[
  {
    "start": 4.7,
    "end": 8.26,
    "text": "Diesmal geht es zugegebenermaßen wieder einmal um die Rente."
  },
  {
    "start": 8.64,
    "end": 17.94,
    "text": "Aber bevor Sie jetzt schon genervt abschalten, mit dem Ökonomen Marcel Fratscher habe ich über eine Idee gesprochen, die das Dilemma mit der Rente vielleicht auflösen könnte."
  },
  {
    "start": 18.88,
    "end": 28.16,
    "text": "Eine Idee, die die junge Generation nicht übermäßig belasten würde und die trotzdem dazu führen könnte, dass die Rente für ein würdevolles Leben reicht."
  },
  {
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    "end": 31.22,
    "text": "Gleich mehr dazu im Gespräch mit Marcel Fratscher."
  },
  {
    "start": 32.0,
    "end": 39.02,
    "text": "Er ist der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, eines der einflussreichsten Wirtschaftsforschungsinstitute in Europa."
  },
  {
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    "end": 42.8,
    "text": "Sie hören den SZ Nachrichten-Podcast auf den Punkt."
  },
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    "end": 44.54,
    "text": "Heute mit mir, Johannes Korsche."
  },
  {
    "start": 49.7,
    "end": 62.06,
    "text": "Damit wir uns jetzt nicht zu sehr im Klein-Klein des Rentenstreits verlieren, schauen wir in dieser Sendung mal auf das grundlegende Problem, auf das politische Dilemma, aus dem die schwarz-rote Koalition jetzt einen Ausweg sucht."
  },
  {
    "start": 63.2,
    "end": 67.28,
    "text": "Auf der einen Seite ist die Position, für die vor allem die SPD steht."
  },
  {
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    "end": 73.68,
    "text": "Die sagt, die Renten sind jetzt schon teilweise so niedrig, dass Menschen in Armut leben müssen."
  },
  {
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    "text": "Deswegen dürfen die Renten auch nicht weiter sinken."
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    "text": "Und das Rentenniveau soll bis mindestens zwanzig, einunddreißig stabil gehalten werden."
  },
  {
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    "end": 83.62,
    "text": "Klingt nachvollziehbar."
  },
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    "end": 87.74,
    "text": "Und auf der anderen Seite stehen eben die Abgeordneten der Jungen Union."
  },
  {
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    "text": "Die sagen, der derzeitige Plan der Regierung ist viel zu teuer."
  },
  {
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    "end": 97.06,
    "text": "Die junge Union rechnet nämlich mit Folgekosten von bis zu onehundertzwanzig Milliarden Euro."
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  {
    "start": 98.1,
    "end": 107.16,
    "text": "Und weil es eben die jüngere Generation ist, die das alles mit beiträgen und über den Bundeshaushalt finanzieren muss, sagen die, das ist ungerecht für die Jüngeren."
  },
  {
    "start": 107.78,
    "end": 109.58,
    "text": "Und auch das nachvollziehbar."
  },
  {
    "start": 110.48,
    "end": 121.14,
    "text": "Deswegen stellen sich die achtzehn jungen Abgeordneten der Unionsfraktion ja auch quer und haben zunächst mal gesagt, dass sie bei der Abstimmung am Freitag nicht für dieses Rentenpaket stimmen wollen."
  },
  {
    "start": 122.18,
    "end": 130.44,
    "text": "Für den Fraktionsvorsitzenden der Union Jens Spahn wäre das natürlich ein riesiges Problem, wenn das Regierungsvorhaben an seiner Fraktion scheitert."
  },
  {
    "start": 131.36,
    "end": 136.94,
    "text": "Er versucht die jungen Abgeordneten daher auch seit Tagen zu überzeugen, mit bisher mäßigem Erfolg."
  },
  {
    "start": 137.6,
    "end": 143.1,
    "text": "Am Mittwoch Vormittag sollten sich alle Abgeordneten bei ihm melden, die in zwei Tagen mit Nein stimmen wollen."
  },
  {
    "start": 144.3,
    "end": 153.66,
    "text": "Wie viele das waren, das will die Union nicht verraten, aber eines wissen wir, Zwölf Abweichler aus den eigenen Reihen und das Rentenpaket ist gescheitert."
  },
  {
    "start": 154.9,
    "end": 165.12,
    "text": "Aber gibt es denn wirklich keine Möglichkeit, beide Anliegen miteinander zu verbinden, also Generationengerechtigkeit und eine Rente, die ein würdiges Altern ermöglicht?"
  },
  {
    "start": 166.02,
    "end": 170.76,
    "text": "Über einen Vorschlag, der das vielleicht schaffen könnte, spreche ich jetzt mit Marcel Fratscher."
  },
  {
    "start": 171.42,
    "end": 174.94,
    "text": "Zuerst habe ich ihn aber gefragt, wie er denn das Dilemma mit der Rente sieht."
  },
  {
    "start": 176.06,
    "end": 183.82,
    "text": "Herr Fratscher, das Dilemma, das man ja da gerade sieht beim sogenannten Rentenstreit, auf der einen Seite reicht die Rente für einige nicht mehr wirklich zum Leben."
  },
  {
    "start": 184.0,
    "end": 185.52,
    "text": "Also Kürzungen sind das schwierig."
  },
  {
    "start": 186.22,
    "end": 191.74,
    "text": "Auf der anderen Seite würde das Rentenpaket der Regierung schon sehr auf Kosten der Jungen gehen, vielleicht zu sehr."
  },
  {
    "start": 192.46,
    "end": 194.26,
    "text": "Also das stimmt ja beides, oder wie sehen Sie das?"
  },
  {
    "start": 195.06,
    "end": 196.64,
    "text": "Es stimmt beides, das ist genau der Punkt."
  },
  {
    "start": 196.68,
    "end": 200.2,
    "text": "Wir haben ein Problem mit Altersarmut in Deutschland, die überdurchschnittlich hoch ist."
  },
  {
    "start": 200.96,
    "end": 210.48,
    "text": "Und wir haben ein Problem, dass wir über Abgaben und Steuern die junge Generation zu stark belasten oder tendenziell zu stark belasten."
  },
  {
    "start": 210.82,
    "end": 221.98,
    "text": "Und deshalb sehr kurz gesagt muss die Lösung dieses Dilemmas daran legen, dass man eben nicht immer mehr von jung zu alt umverteilt, sondern dass man mehr von reich zu arm umverteilt."
  },
  {
    "start": 222.62,
    "end": 229.36,
    "text": "Das ist ganz einfach auf den Punkt gebracht, die Idee der Reform, die ich als unabdingbar ansehe."
  },
  {
    "start": 230.04,
    "end": 238.04,
    "text": "Wie könnte das denn konkret ausschauen, wenn man jetzt hat eher von reich zu arm umverteilt innerhalb der Rentner selbst?"
  },
  {
    "start": 238.74,
    "end": 240.92,
    "text": "Wir haben am DEW Berlin zwei Vorschläge gemacht."
  },
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    "start": 241.2,
    "end": 247.9,
    "text": "Beide beinhalten eine Umverteilung von reich zu arm innerhalb der Gruppe der Rentnerinnen und Rentner."
  },
  {
    "start": 248.98,
    "end": 261.959,
    "text": "So das Bild, die armen Rentner in Deutschland, das ist alles so schlimm, den Nachbar nix wegnehmen, ist natürlich Unfug, weil das meiste Vermögen und Deutschland hat sehr viel Vermögen aufgebaut, ist ja gerade in den Händen älterer Menschen."
  },
  {
    "start": 262.24,
    "end": 265.6,
    "text": "Es werden jedes Jahr vierhundert Milliarden, drei bis vierhundert Milliarden Euro vererbt."
  },
  {
    "start": 266.2,
    "end": 268.06,
    "text": "Also das ist schon ein Riesenbatzengeld."
  },
  {
    "start": 268.94,
    "end": 272.46,
    "text": "Und die erste Idee ist mit einer Rentenpauschale."
  },
  {
    "start": 272.8,
    "end": 275.8,
    "text": "Da sagt man also im Prinzip sollen die Renten weiter steigen."
  },
  {
    "start": 276.7,
    "end": 292.1,
    "text": "Aber sie sollen nicht, wie jetzt vorgesehen von der Bundesregierung, genauso stark steigen wie die Löhne, sondern lediglich für Menschen mit hohen Einkommen im Alter etwas mehr als die Inflation, aber weniger als"
  },
  {
    "start": 292.18,
    "end": 292.56,
    "text": "die Löhne"
  },
  {
    "start": 293.3,
    "end": 306.46,
    "text": "und für Menschen mit ganz geringen Renten stärker ansteigen als die Löhne, sodass man im Prinzip eine Umverteilung von Reich zu Arm hat innerhalb der Rentner und Rentner, aber alle Rentensteigerung erhalten."
  },
  {
    "start": 306.98,
    "end": 327.68,
    "text": "Das wäre die erste Idee, die zweitig ein bisschen extremere Idee ist, was wir Baby Boomer Soli im Sommer genannt haben, also wo man den oberen, zwanzig Prozent der Einkommen stärksten Rentnerinnen und Rentner und dazu gehört nicht nur die Rente, sondern auch Leute, die Einkommen durch Immobilienvermögen oder Finanzvermögen haben, dass man den drei bis vier Prozent des Einkommens im Monat wegnimmt."
  },
  {
    "start": 328.52,
    "end": 336.86,
    "text": "Und den unteren vierzig Prozent der Rentnerinnen und Rentennase, den wir den geringsten einkommen, das wäre eben nochmal eine stärkere Umverteilung."
  },
  {
    "start": 337.46,
    "end": 339.06,
    "text": "Aber beides geht in die gleiche Richtung."
  },
  {
    "start": 339.36,
    "end": 346.68,
    "text": "Wir brauchen Solidarität, aber bitte nicht die junge Generation immer stärker zur Kasse bitten, sondern innerhalb der Generation der Baby Boomer."
  },
  {
    "start": 347.16,
    "end": 351.12,
    "text": "Wollen wir mal die Kritik aufgreifen, die es ja auch gab an diesem Vorschlag, den Sie gemacht haben?"
  },
  {
    "start": 351.28,
    "end": 366.26,
    "text": "Ihr Kollege Sebastian Dullin vom Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung hat den Fokus zum Beispiel gesagt, dass der Vorschlag das Problem der Altersarmut ja alleine auf Kosten der Versicherten lösen würde und dass eben Beamte und Selbstständige da nichts beitragen würden dazu."
  },
  {
    "start": 366.4,
    "end": 367.34,
    "text": "Also da hatte er ja schon recht."
  },
  {
    "start": 367.92,
    "end": 374.04,
    "text": "Naja, die Idee unseres Boomer Solis, den ich eben erklärt habe, würde alle mit einbeziehen."
  },
  {
    "start": 374.74,
    "end": 382.1,
    "text": "Alle Menschen im Alter, ohne Ausnahmen, auch Beamte oder die früher Beamte waren, und Selbstständige werden mit einbezogen und alle Einkommensformen."
  },
  {
    "start": 382.16,
    "end": 390.3,
    "text": "Also nicht nur, was Leute von der Rente bekommen, gesetzliche Rente, sondern eben auch aus privater Altersvorsorge oder Vermögensanteilen."
  },
  {
    "start": 391.16,
    "end": 395.48,
    "text": "Und so gesehen kann man diese Kritik relativ gut kontern."
  },
  {
    "start": 396.18,
    "end": 401.28,
    "text": "Und für mich ist es, ja, es ist mehr als ein Detail, sicherlich ist es auch wichtig."
  },
  {
    "start": 402.02,
    "end": 411.12,
    "text": "Aber es kann ja den grundlegenden Punkt nicht infrage stellen, dass wir weniger Umverteilung von jung zu alt benötigen, aber mehr Umverteilung von Reich zur"
  },
  {
    "start": 411.18,
    "end": 411.3,
    "text": "Arm."
  },
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    "start": 412.28,
    "end": 416.82,
    "text": "Den zweiten Kritikpunkt, den ich mit Ihnen besprechen wollte, geht auch in die Richtung Gerechtigkeit."
  },
  {
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    "text": "Wieso vieles bei dem Rententhema?"
  },
  {
    "start": 418.46,
    "end": 431.78,
    "text": "Ja, weil besonders gerecht ist es ja irgendwie auch nicht, wenn jetzt Pauschaleute mehr bekommen, also auch die... Ganz oberen Spitzenrenten genauso viel mehr bekommen wie die niedrigeren Renten, also das ist ja auch nicht hundertprozent gerechtern, oder?"
  },
  {
    "start": 432.24,
    "end": 437.3,
    "text": "Na ja, doch, das ist schon ja auch die Grundlage unserer gesetzlichen Rente."
  },
  {
    "start": 438.24,
    "end": 444.38,
    "text": "Im Prinzip sollen die Renten proportional ähnlich stark steigen wie die Löhne."
  },
  {
    "start": 445.28,
    "end": 449.62,
    "text": "Also die Idee, Renten sollen steigen, das ist angelegt, die Frage ist, wie stark."
  },
  {
    "start": 450.02,
    "end": 464.7,
    "text": "Und die Idee dieser Rentenpauschale ist zu sagen, wieso soll nicht jeder Rentner, Rederentnerin, die Anspruch auf eine gesetzliche Rente haben, im Monat jedes Jahr fünfzig Euro mehr bekommen, also Steigerung von fünfzig Euro pro Monat jedes Jahr."
  },
  {
    "start": 465.26,
    "end": 469.84,
    "text": "Das ist für jemanden, der sehr hohe Rentenansprüche hat, relativ wenig."
  },
  {
    "start": 470.26,
    "end": 473.24,
    "text": "kann sein, dass das dann wie nur zwei Prozent sind oder so."
  },
  {
    "start": 473.8,
    "end": 481.24,
    "text": "Für jemand, der aber tausend Euro Rente im Monat bekommt, und davon haben wir eine ganze Menge Menschen in Deutschland, sind das fünf Prozent."
  },
  {
    "start": 481.88,
    "end": 484.66,
    "text": "Das ist also deutlich stärker, als was die Lohnsteigerungen sind."
  },
  {
    "start": 485.04,
    "end": 491.7,
    "text": "Und wenn man das über die nächsten fünf Jahre macht, kann man wirklich Menschen mit geringen Renten deutlich besser stellen und ihnen helfen."
  },
  {
    "start": 492.42,
    "end": 503.64,
    "text": "Also ich halte mal fest, Wenn die Rente prozentual steigt, dann über Vorteil, dass die ohnehin schon hohen Rentenbezüge und eher niedrige Renten würden von einer Pauschale mehr profitieren im Vergleich."
  },
  {
    "start": 504.66,
    "end": 507.42,
    "text": "Sie haben auch schon die Grundlagen der gesetzlichen Rente vorhin angesprochen."
  },
  {
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    "end": 517.4,
    "text": "Ein Grundprinzip ist ja auch, dass sich das, was man über die Rente ausbezahlt bekommt, an dem orientiert, was man mal eingezahlt hat, das würde ja mit so einer Pauschale auch aufgebrochen werden."
  },
  {
    "start": 517.6,
    "end": 518.659,
    "text": "Ist das nicht auch ein Problem?"
  },
  {
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    "end": 520.94,
    "text": "Sie haben das jetzt falsch formuliert."
  },
  {
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    "end": 523.22,
    "text": "Entschuldigung, dass ich Sie korrigiere."
  },
  {
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    "end": 526.36,
    "text": "Sie hätten sagen müssen, monatlich."
  },
  {
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    "end": 535.6,
    "text": "Denn darum geht es ja letztlich, dass man das, was man eingezahlt ist, an Rentenansprüchen monatlich herausbekommt."
  },
  {
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    "end": 537.34,
    "text": "Und da liegt genau die Crux."
  },
  {
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    "end": 543.78,
    "text": "Ich glaube, das ist gut, dass Sie das gesagt haben, weil ich glaube, dass vielen, vielen Hörerinnen das einmal verdeutlicht."
  },
  {
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    "end": 550.9,
    "text": "Denn Menschen mit hohen Einkommen leben ... nach Renteneintritt ungefähr sechs bis sieben Jahre länger."
  },
  {
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    "end": 565.84,
    "text": "Also die kriegen eigentlich für das, was sie über ihre Lebenszeit eingezahlt haben in die Rente, die kriegen deutlich mehr raus, als den Anteil, den jemand rausbekommt, der weniger eingezahlt hat und eine geringere Lebenserwartung hat."
  },
  {
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    "end": 568.36,
    "text": "Und das ist eine der Streitpunkte."
  },
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    "end": 571.26,
    "text": "Also das ist das sogenannte Äquivalentsprinzip."
  },
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    "text": "Äquivalent."
  },
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    "end": 575.14,
    "text": "Zu dem, was sie eingezahlt hat, bekomme ich das nachher auch raus."
  },
  {
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    "text": "Also das ist genau der Knackpunkt."
  },
  {
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    "end": 586.16,
    "text": "Wir müssen, wenn wir eine Reform der gesetzlichen Rente in Deutschland machen, über dieses Äquivalenzkonzip nachdenken und letztlich müssen wir es verändern."
  },
  {
    "start": 586.24,
    "end": 587.38,
    "text": "Ich glaube, das ist der Schlüssel."
  },
  {
    "start": 587.92,
    "end": 592.54,
    "text": "Wenn wir das nicht tun, dann wird die Rente nach wie vor eine Umverteilung von Arm zu Reich sein."
  },
  {
    "start": 593.38,
    "end": 605.48,
    "text": "Und ja auch die Euro, die dann ausgezahlt werden, werden die Spitzenverdiener deutlich stärker von profitieren als die Rentnerinnen oder Rentner, die zu neunhundert oder tausend Euro Rente im Monat leben"
  },
  {
    "start": 605.52,
    "end": 605.72,
    "text": "müssen."
  },
  {
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    "end": 609.56,
    "text": "Dann an der Stelle vielen Dank für die begriffliche Aufklärung."
  },
  {
    "start": 609.9,
    "end": 625.86,
    "text": "Herr Fratscher, zum Schluss als Fazit trauen Sie dann der Bundesregierung zu, dass sie eine Lösung im Rentenstreit findet, die all das, was wir gerade besprochen haben, zusammenbekommt, also dass die Rente für die Jungen bezahlbar und für die Älteren ein würdiges Leben ermöglicht?"
  },
  {
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    "end": 628.08,
    "text": "Als Optimist würde ich es mir wünschen."
  },
  {
    "start": 628.6,
    "end": 634.72,
    "text": "Als Realist habe ich große Zweifel, denn wer hat die SPD und wer hat die Union am XXIII."
  },
  {
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    "text": "Februar gewählt?"
  },
  {
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    "end": 636.76,
    "text": "Oder war es der XXIII."
  },
  {
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    "end": 637.22,
    "text": "Februar?"
  },
  {
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    "end": 637.72,
    "text": "Entschuldigung."
  },
  {
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    "end": 640.22,
    "text": "Das sind nun mal die Menschen über Sechzig."
  },
  {
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    "text": "Das waren nicht die jungen Menschen."
  },
  {
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    "text": "Und reine Machtpolitik und Realpolitik sagt, die SPD und Union werden... die Anwaltschaften, die Interessen der Rentnerinnen und Rentner nicht beschneiden."
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  {
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    "end": 657.7,
    "text": "Das gilt übrigens auch nicht nur für die SPD, auf der viel rumgehackt wird, sondern Mütterrente."
  },
  {
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    "text": "Das ist vor allem der Union wichtig und der CSU wichtig."
  },
  {
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    "text": "Also jeder hat da einen Beitrag geleistet."
  },
  {
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    "text": "Das ist die Sorge."
  },
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    "end": 667.76,
    "text": "In der Demokratie ist es eine verdammt schwierige Reform."
  },
  {
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    "end": 675.94,
    "text": "Wenn Sie den etwas weniger geben, man nimmt ihn ja nicht zweck, etwas weniger geben wollen oder sollen, die Sie letztlich wählen."
  },
  {
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    "text": "Ich befürchte, wir müssen, vielleicht muss es uns als Land und als Gesellschaft noch mal ein Stück schlechter gehen, bevor wir verstehen, dass wir wirklich große Reformen brauchen und dass jeder von uns auch Verzicht üben muss."
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    "end": 689.16,
    "text": "Denn darum geht es ja."
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  {
    "start": 689.38,
    "end": 692.02,
    "text": "Den Gürtel etwas enger schnallen, auf etwas verzichten."
  },
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    "end": 695.64,
    "text": "Nur so können wir aus dieser schwierigen Situation wieder herauskommen."
  },
  {
    "start": 696.32,
    "end": 703.22,
    "text": "Und vielleicht schafft ihr die Rentenkommission im nächsten Jahr dann trotzdem den großen Wurf und würde sie als Optimisten bestätigen."
  },
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    "start": 703.32,
    "end": 705.32,
    "text": "Herr Fratscher, für den Moment herzlichen Dank für das Gespräch."
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  {
    "start": 705.8,
    "end": 706.76,
    "text": "Ich danke Ihnen, Herr Krasche."
  },
  {
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    "end": 720.76,
    "text": "Am Dienstag haben sich der US-Sondergesandte Steve Wittkopf und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner mit Putin in Moskau getroffen, um über den Ukraine-Plan der USA zu sprechen."
  },
  {
    "start": 721.62,
    "end": 727.44,
    "text": "Fünf Stunden soll das Gespräch gedauert haben, so richtige Fortschritte gab es aber laut dem Kreml dabei nicht."
  },
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    "start": 728.44,
    "end": 734.22,
    "text": "Putin beharrt zum Beispiel auch weiterhin darauf, dass Gebiete in der Ostukraine als russisch anerkannt werden sollen."
  },
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    "end": 738.6,
    "text": "Auch Gebiete, die die russische Armee im Moment nicht kontrolliert."
  },
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    "start": 739.66,
    "end": 742.1,
    "text": "Gerade das will die Ukraine aber nicht akzeptieren."
  },
  {
    "start": 742.56,
    "end": 748.2,
    "text": "Mehr dazu, ob Putin überhaupt zu Verhandlungen bereit ist, können Sie in der Folge vom Dienstag nach hören."
  },
  {
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    "end": 757.8,
    "text": "Während die USA und Russland weiter verhandeln, beschäftigt sich Europa mit einem Thema, das auch den Ukraine-Krieg betrifft."
  },
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    "start": 758.42,
    "end": 761.56,
    "text": "Und zwar die Frage, wie man Russland schärfer sanktionieren kann."
  },
  {
    "start": 762.56,
    "end": 767.3,
    "text": "Die EU will in zwei Jahren nämlich vollkommen unabhängig von russischem Erdgas sein."
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  {
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    "end": 768.68,
    "text": "Ab Januar."
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  {
    "start": 768.78,
    "end": 773.88,
    "text": "zwanzig siebenundzwanzig gilt zusätzlich einem Portverbot für russisches Flüssigerdgas."
  },
  {
    "start": 774.98,
    "end": 780.6,
    "text": "Laut EU-Kommission besteht keine Risiko für Engpässe, da es genügend alternative Anbieter gebe."
  },
  {
    "start": 781.46,
    "end": 786.36,
    "text": "Es soll dann aber Ausnahmen für Mitgliedstaaten geben, falls bei denen das Gas knapp werden sollte."
  },
  {
    "start": 788.68,
    "end": 790.1,
    "text": "Und noch ein Blick in die USA."
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  {
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    "end": 793.86,
    "text": "Die Trump-Regierung verschärft ihren Kurs gegen Ausländer."
  },
  {
    "start": 794.68,
    "end": 797.86,
    "text": "Ab jetzt dürfen Menschen aus neunzehn Ländern nicht mehr einreisen."
  },
  {
    "start": 798.42,
    "end": 802.24,
    "text": "Auch alle laufenden Einwanderungsanträge aus diesen Staaten wurden schon gestoppt."
  },
  {
    "start": 803.06,
    "end": 807.44,
    "text": "Betroffen sind unter anderem Afghanistan, Iran, Libyen und Somalia."
  },
  {
    "start": 808.52,
    "end": 813.8,
    "text": "Die US-Regierung begründet das mit dem Angriff auf zwei Mitglieder der Nationalgarde in Washington vor einer Woche."
  },
  {
    "start": 819.08,
    "end": 830.16,
    "text": "Wenn Sie auf den Punkt über Spotify hören, dann haben Sie es an diesem Mittwoch ja wahrscheinlich schon gesehen, Spotify Wrapped ist da, der persönliche Jahresrückblick auf das eigene Streamingverhalten."
  },
  {
    "start": 831.1,
    "end": 839.08,
    "text": "Meine Kolleginnen Beret Kruse und Marie Grundlach haben sich mit Spotify Wrapped beschäftigt und über Sinn und Unsinn solcher Jahresrückblicke nachgedacht."
  },
  {
    "start": 839.92,
    "end": 841.66,
    "text": "Der Text dazu ist in den Show-Notes."
  },
  {
    "start": 842.0,
    "end": 848.5,
    "text": "Und nur ein Zitat daraus, ein Song kann Zehntausend Minuten vor sich hindudeln und nichts bedeuten."
  },
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    "start": 849.54,
    "end": 854.08,
    "text": "Einen anderen hört man nur einmal und das Leben ist nicht mehr dasselbe."
  },
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    "start": 855.66,
    "end": 858.26,
    "text": "Redaktionsschluss für auf den Punkt war heute sechzehn Uhr."
  },
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    "start": 858.62,
    "end": 860.5,
    "text": "Produziert hat die Sendung Immanuel Petersen."
  },
  {
    "start": 860.72,
    "end": 867.86,
    "text": "Vielen Dank dafür und Ihnen wie immer vielen Dank fürs Zuhören und bis morgen."
  }
]