[
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    "end": 6.85,
    "text": "Vielleicht haben sie es ja auch schon ausprobiert."
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  {
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    "end": 16.25,
    "text": "Einfach mal die NSDAP-Mitgliederkartei nach den Großeltern oder Urgroßeltern zu durchsuchen, aber wenn man sie dann tatsächlich in der Datenbank findet?"
  },
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    "text": "Was bedeutet das denn"
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    "text": "Da überspreche ich jetzt mit der Publizistin Ina Skypel."
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    "text": "Sie hat in diesem Jahr ein Buch über Risse in der Erinnerungskultur geschrieben – am Beispiel des KZ Buchenwald."
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    "text": "Das Buch war für den Sachbuchpreis der Leipziger Buchmesse nominiert."
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    "text": "Sie hören die Samstagsausgabe von Auf dem Punkt, dem es seit Nachrichten podcast."
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    "text": "Ich bin Johannes Korsche, schön dass sie zuhören!"
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    "text": "Also es wäre alle mal möglich gewesen!"
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    "text": "Ich tippe also den Namen meines Opers mütterlicherseits und die Suchmaske in der SZ-App ein."
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    "text": "Da kann man ganz einfach die NSDAP-Mitgliederkartei nach Namendorf forsten Und bei ihm werden mir nur ein paar Männer mit ähnlichen Namen angezeigt."
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    "text": "ich klicke mich da so ein bisschen durch und bin mir dann sicher kein Treffer."
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    "text": "Der Name war damals einfach häufiger, auch da sind sehr viele ähnlich geschriebene Männer dabei – ich geb dann also noch sein Geburtsjahr ein und dann keine Ergebnisse gefunden."
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    "text": "Ich klicke mich dann noch weiter durch die mir als Neunhunderteffer, die bei der Suche nach meinem einen Opa rauskamen."
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    "text": "Einer ist da neunzehntsechsunddreißig eingetreten, als die NSDAP eigentlich einen Aufnahmestopp hatte."
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    "text": "War das also einer der besonders überzeugt war und deswegen trotzdem in die Nazi-Partei durfte?"
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    "text": "Deswegen wollte ich mit Ihnen Skype sprechen, die die Funde in der Akte einordnen kann."
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    "text": "Das ging ziemlich lange, zwanzig Jahre über ... das ist ja so eine Biografiearbeit wie so ne Arbeit oder so ein Weg in Schichten und man findet irgendwas, irgendwelche Details mal entwegen, den Werbtas oder eben den Auszug eines DHP-Kartei."
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    "text": "Also man weiß, dass diese beiden Männern höchstwahrscheinlich im Widerstand waren nicht gegen das System war."
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    "end": 196.23,
    "text": "Das ist praktisch der Basisblick die erste Tür und das leistet dieser NSDAP-Kartei meines Erachtens jetzt, dass man zumindest schon mal wie eine erste Zuordnung hat."
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    "text": "also wir haben ja ne Großerzählung im Hinblick auf Deutschland."
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    "text": "je länger Nationalsozialismus zurückliegt um so mehr was das Land im Widerstand und ich glaube, dass diese Kartei dahingehend schon eine starke Korrektur ist."
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    "text": "Sie haben den schönen Begriff benutzt, dass es so ein Weg in Schichten ist – wir können ja jetzt gemeinsam versuchen, so ein paar Schichten zu ergründen."
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    "text": "Und wenn ich jetzt von mir ausgehe, ich habe meine beiden Opa's in die Mitgliederkartei der NSDAP reingeworfen sozusagen und die sind nicht aufgetaucht."
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    "end": 261.51,
    "text": "Können Sie nicht sein weil wir wissen aus den Überlieferungen das tatsächlich nur achtzig Prozent noch vorhanden sind und darüber hinaus würde Diese Kartei einer solchen Partei, zunächst mal noch nicht viel Aussage."
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    "text": "Das hat am Ende des Tages ja mit Liebe, mit Zuneigung, mit Verbindung zu tun und diese Datei jetzt fragt auch nach der Akzeptanz in den Familien, auch von dunklem Wissen."
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    "end": 317.669,
    "text": "also wie viel wird jetzt auf diesem Weg gesellschaftlich tatsächlich wir schauen ein bisschen so in das Innere einer Gesellschaft und diese, dass im Interesse ist da, ist immens."
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    "text": "Und ich glaube auch – und das ist meine Wahrnehmung -, dass das Interesse gerade bei den Jüngern so stark ist."
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    "text": "Das hat mit der politischen Entzündlichkeit im Lande viel zu tun."
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    "text": "Man will sich verorten, man will wissen ... Da ist eine Datei als Tür Einstieg, als erster Schritt glaube ich gerade weil die Hürden wir sitzen auf dem Sofa und können recherchieren."
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    "end": 360.45,
    "text": "Das hat es bislang in der Form nicht gegeben und das finde ich wirklich wichtig dass diese Hürde abgebaut werden, dass Geschichte zusehends online Einsehbar für einen selber auch auslutbar wird und so weiter."
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    "text": "Also es hat viele Aspekte, die ich wirklich als eine große Chance sehe."
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    "text": "wenn man in dieser Kartei jemand findet vielleicht mal ganz zu Beginn gedacht was heißt das denn also?"
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    "text": "wieviel sagt zur einer NSDAP-Beglietschaft dann tatsächlich aus?"
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    "end": 402.909,
    "text": "Also ein NSDHP-Opa, der die im Jahr oder einen Dreißig oder gibt ja noch frühere Eintritte seinen Antrag gestellt hat ist ein anderer Opa als... thirty-six oder neun, wobei das auch schon heikel ist."
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    "text": "Man muss immer in die ganz konkrete Geschichte gucken."
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    "end": 416.489,
    "text": "aber man muss davon ausgehen dass praktisch die Antragsteller und der ein Antrag zu stellen bedeutet ja immer mit eigenhändiger Unterschrift."
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    "text": "Das waren sehr regelgerechte Vorgänge."
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    "end": 434.53,
    "text": "Also dass jemand der das bis Thirty gemacht hat darin schon im Hinblick auf diese Partei was vorhatte, also überzeugt war sich alles mögliche vorgestellt hat."
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    "text": "Aber diese Aspekte können sehr unterschiedlichen Aussage wert haben."
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    "text": "aber grundsätzlich glaube ich kann man sagen es gibt diese frühen Eintritte bis drein Dreißig die haben schon etwas mit Überzeugung oder mit einer Idee zu tun und dann Gibt es nach Dreiunddreißig verschiedene andere Stationen?"
  },
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    "end": 463.289,
    "text": "Das ist ja auch ein bisschen regional, auch sehr unterschiedlich."
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    "text": "Also grundsätzlich aber wissen Sie erst mal nicht mehr als den Namen des Geburtsdatum, das Datum der Antragstellung, das datum der Aufnahme und so."
  },
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    "text": "Um das nochmal zusammenzufassen und natürlich kann es nicht darum gehen, dann den individuellen Fall zu bewerten."
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    "text": "Aber nehmen wir zum Beispiel mal einen Urgroßvater, er ist neunzehnunddreißig eingetreten."
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    "end": 498.549,
    "text": "da muss man schon eher davon ausgehen dass es ein überzeugter Nationalsozialist war als wie wenn er neunzensechsunddreißig, siemon dreißig eingetreten wäre."
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    "text": "Ja also ab dreihundert hat es."
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    "end": 511.75,
    "text": "natürlich muss auch nicht hundertprozentig sein, aber hat es schon eher auf den Charakter von Opportunismus oder ich kann Karriere machen."
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    "end": 520.61,
    "text": "Oder oder oder und insofern ist Dreiunddreißig schon praktisch eine Schnete oder eine Zäsur im Hinblick auf die Aufnahmen."
  },
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    "text": "Was mich gewundert hat bei den Daten... Es gab einen Aufnahmestopp bei der NSDAP, vierunddraßig bis sechsunddreizig und dann nochmal zweiundvierzig bis zur Befreiung."
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    "end": 534.21,
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    "text": "Was sagt es dann über diese neuen Mitglieder aus?"
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    "end": 540.71,
    "text": "Na ja, das waren dann im Grunde ein bisschen die Sonderfälle."
  },
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    "end": 560.75,
    "text": "Also Spezialabteilungen, Polizeibattalioner-Einzelne oder also wo man schon ziemlich genau wusste, die gehen jetzt da nicht rein... weil sie im Ort sich den besseren Laden versprochen haben, sondern die hatten eine Funktion für den Staat."
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    "text": "Also für den Vernichtungsstaat."
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    "text": "Wir schauen ja Täterwissen an."
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    "text": "Täter wissen das am Familientisch sitzt und dass ... hat ja auch was Ungemütliches."
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    "end": 593.19,
    "text": "Also es kann mich bei meiner eigenen Familie und das ist dann DDR, DDR-Geschichte wo es überhaupt nicht einen einzigen Täter gegeben hat zu Zeiten der DDR also wo praktisch die Frage danach was mit den Großvätern gewesen sein könnte?"
  },
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    "end": 604.21,
    "text": "Die Mutter in einem völlig anderen Zustand versetzt hat im Artennot tabuisierteste Wissen für die DDR."
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    "end": 614.11,
    "text": "Ich glaube, wenn wir heute über diese NSDAP-Kartei sprechen muss man schon glaub ich auch die sehr unterschiedlichen Wege."
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    "end": 625.69,
    "text": "Wir sind Ost wie West eine Tätergesellschaft aber der Osten hat jetzt natürlich mit dieser Kartei einen längeren Weg zu gehen weil er erst nochmal größere Hürden abbauen muss."
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    "end": 643.15,
    "text": "und also Das Wichtigste wäre ja jetzt, glaube ich, dass die sorgfältige und hoffentlich auch durch politische Bildung – wir haben ganz viele Möglichkeiten – forcierte Kontextualisierung einer solchen Kartei."
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    "text": "Oder die Großmütter haben die und die Geschichte in der Partei."
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    "text": "In meiner Familiengeschichte war dann irgendwann klar... Die Arbeitsakte in Dresden im Staatsarchiv."
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  {
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    "text": "Großvater mütterlicherseits geht einviertig nach Riga."
  },
  {
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    "end": 710.55,
    "text": "Das sind natürlich dann wieder ganz andere Karrieren und am Ende dieser Riga-Karriere, nach der Auslöschung der Juden in Riga und auch der europäischen Juden, nachdem man die Riga Juden umgebracht hat, hat man ja Riga zu einem europäischen Schlachthaus gemacht."
  },
  {
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    "end": 716.95,
    "text": "also das Ende ist sozusagen eher im SS-Bataillon Schatz Praktisch."
  },
  {
    "start": 717.55,
    "end": 720.77,
    "text": "da kann man ja nicht mehr drum herumreden, was das bedeutet."
  },
  {
    "start": 720.93,
    "end": 723.67,
    "text": "Und das ist gar nicht so einfach."
  },
  {
    "start": 723.77,
    "end": 757.15,
    "text": "also da muss man... Also ich habe jetzt nach zwanzig Jahren die eigentlich für mich entscheidenden Akten paradoxerweise im Stasi-Unterlagenarchiv, was ja heute Teil des Bundesarchivs ist gefunden weil dort gibt es Aussagen von innen Lettland in Estland, in Lettauen festgenommenen SS-Bataillonleuten die dann von den Geheimdiensten, den sowjetischen Geheimnendiensten sozusagen vernommen wurden."
  },
  {
    "start": 757.27,
    "end": 764.11,
    "text": "und diese Vernehmungsakten übersetzt aus dem russischen liegen im Stasiunterlagenarchiv."
  },
  {
    "start": 764.23,
    "end": 766.63,
    "text": "Und dort wird es auf einmal ganz konkret, ja?"
  },
  {
    "start": 766.89,
    "end": 773.23,
    "text": "Da wird gesagt niemand der in so einem solchen Battalion war konnte sich in irgendeiner Form raushalten."
  },
  {
    "start": 773.47,
    "end": 777.27,
    "text": "wir waren alle an Vernichtung Beteiligt."
  },
  {
    "start": 777.35,
    "end": 780.41,
    "text": "Wir sind durch die Dörfer gezogen und haben das und dass und das gemacht."
  },
  {
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    "end": 790.83,
    "text": "wir haben die Riga Bevölkerungen zwangs also zwangs deportiert für Zwangsarbeiter in Deutschland und so weiter."
  },
  {
    "start": 791.07,
    "end": 798.71,
    "text": "Also das kriegt auf einmal einen Schallraum, dann wird natürlich eine Geschichte plötzlich sehr konkret."
  },
  {
    "start": 799.15,
    "end": 804.61,
    "text": "Und dann versteht man auch warum die Mutter in diese Zustände verfällt."
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    "text": "nach achtzig Jahren Schweigen."
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    "text": "Massierten Schweigen, massierten Familien."
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    "end": 822.95,
    "text": "Das ist ja eine Arbeit an der... Verunwirklichung sage ich immer, also man kann über das was geschehen ist kein einziges Wort verlieren und muss."
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    "end": 830.53,
    "text": "Und das wird wahrscheinlich vielen zu gehen die in den Familien mit der Hoffnung auf Gespräch nicht landen muss."
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    "start": 830.67,
    "end": 838.93,
    "text": "letztendlich über die Archive und die Archieve in Deutschland Das ist eben ein deutsches Phänomen sind herausragend."
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    "start": 839.05,
    "end": 852.25,
    "text": "Also es ist fast alles verschriftet, was es an Grauen gibt wobei da muss ich vorsichtig sein das kann ich gar nicht so sagen weil ich kenne ja den Endpunkt des Grauens nicht aber es ist sehr viel da."
  },
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    "start": 852.53,
    "end": 867.13,
    "text": "Sehr viel da ist wir eben jetzt vermuten wenn wir sagen okay klick NSDAP-Kartei, das ist keine Aussage darüber was der einzelnen Mensch in der Zeit unter Hitler tatsächlich gemacht hat."
  },
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    "start": 867.57,
    "end": 869.15,
    "text": "Sie haben schon angesprochen Staatsarchive."
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    "end": 874.69,
    "text": "es gibt ja auch noch die Endnatifizierungsakten, die glaube ich auch da interessant sein könnten."
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    "start": 874.73,
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    "text": "Da kann man ja auch einfach machen bis konkret einen Antrag stellen bei dem jeweiligen Archiv und dann diese Akte einsehen oder?"
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    "text": "Ja, also die liegen ja oft genug auch in den tatsächlichen regionalen Staatsarchiven."
  },
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    "text": "Also bei meinem Großvater war es in seiner Arbeitsakte, gab es im Feinsten Sütterlin dann die Aussage er hätte nie Dresden verlassen – die ganze Zeit nicht!"
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    "text": "Also Riga findet in seiner Endnazifizierung nicht statt und das wird ja kein Einzelfall sein."
  },
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    "text": "Diese Diskrepanz zwischen dem was auch an Lüge in den Akten steht und man verifizieren muss eben durch andere Akte."
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    "start": 917.47,
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    "text": "Also ich glaube, dieser Vorgang ist wirklich ein Momentum für innere gesellschaftliche Vorgänge die ich ganz eminent wichtig finde also wie zu einer inneren Demokratisierung auf das Landesführen könnten."
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    "text": "theoretisch Aber wie gesagt, ich glaube das braucht ein paar Rahmenbedingungen."
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    "text": "Wenn klar ist eine Familienüberlieferung stimmt nicht was macht es mit dir?"
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    "text": "Ich habe das hingenommen!"
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    "start": 946.47,
    "end": 969.21,
    "text": "Ich hab' ne bestimmte Erzählung hingenomen zum Beispiel obwohl ich im Nebentexten oder im Weghüsteln weg moderieren schon das Gefühl hatte so haptisch Hier stimmt irgendwas nicht, aber ich finde das Wichtigste wäre eigentlich, dass klar es geht überhaupt nicht mehr um Vorwurf für die jüngeren Generationen."
  },
  {
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    "text": "Sondern jetzt ab diesem Punkt gibt's keine Ausrede mehr!"
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    "text": "Jetzt kann jeder alles wissen und herausbekommen wenn er sich auf den Weg macht."
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    "text": "sind da diese Sachen zu wissen, wer man selber ist, woher man kommt."
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    "text": "Man steht einfach anders im Leben und selbst wenn es sehr schmerzhaftes Wissen ist glaube ich hat das die große Chance durch diese lange Bleier Wann dieser Nachkriegsjahrzehnte durchzukommen, zu sagen wir erarbeiten uns miteinander eine andere Transparenz."
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    "start": 1008.09,
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    "text": "Das wäre ja für diesen Streit den wir Ost und West uns leisten auch einen Punkt zu sagen."
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    "text": "okay der Hitler es ist nicht schön das zu sagen es ist sogar schrecklich aber der Hitler war unser Hitler."
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    "text": "Ist das auch ihre Hoffnung was aus dieser neuen Auseinandersetzung mit deren Esszeit entstehen kann?"
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    "text": "Ich nenn's mal ein anderes Wir als Deutsche sozusagen."
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    "text": "Ja, mir ist klar dass das nicht selbstverständlich ist aber uns isst einen Moment um in die Hand gegeben."
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    "text": "jetzt wo wir also es erzählt sich ja auch etwas zurück wie sie sind wir achtzig Jahre lang mit dieser Geschichte umgegangen und wir sind in einem moment Eines tatsächlichen Paradigmenwechsels, die Zeitzeugen sind nicht mehr befragbar."
  },
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    "text": "Man muss ja auch nicht die Angst haben dass der Massenmörder am Tisch sitzt weil er ist nicht mehr da, er ist tot und ich glaube das alleine schon dieser Fakt macht ja was."
  },
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    "start": 1074.17,
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    "text": "gleichzeitig haben wir diese zunehmende Digitalisierung die andere Zugänglichkeit von Geschichte finde ich einen wichtigen Aspekt."
  },
  {
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    "end": 1095.15,
    "text": "Ein dritter Aspekt ist allerdings auch diese KI-generierte Bildwelt, wo jetzt natürlich alle Instanzen gefragt sind im Hinblick auf Regelungen."
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    "text": "Es gibt so wenig authentische Bilder was Konzentrationslager angeht."
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    "text": "Jetzt haben wir die KI-Bilder."
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    "end": 1116.67,
    "text": "das Mädchen mit der Kalashnikov steht vor den Touren von Auschwitz und Es wird, glaube ich eine neue Auseinandersetzung im Hinblick auf historische Realitäten noch mal geben müssen."
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    "text": "Wir werden sortieren müssen und ich glaube das am Ende dieses Weges wenn es ein gesellschaftlicher Vorgang wird ist zu einer Neukartierung der deutschen Gewaltgeschichte kommen wird nämlich wir können uns nicht mehr leisten zu sagen die Supermonster sind Hitler, Hess, Eichmann sondern die Murders sind näher an uns heran, als wir bislang gedacht haben."
  },
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    "text": "Und ich halte das für einen ganz notwendigen Schritt und dieser breite Zugang und diesem fast hürdenfreie Zugang ist ein großes Potenzial."
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    "text": "Ja da würde ich dabei bleiben!"
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    "text": "Frau Geipel vielen Dank dass Sie mir beim Sortieren- und Einsortieren geholfen haben"
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    "text": "Sehr gern."
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    "text": "Vor allem zwei Dinge aus dem Gespräch haben mich dann noch weiter beschäftigt, dass wenn es um das Jahr geht wann jemand in die Partei eingedrehten ist, neunzehn-dreiunddreißig wohl so ein bisschen Orientierung geben kann."
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    "text": "Davor recht wahrscheinlich einfach ein überzeugter Nazi."
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    "text": "Danach könnten auch andere Motive eine Rolle gespielt haben."
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    "text": "Naja, auch das würde nicht den immer noch Freiwilligen eintritt an diese Partei entschuldigen aber gut!"
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    "text": "und dass ihnen Skype gesagt hat, das jetzt ja auch ein Moment sein kann durch den Ost- und Westdeutschland vielleicht zu einem besseren Miteinander finden können."
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    "text": "Das fand ich einen interessanten Blick darauf!"
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    "end": 1217.37,
    "text": "Und wenn Sie auch anfangen wollen in den NSDRP-Akten zu recherchieren dann schauen sie in die Show Notes."
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    "text": "Da finden Sie einen Link unter dem Sie selbst Ihre Familiengeschichte besser kennenlernen können Und ich hab Ihnen dort auch einen Text verlinkt, in dem Sie alle weiteren wichtigen Archive finden."
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    "start": 1226.93,
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    "text": "Wenn Sie noch weitere Schichten Ihrer Familiengeschichte abtragen wollen wie es Ihnen Skype genannt hat."
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    "text": "Produziert hat diese Sendung Laura Sagebiel."
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    "text": "Vielen Dank dafür und Ihnen natürlich auch vielen Dank fürs Zuhören!"
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    "text": "Lassen sie sich von der Hitze nicht verrückt machen."
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    "text": "Ciao."
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]