[
  {
    "start": 5.02,
    "end": 11.7,
    "text": "Bundeskanzler Friedrich Merz findet, die Deutschen melden sich zu oft krank und in diesem Land müssten mehr gearbeitet werden."
  },
  {
    "start": 12.5,
    "end": 21.78,
    "text": "Mein Kollege Oliver Klassen aus dem Wirtschaftsressort der SSZ sagt dazu, wenn es um Produktivität geht, liegt das Problem bei den Unternehmen und nicht bei den Arbeitnehmern."
  },
  {
    "start": 22.72,
    "end": 27.64,
    "text": "Mit ihm spreche ich gleich beim SSZ Nachrichten Podcast auf dem Punkt und ich bin Justin Pudget."
  },
  {
    "start": 33.54,
    "end": 38.36,
    "text": "Seit der Corona-Pandemie ist es in Deutschland so, dass man sich telefonisch krankschreiben lassen kann."
  },
  {
    "start": 39.14,
    "end": 42.06,
    "text": "Wer sich nicht gut fühlt, muss also nicht erst in die Praxis kommen."
  },
  {
    "start": 42.54,
    "end": 44.18,
    "text": "Es reicht ein Anruf beim Hausarzt."
  },
  {
    "start": 45.02,
    "end": 46.8,
    "text": "Für den Bundeskanzler ist das ein Problem."
  },
  {
    "start": 47.54,
    "end": 53.78,
    "text": "Denn laut Friedrich Merz führt die telefonische Krankschreibung dazu, dass sich in Deutschland viele Menschen zu oft krankschreiben lassen."
  },
  {
    "start": 54.66,
    "end": 57.68,
    "text": "Im Durchschnitt sind Deutsche ungefähr fünfzehn Tage im Jahr krankgeschrieben."
  },
  {
    "start": 58.16,
    "end": 60.16,
    "text": "Die Zahl kommt von der Bundesagentur für Arbeit."
  },
  {
    "start": 60.98,
    "end": 62.84,
    "text": "Und das ist dem Kanzler offenbar zu viel."
  },
  {
    "start": 63.52,
    "end": 65.48,
    "text": "Das sind fast drei Wochen."
  },
  {
    "start": 66.4,
    "end": 70.28,
    "text": "in denen die Menschen in Deutschland aus Krankheitsgründen nicht arbeiten."
  },
  {
    "start": 71.2,
    "end": 72.62,
    "text": "Ist das wirklich richtig?"
  },
  {
    "start": 73.3,
    "end": 74.68,
    "text": "Ist das wirklich notwendig?"
  },
  {
    "start": 75.32,
    "end": 78.1,
    "text": "Das hat Merz bei einem Wahlkampfauftritt in Baden-Württemberg gesagt."
  },
  {
    "start": 78.94,
    "end": 86.5,
    "text": "Wenn es nach seiner Partei geht, der CDU, soll man sich in Zukunft also nicht mehr am Telefon krankschreiben lassen können, damit die Krankenmeldungen zurückgehen."
  },
  {
    "start": 87.22,
    "end": 89.74,
    "text": "Gesundheitsministerin Nina Waken will das jetzt auch prüfen."
  },
  {
    "start": 90.68,
    "end": 93.66,
    "text": "Dazu noch mal ein kurzer Blick auf die Zahlen der Arbeitsagentur."
  },
  {
    "start": 94.44,
    "end": 101.52,
    "text": "Richtig ist, dass es zwischen Jahrzehnte und Jahrzehnte wirklich mal einen drastischen Anstieg an Krankmeldungen gab."
  },
  {
    "start": 102.56,
    "end": 109.08,
    "text": "Aber das hat damit zu tun, dass Ärzte seitdem verpflichtet sind, die Meldungen elektronisch an die Krankenkassen zu übertragen."
  },
  {
    "start": 110.14,
    "end": 113.32,
    "text": "Und das stellt sicher, dass die Meldungen dort auch wirklich ankommen."
  },
  {
    "start": 114.18,
    "end": 119.16,
    "text": "Übrigens, seit Jahrzehnte gibt es in der Statistik sogar einen leichten Abwärtstrend."
  },
  {
    "start": 119.64,
    "end": 121.4,
    "text": "Es werden also eher weniger Krankmeldungen."
  },
  {
    "start": 122.66,
    "end": 129.24,
    "text": "Die Zahlen sprechen also nicht wirklich dafür, dass die telefonische Krankschreibung dafür sorgt, dass sich viele Menschen einfach so krank melden."
  },
  {
    "start": 130.24,
    "end": 135.44,
    "text": "Aber warum greift Friedrich Merz trotzdem Arbeitnehmer an und wirft ihnen vor, zu wenig zu arbeiten?"
  },
  {
    "start": 136.22,
    "end": 139.5,
    "text": "Sind sie wirklich schuld daran, dass die Wirtschaft in Deutschland nicht so wächst wie gewünscht?"
  },
  {
    "start": 140.6,
    "end": 143.44,
    "text": "Darüber spreche ich jetzt mit Oliver Klassen aus dem Wirtschaftsressort der STH."
  },
  {
    "start": 144.64,
    "end": 152.02,
    "text": "Oliver, wenn ich mich krank melde und nicht arbeiten gehe, muss ich dann gleich ein schlechtes Gewissen bekommen, dass ich Wirtschaftswachstum bremse?"
  },
  {
    "start": 152.84,
    "end": 153.74,
    "text": "Nein, das braucht man nicht."
  },
  {
    "start": 154.44,
    "end": 161.56,
    "text": "Also das soll doch bitte jeder selber entscheiden, ob er sich in der Lage fühlt, in die Arbeit zu gehen oder ob er einen Tag Auszeit braucht, um sich zu regenerieren."
  },
  {
    "start": 162.82,
    "end": 167.18,
    "text": "Wir hängen so eine Redaktion und viele von unseren Zuhörern arbeiten ja in einem Büro."
  },
  {
    "start": 167.72,
    "end": 176.2,
    "text": "Das mache ich selber auch manchmal, da hat man die Möglichkeit zu sagen... Wir haben Gleitzeit und ich arbeite heute nur zwei Stunden, weil ich mich körperlich nicht fit fühle."
  },
  {
    "start": 176.24,
    "end": 181.1,
    "text": "Da habe ich so ein Zwischending sozusagen zwischenarbeiten und ein bisschen weniger arbeiten."
  },
  {
    "start": 181.14,
    "end": 182.4,
    "text": "Das können aber viele Leute nicht."
  },
  {
    "start": 182.6,
    "end": 184.7,
    "text": "Diese Realität wird auch in der Diskussion oft vergessen."
  },
  {
    "start": 184.74,
    "end": 186.24,
    "text": "Die können eben nicht Homeoffice machen."
  },
  {
    "start": 186.7,
    "end": 188.16,
    "text": "Eine Krankenpflegerin kann das nicht."
  },
  {
    "start": 188.52,
    "end": 190.32,
    "text": "Die muss im Vollwirt jetzt ihrer Kräfte sein."
  },
  {
    "start": 191.12,
    "end": 192.42,
    "text": "Und es bringt nichts."
  },
  {
    "start": 192.54,
    "end": 200.38,
    "text": "Ich glaube, das ist auch ein Grund, warum Krankentagezahlen möglicherweise nach oben gehen ist, auch das, was man vielleicht Neudeutsch Awareness nennt."
  },
  {
    "start": 200.72,
    "end": 209.36,
    "text": "Also die Leute schleppen sich nicht mehr krank zur Arbeit, sondern seit der Corona-Krise haben sie gelernt, wenn ich krank bin, dann bleibe ich auch zu Hause und stecke niemanden an."
  },
  {
    "start": 210.08,
    "end": 214.8,
    "text": "Das kann auch dazu beitragen, dass die Zahlen vielleicht ein bisschen nach oben gegangen sind."
  },
  {
    "start": 215.82,
    "end": 222.2,
    "text": "Es gibt ja auch Arbeitgeber, die fordern, dass Mitarbeiter weniger Lohn bekommen sollen für die Tage, an denen sie krank sind."
  },
  {
    "start": 222.48,
    "end": 223.76,
    "text": "Was hältst du denn von diesem Vorschlag?"
  },
  {
    "start": 224.76,
    "end": 225.68,
    "text": "Das hielt dich für ein Fehler."
  },
  {
    "start": 226.06,
    "end": 232.1,
    "text": "Also natürlich, wenn man die Lohnverzahlung im Krankheitsfall, die ist ja in Deutschland hundert Prozent, das ist nicht in allen EU-Ländern so."
  },
  {
    "start": 232.62,
    "end": 235.6,
    "text": "Also teilweise ist es auch niedriger bei achtzig Prozent oder so."
  },
  {
    "start": 235.74,
    "end": 240.94,
    "text": "oder es gibt in einigen Ländern auch einen sogenannten Karenztag, dass der erste Krankheitstag nicht bezahlt wird."
  },
  {
    "start": 241.66,
    "end": 243.82,
    "text": "Das würde natürlich sofort die Zahlen runterbringen."
  },
  {
    "start": 244.34,
    "end": 248.06,
    "text": "Also wenn ich das mache, dann wird es das, was Friedrich Merz will, sofort erreicht."
  },
  {
    "start": 248.72,
    "end": 252.74,
    "text": "Die Frage ist, ist damit der Gesundheit der Arbeitenehmerschaft in Deutschland gedient."
  },
  {
    "start": 252.94,
    "end": 253.68,
    "text": "Und das glaube ich nicht."
  },
  {
    "start": 254.38,
    "end": 263.28,
    "text": "Also man wird dann gerade bei Leuten, die nicht homeoffice machen können, die weniger verdienen, die werden sich dann hinschleppen, weil sie eben diese Lohnkürzung nicht verkraften können."
  },
  {
    "start": 264.76,
    "end": 265.86,
    "text": "Das bringt aber kein Vorteil."
  },
  {
    "start": 266.44,
    "end": 271.86,
    "text": "Also was Friedrich Merz verkennt, wir sollten eigentlich eher darüber reden, arbeiten wir richtig, arbeiten wir produktiv genug."
  },
  {
    "start": 272.38,
    "end": 277.06,
    "text": "Sind die Prozesse in einzelnen Firmen so effizient wie sie sein sollten?"
  },
  {
    "start": 277.42,
    "end": 281.94,
    "text": "Das sollte eigentlich eher das Thema sein und nicht eine Scheindebatte, würde ich sagen, über Krankheitstage."
  },
  {
    "start": 283.02,
    "end": 286.16,
    "text": "Jetzt sagen wir mal, die Menschen in Deutschland melden sich weniger oft krank."
  },
  {
    "start": 286.46,
    "end": 291.56,
    "text": "Die durchschnittlichen Krankheitstage sinken dann jetzt, sagen wir mal, von fünfzehn auf sieben Tage im Jahr."
  },
  {
    "start": 292.1,
    "end": 295.74,
    "text": "Würde das denn für das einzelne Unternehmen wirklich einen merkbaren Unterschied machen?"
  },
  {
    "start": 296.52,
    "end": 297.88,
    "text": "Das kommt darauf an, würde ich sagen."
  },
  {
    "start": 297.98,
    "end": 303.6,
    "text": "Also wenn ich jetzt Unternehmenschef wäre und ich hätte... auffällig viel mehr Krankheitstage."
  },
  {
    "start": 304.16,
    "end": 307.82,
    "text": "Ich glaube, dann ist es schon wichtig, dass ich mich als Unternehmen hinterfrage, woran liegt es?"
  },
  {
    "start": 307.96,
    "end": 315.48,
    "text": "Also liegt es irgendwie, dass ich meine Arbeitsplätze nicht richtig eingerichtet habe, liegt es an einem allgemeinen schlechten Arbeitsklima."
  },
  {
    "start": 315.6,
    "end": 319.14,
    "text": "Das kann diverse Gründe haben und das ist sicher sinnvoll, sich dann damit zu beschäftigen."
  },
  {
    "start": 319.32,
    "end": 324.72,
    "text": "Also es gibt ja nicht nur die Bürokratie des Staates, jedes größere Unternehmen hat auch eine eigene Bürokratie."
  },
  {
    "start": 325.0,
    "end": 326.04,
    "text": "Und die müsste man auch mal ran."
  },
  {
    "start": 326.94,
    "end": 329.18,
    "text": "Es gibt ja Studien, und Befragung."
  },
  {
    "start": 329.56,
    "end": 333.16,
    "text": "einen Arbeitstag pro Woche verplämpern, die Leute mit administrativen Aufgaben."
  },
  {
    "start": 333.22,
    "end": 336.3,
    "text": "Das kann man sicher nicht auf Null fahren, aber da ist ein bisschen Spiel drin."
  },
  {
    "start": 336.46,
    "end": 338.38,
    "text": "Das passiert dann natürlich aber auf der Ebene der Firmen."
  },
  {
    "start": 338.74,
    "end": 345.86,
    "text": "Ich halte solche Art, da reinzugehen, für wichtiger und gewinnbringender, als jetzt an die Krankheitstage ranzugehen."
  },
  {
    "start": 346.06,
    "end": 352.7,
    "text": "Weil irgendwie, der März hat so ein Thema damit gefunden, so ein Narrativ, die Leute arbeiten zu wenig, die sind zu viel krank."
  },
  {
    "start": 352.92,
    "end": 354.22,
    "text": "Da kann er leicht darauf rum hacken."
  },
  {
    "start": 354.28,
    "end": 357.1,
    "text": "Das denkt er jedenfalls bei seiner Wählerschaft gut an."
  },
  {
    "start": 358.12,
    "end": 365.68,
    "text": "Bei der Klientel auf die März schielt so diese konservative eher so."
  },
  {
    "start": 366.16,
    "end": 368.7,
    "text": "in den Achtzigern, Neunzigern war doch gar nicht alles schlecht."
  },
  {
    "start": 368.94,
    "end": 373.0,
    "text": "Jetzt lass uns wieder, dieses Lied von unter zweiundachtzig ist das auch von Geier Sturzflug."
  },
  {
    "start": 373.06,
    "end": 374.36,
    "text": "Jetzt wird wieder in die Hände gespuckt."
  },
  {
    "start": 374.4,
    "end": 376.04,
    "text": "Wir steigern das Sozialprodukt."
  },
  {
    "start": 376.96,
    "end": 379.78,
    "text": "Das passt ja zu März, auch zu den Äußerungen, zu der Arbeitszeit."
  },
  {
    "start": 379.84,
    "end": 383.74,
    "text": "Wir müssen jetzt wieder vierzig Stunden arbeiten, vier Tage Woche ist ein Quatsch."
  },
  {
    "start": 384.54,
    "end": 385.52,
    "text": "Darauf kommt es aber nicht an."
  },
  {
    "start": 385.76,
    "end": 386.42,
    "text": "Es kommt auf."
  },
  {
    "start": 386.9,
    "end": 392.58,
    "text": "Darauf an, dass wir richtig arbeiten und die Wirtschaft strukturell modernisieren und voran bringen."
  },
  {
    "start": 392.7,
    "end": 397.06,
    "text": "Und wenn wir fünfundvierzig Stunden, fünfzig Stunden arbeiten, das bringt nichts, wenn wir das Falsche arbeiten."
  },
  {
    "start": 397.8,
    "end": 404.74,
    "text": "Also, März will ja, dass wir eher mehr arbeiten, aber du hast mal in der Sz gefordert, dass wir eigentlich weniger arbeiten sollten."
  },
  {
    "start": 405.34,
    "end": 406.36,
    "text": "Wie hast du das denn gemeint?"
  },
  {
    "start": 407.34,
    "end": 412.58,
    "text": "März geht irgendwie davon aus, ja, wir sollten jetzt alle vierzig, fünfundvierzig Stunden ranklotzen und mal lochen."
  },
  {
    "start": 413.72,
    "end": 416.14,
    "text": "Aber die Arbeitswelt ist halt komplexer, ja?"
  },
  {
    "start": 416.82,
    "end": 422.26,
    "text": "Viele Frauen in Deutschland arbeiten Teilzeit, haben sehr geringe Stundenzahlen, also die Stundenzahl hat sich etwas erhöht."
  },
  {
    "start": 422.3,
    "end": 424.94,
    "text": "jetzt über die Jahre, klein bis hin, was ist da auch passiert."
  },
  {
    "start": 425.84,
    "end": 435.04,
    "text": "Aber es ist immer noch so, das herrschende Modell ist so ein anderthalb Modell, jedenfalls wenn ein paar Kinder hat, dann geht der Mann vollzeit arbeiten, die Frau macht eine Halbtagsstelle, sechzig Prozent."
  },
  {
    "start": 435.1,
    "end": 439.16,
    "text": "Das ist so in vielen Milieus ein sehr gängiges Modell."
  },
  {
    "start": 440.32,
    "end": 446.78,
    "text": "Eigentlich reden wir von Ausbau der Kinderbetreuung und reden davon, dass wir die Frauen besser integrieren müssen in den Arbeitsmarkt."
  },
  {
    "start": 447.42,
    "end": 453.28,
    "text": "Dass wir dieses Potenzial die Hälfte unserer Arbeitnehmerschaft nicht verschenken können."
  },
  {
    "start": 454.36,
    "end": 457.7,
    "text": "Es ist immer noch so, viele Männer hatten sich vor dem Zurück mit Kehrarbeit."
  },
  {
    "start": 458.1,
    "end": 459.46,
    "text": "Da ist längst nicht fifty-fifty."
  },
  {
    "start": 460.46,
    "end": 471.62,
    "text": "Und wenn ich den Frauen jetzt komme und sage, ihr seid aber auch übrigens zu viel krank und arbeitet zu wenig, jetzt klotz mal ran, dann verprelle ich ein Riesenteil der Wählerschaft und der Arbeitnehmerschaft in Deutschland."
  },
  {
    "start": 473.18,
    "end": 481.4,
    "text": "weniger arbeiten, ja, also die Arbeitszeit zu reduzieren, wie es in einigen Branchen auch gemacht wurde, einige Gewerkschaften fordern das auch seit langem da noch eher runter zu gehen."
  },
  {
    "start": 481.9,
    "end": 488.62,
    "text": "Das kann, ja, also wenn ich jetzt derzeit ist, glaube ich, so normal, irgendwas zwischen sixen, dreißig und vierzig Stunden je nach Tarifvertrag."
  },
  {
    "start": 489.16,
    "end": 497.92,
    "text": "Wenn ich da runter ginge auf vierunddreißig und fünfunddreißig Stunden, ist das erst mal eine Reduzierung der Arbeitszeit und es kostet mich als Betrieb erstmal Kohle."
  },
  {
    "start": 498.36,
    "end": 499.26,
    "text": "Ich muss mehr zahlen."
  },
  {
    "start": 499.88,
    "end": 505.08,
    "text": "Aber es kann gesamtgesellschaftlich, kann es auch bedeuten, dass ich mehr Leute in Vollzeitarbeit bringe, wenn ich runter gehe."
  },
  {
    "start": 505.58,
    "end": 507.46,
    "text": "Also dieser Zusammenhang ist nicht immer so linear."
  },
  {
    "start": 509.02,
    "end": 518.12,
    "text": "Also es könnte auch einen Schub geben und es könnte auch mehr Frauen dann in der Regel dazu bringen, Vollzeit zu arbeiten, mehr Rentenbeiträge zu zahlen."
  },
  {
    "start": 518.26,
    "end": 520.58,
    "text": "Also diese Rechnung ist durchaus volkswirtschaftlich komplex."
  },
  {
    "start": 521.36,
    "end": 522.28,
    "text": "Das ist wichtig, weniger."
  },
  {
    "start": 522.78,
    "end": 526.1,
    "text": "Arbeitzeit heißt nicht immer volkswirtschaftlich weniger."
  },
  {
    "start": 527.76,
    "end": 533.7,
    "text": "Arbeiten in der Bevölkerung weniger, volkswirtschaftlich gesehen Arbeitsstunden oder Mannstunden nennt man das manchmal auch in der Industrie."
  },
  {
    "start": 534.42,
    "end": 534.92,
    "text": "Okay, Oliver."
  },
  {
    "start": 534.98,
    "end": 543.32,
    "text": "Also du sagst, die Produktivität zu steigern, das hängt nicht am einzelnen Arbeitnehmer, sondern eben an wirtschaftlichen Bedingungen, an Bürokratienunternehmen."
  },
  {
    "start": 543.88,
    "end": 545.3,
    "text": "Ja, das ist wichtiger."
  },
  {
    "start": 545.58,
    "end": 546.5,
    "text": "Das ist das Entscheidende."
  },
  {
    "start": 546.64,
    "end": 553.84,
    "text": "Also staatlicherseits da versuchen zu wollen, die Krankheitszahlen zu senken, das halte ich für keine gute Idee."
  },
  {
    "start": 554.06,
    "end": 562.62,
    "text": "Das ist eine Aufgabe von den einzelnen Firmen, das ist eine Aufgabe von mir aus von der Krankenkasse, die ein Präventionsprogramm auflegt."
  },
  {
    "start": 563.3,
    "end": 570.52,
    "text": "Also klar, man kann sich Gedanken machen, warum ist das deutsche Gesundheitssystem, das zeigen Untersuchungen ja auch immer, ist in der Prävention nicht besonders gut."
  },
  {
    "start": 570.62,
    "end": 571.64,
    "text": "Was kann man daran ändern?"
  },
  {
    "start": 571.72,
    "end": 575.26,
    "text": "Wie kann man besser Krankheiten früher erkennen?"
  },
  {
    "start": 575.4,
    "end": 577.46,
    "text": "Wie kann man das Hausärztesystem stärken?"
  },
  {
    "start": 577.5,
    "end": 578.68,
    "text": "Das ist alles total sinnvoll."
  },
  {
    "start": 579.92,
    "end": 583.64,
    "text": "Und dann, möglicherweise, wenn man das sehr gut macht, gehen die Zahlen auch zurück."
  },
  {
    "start": 584.12,
    "end": 585.36,
    "text": "Das wird aber sehr lange dauern."
  },
  {
    "start": 585.8,
    "end": 591.2,
    "text": "Aber ich glaube nicht, dass sozusagen die Wählerbeschimpfung, dass das einen guten Effekt hat."
  },
  {
    "start": 593.12,
    "end": 601.22,
    "text": "Das bringt ihm Applaus in einigen Milieus, aber das hilft der Gesundheit der Arbeitnehmerschaft in Deutschland null weiter."
  },
  {
    "start": 601.98,
    "end": 602.46,
    "text": "Danke, Oliver."
  },
  {
    "start": 606.52,
    "end": 613.56,
    "text": "Nach dem Gespräch habe ich mich noch gefragt, was denn eigentlich Hausärzte davon halten, wenn die telefonische Krankschreibung abgeschafft werden würde."
  },
  {
    "start": 614.42,
    "end": 616.12,
    "text": "Die wären ja unmittelbar davon betroffen."
  },
  {
    "start": 616.98,
    "end": 621.2,
    "text": "Meine Kollegin Christina Berndt aus dem Wissen-Ressort der SZ hat eine Antwort auf meine Frage."
  },
  {
    "start": 622.08,
    "end": 625.1,
    "text": "Also aus medizinischer Sicht ist das überhaupt nicht sinnvoll."
  },
  {
    "start": 625.18,
    "end": 636.98,
    "text": "So hat sich auch gerade noch der Berufsverband der Hausärzte geäußert, die gesagt haben, lasst das bloß bestehen, denn die telefonische Krankenschreibung bedeutet ein Bürokratieabbau für unsere Praxen."
  },
  {
    "start": 637.26,
    "end": 645.74,
    "text": "Sie bedeutet auch, dass die Wartezimmer gerade in der Atemweg-Saison nicht so voll sind und damit nicht noch zusätzliche Ansteckungen passieren."
  },
  {
    "start": 646.18,
    "end": 655.4,
    "text": "Ohnehin ist das ja auch gar nicht sinnvoll, sich krank zur Arbeit zu schleppen, denn auf Dauer Menschen dadurch nur noch kränker und die Produktivität wird sinken."
  },
  {
    "start": 656.12,
    "end": 660.6,
    "text": "Und es gibt ja ohnehin ganz klare Regeln für die telefonische Krankenschreibung."
  },
  {
    "start": 660.7,
    "end": 663.82,
    "text": "Also sie darf eben maximal fünf Tage lang sein."
  },
  {
    "start": 664.1,
    "end": 669.94,
    "text": "Sie gilt nur für Atemwegserkrankungen und nur für Patienten, die in der Praxis persönlich bekannt sind."
  },
  {
    "start": 670.28,
    "end": 672.4,
    "text": "Entsprechend klein war auch die Zahl."
  },
  {
    "start": 672.44,
    "end": 681.64,
    "text": "Im Jahr ist im Jahr ist im Jahr ist im Jahr ist im Jahr ist im Jahr ist im Jahr ist im Jahr ist im Jahr ist im Jahr ist im Jahr ist im Jahr ist im Jahr ist im Jahr ist im Jahr ist im Jahr ist in Jahr ist in Jahr ist in Jahr ist in Jahr ist in Jahr ist in Jahr ist in Jahr ist in Jahr ist in Jahr ist in Jahr ist in Jahr ist in Jahr ist in Jahr"
  },
  {
    "start": 681.68,
    "end": 689.32,
    "text": "ist in Jahr ist in Jahr ist in Jahr ist in Jahr ist in Jahr ist in Jahr ist in Jahr ist in Jahr ist in Jahr ist in Jahr ist in Jahr ist in Jahr ist in Jahr ist in Jahr ist in Jahr ist in Jahr ist in Jahr ist in Jahr ist in Jahr ist in Jahr ist in Jahr ist in Jahr ist in Jahr ist in Jahr ist in."
  },
  {
    "start": 689.36,
    "end": 693.76,
    "text": "Wenn Sie jetzt noch tiefer eintauchen möchten in die Statistik der Krankheitstage, ich verlinke Ihnen dazu einen Text in den Shownotes."
  },
  {
    "start": 693.8,
    "end": 695.62,
    "text": "Und jetzt noch Nachrichten."
  },
  {
    "start": 695.66,
    "end": 704.14,
    "text": "Vor zwei Wochen ging es bei uns im Podcast um das sogenannte Mercosur-Abkommen, also die Pläne der EU eine Freihandelszone mit lateinamerikanischen Staaten zu bilden."
  },
  {
    "start": 705.02,
    "end": 708.4,
    "text": "twenty-fünf Jahre lang hat es gedauert bis das Abkommen unterzeichnet wurde."
  },
  {
    "start": 709.0,
    "end": 711.8,
    "text": "Ich verlinke unsere Sendung von auf dem Punkt auch nochmal in den Shownotes."
  },
  {
    "start": 712.62,
    "end": 716.04,
    "text": "Das Mercosur-Abkommen musste aber noch vom EU-Parlament ratifiziert werden."
  },
  {
    "start": 717.24,
    "end": 721.64,
    "text": "Und das hat jetzt beschlossen, dass es erst vom Gerichtshof der Europäischen Union geprüft werden muss."
  },
  {
    "start": 722.68,
    "end": 726.12,
    "text": "Es geht da um die Frage, ob es tatsächlich mit der EU recht vereinbar ist."
  },
  {
    "start": 727.26,
    "end": 733.36,
    "text": "Bis der Gerichtshof das Abkommen geprüft hat, kann es Jahre dauern, es muss bis dahin aber nicht komplett auf Eis liegen."
  },
  {
    "start": 734.22,
    "end": 738.24,
    "text": "Es könnte nämlich auch schon vorläufig angewendet werden, obwohl es noch nicht ratifiziert ist."
  },
  {
    "start": 741.6,
    "end": 745.08,
    "text": "In Berlin hat die Polizei am Mittwoch eine mutmaßliche Spionin festgenommen."
  },
  {
    "start": 745.88,
    "end": 750.5,
    "text": "Sie ist Deutsch-Ukrainerin und ihr wird vorgeworfen, für einen russischen Geheimdienst tätig zu sein."
  },
  {
    "start": 751.3,
    "end": 757.6,
    "text": "Und zwar soll sie Kontakte in die russische Botschaft in Berlin gehabt haben und Informationen zum Krieg in der Ukraine weitergegeben haben."
  },
  {
    "start": 758.66,
    "end": 767.82,
    "text": "Laut dem Rechercheverband von SZ, NDR und WDR soll die Frau die Vorsitzende des Bundesvereins Bi-Nationale Gesellschaften gewesen sein, der vom Verfassungsschutz beobachtet wird."
  },
  {
    "start": 768.72,
    "end": 772.82,
    "text": "Der Polizeiansatz hat sich auch gegen zwei Männer und ehemalige Angehörige der Bundeswehr gerichtet."
  },
  {
    "start": 773.4,
    "end": 776.38,
    "text": "Auch sie sollen im Auftrag des russischen Nachrichtendienstes gehandelt haben."
  },
  {
    "start": 781.6,
    "end": 783.2,
    "text": "Was war das für eine irre Rede?"
  },
  {
    "start": 783.92,
    "end": 786.76,
    "text": "Donald Trump hat an diesem Mittwoch eine Rede in Davos gehalten."
  },
  {
    "start": 787.32,
    "end": 793.26,
    "text": "Teilweise ist der Wild von einem Thema zum anderen gesprungen, so wie man das ja schon von anderen Trump auftritten kennt."
  },
  {
    "start": 794.34,
    "end": 801.44,
    "text": "Ein paar konkrete Sachen hat der US-Präsident aber auch gesagt, zum Beispiel, dass die USA keine Gewalt einsetzen werden, um Grönland zu bekommen."
  },
  {
    "start": 802.32,
    "end": 805.32,
    "text": "Dabei, dass er die Insel unbedingt haben will, bleibt Trump aber."
  },
  {
    "start": 806.62,
    "end": 812.32,
    "text": "Einordnungen zu seiner Rede und Reaktionen darauf können Sie auf sc.de und in den Nachrichten App nachlesen."
  },
  {
    "start": 813.28,
    "end": 817.48,
    "text": "Redaktionsschuss für auf dem Punkt war, Produzierte diese Sendung Jakob Anu."
  },
  {
    "start": 818.12,
    "end": 824.14,
    "text": "Vielen Dank dafür und Ihnen vielen Dank fürs Zuhören und bis morgen."
  }
]