[
  {
    "start": 6.62,
    "end": 13.38,
    "text": "Schon in der ersten Amtszeit von Donald Trump haben radikale Christen und religiöse Rechte in den USA immer mehr Einfluss gewonnen."
  },
  {
    "start": 13.96,
    "end": 17.1,
    "text": "Und in seiner zweiten Periode wird das offenbar noch mehr."
  },
  {
    "start": 17.9,
    "end": 20.68,
    "text": "Zu sehen war das auch bei der Trauerfeier für Charlie Kirk."
  },
  {
    "start": 21.44,
    "end": 25.58,
    "text": "Der rechtsextreme Podcast wurde dort zum Märtyrer für die Magerbewegung erhoben."
  },
  {
    "start": 26.16,
    "end": 30.32,
    "text": "Und Mitglieder der Trump-Regierung haben zu einem heiligen Krieg aufgerufen."
  },
  {
    "start": 31.24,
    "end": 39.9,
    "text": "In dieser Folge spreche ich mit Historikerin und Autorin Annika Broksch mit darüber, wie mächtig und gefährlich die religiöse Rechte in den USA inzwischen geworden ist."
  },
  {
    "start": 40.86,
    "end": 44.3,
    "text": "Sie hören diese Amstagsausgabe von Auf dem Punkt, dem SZ Nachrichten-Podcast."
  },
  {
    "start": 44.78,
    "end": 46.44,
    "text": "Ich bin Leopold Zag, los geht's."
  },
  {
    "start": 49.84,
    "end": 55.92,
    "text": "Ein bisschen mehr als zwei Wochen ist es jetzt her, dass der rechtsextreme Podcaster und Influencer Charlie Kirk erschossen wurde."
  },
  {
    "start": 56.64,
    "end": 62.16,
    "text": "Der Mord hat die USA politisch aufgewühlt und in dieser Folge soll es darum gehen, was daraus folgt."
  },
  {
    "start": 63.18,
    "end": 65.22,
    "text": "Dazu schauen wir auf die Trauerfeier für Charlie Kirk."
  },
  {
    "start": 65.319,
    "end": 66.66,
    "text": "Am letzten Sonntag war das."
  },
  {
    "start": 67.42,
    "end": 71.42,
    "text": "Siebzig tausend Menschen haben die besucht im Footballstadion in Phoenix, Arizona."
  },
  {
    "start": 72.32,
    "end": 75.12,
    "text": "Auf der Tribüne fast das gesamte Trump-Kabinett."
  },
  {
    "start": 75.76,
    "end": 78.56,
    "text": "Auf der Feier hat auch die Witwe Erika Kirk gesprochen."
  },
  {
    "start": 79.14,
    "end": 81.66,
    "text": "Sie hat den mutmaßlichen Täter öffentlich vergeben."
  },
  {
    "start": 82.18,
    "end": 85.22,
    "text": "Aber das war's dann auch schon mit den versöhnlichen Tönen."
  },
  {
    "start": 86.3,
    "end": 89.9,
    "text": "Das, was danach kam, klang mal nach Wahlkampf von Donald Trump."
  },
  {
    "start": 95.56,
    "end": 100.7,
    "text": "Mal nach einem abgedrehten Gottesdienst mit krummen Jesus-Vergleichen vom Gesundheitsminister Kennedy."
  },
  {
    "start": 118.96,
    "end": 119.46,
    "text": "Und Mal?"
  },
  {
    "start": 119.86,
    "end": 121.86,
    "text": "nach einem Aufruf zu einem Kreuzzug."
  },
  {
    "start": 127.6,
    "end": 133.24,
    "text": "Das ist Steven Miller, Hardliner, Vordenker und stellvertretender Stabschef von Trump im Weißen Haus."
  },
  {
    "start": 139.14,
    "end": 141.46,
    "text": "Wir werden über das Böse siegen, sagt Miller hier."
  },
  {
    "start": 142.0,
    "end": 144.66,
    "text": "Sie könnten sich nicht vorstellen, was sie entfacht hätten."
  },
  {
    "start": 145.24,
    "end": 148.6,
    "text": "Sie wüssten nicht, wie groß die Armee sei, die sie erweckt hätten."
  },
  {
    "start": 149.16,
    "end": 151.12,
    "text": "Es sei ein Kampf von Gut gegen Böse."
  },
  {
    "start": 155.54,
    "end": 165.96,
    "text": "Er spricht von sie und von ihnen, so als wäre nicht der mutmaßliche Täterschuld an Körgstod, sondern eine große von ihm nicht näher benannte Amor für Gruppe gegen dies zu kämpfen gelte."
  },
  {
    "start": 166.82,
    "end": 172.8,
    "text": "Die Redner wirken, als würden sie gerne in eine Art heiligen Krieg ziehen, mit dem Toten Charlie Körg als Märtyrer."
  },
  {
    "start": 174.08,
    "end": 178.54,
    "text": "Ich spreche jetzt mit Annika Brockschmidt über die Trauerfeier und das, was man daraus ableiten kann."
  },
  {
    "start": 179.22,
    "end": 186.06,
    "text": "Sie ist Historikerin und Autorin und beschäftigt sich schon lange damit, wie rechte radikale Christen in den USA nach Macht streben."
  },
  {
    "start": 187.12,
    "end": 192.84,
    "text": "Frau Brockschmidt, das, was wir auf der Trauerfeier für Charlie Körg gesehen haben, ist das religiöse Wahn oder steckt da mehr dahinter?"
  },
  {
    "start": 192.88,
    "end": 193.82,
    "text": "Ist das Inszenierung?"
  },
  {
    "start": 195.16,
    "end": 197.3,
    "text": "Also ich glaube, der vermischen sich ganz viele Dinge."
  },
  {
    "start": 197.44,
    "end": 208.7,
    "text": "Wir haben an diesem Sonntag bei dieser Trauerfeier gesehen, dass die Magerbewegung versucht, Charlie Kirk zu ihrem Märtyrer zu machen, beziehungsweise ihn schon zu ihrem Märtyrer gemacht hat."
  },
  {
    "start": 209.32,
    "end": 211.6,
    "text": "Das hat, glaube ich, verschiedene Funktionen."
  },
  {
    "start": 212.08,
    "end": 222.0,
    "text": "Zum einen gibt dieses Märtyrer Framing Kirk's Ermordung seinem gewaltvollen Tod, eine Bedeutung, die über persönliche Trauer hinausgeht."
  },
  {
    "start": 222.56,
    "end": 225.46,
    "text": "Das heißt, es soll seinem Tod einen Sinn geben."
  },
  {
    "start": 226.12,
    "end": 229.66,
    "text": "Es hat auch Erica Kirk in mehreren Interviews gesagt, seine Ehefrau."
  },
  {
    "start": 230.38,
    "end": 235.94,
    "text": "Und zweitens soll diese Darstellung als Märtyrer die Bewegung aktivieren."
  },
  {
    "start": 236.5,
    "end": 251.66,
    "text": "Soll gleichzeitig, indem man seine Ermordungen, wie das auch verschiedene Redner getan haben, ohne Beweise mit irgendwelchen ominösen linken Gruppen verbindet, den Vorwand geben für einen autoritären Crackdown gegen die politische Opposition."
  },
  {
    "start": 251.74,
    "end": 276.38,
    "text": "Und was wir hier gesehen haben, neben Persönlicher Trauer von Menschen, die Charlie Körg gekannt haben, ist letztlich die Schaffung eines christlich-nationalistischen Heldenkuls, der die eigene Basis aktivieren soll, sie in Rechte schaffende Rage versetzen soll und der Trauer um Charlie Körg in den eigenen Reihen einen größeren politischen Sinn geben soll."
  },
  {
    "start": 277.28,
    "end": 287.3,
    "text": "Hat jetzt eine Figur wie Trump, die diese Partei so vereinnahmt, hat die überhaupt Interesse daran, dass so eine Figur wie Kirk als Märtyrer existiert?"
  },
  {
    "start": 288.44,
    "end": 289.38,
    "text": "Ja, das ist eine gute Frage."
  },
  {
    "start": 289.46,
    "end": 303.4,
    "text": "Also ich glaube tatsächlich, dass auch ein Persönlichkeitskult oder ein Märtyrerkult, wie er jetzt hier um Charlie Kirk geschaffen werden sollen, dass der bestimmte Grenzen hat."
  },
  {
    "start": 303.62,
    "end": 311.6,
    "text": "Also ich glaube nicht, dass ein Persönlichkeitskult um Charlie Kirk den existierenden um Donald Trump, dem auch nur irgendwie nahekommen kann."
  },
  {
    "start": 312.44,
    "end": 318.76,
    "text": "Zweitens muss man sagen, christlicher Nationalismus ist nicht erst durch Donald Trump zum Phänomen geworden."
  },
  {
    "start": 319.18,
    "end": 335.82,
    "text": "Das ist viel älter und wird in der politischen Rechten, also jenseits der religiösen Rechten, nach dem Fall der Sowjetunion immer wichtiger, denn nach dem Fall der Sowjetunion gab es so eine Art ideologisches Vakuum auf der Seite der amerikanischen Rechten, die ist ja kein homogener Block."
  },
  {
    "start": 336.28,
    "end": 337.92,
    "text": "Übrigens auch die religiöse Rechte nicht."
  },
  {
    "start": 338.44,
    "end": 343.12,
    "text": "Und die religiöse Rechte hatte sich schon zuvor unter dem Banner des christlichen Nationalismus gesammelt."
  },
  {
    "start": 343.2,
    "end": 350.5,
    "text": "Also der Vorstellung, dass man um in Anführungszeichen echter Amerikaner zu sein, man auch eine bestimmte Sorte von Christ sein muss."
  },
  {
    "start": 350.62,
    "end": 354.5,
    "text": "Also eine Verschmelzung von politischer und von religiöser Identität."
  },
  {
    "start": 354.56,
    "end": 360.62,
    "text": "Und nach dem Ende der Sowjetunion bricht also der Antikommunismus als Bindeglied als gemeinsamer Nenner der US-Rechten weg."
  },
  {
    "start": 362.36,
    "end": 369.22,
    "text": "Tritt dann in den nächsten Jahren der christlichen Nationalismus als so gemeinsamer Nenner der verschiedenste Strömung miteinander verbindet."
  },
  {
    "start": 369.28,
    "end": 374.2,
    "text": "Das heißt, Trump hat auch diesen christlichen Nationalismus jetzt nicht irgendwie erfunden."
  },
  {
    "start": 374.64,
    "end": 379.44,
    "text": "Aber es war jetzt noch mal ganz, ganz deutlich bei dieser Trauerfeier für Charlie Kirk."
  },
  {
    "start": 380.36,
    "end": 384.44,
    "text": "Jetzt haben die schon gesagt, die religiöse Rechte ist kein homogene Haufen."
  },
  {
    "start": 384.48,
    "end": 386.52,
    "text": "Also fieseln wir das vielleicht ein bisschen auseinander."
  },
  {
    "start": 386.58,
    "end": 388.1,
    "text": "Mit was haben wir es da zu tun?"
  },
  {
    "start": 389.06,
    "end": 403.34,
    "text": "Die religiöse Rechte ist in ihrer organisierten, modernen Form tatsächlich stark geprägt gewesen, von Beginn an auch in der Breite der Bewegung von weißen konservativen Evangelikalen."
  },
  {
    "start": 403.38,
    "end": 407.2,
    "text": "Das ist aber bei weitem nicht die einzige Strömung, die da wichtig ist."
  },
  {
    "start": 407.64,
    "end": 424.4,
    "text": "Wir haben auch den Einfluss von Beginn an von rechtsreligiösen Katholiken, besonders in der Führungsriege, weil der letzten Endes der Erfolg der religiösen Rechten auch darin begründet ist, dass sich hier eine Koalition gebildet hat."
  },
  {
    "start": 424.46,
    "end": 430.58,
    "text": "Was ungewöhnlich war, denn es gibt im amerikanischen Protestantismus eine lange Tradition des Antikatholizismus."
  },
  {
    "start": 431.02,
    "end": 440.9,
    "text": "Die hat man aber... überwunden, weil man sich eben unter diesem Banner des christlichen Nationalismus gesammelt hat und gesagt hat, wir haben gemeinsame politische Ziele."
  },
  {
    "start": 440.98,
    "end": 446.06,
    "text": "Das heißt, wir können theologische Sachen, wo wir uns nicht einig drüber sind, das können wir an die Seite stellen."
  },
  {
    "start": 446.14,
    "end": 451.08,
    "text": "Und Trump hat auch schon in seiner ersten Amtszeit dann noch eine dritte Gruppe."
  },
  {
    "start": 451.78,
    "end": 462.22,
    "text": "auch in die Führungsriege der religiösen Rechten geholt, die da vorher fast gar nicht zu finden war, weil auch, ich sag mal, prominente, weiße Evangelikale damit nicht wirklich was zu tun haben wollten."
  },
  {
    "start": 462.28,
    "end": 482.58,
    "text": "Und das sind eben die unabhängigen, charismatischen Pfingstkirchlichen Strömungen, die, das hat auch noch mal einen Klassenaspekt, die als deutlicher mit der Arbeiterschicht konnotiert waren, die auch beispielsweise viel weniger weiß sind im Schnitt als... die Gruppe der selbst ernannten Evangelikalen."
  },
  {
    "start": 483.12,
    "end": 494.26,
    "text": "Und das sehen wir jetzt mit dem Aufstieg auch von, ja, ich sag mal so, unabhängigen charismatischen YouTube-Verschwörungs-Predigern."
  },
  {
    "start": 494.34,
    "end": 495.92,
    "text": "An das kann man das, glaub ich, nicht bezeichnen."
  },
  {
    "start": 496.4,
    "end": 506.12,
    "text": "Die eben allein dadurch, dass ein Donald Trump sie auf true social reposted eben unglaubliche Reichweite erlangen können und da auch wirklich Einfluss haben."
  },
  {
    "start": 506.18,
    "end": 526.34,
    "text": "Und auch das ist etwas, was man in der Rhetorik bei Charlie Kirk's Trauerfeier sehen konnte, dass diese charismatische Rhetorik sehr so auf den heiligen Geist fokussiert ist und eben enorm auf diese geistige Kriegsführung setzt, die Vorstellungen verfolgt, dass sich rechtgläubige Christen, und das sage ich jetzt dazu, weil diese Leute z.B."
  },
  {
    "start": 526.58,
    "end": 535.58,
    "text": "liberale Christen nicht als echte Christen ansehen, also eine kleine Gruppe von Christen, als in einem existenziellen Kampf gegen das Böse sehen."
  },
  {
    "start": 536.5,
    "end": 540.68,
    "text": "In diesem Framework wird dann auch die Ermordung von Charlie Kirk dargestellt."
  },
  {
    "start": 541.56,
    "end": 543.88,
    "text": "Über den Kampf gegen das Böse würde ich gleich gerne noch reden."
  },
  {
    "start": 544.1,
    "end": 549.46,
    "text": "Sie haben jetzt gerade gesagt, dass sich die radikalen Christen unter gemeinsamen politischen Zielen versammelt haben."
  },
  {
    "start": 549.5,
    "end": 550.7,
    "text": "Was sind das für politische Ziele?"
  },
  {
    "start": 551.28,
    "end": 557.44,
    "text": "Also zum einen ist seit mehreren Jahrzehnten die Gegnerschaft gegen Abtreibung ganz wichtig."
  },
  {
    "start": 557.54,
    "end": 565.04,
    "text": "Das andere ist eine ganz strikte Vorstellung davon, dass es beispielsweise nur zwei biologische Geschlechter gibt."
  },
  {
    "start": 565.1,
    "end": 571.34,
    "text": "Es ist ein Weltbild, das von extrem traditionellistischen Gender und Geschlechterrollen geprägt ist."
  },
  {
    "start": 572.26,
    "end": 574.2,
    "text": "Das sind zwei ganz wichtige Aspekte."
  },
  {
    "start": 574.32,
    "end": 613.82,
    "text": "Es hat sich jetzt auch unter dem Einfluss von Stephen Miller, der ja auch eine sehr religiös geprägte Rede gehalten hat auf der Trauerfeier, noch mal... stärker, verknüpft auch mit migrationsfeindlicher Politik, also dass das Narrativ aufgebaut wird eines von Beginn an christlichen Landes, dessen Werte und dessen Bestand jetzt vor nicht christlichen Einflüssen, sei das jetzt aus dem Innern, Sekular oder von außen durch, und ich paraphrasiere hier, das sind jetzt nicht meine Worte, durch Migration beispielsweise aus muslimischen Ländern in irgendeiner Art und Weise gefährdet wäre, auch das findet sich da eben ganz prominent."
  },
  {
    "start": 614.78,
    "end": 627.16,
    "text": "Sie haben vorhin die Rede von Stephen Miller angesprochen, der eine sehr religiös geprägte Rede gehalten hat, der von einer Art Krieg gesprochen hat, von dem Krieg des Lichts gegen das Dunkel von dem Guten gegen das Bösen."
  },
  {
    "start": 628.08,
    "end": 628.94,
    "text": "Was meint er damit?"
  },
  {
    "start": 629.0,
    "end": 631.72,
    "text": "Also wer kämpft da gegen wen und um was?"
  },
  {
    "start": 632.68,
    "end": 643.84,
    "text": "Ja, Stephen Miller hat letzten Endes die Sprache benutzt, wie auch beispielsweise der rechtsextreme Jack Passobig, wie auch der rechtsextreme Podcast der Benny Johnson."
  },
  {
    "start": 644.5,
    "end": 653.76,
    "text": "Die beiden haben tatsächlich noch den Brief an die FSA, ich glaube, Sechs, elf, sechs, zwölf, zitiert, wo ganz spezifisch auf geistige Kriegsführungsbörcher referiert wird."
  },
  {
    "start": 654.4,
    "end": 661.2,
    "text": "Und damit ist gemeint ein existenzieller Kampf zwischen dem Guten und dem Bösen."
  },
  {
    "start": 661.84,
    "end": 667.08,
    "text": "Das Böse kann der Teufel höchstpersönlich sein, es können aber auch Dämonen sein."
  },
  {
    "start": 667.84,
    "end": 677.42,
    "text": "Das ist eine Form von dieser Spiritual Warfare, das also durch Ablaufen und Beten gegen Dämonen gekämpft wird."
  },
  {
    "start": 677.92,
    "end": 681.94,
    "text": "dass rechtschaffende Christen gegen Dämonen und die Mächte des Bösen kämpfen."
  },
  {
    "start": 682.0,
    "end": 690.18,
    "text": "Und diese Dämonen können in dieser Vorstellung eben nicht nur von Menschenbesitz ergreifen, sondern auch von Institutionen, beispielsweise dem Kapitol oder von Parteien."
  },
  {
    "start": 690.7,
    "end": 702.42,
    "text": "Wir haben in den letzten Tagen und in den Wochen seit Charlie Kirk's Ermordung immer wieder, beispielsweise auch von Stephen Miller, gehört, dass die demokratische Partei eine Partei des Bösen sei."
  },
  {
    "start": 702.52,
    "end": 706.76,
    "text": "Also auch das ist Sprache, die ganz klar darauf anspielt."
  },
  {
    "start": 707.18,
    "end": 717.3,
    "text": "referiert und die natürlich, wenn man sie auf die Politik überträgt, jegliche demokratische jetzt mit kleinem D auseinandersetzung unmöglich macht."
  },
  {
    "start": 717.44,
    "end": 722.18,
    "text": "Denn im politischen Gegner sieht man dann den Feind."
  },
  {
    "start": 722.4,
    "end": 732.44,
    "text": "Das ist niemand, mit dem man dann irgendwie über, weiß ich nicht, das Haushaltspaket oder Steuergesetzgebung referieren kann, sondern das ist dann ein Feind, der in Gottes Auftrag zerstört werden"
  },
  {
    "start": 732.54,
    "end": 732.74,
    "text": "muss."
  },
  {
    "start": 733.34,
    "end": 739.98,
    "text": "Das ist etwas, was diese Theologische Rhetorik so zutiefst verstören machten, was sie auch so gefährlich"
  },
  {
    "start": 740.06,
    "end": 740.34,
    "text": "macht."
  },
  {
    "start": 741.32,
    "end": 747.6,
    "text": "Jetzt haben Sie vorhin gesagt, dass das, was wir auf der Trauerfeier teilweise gesehen haben und der Einfluss der Evangelikalen gar nicht so neu ist."
  },
  {
    "start": 748.5,
    "end": 757.38,
    "text": "Jetzt stehen da aber Kabinettsmitglieder vom US-Präsidenten und rufen mehr oder weniger deutlich zu einem heiligen Kriegkreuzzug oder was auch immer auf."
  },
  {
    "start": 758.56,
    "end": 760.58,
    "text": "Das ist doch neu, das ist doch irgendwie beunruhigend."
  },
  {
    "start": 761.68,
    "end": 767.84,
    "text": "Es ist neu in der Art und Weise, wie es sich in diesem Kabinett äußert und auch wer in diesem Kabinett sitzt."
  },
  {
    "start": 768.34,
    "end": 774.98,
    "text": "Es gab zumindest in der ersten Trump-Regierung noch Leute, die sich, ich sage mal, auf dem Boden der demokratischen Grundordnung."
  },
  {
    "start": 775.4,
    "end": 788.46,
    "text": "befunden haben und Trump dann auch manchmal nein gesagt haben, wie beispielsweise Verteidigungsminister Marc Espar, der als Trump ihm sagte, können wir nicht auf friedliche Black Lives Matter-Demonstranten schießen, können wir den nicht in die Beine schießen, sagte nein, können wir nicht."
  },
  {
    "start": 788.74,
    "end": 791.26,
    "text": "Sein Nachfolger, einer der Trauerredner jetzt auch hier."
  },
  {
    "start": 791.7,
    "end": 804.82,
    "text": "Pete Hexeth, der Verteidigungsminister, der jetzt Kriegsminister genannt werden möchte, hat in seinen Anhörungen für diese Position sich geweigert, die Frage zu beantworten, ob er den Befehl wie sein republikanischer Vorgänger auch verweigern würde."
  },
  {
    "start": 805.36,
    "end": 829.72,
    "text": "Und Pete Hexeth ist ein Beispiel von zahlreichen, aber vielleicht das, ich sag mal, schrillste Beispiel und das medienpräsenteste Beispiel dafür, wie Menschen, die selbst für die religiöse Rechte einer... Strömung, die ich glaube auch von hauptberuflichen Beobachtern das Ganze lange als unwichtige Randströmung gesehen wurden, jetzt also ins Zentrum der Macht gekommen sind."
  },
  {
    "start": 830.24,
    "end": 845.36,
    "text": "Pete Hexeth gehört nämlich einem... Kirchenverband an namens Crack, das ist die Communion of Reformed Evangelical Churches, also reformierte Evangelicale Kirchen, gegründet wurde dieser Verband von einem Mann namens Doug Wilson."
  },
  {
    "start": 845.92,
    "end": 854.84,
    "text": "Der wurde lange auch von Führungsfiguren der religiösen Rechten, auch wenn es da Verbindungen gab, auch öffentlich noch nicht mal mit spitzen Fingern angefasst, weil er eben als Radikalgeilt."
  },
  {
    "start": 855.96,
    "end": 865.76,
    "text": "Doug Wilson und Pete Hexeth kann man aufgrund seiner eigenen Aussagen dazuzählen, genau wie viele der Redner bei dieser Trauerfeier folgen."
  },
  {
    "start": 866.42,
    "end": 869.16,
    "text": "einer theologischen Vorstellung, die man Dominionismus nennt."
  },
  {
    "start": 869.26,
    "end": 880.46,
    "text": "Also, es ist die Vorstellung, dass rechtgläubige Christen sich die Welt inklusive aller Einflussbereiche des öffentlichen Lebens untertan machen sollen in Gottes Namen."
  },
  {
    "start": 881.2,
    "end": 883.48,
    "text": "Pete Hexess, da muss man gar nicht interpretieren."
  },
  {
    "start": 883.94,
    "end": 886.18,
    "text": "Er hat ja selber beispielsweise auch Bücher geschrieben."
  },
  {
    "start": 886.88,
    "end": 891.98,
    "text": "Ich glaube, im Jahr ist es im Buch American Crusade, also amerikanischer Kreuzzug."
  },
  {
    "start": 892.8,
    "end": 909.6,
    "text": "Wo er auch schon sagt, dass die historischen Kreuzzüge die ideale Handlungsanweisung dafür sein, wie man mit Feinden im Inneren des Landes, aber auch mit äußeren Feinden umgehen soll, hat sich geäußert auf eine Art und Weise, aus der man nur schließen kann, dass er will."
  },
  {
    "start": 910.76,
    "end": 913.88,
    "text": "dass das Militär in eine christliche Armee umgebaut wird."
  },
  {
    "start": 914.36,
    "end": 918.68,
    "text": "Er findet Frauen haben im Militär in kämpfender Position nichts zu suchen."
  },
  {
    "start": 919.24,
    "end": 928.44,
    "text": "Doug Wilson selber hat vor kurzem einen CNN-Interview gegeben, wo er nochmal sagt, dass er der Meinung ist, Frauen sollten eigentlich nicht wählen können."
  },
  {
    "start": 928.62,
    "end": 932.1,
    "text": "Und Pete Hexeth hat dieses Video positiv retweeted."
  },
  {
    "start": 932.14,
    "end": 943.1,
    "text": "Das heißt, wir haben einen Verteidigungsminister, der laut seiner eigenen Online-Aktivitäten und der Theologie seiner Kirche uns zu verstehen gibt, dass er glaubt, dass Frauen nicht wählen gehen sollten."
  },
  {
    "start": 944.32,
    "end": 959.08,
    "text": "Hexels ist eines von mehreren Beispielen, also als Personalier, die zeigen, wie sehr extreme Figuren, die selbst innerhalb der religiösen Rechten als extrem gelten, mittlerweile im Mainstream der republikanischen Partei angekommen sind."
  },
  {
    "start": 960.78,
    "end": 980.64,
    "text": "Was ich mich bei der Trauerfeier auch gefragt habe, auch in der Ardenweise, wie es inszeniert wurde, wie gesprochen wurde, auch die Bilder, die veröffentlicht wurden von der Trauerfeier, hat das etwas Tief-Religiöses, nicht nur wie über Körg gesprochen wurde, sondern auch wie Mager sich selbst inszeniert."
  },
  {
    "start": 980.7,
    "end": 992.76,
    "text": "Also kann man bei der Mager-Bewegung die weite Teile der republikanischen Partei dominiert, inzwischen von der Art Religion, Pseudoreligion oder von der Sekte sprechen."
  },
  {
    "start": 994.24,
    "end": 995.04,
    "text": "Spannende Frage."
  },
  {
    "start": 996.6,
    "end": 1012.98,
    "text": "Der christlich-nationalistische Kern dieser Veranstaltung ist zutiefst religiös geprägt und darauf gesetzt hat sich dann jetzt in den letzten Jahren eben noch dieser Personenkult um Donald Trump herum, der ja enorm stark ist."
  },
  {
    "start": 1013.06,
    "end": 1022.14,
    "text": "Und wir sehen außerdem, dass ein erheblicher Teil zumindest des harten Kerns der Omega-Unterstützer auch nicht mehr mit Argumenten erreichbar ist."
  },
  {
    "start": 1022.42,
    "end": 1026.54,
    "text": "Auch das ist etwas, was man im harten Kern von Kultmitgliedern sieht."
  },
  {
    "start": 1026.72,
    "end": 1034.76,
    "text": "Wir sehen außerdem das, was man vielleicht aus christlicher Perspektive eine Art Götzenverehrung in Trump nennen könnte."
  },
  {
    "start": 1035.16,
    "end": 1040.66,
    "text": "Trump als Messias-Figur, die goldenen Statuen, Trumps auf diversen Veranstaltungen, geht es über Jahre hinweg."
  },
  {
    "start": 1041.52,
    "end": 1048.96,
    "text": "Und deswegen glaube ich tatsächlich auch, dass der Persönlichkeitskult, der jetzt hier um Charlie Kirk aufgebaut wird, dass der Grenzen hat."
  },
  {
    "start": 1049.02,
    "end": 1052.08,
    "text": "Ich glaube nicht, dass er Trumps Persönlichkeitskult überschatten wird."
  },
  {
    "start": 1052.96,
    "end": 1071.58,
    "text": "Aber wir haben hier ganz deutlich gesehen, wie stark... Und das hat man ja auch in den Reaktionen der Menge gesehen, wenn die Kamera dann auch die Menge gehalten hat, wie stark ergriffen die Leute da waren, dass also die Verschmelzung von politischer und religiöser Identität hier zum Markenkern dieser Bewegung geworden ist."
  },
  {
    "start": 1071.64,
    "end": 1084.0,
    "text": "Auch das ist nicht per se neu, aber das ist natürlich mit dem... realen und menschlich verständlichen Schrecken über die brutale Ermordung Charlie Kirk's."
  },
  {
    "start": 1084.54,
    "end": 1098.9,
    "text": "Natürlich auch eine hochemotionale Inszenierung gewesen, die aber ein ganz, ganz klar politisches Framing hatte und auch dazu diente, eben die Basis weiter in Rage zu versetzen."
  },
  {
    "start": 1100.5,
    "end": 1103.32,
    "text": "Wenn die Republikaner jetzt so eine quasi religiöse Gruppe."
  },
  {
    "start": 1103.86,
    "end": 1110.3,
    "text": "geworden sind, die sich um Trump schad, gibt es da irgendwie einen Weg zurück zu einer normalen konservativen Partei?"
  },
  {
    "start": 1110.38,
    "end": 1113.64,
    "text": "Also endet das, wenn Trump weg ist oder geht das jetzt einfach so weiter?"
  },
  {
    "start": 1115.04,
    "end": 1130.64,
    "text": "Ich glaube, es ist ganz pragmatisch gesehen einfach logisch nicht möglich, den, also zumindest den ganz radikalisierten Teil dieser Maga-Koalition, der hier auch religiös radikalisiert ist, zurückzubringen."
  },
  {
    "start": 1130.7,
    "end": 1135.48,
    "text": "Denn wenn ich seit Jahren und in Teilen dieser Bewegung sogar seit Jahrzehnten."
  },
  {
    "start": 1136.36,
    "end": 1144.86,
    "text": "In meiner Basis erzähle, dass der politische Gegner nicht nur der Feind ist, sondern dass der mit tatsächlichem Dämonen, mit dem Teufel im Bund ist."
  },
  {
    "start": 1145.3,
    "end": 1156.66,
    "text": "Dass es sich dabei um Kinderschänder handelt oder Leute, die mit Kinderschändern im Bund sind, also dass die das Schlimmste dessen sind, nicht nur was die Welt zu bieten hat, sondern was der Teufel zu bieten hat."
  },
  {
    "start": 1157.24,
    "end": 1165.82,
    "text": "Dann wird es schwierig, da eine irgendwie geartete, logische... so Off-Ramp zu finden, um da zu deradikalisieren."
  },
  {
    "start": 1166.52,
    "end": 1179.16,
    "text": "Das heißt jetzt nicht, dass sollte Donald Trump irgendwann nicht mehr für er dieser Bewegung sein, egal ob es darin liegt, dass er jetzt nicht mehr Präsident ist oder dass er irgendwann stirbt."
  },
  {
    "start": 1180.48,
    "end": 1186.86,
    "text": "Es ist nicht klar, ob der Persönlichkeit kult ... den es jetzt um Donald Trump gibt, dass der so einfach übertragbar ist."
  },
  {
    "start": 1187.06,
    "end": 1199.22,
    "text": "Ich glaube aber auch nicht, dass sollte die Ära Trump irgendwann enden, dass wir dann eine Rückkehr irgendwie zum Country Club Republikanismus eines mit Romneys oder so sehen werden."
  },
  {
    "start": 1199.6,
    "end": 1204.76,
    "text": "Dafür sind große Teile der Basis, glaube ich, Two Far Gone, sag ich mal."
  },
  {
    "start": 1205.38,
    "end": 1210.86,
    "text": "Dafür sind die Mehrheiten auch nicht wirklich groß genug, als dass man darauf wirklich verzichten könnte."
  },
  {
    "start": 1211.82,
    "end": 1213.44,
    "text": "Frau Proctmit, danke fürs Gespräch."
  },
  {
    "start": 1213.7,
    "end": 1214.06,
    "text": "Sehr gerne."
  },
  {
    "start": 1221.92,
    "end": 1223.16,
    "text": "Bleiben wir noch kurz in den USA."
  },
  {
    "start": 1223.82,
    "end": 1230.12,
    "text": "Dort hat Trump am Montag ein Dekret unterzeichnet und die Antifa zu einer inländischen Terrororganisation erklärt."
  },
  {
    "start": 1230.68,
    "end": 1236.0,
    "text": "Die Antifaschisten seien nämlich darauf aus, das politische System in den USA mit Gewalt zu stürzen."
  },
  {
    "start": 1236.2,
    "end": 1237.32,
    "text": "So steht das da drin."
  },
  {
    "start": 1238.02,
    "end": 1243.64,
    "text": "Was aber direkt auffällt, wer oder was mit Antifa gemeint ist, Das ist nicht klar definiert."
  },
  {
    "start": 1244.08,
    "end": 1250.92,
    "text": "Und das hat auch einen Grund, denn die Antifa ist keine klassische Organisation mit Hierarchien oder nur der schwarze Block auf Demos."
  },
  {
    "start": 1251.48,
    "end": 1254.22,
    "text": "Man kann sich einfach zugehörig fühlen oder halt nicht."
  },
  {
    "start": 1255.16,
    "end": 1260.38,
    "text": "Was Trump mit diesem Verbot bezweckt, das beantwortet mir jetzt Andrian Kreie aus der SZ-Kultur Redaktion."
  },
  {
    "start": 1260.94,
    "end": 1265.78,
    "text": "Er war viele Jahre Korrespondent in New York und beobachtet jetzt aus Deutschland die Entwicklungen in den USA."
  },
  {
    "start": 1266.6,
    "end": 1272.26,
    "text": "Die Antifa ist ja kein richtige Verein und auch keine starre Organisation."
  },
  {
    "start": 1272.34,
    "end": 1281.52,
    "text": "Das heißt, er hat sich damit eine Gruppe ausgesucht aus losen Widerstandsbewegungen und auch Zell, die teilweise durchaus gewaltbereit sind."
  },
  {
    "start": 1282.08,
    "end": 1286.58,
    "text": "Allerdings auch, da geht es vor allem um Sachbeschädigung und hin und wieder um Prügeleien mit Neonazis."
  },
  {
    "start": 1287.46,
    "end": 1302.52,
    "text": "Und auf der anderen Seite kann er damit das gesamte Spektrum der progressiven Bewegungen in einen Topf stecken, weil natürlich jeder progressive Marsch unter Umständen Antifa-Leute dabei hat."
  },
  {
    "start": 1303.3,
    "end": 1310.14,
    "text": "Das heißt, wenn ich mich zukünftig öffentlich gegen die Trump-Regierung stelle, laufe ich Gefahr, zur Antifa dazu gerechnet zu werden."
  },
  {
    "start": 1310.78,
    "end": 1315.56,
    "text": "Das kann durchaus passieren bei so großen Aufmärschen und das wird mal sehen, wie sie es in der Praxis umsetzen."
  },
  {
    "start": 1316.18,
    "end": 1328.8,
    "text": "Aber gerade diese Schwammigkeit öffnet dem natürlich alle Türen, wobei das Label Terrorismus dann deutlich mehr Befugnisse an Strafverfolgung und später auch an die Justiz gibt."
  },
  {
    "start": 1329.34,
    "end": 1336.86,
    "text": "Was heißt denn das für die Demokratie, wenn die Trump-Briegung offenbar versucht, alles linke, alles progressive unter dieses Antifa-Label zu stellen?"
  },
  {
    "start": 1337.3,
    "end": 1340.62,
    "text": "Es geht ja immer mehr ums Abschalten als ums Gleichschalten."
  },
  {
    "start": 1341.38,
    "end": 1348.66,
    "text": "Und sie versuchen gerade sehr viel, was Links von den Republikanern ist, einfach Mundtroteln ineffektiv zu machen."
  },
  {
    "start": 1348.7,
    "end": 1362.12,
    "text": "Das geht bis dahin, dass sein stellvertretender Stabchef Stephen Miller ja neulich behauptet hat, die Partei der Demokraten sei eine extremistische Organisation, was im Behörden Englisch Code ist für Terroristen."
  },
  {
    "start": 1362.96,
    "end": 1372.34,
    "text": "Wenn Sie eine Nachfrage zu einem aktuellen Thema an uns haben, dann schreiben Sie uns jederzeit gerne an podcast.sz.de oder kommentieren Sie eine unserer Folgen bei Spotify."
  },
  {
    "start": 1377.1,
    "end": 1382.36,
    "text": "Schauen wir jetzt noch auf das, was in der kommenden Woche ansteht und dazu spreche ich jetzt mit meiner Kollegin Ankatrin Stich."
  },
  {
    "start": 1382.62,
    "end": 1387.84,
    "text": "Ankatrin, Vor zwei Wochen haben wir im Podcast schon über die Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen gesprochen."
  },
  {
    "start": 1387.94,
    "end": 1391.06,
    "text": "Und am Sonntag geht es da jetzt in vielen Städten in die Stichwahl."
  },
  {
    "start": 1392.02,
    "end": 1393.92,
    "text": "An welchen Orten wird es denn da noch mal besonders spannend?"
  },
  {
    "start": 1394.72,
    "end": 1397.28,
    "text": "Ja, drei Städte stechen auf jeden Fall heraus."
  },
  {
    "start": 1397.76,
    "end": 1403.64,
    "text": "In Duisburg, Gelsenkirchen und Hagen sind nämlich jeweils AfD-Kandidaten in die Stichwahl gekommen."
  },
  {
    "start": 1404.56,
    "end": 1410.46,
    "text": "In Duisburg kommt da der Gegenkandidat aus der SPD und der hatte bei der ersten Wahl deutlich mehr Stimmen."
  },
  {
    "start": 1411.0,
    "end": 1414.8,
    "text": "In Gelsenkirchen sind die ersten Ergebnisse aber schon deutlich enger gewesen."
  },
  {
    "start": 1415.42,
    "end": 1422.64,
    "text": "Da ist auch eine SPD-Kandidatin im Rennen und in Hagen hat der AfD-Kandidat es knapp in die Stichwahl geschafft."
  },
  {
    "start": 1423.2,
    "end": 1425.76,
    "text": "Vier Prozentpunkte hinter den Kandidaten der CDU."
  },
  {
    "start": 1426.64,
    "end": 1429.66,
    "text": "Heißt es, dass wir den ersten AfD-Bürgermeister in NRW sehen könnten?"
  },
  {
    "start": 1430.32,
    "end": 1432.08,
    "text": "Das kann natürlich passieren."
  },
  {
    "start": 1432.24,
    "end": 1442.38,
    "text": "Andererseits haben die CDU und die SPD in Nordrhein-Westfalen ihre Mitglieder und Wähler dazu aufgerufen, im Zweifel Kandidaten von demokratischen Parteien zu wählen."
  },
  {
    "start": 1443.0,
    "end": 1446.56,
    "text": "Sie wollen damit also einen Wahlsieg der AfD unbedingt verhindern."
  },
  {
    "start": 1447.68,
    "end": 1450.28,
    "text": "Gewählt wird auch in Syrien, da aber auf höherebene."
  },
  {
    "start": 1450.36,
    "end": 1452.98,
    "text": "am kommenden Wochenende finden dort Parlamentswahlen statt."
  },
  {
    "start": 1453.04,
    "end": 1454.54,
    "text": "Was macht denn diese Wahl besonders?"
  },
  {
    "start": 1455.56,
    "end": 1462.84,
    "text": "Das ist die erste Parlamentswahl, nachdem in Syrien im Dezember der frühere Machthaber Bashar al-Assad gestürzt worden ist."
  },
  {
    "start": 1463.36,
    "end": 1471.84,
    "text": "Davor gab's da zwar auch Wahlen, Beobachter haben dazu aber gesagt, dass das eher ein Spektakel gewesen sei, um der Regierung mehr Anerkennung zu verschaffen."
  },
  {
    "start": 1473.06,
    "end": 1479.22,
    "text": "Syrien ist jahrzehntelang unter der Diktatur der Assad-Familie gestanden und es gab da auch einen langen Bürgerkrieg."
  },
  {
    "start": 1479.9,
    "end": 1483.68,
    "text": "Momentan führt der Übergangspräsident al-Sharah Syrien."
  },
  {
    "start": 1484.08,
    "end": 1488.84,
    "text": "Der war auch der Kopf der Islamistengruppe HTS, die Assad gestürzt hat."
  },
  {
    "start": 1489.26,
    "end": 1491.94,
    "text": "Und die Wahlen jetzt kommende Woche werden die demokratische?"
  },
  {
    "start": 1492.98,
    "end": 1493.96,
    "text": "Nicht so richtig."
  },
  {
    "start": 1494.22,
    "end": 1500.58,
    "text": "In einzelnen Provinzen hieß es, dass die Wahl aus Sicherheitsgründen auf unbestimmte Zeit verschoben werden müsste."
  },
  {
    "start": 1501.58,
    "end": 1512.02,
    "text": "Außerdem bemängeln Kritiker, dass der Übergangspräsident ein Drittel der Abgeordneten im Parlament selbst ändern soll und so natürlich einen großen Einfluss behält."
  },
  {
    "start": 1512.62,
    "end": 1517.72,
    "text": "Unter Ersatz sind zwei Drittel der Sitze automatisch an die Badpartei des Regimes gegangen."
  },
  {
    "start": 1518.36,
    "end": 1528.66,
    "text": "Aber man muss auch betonen, internationale Organisationen und Vertreter aus der Zivilgesellschaft sollen die Wahlen in Abstimmung mit der Wahlkommission trotzdem beobachten können."
  },
  {
    "start": 1530.3,
    "end": 1535.62,
    "text": "In der kommenden Woche steht da auch ein Treffen an von Staats- und Regierungschefs der EU in Kopenhagen."
  },
  {
    "start": 1535.68,
    "end": 1536.58,
    "text": "Worum soll es denn da gehen?"
  },
  {
    "start": 1537.46,
    "end": 1540.76,
    "text": "Ja, die wollen über Unterstützung in der Ukraine diskutieren."
  },
  {
    "start": 1541.3,
    "end": 1547.58,
    "text": "Besonders geht es da um die Frage, ob die EU das eingefrorene Geld der russischen Zentralbank nutzt."
  },
  {
    "start": 1548.26,
    "end": 1552.24,
    "text": "Und dann geht es auch noch um militärische Abschreckung und Verteidigung in Europa."
  },
  {
    "start": 1552.8,
    "end": 1554.5,
    "text": "Ganz besonders auch die Drohnenabwehr."
  },
  {
    "start": 1554.98,
    "end": 1557.6,
    "text": "Gab es ja in den letzten Tagen und Wochen mehrere Vorfälle auch."
  },
  {
    "start": 1557.94,
    "end": 1559.54,
    "text": "Gerade in Kopenhagen, wo die sich jetzt treffen."
  },
  {
    "start": 1559.94,
    "end": 1560.52,
    "text": "Ja, genau."
  },
  {
    "start": 1560.92,
    "end": 1568.02,
    "text": "Und die Staats- und Regierungschefs wollen sich eben deswegen beraten, wie man Europas Verteidigung verstärken kann."
  },
  {
    "start": 1568.72,
    "end": 1573.72,
    "text": "Auch wegen der Luftraumverletzungen von Russland, zum Beispiel mit den Drohnen über Polen."
  },
  {
    "start": 1574.44,
    "end": 1580.86,
    "text": "Da geht es der EU um Maßnahmen für die Verteidigungsbereitschaft, also zum Beispiel mehr Ausgaben für Verteidigung."
  },
  {
    "start": 1581.46,
    "end": 1582.34,
    "text": "Danke, Anne-Kathrin."
  },
  {
    "start": 1582.72,
    "end": 1583.08,
    "text": "Sehr gern."
  },
  {
    "start": 1589.98,
    "end": 1595.06,
    "text": "Als ich noch klein war, war es spätestens um einundzwanzig Uhr für mich Zeit, und zwar ins Bett zu gehen."
  },
  {
    "start": 1595.8,
    "end": 1602.34,
    "text": "Und damit ich das auch pünktlich getan habe, gab es jeden Tag einen sehr praktischen Service, nämlich Bernd das Brot bei Kika."
  },
  {
    "start": 1602.38,
    "end": 1610.02,
    "text": "Die Filme über dieses depressive Kastenbrot wurden immer zwischen einundzwanzig und sechs Uhr gezeigt, also in der sendefreien Zeit."
  },
  {
    "start": 1610.74,
    "end": 1615.6,
    "text": "Ganz lange habe ich diese lustigen, wirden, verrückten Filme überhaupt nicht verstanden, weil ich zu klein war."
  },
  {
    "start": 1616.3,
    "end": 1624.8,
    "text": "Jetzt jedenfalls hat es Bernd das Boot zu internationaler Bekanntheit geschafft, weil Late Night-House John Oliver hat Bernd das Boot in seine Show eingeladen."
  },
  {
    "start": 1625.6,
    "end": 1629.84,
    "text": "Wie es der Figur mit diesem neuen Fame jetzt geht, das können Sie in einem Interview nachlesen."
  },
  {
    "start": 1630.28,
    "end": 1634.92,
    "text": "Die S-Cent hat Bernd den Brot nämlich Fragen gestellt und er hat geantwortet, und zwar schriftlich."
  },
  {
    "start": 1635.68,
    "end": 1639.48,
    "text": "Das Interview können Sie mit einem SZ-Plus-Abo nachlesen, der Link steht in den Show-Notes."
  },
  {
    "start": 1640.28,
    "end": 1642.04,
    "text": "produziert, dass diese Sendung Jonathan Brand ist."
  },
  {
    "start": 1642.28,
    "end": 1644.68,
    "text": "Vielen Dank dafür und Ihnen vielen Dank fürs Zuhören."
  },
  {
    "start": 1645.0,
    "end": 1654.44,
    "text": "Ein schönes Wochenende und bis morgen zur Sonntagsfolge."
  }
]