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    "text": "Typisch Ostdeutsch, typisch Westdeutscht."
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    "text": "Das sind so Vergleiche die hört man immer wieder besonders um den Tag der deutschen Einheit herum."
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    "text": "da gucken dann viele ganz genau darauf was es eigentlich noch für Unterschiede gibt zwischen Osten und Westen."
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    "text": "ja und dazu sagt der Lingoist Kerstin Sven Roth von der Uni Magdeburg genau diese Sprache Der Osten, der Westen."
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    "text": "Er hat den Diskurs über die deutsche Einheit analysiert und Vorschläge dafür, wie wir besser mit- und übereinander sprechen können."
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    "text": "Der Besten ist ein semantisch leerer Ausdruck."
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    "text": "Wenn ich Sie jetzt Frage, was ist dann der Westen?"
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    "text": "Dann werden Sie mir das nicht so beantworten können..."
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    "text": "Was Kerstens van Rot damit meint, dass hören Sie in dieser Feiertragsausgabe von Auf den Punkt dem SZ Nachrichten Podcast heute mit mir an Marlene holt."
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    "text": "Ich bin ja erst nach der Wende geboren und ich weiß gar nicht mehr, wie alt ich war als ich gelernt habe das es mal eine DDR gab."
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    "text": "aber ich weiß noch dass sich als Kind sehr überrascht war."
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    "text": "also ich verstanden habe dass diese Teilung gar nicht so lange her ist."
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    "text": "für mich hatte sich das angefühlt wie eine ganz andere Zeit Aber das ist vielleicht auch kein Wunder Bin in Westdeutschland aufgewachsen, gar nicht so weit weg von der niederländischen Grenze."
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    "text": "Da haben dann vielleicht mal Leute über den Osten geredet."
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    "text": "Über die Art wie wir über Ostdeutsche Land aber auch über Westdeutland sprechen und um die Vorurteile, die wir damit weitergeben."
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    "text": "Ich spreche dazu mit Kerstin Sven Roth."
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    "text": "er ist Professor für germanistische Linguistik an der Uni Magdeburg."
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    "text": "Ostdeutsch, Westdeutsche, Missverständnis."
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    "text": "Herr Roth wegen der Wahlen in Sachsen-Anhalt im Mecklenburg-Vorpammern wurde in den letzten Wochen und Monaten viel über den Osten gesprochen."
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    "text": "Also sie war erwartbar."
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    "text": "Insofern war ich darauf vorbereitet, dass das so sein wird."
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    "text": "aber sie hat schon genervt weil sie tatsächlich einfach alles wiedergebracht hat was wir seit fünf und dreißig Jahren weitgehend unverändert sehen."
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    "text": "Ich bin Linguist, Diskurslinguist."
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    "text": "also üblicherweise interessieren wir uns dafür wie sich Diskurse entwickeln."
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    "text": "Migrationsdiskurs hat auch bestimmte Muster, aber verändert sich über die Jahrzehnte."
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    "text": "Das ist beim Sprechen über Ost und West nicht so."
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    "text": "oder gibt es tatsächlich bestimmte Muster, die wir immer wieder beschreiben können?"
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    "text": "Und die waren im Zusammenhang mit den ostdeutschen Wahlen wieder da."
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    "text": "Also wenn Sie an das denken, was wir jenseits des Wahlthemas jetzt in diesem Monat besprochen haben."
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    "end": 185.59,
    "text": "Da gibt es ein FHZ-Leitartikel, indem jemand darüber erzählt dass die Geduld des Westens demnächst erschöpft sei über das Gejammere der Ostdeutschen."
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    "text": "Yamathalost war ein Spiegeltitel vor vielen Jahren Und wir haben ein Buch von einer im Westen sehr erfolgreichen aus Ostdeutschland stammenden Journalistin, die Forderung neu erhebt dass man Ostdeutche mehr fördern müsse weil sie sozusagen einen hohen Förderbedarf haben."
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    "text": "Im Gewissen Sinn ist das ein bisschen der gleiche Punkt auf ganz erstaunliche Weise nämlich wieder so die Erzählung vom schwachen und belastenden Osten"
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    "text": "Aber gleichzeitig wenn da Wahlen stattfinden in Bundesländern im Osten Deutschlands irgendwie muss man ja auch darüber sprechen."
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    "text": "Die Frage ist nicht, ob man darüber spricht sondern wie man drüber spricht und da ist es natürlich auch einfach so dass dieses Ost-West dieses zurückgreifen auf das Ost-West Schema leichtes."
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    "text": "Ich will jetzt hier nicht sagen es gibt keine Unterschiede in den politischen Verhältnissen zwischen Ost und Westdeutschland."
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    "text": "Das wäre ja auch Unsinn das zu behaupten aber wir stecken ganz gern Dinge in die Ostdeutschen Schublade von denen wir eigentlich alle wissen dass sie kein reines ostdeutsches Problem sind."
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    "text": "also wenn die AfD nur im Osten erfolgreich wäre, dann wär's schlimm genug aus meiner Sicht."
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    "text": "Aber dann wär es vielleicht irgendwie noch zu verschmerzen und das ist so ein bisschen das Gefährliche an dieser Art und Weise wie wir über den Osten und den Westen beziehungsweise eigentlich nur über den Ostern sprechen."
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    "text": "Über den Western sprechen wir eigentlich gar nicht dass das so eine Schublade ist, in die wir Dinge stecken können, die wir als unnormal ausklammern wollen."
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    "text": "Dann können wir sagen irgendwie ja ... Wir haben ein Rechtsproblem im Osten aber Deutschland hat das nicht sozusagen."
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    "text": "also Ja man muss darüber sprechen und man darf auch nichts relativieren Und man muss sich damit beschäftigen was anders ist und warum es anders ist Warum Diskussionen anders geführt werden."
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    "end": 299.409,
    "text": "Auch das ist ja so sind ja nicht nur Wahlergebnisse sondern natürlich ist, wir wissen das es unterschiedliche Einstellungen zu Waffenlieferung in die Ukraine zum Beispiel gibt zwischen Ost und Westdeutschland."
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    "text": "denn ich komme z.B aus Münsterland also westlicher geht's ja eigentlich fast gar nicht mehr in Deutschland."
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    "text": "geben Sie mir ein paar beispiele."
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    "text": "Diese Ausklammerung Als das andere der Osten war von Beginn an im öffentlichen Diskurs über diese Vereinigung immer der abweichende Fall also immer dass wo es anders war."
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    "text": "Das exotische das Erklärungsbedürftige."
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    "text": "wir produzieren jetzt gerade so auch um dieses Jahreszeit herum, wo das redaktionelle Interesse groß ist regelmäßig Fernsehdokumentationen wo Journalistinnen und Journalisten in den Osten reisen um es rauszufinden, warum der Osten so anders ist."
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    "text": "Und das ist natürlich eine total auffällige Figur weil das Spannende daran eigentlich gar nicht dass es was über den Osten gesagt wird sondern was über dem Westen impliziert wird."
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    "text": "also das Münsterland ist der Normalfall über den wir nicht weiter sprechen müssen, sondern der als Vergleichsfolie im Hintergrund steht und das ist wirklich eine sehr stark wirksame Figur."
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    "end": 389.09,
    "text": "Also ein Beispiel immer wieder zum Thema gemacht wird, dass in Ostdeutschland viele Familien eine Jugendweihe feiern für ihre Jugendlichen als das Erwachsenwertungsfest und eben nicht eine Konfirmation oder eine Kommunion wie im Münsterland."
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    "text": "Und das wird als Abweichungsgeschichte erzählt bei der ganz klar markiert ist was das Merkwürdige ist nämlich die Jugendweiher vor allen Dingen."
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    "text": "es aber auffällig, dass das sogar dann funktioniert Wenn das vermeintlich normale gar nicht mehr normal ist, dann es ist in Westdeutschland gar nicht der selbstverständliche Normalfall."
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    "text": "Dass junge Leute zur Konfirmation oder Kommunion gehen aber das hält so stark einfach nur weil diese Abweichungsfigur so gut funktioniert."
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    "text": "Ich würde wirklich in die neunziger Jahre zurückgehen."
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    "text": "meine These isst dass wir sowas wie eine Diskursvereinigung komplett verpasst haben."
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    "end": 432.53,
    "text": "also Wir haben alles mögliche Vereint, Rechtssysteme, Mediensysteme, politische Systeme, Wirtschaftssysteme."
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    "text": "Das haben wir alles vereint."
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    "text": "aber wir haben uns nie auf den sehr mühsamen Weg gemacht den Diskurs der alten Bonner Republik tatsächlich neu aufzustellen."
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    "text": "ich würde tatsächlich behaupten Das verharren in der Perspektive der alten Bundesrepublik zunächst mal."
  },
  {
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    "end": 463.05,
    "text": "Ich stamm auch aus Westdeutschland und ich würde behaupten, so mein familiäres Umfeld die Leute mit denen ich da so aufgewachsen bin, die haben bis heute nicht das Gefühl dass sie in einem anderen Land gekommen sind was ja auch der Fall war."
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    "text": "Das ist glaube ich der Grund."
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    "text": "diese Perspektiv auf das ist das andere."
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    "text": "Die ist einfach nie infrage gestellt worden im öffentlichen Diskurs."
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    "text": "Und dann kommt es dazu, dass Bundeskanzler Merz noch in diesem Jahr Dinge sagt wie ich möchte der Bundeskünstler aller Bürgerinnen und Bürger unseres Landes sein."
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    "text": "Ich möchte aber auch und vor allem Bundeskantler der ostdeutschen Länder sein."
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    "text": "Also das muss man sich auf die Zunge zergehen lassen."
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    "text": "Wie nachhaltig ist gut gemeint?"
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    "text": "Vermutlich also."
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    "text": "ich vermute Herr Merz wollte was Nettes zu Ostdeutschens sagen Aber er markiert Bundeskitzler der Deutschen und auch der Ostdeutschen."
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    "end": 520.09,
    "text": "Problematisch wird es vor allen Dingen auch deshalb, weil das nicht irgendeine Andersartigkeit ist sondern es ist eben typischerweise eine Schwäche wie in den beiden Fällen die ich vorhin erwähnt habe jetzt ganz neu den Diskurs jetzt wiederbestimmen Die eigentlich auch immer darum kreisen dass der Osten schwach ist und dass man da irgendwie was dagegen tun muss."
  },
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    "end": 532.189,
    "text": "Wenn ich sie jetzt richtig verstehe dann ist es vor allem eine Rhetorik die aus dem Westen kommt und quasi dem Osten übergestülpt wird, also wie im Westen über den Osten gesprochen werden."
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    "text": "Oder ist es auch eine Sprache die in ostdeutschen Bundesländern genauso verwendet wird?"
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    "text": "Ja, wissen Sie, stimmt das mit dem Überstülpen natürlich?"
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    "end": 546.069,
    "text": "Also einfach ganz handfest – wir haben kommunikationsökonomische Strukturen aus dem Westen natürlich!"
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    "text": "übergestülpt also Verlagswesen, Zeitungswesen."
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    "text": "Auch Wissenschaftsbereich die sind aus dem besten importiert worden."
  },
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    "end": 566.17,
    "text": "und trotzdem ist eigentlich genau das eine interessante Figur auch mit diesem Überstülpen Die auch in der gewisse Gefahr birgt weil dass auch wieder so ne Opfererzählung ist was es auch wieder So eine schwäche Erzählung dem Osten ist da irgendwas passiert."
  },
  {
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    "end": 582.069,
    "text": "wir machen gerade ein Projekt wo wir Interviews mit Leuten führen die neunundachtzig aktiv waren in der DDR in der Bürgerrechtsbewegung Und die betonen alle, dass sie diese Erzählung um das Wort nochmal aufzugreifen sehr nervt."
  },
  {
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    "end": 594.39,
    "text": "Weil sie völlig ausblendet, dass diese Einheit von Ostdeutschen herbeigeführt worden ist und zwar einerseits durch die Leute in der Bürgerrechtsbewegung vor allen Dingen aber durch ostdeutsche Wähler in der Volkskammerwahl im März."
  },
  {
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    "end": 599.11,
    "text": "Im Westen hat nie eine Wahl stattgefunden vor der Vereinigung."
  },
  {
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    "text": "Die hat nur im Osten stattgefundene."
  },
  {
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    "text": "Das war ein sehr eindeutiges Wahlergebnis im März, dass das wollte."
  },
  {
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    "end": 618.73,
    "text": "Und das ist zum Beispiel so ein Fall wo man ganz gut dran zeigen kann ja, das ist auch im Osten genau die gleiche Sprache und die gleich Figur, dass eben auch hier Leute das immer so erzählen als sei ihnen etwas passiert."
  },
  {
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    "text": "Passiert es die Sache dem Westen?"
  },
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    "end": 623.21,
    "text": "Im Osten ist sie im Grunde gestaltet worden?"
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  {
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    "end": 629.67,
    "text": "Also man kann nicht sagen, dass in der Kultur oder der Politik... Niemandem aus Osterschank gibt."
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  {
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    "text": "Wir hatten zum Beispiel sehr prominent Angela Merkel als Bundeskanzlerin."
  },
  {
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    "end": 635.73,
    "text": "verändert das dann nicht auch was an der Art, wie wir sprechen?"
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  {
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    "end": 636.87,
    "text": "Nein!"
  },
  {
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    "text": "Ich glaube es verändert nichts und Sie haben ja völlig recht."
  },
  {
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    "end": 651.29,
    "text": "also auch tatsächlich in der Spitzenpolitik gab's durchaus Leute wie Joachim Gauck, Leute wie Wolfgang Thierse natürlich Angela Merkel die haben höchste Ämter in diesem Land."
  },
  {
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    "text": "Also das wäre jetzt Bundestagspräsident, Bundestagspräsident, Bundeskantlerinnen."
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    "text": "also Was kann man mehr wollen sozusagen?"
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    "text": "Das Problem ist, dass es etwas gab was ich selbst Maginalisierung nenne."
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    "end": 674.79,
    "text": "Diese Leute die aus dem Osten macht im Vereinten Deutschland Errungen haben und die auch gehörte Stimmen waren, die haben das mit ganz wenigen Ausnahmen nicht als Ostdeutsche getan."
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    "text": "also Angela Merkel ist das Musterbeispiel davon."
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    "end": 693.13,
    "text": "Angela Merkel hat sich ihre gesamte Karriere über Nicht-als-Ostdeutscher inszeniert wie übrigens auch nicht als Frau Und dezidiert weibliche Perspektiven am ehesten noch als Physikerin, aber nicht als Frau und nicht als Ostdeutsche."
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    "text": "Und bei Angela Merkel ist das Schöne dass wir das nicht mal so unterstellen müssen sondern dass sie das ja am Ende ihrer Amtszeit so gesagt hat Dass sie das bewusst strategisch Nicht getan hat."
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    "start": 704.189,
    "end": 713.15,
    "text": "für den Diskurs war es nicht gut weil das bedeutet dass ostdeutscher in Leuten wie Angela Merkel keine Stimme des Ostens gesehen haben."
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    "start": 713.39,
    "end": 721.83,
    "text": "und ich glaube Das ist auch das wo dieses viel zitierte, wir werden nicht gehört oder man muss dem Osten besser zuhören."
  },
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    "start": 721.91,
    "end": 729.15,
    "text": "Das ist auch so eine beliebte Figur wo ich immer sagen würde naja das ist irgendwie auch so ne Phrase weil niemandem wird zugehört."
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    "start": 729.21,
    "end": 735.15,
    "text": "den Menschen im Münsterland wird auch nicht zugehörter kommt auch niemand vorbei und fragt immer wie geht es euch denn?"
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    "text": "Das Gefühl kommt glaube ich daher dass mein ostdeutscher Diskurseliten, wie ich das nennen würde."
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    "text": "Nicht als solche wahrnimmt sondern eben zum Beispiel als eine gesamtdeutsche und global sehr mächtige Bundeskanzlerin."
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    "text": "Wir haben ne Art Wie wir sprechen Und die setzt sich immer weiter fort weil sie alle immer weiter übernehmen auch Leute Die schon lange nach der Wende geboren sind."
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    "text": "dann ist ja die Frage wie kommen wir da raus?"
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    "text": "Ja die wird immer weitergegeben und Das ist etwas was in der Forschung Nachgewiesen wurde."
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    "text": "Untersucht wird es vor allen Dingen im Osten."
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    "text": "Ich behaupte, die Geschichten werden auch im Westen weitergegeben wie das passiert ist in den letzten Jahrzehnten was zu ganz interessanten Effekten führt."
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    "text": "also zum Beispiel sagen Leute in Ostdeutschland mehrheitlich in Umfragen für mich war die Vereinigung gut und es ist gut dass es dazu gekommen ist."
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    "text": "ich habe hier ein gutes Leben gehabt aber für den Osten war sie schlecht."
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    "text": "Das alarmiert mich als Sprachwissenschaftler sofort, weil das ist sprachlich konstruiert."
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    "text": "dass sind Diskurse die man sich so erzählt und das wird wahrscheinlich sogar immer schlimmer, weil junge Menschen, die das nicht mehr erlebt haben diese Geschichten ein bisschen aus dem Paradies von früher hören."
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    "text": "also es fehlt ja das reale Erleben dazu und das macht es noch mächtiger wenn man sozusagen in Geschichten aufwächst."
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    "text": "Früher war es toll und jetzt ist dann irgendwie alles schlechter geworden."
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    "text": "Wie kommen wir da raus?"
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    "end": 836.79,
    "text": "Ich glaube, wenn ich nochmal an das Anschließe was ich vorhin gesagt habe Wir müssen ein Stück weit noch mal zurück gehen Zurück auf los Und müssen Diskussionen führen Die wir nicht geführt haben Anfang der neunziger Jahre Was sich gar niemandem zum Vorwurf machen möchte."
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    "end": 840.81,
    "text": "Das war eine völlig unvorbereitete historische Situation."
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    "text": "Ich würde gar nicht behaupten dass ich das besser gemacht hätte."
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    "text": "Aber was wir wirklich nicht gemacht haben, ist die Überlegung in welchem Land wollen wir leben."
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    "text": "Was ist ein gutes Land um da drin zu leben?"
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    "end": 866.55,
    "text": "Oder wie stellen wir uns denn einen Land vor, das nicht die Fortsetzung der Bonner Republik aber auch die aus verschiedenen Gründen dann nicht mehr so richtig funktionierende... Wir haben ja auch ganz viele Veränderungen, die jetzt gar nichts mit Ost und West zu tun haben, die fortzusetzen."
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    "end": 874.87,
    "text": "also ich glaube dass müssen wir noch mal tun und es wird schmerzhaft sein weil das natürlich Fragen berühren muss, was da passiert ist."
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    "text": "Stichwort überstülpen."
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    "end": 890.13,
    "text": "aber ich glaube das müssen wir tun weil jetzt gerade kann man nochmal den Bogen zu den Landtagswahlen schließen diese Frage ja von bestimmten Kräften mit ganz anderen Vorzeichen plötzlich auf die Tagesordnung gesetzt worden ist."
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    "end": 907.17,
    "text": "dass was die AfD hier in ganz Deutschland und besonders stark in Ostdeutschland tut ist ja genau mit einer Idee zu kommen von einem anderen land Befriedigt so ein bisschen dieses Bedürfnis, ja irgendwie ist das doch nicht das ideale Land in dem wir da angekommen sind."
  },
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    "text": "Und da kommt jetzt jemand und hat eine Vorstellung wie das ganz anders sein soll die natürlich verheerend es was hat mit diesem Warko um zu tun?"
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    "end": 916.189,
    "text": "dass wird diese Diskussion nicht geführt haben."
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    "text": "Ein neues Kurs das ist die ganz große Veränderung."
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    "text": "vielleicht können wir ja aber trotzdem mal ein bisschen kleiner anfangen."
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    "text": "Wie würden sie sich zum Beispiel wünschen?"
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    "text": "Dass über statistische Unterschiede zwischen Osten und Westen gesprochen wird."
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    "text": "Es gibt sie."
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    "text": "Ich könnte schon zurückfragen, warum man sie genau ansprechen muss?"
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    "end": 940.47,
    "text": "Aus der linguistischen Sicht interessant ist welche Kategorien man wählt um solche Unterschiede zu beschreiben."
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    "end": 961.75,
    "text": "ein Teil dieser Unterschiede sind Strukturunterschiede die eigentlich nicht primär mit Ost und West zu tun haben sondern die zum Beispiel mit Stadt-Land unterschieden zu tun habe also Sachsen-Anhalt wo jetzt gerade einen besonderen Fokus drauf liegt es in sehr stark ländlich geprägtes Bundesland zum Beispiel durchaus auch in westlichen Bundesländern, Wahlunterschiede zwischen Stadt und Land."
  },
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    "text": "Also ob wir diese Unterschiede primär als Ostwest-Unterschied erzählen oder als Strukturuntersiede – das ist schon eine sprachliche Entscheidung."
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    "text": "Aber natürlich gibt es diese Unterschiedes, das will ich nicht leugnen."
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    "text": "Das ganz Interessante ist, dass es gibt Regionen an der ehemaligen innerdeutschen Grenze wo Gemeinden so nah beieinander liegen, dass sie eigentlich mehr oder minder eine Gemeinde sind also Sonneberg in Thüringen und Neustadt zum Beispiel."
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    "text": "Die haben gemeinsame Verkehrsnetze und so was, das ist eigentlich eine Stadt."
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    "text": "Die haben natürlich auch einen gemeinsamen Arbeitsmarkt."
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    "text": "Das ist ja nicht so dass man mich im anderen Stadtteil arbeiten könnte."
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    "text": "Und sie haben ganz unterschiedliche Wahlergebnisse bis heute."
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    "text": "Das ist nicht mit den Strukturunterschieden zu erklären."
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    "text": "Also Vermögensverhältnisse sind da wahrscheinlich auch dann in beiden Städten unterschiedlich verteilt, aber im Wesentlichen hat das mit diesen was Sie vorhin gesagt haben, mit den Erzählungen zu tun die man so im engsten sozialen Bezugskreis insbesondere in der Familie hat."
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    "text": "Wie würden sie sich denn wünschen dass in den ostdeutschen Ländern über den Westen gesprochen wird und wird das vielleicht schon gemacht?"
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    "text": "Der Westen ist ein semantisch leerer Ausdruck."
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    "text": "also wir können wenn ich sie frage wie und was ist denn der Osten dann können Sie mir etwas dazu sagen?"
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    "text": "Das ist vielleicht nicht bei jedem das Gleiche es wird viel gleiches dabei sein Aber vielleicht haben wir da unterschiedliche Vorstellungen."
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    "text": "Wenn ich sie jetzt Frage Was is denn der Westen Dann werden sie mir dass Nicht so beantworten können."
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    "text": "auch die Identitäts Kategorie."
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    "text": "Ich bin ein Westdeutscher oder ich bin eine westdeutsche, die ist ganz schwach ausgeprägt."
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    "text": "aber ich finde das eigentlich ein ganz schönes Gedankenexperiment sich mal zu überlegen was ist denn eigentlich das spezifische westdeutche?"
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    "text": "Was ist dann vielleicht auch das wo man sagen kann dass es was was es so nur im westen gibt und das vielleicht gar nicht gut für das land ist?"
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    "text": "Ich versuche das ab und zu mal mit ein paar provokanten Beispielen zu machen die eigentlich nur der illustration dienen."
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    "text": "also zum beispiel diese Ich sage mal so diese Rotaria Strukturen, die in Westdeutschland eine ganz starke Rolle spielen."
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    "text": "Diese Art von Netzwerke, die so ein bisschen jenseits von den offiziell und demokratisch legitimierten Machtverhältnissen bestehen?"
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    "text": "Das ist was ganz typisches westdeutsches!"
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    "text": "Und das könnte man ja diskutieren unter der Frage ob diese Struktur nicht für unsere demokratische Gesellschaft eine Belastung sind oder der dann auch der Osten zu leiden hat."
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    "text": "Das sind, aber man muss lang suchen um etwas zu finden wo was dann doch nicht irgendwie sehr regional spezifisch ist."
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    "text": "Also wir differenzieren schon sehr stark zwischen dem wie Bayern so ist und wie der Norden so ist während wir über den Osten nicht differenzierend müssen weil Osten schon was bedeutet und zwar anders schwach usw."
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    "text": "Da schließt sich der Kreis ein bisschen."
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    "text": "Es muss ich sagen dass das was die gesagt haben wie wir da rauskommen das klingt für mich wie eine Sehr große Aufgabe."
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    "text": "Also nichts, was wir bis zum Tag der Deutschen Einer in den Jahr setzten können."
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    "text": "Ich bin schon optimistisch dass das Überwunden werden kann."
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    "text": "Bis zum nächsten Tag der Deutschen Einheit sehe ich tatsächlich nicht viel Hoffnung, dass es bis dahin erledigt ist."
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    "text": "Ich glaube aber, dass wir jetzt in einem Zeitpunkt sind wo wir Chancen dafür haben weil solche Dinge auch immer einfach eine Generationenfrage sind."
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    "end": 1184.73,
    "text": "also übernehmen natürlich jetzt zunehmend Generationen diese Diskurselitenposition im Medien in Wissenschaft und so weiter die da selbst nicht mehr Akteure waren in den neunziger Jahren und das wäre jetzt einfach so typisch um dieses Wort zu benutzen Aufarbeitungszeitpunkt wo ich ganz gute Chancen sehe."
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    "text": "Also, ich pleibe schon optimistisch, dass wir das hinkriegen"
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    "text": "Wie sieht es aus mit dem Taktedition-Einer in den Jahr im Jahr setzten?"
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    "text": "Also ... zwanzig Euro würde ich darauf wetten mehr nicht!"
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    "text": "Herr Roth, vielen Dank Ihnen für dieses Gespräch."
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    "text": "Ja, vielen dank."
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    "text": "Ich finde das ein super Anstoß von Kerstin Sven Roth noch mal grundsätzlich zu hinterfragen wie über Osten und Westen gesprochen und nachgedacht wird Und das wird das, was nach dem Fall der Mauer entstanden ist als etwas Neues begreifen sollten."
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    "end": 1222.09,
    "text": "Ein neues Land eine neue Identität und damit eben auch eine neue Sprache."
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    "text": "Ich kann Ihnen jetzt noch die Freitagsfolge von auf dem Punkt empfehlen."
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    "text": "für die hat mein Kollege Lars Langenau nämlich mit Elisabeth Kaiser gesprochen."
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    "text": "Sie ist SPD-Politikerin und Ostbeauftragter der Bundesregierung."
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    "text": "Dann habe ich noch eine Ankündigung für sie."
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    "text": "Es wird bald etwas Neudes geben."
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    "text": "hierbei auf den Punkt eigentlich zwei Neuerungen."
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    "text": "Erst mal können Sie uns ab Montag zweimal pro Tag hören."
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    "text": "Morgens mit einem kurzen Update und dann wie gewohnt um siebzehn Uhr, mit der Regulärin auf dem Punktfolge."
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    "text": "Und dann bekommen wir immer wieder Nachrichten in denen wir darum gebeten werden unsere Hörerinnen nicht zu sitzen sondern zu duzen."
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    "text": "machen Sie es gut."
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