[
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    "end": 8.98,
    "text": "Donald Trump zerschlägt gerade die Weltordnung der Nachkriegszeit."
  },
  {
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    "end": 12.48,
    "text": "Teilen sich künftig die USA, China und Russland die Welt auf?"
  },
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    "text": "Und wo bleibt Europa?"
  },
  {
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    "text": "Darüber spreche ich gleich mit Herfried Mönkler."
  },
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    "end": 26.2,
    "text": "Der seventy-jährige ist imeritärter Professor für politische Theorien der Umweltuniversität in Berlin und einer der wichtigsten deutschen Politikwissenschaftler."
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    "text": "Für ihn haben die vergangenen Wochen gezeigt,"
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    "end": 37.38,
    "text": "dass es den USA wohl darum geht, in den gesamten Doppelkontinent, von oben bis unten."
  },
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    "end": 45.38,
    "text": "Also sozusagen von der Nordspitze Kanadas bis zu Kaporen, unter Kontrolle zu bekommen."
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  {
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    "end": 51.2,
    "text": "Sie hören die Samstagsausgabe von auf dem Punkt dem SZ-Nachrichten-Podcast am Mikroslaas Langenau."
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    "text": "Herzlich willkommen."
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    "text": "Eines muss man Champia schon zugute halten."
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    "text": "Er ist zumindest manchmal frappierend ehrlich."
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    "text": "wie bei der Entführung des Präsidenten von Venezuela."
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    "end": 71.82,
    "text": "Da hat er ganz schlicht gesagt, es gehe darum, das Öl, das ölreichsten Landes der Welt zu kontrollieren."
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    "text": "Bei seinem Anspruch auf Grünland sind Jams Motive nicht so klar."
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    "text": "Angeblich geht es laut Jams Sprecherin um Sicherheitsinteressen."
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    "text": "Und deshalb prüfen wir eine Reihe von Optionen zur Übernahme von Grünland."
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    "text": "Der Einsatz von Litergewalt der USA sei eine davon."
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    "text": "Grünland gehört seit dem achtzehn Jahrhundert zu Dänemark, einem NATO-Partner der USA."
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    "text": "Auch wenn es geographisch näher an Nordamerika liegt als an Europa."
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    "text": "Dänemarks Regierungschefin Mette Friedrichsen hat jedenfalls gewarnt, dass ein Angriff auf Grünland das Ende der NATO bedeutet."
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    "end": 123.46,
    "text": "Doch in einer am Donnerstag für öffentlichen Interview mit der New York Times hat Trump gesagt."
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    "text": "Dass er kein Völkerrecht brauche, dass ihn nur seine eigene Moral und sein eigener Verstand aufhalten könne."
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    "text": "Und zu Grönland?"
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    "text": "Dass er die Insel besitzen will, weil Besitz sehr wichtig und psychologisch notwendig sei für Erfolg."
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    "text": "Welche neue Weltordnung oder Unordnung entsteht da gerade?"
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    "text": "Und welche Gefahren birgt das?"
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    "end": 172.3,
    "text": "Darüber spreche ich jetzt mit dem Politologen Herfried Mönchler."
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    "end": 176.12,
    "text": "Herr Mönchler, ist Trump ein Hulligan?"
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    "end": 178.38,
    "text": "Er scheint einem ab und zu so, nicht?"
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    "end": 184.74,
    "text": "Aber ich glaube, er ist eigentlich gar nicht so gewalt-affin."
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  {
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    "end": 194.86,
    "text": "Er braucht Gewalt nur gelegentlich, um Druck auf andere auszuüben, um sozusagen ein Exempel zu statuieren."
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    "text": "Aber er ist nicht scharf da drauf."
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    "text": "Das kann man, glaube ich, auch in der Venezuela-Frage sehen, nicht?"
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    "start": 201.6,
    "end": 210.08,
    "text": "Ich habe da ja einen der Süddeutschen diesen Mauerzettungssatz zitiert, Bestrafverein und RCO-Hundert."
  },
  {
    "start": 210.62,
    "end": 227.68,
    "text": "Das, glaube ich, ist eine Vorstellung, ja, benutzt den venezolanischen ehemaligen, kann man ja wohl sagen, Staatspräsidenten als ein Mittel, um den Kolumbianer und die Mexikanerin ins Boxhorn zu jagen."
  },
  {
    "start": 227.84,
    "end": 231.04,
    "text": "Und das muss man halt sehen, ob das funktioniert, das ist nicht ganz klar."
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    "end": 236.42,
    "text": "Wenn es nicht funktioniert, dann wird er die Daumenschrauben noch ein bisschen weiter anziehen."
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    "start": 237.06,
    "end": 240.4,
    "text": "Anders gefragt, handelt er erratisch oder ist da ein Plan dahinter?"
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    "end": 242.8,
    "text": "Es ist sicher ein Plan dahinter."
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    "end": 246.04,
    "text": "Man kann nur nicht sicher sein, ob Donald Trump den Begriffen hat."
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    "end": 248.6,
    "text": "Denn er agiert ja ein bisschen wirr."
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    "end": 255.52,
    "text": "Viel klüger wäre es gewesen, nachdem er Venezuela angefangen hat, weiterzumachen im Süden oder in Mittelamerika."
  },
  {
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    "end": 286.1,
    "text": "Stattdessen hat er sich mit einer unbedachten Äußerung gegenüber einem Journalisten auf Grönland und natürlich auch aufgrund dieser idiotischen Aktion der Frau, seine stellvertretenden Stabchefs, gewissermaßen jetzt noch eine zweite oder gar dritte Front geschaffen, die in dem Plan, den irgendwelche Leute entworfen haben, sicherlich zeitlich sukzessiv erfolgen sollte, also sehr viel später."
  },
  {
    "start": 286.72,
    "end": 309.48,
    "text": "Und jetzt geht das alles durcheinander und dadurch bekommt man sozusagen auch einen Blick auf den Plan, nämlich, dass es den USA wohl darum geht, den gesamten Doppelkontinent von oben bis unten, also sozusagen von der Nordspitze Kanadas bis zu Kaporen, unter Kontrolle zu bekommen."
  },
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    "end": 316.3,
    "text": "Aber nicht im Sinne sozusagen der Durchgängigkeit, sondern eines Systems von Ringen und Greisen."
  },
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    "end": 322.12,
    "text": "Also sozusagen Kanada als einfünfzigster Bundesstaat der USA."
  },
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    "end": 327.84,
    "text": "Das hat er ja auch hinreichend deutlich gesagt, dass er sich das so vorstellt."
  },
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    "end": 331.82,
    "text": "Grönland weiß man nicht, in welchem Status das ist."
  },
  {
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    "end": 337.06,
    "text": "Puerto Rico so ähnlich oder aber doch zweifünfzigster Bundesstaat."
  },
  {
    "start": 338.22,
    "end": 342.1,
    "text": "und der Süden gewissermaßen in die Bootmäßigkeit gebracht."
  },
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    "start": 342.18,
    "end": 363.04,
    "text": "Es geht eben also gar nicht darum, Demokratie und Menschenrechte und der Leim mehr durchzusetzen, sondern es geht eben tendenziell allein darum sicherzustellen, dass diese Staaten Ihre wirtschaftlichen politischen und vor allen Dingen sicherheitspolitischen Bindungen an China und Russland aufgeben."
  },
  {
    "start": 363.12,
    "end": 369.74,
    "text": "Und wenn Sie das gemacht haben und haben amerikanisches Kapital ins Land gelassen, entsprechende Firmen, dann ist er ganz zufrieden."
  },
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    "end": 374.02,
    "text": "Jetzt haben Sie sich ja sehr stark in Ihrem Berufsleben mit politischen Theorien beschäftigt."
  },
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    "end": 383.54,
    "text": "Zum einen sehe ich dahinter immer, taucht diese Heritage Foundation auf in das Projekt, und zum anderen taucht jetzt aber auch Karl Schmidt auf mit seiner Theorie des Großraums."
  },
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    "end": 384.54,
    "text": "Was erinnert Sie das?"
  },
  {
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    "end": 425.62,
    "text": "Ich glaube jetzt nicht unbedingt, dass sich hier bei dieser Regierung um Neo-Schmitjana erhandelt, so wie man mal gedacht hat, dass bei dem jüngeren Bush Neo-Straussians im Hintergrund stehen würden und die Politik organisiert hätten, sondern Heritage Foundation, wenn wir mal annehmen, die sind diejenigen, die das Skript oder die Strategie entworfen haben, wofür manches ja spricht, sind zu dem Ergebnis gekommen, dass die USA mit ihrer Rolle, die ihnen im Zuge des unipolaren Momentums zugefallen war, überfordert sind."
  },
  {
    "start": 426.62,
    "end": 436.5,
    "text": "Also sozusagen ein hegemonialer Overstretch, der hier entstanden ist und dass sie sich auf ihre wesentlichen Interessengebiete konzentrieren müssen."
  },
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    "end": 439.02,
    "text": "Man kann es auch anders formulieren."
  },
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    "end": 440.56,
    "text": "Sie haben keine Traute mehr."
  },
  {
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    "end": 455.48,
    "text": "der Hüter des Gemeinwohls, also der globalen Werte und regelbasierten Ordnung zu sein, sondern America First ist die Formulierung, wesentlich ihre eigenen Interessen zu verfolgen."
  },
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    "end": 464.54,
    "text": "Und in diesem Zuge bauen sie ihre Position um, sie konsolidieren sich als ein territorial geschlossener Block."
  },
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    "end": 488.96,
    "text": "und reihen sich damit in eine Politik ein, die wir schon beobachten können, nämlich die Politik der Schaffung von Einflusszonen, die die Chinesen sehr geschickt und eher nach den Vorgaben von Deng Xiaoping, das er so sehr schön genannt hat, Katzenfotenpolitik, so dass man es nicht so hört, wie sie kommen und überall plötzlich sind, betreiben."
  },
  {
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    "end": 495.22,
    "text": "Die Russen, die das nicht können, die haben halt nicht so viel Geld und auch keine ökonomischen Ressourcen."
  },
  {
    "start": 495.92,
    "end": 501.44,
    "text": "Die müssen immer gleich mit dem Militär kommen, wo sie jetzt einige Rückschläge erlitten hatten."
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    "start": 501.52,
    "end": 506.9,
    "text": "Also der Zusammenbruch des Assad-Regimes ist für sie ein doch herber Rückschlag gewesen."
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  {
    "start": 507.4,
    "end": 516.76,
    "text": "Tendenziell auch der Verlust der Position in Armenien, wo sie halt gewissermaßen ihre Kräfte gebunden hatten in der Ukraine."
  },
  {
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    "end": 533.24,
    "text": "Das ist also auch eine Form der Heftellung von Einflusszonen und gewissermaßen komplementär dazu beobachten wir auch das amerikanische Vorgehen, das mit einem sehr viel breiteren Bündel von Machtzarten agiert."
  },
  {
    "start": 534.04,
    "end": 545.24,
    "text": "Da ist mal gelegentlich das Militär dabei, aber eher sind es eigentlich wirtschaftliche Pressionen, die organisiert werden, also sozusagen."
  },
  {
    "start": 546.04,
    "end": 559.84,
    "text": "Trump hat auch das Restregime in Karakas an der Gurgel, indem er sagt, wenn er nicht macht, was ich euch sage, dann werde ich euch ökonomisch so zernieren, dass das Regime von sich aus zerfällt."
  },
  {
    "start": 560.56,
    "end": 573.14,
    "text": "Dazu gehört dann also, was weiß ich auch, das Besetzen von Tankern unter dem eigentümlichen Vorwurf, nein, das sei amerikanisches Öl, das Stolenworten sei und vieles andere mehr."
  },
  {
    "start": 573.84,
    "end": 585.86,
    "text": "Ich denke sozusagen, dass es eine sehr viel kostengünstigere Politik der Schaffung von Einflusszonen, als sie von den Russen praktiziert wird, aber auch von den Chinesen."
  },
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    "end": 590.98,
    "text": "Nun haben die Chinesen ja relativ viel Geld, das sie für solche Zwecke ausgeben können."
  },
  {
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    "end": 601.62,
    "text": "Aber es ist trotzdem Geld, das weg ist, während die USA eigentlich darauf setzen, wir nehmen aus den Gebieten, die wir in Einflussgebiete verwandelt haben, eher Geld ein."
  },
  {
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    "text": "Also sie unterscheiden sich die drei, aber sie sind auch ganz nahe beieinander in dem Projekt Einflussgebete schaffen."
  },
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    "end": 619.58,
    "text": "Also die sagen jetzt mit Einschränkung Russland auch dazu, aber ansonsten sind das die drei regional Mächte, USA, Russland und China."
  },
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    "text": "Wo bleibt Europa?"
  },
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    "end": 628.12,
    "text": "Naja, die Europäer sind im Augenblick ja gerne völkerrecht, völkerrecht, nicht?"
  },
  {
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    "end": 640.5,
    "text": "Und appellieren an eine Rechtsordnung, die aber keinen mehr hat, der sie durchsetzt und der sie durchsetzen kann und schon gar nicht gegen Russland, China und die USA."
  },
  {
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    "end": 659.12,
    "text": "Insofern müssen sich die Europäer vielleicht doch überlegen, ob sie nicht als der Vierte in einer solchen Ordnung mitspielen wollen, mit dem Alleinstellungsmerkmal, dass sie dann der einzige Bannerträger des demokratischen und der Rechtsstaatlichkeit sein würden."
  },
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    "end": 672.4,
    "text": "und darüber über Europa hinaus noch Verbündete finden könnten, sagen wir mal Kanada, solange es nicht der ein fünftigste Bundesstaat der USA geworden ist oder Japan oder Australien."
  },
  {
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    "end": 684.52,
    "text": "Und wenn sie klug sind, sagen sie, na ja, es muss eigentlich ein Fünfer-System sein und das sollte noch dann Indien als Repräsentant des Globalen Südens dabei sein."
  },
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    "end": 713.38,
    "text": "und wenn man das entsprechend kommuniziert und eintütet, so wie Olaf Scholz das ja mit der Einladung des Südens zu dem G-Sieben-Gipfel und anderen gemacht hat, dann kann man da auch nochmal Unterstützung gewinnen, sodass man also gewissermaßen zu einem anderen System kommt, nicht einem Dreiersystem von dominanten Mächten, die sind immer gefeitert Dreiersysteme, sondern zu einem Fünfer-System, die eine große Stabilität haben können."
  },
  {
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    "text": "Das kann man historisch exemplifizieren."
  },
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    "text": "Das würde jetzt zu weit für uns zu machen."
  },
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    "text": "Marine Le Pen hat sich zu wenig zu iller geäußert und hat auch auf die Rechtsstaatlichkeit gepocht und hat gesagt, so geht das aber nicht."
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    "text": "Wo verwundert sich das, dass die europäische Rechte nicht ganz einig ist mit Trump?"
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    "text": "Ach nee, das wundert mich eigentlich nicht."
  },
  {
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    "end": 751.18,
    "text": "Ich meine, wir müssen uns ja nur die deutsche Rechte angucken, also die AfD, die ja gespalten ist zwischen Trump-Maske-Sympathien auf der einen eher verkörpert in Frau Weidel und Putin-Sympathien verkörpert in Krupala und das auch noch mal regional entsprechend."
  },
  {
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    "end": 753.76,
    "text": "Für die Franzosen kommt noch ein ganz anderes Problem hinzu."
  },
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    "text": "Eigentlich möchte Frankreich und möchte die französische Rechte wieder ein großer Akteur als Franzosen sein."
  },
  {
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    "end": 774.94,
    "text": "Und dann kommt einer daher und ... zeigt eigentlich der amerikanische Kontinent, auf dem habt ihr gar nichts zu sagen und zu suchen."
  },
  {
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    "end": 784.52,
    "text": "Frankreich gibt es aber da noch nicht, die haben zwar sehr kleine, aber für die europäische Raumfahrt wichtige Punkte dort."
  },
  {
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    "end": 798.6,
    "text": "Und insofern können sie das agieren von Donald Trump oder wenn sie so wollen, wie in einer Don Roe Doctrin, verwandelte frühere Mon Roe Doctrin, nicht besonders gutieren."
  },
  {
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    "end": 803.58,
    "text": "Für die Franzosen ist das eine Demütigung in Fehlerhinsicht."
  },
  {
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    "end": 809.4,
    "text": "Und deswegen wundert mich das mit der Marine Le Pen gar nicht, wenn die das nicht so fick fändet."
  },
  {
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    "end": 825.64,
    "text": "Die finden dafür Putins Agieren sehr viel schicker, weil das sozusagen ... mit die Mitteleuropäer bindet und beschäftigt und damit den eigentlich den französischen Einfluss innerhalb Europas erhöhen kann."
  },
  {
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    "end": 842.72,
    "text": "Wir sollten uns aber auch klar machen, dass die europäische Rechte im Prinzip eine Koalition des dagegen ist, nämlich gegen das bestehende Europa, gegen Brüssel, gegen die nationalen Regierungen, dass sie aber eigentlich keine gemeinsame Linie vertreten."
  },
  {
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    "end": 851.58,
    "text": "Das hat sich auch in dieser eigentümlichen Bindung zwischen Fizzo und Orban, also der Slowakei und Ungarn gezeigt."
  },
  {
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    "end": 860.62,
    "text": "Sobald es an konkrete Punkte geht, nämlich die Rechte der Ungarn in der Slowakei, da kommen sie sich ganz schnell in die Haare."
  },
  {
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    "end": 881.84,
    "text": "Das heißt, wenn in Europa diese rechten Parteien tatsächlich an die Macht kämen, dann wäre das nicht jetzt sozusagen ein friedlich-fiedliches Zurückfallen in Einzelstaatlichkeit, sondern es wäre im Prinzip ein hochkonfliktuöser Raum, der dann entflehen würde."
  },
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    "text": "Jetzt muss ich noch mal ganz kurz die Hörer mitnehmen."
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    "text": "Zum einen meinen Sie Gojana mit der europäischen Rauffahrt."
  },
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    "text": "Und zum anderen die Monroe Doctrine, die dann umgewandelt wird wegen Donald Trump, dann jetzt Donro Doctrine genannt wird und geht um die Ausweitung der Hegemonie auf die gesamte westliche Hemisphäre."
  },
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    "text": "Stimmt?"
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    "text": "Und zwar, lassen Sie uns doch mal gedanklich zehn Jahre in die Zukunft blicken und dann zurück."
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    "text": "Was ist dann das historisch, was gerade stattfindet?"
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    "text": "Ja, ich glaube nicht, dass wir sozusagen eine gerade Straße finden können, von der man heute verantwortlich sagen kann, die wird es sein."
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    "text": "Sondern es sind eher Szenarien und wenn dann Konstellation."
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    "start": 929.86,
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    "text": "Also das, was ich schon angesprochen habe, wird es den Europäern gelingen, so etwas wie eine Hierarchisierung in der EU hinzubekommen und also die EU aus einem wild gewordenen Regelgeber im Innern in einen handlungsfähigen Akteur zu verwandeln."
  },
  {
    "start": 948.0,
    "end": 967.54,
    "text": "Und das wird sicherlich nicht mit Einstimmigkeitsprinzip gehen und auch nicht ohne Hierarchie, weil wir es ja als Europäer zu tun haben mit Akteuren, die autoritäre Typen sind, also sozusagen von Xi über Putin zu Trump und die ein ganz anderes Tempo in der Politik vorlegen nicht."
  },
  {
    "start": 967.64,
    "end": 972.96,
    "text": "Und Merkel-Suhl ist da ein Beispiel dafür, wie man gewissermaßen es nicht machen darf."
  },
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    "end": 976.7,
    "text": "Es kann aber auch sein, dass die Europäer dabei scheitern."
  },
  {
    "start": 977.32,
    "end": 980.24,
    "text": "Ja, und dass gewissermaßen Europa zerfällt."
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    "text": "aufgrund nationale Egoismen."
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    "end": 1010.34,
    "text": "aufgrund von Zögerlichkeit, Bedenklichkeit, weil die politische Klasse einfach dieses schnelle Tempo nicht mitgehen kann, weil wenn Führen von vorn gefordert ist, sie aber darauf bestehen, Führen von hinten weiter zu betreiben, was heißt Politik der Kompromisse, Politik der langen Bank und so weiter, so dass sie relativ schnell aus dem Spiel ausscheiden, weil sie nicht spielfähig sind, nicht schnell schach."
  },
  {
    "start": 1011.04,
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    "text": "gewissermaßen, wenn ich aber dann darauf bestehe, dass ich eine halbe Stunde Zeit haben will, um den nächsten Zug zu machen, dann bin ich halt draußen."
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    "text": "Insofern denke ich, es sind relativ viele Unwegbarkeiten dabei."
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    "text": "Auch die Frage geraten die drei Großen im Augenblick in einen Konflikt miteinander."
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    "text": "Wie wird das sein?"
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    "text": "Wie werden sich die Amerikaner verhalten?"
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    "text": "wenn China sich Taiwan holt, mit dem Kekken verweist, na ja, wo?"
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    "text": "was Trump in Venezuela gemacht hat, machen wir halt jetzt mit einer Insel, die eigentlich schon immer zu uns gehört hat, wie sie jetzt behaupten."
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    "text": "Und behandeln gewissermaßen, weil sie vorhin Schmidt angesprochen haben, amerikanische Präsenz oder Unterstützung Taiwan als Intervention, Raumfremden der Mächte, die verboten ist, nicht, nach der schmitschen Großraumtheorie."
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    "text": "Oder aber wird Donald Trump sagen, na ja, Gott, dann haben halt die Chinesen das zu ihrer Einflusssphäre geholt."
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    "text": "Und ich führe die Auseinandersetzung mit China ökonomisch und nicht militärisch."
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    "text": "Und vieles andere mehr, schwer zu sagen."
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    "text": "Und wenn sie gegeneinander eine Auseinandersetzung führen, wird die sich beschränken auf eine Flotte Auseinandersetzung und gegebenenfalls eine der Luftwaffe."
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    "text": "Oder in welcher Weise werden dabei auch roten Truppen zum Einsatz kommen."
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    "text": "Also kann man gewissermaßen Konflikte, die sich hier aufbauen und zu kriegen werden können, kann man die zeitlich begrenzen und räumlich begrenzen oder wird das alles in einer Apokalypse enden."
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    "text": "Das denke ich ist zurzeit furchtbar offen und sofern kommt es darauf an eine kluge Politik zu machen und natürlich auch, was uns beide anbetrifft, kluge Ratschläge zu geben."
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    "text": "Wenn die Nordamerikaner jetzt diese Politik des Make America Greater again betreiben, dann brauchen oder wollen die dann gar keine Verbündeten?"
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    "text": "Ja, eigentlich bräuchten sie welche nicht."
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    "text": "Und es gibt ja inzwischen doch auch einige republikanische Senatoren, die sich aus der Deckung gewagt haben und sagen, ohne Verbündete geht das nicht."
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  {
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    "text": "Und wir brauchen die Europäer und vieles andere mehr."
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    "text": "Aber... Trump und die Leute, die gewissermaßen die Skripts für ihn produzieren, haben für Verbündete eigentlich nur Verachtung."
  },
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    "text": "Sie würden vielleicht sagen, ja, ja klar, wenn wir kostenlos Verbündete haben, in dem Sinne, dass die eine Art Untergebende für uns sind und das zu machen haben, was wir von ihnen abverlangen, dann ist das wunderbar."
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    "text": "Aber sie wollen sicherlich nicht sich auf Verbündete einlassen, die ihrerseits amerikanische Leistungen in Anspruch nehmen, weil sie keine Leistung erbringen wollen für andere."
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    "text": "Das ist ja interessant, nicht?"
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    "text": "Trump hat mit Blick auf Grönland gesagt, die amerikanische Sicherheit verlangt das."
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    "text": "Das wäre ja naheliegend gewesen."
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    "text": "Also die Europäer Wenn man sich den Globus mal von oben betrachtet, sozusagen aufgrund der Veränderungen der Arktis, das Auftauen des Eises, der Entstehung von Handelsroten, das ist ja kein genuin allein amerikanisches Problem, hat er aber nicht."
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    "text": "Hat gesagt, amerikanische Interessen."
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    "text": "Das heißt, er denkt im Prinzip gar nicht die Verbündeten mit, sondern wenn einer ihn darauf anspricht, dann findet er das wahrscheinlich störend."
  },
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    "text": "irritierend."
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    "text": "Und das sind eigentlich Leute, die den Amerikanern Geld stehlen."
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    "text": "Für mich ist das ja gerade alles eine Wiederkehr des puren Sozialdavinismus."
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    "text": "Struggle-off-live und Survival-off-the-fit ist."
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    "text": "Sehen Sie denn gerade noch irgendetwas Positives?"
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    "text": "Aber jede Herausforderung ist auch eine Chance, darauf reagieren zu können und möglicherweise das Beste aus den nun einmal gegebenen Konstellationen zu machen."
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    "text": "Und ich war nie ein großer Freund dieses großen Gerätes über alles in Freunde oder frei nach der Werbung der Müllermilch, alles Freunde oder was."
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    "text": "Sondern ich habe eigentlich immer auch Produktivität von Feindschaft."
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    "text": "im Auge gehabt, als eine Herausforderung, ein beschleunigender Faktor des eigenen Reagierens und eigentlich eine ständige Einübung in Situationen, das man gefordert ist und das man sich nicht leisten kann, in diesen Zeiten sich im Sessel bequem zu machen und zu sagen, ja, ist alles gut und ich gucke mir jetzt weiter die Welt an, aber handle ich ihn eher nicht."
  },
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    "end": 1313.92,
    "text": "Insofern kann man da durchaus auch etwas Produktives finden."
  },
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    "text": "Und möglicherweise wären die Europäer im Hinblick auf die Formulierung einer gemeinsamen Linie oder das erfolgreiche Reinkrätschen in die russisch-amerikanischen Verhandlungen nie soweit gekommen, wenn es nicht diese Herausforderungen gegeben hätte."
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    "end": 1345.82,
    "text": "Und insofern kann man sich vorstellen, dass man im Rückblick, komme ich nochmal auf ihre zehn Jahre, auch sagen wird, Damals ist der Grundstein für einen weiteren Schritt der europäischen Integration gelegt worden."
  },
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    "text": "Das muss man sehen, ob das so der Fall ist."
  },
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    "text": "Dann möchte ich es gerne mal bei belassen."
  },
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    "end": 1352.6,
    "text": "Herzlichen Dank für das Gespräch."
  },
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    "end": 1354.8,
    "text": "Gerne, bei mir eine Freude."
  },
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    "end": 1366.14,
    "text": "Besonders interessant fand ich, dass Herrfried Müngler von potenziell fünf künftigen Weltmächten"
  },
  {
    "start": 1366.22,
    "end": 1366.54,
    "text": "spricht."
  },
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    "end": 1373.48,
    "text": "Mich erinnert die Entwicklung aber gerade mehr an die drei Superstaaten in George Orwells, n.A.C."
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    "end": 1378.92,
    "text": "Ozeanien, also USA, Eurasien, also Russland und Ostasien, also China."
  },
  {
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    "end": 1389.28,
    "text": "Aber vielleicht so auch meine Hoffnung kann sich Europa ja doch als demokratische, liberale Alternative gegen den überall grassierenden Totalitarismus behaupten."
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  {
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    "end": 1392.36,
    "text": "Und noch eine Sache über, die wir gerade nicht"
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    "end": 1392.82,
    "text": "gesprochen"
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    "end": 1393.14,
    "text": "haben."
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  {
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    "end": 1398.88,
    "text": "Inzwischen sollen Jumps-Leute auch erwegen jeden Grönländer bis zu einhunderttausend Dollar zu zahlen."
  },
  {
    "start": 1399.64,
    "end": 1406.84,
    "text": "Damit sollen die etwa siebenundfünfzigtausend Einwohner des dänischen Überseegebietes von einem Anschluss an die USA überzeugt werden."
  },
  {
    "start": 1407.56,
    "end": 1409.06,
    "text": "Und es geht auch schon kommende Woche weiter."
  },
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    "start": 1409.44,
    "end": 1414.54,
    "text": "US-Ausminister Rubio will da in Washington mit seinem dänischen Amtskollegen über Grundansprüchen."
  },
  {
    "start": 1415.6,
    "end": 1421.6,
    "text": "Die Möglichkeit in einer unfreundlichen Übernahme hat unser Skandinavien-Korrespondent Alex Grülle mal durchgespielt."
  },
  {
    "start": 1422.28,
    "end": 1424.2,
    "text": "Seinen Text dazu pinn sie den Showmutz."
  },
  {
    "start": 1425.1,
    "end": 1427.36,
    "text": "Produziert hat die Samstagssendung Emanuel Petersen."
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  {
    "start": 1427.64,
    "end": 1429.64,
    "text": "Vielen Dank dafür und Ihnen für Ihre Zeit."
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  {
    "start": 1430.08,
    "end": 1430.6,
    "text": "Auf Wiederhören."
  },
  {
    "start": 1430.88,
    "end": 1436.46,
    "text": "Und wenn Sie mögen, bereits an diesem Sonntag."
  }
]