[
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    "end": 10.12,
    "text": "Für Samstag hat das BSW in Berlin zu einer Demo gegen den Krieg in Gaza aufgerufen."
  },
  {
    "start": 10.82,
    "end": 14.58,
    "text": "Und die Münchner Philharmoniker stehen plötzlich im Zentrum eines absurden Streits."
  },
  {
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    "text": "Wo endet legitime Kritiker in der israelischen Führung und wo beginnt Antisemitismus?"
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  {
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    "end": 25.34,
    "text": "Darüber habe ich mit dem deutsch-israelischen Historiker und Pädagogen Miron Mende gesprochen."
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    "end": 30.26,
    "text": "Sie hören die Samstagsausgabe von auf dem Punkt, dem SZ Nachrichtenbrotkonst."
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    "text": "Am Mikro ist Lars Langenau, Shalom und Salam."
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    "text": "Bis vor kurzem hat eine meiner Töchter in Wien studiert, schockiert, aufgewühlt und auch aus einem Gefühl völliger Machtlosigkeit gegenüber dem gemetzelten Gaser ist sie dort vor ein paar Wochen zu einer Demo gegangen."
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    "text": "Und da klang ein Ruf, der weltweit auf vielen Protestveranstaltungen gegen den Krieg ertönt."
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    "text": "Das war ganz beliebig ausgewählt von einer Demo Ende August in Darmstadt."
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    "text": "Ein Slogan, in dem der Anspruch auf ein Palästina vom Jordan bis ans Mittelmeer erhoben wird, ohne Israel."
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    "end": 72.14,
    "text": "Ein Spruch, der auch vor deutschen Gerichten höchst umstritten ist."
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    "text": "Ist das Volksverhetzung oder legitime Meinungsäußerung?"
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    "text": "Das wird mal so und mal so entschieden."
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    "text": "Meine Tochter jedenfalls hat sich dann völlig befremdet von dieser Demo verabschiedet."
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    "end": 93.72,
    "text": "Es müsste schon mit dem Teufel zu gehen, wenn dieser Ruf nicht an diesen Samstag auch auf der Demo für Frieden in Gaza skandiert wird, zudem dass Bündnis Sarah Wagenknecht in Berlin aufgerufen hat."
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  {
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    "end": 100.6,
    "text": "Nur dieser Satz, der der Hammers zugeschrieben wird, dieser Satz findet sich auch auf der anderen, auf der israelischen Seite."
  },
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    "end": 109.4,
    "text": "Auch der Liquid, die Partei des israelischen Ministerpräsidenten Netanyahu, erhebt diesen Anspruch from the river to the sea in seiner Gründungsakte."
  },
  {
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    "end": 116.1,
    "text": "Zudem steht er im Vertrag der aktuellen Regierungskoalition mit streng religiösen und rechtsextremisten."
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  {
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    "text": "Wie dem auch sei, seit Beginn des fast seit zwei Jahren tobenen Garzer Kriegs verzeichnet das Bundeskriminalamt einen rasanten Anstieg antisemitischer Straftaten in Deutschland."
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    "end": 131.1,
    "text": "Die meisten werden von rechts verübt, gefolgt von religiösen Extremisten, aber auch von links."
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  {
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    "text": "Antisemitismus scheint in weiten Kreisen wieder unwog zu sein."
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    "text": "Achtzig Jahre nach Auschwitz mit sechs Millionen toten Juden."
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  {
    "start": 139.06,
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    "text": "Ganz aktuell sorgt die Ausladung der Münchner Philharmoniker in Belgien für Empörung."
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  {
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    "end": 149.4,
    "text": "Wegen der Herkunft ihres Leiters, der gleichzeitig auch Chefdirigent des Israel Philharmonic Orchestra ist."
  },
  {
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    "end": 156.24,
    "text": "Wegen seiner angeblich unklaren Haltung gegenüber, Zitat, dem genozidalen Regime in Tel Aviv."
  },
  {
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    "end": 163.6,
    "text": "Für Kulturstaatssekretär Wolfram Weimar und Ron Prosoa, Israel's Botschafter in Berlin, ist das eindeutig antisemitisch."
  },
  {
    "start": 164.58,
    "end": 170.66,
    "text": "Deshalb habe ich Miron Mendel, den Leiter der Anne Frank Bildungsstätte in Frankfurt, zunächst gefragt, ob er das auch so sieht."
  },
  {
    "start": 171.16,
    "end": 184.82,
    "text": "Also ich würde nicht so weit kennen und zu sagen, das ist ein Semitismus, aber sicherlich das ist eine extrem unsinnige Entscheidung, denn letztendlich muss man fragen, wer trifft solche Entscheidungen."
  },
  {
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    "end": 205.22,
    "text": "Zum einen natürlich, das ist ein deutsche Orchester, das betrifft die deutsch-belgische Beziehungen, aber auch wenn man den israelischen Dirigent Lavshanim mit dem Punkt stellt, also Lavshanitzelt gerade zu den Stimmen in Israel, die auf der Liberale Seite stehen, die auf keinen Fall hinter Netanyahu stehen."
  },
  {
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    "end": 216.14,
    "text": "und wenn man die israelische Gesellschaft kennt, wenn man die Umfragen kennt, dann weiß aktuell sind etwa siebzig Prozent der israelischen Bevölkerung, also eine deutliche Mehrheit."
  },
  {
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    "end": 223.54,
    "text": "vor einer sofortigen Ende des Krieges, vor Geiseldien und gegen die Politik, die das Netanyahu seit zwei Jahren führt."
  },
  {
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    "end": 237.74,
    "text": "Insofern muss man sich der Frage stellen, wiefern hilft das den Palästinenser, wenn genau die Teile in der Gesellschaft, die in der Position zu Netanyahu stehen, angegriffen werden, ausgegrenzt werden und berokotiert werden?"
  },
  {
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    "end": 239.68,
    "text": "Also ganz schlecht Blödsinn."
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    "text": "Ja, genau."
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    "end": 243.3,
    "text": "Und manchmal ist Blödsinn auch an Semitismus."
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    "end": 248.46,
    "text": "Manchmal wird diese Blödsinn von Antisemitismus auch gefördert."
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    "end": 254.76,
    "text": "Also kann man natürlich nicht ausschließen, dass diejenige, die diese Entscheidung getroffen haben, tatsächlich antisemitisch motiviert waren."
  },
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    "end": 259.339,
    "text": "Aber es kann einfach eine schlicht untergreifen, eine Dummheit sein."
  },
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    "text": "Dann lassen Sie uns zunächst Klarheit in der Wortwahl schaffen."
  },
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    "text": "Was ist denn für Sie Antisemitismus?"
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    "text": "Gut, die einfachere Definition ist Abneigung Haas gegen Juden."
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    "end": 278.26,
    "text": "Es wird komplizierter, wenn wir über diese Bereiche, die Israel-bezogenen Anzymitismus nennen, sprechen."
  },
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    "text": "Denn, eins ist klar, natürlich, jede Kritik gegen die israelische Regierung, gegen die israelische Politik, gegen das israelische militärische Vorgehen in Gaza ist absolut nicht anzymitisch."
  },
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    "end": 297.4,
    "text": "Und diejenigen, die das behaupten, wollen, dass eine Politik, die nicht durchfertigen ist, einfach in Schutz nehmen."
  },
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    "text": "Es wird problematisch, Einmal, wenn in Israel die Ausnahme gemacht wird, nämlich nicht nur das Ende des Krieges gefördert wird, nicht nur das Abzug von Israel aus den besetzten Gebieten, sei es aus Gaza, sei es aus Westbank oder Lebanon gefordert wird, sondern, dass Israel als solcher Staat aufhört zu existieren."
  },
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    "end": 325.92,
    "text": "Das ist eine Ausnahme, dass solche Forderungen beispielsweise nicht in Russland herangetragen."
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    "end": 328.82,
    "text": "in den Angriff kriegt gegen die Ukraine."
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    "end": 337.46,
    "text": "Also jeder würde sagen, Putin soll seine Militäre aus ukrainischen Bolden abziehen, aber niemand kommt auf die Idee, Russen soll aufhören, zu existieren."
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    "end": 344.52,
    "text": "Insofern wäre so eine Forderung von der River to the Sea Israel ist nicht da, nur Palästina."
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    "text": "Mindestens hat eine sehr starke, enzymetische Nachgeschmack."
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    "end": 363.04,
    "text": "Dann ein zweiter Aspekt ist, wenn Juden insgesamt oder auch Israel ist insgesamt verantwortlich gemacht werden für das Handel der Regierung in der Fall von der Netanyahu-Regierung."
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  {
    "start": 364.52,
    "end": 378.3,
    "text": "Wenn Israelis in Ausland angegriffen werden, unabhängig von der Frage, wo sie politisch stehen, wenn sie zu Hause auf Demonstrationen gehen gegen die Regierung und dann kommen sie nach Europa und werden dort angegriffen."
  },
  {
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    "end": 383.74,
    "text": "ist es nicht nur moralisch problematisch, das ist kostkontraproduktiv."
  },
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    "end": 393.62,
    "text": "Denn letztendlich, wenn wir sagen, wir wollen, dass Netanyahu diese Krieg aufhört, dann muss man auch im Klaren sein, die Druck muss von zwei Richtungen kommen."
  },
  {
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    "end": 405.3,
    "text": "Der Druck soll vom Außen kommen, von der Verbundete Israels, in Europa beispielsweise, in der westliche Welt, aber der Druck auch muss von innen kommen, von die israelische Gesellschaft."
  },
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    "end": 419.92,
    "text": "Und letztendlich, ich finde, Darüber kann man diskutieren, aber diese inflationäre Vergleich zwischen Israel und Nazi Deutschland hat auch ebenfalls einen semitischen Beigeschmack."
  },
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    "end": 433.14,
    "text": "Gerade die nachfahrenden Holocaust-Uberlebende auf die gleichen Stufe wie die Nazis zu stellen, das ist nicht nur faktisch falsch, das ist auch moralisch sehr fragwürdig."
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    "text": "Ich verstehe grundsätzlich nicht, wie man eine bekloppte Regierung haben kann und dass das dann über ein ganzes Volk übertragen wird."
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    "text": "Wieso glauben Sie denn, ist das mit Israel so?"
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    "text": "Tatsächlich mit Israel wird diese Gleichsetzung der Regierung mit allen Juden oder mit allen jüdischen Israelis sehr schnell gleichgesetzt."
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    "end": 461.48,
    "text": "Und das wird natürlich auch für mich, als jemand, der in Israel geboren ist, der deutsche und israelische Staatsangehörigkeit hat, wir für mich fragen auf."
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    "text": "In der Regel sind wir in der Lage, diese Unterscheidung zu machen."
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    "text": "Wir können Russisch auf der Straße hören und wir glauben nicht, dass gleich ein Putin-Anhänger uns gegenüber steht."
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    "text": "Also es wird man sofort als Netanyahu-Unterstützer gesehen."
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    "text": "Obwohl die Mehrheit die Israelis stehen überhaupt nicht auf der Seite von Netanyahu."
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    "text": "Sie haben satt von dieser Regierung."
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    "end": 506.38,
    "text": "Diese Regierung wurde zwar in November-Zweinzwanzig demokratisch gewählt, aber sehr schnell hat diese Regierung auch seine Mehrheit verloren, denn niemand konnte vorhersehen, wie extremistisch und wie gefährlich diese Regierung ist."
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    "text": "Vor die israelische Bevölkerung in allererster Stelle."
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    "text": "Und wir können nur hoffen, dass diese Mehrheiten auch in der Lage werden, diese Regierung zu wechseln."
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    "text": "Später stand es bei der nächsten Wahl."
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    "end": 526.06,
    "text": "Jetzt benutzt aber gerade Israels Premier Netanyahu und seine rechtsextremen Kabinettskollegen diesen Begriff inflationär."
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    "text": "Instrumentalisieren die den Antisemitismus?"
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    "end": 543.86,
    "text": "Also die Strategie... Der Begriff des Anzymitismus oder der Vorwurf des Anzymitismus zu Instrumentalisieren, um die israelische Regierung praktisch von jede Kritik zu schützen, ist nichts Neuer."
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    "text": "Netanyahu hat das perfektioniert schon vor dem siebten Oktober."
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    "text": "Wir hören immer wieder von der israelischen Botschafter in Berlin, dass die leiseste Kritik an Israel wird gleich als Anzymitismus dargestellt."
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    "text": "Ich denke, wir sind aber inzwischen kluge."
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    "text": "Also, man sollte auch in der Lage sein, zu unterscheiden."
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    "text": "Und kann man sich auch selbst so einen Test machen und sagen, würde ich, dass bei dieser Kritik auch, wenn es nicht um Israel, sondern um andere Stadt gehen, würde ich auch diese Kritik äußern."
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    "text": "Das ist eine klare politische, legitime Kritik."
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    "text": "Kritik an alle Massnahmen, die man als kritikwürdig erachtet."
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    "text": "Wenn ich sehe, dass die israelische Militärkriegsverbrechen in Gaza verübt."
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    "text": "Und das laut und deutlich sage, das kann gar nicht ein Semitismus sein, das ist klar."
  },
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    "text": "würde ich das auch tun, wenn eine andere Armee woanders auf der Welt die gleiche Kriegsverbrechen begeht, wenn es gegen Zivilbevölkerung geht, wenn es geht darum, Hilflieferungen vor die Zivilbevölkerung zu verhindern, wenn es darum geht, Krankenhäuser zu zerstören."
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    "text": "Alle diese formende Kritik ist selbstverständlich und das einiges überflussig, das zu betonen, selbstverständlich nicht antisemitisch."
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    "text": "Im Sudan tun wir das ja auch nicht."
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    "text": "Da gibt es ja auch einen schrecklichen Krieg."
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    "end": 639.72,
    "text": "Aber wir sagen ja nicht, die Sudanesen sind so und so."
  },
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    "text": "Noch mal die Frage an Sie, wieso passiert das gerade mit Juden?"
  },
  {
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    "end": 648.9,
    "text": "Es beginnt damit, dass wir eigentlich so selten, sehr selten über Sudan überhaupt sprechen."
  },
  {
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    "end": 662.5,
    "text": "Also ich kann mich nicht erinnern, wann ich zuletztes Mal etwas über Sudan in den Nachrichten gehört, geschweige davon, dass auf der Straße wird man niemand die Situation haben, dass Leute einfach so über Sudan sprechen."
  },
  {
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    "end": 671.0,
    "text": "Also natürlich der Nahe Ost ist schon eigentlich auch in der Name drin, ist es näher für uns nicht nur grafisch, sondern auch mental."
  },
  {
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    "end": 679.24,
    "text": "westliche Staat oder versteht sich ans westliche Staat, insofern gelten auch gewisse Masse."
  },
  {
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    "end": 687.74,
    "text": "Andere Massstäbe, wir messen Israel nicht nach dem Massstab von Sudan, sondern auf dem Massstab, das wir vor Demokratien haben."
  },
  {
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    "end": 697.08,
    "text": "Nichtdestotrotz, diese Unterscheidung zwischenhandeln eine Regierung und handeln die Menschen."
  },
  {
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    "end": 704.82,
    "text": "die zufälligerweise oder nicht zufälligerweise in einem bestimmten Staat geboren wurden, ist eine wichtige Unterscheidung."
  },
  {
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    "end": 710.12,
    "text": "Und wir sollen diese Unterscheidung in alle Regionen der Welt vollziehen."
  },
  {
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    "text": "Ich kann es doch erinnern, nach der Vierundzwanzigste Februar zwanzig, als Putin die Ukraine angegriffen haben, gab es einen Aufruf."
  },
  {
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    "end": 724.1,
    "text": "Ich war auch Teil davon mit dem Titel, Putin nicht pushkin."
  },
  {
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    "end": 733.34,
    "text": "Damit meinten wir, Natürlich soll man mit allen Druck gegen den Angriffe von Putin und seine Armee vorgehen."
  },
  {
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    "end": 740.64,
    "text": "Aber man sollte nicht alles was mit nach Russischer Kultur errichtern, brückortieren und ablehnen."
  },
  {
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    "end": 747.02,
    "text": "Und so sollte man auch in Bezug auf Israel und der aktuelle Krieg in Gaza auch verhalten."
  },
  {
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    "text": "Es ist ja auch ein Kampf um Wörter."
  },
  {
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    "text": "Wie nennen Sie das, was da seit dem Hammers Massaker vor bald zwei Jahren mit inzwischen fast sixty-tausend getöteten Gase passiert?"
  },
  {
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    "text": "Sie wollen natürlich genau hören, wie ich zum Thema Genozid verhalte, ob ich das Wort sage oder nicht."
  },
  {
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    "end": 768.86,
    "text": "Ich finde es schon interessant, dass sie nicht der erste, das Fragen direkt oder indirekt."
  },
  {
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    "text": "inzwischen auch so eine Identitätsthema geworden."
  },
  {
    "start": 773.96,
    "end": 777.2,
    "text": "Bist du auf unserer Seite, sagst du genutziert oder sagst du nicht genutziert?"
  },
  {
    "start": 777.24,
    "end": 785.68,
    "text": "Ich hatte mal mit meiner Frau auch ein Podiumsdiskussion in Berlin organisiert und wir wollten Menschen mit sehr unterschiedlichen Meinungen zusammenbringen."
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  {
    "start": 785.74,
    "end": 796.22,
    "text": "Die eine Fraktion hat gesagt, ich komme gerne, aber ich sage schon vorweg mit Menschen, die den semitischen Genozidvorwurf machen, mit denen setze ich nicht auf einem Podium."
  },
  {
    "start": 797.0,
    "end": 804.84,
    "text": "Von der anderen Fraktion hieß es so, Ich komme gerne, aber ich will vorweg sagen, ich sitze nicht mit Genozid-Leugnen auf einem Tisch."
  },
  {
    "start": 805.66,
    "end": 807.92,
    "text": "Also das wird sozusagen erst Markierung."
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    "end": 821.94,
    "text": "Und mir jetzt nicht um Begriffe so sicherlich, da würde ich mich jetzt nicht auf den Fenster lernen, wenn ich sage, es ist nachweislich, dass die israelische Militärkriegsverbrechen mehrfach in Gaza-Streifen begangen hat."
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    "text": "Es gibt gute Gründe zu denken, dass die Brecher gegen der Menschheit auch von der israelische Armäe veruppt wurden."
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    "text": "Es ist überhaupt nicht auszuschließen, dass der Absicht der israelische Regierung eine ethnische Säuberung in Gaza zu vollziehen."
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    "text": "Die Pläne von Umsiedlungen der Palästinenser sind kein Geheimnis, von daher hat das Thema ethnische Säuberung wurde sehr klar kommuniziert."
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    "text": "Also ich denke, Wenn man das zusammendenkt, Kriegsverbrechen gegen der Menschheit, ethnische Säuberung, dann können wir alle einig sein, dass alles, was im Rahmen dieses Krieges passiert oder im Schaden dieses Krieges, im Parzapasigasa passiert, ist auf keinen Fall moralisch zu ertragen."
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    "text": "Und jeder Mensch, das mindestens das moralische Anstand behält, soll alles tun, diese Krieg zu beenden."
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    "text": "Diesen Samstag haben Sarah Wagenknecht, die die Hallerforden Peter Maffay und andere zu einer Demo in Berlin, gegen den Gaserkrieg aufgerufen."
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    "text": "Daran nimmt auch Roger Waters Teil, mit dem Sie ja schon gesprochen haben."
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    "text": "Würden Sie daran teilnehmen oder nehmen Sie daran teil?"
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    "text": "Also ich will vielleicht noch zwei Sachen dazu sagen."
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    "text": "Einmal gab ihm ja wieder die Diskussion, ob so eine Demonstration legitim ist und meine Antwort ist ganz klar."
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    "text": "eine legitime Demonstration, die sollte in jeder Demokratie auch die Möglichkeit, dass diese Demonstration stattfindet."
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    "text": "Das zweite Aspekt ist, ob ich dann mit einiger der gestaltenden dort sind, auch gut fühle, zu Hause fühle, und das Gefühl habe, dass ich nicht in die Hände von Enzymiten spiele."
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    "text": "Und da muss ich erst zugeben, nein, da habe ich kein gutes Gefühl."
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    "text": "Deswegen würde ich da auch nicht teilnehmen."
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    "text": "Sie haben den Namen Roger Waters erwähnt."
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    "text": "Roger Waters hat sehr viele Verdienste als Musiker."
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    "text": "Wenn man mit ihm über Politik redet, das habe ich tatsächlich auch in einer persönlichen Streitgespräche in London auch mit ihm getan."
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    "text": "Da hat man das Gefühl, man schaut ihn den Abgrund."
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    "text": "Also sicherlich an der... Interessante Person mit einer sehr problematischen Einstellung, was Politik angeht."
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    "text": "Eine Schlagseite zu Diktatoren, zu Massenmörder."
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    "text": "Und deswegen fühle ich mich als jemand, der sich als liberal, als demokrat, verstärkt, unbequem und solche Gesellschaft."
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    "text": "Ich finde es schwer für Leute, die in einer falschen Film sind, die eine Brille haben, wo es nur zwei Optionen gibt."
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    "text": "Entweder bist du pro Israel oder pro Palästina."
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    "text": "Das ist dieses Trauerspiel, das wir sehen nicht seit dem siebten Oktober, sondern viel vorher, dass in der Öffentlichkeit mindestens die lauter Stimmen sich in diese binäre Welt zuordnen, wie ein Fanclub."
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    "text": "Bin ich von Bayern München oder bin ich von Eintracht Frankfurt?"
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    "text": "Für mich ist pro-israelisch zu sein, automatisch auch pro-Palästinensis."
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    "text": "Und pro-Palästinensis zu sein ist automatisch auch pro-israelisch."
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    "text": "Wer kann sich eine Zukunft vorstellen, wo nur den Palästinenser oder nur die jüdische Israelis gut geht und die andere Seite leidet?"
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    "text": "In so ein enger Raum, wo sieben Millionen Palästinenser und sieben Millionen jüdische Israelis leben, from the river to the sea, von Mittelmeer zu Jordanfluss, hängen diese zwei nationale Kollektive sehr eng miteinander zusammen."
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    "text": "Und es gibt keine gute Zukunft für jüdische Israelis ohne dass die Palästinenser in Freiheit und Würde leben."
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    "text": "Und es gibt keine Zukunft für die Palästinenser, ohne dass die Israelis in Sicherheit leben."
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    "text": "Und von daher es gibt in beider Gesellschaften, Kräften, Initiativen, Menschen, die sich Tag und Nacht dafür einsetzen für friedliche Lösungen, für ein Kompromiss."
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    "text": "Ich will nur erwähnen die Initiative der Parents Circle, dass in Menschen die ihre Kinder verloren haben in diesem Konflikt."
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    "text": "Und aus diesem Verlust heraus, die sagen nicht mehr, mehr Rache, mehr Krieg, mehr Konflikt, sondern die sagen, es wird nicht enden, bis wir eine politische, friedliche Lösung miteinander finden."
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    "text": "Und von daher eigentlich ist es ziemlich einfach."
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    "text": "Nicht auf der Tribüne von der einen noch in der anderen Fanclub sein."
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    "text": "Denn diese Ultras, die hier in Deutschland sind, die helfen, werden den Palästinenser noch der Israelis."
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    "text": "Sie leiden seit fünfzehn Jahren die Anne-Frank-Bildungsstätte in Frankfurt am Main."
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    "text": "Zweifeln Sie manchmal daran, dass Bildung und Aufklärung gegen Antisemitismus hilft?"
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    "text": "Zunächst, wir machen nicht nur Bildungsgegen an Semitismus, wir leisten eine Bildung gegen Rassismus, gegen jegliche Form von Diskriminierung."
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    "text": "Und insofern, für mich ist Ansemitismus immer nur ein Teil, wenn man so will, um eine Gesellschaft ohne Hass, ohne Hetze zu haben, eine Gesellschaft, der jeder verschiedenen sein kann und darf."
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    "text": "Ich gehe wirklich überall hin, wo ich eingeladen werde, in Moschee Gemeinden, in Linke Zentren, in konservative Milieus, bei Jungen, bei Alten und nicht nur bei denjenigen, wo ich nur Applaus bekomme, sondern ganz im Gegenteil, wo ich auch ordentlich gegenwinde."
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    "text": "erfahre und ich finde es ist genau etwas wichtig, dass wir mehr in Gespräche miteinander kommen, dass wir aus unserer Safe Space, aus unserer eigenen Echo-Kamern rauskommen."
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    "text": "Diese Polarisierungen, es wird immer größer und die Menschen, das ist jetzt was ich so von sehr vielen Gesprächen mitnehme, die Menschen in der Regel haben satt davon."
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    "text": "Sie wollen eine andere Diskussionskultur."
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    "text": "Sie wollen auf andere Art und Weise miteinander umgehen."
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    "text": "Weil Miron Mendel kritisiert hat, dass zu wenig über Sudan berichtet wird, habe ich Ihnen eine Folge unseres Recherche-Podcasts das Thema zu diesem Krieg verlinkt."
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    "end": 1269.46,
    "text": "Den Link finden Sie in der Folgenbeschreibung."
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    "text": "Mir ist übrigens im Bezug auf das Gespräch mit ihm noch ein Zitat von Theodor Weodorno eingefallen."
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    "text": "Die einzig wahre Kraft gegen das Prinzip von Auschwitz wäre Autonomie."
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    "text": "Die Kraft zur Reflexion, zur Selbstbestimmung, zum Nicht mitmachen."
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    "text": "Ich würde ja noch Begegnungen hinzufügen."
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    "end": 1302.54,
    "text": "Kommen wir zu unserer Rubrik nachgefragt, bei der wir, wie der Name schon sagt, auf Nachfragen unserer höhere Antworten."
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    "end": 1308.04,
    "text": "Diesmal zur Regierungskrise in Frankreich und wieso die extrem hohe Schuldenquote dort ein Problem ist."
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    "end": 1312.5,
    "text": "Und dazu, sagt mein Berliner Kollege der Volkswirtschaftler Klaus Holberscheidt."
  },
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    "end": 1323.96,
    "text": "Das entscheidende Problem in Frankreich ist gar nicht die kaum vorstellbare Summe von drei Komma drei Billionen Euro, mit der das Land bei seinen Gläubigern im In- oder Ausland in der Kreide steht."
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    "end": 1331.36,
    "text": "Das entscheidende Problem ist, seit der vorgezogene Parlamentswahl vor gut einem Jahr hat Frankreich keine stabile Regierung mehr."
  },
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    "end": 1343.22,
    "text": "Und es ist weit und breit kein Bündnis in Sicht, dass den politischen Willen und die notwendige parlamentarische Mehrheit hätte, das immense Haushaltsdefizit des Landes in den Griff zu bekommen."
  },
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    "text": "Dieses Defizit, also die Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben,"
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    "text": "Und das ist es, was Frankreichs Gläubiger, also große internationale Versicherer, Investmentfonds, Pensionskassen, Banken, Das ist es, was sie nervös werden lässt."
  },
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    "text": "Zwar geben sie der Regierung in Paris weiter Kredit, aber sie verlangen höhere Zinsen, um sich gegen eine zwar unwahrscheinliche, aber nicht unmögliche, Staatspleite zu wappnen."
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    "text": "Und damit wird es gefährlich, denn die höheren Zinskosten belasten den französischen Haushalt noch zusätzlich und vergrößern damit das Budgetdefizit noch weiter."
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    "text": "Diesen Teufelskreis muss Frankreich"
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    "text": "durchbrechen."
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    "text": "Sollte das nicht gelingen, könnte dem Land und damit der gesamten Eurozone eine neue"
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    "text": "Staatsschuldenkrise"
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    "end": 1394.12,
    "text": "drohen."
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    "end": 1404.1,
    "text": "Wenn Sie auch eine Frage an uns haben, dann schreiben Sie uns gerne an Podcast at sc.de bei Spotify oder wo auch immer Sie uns Ihre Meinung geigen möchten."
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    "text": "Jetzt gucken wir noch einmal auf die vergangene Woche zurück auf eine Auswahl von ein paar Nachrichten, denen wir uns zeitlich nicht widmen konnten."
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    "text": "Und dazu habe ich mir meine Kollegin Ankatrin Stichen Studio geholt."
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    "text": "An Kathrinin Georgia hat die US-Einwanderungs- und Zollbehörde Eis in dieser Woche ihre bislang größte Ratzea durchgezogen."
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    "text": "Was ist da passiert?"
  },
  {
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    "text": "Auf der Baustelle für eine Batteriefabrik des Autoherstellers Hyundai wurden fast fünfhundert Mitarbeiter festgenommen, fast alles Südkoreaner."
  },
  {
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    "end": 1447.28,
    "text": "Angeblich wegen Betrugs, sie sollen lediglich Besucherwieser gehabt, aber auf der Baustelle gearbeitet haben."
  },
  {
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    "text": "Hyundai sagt aber, dass sie in den USA nicht genügend Fachkräfte gefunden haben."
  },
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    "text": "Und weil der Konzern aus Südkorea kommt, kamen eben auch die Arbeiter, die sie stattdessen eingesetzt haben, auch von dort."
  },
  {
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    "text": "Inzwischen wurden die Koreaner wieder freigelassen."
  },
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    "text": "Sie können jetzt ausfliegen und offenbar auch freiwillig, also sie werden nicht abgeschoben."
  },
  {
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    "text": "Südkoreas Präsident Lee Jae-Myeong hat wegen des Vorfalls die USA gewarnt, dass sowas ausländische Investitionen hemmen würde."
  },
  {
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    "text": "Trump will nun, dass die koreanischen Firmen US-amerikanische Arbeiter ausbilden."
  },
  {
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    "text": "Schauen wir zu Greta Thunberg."
  },
  {
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    "end": 1488.5,
    "text": "Die ist Anfang September mit einer Gaza-Hilfsflotte aus Barcelona losgeschippert."
  },
  {
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    "end": 1492.32,
    "text": "In der Nacht auf Mittwoch hat es in Tunis auf einem der Boote gebrannt."
  },
  {
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    "text": "War das ein Angriff?"
  },
  {
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    "text": "Es gibt dazu zwei Versionen."
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  {
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    "text": "Laut den Organisatoren der Bewegung Global Summit Flotilla hat eine Drohne einen Sprengsatz abgeworfen und dadurch Rettungswesten entzündet."
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  {
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    "text": "Die tunesischen Behörden widersprechen allerdings der Darstellung und sagen, es sei möglicherweise eine Zigarette gewesen."
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    "text": "Also einig sind sich die beiden nur in dem Punkt, dass es gebrannt hat."
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    "end": 1523.8,
    "text": "Für Greta Thünberg ist es übrigens jetzt schon der zweite Versuch dieses Jahr, übers Mittelmeer in den Gaserstreifen zu kommen."
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  {
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    "end": 1527.02,
    "text": "Und dann noch ein drittes Thema, Tränengas in Istanbul."
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    "text": "Was ist da passiert?"
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    "end": 1536.52,
    "text": "Es gab Proteste vor der CHP-Parteizentrale in Istanbul und zwar nachdem ein Gericht die Parteispitze abgesetzt hatte."
  },
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    "start": 1537.28,
    "end": 1543.36,
    "text": "Die Abgeordneten der Partei wollten den neuen Verwalter verhindern und haben sich in dem Gebäude verschanzt."
  },
  {
    "start": 1543.82,
    "end": 1553.64,
    "text": "Rund um die Istanbuler Parteizentrale hatte die Polizei alles abgeriegelt und es gab dann wiederum Demonstranten von außen, die die Blockade durchbrechen wollten."
  },
  {
    "start": 1554.32,
    "end": 1556.02,
    "text": "Also ein ziemliches Chaos."
  },
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    "start": 1556.8,
    "end": 1564.0,
    "text": "Die CHP ist die größte Oppositionspartei in der Türkei und steht schon länger unter Druck von Präsident Erdogan."
  },
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    "start": 1564.82,
    "end": 1576.74,
    "text": "Der abgesetzte Bürgermeister von Istanbul Imamolu gehört auch zur CHP und er sitzt seit knapp einem halben Jahr in Haft und diesen Freitag wurde ein neuer Prozess gegen ihn eröffnet."
  },
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    "start": 1577.28,
    "end": 1578.8,
    "text": "Und was kommt kommende Woche auf uns zu?"
  },
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    "start": 1579.48,
    "end": 1585.7,
    "text": "Da reist Donald Trump am Dienstag nach London und dort werden deswegen auch schon Massenproteste erwartet."
  },
  {
    "start": 1586.28,
    "end": 1593.86,
    "text": "Könnte spannend werden, denn diesen Donnerstag hat der britische Premier Kiers Dharma seinen US-Botschafter Peter Mendelsen entlassen."
  },
  {
    "start": 1594.44,
    "end": 1598.1,
    "text": "Er war wohl mit Jeffrey Epstein enger befreundet als bislang bekannt."
  },
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    "start": 1598.98,
    "end": 1599.44,
    "text": "Danke schön."
  },
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    "text": "Sehr gerne."
  },
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    "end": 1612.26,
    "text": "Seit ich zu Beginn der Corona-Pandemie prophezeit habe, dass wir bald ins Homeoffice wechseln müssen, bin ich für meine Chefin Cassandra."
  },
  {
    "start": 1613.0,
    "end": 1615.42,
    "text": "Also wie die Weißsagerin aus der griechischen Mythologie."
  },
  {
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    "end": 1624.42,
    "text": "Kürzlich hat sie wieder die Hände über den Kopf zusammengeschlagen, als ich prophezeit habe, dass die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt in einem Jahr die Republik verändern wird."
  },
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    "end": 1627.34,
    "text": "Und meine Meinung nach nicht zum Guten."
  },
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    "start": 1628.42,
    "end": 1633.38,
    "text": "Nach aktuellen Umfragen wird die AfD dort nämlich gerade auf neun und dreißig Prozent taksiert."
  },
  {
    "start": 1634.2,
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    "text": "Und das hat mich tatsächlich nachdenklich gemacht."
  },
  {
    "start": 1637.12,
    "end": 1638.04,
    "text": "Sehr nachdenklich."
  },
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    "end": 1644.06,
    "text": "Und ich frage mich, haben wir eigentlich auch Hörer aus Magdeburg, Halle, Dessert oder sonst wo im Land?"
  },
  {
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    "end": 1648.48,
    "text": "dass mit dem Slogan modernen Denken für sich wirbt, und die mir das erklären können?"
  },
  {
    "start": 1649.48,
    "end": 1654.9,
    "text": "Denn darüber würde ich gerne eine Sendung für unseren Recherche-Podcast das Thema machen und mit Ihnen ins Gespräch kommen."
  },
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    "start": 1655.2,
    "end": 1658.38,
    "text": "Gerne per Mail an Lars.Langenau.et."
  },
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    "end": 1663.54,
    "text": "Produziert hat die Sendung Jakob Arno."
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    "start": 1663.8,
    "end": 1665.58,
    "text": "Vielen Dank dafür, Ihnen für Ihre Zeit."
  },
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    "end": 1668.28,
    "text": "Und wir können uns bereits an diesen Sonntag wiederhören."
  },
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    "start": 1668.7,
    "end": 1675.96,
    "text": "Bleiben Sie uns gewogen."
  }
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