[
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    "start": 5.02,
    "end": 11.64,
    "text": "Gerade läuft in Deutschland eine Debatte darüber, ob nicht wieder mehr Syrerinnen und Syrer in ihr Heimatland zurückkehren sollten."
  },
  {
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    "end": 14.8,
    "text": "Auch in der Union gibt es dazu unterschiedliche Meinungen."
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    "text": "In den Minister Dobrindt von der CSU ist dafür, aus Minister Wadefühl von der CDU kann sich das nicht vorstellen."
  },
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    "text": "In dieser Sendung spreche ich mit Thomas Avenarius, den Krisenreporter der SZ."
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    "text": "Ihn frage ich, wie denn die Lage in Syrien derzeit ist."
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    "end": 33.1,
    "text": "Sie hören den SH-Nachrichten-Podcast auf den Punkt."
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    "text": "Mein Name ist Leopold Zag."
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    "text": "Los geht's."
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    "text": "In der letzten Woche war Außenminister Johann Wadefühl in Syrien unterwegs."
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    "text": "Es ging dort um die Frage, wie das Land wieder aufgebaut werden könnte."
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    "text": "Nach dem Bürgerkrieg und ein Jahr nach dem Sturz des Assad-Regimes."
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    "text": "Und Wadefühl, der hat auf seiner Reise einen Satz gesagt, der jetzt für Diskussionen sorgt in Deutschland."
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  {
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    "text": "Es ging um die Frage, ob Syrerinnen und Syrer, die nach Deutschland geflohen sind, nun wieder zurückkehren könnten."
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    "text": "Ich glaube, es ist zum jetzigen Zeitpunkt nur sehr eingeschränkt möglich, weil in der Tat doch sehr viel an Infrastruktur in diesem Land zerstört ist."
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    "text": "Und das wird nicht allzu viele jetzt dazu bewegen, kurz bis sich diesen Schritt zu machen."
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    "text": "Wade Fuhl sagt, er habe noch nie ein solches Ausmaß an Zerstörung gesehen, wie in Syrien."
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    "end": 98.1,
    "text": "ihn erinnere das an Bilder von Deutschland nach Und in ein solches Land würden freiwillig nur wenige zurückkehren."
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    "text": "An dieser Aussage gibt es jetzt Kritik, auch aus seiner eigenen Partei der Union."
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    "text": "In den Minister."
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    "text": "Alexander Dobrin von der CSU ist der Meinung, Syrerinnen und Syrer sollten auch gegen ihren Willen in ihr Heimatland zurückgebracht werden."
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    "text": "Und auch Straftäter sollen abgeschoben werden."
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    "text": "Ist Syrien dazu gerade überhaupt in der Lage und ist das Menschen überhaupt zuzumuten?"
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  {
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    "end": 129.28,
    "text": "Darüber spreche ich jetzt mit Thomas Avenarius, dem Krisenreporter bei der SZ."
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    "end": 133.32,
    "text": "Er hat das Land seit dem Bürgerkrieg und seinem Ende mehrfach bereist."
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    "text": "Herr Avenarius, Sie waren eine Woche lang in Syrien."
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    "text": "Was ist denn Ihr Eindruck gerade von dem Land?"
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    "text": "Also ich war direkt nach dem Sturz des Assad-Regimes in Syrien und jetzt erneut."
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    "text": "Und man sieht, dass die Dinge langsam in Bewegung geraten, vielleicht auch teilweise zum besseren, aber die Aufgaben, die vor diesem Land und damit vor seiner Regierung liegen und vor seiner Bevölkerung, die sind eigentlich fast unermesslich und unüberschaubar."
  },
  {
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    "end": 162.78,
    "text": "Der Außenminister hat gesagt, als er dort war, er habe noch nie eine solche Zerstörung gesehen."
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    "text": "Genau das hatte ich gemeint."
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    "text": "Das Ausmaß der Zerstörung ist auch im Vergleich zu anderen Kriegsgebieten in Syrien."
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    "end": 181.18,
    "text": "Unfassbar groß, es betrifft vor allem die Vororte von Damaskus, wo jahrelang gekämpft wurde, wo die größeren Stadtteile wie Harasta, wo Herr Wadepool war, komplett zerstört sind."
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  {
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    "end": 185.5,
    "text": "Da steht unter hundert zerstörten Häusern vielleicht ein einziges, in dem man auch wohnen kann."
  },
  {
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    "end": 189.38,
    "text": "Und es gilt für den Großraum Aleppo, das gilt für den Großraum Idlib."
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  {
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    "end": 193.44,
    "text": "Weniger zerstört sind die Küstengebiete, die der Krieg eigentlich nie erreicht hat."
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    "end": 197.38,
    "text": "Aber insgesamt ist der Grater Zerstörung diesem Land unfassbar hoch."
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    "text": "Sie haben jetzt die Häuser angesprochen."
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    "end": 203.52,
    "text": "Wie kann man sich die Zerstörung den Alltag der Menschen vielleicht noch vorstellen?"
  },
  {
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    "end": 215.52,
    "text": "Der Alltag der Menschen ist, dass Syrien eine millionenfache Zahl intern vertriebener hatte, die zum größten Teil nach Idlib am Schluss im Norden geflogen sind, die jetzt zurückkommen und statt ihrer Häuser nur noch Ruinen vorfinden."
  },
  {
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    "end": 227.8,
    "text": "Da ist die Frage, wo sollen diese Menschen wohnen, aber nicht nur sollen sie wohnen, sondern auch die Frage der Infrastruktur, sprich Wasserversorgung, Stromversorgung, ITC, Straßen und natürlich Schule und Bildung."
  },
  {
    "start": 228.54,
    "end": 232.42,
    "text": "Das sind ja nicht nur Privathäuser zerstört worden, sondern auch alle Schulen zerstört worden."
  },
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    "text": "Und all diese Aufgaben anzugehen, das ist eine Herkulesaufgabe."
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    "text": "Und das kann Syrien alleine nicht leisten."
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    "text": "Sie haben auf Ihrer Reise nach Syrien auch Rückkehrer getroffen aus Deutschland."
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    "text": "Wie geht es denn denen?"
  },
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    "end": 252.04,
    "text": "Also ja, wir haben Rückkehrer getroffen und auch befragt, aber das ist natürlich eine sehr enge Auswahl der Menschen, die sich in Aleppo eingefunden hatten."
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    "text": "Die haben gesagt, sie seien froh zurückkehren zu können."
  },
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    "text": "A, weil sie sehen, dass in ihrem Land Frieden herrscht."
  },
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    "text": "B, weil sie lieber in ihrem Land mit seiner eigenen Kultur leben als in einem fremden Land wie Deutschland oder Frankreich."
  },
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    "text": "Das sind ja alles sehr positive Beweggründe, wenn die Menschen dahin zurückkehren."
  },
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    "text": "Aber sie sagen natürlich auch, was sichergestellt sein muss, ist Wohnen, ist Infrastruktur und ist Bildung."
  },
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    "text": "Und ich nehme mal an, diese Leute warten auch ab und werden möglicherweise dann auch wieder zurückkehren in die Exilien, wenn das nicht sehr, sehr schnell wieder aufgebaut wird."
  },
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    "end": 286.92,
    "text": "Jetzt ist das neue Regime bald ein Jahr lang an der Macht."
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    "text": "Wie stabil ist es denn politisch gesehen?"
  },
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    "end": 292.54,
    "text": "Stabil ist diese Regierung nicht, aber sie genießt."
  },
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    "end": 300.12,
    "text": "ein gewisses Vorvertrauen in Teilen der Bevölkerung, also in Teilen der Bevölkerung, die auf Seiten der sogenannten Revolution waren."
  },
  {
    "start": 300.66,
    "end": 304.0,
    "text": "Es genießt aber wenig Vertrauen bei den Minderheiten, sprich den Allerwieten."
  },
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    "end": 307.64,
    "text": "den Christen, den Drusen und den Kurden."
  },
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    "text": "Syrien ist ein multiethnisches Land."
  },
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    "text": "Insofern kann man ganz sicher nicht von einer Regierung sprechen, die das Vertrauen des gesamten Volkes hat, sondern das muss sie sich erarbeiten."
  },
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    "end": 321.22,
    "text": "Und es gab einige Zwischenfälle, die gezeigt haben, dass da noch viel Vertrauen aufgebaut werden muss."
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    "end": 325.98,
    "text": "Es gab Massaker an Drusen, es gab Massaker an Allerwieten, es gab Zusammenstöße mit den Kurden."
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    "end": 328.84,
    "text": "Das sind sehr, sehr komplexe Fragen in dem multiethnischen Staat."
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    "end": 332.94,
    "text": "Und da muss die Regierung sich deutlich mehr Mühe geben, als sie es bisher gezeigt hat."
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    "end": 339.66,
    "text": "Kann man denn schon abschätzen, wo das Regime denn hin will mit Syrien, was es vorhat?"
  },
  {
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    "text": "Das ist sehr, sehr schwer zu sagen."
  },
  {
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    "end": 351.5,
    "text": "Der Präsident Chara ist ja ein früherer Jihad, der außer militärischer Erfahrung und vielleicht bestenfalls theologischer eigentlich keine Erfahrung mitgebracht hat."
  },
  {
    "start": 351.6,
    "end": 360.58,
    "text": "Dafür finde ich... Groove, der sich erstaunlich schnell in seinen Amt ein, der macht das alles bis jetzt weitgehend fehlerfrei, soweit man das von außen beurteilen kann."
  },
  {
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    "end": 371.08,
    "text": "Aber die Zielsetzung, die auf Dauer hat, welchen Art von Staat er für Syrien als Vision sieht, dazu hat er sich nicht geäußert und da kann man auch nur spekulieren."
  },
  {
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    "end": 372.24,
    "text": "Ich persönlich bin bei."
  },
  {
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    "end": 390.44,
    "text": "Islamisten immer sehr, sehr skeptisch, ob sie sich wirklich für eine rechtsstaatliche, demokratische und freiheitliche Gesellschaftsordnung entscheiden wollen, weil sie einfach grundlegend andere Vorstellungen haben, die man ja auch respektieren muss oder respektieren kann, die aber mit dem, was wir unter einem Staatswesen verstehen, wenig zu tun haben."
  },
  {
    "start": 390.96,
    "end": 400.44,
    "text": "Insofern muss man dann mal abwarten, und die zweite große Gefahr ist, dass es wieder zurückgeht zu einer Ein-Personen-Diktatur oder zu einer Familiendiktatur, wie sie die Assort gepflegt haben."
  },
  {
    "start": 400.5,
    "end": 410.32,
    "text": "Und da spricht für Sharraha, dass er jetzt Jetzt beim Thema Korruption, das eines der wichtigsten Themen in Syrien ist, seine eigenen Geschwister, seinen eigenen Bruder sehr kräftig auf die Finger geklopft hat."
  },
  {
    "start": 411.0,
    "end": 418.44,
    "text": "Und auch andere Rebellenführer, die plötzlich angefangen haben, ein Lebensstil zu pflegen mit großen Autos und besuchenden teuren Hotels und und und."
  },
  {
    "start": 418.9,
    "end": 424.72,
    "text": "Und da ist er persönlich eingeschritten, hat sogar seinen eigenen Bruder gemahrsregelt und sozusagen vom Geldfluss abgeschnitten."
  },
  {
    "start": 424.76,
    "end": 428.32,
    "text": "Das finde ich, wenn es denn ernst gemeint ist, ein sehr sehr positives Signal."
  },
  {
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    "end": 431.96,
    "text": "Inwiefern hat in Syrien seinen Schicksal selbst in der Hand?"
  },
  {
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    "end": 436.84,
    "text": "Also sie in bestimmten Zeiten Schicksal nicht alleine, das kann man glaube ich Grund."
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  {
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    "text": "setze ich schon mal sagen."
  },
  {
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    "end": 442.66,
    "text": "Der Sieg ist errungen worden einerseits mit der Hilfe der Türkei und von Qatar."
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    "text": "Und die Türkei hat natürlich Ansprüche."
  },
  {
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    "end": 456.28,
    "text": "Also sie möchte das Kurdenproblem in Anführungszeichen in ihrem Sinne lösen, nämlich die Selbstbestimmung oder Unabhängigkeitsbestrebungen unter den Kurden auf beiden Seiten der Grenze erschricken."
  },
  {
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    "end": 460.12,
    "text": "Dazu möchte sie Sicherheit zu und alle möglichen anderen Dinge einrichten."
  },
  {
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    "end": 473.48,
    "text": "Dann haben sie Israel, das eine sehr aggressive Politik in den letzten Jahren betreibt und den Golanzen ja schon vor vielen, vielen Jahren besetzt hat, aber jetzt die Sicherheitszone rund um den Golan, wo die UN stationiert war, gleich mit dazu besetzt hat."
  },
  {
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    "end": 479.02,
    "text": "Und ich glaube nicht, dass bei der Regierung in Jerusalem irgendjemand vorhat, diese Gebiete wieder aufzugeben."
  },
  {
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    "text": "Außerdem sind noch russische Truppen im Land."
  },
  {
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    "text": "Assad wurde ja von Putin gestützt mit seiner Luftwaffe."
  },
  {
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    "end": 488.88,
    "text": "Zum Teil mit Bodentruppen, mit den Wagnermilizen."
  },
  {
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    "end": 492.54,
    "text": "Und ein Teil dieser russischen Truppen ist ja noch in Syrien."
  },
  {
    "start": 492.62,
    "end": 500.78,
    "text": "Und die haben eine große Marinebasis und wir haben eine Luftwaffenbasis, die sie auf keinen Fall aufgeben wollen, weil das der Stronghold Russlands ermittelt mehr ist."
  },
  {
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    "end": 503.3,
    "text": "Und schließlich sprechen die Amerikaner mit."
  },
  {
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    "end": 515.44,
    "text": "Präsident Trump ist ja Präsident Shara gegenüber sehr... freundlich, betonfreundlich, um nicht zu sagen einnehmend aufgetreten, will ihn jetzt nach Washington einladen, hat schon vor der UN gesprochen."
  },
  {
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    "end": 526.16,
    "text": "Also offenbar hat Trump die Idee, er könnte Syrien in seine große naöstliche Friedensinitiative mit einbeziehen, indem er zu einem Friedensschluss zwischen Syrien und Israel kommt."
  },
  {
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    "end": 537.12,
    "text": "Sie sehen also, der syrische Präsident und Syrien selbst ist hin und her gerissen zwischen mindestens vier äußeren Machthabern, die in diesem Land ihre eigene Spiele spielen."
  },
  {
    "start": 537.16,
    "end": 541.9,
    "text": "Und da finde ich, nach einem Jahr muss man sagen, Chara schlägt sich nicht ganz schlecht."
  },
  {
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    "end": 547.42,
    "text": "Er macht das bis jetzt eigentlich den Umständen entsprechend aus syrischer Sicht ganz gut."
  },
  {
    "start": 548.48,
    "end": 551.7,
    "text": "Schauen wir zum Schluss vielleicht noch auf die Diskussion, die gerade in Deutschland losgeht."
  },
  {
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    "end": 555.44,
    "text": "Da geht es jetzt nämlich gerade darum, ob man nach Syrien wieder abschieben könnte."
  },
  {
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    "end": 557.56,
    "text": "Sie waren jetzt dort, was sagen Sie denn?"
  },
  {
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    "end": 560.12,
    "text": "Kann man das bei der Lage dort gerade tun?"
  },
  {
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    "end": 566.2,
    "text": "Es wäre viel zu früh, die Syrer jetzt in einer großen Tal zu zwingen, nach Syrien zurückzugehen."
  },
  {
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    "text": "Wovon sollen sie denn dort leben?"
  },
  {
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    "text": "Wie sollen sie denn dort leben?"
  },
  {
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    "text": "Das geht im Moment mehr schlecht als recht."
  },
  {
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    "end": 579.46,
    "text": "Und ich finde, da muss man langsam machen und sollte nicht die deutsche Diskussion vermengen, mit etwas, was in einem Land spielt, das am Boden liegt."
  },
  {
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    "end": 587.94,
    "text": "Man sollte sich genauso gut dazu sagen, dass viele Syrer längst zum Wohlergehen in der Bundesrepublik beitragen, Personen geworden sind."
  },
  {
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    "text": "Ich habe am Flughafen ein junges Ehepaar getroffen, da war sie Apothekerin und der Arzt, die leben in ... Am Tegernsee haben beide eine Stelle."
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  {
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    "end": 596.68,
    "text": "Er macht seinen Facharzt."
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  {
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    "text": "Sie lässt ihre Apotheker-Ausbildung in eine deutsche Ausbildung umwandeln."
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    "text": "Das sind ja Leute, die wir brauchen."
  },
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    "text": "Wir üblich trennen wir nicht dazwischen."
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    "end": 610.9,
    "text": "Wen brauchen wir eigentlich von den Migranten und wohlqualifizierte Leute wie dieses junge Ehepaar?"
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  {
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    "text": "Was machen wir mit Straftätern?"
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    "end": 618.5,
    "text": "Und wollen wir in großer Zahl Menschen zurückführen, die in Syrien einen Moment gar keine Überlebensmöglichkeit hätten?"
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    "text": "Die Leute müssen irgendwo wohnen."
  },
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    "start": 619.92,
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    "text": "Insofern hat Baden-Pul völlig recht."
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    "start": 622.22,
    "end": 627.66,
    "text": "Und das Erste wäre mal ein vernünftiges Wiederaufbrauchprogramm zu formulieren, auch mit deutscher Hilfe."
  },
  {
    "start": 628.12,
    "end": 630.8,
    "text": "Und dann den Leuten Angebote zu machen, dass sie zurückkehren wollen."
  },
  {
    "start": 630.86,
    "end": 635.38,
    "text": "Denn meine Gespräche mit den Syrern haben ja vor allem gezeigt, viele würden gerne zurückkehren."
  },
  {
    "start": 635.84,
    "end": 638.66,
    "text": "Viele würden gerne in ihrem eigenen Land, in ihrer eigenen Kultur leben."
  },
  {
    "start": 639.1,
    "end": 641.02,
    "text": "Und für die ist Deutschland dann auch nur zweite Wahl."
  },
  {
    "start": 641.08,
    "end": 642.86,
    "text": "Aber diesen Leuten muss man Angebote machen."
  },
  {
    "start": 644.08,
    "end": 645.72,
    "text": "Herr Alvinarius, danke Ihnen fürs Gespräch."
  },
  {
    "start": 646.84,
    "end": 647.0,
    "text": "Bitte."
  },
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    "start": 652.38,
    "end": 654.92,
    "text": "Mit der Bahn fahren ist für viele Reisende kein Spaß."
  },
  {
    "start": 655.06,
    "end": 657.64,
    "text": "Der Oktober war aber besonders hart."
  },
  {
    "start": 658.32,
    "end": 661.76,
    "text": "Da ist nämlich gerade einmal jeder zweite Fernzug pünktlich gekommen."
  },
  {
    "start": 662.28,
    "end": 666.8,
    "text": "Das ist ein Tiefpunkt, mit dem die Bahn sogar die schlechte Bilanz aus dem September noch unterbietet."
  },
  {
    "start": 667.18,
    "end": 671.48,
    "text": "Damals waren gerade einmal fifty-fünfzig Prozent der ICEs und ICEs pünktlich."
  },
  {
    "start": 672.42,
    "end": 676.88,
    "text": "Der Hauptgrund dafür ist laut der Bahn die marode Infrastruktur sowie das überlastete Netz."
  },
  {
    "start": 677.54,
    "end": 681.02,
    "text": "Im Oktober kam durch das Sturmtief Joshua noch ein weiterer Faktor hinzu."
  },
  {
    "start": 681.78,
    "end": 685.62,
    "text": "dass es bald besser wird mit der Pünktlichkeit, das gilt als sehr unwahrscheinlich."
  },
  {
    "start": 686.18,
    "end": 692.84,
    "text": "Verkehrsminister Schneider von der CDU palt einen Wert von siebzig Prozent an, und zwar für das Jahr zwetausendneunundzwanzig."
  },
  {
    "start": 696.1,
    "end": 702.16,
    "text": "Nach dem Ausstieg aus der Atomkraft sucht Deutschland immer noch nach einem Ort, an dem der radioaktive Müll gelagert werden kann."
  },
  {
    "start": 702.94,
    "end": 709.56,
    "text": "Bisher befindet der sich in sogenannten Zwischenlagern, und zwar oberirdisch, es soll aber ein unterirdisches Endlage gefunden werden."
  },
  {
    "start": 710.0,
    "end": 714.52,
    "text": "Und bei dieser Suche ist die Bundesgesellschaft für Endlagerung nun einen Schritt weiter."
  },
  {
    "start": 715.24,
    "end": 716.7,
    "text": "Im Bericht zufolge kommen von ca."
  },
  {
    "start": 716.74,
    "end": 720.26,
    "text": "und zwanzig Prozent der deutschen Landeshälfte für so ein Endlager infrage."
  },
  {
    "start": 720.8,
    "end": 725.52,
    "text": "Große Teile davon liegen in Norddeutschland, aber auch im Süden gibt es mögliche Standorte."
  },
  {
    "start": 726.16,
    "end": 728.52,
    "text": "Bis ein finaler Ort gefunden ist, dauert es aber noch."
  },
  {
    "start": 729.0,
    "end": 735.28,
    "text": "Ein konkreter Vorschlag für ein Endlager soll in den letzten Jahren im Jahr und über den soll dann der Bundestag entscheiden."
  },
  {
    "start": 742.08,
    "end": 745.9,
    "text": "Bald ist es ein Jahr her, dass Donald Trump wieder zum US-Präsidenten gewählt wurde."
  },
  {
    "start": 746.06,
    "end": 750.84,
    "text": "Aber bei all dem, was seither in den USA passiert ist, könnte man auch sagen, erst ein Jahr."
  },
  {
    "start": 751.54,
    "end": 756.24,
    "text": "Mein Kollege Boris Herrmann, SZ-Korrespondent in New York, hat dazu einen Kommentar geschrieben."
  },
  {
    "start": 756.66,
    "end": 761.56,
    "text": "Er sagt, Trump im Jahr im Jahr ist viel gefährlicher als der im Jahr."
  },
  {
    "start": 762.88,
    "end": 767.1,
    "text": "Aber dennoch sieht er Hoffnung und das ausgerechnet in Trumps Heimat statt New York."
  },
  {
    "start": 768.0,
    "end": 771.84,
    "text": "Den Text können Sie mit SZ-Plus lesen, den Link finden Sie wie immer in den Shownauts."
  },
  {
    "start": 772.56,
    "end": 776.64,
    "text": "Redaktionsschluss für auf dem Punkt war, die Sendung Laura Sagebiel."
  },
  {
    "start": 776.98,
    "end": 779.28,
    "text": "Vielen Dank fürs Zuhören und bis morgen."
  }
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