[
  {
    "start": 0.38,
    "end": 4.3,
    "text": "Kaibum, Zollstreit, Kriegsgefahr, die Weltwirtschaft steht vor einem Umbruch."
  },
  {
    "start": 4.54,
    "end": 6.34,
    "text": "Die Fragen und Ängste sind entsprechend groß."
  },
  {
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    "end": 15.96,
    "text": "Wird Europa zwischen den USA und China zerrieben, ruiniert die Ungleichheit unserer Gesellschaft oder steckt in diesem Wandel auch eine Chance für eine bessere Zukunft?"
  },
  {
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    "end": 19.5,
    "text": "Darüber spreche ich mit Wirtschaftsforscher Gabriel Felbermeier."
  },
  {
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    "end": 24.28,
    "text": "Ich bin Schold Wilhelm, das Systema des Tages, der Nachrichten Podcast des Standard."
  },
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    "text": "Herr Felbermeier, willkommen zurück in unserem Podcast."
  },
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    "text": "Vor einem Jahr haben wir das letzte Mal hier getroffen beim europäischen Mediengipfel."
  },
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    "text": "Diesmal sind wir im verschneiten Seefeld."
  },
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    "text": "Ja, Herr Wilhelm, schön ist es."
  },
  {
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    "end": 41.76,
    "text": "Wir dürfen natürlich draußen schielaufen, sondern sitzen herinnen und sollen so tun, als ob wir zu arbeiten haben."
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  {
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    "text": "Part"
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    "text": "of our job, sage ich mal."
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    "text": "Okay, Herr Felbermeier, auf einer Skala von eins bis zehn, wenn Sie morgens aufwachen und an die Weltwirtschaft denken."
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    "text": "Wie besorgt sind Sie?"
  },
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    "text": "Eins wäre tiefenentspannt, zehn wäre extrem nervös oder beunruhigt verzweifelt, vielleicht sogar schon."
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    "text": "Wie würden Sie das einschätzen?"
  },
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    "end": 64.879,
    "text": "Von tief mit sparen, weit, weit, weit entfernt."
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    "text": "Jetzt muss ich überlegen, wie extrem es ist."
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    "text": "Aber, na ja, sieben, acht ist es schon."
  },
  {
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    "end": 84.7,
    "text": "Die Weltwirtschaft ist breit gedacht und nicht nur auf morgen, sondern auf die nächsten Jahrzehnte gedacht, macht mir Sorgen, auch wenn man die geopolitischen Dimensionen neben dem Wirtschaft liegen, jetzt ja untrennbar miteinander sehen muss."
  },
  {
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    "end": 96.18,
    "text": "Über diese Sorgen, wenn wir heute sprechen, davor möchte ich noch einen ganz, ganz großen Schritt nach vorne machen, wenn wir in fünfzig Jahren zurückblicken oder die Menschen, die nach uns kommen, in fünfzig Jahren zurückblicken werden."
  },
  {
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    "end": 100.22,
    "text": "Wie werden Sie glauben Sie, diese Zeit, die wir gerade erleben, benennen?"
  },
  {
    "start": 100.64,
    "end": 101.62,
    "text": "Wie werden Sie sie labeln?"
  },
  {
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    "end": 106.96,
    "text": "Ist es eine Zeit der Unordnung, der Deklobalisierung, eine Zeit der Transformation?"
  },
  {
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    "end": 107.92,
    "text": "Wie würden Sie sie nennen?"
  },
  {
    "start": 108.66,
    "end": 140.86,
    "text": "Wir sagen, es wird als Zeit des Nationalprotektionismus in den wirtschafts-historischen Büchern stehen, aber wenn man wenn man in den letzten Jahren, wenn man in den letzten Jahren, wenn man in den letzten Jahren, wenn man in den letzten Jahren, wenn man in den letzten Jahren, wenn man in den letzten Jahren, wenn man in den letzten Jahren, wenn man in den letzten Jahren, wenn man in den letzten Jahren, wenn man in den letzten Jahren, wenn man in den letzten Jahren, wenn man in den letzten Jahren, wenn man in den letzten Jahren, wenn man in den letzten Jahren, wenn man in den letzten Jahren, wenn man in den letzten Jahren, wenn man in den letzten Jahren, wenn man in den letzten Jahren, wenn man in den letzten Jahren, wenn man in den letzten Jahren, wenn man in den letzten Jahren, wenn man in den letzten Jahren, wenn man in den letzten Jahren, wenn man in den letzten Jahren, wenn man in den letzten Jahren, wenn man in den letzten Jahren, wenn man in den letzten Jahren, wenn man in den letzten Phase, in der sich die Länder, die Nationen, die Regionen auch sich selbst zurückziehen."
  },
  {
    "start": 141.3,
    "end": 147.68,
    "text": "Vielleicht werden unsere Historiker von morgen sie auch gar nicht als besonders sehen, diese Phase, weil es ja immer auf und ab geht."
  },
  {
    "start": 148.58,
    "end": 159.7,
    "text": "Aber wir erleben doch durchaus starke Transformationen, zum Beispiel... Eine davon ist die künstliche Intelligenz, alle reden darüber, wie sie unseren Alltag verändern wird."
  },
  {
    "start": 160.2,
    "end": 166.26,
    "text": "Sie verspricht auf der einen Seite eine islinge Steigerung der Produktivität, gleichzeitig aber wiederum Massenarbeitslosigkeit."
  },
  {
    "start": 166.36,
    "end": 169.76,
    "text": "Man hat nicht wirklich eine Idee, wie man dazu stehen soll."
  },
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    "end": 172.22,
    "text": "Wie schätzen Sie denn die Auswirkungen ein?"
  },
  {
    "start": 173.0,
    "end": 174.2,
    "text": "Potenziell Risik."
  },
  {
    "start": 174.74,
    "end": 189.14,
    "text": "Das ist eine sogenannte General Purpose Technology, also eine Technologie, die nicht in einer kleinen Nische zum Einsatz kommt, sondern die wir überall in allen Branchen, in allen Bereichen nutzen können und die ähnlich wie andere große technologische Suchbrüche."
  },
  {
    "start": 189.68,
    "end": 192.42,
    "text": "in der Mitte der Gesellschaft die Hohespuren hinterlassen werden."
  },
  {
    "start": 192.46,
    "end": 203.98,
    "text": "Also nicht so sehr die bestverdienenden oder die bestausgebildeten Gefäure, dann vielleicht auch gar nicht mal die, die am schlechtesten qualifiziert sind, die kleinsten und niedrigsten Erhälter haben, sondern in der Mitte."
  },
  {
    "start": 204.42,
    "end": 206.68,
    "text": "Auch das hat schon mehrmals gegeben."
  },
  {
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    "end": 215.32,
    "text": "So große technologische Umbrüche, dann auch, das wird's aus Leben, die Gesellschaft als Ganzes deutlich umdrehen."
  },
  {
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    "end": 226.26,
    "text": "Aber gab's in dieser Form schon mal einen Technologie wandelt, wie wir ihn heute erleben, weil ich denke zum Beispiel ans Handy, da haben auch viele gesagt, das wird vieles verändern oder auch das Internet."
  },
  {
    "start": 227.36,
    "end": 236.02,
    "text": "Bislang war es ja so, dass Menschen dann immer noch neue Arbeit gefunden haben, aber jetzt haben wir eine Technologie, die die Arbeit selbst oder den Menschen als Werkzeug ersetzen kann."
  },
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    "text": "Ja,"
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    "end": 237.82,
    "text": "aber auch das ist nicht wirklich neu."
  },
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    "end": 243.12,
    "text": "Also wenn Sie sich die industriellen Revolution vorstellen, wie es vor den Maschinen ging."
  },
  {
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    "end": 253.14,
    "text": "in Handwerksbetrieben und wie dann so ein Großkali in großen Fabrikshallen, in Massenfertigung, zum Beispiel Kleidung hergestellt wurde, dann ist das ähnlich."
  },
  {
    "start": 253.18,
    "end": 269.6,
    "text": "Dann wurden da auch enorme Produktivitätsfortschritte erzielt, wo ein Schneider in Einzelfertigung für eine Herrenausstattung drei Wochen gebraucht hat, ging das dann in serieller Fertigung in großen Werkshallen mit Webstühlen und ich weiß nicht was alles, aber dann mechanische Nähmaschine etc."
  },
  {
    "start": 270.3,
    "end": 272.64,
    "text": "ging das dann um Faktor C in zwanzig und wahrscheinlich mittler."
  },
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    "start": 272.68,
    "end": 274.62,
    "text": "weil im Faktor hundert oder noch mehr schneller."
  },
  {
    "start": 274.66,
    "end": 277.22,
    "text": "Also diese Veränderungen haben wir schon immer wieder gesehen."
  },
  {
    "start": 277.54,
    "end": 283.06,
    "text": "Was jetzt neu ist, glaube ich, ist, dass wir in berechter Dienstleistungen diese Veränderungen feststellen werden."
  },
  {
    "start": 283.56,
    "end": 296.8,
    "text": "Man heute an einen Arzt denkt, zum Beispiel, oder einen Rechtsanwalt, vielleicht Rechtsanwalt, das beste Beispiel, Zizero, Rechtsanwalt der späten römischen Republik, der hat in Wahrheit nicht so fundamental anders gearbeitet, wie das heute im Rechtsanwalt tut."
  },
  {
    "start": 297.46,
    "end": 312.88,
    "text": "Und da wird sich einiges ändern, weil die digitale Verfügbarkeit aller Ressourcen hat dann vor allem auch das Auswerten dieser Ressourcen heute mit der KI Maschinen gestützt geht und man nicht mehr selber als Rechtsanwalt oder mit seinen Gehilfen oder Gehilfenen an diese arbeiten muss."
  },
  {
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    "end": 315.02,
    "text": "Also im Dienstleistungsbereich, das ist neu."
  },
  {
    "start": 315.38,
    "end": 321.18,
    "text": "Aber das ist sozusagen eine Automatisierung, die wir in anderen gesellschaftlichen Bereichen schon gesehen haben."
  },
  {
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    "end": 333.68,
    "text": "Wir sehen bei großen Unternehmen, Deckkonzernen, aber auch SMP-Fivehundert Unternehmen, dass sie die letzten Monate Jahre genutzt haben, um Effizienzen durchzuziehen."
  },
  {
    "start": 333.72,
    "end": 338.3,
    "text": "Das heißt, Leute zu entlassen und vieles wird damit begründet, dass KI schon einiges übernehmen kann."
  },
  {
    "start": 339.06,
    "end": 345.6,
    "text": "Dann gab es wieder Meldungen, dass man wieder Leute zurück einstellen muss, weil KI doch nicht so effizient ist oder so erfolgreich ist, wenn man sich das vorgestellt hat."
  },
  {
    "start": 346.02,
    "end": 351.6,
    "text": "Sehen Sie bei Ihren Untersuchungen, bei den Zahlen, die Ihnen zur Verfügung stehen, schon eine Auswirkung am Arbeitsmarkt?"
  },
  {
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    "text": "Noch nicht wirklich, muss man sagen."
  },
  {
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    "end": 359.98,
    "text": "Wenn wir über KI sprechen, dann nehmen wir häufig die recht gut untersuchte Robotisierung in der Industrie."
  },
  {
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    "end": 368.16,
    "text": "Also da haben wir in den letzten zwanzig, dreißig Jahren ja schon eine massive Automatisierung erlebt, die auch noch lange nicht zu Ende ist."
  },
  {
    "start": 368.6,
    "end": 370.32,
    "text": "Und da denke ich, kann man ein paar Lehren ziehen."
  },
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    "text": "Zum Beispiel, dass die Massenarbeitslosigkeit dadurch nicht entstanden ist, sondern dass sich die Jobs verändert haben."
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  {
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    "text": "Oder dass die Ungleichheit, also die Polarisierung innerhalb der Unternehmen zugenommen hat."
  },
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    "text": "Also es ist nicht so, dass Jobs verloren gegangen sind, sondern dass die Bezahlung ungleicher wurde."
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  {
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    "end": 388.66,
    "text": "Oder dass das in der Mitte der Verteilung stattfindet und nicht zu sehr an den Rändern."
  },
  {
    "start": 389.26,
    "end": 393.82,
    "text": "solche Dinge zu übertragen auf Veränderungen im Bereich der Dienstleistungen ist riskant."
  },
  {
    "start": 394.04,
    "end": 406.28,
    "text": "Aber wir haben noch nicht Daten der Hülle und Fülle dann auch verknüpfbar sozusagen mit Individualdaten, Erwerbsbiografien und solchen Dingen, dass wir wirklich wissenschaftlich sauber argumentieren können."
  },
  {
    "start": 406.7,
    "end": 413.22,
    "text": "Aber der Blick auf die Automatisierung der Workflows in den Fabriken ist vielleicht ganz interessant."
  },
  {
    "start": 413.76,
    "end": 418.38,
    "text": "Der KI-Buhn sorgt auf den Aktienmärkten für unglaubliche Bewertungen."
  },
  {
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    "end": 422.06,
    "text": "Wir haben jetzt Billionen schwere Tech-Riesen."
  },
  {
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    "end": 431.58,
    "text": "Wie gefährlich ist es denn, dass der Aktienmarkt und auch die US-Wirtschaft, wenn man sich ansieht, welche Bereiche in den USA wachsen und welche nicht?"
  },
  {
    "start": 432.62,
    "end": 438.06,
    "text": "Wie gefährlich ist es, dass so viel von diesen wenigen großen Tech-Riesen abhängig ist?"
  },
  {
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    "end": 439.84,
    "text": "Es ist sehr gefährlich."
  },
  {
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    "text": "Auch das wiederum keine so starke Besonderheit."
  },
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    "start": 445.32,
    "end": 449.14,
    "text": "schon weichen her, ein Viertel Jahrhundert, das ist unglaublich eigentlich, aber ähnlich."
  },
  {
    "start": 449.42,
    "end": 456.9,
    "text": "Jetzt noch übersteigerter muss man sagen, aber von der Qualität her oder von den Wesenszügen dessen, was wir sehen, vielleicht ähnlich."
  },
  {
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    "end": 464.34,
    "text": "Deswegen muss man einfach ganz rational damit rechnen, dass die Bewertungen mit hoher Wahrscheinlichkeit korrigieren werden."
  },
  {
    "start": 465.66,
    "end": 469.86,
    "text": "ist auf Aktienmärkten in regelmäßigen Abständen einfach zu erwarten."
  },
  {
    "start": 470.12,
    "end": 486.58,
    "text": "Die große Unmöglichkeit ist aber zu sagen, dass passiert ist, aber ich weiß nicht, am siebzehnten April, das kann noch eine Weile Jahre gut gehen, aber dass es da Korrekturen geben wird und dass je länger es gut geht, diese Korrekturen dann auch stärker ausfallen, das ist ziemlich sicher."
  },
  {
    "start": 487.0,
    "end": 491.12,
    "text": "Da muss man jetzt nicht sozusagen gleich voreilen, sozusagen verzweifeln."
  },
  {
    "start": 491.66,
    "end": 492.76,
    "text": "Korrekturen gehen auch wieder vorbei."
  },
  {
    "start": 493.62,
    "end": 497.4,
    "text": "Da ist der Blick sozusagen in die Wirtschaftsgeschichte ein recht heilsamer, würde ich sagen."
  },
  {
    "start": 497.64,
    "end": 499.56,
    "text": "Was passiert denn, wenn die Lase platzt?"
  },
  {
    "start": 499.98,
    "end": 507.46,
    "text": "Naja, dann sind viele, die jetzt denken, sie sind sich ja wohlhabend, weil in ihren Depots große Zahlen stehen, die werden feststellen, ups, so ist es nicht."
  },
  {
    "start": 507.78,
    "end": 515.799,
    "text": "Und wenn sie sich einen Lebensstandard angewöhnt haben, der mit diesem vermeintlich hohen Vermögenswerten korreliert, dann werden sie sich anpassen."
  },
  {
    "start": 515.94,
    "end": 520.38,
    "text": "Und das bedeutet, dass sie mittlerweile weniger konsumieren, dass sie mehr sparen."
  },
  {
    "start": 520.98,
    "end": 523.2,
    "text": "Und daraus resultiert dann eine Konsumschwäche."
  },
  {
    "start": 523.26,
    "end": 535.92,
    "text": "Also diese Vermögenseffekte, wie das heißt, die führen dann dazu, dass eine US-Wirtschaft, eine europäische Weltwirtschaft sogar in eine Rezession geht, weil die Menschen spürbar weniger Vermögen haben und damit auch weniger leicht konsumieren."
  },
  {
    "start": 536.32,
    "end": 558.56,
    "text": "Und natürlich viel mehr, denn dort, wo solche Assets als Sicherheiten gehalten werden, Wenn die Sicherheiten dann bei fünfzig Prozent wert sind, dann kann es sein, dass es da auch zu Liquiditätsproblemen kommt, Beziehungsschwierigkeiten auftreten, dass es Bleiten gibt in Finanzinstitutionen, die wiederum in unserem eng verbundenen System sozusagen Dominoeffekte auslösen."
  },
  {
    "start": 559.28,
    "end": 563.96,
    "text": "Also das Wärtsystem in Schwierigkeiten bringen und das kann dann dazu führen, dass weniger Kredite vergeben werden."
  },
  {
    "start": 564.28,
    "end": 570.22,
    "text": "Und dann hat man nicht nur den Verwögenseffekt auf der Konsumseite der Bremsen wirkt, sondern eben auch auf der Investitionsseite."
  },
  {
    "start": 570.32,
    "end": 574.16,
    "text": "zweites großes Aggregat der Nachfragen in der Volkswirtschaft, wo es Spuren gibt."
  },
  {
    "start": 574.2,
    "end": 586.82,
    "text": "Deswegen sind solche großen Aktienkorrekturen dann eben mit Redaktionen verbunden, die dann auch, wenn sie stark an den Bilanzen der Unternehmen auch stattfinden, lange brauchen, bis sie wieder ausgebügelt sind."
  },
  {
    "start": 587.2,
    "end": 597.08,
    "text": "Aber das heißt... Kurz gesagt, das Wohl unserer Weltwirtschaft hängt jetzt am seilen Faden und ist abhängig von diesem Erfolg ganz weniger großer der Konzerne."
  },
  {
    "start": 597.46,
    "end": 600.0,
    "text": "Naja, also ja und nein, stimmt."
  },
  {
    "start": 600.14,
    "end": 609.02,
    "text": "Das sind, wie heißen sie jetzt, Reckless Five oder so, wie die stark korrigieren, dann hängt viel dran, weil sie einfach so gigantische Kapitalisierungen haben."
  },
  {
    "start": 609.46,
    "end": 612.98,
    "text": "Das ist klar, aber ich glaube, wir sollten es nicht komplett übertreiben."
  },
  {
    "start": 613.26,
    "end": 620.62,
    "text": "Also die Weltwirtschaft... ist, würde ich sagen, diversifizierter und resilienter als es je war."
  },
  {
    "start": 621.46,
    "end": 629.76,
    "text": "Wir haben sehr viel mehr Länder, die sozusagen in der Weltwirtschaft teilhaben, was an neuen Produkten und um Branchen dazugekommen ist über die letzten Jahrzehnte."
  },
  {
    "start": 630.18,
    "end": 636.24,
    "text": "Das hat ja das alte oft nicht verdrängt, sondern vielleicht ist daneben groß geworden, relativ sozusagen."
  },
  {
    "start": 636.74,
    "end": 645.86,
    "text": "Insofern würde ich meinen, ja, Korrektur würde vermutlich eine Rezession auslösen, aber jetzt da Untergangs-Szenarien zu zeichnen, das wäre übertrieben."
  },
  {
    "start": 646.12,
    "end": 652.42,
    "text": "Wir sollten uns wappnen und sozusagen einfach vergegenwärtigen, dass so etwas passieren kann und dann die Schlüsse daraus ziehen."
  },
  {
    "start": 652.68,
    "end": 658.74,
    "text": "Für uns als Bürgerinnen und Bürger, als Investoren aber auch, Finanzminister müssen das sozusagen vor Augen haben, wenn sie ihre Budget denken."
  },
  {
    "start": 659.48,
    "end": 660.8,
    "text": "Die nächste Rezession könnte passieren."
  },
  {
    "start": 660.96,
    "end": 668.56,
    "text": "Sie könnte ausgelöst werden durch so eine Korrektur und dann will man wieder genügend Pulver im Trockenen haben, um Maßnahmen ergreifen zu können."
  },
  {
    "start": 669.02,
    "end": 670.84,
    "text": "Dieses Sichwappnen finde ich ganz interessant."
  },
  {
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    "end": 677.4,
    "text": "In der Corona-Pandemie haben wir erlebt, wie ganz viele junge Menschen zum ersten Mal zu Investoren oder Privatern legern wurden."
  },
  {
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    "end": 685.58,
    "text": "Plötzlich war es möglich für alle, im Prinzip auch in Europa, auch in Österreich am Handy, einen Sparplan anzulegen, in WeltETFs zu investieren."
  },
  {
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    "end": 696.92,
    "text": "Und im Prinzip hat sich unsere Sparvorstellungen vorm Ich lege mein Geld auf die Bank zu, ich lege mein Geld auf einen Weltetf verändert für ganz viele, wahrscheinlich für eine ganze Generation von jungen Menschen."
  },
  {
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    "text": "Können die sich überhaupt davor schützen?"
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    "end": 705.26,
    "text": "Also gibt es überhaupt eine Möglichkeit dem zu entkommen, falls es tatsächlich zu einer Korrekturanpassung kommt?"
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  {
    "start": 706.12,
    "end": 707.28,
    "text": "Ja, natürlich gibt es das."
  },
  {
    "start": 708.26,
    "end": 717.32,
    "text": "Einerseits ist es interdazu, dass je mehr Menschen an den globalen Aktienmärkten investiert sind und die höher der Anteil ist, umso stärker kommen globale Shocks auch zu uns."
  },
  {
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    "end": 718.6,
    "text": "Das letzte Tal in Tirol."
  },
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    "text": "Einerseits, andererseits aber gelten die alten Investmentregeln auch für die junge Generation, nicht also nicht alle eher in denselben Koab."
  },
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    "text": "Wenn man jetzt feststellt, die Bewertungen sind sehr hoch, die Warnungen werden ja mehr, die Wirtschaftsgeschichte spricht."
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    "end": 741.06,
    "text": "eine klare Sprache, wenn man im Rückspiel schaut, dann ist jetzt die Zeit, um diversifizierend da."
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    "text": "Und insofern kann man sich schon wappnen."
  },
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    "text": "Und das können dann auch wieder elektronisch gehandelte Produkte sein."
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    "text": "Man muss jetzt nicht sagen, das einzige Alternative ist sich eine Wohnung zu kaufen oder so, aber diversifizieren und nicht mehr nur in diesen ETFs, die stark übergewichtet sind aktuell, muss man sagen, oder den hochbewerteten Tech-Bereichen, diversifizieren wäre jetzt wahrscheinlich das, was man tun kann."
  },
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    "text": "Dann wappnet man sich ein bisschen."
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    "text": "Das ist schon möglich natürlich."
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    "text": "Wir sehen gerade einen riesigen Goldboom."
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    "text": "Gleichzeitig hat es vor kurzem noch einen riesigen Bitcoin-Boom gegeben oder Crypto-Boom gegeben."
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    "text": "Was davon ist?"
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    "text": "ein Gegengewicht zum Aktienmarkt oder was könnte funktionieren dafür?"
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    "text": "Beides."
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    "text": "In beiden Bereichen ist sozusagen der innereente Wert dieses Gegenstands oder dieser digitalen Forderung eigentlich Null."
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    "text": "Letztlich ist es das Vertrauen der Marktteilnehmer."
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    "text": "dass diesen Essage stützt."
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    "end": 803.58,
    "text": "und wenn man davon ausgeht, dass sozusagen ein Crash im Bereich der Tech Firmen nicht dort auch isoliert bleibt und es nicht zu sagen alles erfasst."
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    "text": "und die Frage ist, warum sollte das so sein?"
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    "text": "Dann kann sowohl Gold als auch Kryptowährungen, als auch Immobilien, als auch Anleihen, als auch Cash als Diversifizierungsmittel taugen."
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    "end": 822.42,
    "text": "Jedes mit seinem eigenen Risiko, aber ich würde es nicht sagen, das eine ist gut, das andere ist schlecht."
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    "end": 842.98,
    "text": "die hohen Goldpreise und jetzt auch Silberpreise, die zeigen uns ja schon, dass offensichtlich wir beide hier nicht die einzigen sind, die darüber nachdenken, wie man sich vielleicht wappnen kann, sondern dass offensichtlich in ganz großen Stil sehr sozusagen vermögensstarke Spieler sich mit Gold absichern."
  },
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    "text": "Aus Staaten, nämlich an"
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    "text": "Notenbanken."
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    "text": "Da sehen wir, dass dort der Dollar vor allem gegen Gold getauscht wird."
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    "end": 865.68,
    "text": "Der Dollar trägt ja sozusagen eben auch die Tech-Risiken in sich, noch zusätzlich zu den makroekonomischen Risiken, die es in den USA gibt und zusätzlich zu dem Gedöns, das von Donald Trump kommt, was der alles für Vorstellungen hat, wie man mit den ausländischen Anleihen eigentlich humanumgehen könnte."
  },
  {
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    "end": 869.84,
    "text": "Aber im Dollar ist auch das Big Tech-Risiko drin."
  },
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    "end": 879.36,
    "text": "Darum gibt es geoeconomische aber auch diese technologisch-wirtschaftlichen Gründe, warum man aus dem Dollar raus rotiert und in das Gold hinein oder in andere Assets hinein."
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  {
    "start": 879.42,
    "end": 882.82,
    "text": "und das machen die Zentralbanken genauso wie große Verwirkungsverwalter."
  },
  {
    "start": 883.38,
    "end": 887.22,
    "text": "Wieso spielt Europa im Rennen um KI keine Rolle?"
  },
  {
    "start": 887.3,
    "end": 893.82,
    "text": "Was ist da aus ökonomischer Ausrichtung her bei den Staaten, also bei den Ländern in Europa aber auch bei der EU falsch gelaufen?"
  },
  {
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    "end": 897.72,
    "text": "Zunächst einmal ist es wahrscheinlich schlicht und ergreifend Demografie."
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    "end": 901.38,
    "text": "Ich würde nicht sagen, ein hundert Prozent, aber das spielt schon eine Rolle."
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    "end": 908.4,
    "text": "Das Medianalter in Europa ist zehn Jahre älter als das in den USA, fünfzehn Jahre älter als in Israel."
  },
  {
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    "end": 911.18,
    "text": "China ist anders, das Alter ist sehr rasch."
  },
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    "end": 915.42,
    "text": "kommt aus einer Phase noch einer jüngeren Bevölkerung heraus."
  },
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    "end": 916.76,
    "text": "Und das macht etwas."
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    "end": 922.22,
    "text": "Den Innovationsgeschehen in langer Werbsbiografie passiert zwischen twenty und fünfunddreißig."
  },
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    "end": 925.46,
    "text": "Sechzigjährige Gründen keine großen Unternehmen mehr."
  },
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    "text": "Und auch auf der Nachfrage Seite ist das so."
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    "text": "Ältere Menschen tun sich schwer mit ganz neuen Technologien."
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    "text": "Das heißt, dass Europa einfach für diese rasche Innovationsfrequenz, die wir da jetzt sehen, USA, Israel oder auch China, die demografisch falschen Voraussetzungen hat."
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    "text": "Das ist aber nur ein Element."
  },
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    "text": "Das zweite Element ist eine für uns über Jahrzehnte, vielleicht Jahrhunderte geübte Risikoaversion."
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    "end": 948.98,
    "text": "Nur nichts riskieren."
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    "text": "Bei uns ist das Modell des Familienunternehmens sehr stark."
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    "text": "Das gibt es in China ja."
  },
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    "text": "Das ist ja wenig."
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    "text": "In den USA auch nicht in ein paar Regionen."
  },
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    "end": 964.06,
    "text": "Gerade Österreich, Deutschland, Schweiz und all den Familienunternehmen, die dann aber sozusagen eh sagen, ich warte mal ab."
  },
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    "end": 967.26,
    "text": "Kommt dann eine neue Technologie, kann ich sie vielleicht nutzen."
  },
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    "text": "Kann ich das in mein Geschäftsmodell einbauen?"
  },
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    "text": "Das sind nicht die disruptiven neuen Unternehmer."
  },
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    "end": 975.32,
    "text": "Das ist eine andere Kultur."
  },
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    "end": 980.24,
    "text": "Wenn man das auch wieder in die Wirtschaftsgeschichte schaut, das war oft so."
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    "text": "Auch im Bereich Computertechnologie."
  },
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    "text": "Europa war da nicht der Technologieführer."
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    "text": "Aber beim Einsatz der Digitalisierung dann zum Beispiel in der Industrie, gerade österreichische und deutsche Unternehmen tolles geleistet."
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    "text": "Also die Digitalisierung der Fertigung."
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    "end": 999.72,
    "text": "Die Digitalisierung von Liefernetzwerken, der Logistik, das sind europäische Unternehmen top."
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    "text": "Sie haben aber die Technologie nicht erfunden, sondern sie wenden sie dann an und schaffen damit mehr Wert."
  },
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    "text": "Das sollte man nicht allzu gering schätzen."
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    "text": "Da steckt auch sozusagen wirtschaftliche Potenz drinnen."
  },
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    "text": "Aber es ist in dieser Alterung die Risikoversion, und dann natürlich darüber könnte man es lang reden, die Regulierung."
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    "end": 1023.8,
    "text": "Diese Risikoversion, die eh schon da ist, dann noch verstärkt, mit dem Vorsorgeprinzip zum Beispiel."
  },
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    "text": "Ihre Ansicht nach mittlerweile ein Bewusstsein, jetzt in den Bereichen, wo reguliert wird, als NRU, aber auch auf Länderebene, dass Regulierung ein Problem ist und wird daran gearbeitet, das zu ändern?"
  },
  {
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    "end": 1050.24,
    "text": "Ja, doch, also wir sehen das ja in vielen Bereichen, in den Omnibuspaketen, die die europäische Politik aufgeleist, wo man dann die verschiedensten Regulierungsbereichen versucht, die Last der Regulierung etwas zu vermindern."
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    "text": "Wir wollen immer auf Nummer sicher gehen."
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    "end": 1058.68,
    "text": "Und das sieht man auch beim AI Act, Digital Markets Act, bei all diesen für die künstlichen und jetzt relevanten Regelungskreisen."
  },
  {
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    "end": 1060.92,
    "text": "Nur kein Risiko, immer sicher."
  },
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    "text": "Da helfen diese kleinen Omnibus-Schritte nicht."
  },
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    "end": 1066.42,
    "text": "Man müsste eine andere Praxis der Regulierung wählen."
  },
  {
    "start": 1066.62,
    "end": 1070.58,
    "text": "Und vorhin hatte ich noch eines nicht erwähnt, dass aber wichtig ist, dass die Kapitalmerktheit."
  },
  {
    "start": 1070.64,
    "end": 1079.0,
    "text": "Das hat das mit den Familienunternehmen zu tun, die nicht am Markt sind, sich aus eigenem Cashfloor heraus refinanzieren und finanzieren."
  },
  {
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    "end": 1086.1,
    "text": "Aber auch das heimt uns, sozusagen neue Technologien schnell aufzunehmen, zu skalieren, global groß zu machen."
  },
  {
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    "end": 1089.02,
    "text": "Und daran kann natürlich die Politik schon etwas ändern."
  },
  {
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    "end": 1091.4,
    "text": "Darum ist das Thema Kapitalmarktunion."
  },
  {
    "start": 1091.54,
    "end": 1100.76,
    "text": "auch eines, wenn Sie einen Ökonomien- und Ökonomien befragen, die beliebige, ja, ich will Ihnen sagen, Wahnsinn, dass wir das nicht seit fünfzehn Jahren schon umgesetzt haben."
  },
  {
    "start": 1100.8,
    "end": 1104.4,
    "text": "Seit fünfzehn Jahren wird das verlangt, Europa braucht eine Kapitalmarktunion."
  },
  {
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    "end": 1109.02,
    "text": "Jetzt sind wir immer noch dort, wo wir vor fünfzehn Jahren waren und das kann man schon ändern."
  },
  {
    "start": 1109.26,
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    "text": "Was hießet das konkret?"
  },
  {
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    "end": 1123.56,
    "text": "Das hießet, dass wir die im EU-Markt, im Bildmarkt existierenden Barrieren auflösen, zum Beispiel, dass wir ein gemeinsames Insolvenzrecht schaffen, dass in siebenundzwanzig Ländern unterschiedlich ist."
  },
  {
    "start": 1123.6,
    "end": 1129.52,
    "text": "Das ist wichtig, weil wenn einmal ein Kreditvertrag platzt, dann kommen siebenundzwanzig Regelwerke zur Anwendung."
  },
  {
    "start": 1130.34,
    "end": 1160.5,
    "text": "Die Idee wäre sozusagen ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, ein, Spanisse, die wir haben, auch verfügbar zu machen."
  },
  {
    "start": 1160.54,
    "end": 1169.7,
    "text": "Und dann sollten diese Pensionsfonds, die das Kapital dann sammeln, auch in der Lage sein, in einem Teil ihrer Anlage Europäisches Wageneskapital zur Verfügung stellen."
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  {
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    "text": "Also da gibt es eine lange Liste von Dingen."
  },
  {
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    "end": 1181.16,
    "text": "Mario Trage, der ja aus dem Investment Banking kommt, lange genug Notenbankchef war in Frankfurt, weil er jetzt nicht weh, hat ja alles bestens aufgeschrieben."
  },
  {
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    "end": 1183.46,
    "text": "Man muss nur jetzt einmal ins Tun kommen."
  },
  {
    "start": 1183.84,
    "end": 1189.34,
    "text": "Der vielleicht größte Flaschenhals bei der Entwicklung von KI scheint nicht das Geld zu sein."
  },
  {
    "start": 1189.4,
    "end": 1198.48,
    "text": "Das haben wir gemerkt in den letzten Monaten, dass diese riesigen Firmen irrsinnig viele Schulden aufnehmen können, aber auch sich Geld aus dem Kapitalmarkt holen können."
  },
  {
    "start": 1199.38,
    "end": 1202.38,
    "text": "Es ist die Energieversorgung, die immer mehr zum Flaschenhals wird."
  },
  {
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    "end": 1210.86,
    "text": "Europa hat ja schon bei der Abkehr vom russischen Gas und Öl Probleme und Herausforderungen Energieversorgung zu gewährleisten."
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    "end": 1215.56,
    "text": "in den USA scheint jetzt die Antwort wieder Drill Baby Drill zu sein, wie Donald Trump das sagt."
  },
  {
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    "text": "Wie gut ist ein Europa gerüstet für diese hoch technologisierte und auch elektrifizierte Zukunft?"
  },
  {
    "start": 1223.76,
    "end": 1225.08,
    "text": "Nicht gut genug, würde ich sagen."
  },
  {
    "start": 1225.18,
    "end": 1230.12,
    "text": "Also wir müssen da ähnlich wie bei der Kapitalmarktunion noch viel stärker ins Tun kommen."
  },
  {
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    "end": 1233.84,
    "text": "Der Ausbau der erneuerbaren könnte viel schneller und mächtiger erfolgen."
  },
  {
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    "end": 1240.28,
    "text": "Die Vernetzung unserer Stromnetze über die europäischen Grenzen hinweg könnte viel schneller und stärker erfolgen."
  },
  {
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    "end": 1256.94,
    "text": "Wir müssen sehen, dass wir Leitungskapazitäten nicht nur zwischen Mistelbrach und Hoan oder so im Waldviertel ausbauen, sondern... dass wir Hochwolltleitungen haben, Gleichstromleitungen, die Überschussstrom aus Wind, Energie in Grönland zum Beispiel auf den Balkan bringen."
  },
  {
    "start": 1257.74,
    "end": 1261.04,
    "text": "Das passiert anderswo in China zum Beispiel, in den süßen Regionen."
  },
  {
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    "text": "Strom mehrere Tausende Kilometer, sehr günstig, sehr sparsam mittlerweile mit der richtigen Technologie, sind zu den Verbrauchern bringen."
  },
  {
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    "text": "Das müsste alles passieren."
  },
  {
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    "end": 1274.0,
    "text": "Und man muss sehen, wie man entsprechend auch Speichertechnologien."
  },
  {
    "start": 1274.32,
    "end": 1275.02,
    "text": "aufbauen kann."
  },
  {
    "start": 1275.52,
    "end": 1280.78,
    "text": "Auch da haben wir in Europa eigentlich Möglichkeiten, gerade Österreich könnte zur Batterie werden mit unseren Bergen."
  },
  {
    "start": 1282.04,
    "end": 1290.66,
    "text": "Das passiert auch alles, aber halt im Schnecken-Tempo, während dem in den USA jetzt die Techfirmen beginnen, ihre eigenen Atomweiler zu planen."
  },
  {
    "start": 1291.28,
    "end": 1302.62,
    "text": "Und dann wirklich large scale auf wenigen Punkten konzentriert, aber dort sozusagen dann sehr mit sehr viel Volumen ihre eigene Energie herstellen, unabhängig davon, ob es gerade die Sonne scheint oder der Wind wird."
  },
  {
    "start": 1303.04,
    "end": 1311.64,
    "text": "Wenn wir das nicht wollen, klar nicht wollen, dann werden wir die Erneuerbaren auch massiv mit Speichertechnologien koppeln müssen, damit damit wir eine Chance haben."
  },
  {
    "start": 1312.12,
    "end": 1324.6,
    "text": "Und auch klar, diese europäische Lösung wird wahrscheinlich absehbar teurer sein als das, was in den USA oder in Indien oder in den Vereinigten Arabischen Emiraten möglich ist, weil wir die kompositiven Vorteile nicht haben dafür."
  },
  {
    "start": 1325.16,
    "end": 1325.9,
    "text": "Das müssen Sie noch mal erklären."
  },
  {
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    "text": "Warum ist es teurer, ein Windkraftwerk oder ein Solarkraftwerk in Europa zu betreiben als anderswo?"
  },
  {
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  },
  {
    "start": 1335.88,
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    "text": "Da ist man nahe am Equator."
  },
  {
    "start": 1338.54,
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    "text": "einer Wüste besser dran als im Neblingen."
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    "end": 1345.16,
    "text": "Aber in Spanien gibt es auch viel Sonne zum Beispiel."
  },
  {
    "start": 1345.46,
    "end": 1347.36,
    "text": "Neben den Tomaten kann man ja so Laakraft"
  },
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    "end": 1347.56,
    "text": "wegmachen."
  },
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    "end": 1348.66,
    "text": "Genau, da muss es auch passieren."
  },
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    "end": 1350.72,
    "text": "Also dort, wo wir können, müssen wir es auch tun."
  },
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    "end": 1356.2,
    "text": "Wir haben auch Möglichkeiten, Windfarmen aufzustellen, sehr viel mehr noch."
  },
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    "text": "Unverschlossen Grönland zum Beispiel."
  },
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    "end": 1365.52,
    "text": "Also nach all den Landkarten, die da existieren, wo so ein dauerhaft stark Wind zu holen wäre, das wäre etwas."
  },
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    "text": "Man muss halt dann das auch transportieren, wo die Verbraucher sind."
  },
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    "text": "Also ich will nicht sagen, dass das in Europa nicht funktioniert, aber wir haben weniger Flächen, weil die Bevölkerungstichte sehr viel höher ist, wir haben die Personalität."
  },
  {
    "start": 1378.4,
    "end": 1383.02,
    "text": "Das bedeutet, dass wir da vermutlich nicht in der Lage sein werden, in derselben Liga zu spielen."
  },
  {
    "start": 1383.6,
    "end": 1391.68,
    "text": "Das heißt nicht, dass bei uns sozusagen stromintensive IKI-Lösungen nicht denkbar sind, denn auch da geht es nicht nur um diesen einen Faktor Strom."
  },
  {
    "start": 1393.02,
    "end": 1400.92,
    "text": "Man sollte sich jetzt nicht so sagen ein Wolken Kuckuck sein, irgendwie herbei wünschen, dass so nicht kommt, alte Firmen wahrscheinlich."
  },
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    "start": 1401.2,
    "end": 1404.48,
    "text": "Dafür kann man sich zum Beispiel im Norden von Europa die Kühlung vielleicht sparen."
  },
  {
    "start": 1404.7,
    "end": 1404.92,
    "text": "So ist"
  },
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    "start": 1405.48,
    "end": 1409.02,
    "text": "es, genau, das könnte natürlich ein entsprechender Standortfaktor sein."
  },
  {
    "start": 1409.42,
    "end": 1415.86,
    "text": "Und man muss vielleicht auch sehen, dass gerade in unserer digitalisierten Welt vieles räumlich entkoppelt sein kann."
  },
  {
    "start": 1416.2,
    "end": 1425.48,
    "text": "Europa ist wahrscheinlich ein sehr attraktiver Standort für die Leute, die KI-Modelle entwickeln, warten, Appster zu bauen,"
  },
  {
    "start": 1425.56,
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    "text": "etc.,"
  },
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    "text": "weil wir ein Hundleben-Standard haben."
  },
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    "end": 1435.08,
    "text": "Weil man hier eine gute Infrastruktur hat, auch eine gute Versorgung mit Schulen und gesundet bla bla bla, all diese Dinge."
  },
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    "end": 1441.04,
    "text": "Und ob dann jetzt der Rechner irgendwo in Abu Dhabi steht oder vielleicht in Island."
  },
  {
    "start": 1442.28,
    "end": 1446.68,
    "text": "Das ist vielleicht für die Wertschöpfung am Ende gar nicht die zentrale Frage."
  },
  {
    "start": 1447.2,
    "end": 1453.82,
    "text": "Wir müssen uns nur beeilen, dass so lange Grönhardt noch Europa gehört und nicht in der USA, wenn wir die Windkraftwerke dort aufstellen wollen."
  },
  {
    "start": 1454.54,
    "end": 1459.6,
    "text": "Vladimir Putin hat kürzlich gedroht, dass er bereit für den Krieg mit Europa ist."
  },
  {
    "start": 1460.56,
    "end": 1463.88,
    "text": "Einer der vielen beunruhigen Drohungen, die er in den letzten Jahren ausgesprochen hat."
  },
  {
    "start": 1464.92,
    "end": 1470.1,
    "text": "Ich würde sagen, wir überlassen, dass den Militär-Experten das einzuschätzen, wie ernst man das nehmen muss."
  },
  {
    "start": 1470.62,
    "end": 1473.34,
    "text": "Aber es ist klar, Europa muss sich massiv bewaffnen."
  },
  {
    "start": 1473.54,
    "end": 1474.28,
    "text": "Passiert auch schon."
  },
  {
    "start": 1474.78,
    "end": 1477.38,
    "text": "Wir steigern die Budgets für militär."
  },
  {
    "start": 1477.88,
    "end": 1485.2,
    "text": "Die Friedensdividende, die wir jahrzehntelang hatten, die sogenannte Friedensdividente, hatten sehr, sehr viel ermöglicht, dass wir ein Sozialsystem ausbauen, etc."
  },
  {
    "start": 1486.88,
    "end": 1499.58,
    "text": "wird uns diese Notwendigkeit, uns mehr zu bewaffnen und für unsere eigene Sicherheit zu sorgen, eine Chance auf die prosperierende ökonomisch-sichere Zukunft nehmen?"
  },
  {
    "start": 1499.86,
    "end": 1502.48,
    "text": "Es wäre besser, wir hätten keine Kriegsgefahr."
  },
  {
    "start": 1503.46,
    "end": 1517.28,
    "text": "Also wenn man vertrauen könnte, dass Russland, China, auch immer, kooperativ und friedlich am Schaffen weltweiten Wohlstands allein interessiert wären, wenn das so ist, dann müsste man nicht in Militär investieren."
  },
  {
    "start": 1517.92,
    "end": 1519.74,
    "text": "In dieser Welt sind wir nicht."
  },
  {
    "start": 1520.22,
    "end": 1525.14,
    "text": "Waren wir wahrscheinlich nie, vielleicht zwei Jahrzehnte von Jahrzehnte bis Jahrzehnte bis Jahrzehnte, vielleicht."
  },
  {
    "start": 1525.58,
    "end": 1533.56,
    "text": "Deswegen werden wir in der Tat mehr Geld in die Hand nehmen müssen für die Sicherheit und mehr Ressourcen, vor allem dafür einsetzen."
  },
  {
    "start": 1534.54,
    "end": 1535.72,
    "text": "Und diese Ressourcen fehlen anders."
  },
  {
    "start": 1536.06,
    "end": 1543.4,
    "text": "Und das heißt, entweder Gans oder Butter, diesen Gans versus Butter-Trailer, mit dem muss man umgehen."
  },
  {
    "start": 1544.42,
    "end": 1550.44,
    "text": "Wenn man sich, sozusagen, da nicht anstrengt, besteht die Gefahr, wirklich auf eine schiefe Ebene zu kommen."
  },
  {
    "start": 1550.54,
    "end": 1552.26,
    "text": "Und ein Stück weit sehen wir das in Europa."
  },
  {
    "start": 1552.62,
    "end": 1573.42,
    "text": "Ich glaube, das eindrucksvollste Beispiel ist das, was im Juli in diesem Golfressort von Donald Trump in Turnberry-Shotland passiert ist, wo Europa einen furchtbaren Deal mit den USA akzeptieren mussten, einen Zoll-Deal, den man sonst nie unterschrieben hätte, aber akzeptieren musste, weil die USA gedroht haben, Sicherheitsgarantien zu entziehen."
  },
  {
    "start": 1573.78,
    "end": 1579.36,
    "text": "Und das heißt selber nicht in der Lage zu sein für so eine Sicherheit, Sorgen zu können, macht uns erpressbar."
  },
  {
    "start": 1579.74,
    "end": 1584.68,
    "text": "So wird man zur Kolonie, wenn man das sozusagen ganz drastisch ausdrücken will und dann ist auch der Wohlstand gefährdet."
  },
  {
    "start": 1584.74,
    "end": 1597.1,
    "text": "Drum ist jetzt das Herstellen einer sozusagen ausreichenden Wehrfähigkeit notwendig, damit man auch außenwirtschaftlich und da gehört die Technologiepolitik dazu, dass man da strategisch autonom sein kann."
  },
  {
    "start": 1597.34,
    "end": 1605.08,
    "text": "Sonst wird man vermutlich in der langen Frist von den großen Spielen USA, China, Indien vielleicht in der Zukunft schlicht und ergreifend ausgebeutet."
  },
  {
    "start": 1605.62,
    "end": 1615.66,
    "text": "Kann so ein Aufrüsten auch ein Antrieb sein, ein nachhaltiger Antrieb für eine Wirtschaft, oder ist das immer nur kurzfristig, weil die Gerätschaft, die man baut, nicht genutzt wird?"
  },
  {
    "start": 1616.16,
    "end": 1632.66,
    "text": "Also zunächst einmal ist die Rüstung aus einer reinen ökonomischen Perspektive... eine verlorene Ressource, denn die Panzer und die Raketen und die Bomben, für die man Ressourcen einsetzt und die man dann hoffentlich nie einsetzen muss, dass die Bomben und die Panzer nie wirklich benötigt werden, nur zur Abschreckung."
  },
  {
    "start": 1632.82,
    "end": 1633.04,
    "text": "Entweder"
  },
  {
    "start": 1633.1,
    "end": 1634.34,
    "text": "sie stehen rum oder sie werden zerstört."
  },
  {
    "start": 1634.52,
    "end": 1638.78,
    "text": "Genau, das ist etwas, das per se mal keinen wirtschaftlichen Nutzen hat."
  },
  {
    "start": 1639.46,
    "end": 1641.62,
    "text": "Deswegen kostet das zur nächsten mal Ressourcen."
  },
  {
    "start": 1641.72,
    "end": 1643.14,
    "text": "Es gibt ein paar Spielovers."
  },
  {
    "start": 1643.76,
    "end": 1649.14,
    "text": "Also das eine ist, dass man sich außen handelspolitisch anders aufstellen kann, wenn man werfähig ist."
  },
  {
    "start": 1649.68,
    "end": 1665.08,
    "text": "Das eine, das andere ist aber auch und darauf setzen jetzt viele, dass die Ausbau der Werfähigkeit immer auch mit dem Einsatz neuer Technologie einhergeht, die dann auch skaliert werden und das dann für die Zivilgesellschaft vielleicht neue Produkte, neue Verfahren."
  },
  {
    "start": 1666.16,
    "end": 1670.5,
    "text": "Algorithmen, was auch immer es ist, entstehen, die dann dort auch in den Nutzen entfalten."
  },
  {
    "start": 1670.74,
    "end": 1681.48,
    "text": "Das war eines der By-Products des Kalten Krieges, dass das Wettrüsten, vor allem dann in den USA, eben auch zu neuen Technologien geführt hat, die man zivil nutzen kann."
  },
  {
    "start": 1681.66,
    "end": 1683.88,
    "text": "Zum Beispiel so triviale Dinge wie die Photovoltaik."
  },
  {
    "start": 1683.96,
    "end": 1684.98,
    "text": "Oder das Internet, so wie auch."
  },
  {
    "start": 1685.16,
    "end": 1686.38,
    "text": "Oder das Internet, ja genau."
  },
  {
    "start": 1686.54,
    "end": 1697.46,
    "text": "Also das könnte man auch ohne, durch eine vernünftige Forschungsentwicklungspolitik, auch ohne dem Anhäufen von Kriegsmaterial bekommen, dass man hoffentlich nie einsetzen muss."
  },
  {
    "start": 1697.72,
    "end": 1703.68,
    "text": "Wir erleben gerade weltweit, wie auch in Demokratien der Nationalismus, um sie schlägt."
  },
  {
    "start": 1704.2,
    "end": 1706.64,
    "text": "In den USA redet man von America First."
  },
  {
    "start": 1707.48,
    "end": 1712.4,
    "text": "Bei gewissen Parteien in Europa und Österreich hört man Festung, Europa, Festung, Österreich."
  },
  {
    "start": 1712.96,
    "end": 1719.68,
    "text": "Die Angst vor Migration treibt Wählerinnen und Wähler zur radikalen Partei ist Abschottung."
  },
  {
    "start": 1720.28,
    "end": 1733.38,
    "text": "In einer Welt, in der die USA Handelskriege anzetteln, Russland, Europa bedroht, China seinen Einfluss ausweitet, ist das ein sinnvoller oder ein unsinniger Weg?"
  },
  {
    "start": 1734.14,
    "end": 1735.28,
    "text": "Es ist ein bisschen subtiler."
  },
  {
    "start": 1735.88,
    "end": 1742.24,
    "text": "Denn wenn sich China abschottet oder die USA abschotten gegenüber Europa, dann können wir nicht sagen, wir machen es nicht."
  },
  {
    "start": 1742.56,
    "end": 1747.56,
    "text": "Also wenn die nicht mehr mit uns Handel treiben wollen, dann kann man dagegen kaum etwas unternehmen."
  },
  {
    "start": 1747.76,
    "end": 1752.54,
    "text": "Aber die Welt ist jetzt doch deutlich größer als nur die USA oder nur China."
  },
  {
    "start": 1752.84,
    "end": 1757.5,
    "text": "Drei Viertel des Weltwarnhandels findet ohne Beteiligung der USA und China statt."
  },
  {
    "start": 1757.64,
    "end": 1789.3,
    "text": "Das heißt, wenn Europa Kooperation eingeht mit anderen Weltregionen, mit anderen Ländern, die nicht die Größe haben, wie USA und China aus ihren Binnenmärkten allein Prosperede zu erzeugen oder genügend Prosperede zu erzeugen, dann haben wir dann eine Chance, nicht deswegen... Wir werden genötigt, uns zu entkoppeln mit manchen, eben mit den Chinesen und den Amerikanern, wahrscheinlich ein Stück weit, können aber genau die entgegengesetzte Politik, nämlich die einer stärkeren Kooperation, das Eingehens- und Freihandelsabkommen, mit anderen Räumen vorantreiben."
  },
  {
    "start": 1789.5,
    "end": 1801.84,
    "text": "Sofern ist das beides etwas, das jetzt in den nächsten Jahren sich wahrscheinlich abspielen wird, eine Entkopplung und eine stärkere Integrationslogik, aber eben mit unterschiedlichen Partnerländern."
  },
  {
    "start": 1802.22,
    "end": 1807.62,
    "text": "Sie haben vorhin schon angesprochen, dass alle großen Industrienationen ein Problem mit der Demografie haben."
  },
  {
    "start": 1807.74,
    "end": 1808.76,
    "text": "Manche mehr, manche weniger."
  },
  {
    "start": 1808.8,
    "end": 1810.42,
    "text": "Europa hat ein starkes Problem."
  },
  {
    "start": 1810.78,
    "end": 1814.04,
    "text": "Wie sinnvoll ist es da zu sagen, wir lassen niemanden mehr rein?"
  },
  {
    "start": 1814.46,
    "end": 1814.54,
    "text": "Das"
  },
  {
    "start": 1814.6,
    "end": 1815.96,
    "text": "ist keine sinnvolle Strategie."
  },
  {
    "start": 1816.64,
    "end": 1821.0,
    "text": "Ich glaube, auch all die, die Immigration-Skeptiker sind, würden soweit nicht gehen."
  },
  {
    "start": 1821.24,
    "end": 1824.0,
    "text": "Die Frage ist, wer hat die Kontrolle?"
  },
  {
    "start": 1824.92,
    "end": 1828.44,
    "text": "Ich glaube, das ist das, was viele Menschen in Europa umtreibt."
  },
  {
    "start": 1828.76,
    "end": 1830.68,
    "text": "Das ist das, was den Brexit ausgelöst hat."
  },
  {
    "start": 1830.76,
    "end": 1834.42,
    "text": "Das ist das, was Herrn Trump zweimal in das Präsidentenamt geholfen hat."
  },
  {
    "start": 1834.58,
    "end": 1845.18,
    "text": "Bilder von unkontrollierter Einwanderung, ob das jetzt an der mexikanisch-kalifornischen Grenze ist oder zwischen Griechenland und der Türkei, die sehen für viele Menschen eine große Beunruhigung."
  },
  {
    "start": 1845.22,
    "end": 1849.32,
    "text": "Und ich würde sagen, das ist auch legitim und verständlich."
  },
  {
    "start": 1849.68,
    "end": 1857.66,
    "text": "Denn unser Wohlfahrtssystem, unsere staatlichen Institutionen, die sind für die Menschen gebaut, die das finanzieren."
  },
  {
    "start": 1857.96,
    "end": 1861.64,
    "text": "Und wenn man das entgrenzt, werden diese Systemunterdruck geraten."
  },
  {
    "start": 1862.34,
    "end": 1874.84,
    "text": "Deswegen ist es wichtig, dass man eine rationale, aber politisch und demokratisch von der einheimischen Bevölkerung gesteuert und dann auch gewollte Immigrationspolitik vorantreiben kann."
  },
  {
    "start": 1874.94,
    "end": 1876.08,
    "text": "Da gibt es ja die Beispiele."
  },
  {
    "start": 1876.58,
    "end": 1880.28,
    "text": "Kanada wird oft genannt, Australien, das wird ein bisschen extremer."
  },
  {
    "start": 1881.52,
    "end": 1889.82,
    "text": "Die Erfahrung von twenty-fünfzehn, glaube ich, hängt vielen noch nach und ich glaube tatsächlich, dass man diesen Weg nicht weitergehen kann."
  },
  {
    "start": 1890.0,
    "end": 1901.24,
    "text": "Es muss klar sein, wir steuern, dass die Menschen können mit ihrer Entscheidung am Wahlzettel beeinflussen, wie viel, welche Immigration und in welchen Sektoren sie stattfinden soll."
  },
  {
    "start": 1901.5,
    "end": 1906.42,
    "text": "Eines der größten Probleme, dass wir gerade erleben, auch in der westlichen Welt,"
  },
  {
    "start": 1907.16,
    "end": 1907.46,
    "text": "ist"
  },
  {
    "start": 1907.88,
    "end": 1909.16,
    "text": "das Problem der Ungleichheit."
  },
  {
    "start": 1909.46,
    "end": 1943.8,
    "text": "Gerade wenn wir darauf sehen, dass zum Beispiel gleichzeitig dem reichsten Mann der Welt ein Aktienpaket von einer Billion Dollar Angebot mit tausend Milliarden Dollar, wenn der gewisse Unternehmen das Ziele erreicht und gleichzeitig aber eine junge Familie es sich kaum leisten kann, eine Wohnung zu kaufen und die Zukunft abzusichern oder zumindest im Ungewissen darüber ist, erreichen wir auch bei uns in Europa in dieser Zeit oder auch in den nächsten Jahren einen Punkt, an dem die Ungleichheit so groß wird, dass es zu sozialen Problemen, aber auch zu wirtschaftlichen Problemen führt."
  },
  {
    "start": 1944.34,
    "end": 1950.08,
    "text": "Dass wir Gefahr laufen, dass einfach ein großer Teil der Bevölkerung nicht mehr an der Wirtschaft partizipieren kann."
  },
  {
    "start": 1950.98,
    "end": 1956.14,
    "text": "Also die hohe Vermögenskonzentration in den Händen von wenigen ist in vieler Hinsicht ein Problem."
  },
  {
    "start": 1956.82,
    "end": 1958.7,
    "text": "Es ist schon mal demokratiepolitisch ein Thema."
  },
  {
    "start": 1958.88,
    "end": 1963.06,
    "text": "Das sehen wir ja auch in den USA, wo man sich schnell mal ein Twitter kauft und dann"
  },
  {
    "start": 1963.26,
    "end": 1963.74,
    "text": "Stimmung macht."
  },
  {
    "start": 1964.08,
    "end": 1969.24,
    "text": "Damit Stimmung macht und dass ein Prinzip eine Person mit ihren Präferenzen aber mit sehr viel Geld tut."
  },
  {
    "start": 1969.66,
    "end": 1977.44,
    "text": "Aber es ist in der Tat so, dass eine zu hohe Vermögenskonzentration, Monopolisierungstendenzen mit diesem Zusammengeht, das korreliert stark."
  },
  {
    "start": 1977.52,
    "end": 1979.48,
    "text": "Daher kommen ja die starken Vermögenskonzentrationen."
  },
  {
    "start": 1979.52,
    "end": 1980.56,
    "text": "Das ist wirtschaftlich nicht gut."
  },
  {
    "start": 1981.18,
    "end": 1989.18,
    "text": "Es ist so, dass eine starke Ungleichverteilung von Einkommen und Vermögen dazu führt, dass die Menschen, die konsumieren wollen, nicht konsumieren können."
  },
  {
    "start": 1989.5,
    "end": 1995.82,
    "text": "Und die, die sehr viel konsumieren könnten, weil sie das Einkommen haben, nicht konsumieren, weil sie das gar keinen Sinn macht."
  },
  {
    "start": 1996.12,
    "end": 2000.24,
    "text": "Noch drei achten und noch vier willen, irgendwo ist da der Sättigungspunkt."
  },
  {
    "start": 2000.64,
    "end": 2003.74,
    "text": "Und dann geht das sozusagen in die Wiederveranlagung, in die Akkumulation."
  },
  {
    "start": 2004.36,
    "end": 2008.02,
    "text": "Deswegen ist auch sozusagen für die makroekonomische Performance."
  },
  {
    "start": 2008.82,
    "end": 2012.48,
    "text": "von Ökonomien nicht gut, wenn die Vermögen zu ungleich verteilt sind."
  },
  {
    "start": 2013.26,
    "end": 2016.86,
    "text": "Jetzt daraus abzuleiten, dass das Beste eine Gleichverteilung wäre, wäre es auch falsch."
  },
  {
    "start": 2017.4,
    "end": 2021.24,
    "text": "Also die Frage ist, wo ist der optimale Grad an Ungleichheit?"
  },
  {
    "start": 2021.32,
    "end": 2024.1,
    "text": "Ein Stück weit sind Ungleichheiten Anreize."
  },
  {
    "start": 2025.06,
    "end": 2037.14,
    "text": "Der Wettlauf mit den anderen, das größere Unternehmen zu haben, das höhere Gehalt zu haben, die bessere Innovation auf die Welt zu bringen und dann eben auch mit dieser besseren Innovation mehr Geld zu verdienen, das treibt uns ja alles an."
  },
  {
    "start": 2037.7,
    "end": 2045.58,
    "text": "Wenn man das alles wegsteuern würde, würden diese Antriebe, so sind die Menschen halt oft auch und nicht ausschließlich, aber auch materiell motiviert."
  },
  {
    "start": 2045.86,
    "end": 2050.6,
    "text": "Wenn man das abstellt, dann stellen wir auch die Triebfedern sozusagen des ökonomischen Fortschritts ab."
  },
  {
    "start": 2050.88,
    "end": 2052.219,
    "text": "Aber zu viel davon ist nicht gut."
  },
  {
    "start": 2052.28,
    "end": 2058.76,
    "text": "Und ich habe den Eindruck in den USA vor allem, was die Vermögensunglichkeit angeht, da sind wir deutlich über den Kipppunkten."
  },
  {
    "start": 2059.04,
    "end": 2063.92,
    "text": "In Europa ist es stärker diversifiziert, aber auch da muss man sicherlich die Frage stellen."
  },
  {
    "start": 2064.32,
    "end": 2067.52,
    "text": "Wo ist der Punkt, an dem man politisch aktiv werden müsste?"
  },
  {
    "start": 2068.4,
    "end": 2077.739,
    "text": "Vielleicht, wenn wir vorher über Korrekturen auf den Aktienmärkten gesprochen haben, vielleicht kommt die Korrektur auch und reduziert diese Ungleichheiten."
  },
  {
    "start": 2078.02,
    "end": 2078.659,
    "text": "Das tun die nämlich."
  },
  {
    "start": 2079.1,
    "end": 2085.9,
    "text": "Weil die großen Aktienpakete ja auch wieder stark konzentriert sind, weil die vierzig, fünfzig Prozent weniger wert sind, hat das dort Effekte."
  },
  {
    "start": 2086.1,
    "end": 2089.159,
    "text": "Aber dann, das wäre ja ungefähr so, als würde man darauf hoffen, dass der Blitz einschlägt."
  },
  {
    "start": 2089.92,
    "end": 2100.98,
    "text": "Was welche politischen Maßnahmen könnte man ein Unternehmen oder welche wären sinnvoll, um zu versuchen, eben nicht diesen Stillstand herzustellen, wie Sie sagen, dass eben alles gleich verteilt ist und es gibt keine Anreize mehr."
  },
  {
    "start": 2101.46,
    "end": 2111.0,
    "text": "Aber gleichzeitig doch das Vermögen, das auch Stimm liegt, nämlich einen Dressoren oder nämlich einen Werten drinsteckt, die nicht genutzt werden, um die Wirtschaft auch wieder anzukurbeln."
  },
  {
    "start": 2111.42,
    "end": 2113.3,
    "text": "Also ein gastzentrales Element ist Wettbewerb."
  },
  {
    "start": 2113.62,
    "end": 2121.1,
    "text": "Nicht also in der Zwischenriechzeit, wo in Amerika die Trusts erschlagen, um mehr Wettbewerb in der Ölindustrie, in der Stahlindustrie herzustellen."
  },
  {
    "start": 2121.3,
    "end": 2125.72,
    "text": "Wenn diese Vermögen deswegen stark anwachsen, Weil Monopol-Ränden entstehen."
  },
  {
    "start": 2126.0,
    "end": 2128.14,
    "text": "Dann ist das zum Nachteil der Wirtschaft."
  },
  {
    "start": 2128.26,
    "end": 2131.72,
    "text": "Das sollte man regulatorisch mit wettwerbspolitischen Mitteln angehen."
  },
  {
    "start": 2131.94,
    "end": 2135.3,
    "text": "Jetzt sind wir in vielen neuen Technologien, aber sogenannte natürliche Monopole."
  },
  {
    "start": 2137.06,
    "end": 2141.08,
    "text": "Ich will Social Media, Plattformen, Brauchts auf der Welt."
  },
  {
    "start": 2141.9,
    "end": 2144.88,
    "text": "Das funktioniert ja auch nur, wenn es einen Netzwerkeffekt gibt und viele Leute dabei"
  },
  {
    "start": 2144.98,
    "end": 2145.16,
    "text": "sind."
  },
  {
    "start": 2145.38,
    "end": 2145.64,
    "text": "Genau."
  },
  {
    "start": 2145.78,
    "end": 2150.6,
    "text": "Und dort stellt sich dann fundamental die Frage, wie man solche natürlichen Monopole reguliert."
  },
  {
    "start": 2151.18,
    "end": 2151.68,
    "text": "Mehr Steuern?"
  },
  {
    "start": 2153.78,
    "end": 2155.48,
    "text": "Vielleicht nicht zwingend mehr Steuern oder"
  },
  {
    "start": 2155.56,
    "end": 2156.18,
    "text": "überhaupt Steuern."
  },
  {
    "start": 2157.16,
    "end": 2179.28,
    "text": "Steuern spielen sicher eine Rolle in der ganzen Geschichte, aber so das Regulieren von Netzwerken kann auch bedeuten, dass man Preise reguliert, so dass man Ausmaß in den Werbung geschaltet werden kann, reguliert, dass man die Verteilung der Werbeeinnahmen verändert, dass man die Besteuerung von diesen Erträgen auch dort zulässt, wo die Netzwerke User sind."
  },
  {
    "start": 2179.86,
    "end": 2181.6,
    "text": "Also da gibt es ganz viele Dinge."
  },
  {
    "start": 2182.34,
    "end": 2188.8,
    "text": "Man wird sicherlich auch fragen müssen, wenn all das nichts nutzt, wie die Vermögensbesteuerung insgesamt aussehen soll."
  },
  {
    "start": 2189.36,
    "end": 2192.82,
    "text": "Da haben wir ja in Europa unterschiedliche Modelle."
  },
  {
    "start": 2192.96,
    "end": 2195.52,
    "text": "Manche Länder, die solche Steuern nicht haben, manche Länder, die sie haben."
  },
  {
    "start": 2196.26,
    "end": 2211.62,
    "text": "Das Problem, wenn man an diese Dinge denkt, ist, dass die Vermögen, über die wir hier reden, häufig eben nicht Immobilien oder Welter rein oder so irgendwas, sondern das sind Aktienpakete, die können in den Kaiman Inseln liegen, können in Liechtenstein liegen, sie können in Frankfurt liegen."
  },
  {
    "start": 2211.68,
    "end": 2214.16,
    "text": "Und im Zweifel habe ich sie lieber in Frankfurt liegen als dort nicht."
  },
  {
    "start": 2214.6,
    "end": 2224.48,
    "text": "Weil diese Vermögen so mobil sind, muss man schon eine globale Lösung finden, wenn man da konzentrationsmindernde Maßnahmen ergreifen will."
  },
  {
    "start": 2225.12,
    "end": 2240.14,
    "text": "Wenn Sie vorausblicken und sich die nächsten zehn Jahre anschauen, das denken Sie, ist die beste Chance für Europa, aber auch für Österreich, um in diesem Wandel nicht unterzugehen und eine aktive Rolle zu finden."
  },
  {
    "start": 2240.68,
    "end": 2247.2,
    "text": "Also ich glaube, das Gute, dass uns jetzt das Gespräch erleichtert, ist, dass tatsächlich die Dinge, die für Europa gut sind, auch für Österreich gut sind."
  },
  {
    "start": 2247.58,
    "end": 2256.18,
    "text": "Und was Europa angeht, wir müssen die Vorschläge von Enrico Letta und Mario Draghi jetzt endlich ernst nehmen und umsetzen."
  },
  {
    "start": 2256.66,
    "end": 2258.36,
    "text": "Der europäische Binnenmarkt ist groß."
  },
  {
    "start": 2258.68,
    "end": 2260.8,
    "text": "Die Baukopfeinkommen in Europa sind hoch."
  },
  {
    "start": 2261.16,
    "end": 2263.96,
    "text": "Wir haben super ausgebildete Menschen in diesem Land."
  },
  {
    "start": 2264.46,
    "end": 2266.04,
    "text": "Wir haben die Unternehmen und Unternehmerinnen."
  },
  {
    "start": 2266.2,
    "end": 2272.84,
    "text": "Es ist ja nicht so, dass irgendwie die Europäer per se, obwohl wir älter sind und risikauerwärser, irgendwie minder begabt sind."
  },
  {
    "start": 2273.04,
    "end": 2275.28,
    "text": "Die Chinesen viel klüger oder die Amerikaner viel klüger werden."
  },
  {
    "start": 2275.98,
    "end": 2278.74,
    "text": "Was uns hindert, ist die Fragmentierung des eigenen Marktes."
  },
  {
    "start": 2279.1,
    "end": 2281.26,
    "text": "Und da wissen wir eigentlich, was zu tun ist."
  },
  {
    "start": 2281.88,
    "end": 2284.92,
    "text": "Vorgemacht hat uns das übrigens in den letzten fünfzehn-zwanzig Jahren in Indien."
  },
  {
    "start": 2285.54,
    "end": 2286.62,
    "text": "Ihnen ist auch eine Föderation."
  },
  {
    "start": 2286.94,
    "end": 2294.26,
    "text": "Die hatten bis vor ein paar Jahren unterschiedliche Steuersysteme, Wärmesteuersysteme zum Beispiel in den einzelnen Bundesstaaten, die jetzt harmonisiert wurden."
  },
  {
    "start": 2294.58,
    "end": 2299.84,
    "text": "Also Teil des Aufstiegs jetzt, den wir in Indien sehen, hat mit der Schaffung eines indischen Binnenmarktes zu tun."
  },
  {
    "start": 2300.36,
    "end": 2303.96,
    "text": "Auch Europa hat davon schon viel profitiert, aber wir sind noch lange nicht."
  },
  {
    "start": 2304.44,
    "end": 2304.76,
    "text": "Am Ende."
  },
  {
    "start": 2305.06,
    "end": 2311.24,
    "text": "Das gilt für den Kapitalmarkt, das gilt für Technologien, das gilt für Infrastrukturen, Energie, Daten."
  },
  {
    "start": 2311.6,
    "end": 2312.62,
    "text": "Das gilt für die Sicherheit."
  },
  {
    "start": 2313.04,
    "end": 2315.24,
    "text": "Also da ist echt was zu tun."
  },
  {
    "start": 2315.34,
    "end": 2325.5,
    "text": "und was mich wirklich furchtbar nervt, ist diese provinzielle nach innen gerichtete klein, klein, klein Diskussion in Österreich, in Deutschland, wo auch immer man hinblickt in Europa."
  },
  {
    "start": 2326.16,
    "end": 2331.12,
    "text": "Statt dass man sieht, wir haben als Europäer insgesamt unser Schicksal wirklich in der Hand."
  },
  {
    "start": 2331.24,
    "end": 2333.6,
    "text": "Wir können auf Augenhöhe mitspielen."
  },
  {
    "start": 2333.98,
    "end": 2336.16,
    "text": "Nur so wie wir jetzt aufgestellt sind, nicht."
  },
  {
    "start": 2336.48,
    "end": 2339.9,
    "text": "Wir müssen sehr fundamental an der Governance Europas arbeiten."
  },
  {
    "start": 2340.12,
    "end": 2340.76,
    "text": "Das wäre zu tun."
  },
  {
    "start": 2340.84,
    "end": 2341.82,
    "text": "Das sind keine Kleinigkeiten."
  },
  {
    "start": 2341.9,
    "end": 2345.7,
    "text": "Das ist eine generationale Aufgabe und vielleicht erlebe ich das nicht mehr."
  },
  {
    "start": 2345.88,
    "end": 2352.24,
    "text": "Aber wenn wir das nicht anschieben, ist voraus denken und dann auch ins Tun kommen, muss man sich, glaube ich, zwang"
  },
  {
    "start": 2352.36,
    "end": 2352.56,
    "text": "machen."
  },
  {
    "start": 2352.76,
    "end": 2364.22,
    "text": "Und es bedeutet auch, dass man als Länder als Staaten wieder mehr bereit ist, sagen, in das Projekt Europa zu investieren oder auch dazu zu stehen und nichts davon sich abzukehren."
  },
  {
    "start": 2364.92,
    "end": 2365.28,
    "text": "So ist es."
  },
  {
    "start": 2365.52,
    "end": 2370.9,
    "text": "Man müsste die Versuchung gestern mal standhalten, den Schwarzen Peter immer nach Brüssel zu schieben."
  },
  {
    "start": 2371.46,
    "end": 2373.3,
    "text": "Das sehen wir auch in Österreich die ganze Zeit."
  },
  {
    "start": 2373.5,
    "end": 2374.34,
    "text": "Die Inflation ist hoch."
  },
  {
    "start": 2374.88,
    "end": 2376.62,
    "text": "Die territorialen Lieferbeschränkungen sind schuld."
  },
  {
    "start": 2377.58,
    "end": 2381.16,
    "text": "Die man vor ein paar Jahren noch selber mit aufgebaut hat."
  },
  {
    "start": 2382.84,
    "end": 2395.96,
    "text": "Wichtig ist, dass wir in aller Klarheit politisch und sehen und das auch so kommunizieren, dass, wenn wir in die Zukunft haben wollen, in einer Welt, in der die technologischen Entwicklungen rasant vorangehen, in der der nächsten Liebe sozusagen nicht stark ausgeprägt ist."
  },
  {
    "start": 2396.22,
    "end": 2399.76,
    "text": "Die Chinesen, die Amerikaner, die Inder machen was für sie gut ist."
  },
  {
    "start": 2400.0,
    "end": 2402.48,
    "text": "Denken nicht daran, ob das jetzt den Österreichern passt."
  },
  {
    "start": 2403.2,
    "end": 2407.36,
    "text": "Wenn das so ist, gilt Birgis Beautiful und Österreich ist nicht Big."
  },
  {
    "start": 2407.92,
    "end": 2408.78,
    "text": "Deutschland ist nicht Big."
  },
  {
    "start": 2408.84,
    "end": 2411.48,
    "text": "Wenn wir irgendeine Chance haben, dann ist das gemeinsam."
  },
  {
    "start": 2412.46,
    "end": 2418.12,
    "text": "Das bedeutet auch, dass man Kompromisse eingehen wird müssen, dass man sich nicht immer durchsetzen wird können."
  },
  {
    "start": 2418.7,
    "end": 2419.76,
    "text": "Das tut weh hin und wieder."
  },
  {
    "start": 2420.7,
    "end": 2425.3,
    "text": "Aber wenn man nicht bereit ist, diese Kompromisse einzugehen, dann schwimmen uns die Fälle davon."
  },
  {
    "start": 2425.38,
    "end": 2433.16,
    "text": "Also ich sehe eigentlich kaum eine gute Alternative neben einer stärkeren europäischen Zusammenarbeit."
  },
  {
    "start": 2433.8,
    "end": 2438.84,
    "text": "Das heißt nicht, dass man sie immer und überall an jedem Eck und Ende haben muss, aber in den Kern berechen."
  },
  {
    "start": 2438.96,
    "end": 2441.86,
    "text": "In der Handelspolitik, in der Sicherheitspolitik, in der Technologiepolitik."
  },
  {
    "start": 2442.52,
    "end": 2453.36,
    "text": "Wenn wir immer noch sozusagen unsere lokalen Trachtenvereine haben können und die Plasmusik kabeln und was wir alles so lieben und brauchen, auch im Bildungsbereich, es kann vieles sozusagen national und lokal bleiben."
  },
  {
    "start": 2453.9,
    "end": 2457.86,
    "text": "Aber die Dinge, die sozusagen weltpolitisch gewicht haben, die müssen wir europäischen."
  },
  {
    "start": 2458.46,
    "end": 2460.08,
    "text": "Herr Felbermaier, vielen, vielen Dank für das Gespräch."
  },
  {
    "start": 2460.28,
    "end": 2460.4,
    "text": "Sehr"
  },
  {
    "start": 2460.44,
    "end": 2460.6,
    "text": "gerne."
  },
  {
    "start": 2462.36,
    "end": 2469.16,
    "text": "Und wenn Sie den Standard unterstützen wollen, dann machen Sie es am besten über ein Abonnement, alle Infos dazu finden Sie auf abo.derstandard.at."
  },
  {
    "start": 2469.78,
    "end": 2477.18,
    "text": "Abonnieren Sie uns auf YouTube, auf dem Podcast-Plattformen Ihrer Wahl, schicken Sie uns gerne ein Feedback auch per Mail an podcast.derstandard.at."
  },
  {
    "start": 2477.84,
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    "text": "Ich bin Schold Wilhelm, danke fürs Zuhören, Baba"
  },
  {
    "start": 2480.0,
    "end": 2480.14,
    "text": "und"
  },
  {
    "start": 2480.38,
    "end": 2482.32,
    "text": "bis zum nächsten Mal."
  }
]