,
    "end": 1630.63,
    "text": "Wie schaut es mit der NATO aus?"
  },
  {
    "start": 1630.75,
    "end": 1637.61,
    "text": "Ich meine, wir haben jetzt NATO-Partner, die sich über territoriale Angelegenheiten untereinander mit Handelskriegen drohen."
  },
  {
    "start": 1638.07,
    "end": 1639.91,
    "text": "Ich meine, das klingt eigentlich so, es wäre dieses Bündnis am Ende."
  },
  {
    "start": 1640.19,
    "end": 1640.37,
    "text": "Naja."
  },
  {
    "start": 1641.15,
    "end": 1642.41,
    "text": "Ich würde nicht sagen, dass es am Ende ist."
  },
  {
    "start": 1642.45,
    "end": 1643.33,
    "text": "Es ist weiterhin da."
  },
  {
    "start": 1643.87,
    "end": 1646.03,
    "text": "Es funktioniert auf der operativen Ebene."
  },
  {
    "start": 1647.53,
    "end": 1653.81,
    "text": "Trump ständig unter großen Druck gestellt oder möglicherweise sogar in Frage gestellt."
  },
  {
    "start": 1654.17,
    "end": 1673.55,
    "text": "Gleichzeitig ist es ihm gelungen, die Europäer dazu zu bewegen, dass sie die Zusage für höhere Verteidigungsausgaben hier machen und das bis zu fünf Prozent, was zwar nicht so ganz umgesetzt werden wird, aber zumindest auf dieser politischen Ebene, kann er behaupten, die NATO wurde durch meine Druckpolitik sogar gestärkt."
  },
  {
    "start": 1674.09,
    "end": 1675.67,
    "text": "Ich glaube, man muss hier unterscheiden."
  },
  {
    "start": 1678.19,
    "end": 1686.65,
    "text": "werden ... die NATO nicht unbedingt zerstören, auch wenn es das politische Klima zwischen den USA und Europa vergiftet."
  },
  {
    "start": 1687.13,
    "end": 1691.79,
    "text": "Sollte irgendetwas auf der militärischen Ebene passieren, dann wird das sehr, sehr kompliziert."
  },
  {
    "start": 1691.89,
    "end": 1697.43,
    "text": "Gibt ja den mir rühmten Artikel V, der ja sagt, ein Angriff auf ein NATO-Land ist ein Angriff auf alle."
  },
  {
    "start": 1697.55,
    "end": 1697.61,
    "text": "D.h.,"
  },
  {
    "start": 1697.83,
    "end": 1706.27,
    "text": "die anderen NATO-Staaten müssten dann denen Mark unterstützen und gegen die Aggression helfen und die Aggression käme von einem anderen NATO-Staat."
  },
  {
    "start": 1706.43,
    "end": 1706.69,
    "text": "Das ist ja"
  },
  {
    "start": 1706.73,
    "end": 1707.29,
    "text": "schon zufrieden."
  },
  {
    "start": 1707.33,
    "end": 1708.35,
    "text": "Und noch dazu dem Allergen."
  },
  {
    "start": 1708.39,
    "end": 1710.63,
    "text": "größten, nämlich den USA oder dem Allerstärksten."
  },
  {
    "start": 1710.67,
    "end": 1715.81,
    "text": "Also da wäre wirklich das Prinzip der NATO und das eingemachte der NATO in Frage gestellt."
  },
  {
    "start": 1716.25,
    "end": 1717.43,
    "text": "Soweit sind wir noch nicht."
  },
  {
    "start": 1717.69,
    "end": 1724.07,
    "text": "Und ich glaube, da gibt es schon ganz, ganz massive Hürden auf dem Weg zu einer militärischen Drohung."
  },
  {
    "start": 1724.61,
    "end": 1734.13,
    "text": "Und es ist schon ganz interessant, dass hier Trump also gesagt hat, wir werden durch Gründland bekommen, auf der sanften und auf der harten Weise, also dann sagt, was mache ich jetzt?"
  },
  {
    "start": 1734.23,
    "end": 1735.31,
    "text": "Ich setze auf Zölle."
  },
  {
    "start": 1735.95,
    "end": 1738.47,
    "text": "und ich setze nicht auf irgendetwas militärisches."
  },
  {
    "start": 1738.83,
    "end": 1738.87,
    "text": "Wir"
  },
  {
    "start": 1738.91,
    "end": 1745.23,
    "text": "werden also auf diese Situation weiterblicken und schauen, wie sich das Ganze entwickelt, ob es eskaliert oder nicht."
  },
  {
    "start": 1745.43,
    "end": 1746.75,
    "text": "Wir haben jetzt ausführlich darüber gesprochen."
  },
  {
    "start": 1747.05,
    "end": 1758.51,
    "text": "Am Donnerstag eben dann diese EU-Gipfel davor, morgen am Dienstag, allerdings ein anderes Ereignis, vielleicht könnte man sagen ein Jubiläum, wie auch immer, nämlich ein Jahr Donald Trump."
  },
  {
    "start": 1758.63,
    "end": 1763.43,
    "text": "Morgen ist der zwanzigste Jänner, zwanzigsechsundsundzig, am zwanzigsten Jänner, zwanzigfünfundzwanzig wurde er angelobt."
  },
  {
    "start": 1764.03,
    "end": 1765.05,
    "text": "Erik, ein Jahr!"
  },
  {
    "start": 1765.11,
    "end": 1770.81,
    "text": "Ja, mit vielen Podcasts, mit unzähligen Artikeln, Kommentaren, Interviews, TV, Fernsehern."
  },
  {
    "start": 1770.85,
    "end": 1772.11,
    "text": "Du hast viel über Donald Trump gesprochen."
  },
  {
    "start": 1772.59,
    "end": 1773.61,
    "text": "Was nimmst du denn mit aus diesem Jahr?"
  },
  {
    "start": 1773.83,
    "end": 1774.13,
    "text": "Bevor"
  },
  {
    "start": 1774.21,
    "end": 1794.01,
    "text": "Donald Trump ins Amt kam, vor dem zwanzigsten Jahr, hat sich jeder gefragt, wird es ... so schlimm, wie man es befürchtet, wenn dieser Mann mit all seinen Ankündigungen wieder Präsident wird, oder wird es ein bisschen so, wie in dieser ersten Amtszeit, wo man auch sich vor vielen gefürchtet hat, aber am Ende konnte die Welt und die USA auch mit ihm leben."
  },
  {
    "start": 1794.41,
    "end": 1798.19,
    "text": "Und wenn wir jetzt das eine Jahr Revue passieren lassen, sehen wir eines."
  },
  {
    "start": 1798.63,
    "end": 1804.99,
    "text": "Innenpolitisch setzt er Nicht nur das, um was er angekündigt angedroht hat, sondern sogar viel mehr."
  },
  {
    "start": 1805.09,
    "end": 1810.49,
    "text": "Es ist eine wirkliche Bedrohung der amerikanischen Demokratie, des Rechtsstaates, der Sicherheit."
  },
  {
    "start": 1811.05,
    "end": 1817.51,
    "text": "Das ist eine brutalste Politik, die wirklich die Essenz der USA hier infrage stellt."
  },
  {
    "start": 1818.03,
    "end": 1826.97,
    "text": "Mit massiven auch Kosten, inklusive von Toten sowie der Frau Renégout, die in Miniatpolis hier von der Fremdenpolizei Eis erschossen wurde."
  },
  {
    "start": 1827.95,
    "end": 1832.51,
    "text": "Tausenden und Zehntausenden Migranten, die hier festgenommen verhaftet werden."
  },
  {
    "start": 1832.91,
    "end": 1838.37,
    "text": "Also da ist eine ganz große gefährliche Entwicklung in Bewegung, die auch strategisch ist."
  },
  {
    "start": 1838.43,
    "end": 1845.85,
    "text": "Und dann sieht man auch, da sind Leute hinter ihm, die hier etwas erreichen wollen, nämlich die Macht dieser rechten Bewegung einzuzementieren."
  },
  {
    "start": 1846.35,
    "end": 1848.13,
    "text": "Allerdings gibt es da sehr viel Widerstand."
  },
  {
    "start": 1848.25,
    "end": 1854.11,
    "text": "Und der Widerstand ist heute stärker als es noch vor einigen Monaten ausgeschaut hat und Trump kommt drauf."
  },
  {
    "start": 1854.31,
    "end": 1858.43,
    "text": "Vieles geht einfach nicht und ich glaube, das wird im zweiten Jahr noch viel stärker werden."
  },
  {
    "start": 1859.25,
    "end": 1866.65,
    "text": "In der Außenpolitik hat ein viel mehr Spielraum, da geht es das amerikanische politische System, erlaubt dem Präsident nicht, viel mehr zu tun."
  },
  {
    "start": 1867.11,
    "end": 1877.19,
    "text": "Trump nutzt es auch aus, allerdings es ist nicht strategisch, es ist nicht durchdacht, es folgt keiner Logik, wie man damit wirklich gewisse Ziele erreichen kann."
  },
  {
    "start": 1877.63,
    "end": 1895.51,
    "text": "Es ist sprunkhaft, es entspringt seinem eigenen, manchmal wirren Denken, seinem eigenen Befindlichkeiten und wird dadurch auch zwar gefährlich, höchst gefährlich, wie wir jetzt im Grönland-Konflikt sehen, aber nicht unbedingt effizient im Sinne einer Umsetzung eines ganz klaren Schlachtplanes."
  },
  {
    "start": 1895.91,
    "end": 1909.05,
    "text": "Und beides, die der Widerstand auf der innenpolitischen Seite in diesem zweiten Jahr und seine eigene chaotische Außenpolitik, glaube ich, wird eben das Jahr zwei noch deutlich schwerer machen als das erste Jahr."
  },
  {
    "start": 1909.43,
    "end": 1922.87,
    "text": "Der amerikanische Politikwissenschafter Francis Fukuyama hat bei einem Interview vor kurzem, glaube ich, es war sogar in der Zeit im Bild II gesagt, dass Donald Trump mehr oder weniger den Peak, also den Gipfel seiner Macht, bereits überschritten hätte."
  },
  {
    "start": 1923.39,
    "end": 1924.59,
    "text": "Und jetzt würde es bergab gehen."
  },
  {
    "start": 1924.63,
    "end": 1927.45,
    "text": "Das deckt sich ungefähr mit dem, was du jetzt beschrieben hast."
  },
  {
    "start": 1927.93,
    "end": 1934.23,
    "text": "Glaubst du, dass... eben dieser Höhepunkt seines Einflusses und seiner Entscheidungsgewalt überschritten ist?"
  },
  {
    "start": 1934.63,
    "end": 1943.73,
    "text": "Also seine Macht und sein Einfluss schrumpfen auch aufgrund seiner fallenden Umfragewerte, die deutlich gelitten haben seit dem Sommer."
  },
  {
    "start": 1943.81,
    "end": 1948.05,
    "text": "Ich glaube irgendwo im Sommer war der Höhepunkt, war Pic Trump erreicht."
  },
  {
    "start": 1948.69,
    "end": 1949.27,
    "text": "Im November."
  },
  {
    "start": 1949.35,
    "end": 1958.43,
    "text": "diese Zwischenwahlen, diese kleinen Zwischenwahlen, wo die Demokraten sehr gut abgeschnitten haben, auf verschiedensten Ebenen, haben der ganzen republikanischen Parteien."
  },
  {
    "start": 1958.47,
    "end": 1960.15,
    "text": "einen schweren Dämpfer gegeben."
  },
  {
    "start": 1960.67,
    "end": 1967.73,
    "text": "Die Epstein-Affäre ist auch so ein Punkt, der an Trumps Macht über seine eigene Partei auch ein bisschen zerrt."
  },
  {
    "start": 1968.37,
    "end": 1973.33,
    "text": "Also ja, ich glaube, es geht seit dem vergangenen Herbst nach und nach bergab."
  },
  {
    "start": 1973.77,
    "end": 1976.17,
    "text": "Ich glaube, dieser Bergabweg ist lange nicht vorbei."
  },
  {
    "start": 1976.27,
    "end": 1978.29,
    "text": "Das Tal ist noch nicht erreicht."
  },
  {
    "start": 1978.59,
    "end": 1981.61,
    "text": "Was wir allerdings nicht wissen, ist, wie schnell das geschehen wird."
  },
  {
    "start": 1982.19,
    "end": 1983.33,
    "text": "Und wie er darauf reagiert, oder?"
  },
  {
    "start": 1983.75,
    "end": 1993.09,
    "text": "Wie er darauf reagiert, wir wissen das er oft sehr... darauf impulsiv dann mit einer Art von... Aber andererseits, wenn er das tut, dann löst er wieder mehr Widerstand aus."
  },
  {
    "start": 1993.15,
    "end": 2000.95,
    "text": "Also es kann sein, dass die USA in diesem zweiten Jahr noch viel mehr Konfrontation, noch viel mehr Krise erleben werden als das Erste."
  },
  {
    "start": 2001.59,
    "end": 2014.05,
    "text": "Allerdings heißt das nicht, dass unbedingt deshalb Trump mächtiger ist, sondern sogar einfach noch mehr wirklich mit den Rücken zur Wand steht und sich dort umso irrationaler und umso panischer hier versucht zu verteidigen."
  },
  {
    "start": 2015.19,
    "end": 2015.75,
    "text": "Aber noch einmal."
  },
  {
    "start": 2016.35,
    "end": 2023.37,
    "text": "die die so ungefähr die Trump-Dämmerung voraussagen, glaube ich, haben nicht Unrecht, aber sie können nicht sagen, wie lange das dauern wird."
  },
  {
    "start": 2023.43,
    "end": 2032.81,
    "text": "Und wenn das lange dauert und wenn das sich über längere, mehrere Jahre erstreckt, seine Amtszeit ist, wie wir wissen, beschränkt und eine dritte Amtszeit?"
  },
  {
    "start": 2032.87,
    "end": 2034.35,
    "text": "darüber spricht auch er nicht mehr."
  },
  {
    "start": 2034.93,
    "end": 2044.79,
    "text": "Wenn das sehr lange sich zieht, dann kann er und seine Mannschaft noch sehr viel Unheil anrichten, sowohl in den USA-Innen als auch in der Welt draußen."
  },
  {
    "start": 2045.13,
    "end": 2050.47,
    "text": "Die erste wirklich große Bewährungsprobe gibt's ja dann im kommenden November, nämlich bei den sogenannten Midterms."
  },
  {
    "start": 2050.57,
    "end": 2056.81,
    "text": "werden ausführlich berichten und natürlich auch über Grönland auf dem Laufenden halten, was da in den Tagen und Wochen, die uns jetzt bevorstehen, so passiert."
  },
  {
    "start": 2057.21,
    "end": 2057.77,
    "text": "Erik Frey war das."
  },
  {
    "start": 2057.909,
    "end": 2059.889,
    "text": "Vielen Dank für deine Zeit und deine Einschätzung heute."
  },
  {
    "start": 2060.23,
    "end": 2060.95,
    "text": "Sehr gerne, Daniel."
  },
  {
    "start": 2063.15,
    "end": 2072.35,
    "text": "Und wenn Ihnen diese Folge gefallen hat und Sie die Berichterstattung des Standards unterstützen möchten, dann geht das entweder als Abonnentin oder auch mit einem einmaligen Unterstützungsbeitrag schon ab drei Euro."
  },
  {
    "start": 2072.929,
    "end": 2075.07,
    "text": "Alle Infos dazu unter abo.derstandard.at."
  },
  {
    "start": 2075.61,
    "end": 2079.87,
    "text": "Alles weitere zum aktuellen Weltgeschehen finden Sie bei den Kollegen auf der Standard.at."
  },
  {
    "start": 2080.45,
    "end": 2083.79,
    "text": "Feedback oder Themenvorstecke können Sie uns ebenfalls schicken an Podcast.at."
  },
  {
    "start": 2083.889,
    "end": 2084.73,
    "text": "Der Standard.at."
  },
  {
    "start": 2085.45,
    "end": 2086.55,
    "text": "Ich bin Daniel Retschitzacker."
  },
  {
    "start": 2086.61,
    "end": 2087.59,
    "text": "Vielen Dank fürs Zuhören heute."
  },
  {
    "start": 2087.77,
    "end": 2090.57,
    "text": "Bis zum nächsten Mal."
  }
]