[
  {
    "start": 5.02,
    "end": 5.18,
    "text": "Was ist"
  },
  {
    "start": 5.26,
    "end": 5.479,
    "text": "gut?"
  },
  {
    "start": 6.619,
    "end": 7.399,
    "text": "Ein Podcast"
  },
  {
    "start": 7.6,
    "end": 8.86,
    "text": "des deutschen Design-Clubs."
  },
  {
    "start": 16.52,
    "end": 25.18,
    "text": "Es gibt Berufsethiken für die Wissenschaft, die Medizin, für Juristen, Ingenieurinnen und und und aber warum nicht auch für DesignerInnen?"
  },
  {
    "start": 25.6,
    "end": 27.28,
    "text": "Was sollen Designer tun?"
  },
  {
    "start": 27.42,
    "end": 28.36,
    "text": "was dürfen sie tun?"
  },
  {
    "start": 28.72,
    "end": 41.54,
    "text": "Eine Antwort auf diese ethischen Fragen liefert ein Buch mit dem Titel Ethik Für Designer eine Einführung in das Thema Die zeigt wie geschützt mit Verantwortung verbunden ist und wie die seiner ethische Überlegung praktisch anwenden können."
  },
  {
    "start": 48.1,
    "end": 48.78,
    "text": "Christian Bauer"
  },
  {
    "start": 48.86,
    "end": 49.08,
    "text": "wurde"
  },
  {
    "start": 49.2,
    "end": 54.98,
    "text": "bei Bason-Pronk promoviert und lehrt an der Hochschule der Bildenden Künste in Saarbrücken, wo er eine Zeit lang auch"
  },
  {
    "start": 55.14,
    "end": 55.64,
    "text": "Rektor war."
  },
  {
    "start": 56.14,
    "end": 58.06,
    "text": "Zusammen mit Professor Gerd Rudnolt und Prof."
  },
  {
    "start": 58.28,
    "end": 58.34,
    "text": "Dr."
  },
  {
    "start": 58.78,
    "end": 64.16,
    "text": "Gerhard Schweppenhäuser etablierte er das Forschungsthema Ethik im Kommunikationsdesign."
  },
  {
    "start": 64.459,
    "end": 72.94,
    "text": "Er gründete das Institut für Designethik und er ist Mitharausgeber der Würzburger Beiträge für Designforschung, die im Wissenschaftsverlag Springer vor"
  },
  {
    "start": 73.06,
    "end": 73.64,
    "text": "Es erscheinen."
  },
  {
    "start": 73.96,
    "end": 78.92,
    "text": "Er ist also ein Anteilber wenn es um die Einbindung von Design in die gesellschaftlichen Debatten geht."
  },
  {
    "start": 79.02,
    "end": 79.36,
    "text": "mit seinem"
  },
  {
    "start": 79.66,
    "end": 79.84,
    "text": "Buch"
  },
  {
    "start": 80.34,
    "end": 83.16,
    "text": "Ethik Für Designer tut er nämlich genau das."
  },
  {
    "start": 83.54,
    "end": 94.92,
    "text": "darin erklärt er zunächst dass es bisher überhaupt keine klare Berufsethik für Designer gibt aber es besteht doch eine Verantwortung gegen bei den Nutzern von Design der Gesellschaft, der Umwelt."
  },
  {
    "start": 95.42,
    "end": 106.62,
    "text": "Die Frage nach der Dosierung des Impacts von Design sollte deshalb ethischen Prinzipien folgen, denn Nachhaltigkeit, Pfernis, Transparenz und Inklusionen haben in einer komplexer werdenden Welt"
  },
  {
    "start": 107.04,
    "end": 107.18,
    "text": "eine"
  },
  {
    "start": 107.38,
    "end": 108.32,
    "text": "immer wichtigere"
  },
  {
    "start": 108.52,
    "end": 109.02,
    "text": "Bedeutung.\"."
  },
  {
    "start": 109.56,
    "end": 112.72,
    "text": "Mit Christian Bauer spricht jetzt mein Kollege Georg Christoph"
  },
  {
    "start": 112.82,
    "end": 113.12,
    "text": "Bärnsch."
  },
  {
    "start": 113.16,
    "end": 124.36,
    "text": "Heute haben"
  },
  {
    "start": 124.4,
    "end": 135.339,
    "text": "wir sogar den Christian Baur zu uns abrücken wirklich einen sehr Fürsorglicher Autor, der uns eben mit dem Buch die Ethik für Designer versorgt."
  },
  {
    "start": 136.459,
    "end": 141.339,
    "text": "Eine Fragestellung eben ans Design heranträgt oder eben als Werkzeug auch den Designerinnen zur Verfügung stellt?"
  },
  {
    "start": 142.14,
    "end": 147.42,
    "text": "Das natürlich eine Riesenrolle spielt besonders weil Design immer politischer wird!"
  },
  {
    "start": 147.459,
    "end": 148.459,
    "text": "Hallo wie geht es Christian?"
  },
  {
    "start": 148.799,
    "end": 153.019,
    "text": "Ja vielen Dank mir geht's hervorragend ein wunderbarer schöner Sonnentag."
  },
  {
    "start": 154.2,
    "end": 155.7,
    "text": "Das freut mich ja."
  },
  {
    "start": 155.88,
    "end": 164.72,
    "text": "also das ist eben bei AV-Editionen Ethik for Designer Ein Büchlein, das sich mit dieser Fragestaltung beschäftigt."
  },
  {
    "start": 165.359,
    "end": 167.94,
    "text": "Mit der sich momentan sehr viele Designerinnen rumschlagen."
  },
  {
    "start": 168.459,
    "end": 173.0,
    "text": "Nämlich was ist eigentlich das Gute an guten Design?"
  },
  {
    "start": 173.26,
    "end": 178.14,
    "text": "Was sollte eine Designerin machen und was soll sie nicht machen?"
  },
  {
    "start": 179.2,
    "end": 181.519,
    "text": "Was ist verboten?"
  },
  {
    "start": 182.64,
    "end": 192.959,
    "text": "aufgrund von welchen Regularien, Texten, Verabredungen, Gesetzen sind bestimmte Dinge im Design Machbar oder nicht machbar, Christian?"
  },
  {
    "start": 194.299,
    "end": 196.98,
    "text": "Das ist jetzt schon eine sehr umfassende Frage gewesen."
  },
  {
    "start": 197.079,
    "end": 198.079,
    "text": "gleich zum Einstieg."
  },
  {
    "start": 198.7,
    "end": 208.22,
    "text": "Das gute Design ist natürlich sozusagen ein design-geschichtlicher feste Größe mit der man bestimmte Diskurse und eine bestimmte Designgeschichte verbindet."
  },
  {
    "start": 209.839,
    "end": 216.64,
    "text": "das muss ich offen gestehen gar nicht mein bevorzugter Zugang also die Geschichte Aller Max Bill."
  },
  {
    "start": 217.579,
    "end": 227.059,
    "text": "mit dem Namen verbindet man vielleicht diese funktionalistischen Zugänge zum guten Design, die haben in ihrer Epoche eine hochgradige Relevanz gehabt."
  },
  {
    "start": 227.339,
    "end": 255.519,
    "text": "Aber im Rahmen sozusagen einer Ethik für Designer, die ja auch designgeschichtlich argumentiert, versuche ich auch zu zeigen dass dieser gedankliche Parcours oder Discours der verschiedene ja fast schon epochendes Designs durchläuft vom XIX ins XXI Jahrhundert das er schon verschiedene Schwerpunkte hatte also möchte ja eigentlich zeigen im Rahmen meiner Darstellung, dass die Designbewegung vom XIX."
  },
  {
    "start": 255.619,
    "end": 265.7,
    "text": "Jahrhundert an die ganze Zeit in ihren pronussiertesten Positionen Wertfragen von größten Gehalt und auch Maßstab verhandelt hat."
  },
  {
    "start": 266.3,
    "end": 282.94,
    "text": "Das ist glaube ich schon mal wichtig für das Selbstbewusstsein eigentlich der Designerin und Designer heute, dass sie immerhin auf Hundertfünfzig Jahre Designgeschichte zurückblicken dürfen in denen gerade auch die hervorragendsten und verzüglichsten Personen diese Fragen verhandelt haben."
  },
  {
    "start": 284.38,
    "end": 287.099,
    "text": "Du hast ja jetzt auch verschiedene Fragen gestellt, in einer mehr?"
  },
  {
    "start": 287.28,
    "end": 298.06,
    "text": "Und ich würde sagen, wenn wir sagen von im Jahr zwanzig aus die Vergangenheit blicken und zugleich in die Zukunft schon stark den Begriff der Verantwortung in Gebrauch nehmen."
  },
  {
    "start": 298.34,
    "end": 310.419,
    "text": "Ich glaube es ist für die heutige Designer-Generation mit der wir es an Hochschulen zu tun haben schon der Schlüsselbegriff Inwiefern Sie Verantwortung tragen und in welchem Ausmaß und wofür?"
  },
  {
    "start": 310.919,
    "end": 315.94,
    "text": "Und das ist, glaube ich auch eine sinnvolle Frage auf die man auch ganz gute Antworten geben kann."
  },
  {
    "start": 316.82,
    "end": 326.219,
    "text": "Wir haben ja also die Auffällung deines Buches geht ja letztlich nach Personen oder Gruppen von Personen, die eben im Laufe der Geschichte dieses Thema behandelt haben."
  },
  {
    "start": 326.26,
    "end": 343.099,
    "text": "und aus dem Kapitel über Dieter Rams möchte ich ein kurzes Zitat vorlesen, denn ohne eine Haltung so seine Überzeugung werde es wohl kaum möglich sein sich gegen die Zwänge zu behaupten mit denen sich im marktwirtschaftlichen System Designerinnen und Designer konfrontiert sehen."
  },
  {
    "start": 343.7,
    "end": 355.88,
    "text": "Gemeint sind hiermit die Zwenge aus dem Marketing kommen und als imperativ des Marktes auftreten beständig die Verkaufbarkeit von Produkten zu erhöhen um gegenüber der Konkurrenz nicht ins Hintertreffen zu gelangen."
  },
  {
    "start": 356.56,
    "end": 364.26,
    "text": "Es ist ja so, dass eben noch immer der erhebliche Teil der Designerinnen und Designer eben genau unter diesem Imperativ des Marktes arbeiten müssen."
  },
  {
    "start": 364.34,
    "end": 366.719,
    "text": "Auch wenn sie nicht wollen – und wir wollen es auch!"
  },
  {
    "start": 368.919,
    "end": 370.74,
    "text": "Wie soll man damit umgehen?"
  },
  {
    "start": 371.18,
    "end": 375.38,
    "text": "Also was gibt's für Möglichkeiten also sich dem sozusagen zu entledigen?"
  },
  {
    "start": 376.38,
    "end": 386.539,
    "text": "Also es wird wohl außer für eine gewisse Erbengemeinschaft oder andere begüterte Personen oder für Asketen und Asketen kaum eine Möglichkeit geben den Marktgeschehen zu entraten."
  },
  {
    "start": 386.919,
    "end": 390.419,
    "text": "Das ist jetzt nochmal erstmal so eine sociologische Feststellung."
  },
  {
    "start": 391.36,
    "end": 398.039,
    "text": "Gleichwohl leben wir ja nicht nur im Rahmen des Marktgeschehens, obwohl das in unserer sagen Alltagsoziologie sehr dominant ist."
  },
  {
    "start": 398.099,
    "end": 399.7,
    "text": "Wir sind hier auch Bürgerinnen und Bürger."
  },
  {
    "start": 400.539,
    "end": 412.14,
    "text": "Und DesignerInnen sind nun mal verwickelt in dem Geschehen zwischen Produktionen, Konsumtionen und Zirkulation von Waren- und Dienstleistungen – und das ist eine Faktizität!"
  },
  {
    "start": 412.76,
    "end": 418.3,
    "text": "wie man sich dort positioniert und die entsprechende Haltung einnimmt, ist doch ein sehr differenzierter Prozess."
  },
  {
    "start": 418.5,
    "end": 436.38,
    "text": "Und es kommt mir darauf an, dass die Personen die Verantwortung in sich verspüren – die anderen sind ja nicht weiter adressierbar, die kann man ja schon mal außen vorlassen -, dass man denen den guten Mut zuspricht, das es auch sinnvolle Kompromisse gibt in dieser Situation."
  },
  {
    "start": 436.68,
    "end": 439.979,
    "text": "Ich halte nichts von einer moralischen Überforderung."
  },
  {
    "start": 441.08,
    "end": 445.64,
    "text": "Man neigt sehr schnell philosophisch zum moralischen Überforderung und das ist nicht sinnvoll."
  },
  {
    "start": 446.02,
    "end": 454.78,
    "text": "Die Menschen sollen – und das wäre jetzt mal ein Ansatz, der auch lebbar ist und praktizierbar ist – sich Gedanken machen welche Tugenden sie eigentlich ausbringen möchten?"
  },
  {
    "start": 454.919,
    "end": 461.82,
    "text": "Und welche Tugen in ihrem Leben für Sie als privaten Menschen wie als öffentliche Akteurinnen nunmehr relevant sind?"
  },
  {
    "start": 462.419,
    "end": 466.2,
    "text": "Die teilt man meistens mit den Personen in seinem näherem Umfeld."
  },
  {
    "start": 466.32,
    "end": 473.52,
    "text": "also es sind eminente Sozialisationserfahrungen im Spiel dann die Erfahrungen, die man in der Adoleszenz erwerbt."
  },
  {
    "start": 473.58,
    "end": 475.3,
    "text": "Also eine eigene Werthaltung ausprägt."
  },
  {
    "start": 475.82,
    "end": 489.06,
    "text": "und so frei sind wir in unserer liberalen Gesellschaft eben noch dass wir mit ein bisschen Glugheit uns eine Position in dieser Gesellschaft erarbeiten können wo unsere individuellen Tugenden vielleicht in ihrer Werthaftigkeit auch erkannt werden."
  },
  {
    "start": 489.12,
    "end": 491.5,
    "text": "das gelingt einem nicht sofort und es ist auch Glück damit."
  },
  {
    "start": 491.539,
    "end": 502.58,
    "text": "dabei aber ist es auch eine lebensbierige Anstrengung mit damit verbunden diese Lebensnischen für sich zu erschließen, in denen die eigene Arbeit als sinnhaft erlebt wird."
  },
  {
    "start": 502.719,
    "end": 506.659,
    "text": "Das ist schon mal ein ganz wichtiger Punkt glaube ich für eine ethische Lebensform."
  },
  {
    "start": 507.159,
    "end": 514.36,
    "text": "Es wird gar keinen Sinn ergeben wenn das was ich praktiziere für mich nicht wirklich auch Eine Sinnebene hat."
  },
  {
    "start": 514.4,
    "end": 518.439,
    "text": "dass es jetzt ein bisschen tautologisch formuliert habe Ich mir so eingebrockt."
  },
  {
    "start": 518.559,
    "end": 533.78,
    "text": "aber Die energie die motivationale energie kommt noch einmal aus der sinne fahrung ja und Ich glaube, dass der tugendhafte Mensch, wie gesagt er oder sie soll seine Tugenden natürlich selbst definieren ist auch ganz wichtig."
  },
  {
    "start": 534.74,
    "end": 544.54,
    "text": "Dass das ein eigenes Lebensprogramm ist und dass man es wirklich als einen Lebensprozess anzieht und eben nicht als ich muss jeden Tag der moralische Heldin sein."
  },
  {
    "start": 545.36,
    "end": 546.36,
    "text": "Das ist unglaubwürdig!"
  },
  {
    "start": 546.42,
    "end": 547.5,
    "text": "Das halten wir nicht durch."
  },
  {
    "start": 547.6,
    "end": 552.76,
    "text": "Das bricht man dann noch ab und man wird traurig oder frustriert darüber, dass man das nicht schafft."
  },
  {
    "start": 552.86,
    "end": 555.0,
    "text": "Und das finde ich keinen sinnvollen Ansatz."
  },
  {
    "start": 556.56,
    "end": 563.68,
    "text": "Man braucht Tugenden, die zu einem selbst als Person passen und die natürlich auch zum Charakter der Arbeit passen."
  },
  {
    "start": 565.439,
    "end": 575.92,
    "text": "Die Arbeit hat ihre eigene Charakteristik und das Designfeld besteht hier aus unterschiedlich intensiv dem Markt- und Marketinggeschehen ausgesetztem Bereich."
  },
  {
    "start": 576.02,
    "end": 577.6,
    "text": "Das ist ja nicht ganz einheitlich!"
  },
  {
    "start": 578.58,
    "end": 580.26,
    "text": "Ja, das ist ja die Frage."
  },
  {
    "start": 580.84,
    "end": 588.3,
    "text": "Die ganze Zeit gestellt wird hier auch im Rahmen der World Design Capital immer wieder auftaucht wie kann ich denn politischer werden?"
  },
  {
    "start": 588.36,
    "end": 608.34,
    "text": "Wie kann ich ethisch korrekter handeln was wir eben gerade hatten also im Kontext einer marktwirtschaftlichen Prägung und ich finde da gibt es einen Satz unter dem Kapitel Nachhaltigkeiten Das Gute Leben wurde sehr klar Beantwortest und zwar schreibst du, gewiss kann man als einzelne Person nicht immer alle Folgen des einsteigenen Handelns vollständig übersehen."
  },
  {
    "start": 608.819,
    "end": 619.3,
    "text": "Dies enthebt uns aber nicht der Aufgabe, uns zu fragen welche Pflichten wir beispielsweise gegenüber Menschen haben die nach uns leben werden und die mit den Folgen unseres Handels werden zurechtkommen müssen."
  },
  {
    "start": 620.26,
    "end": 621.58,
    "text": "Das ist ja ein Punkt."
  },
  {
    "start": 621.64,
    "end": 639.24,
    "text": "also hier gibt es sozusagen sowohl eine Anleitung eben das ist eben nicht möglich ist all das zu verstehen, aber dass es dennoch die Notwendigkeit gibt eine Verantwortung anzunehmen für die nach uns kommenden."
  },
  {
    "start": 640.92,
    "end": 647.62,
    "text": "Das ist ein Punkt der mir also wirklich sehr gut gefällt an dieser Stelle weil diese Fragestellungen die unterbrochen auftaucht."
  },
  {
    "start": 647.68,
    "end": 650.699,
    "text": "Also was ist denn was ich übersehen kann und was ist das was ich machen muss?"
  },
  {
    "start": 651.939,
    "end": 657.68,
    "text": "Das ist auch eine Frage Stellung lieber Georg die nicht wir erst im Einzwanzigsten Jahrhundert entdeckt haben."
  },
  {
    "start": 658.24,
    "end": 669.36,
    "text": "auf meiner Favoritenliste der Literaturen, mit der ich mich die letzten Jahre und Jahrzehnte zum Teil beglücke und zum Teil auch umschlage taucht ein gewisser Marc Aurel auf."
  },
  {
    "start": 669.6,
    "end": 672.72,
    "text": "Ein großer Verantwortungsnehmer zu seiner Zeit!"
  },
  {
    "start": 673.5,
    "end": 675.64,
    "text": "Es ist der Philosophen-Kaiser Mark Aurell."
  },
  {
    "start": 675.8,
    "end": 687.66,
    "text": "Wir sind bestimmt keine Kaiser und wir sind bestimmt kein Feldherren aber wir haben sozusagen ein modernes Ich das sich zum einen selbst sehr ernst nimmt also im Sinne von Verantwortung."
  },
  {
    "start": 688.06,
    "end": 701.58,
    "text": "Das ist auch erstmal gut und das gleichermaßen nicht so wahnsinnig gut trainiert, ist durch unsere sehr gegenwahrtsbezogenen Moden- und Orientierungen längere Zeiträume zu überschauen."
  },
  {
    "start": 702.319,
    "end": 709.3,
    "text": "Und da treffen wir wirklich auf die Frage der kulturellen Nachhaltigkeit – also ein Begriff, der sich erst in den letzten Jahren eingebürgert hat."
  },
  {
    "start": 710.52,
    "end": 724.1,
    "text": "vor dem Hintergrund wird es interessant, wie wir in Erziehung Bildung und öffentlicher Kommunikationen – da sind dann die Designerinnen und Designer auch gefragt – lernen größere Zeithorizonte überhaupt uns zu erschließen."
  },
  {
    "start": 724.24,
    "end": 731.24,
    "text": "Wir sind von unserer Biologie her und unserer Soziologie auf zwei-, drei Generationen angelegt, ja?"
  },
  {
    "start": 732.38,
    "end": 733.18,
    "text": "Die wir so überschauen!"
  },
  {
    "start": 733.819,
    "end": 748.98,
    "text": "Und wenn wir den Gedanken der Nachhaltigkeit wirklich ernst nehmen, den du ansprichst und damit einhergehende zukunftsethische Verantwortung dann wird es interessant, sich zu fragen ob wir mit diesen zwei drei Generationen nicht bereits einerseits überfordert sind."
  },
  {
    "start": 749.72,
    "end": 763.28,
    "text": "Weil wir so eine wahnsinnige Transformation der Lebensverhältnisse schon binnen weniger Jahre erleben und gleichwohl und zwar durch Rückgriff auf die letzten dreitausend Jahre Menschheitsgeschichte, die wir sehr gut kennen ja?"
  },
  {
    "start": 763.439,
    "end": 779.5,
    "text": "Die Zeit davor kennen wir bruchstückhafter nicht lernen können, wie Menschen mit der Zukunft umgehen und wir finden Erzeugnisse aus den unterschiedlichsten Kulturen die mit diesen größeren Zeiträumen zum Teil wesentlich intensiver sich auseinandergesetzt haben als wir selbst."
  },
  {
    "start": 779.6,
    "end": 785.38,
    "text": "Die wir sehr authentisch auf die Gegenwart gebannt starren ja auf die nächste Nachricht usw."
  },
  {
    "start": 786.12,
    "end": 787.42,
    "text": "Und eigentlich etwas trainieren."
  },
  {
    "start": 787.66,
    "end": 801.14,
    "text": "halt die schnelle Reaktion, die auch schnell eine Angstreaktion sein kann oder eine panische Reaktionen die uns im sowohl intellektuellen, auch unseren Gefühlshaushalt nicht auf lange Perioden ausgerichtet haben."
  },
  {
    "start": 801.6,
    "end": 803.04,
    "text": "Das finde ich eine interessante Fragestellung."
  },
  {
    "start": 803.08,
    "end": 805.08,
    "text": "wie wir das kulturell unterkriegen?"
  },
  {
    "start": 805.16,
    "end": 821.48,
    "text": "Auch institutionell diese längerwierigen Prozesse und es ist eigentlich schon auch mein Glaube oder mein Kreto uns Hoffnung machen könnten, dass wir uns aus der misslichen Lage in der wir uns durch widersprüchliche gesellschaftliche Prozesse gebracht haben."
  },
  {
    "start": 821.8,
    "end": 837.22,
    "text": "Dass wir uns da auch wieder herausarbeiten können bestimmt nicht mit einem Klacks oder mit einem Schnips oder so einer Patentlösung wie jetzt gerade eben die künstliche Intelligenz für alles dienen soll was wir an Problemen und Problem Lösungsverhalten so uns vorstellen."
  },
  {
    "start": 837.48,
    "end": 840.28,
    "text": "ja ich habe nichts gegen diesen Ansatz per se."
  },
  {
    "start": 840.48,
    "end": 851.26,
    "text": "mir scheint er nur sehr eingleistig aufgesetzt zu sein und ganz viele andere Optionen werden sozusagen unter dieser Manie punktuell also jetzt gerade im zeitlich gelöscht."
  },
  {
    "start": 851.56,
    "end": 853.08,
    "text": "Das ist nicht, das ist nicht klug."
  },
  {
    "start": 855.04,
    "end": 864.48,
    "text": "Mir geht es auch so was ich finde dieses Thema der langen Fristigkeit des Denkens, der Langwierigkeit aber auch der Entwicklungen und der Durabilität."
  },
  {
    "start": 864.58,
    "end": 872.12,
    "text": "Also alle diese Fragestellungen die sich irgendwie mit Zeit beschäftigen fallen noch relativ schwach aus."
  },
  {
    "start": 872.16,
    "end": 881.66,
    "text": "Wenn man jetzt mit den Designern ins Gespräch käme, würde man wahrscheinlich relativ wenig über Zeiträume erfahren außer vielleicht irgendwie Entwicklung von einem Produkt oder Abherden von einem Material oder so."
  },
  {
    "start": 883.92,
    "end": 895.22,
    "text": "Also mich interessiert zum Beispiel viel mehr was kürzlich von der Helmholtz-Gesellschaft publiziert wurde also wie eben Pilze Bakterien und andere Mikroben auf Plastikteilchen leben und was die mit diesem Plastikteilchen machen im Meer."
  },
  {
    "start": 895.92,
    "end": 901.48,
    "text": "Also wie eben sozusagen die organische Welt sich, äh...die, die, anorganische Welt einverleibt."
  },
  {
    "start": 902.84,
    "end": 911.86,
    "text": "Aber einen Punkt mich noch mal zurück und zwar wir waren vorhin bei diesem Thema der, der Fragestellung der, ...der Regeln Kodizes."
  },
  {
    "start": 912.46,
    "end": 912.54,
    "text": "Ja."
  },
  {
    "start": 913.1,
    "end": 919.22,
    "text": "Da gibt es auch eine Passage in deinem Buch und zwar finde ich auch sehr interessant von der man jetzt ausgehen kann."
  },
  {
    "start": 919.78,
    "end": 932.819,
    "text": "mit der Festlegung auf einen Ethikkodex das wäre jetzt wirklich wesentlich mehr als einfach nur ein paar zehn Regeln von Rams, signalisiert man anderen gesellschaftlichen Akteuren ein hohes Maß an Professionalität."
  },
  {
    "start": 933.46,
    "end": 936.64,
    "text": "Man nimmt sich noch einmal gesondert mit dem Blick der Anderen wahr."
  },
  {
    "start": 937.08,
    "end": 942.76,
    "text": "gleichwohl ist es auffällig dass Designer sich bis dato keine eigene Professionsethik verliehen haben."
  },
  {
    "start": 943.38,
    "end": 952.38,
    "text": "immer wieder werden Versuche unternommen in die eigene Branche hinein Signale zu setzen ungenügend an der eigenen Praxis zum Ausdruck bringen."
  },
  {
    "start": 953.18,
    "end": 959.98,
    "text": "Das ist vor allem, ich meine ich habe jetzt hier auf dem Tisch liegen angewandte Ethik die Bereichsethiken und ihre theoretische Fundierung."
  },
  {
    "start": 960.18,
    "end": 968.68,
    "text": "es wurde dann die Rümelin rausgegeben in dem eben die Medizin, die Technik, die Ökologie, die Wirtschaft direkt das Recht usw."
  },
  {
    "start": 969.46,
    "end": 979.04,
    "text": "eben diese Ethiken zusammengefasst sind also dass wir keine Designethik haben oder keine Angewandte Profisionsedikt, woran liegt das denn?"
  },
  {
    "start": 981.9,
    "end": 987.58,
    "text": "Also die etwas traurige Deutung wäre Mangel des Selbstbewusstsein."
  },
  {
    "start": 988.64,
    "end": 1004.08,
    "text": "Wie es eine Ärzteschaft einer Anwaltschaft anderen Berufsgruppen Ingenieuren, die sich im Berufsverbänden organisieren und dadurch zum Teil schon seit Jahrzehnten und Jahrhunderten eine große gesellschaftliche Geltungen aufgebaut haben."
  },
  {
    "start": 1004.4,
    "end": 1008.319,
    "text": "Also dieses Verbandswesen, das ich auch anspreche ganz am Ende meines Bandes."
  },
  {
    "start": 1008.76,
    "end": 1023.22,
    "text": "Und gerade eben heute eine Komplikation abschließe wo es wiederum geht erscheint mir doch sehr wichtig zu sein um die gesellschaftspolitische Orientierung und auch Verantwortung und Geltung vor sich selbst und verandern glaubhaft machen zu können."
  },
  {
    "start": 1024.12,
    "end": 1024.16,
    "text": "Ja?"
  },
  {
    "start": 1025.56,
    "end": 1037.14,
    "text": "Es ist einerseits sympathisch dass sagen die kreative Branche sich in so einer Künstleraditüde Und es ist auch nicht nur eine Artitüde, das war jetzt unglücklich ausgedrückt."
  },
  {
    "start": 1037.2,
    "end": 1046.56,
    "text": "Es waren also sagen in der Freiheit einer selbstständigen Tätigkeit und die ist ja aufreibend und aufregend genug."
  },
  {
    "start": 1046.94,
    "end": 1050.8,
    "text": "Also verlangt er sehr viel Zeit und Engagement."
  },
  {
    "start": 1051.5,
    "end": 1069.98,
    "text": "Ich glaube dass sich die Akteurinnen selber noch mehr Wir haben gesagt, gesellschaftliche Kraft verleihen könnten und mehr Ernsthaftigkeit noch hinter ihr eigener Tätigkeit hinterlegen konnten durch dieses Bilden von Institutionen und Organisationen die sich auch einen Codex zu legen."
  },
  {
    "start": 1070.02,
    "end": 1072.38,
    "text": "Das habe ich hier versucht in dem Buch auch zu begründen."
  },
  {
    "start": 1072.6,
    "end": 1076.66,
    "text": "nebenbei es gibt ja auch andere Akteurinnen den das aufgefallen ist."
  },
  {
    "start": 1077.46,
    "end": 1092.84,
    "text": "Ich glaube es ist halt für die Designerin deswegen besonders wichtig also die moralisch wie ethisch ansprechbar sind sich darüber Gedanken zu machen Weil man sich ja dann, wenn man sich anschaut in welcher massiven Verantwortung bestimmte Verbände also Berufsgruppen auch stehen."
  },
  {
    "start": 1092.98,
    "end": 1112.78,
    "text": "Ich nehme jetzt mal die Ingenieure auch und die sich vor allen Dingen seit den Sechs bis Siebziger Jahren ausgehend von den USA wirklich sehr ernst zunehmende Kodifizierungen vorgelegt haben ich habe mich damit mal vor zehn Jahren beschäftigt war beeindruckt von dem was die Ingenieure sich in den USA in ihrer Ausbildung, um mit die sie beschäftigen müssen."
  },
  {
    "start": 1112.88,
    "end": 1116.06,
    "text": "Man denkt immer, die Amerikaner würden das Thema nicht so ernst nehmen."
  },
  {
    "start": 1116.1,
    "end": 1119.16,
    "text": "Die haben es in der Nachkriegszeit als erste sehr ernst genommen."
  },
  {
    "start": 1119.62,
    "end": 1143.7,
    "text": "und auch Leute wie Raymond Löwe, die man immer so mit Werbung und Marketing verbindet, die haben in den vierziger Jahren schon das ... Vierzig-Fünfzigerjahren haben dafür ein Gespür entwickelt, dass die Reputation ihres Disziplinen, die ambivalent ist, wie wir wissen dass die massiv davon abhängen wird, ob man genau so seriös arbeitet wie ein Konstrukteur einer Brücke der sich nicht erlauben kann."
  },
  {
    "start": 1143.78,
    "end": 1163.0,
    "text": "Dass es die Brücke vor der Zeit einstürzt und diese Verantwortung, die der Ingenieur gegenüber der Gesellschaft nun mal trägt – ob er eine Brücke baut oder ein Fahrzeug oder was auch immer -, Überträgt dort, wo die Designdisziplin auch technisch orientiert ist."
  },
  {
    "start": 1163.06,
    "end": 1165.18,
    "text": "Das könnte man sich in der Hinsicht orientieren."
  },
  {
    "start": 1165.84,
    "end": 1181.0,
    "text": "Wo man wiederum sozial engagiert arbeitet kann man sich wirklich an der Rollenfigur des Mediziners, der heilsam wirken soll und zwar behutsam heilsamt nicht mit dem maximalen Eingriff."
  },
  {
    "start": 1181.1,
    "end": 1182.96,
    "text": "das ist mir ja sehr wichtig in meiner Darstellung."
  },
  {
    "start": 1183.36,
    "end": 1191.58,
    "text": "ein heutiger moderner Mediziner macht ja möglichst wenig er verändert möglichst wenig, um kuratorisch tätig zu sein."
  },
  {
    "start": 1192.86,
    "end": 1199.14,
    "text": "Er macht den Intervento minimo, den ich durch Lutzius Burghardt und Batzenbrocken lernen durfte."
  },
  {
    "start": 1199.2,
    "end": 1210.88,
    "text": "Und der ist glaube ich eine der klügsten Beobachtungen aus der Wissenschaftsgeschichte ist, dass es die Kunst ist und die Wissenschaft des kleinen Eingriffes, die Meisterschaft"
  },
  {
    "start": 1210.96,
    "end": 1211.42,
    "text": "bedeutet.\"."
  },
  {
    "start": 1212.76,
    "end": 1215.9,
    "text": "Das ist bei Burkhard der kleinstmögliche Eingriff sogar."
  },
  {
    "start": 1216.46,
    "end": 1232.46,
    "text": "Also nochmal mit einer Steigerung, also dieser kleinst-möglicher Eingrift da würde ich ganz gerne mal kurz drüber sprechen weil das ist natürlich ein sehr du hast ja auch Burkhart und Brock da eben sagen drin in einem eigenen kleinen Kapitel mich bin ja ein bekennender Burkhards Fan von daher habe ich da sehr gefreut."
  },
  {
    "start": 1233.38,
    "end": 1239.22,
    "text": "aber dieser kleinsten möglichen Eingrifft was ist das für eine Designerin?"
  },
  {
    "start": 1241.36,
    "end": 1248.2,
    "text": "Das war deine Einstiegsfrage, die sich mit den Konsequenzen des Handelns ernsthaft befasst."
  },
  {
    "start": 1249.06,
    "end": 1262.02,
    "text": "Und sie lernt wie im Experiment genau zu beobachten und das wäre auch eine wissenschaftliche Orientierung, die ja bisher in der Ausbildung der Designerin letzten Jahrzehnte mal stärker, mal weniger stark gewichtet wurde."
  },
  {
    "start": 1262.28,
    "end": 1264.82,
    "text": "also will ich auch gar nicht weiter bewerten."
  },
  {
    "start": 1265.3,
    "end": 1272.76,
    "text": "aber es ist sagen für einer Orientierung hin... die konsequenzialistische Ethik, die sich wirklich mit den Handlungsfolgen beschäftigt."
  },
  {
    "start": 1273.18,
    "end": 1293.32,
    "text": "Nur einmal einfach logisch und auch in der Welt der Dinge, der materiellen Welt wiederum auch einfach nur sinnig erstmal den kleineren Eingriff zu wagen Und eben nicht das was Marketing heute propagiert Zu beherzigen Den Maximum Impact anzustreben Das ist im buchstäblichen Sinne erst immer unverantwortbar."
  },
  {
    "start": 1293.52,
    "end": 1303.86,
    "text": "Der Maximum-Impact Da haben wir weltpolitische Gestalten zu jeder Zeit Imperial agieren und die damit einen gewaltigen Schaden provozieren."
  },
  {
    "start": 1303.98,
    "end": 1308.08,
    "text": "Wer auch nur ein bisschen Skrupel hat, wird kleiner dosieren."
  },
  {
    "start": 1308.28,
    "end": 1312.1,
    "text": "Also ich will niemanden die Dosis vorgeben das wäre lachhaft, es wär nervisch."
  },
  {
    "start": 1312.48,
    "end": 1316.02,
    "text": "Es muss schon jeder wirklich selber die richtige Dosis finden."
  },
  {
    "start": 1316.28,
    "end": 1327.34,
    "text": "aber den Gedanken dass die Dosierung auch die kleine Klammer auf die homöopathische Klammern zu trotzdem eine Wirkung hat Und zwar, wenn wir dann die Längerfristigkeit betrachten."
  },
  {
    "start": 1327.82,
    "end": 1346.82,
    "text": "Ja vor allen Dingen sehen müssen es können ja tausende Millionen oder gar Milliarden Menschen Mini-Operationen durchführen, die aber in der Summe den Kaskarteneffekt bedeuten, der uns hier heute bei den Fragen des Klimas und der Umwelt Zerstörung einerseits unter Regeneration im positiven Sinne wieder begegnen werden."
  },
  {
    "start": 1347.12,
    "end": 1355.42,
    "text": "also das kommt ja nicht darauf an dass du oder ich individuell sehr viel tun Sondern die Frage ist, was machen wir wie als acht Milliarden Menschen?"
  },
  {
    "start": 1355.72,
    "end": 1359.06,
    "text": "Und das finde ich im Sinne jetzt auch wieder einer Pflichtenethik."
  },
  {
    "start": 1359.16,
    "end": 1368.82,
    "text": "Also der Gedanke der Menschheit wenn man den ernst nimmt und es ist ja des Verdienstes vom Kant dafür sehr zinnige Argumentationsfiguren gefunden zu haben."
  },
  {
    "start": 1368.88,
    "end": 1373.78,
    "text": "Das ist wirklich darauf ankommt dass du und Ich uns als Vertreter der Menschheits Ernst nehmen."
  },
  {
    "start": 1374.34,
    "end": 1385.74,
    "text": "Dass wir so tun als ob ja wir wirklich die Repräsentanten sind, jetzt nicht im politischen Sinn sondern in dem moralphilosophischen Sinn das es auf dein und mein Handeln ankommt."
  },
  {
    "start": 1386.48,
    "end": 1395.22,
    "text": "Das ist im übrigen der Gedanke die unser Grundgesetz trägt ja und der diese Würdeformel auch mit einschließt dass es der Gehalt der Würde Formel ist."
  },
  {
    "start": 1395.64,
    "end": 1403.64,
    "text": "du und ich und alle anderen auch sind gleichermaßen wertvoll und das was wir tun machen uns sagen ist ebenfalls wertvoll."
  },
  {
    "start": 1404.0,
    "end": 1405.42,
    "text": "daraus erwächst unsere Würde."
  },
  {
    "start": 1406.56,
    "end": 1408.36,
    "text": "Ich glaube, das ist dieses Thema also als Ob."
  },
  {
    "start": 1408.4,
    "end": 1420.66,
    "text": "Da gibt es ja auch von, glaub ich, von der ZD-Eilf und dem Feieringer diese Philosophie des Alsob Also die Idee so zu denken, als ob man in der Haut eines anderen stecken würde."
  },
  {
    "start": 1421.76,
    "end": 1432.62,
    "text": "Das ist auf jeden Fall ein unglaublich wichtiges Werkzeug, würd' ich das mal nennen für Designer Und sich irgendwie sozusagen immer über Empathie gesprochen und sich sozusagen in Personen hineinzuversetzen."
  },
  {
    "start": 1432.66,
    "end": 1434.32,
    "text": "Aber das ist der Mechanismus dieses Alsob."
  },
  {
    "start": 1434.92,
    "end": 1436.92,
    "text": "so tun, als ob ich der andere wäre."
  },
  {
    "start": 1437.74,
    "end": 1442.72,
    "text": "Und damit kann man natürlich sehr viel erschließen und kann im Grunde an neue Perspektiven einnehmen."
  },
  {
    "start": 1442.76,
    "end": 1445.48,
    "text": "Das ist auch nochmal zurück zu Brock und Burkhardt."
  },
  {
    "start": 1446.58,
    "end": 1453.84,
    "text": "Bezeichnenderweise sind ja in beiden Praktiken von Brock und Burghardt das Gehen- und Beobachten sehr wichtig."
  },
  {
    "start": 1453.9,
    "end": 1457.2,
    "text": "Also Brock ist sein Besucherschulen, also ewiges Rumlaufen auf der Dokumenta."
  },
  {
    "start": 1457.9,
    "end": 1463.86,
    "text": "Und Burkhart eben mit seinen Spaziergangswissenschaften erfolgt die Notwendigkeit eines genauen Beobachtens!"
  },
  {
    "start": 1464.82,
    "end": 1467.54,
    "text": "und verstehen es, bevor man irgendwie anfängt etwas zu tun."
  },
  {
    "start": 1468.4,
    "end": 1486.4,
    "text": "Das ist glaube ich etwas was eben auch also jetzt mal in diese Designethik hineingehören sollte nämlich dieses genaue Beobachten und vielleicht auch tatsächlich das physische Gehen um Dinge körperlich wahrnehmen zu können statt sie nur auf dem Monitor zu betrachten und dann so sagen die wird anders gemacht."
  },
  {
    "start": 1486.6,
    "end": 1496.98,
    "text": "Also ich ganz genauso und wir vertreten es ja auch an der Hochschule bildenden Künste Saar In unserer Débrenton in Völklingen ist ja das Europäische Zentrum für Promenatologie, dass der Kollege Prof."
  },
  {
    "start": 1497.62,
    "end": 1506.0,
    "text": "Georg Winter auvertritt und unsere Hochschule ist auch im Geiste Burkhards und von ihm als Beiratsmitglied inauguriert worden."
  },
  {
    "start": 1507.4,
    "end": 1547.12,
    "text": "Also dieser von Nietzsche und den Peripathetikern also wieder bis in die Antike zurückgehende Erkenntnisprozess, dass eine Erkenntnisse die welthaltig sein soll, den kompletten Leib einschließen soll gestaltungsdisziplin glaube ich eminent wichtig und für die ethische weltorientierung deswegen wichtig dass wir das was wir beispielsweise schützen wollen mein wegen bestimmte landschaft nämlich jetzt mal als beispiel dass wird die uns erschlossen haben also dass wir wirklich durch die stadt durch den stadt dran durch die peripherie in die in die landschaft oder gar in die wildnisse eingedrungen sind um eine Erfahrung, eine Welterfahrung zu haben."
  },
  {
    "start": 1547.44,
    "end": 1567.46,
    "text": "Wenn wir nur noch uns jetzt andersrum gesprochen in der digitalen Weltlosigkeit ergehen und von dort aus aus diesem digitalen Nirgendwo heraus meinen irgendetwas Sinnvolles für die Welt also als materielle physische und biotische Welt tun zu können naja das sind wir nicht so wahnsinnig gut beraten."
  },
  {
    "start": 1567.68,
    "end": 1568.34,
    "text": "einfach ja."
  },
  {
    "start": 1568.48,
    "end": 1570.82,
    "text": "wir werden diese dieser Erschließungen benötigen."
  },
  {
    "start": 1573.0,
    "end": 1578.56,
    "text": "Und ich glaube auch, was ganz Wichtig ist jetzt als pädagogischer Prozess den Burgrat und Brock damit ja verbunden haben."
  },
  {
    "start": 1580.5,
    "end": 1584.34,
    "text": "Wir sammeln Erinnerungen und wir sammlen Erfahrungen."
  },
  {
    "start": 1584.54,
    "end": 1595.46,
    "text": "Und wir werden dadurch auch wirklich gebildet, dass wir uns etwas in den Leib haben... Wir haben es uns zugemutet, etwas in unseren Leib eingeschrieben zu haben durch diese Erschließungsarbeit."
  },
  {
    "start": 1596.48,
    "end": 1598.7,
    "text": "In all ihrer Ambivalenz, die vielleicht auch drinstecken kann."
  },
  {
    "start": 1599.56,
    "end": 1601.24,
    "text": "Ist kein rein kognitives Geschehen!"
  },
  {
    "start": 1610.46,
    "end": 1612.64,
    "text": "Mit dem DDC-Wort Was ist Gut?"
  },
  {
    "start": 1613.08,
    "end": 1627.04,
    "text": "verfolgt er, Designwettbewerb des Deutschen Design Club schon seit Jahrzehnteinundzwanzig ein grundlegend neues Konzept hin zu einem Designverständnis das Haltung Wirksamkeit und Verantwortung ins Zentrum der Beurteilung von Designarbeiten"
  },
  {
    "start": 1627.4,
    "end": 1627.62,
    "text": "rückt."
  },
  {
    "start": 1628.6,
    "end": 1638.04,
    "text": "Am vierte November letzten Jahres wurden im Museum Reinhard Ernst in Wiesbaden, die Auszeichnungen der dritten Ausgabe dieses Gestaltungswettbewerbs verliehen."
  },
  {
    "start": 1638.3,
    "end": 1643.12,
    "text": "Dazu ist nun die Publikation mit dem Titel DDC Award twenty-fünfundzwanzig."
  },
  {
    "start": 1643.34,
    "end": 1644.1,
    "text": "Was Ist Gut?"
  },
  {
    "start": 1644.58,
    "end": 1648.64,
    "text": "Gutes Design und Mut zur Transformation im Formverlag erschienen."
  },
  {
    "start": 1649.14,
    "end": 1655.6,
    "text": "Am fünften Mai wird das Hälfte beim DLC-Salon München im Rahmen der Munich Creative Business Week offiziell"
  },
  {
    "start": 1656.14,
    "end": 1656.68,
    "text": "vorgestellt."
  },
  {
    "start": 1657.08,
    "end": 1664.84,
    "text": "Auf zweihundert Seiten werden dessen Hintergründe Kriterien und natürlich die ausgezeichneten Arbeiten ausführlich"
  },
  {
    "start": 1665.06,
    "end": 1665.58,
    "text": "vorgestellt."
  },
  {
    "start": 1666.02,
    "end": 1679.76,
    "text": "Ihr Erfahrt, Wissenswertes über primierte Projekte, die zeigen wie Design-Demokratie sichtbar macht, Städte transformiert, Gesundheit neu denkt und Nachhaltigkeit nicht nur als Beilwerk sondern als Gestaltungsaufgabe versteht."
  },
  {
    "start": 1680.6,
    "end": 1685.6,
    "text": "Ihr könnt das Hälft über die DDC Website oder den Formverlag erwärmen"
  },
  {
    "start": 1685.62,
    "end": 1686.16,
    "text": "– es"
  },
  {
    "start": 1686.48,
    "end": 1686.7,
    "text": "lohnt"
  },
  {
    "start": 1686.76,
    "end": 1686.92,
    "text": "sich!"
  },
  {
    "start": 1696.16,
    "end": 1703.38,
    "text": "Also mal konkreter auf dieses soziale Verantwortlichkeit eingehen, also gibt es hier auch ein kurzes Zitat."
  },
  {
    "start": 1703.42,
    "end": 1710.24,
    "text": "Das Handlungsprofil von Designern sei so Brock um die Aufgabe der aktiven Veränderung sozialer Verhältnisse zu erweitern."
  },
  {
    "start": 1710.88,
    "end": 1725.64,
    "text": "Es ist jetzt nicht irgendwie Interaktion mit Räumen um dann soziale Prozesse zu ermöglichen sondern wirklich das Verändern des sozialen Verhältnisse sind eigentlich gar nicht mehr designerisch, sondern das geht darüber hinaus."
  },
  {
    "start": 1727.32,
    "end": 1730.76,
    "text": "Es gibt also von Ezio Mancini dieses Design for Social Innovation."
  },
  {
    "start": 1731.3,
    "end": 1732.96,
    "text": "Man sagt was kann den Designer alles tun?"
  },
  {
    "start": 1733.44,
    "end": 1740.04,
    "text": "Aber so diese Radikalität in der Aussage und die aktive veränderungssoziale Verhältnisse."
  },
  {
    "start": 1740.3,
    "end": 1742.44,
    "text": "Wieso ist das eine Aufgabe für Designerinnen?"
  },
  {
    "start": 1743.14,
    "end": 1748.2,
    "text": "Ich würde jetzt nichts es so radikal verlieren wollen persönlich, wie es dort formuliert ist."
  },
  {
    "start": 1748.3,
    "end": 1778.7,
    "text": "Es ist nun mal einerzeit Ende der Sechzigerjahre eintreten aus den Künsten stammende aktivistische Haltung die man für geeignete Maßnahmen einsetzen soll, die natürlich aber auch – das muss ich dazu sagen – auch anmaßungsvoll sein kann weil da möchte ich nämlich auch eine moralphilosophische Frage hinterher schicken die für Gestalterinnen auch nicht ganz unwichtig ist und, die auch die Künstlerinnen im Übrigen betrifft."
  },
  {
    "start": 1779.28,
    "end": 1783.62,
    "text": "Mit denen hat er ja auch Brock die Erfahrungen in den späten fünfzehnund sechskirche Jahren gesammelt."
  },
  {
    "start": 1784.0,
    "end": 1788.4,
    "text": "da kommt es her was berechtigt mich denn eigentlich zu so einer solchen Intervention?"
  },
  {
    "start": 1789.96,
    "end": 1806.96,
    "text": "Und das finde ich die vorgängige Frage und man wird darauf stoßen dass es eigentlicherweise um eine Selbstmandatierung geht Und das ist im Übrigen auch laut Brock der innere Kern der Aussage von Josef Beuss gewesen."
  },
  {
    "start": 1807.04,
    "end": 1820.8,
    "text": "Jeder Mensch is ein Künstler, nämlich dahingehend am Ende wenn wir wirklich etwas erreichen und verändern wollen müssen wir es wie die Künstlern machen, nämlich auf das Risiko hin dass wir unter Umständen gar nicht berechtigt sind zu dem was wir da eigentlich verändern wollten."
  },
  {
    "start": 1821.4,
    "end": 1824.04,
    "text": "also er auch wirklich jetzt in diesem rechtlichen und auch politischen Sinne."
  },
  {
    "start": 1824.36,
    "end": 1839.3,
    "text": "Also das sind die Risiken die diese Generation eingegangen ist So wie ich heute den gestalterischen Interventionismus erlebe und auch Wertschätze erlebe, dass er in so eine rechtliche Grauzone eigentlich wirklich vorstößt."
  },
  {
    "start": 1839.36,
    "end": 1848.6,
    "text": "Insofern ist manchmal das Patos, das heute damit spielt nicht mehr ein historisches Patos sozusagen, dass da so ein bisschen reinfließt."
  },
  {
    "start": 1852.98,
    "end": 1858.0,
    "text": "Ich propagiere das nicht in dem Sinne, dass ich jetzt sage, das ist alles richtig oder falsch."
  },
  {
    "start": 1858.64,
    "end": 1869.56,
    "text": "Das ist an der Stelle ein interessanter politischer Prozess, den du da ansprichst, wo nicht die Akteure entscheiden was es ist sondern die Herrschaft ums Altenmodus auszudrücken."
  },
  {
    "start": 1870.2,
    "end": 1873.8,
    "text": "Was ist dann wirklich gewesen sein wird im Sinne der Intervention?"
  },
  {
    "start": 1874.48,
    "end": 1883.3,
    "text": "Welch was der politische Gehalt gewesen sein werden entscheiden nicht die Akteuren weil sie sind unter Umständen nicht legitimiert, die gehen das Risiko ein."
  },
  {
    "start": 1883.36,
    "end": 1892.56,
    "text": "Wenn sie wirklich etwas Interessantes, wirklich Neues, wirklich Innovatives machen und wie es dann bewertet wird entscheidet eine andere Gewalt."
  },
  {
    "start": 1894.34,
    "end": 1897.88,
    "text": "Ja ich möchte nur auf Pappaneck kurz eingehen."
  },
  {
    "start": 1897.92,
    "end": 1902.56,
    "text": "also Pappanek würde immer wieder zitieren insbesondere mit seiner provokanten These."
  },
  {
    "start": 1903.2,
    "end": 1909.62,
    "text": "Es gäbe Berufe die schädlicher sein als die des Designers aber es seien sehr wenige."
  },
  {
    "start": 1909.88,
    "end": 1910.48,
    "text": "der General"
  },
  {
    "start": 1911.16,
    "end": 1911.7,
    "text": "Ja, genau so."
  },
  {
    "start": 1912.08,
    "end": 1917.16,
    "text": "Das ist natürlich irgendwie super arrogant und hilft den Designerin natürlich nicht viel weiter."
  },
  {
    "start": 1917.66,
    "end": 1927.92,
    "text": "aber was es tut, ist dann doch das es eben dem Beruf ganz grundlegend infrage stellt und sagt also mein er geht ja vor allem in Richtung Marketing, sagt dass dieses Werbung sei für ihn sozusagen des Teufels."
  },
  {
    "start": 1928.4,
    "end": 1933.38,
    "text": "Aber Design ist auch schon relativ Verdächtig aus seiner Sicht."
  },
  {
    "start": 1934.42,
    "end": 1935.58,
    "text": "Wie kann man denn damit umgehen?"
  },
  {
    "start": 1935.62,
    "end": 1941.88,
    "text": "Ich meine jetzt auch auf die Sicht von Designerinnen mit so einem Aussage, die einem vielleicht entgegengeschleudert wird?"
  },
  {
    "start": 1942.96,
    "end": 1944.8,
    "text": "Ja du hast es jetzt arrogant genannt."
  },
  {
    "start": 1946.0,
    "end": 1953.76,
    "text": "Man könnte sagen also ist es bestimmt eine umgünter Anders zu zitieren eine Übertreibung in Richtung Wahrheit."
  },
  {
    "start": 1954.2,
    "end": 1957.58,
    "text": "Es ist eine Übertreibung ja aber es steckt etwas wahres darin."
  },
  {
    "start": 1957.84,
    "end": 1969.16,
    "text": "Also wir müssen uns nichts vormachen möchte er sagen unser Design handeln kann wirklich schädlich sein Aber man muss ja auch mal mit der Analogie umgehen."
  },
  {
    "start": 1970.0,
    "end": 1978.22,
    "text": "Er argumentiert in Analogie, glaube ich zum General und in Analogie zu einem großen Unternehmer, der sagen viel bewirkt."
  },
  {
    "start": 1978.96,
    "end": 1982.84,
    "text": "In gewisser Hinsicht spricht er den Designerin auch große Wirkmächtigkeit zu."
  },
  {
    "start": 1983.7,
    "end": 1986.48,
    "text": "Und da könnte man von heute aus sagen stimmt denn das überhaupt?"
  },
  {
    "start": 1986.8,
    "end": 1989.16,
    "text": "Hat er da nicht in den siebziger Jahren übertrieben?"
  },
  {
    "start": 1989.34,
    "end": 1991.54,
    "text": "auch mit der Wirkmächtigkeit Ja."
  },
  {
    "start": 1992.3,
    "end": 1997.88,
    "text": "und auch da ist die Frage welche Perspektive nimmt das Individuum als sein an."
  },
  {
    "start": 1998.16,
    "end": 2002.84,
    "text": "Nehm ich mich selbst so ernst, dass ich mich als General oder als Industrieunternehmer sehe?"
  },
  {
    "start": 2003.0,
    "end": 2005.92,
    "text": "Das ist ja wohl eine Übertreibung die nicht in Richtung Wahrheit zielt."
  },
  {
    "start": 2006.44,
    "end": 2011.54,
    "text": "Oder nehme ich mich einfach per se als eine eher zerstörerische Kraft in der Welt war?"
  },
  {
    "start": 2012.08,
    "end": 2021.56,
    "text": "und wenn das individueller Fall wäre... Ja es ist mir ein bisschen zu... zu skrupellös, so sehr mitfaschend eine Sündenlast behaftet."
  },
  {
    "start": 2021.96,
    "end": 2035.0,
    "text": "Also ich weiß nicht ob Herr Papaneck da welche religiöse Hintergrundstrahlung da wirkte also ist dahinter sieht man schon fast die Sünde und das Böse stehen da theologisch als Wirkmächte im Hintergrund."
  },
  {
    "start": 2035.72,
    "end": 2047.28,
    "text": "Es ist wenn ich mich richtig erinnere der Auftakt dieser Schrift Design for The Real World heißt ein Tum-Tam ist es wie sozusagen eine Overtüre zu einer Oper gegen gewisse Hinsicht."
  },
  {
    "start": 2047.8,
    "end": 2062.779,
    "text": "Und wer dieses Buch gelesen hat, dass er immerhin das meist verlegte Buch dieser Gattung der letzten Jahrzehnte ist wird sich ja auch nicht wundern wenn es differenzierte Urteile gibt die aber trotzdem auf dieses schwierige Urteil einzahlen."
  },
  {
    "start": 2063.159,
    "end": 2071.779,
    "text": "Liebe Leute liebe Designer ihr seid verstrickt in einem zerstörerischen Prozess und Tja, da ist nun mal auch etwas daran."
  },
  {
    "start": 2072.279,
    "end": 2075.859,
    "text": "Weil nicht alles was Designerinnen und Designern machen, ist lebensförderlich."
  },
  {
    "start": 2076.08,
    "end": 2079.48,
    "text": "Ist Lebensqualität steigend oder gesundheitsförderlicht?"
  },
  {
    "start": 2079.52,
    "end": 2080.239,
    "text": "Das ist noch einmal so."
  },
  {
    "start": 2080.799,
    "end": 2083.859,
    "text": "Aber die Radikalität ist überzogen."
  },
  {
    "start": 2084.759,
    "end": 2088.339,
    "text": "Ja ich habe gerade nochmal dieses Buch aus meinem Handabergat gezogen."
  },
  {
    "start": 2088.839,
    "end": 2091.759,
    "text": "Der ist tatsächlich der erste Satz des Vorwortes."
  },
  {
    "start": 2093.08,
    "end": 2098.6,
    "text": "There are professions more harmful than industrial design but only a very few of them."
  },
  {
    "start": 2098.839,
    "end": 2109.58,
    "text": "Also das ist wirklich der Auftakt dieses Buchs, Design for the Real World von Viktor Papanex in den Siebzigerjahren erschienen und so ein Auftakt ist natürlich dann das Recht."
  },
  {
    "start": 2109.66,
    "end": 2124.74,
    "text": "also es hat sowas Sendungsbewusstes aus oder auch so eine Tese oder irgendwie eine Art Paragrafen Gebot an Anfang zu stellen, ist schon ziemlich eigenartig."
  },
  {
    "start": 2125.02,
    "end": 2125.16,
    "text": "Das"
  },
  {
    "start": 2125.279,
    "end": 2143.779,
    "text": "machen wir möchten jetzt keine Autoren der Gegenwart direkt zitieren aber dir und unseren Hörern fallen vielleicht auch noch andere in unserer Gegenwart ein die mit Paragrafen Traktate starten wo die ersten Thesen schon so stark sind dass sich die Bücher entsprechend auch verkaufen."
  },
  {
    "start": 2144.06,
    "end": 2148.42,
    "text": "es ist vielleicht auch Das ist eine weitere Dialektik, eine solche Aussage."
  },
  {
    "start": 2148.759,
    "end": 2156.379,
    "text": "Eine Marketingstrategie, eine so starke These an den Anfang zu setzen rein logisch betrachtet wie ein Philosoph vorgehen würde."
  },
  {
    "start": 2157.0,
    "end": 2159.98,
    "text": "Ist es natürlich so wenn der erste Satz nicht stimmt?"
  },
  {
    "start": 2160.1,
    "end": 2163.0,
    "text": "Ist alles weiterer was folgt vielleicht auch falsch?"
  },
  {
    "start": 2163.96,
    "end": 2166.96,
    "text": "ja also wenn die Prämisse nicht stimmt lernt man in der Logik."
  },
  {
    "start": 2167.04,
    "end": 2168.359,
    "text": "ist der Folge Satz auch falsch?"
  },
  {
    "start": 2169.22,
    "end": 2172.42,
    "text": "Ja, bei dieses sei ich mal religiös berufen ist ja nicht neu."
  },
  {
    "start": 2172.46,
    "end": 2174.9,
    "text": "Ich habe hier gerade zitiere irgendwie einen Satz über die Schäker."
  },
  {
    "start": 2175.56,
    "end": 2180.42,
    "text": "ein Schäger zu sein bedeutete an einem von Gott inspirierten Experiment des sozialen Lebens teilzunehmen."
  },
  {
    "start": 2181.16,
    "end": 2193.339,
    "text": "also Die Schächer werden bei uns ja nicht religiöse gelesen sondern eben als Entwerfer von ungeheuer schlichten und auch einfach vollendeten Formen, aber das steckt natürlich in dem Fall der Glaube dahinter."
  },
  {
    "start": 2193.42,
    "end": 2204.5,
    "text": "Und die Altersvermarkten sind ja relativ stark sowohl in ihrer religiösen Verankerung in dieser Glaubensgemeinschaft als auch im Vertrieb ihrer Produkte."
  },
  {
    "start": 2205.839,
    "end": 2230.62,
    "text": "Ich glaube dass diese Sektien, die es ja auch in Deutschland gab und um Wuppertal beispielsweise ja auch gab's ja auch diese sozusagen freikächlichen Bewegungen, die aus den Bewegungen des siebzehnten, achtzenden Jahrhunderts entstanden sind Die haben die religiösen Gebote, die ja in der Mehrzahl der Fälle Reinheits- und Reindlichkeitsgebote sind dann eben in eine Lebensreform übersetzt."
  },
  {
    "start": 2231.52,
    "end": 2233.04,
    "text": "Oder ich habe mich jetzt ungünstig ausgerucht."
  },
  {
    "start": 2233.1,
    "end": 2245.7,
    "text": "Die religiose Lebensform mündet dann auch im Laufe des Jahrhunderts in Lebensreformen, die säkularer Natur sind, die mein wegen sozial utopisch sind wie jetzt auch in England."
  },
  {
    "start": 2247.9,
    "end": 2254.52,
    "text": "nun zährend diese säkularen Bewegungen immer noch von ihren Narrativen und Mythologien her, von religiösen Mustern."
  },
  {
    "start": 2254.779,
    "end": 2262.22,
    "text": "Das sind messianische Heizleeren und unser Gestaltungsmodernismus hat auch messianischen Gehalt."
  },
  {
    "start": 2262.759,
    "end": 2264.9,
    "text": "Auch das Bauhaus hat einen messianischem Gehalt."
  },
  {
    "start": 2265.62,
    "end": 2275.22,
    "text": "also ich glaube auch dass wir, ich vertrete es auch meiner Lehre, wir sollten nicht die religiösen Bewegung in die Vergangenheit verlagern als während des abgeschlossenen Kapitel."
  },
  {
    "start": 2275.299,
    "end": 2280.4,
    "text": "dies Das hat sich verfeinert, sozusagen das ist kranularer geworden des Religiöse."
  },
  {
    "start": 2280.62,
    "end": 2283.7,
    "text": "Aber es taucht in vielen Spielarten auch in der Popkultur."
  },
  {
    "start": 2284.16,
    "end": 2285.08,
    "text": "Es taucht überall auf."
  },
  {
    "start": 2286.18,
    "end": 2295.859,
    "text": "Letztendlich die Frage ja des Traditionsbildenden Moments und der formsprachlichen Kontinuität bei allem Wandeln."
  },
  {
    "start": 2296.02,
    "end": 2308.759,
    "text": "also irgendetwas muss so vorzüglich sein um jetzt beim Shaker Beispiel zu bleiben dass es den Wandel übersteht Ein Teil des Schäkermobiliars beispielsweise gelungen ein Stück weit."
  },
  {
    "start": 2309.44,
    "end": 2318.64,
    "text": "Stimmt, ich möchte noch auf einen Aspekt in meinen Stichwort eingehen, bevor dann auch leider zum Hände kommen müssen nämlich der narrativen Ethik."
  },
  {
    "start": 2319.14,
    "end": 2324.759,
    "text": "also du bringst das ein es war jetzt mir tatsächlich auch kein geläufiger Begriff schreib sie."
  },
  {
    "start": 2324.799,
    "end": 2331.98,
    "text": "in der Narrativenethik ist es üblich durch das Erzählen von Leidenserfahrung und einem Beitrag zur Erziehung des Menschengeschlechts zu leisten."
  },
  {
    "start": 2333.72,
    "end": 2337.62,
    "text": "Das ist ein sehr wichtiger, sehr schwergewichtiger Satz auch."
  },
  {
    "start": 2338.16,
    "end": 2347.359,
    "text": "Nun wo kommt die Narrative Ethik her und wie hängt sie wiederum mit den Gestaltungs-Designen also Professionalitätsthemen zusammen oder tut es überhaupt?"
  },
  {
    "start": 2347.819,
    "end": 2348.74,
    "text": "Werde wir besprochen haben?"
  },
  {
    "start": 2349.64,
    "end": 2359.48,
    "text": "Ich glaube das so ein Ansatz für die Narrativen Ethik für all diejenigen Designerinnen und Designer wirklich hilfreich sein kann, die sich mit Gerechtigkeitsfragen beschäftigen."
  },
  {
    "start": 2360.04,
    "end": 2368.52,
    "text": "Also die Leidenserfahrung, die du jetzt gerade eben zitiert hast, enthält ja den Ruf nach Gerechtigkeit im übrigen ein alter religiöse Ruf gehören."
  },
  {
    "start": 2368.58,
    "end": 2370.02,
    "text": "das Echo aus dem Alten Testament."
  },
  {
    "start": 2371.22,
    "end": 2378.64,
    "text": "Die Narrative Ethik ist auch eine secular philosophische Spielart einer Theologie Kann man wirklich so sagen."
  },
  {
    "start": 2378.859,
    "end": 2400.04,
    "text": "diese sagen mythologische Elemente unserer Alltagskultur heute aufnimmt aus allen möglichen Bereichen und sich mit der Frage beschäftigt, welche Art von Erzählungen müssen wir im Bild Wort Sprache übersetzen um für die sogenannten Subalternen."
  },
  {
    "start": 2400.379,
    "end": 2412.4,
    "text": "Für die marginalisierten es gibt viele Bezeichnungen für Gruppen, die ausgeschlossen sind muss ich jetzt nicht alle auflisten, die sagen Gehör finden wollen oder denen man eine Stimme verleihen möchte."
  },
  {
    "start": 2412.46,
    "end": 2422.04,
    "text": "das ist alles so Metaphern für das, was Sprachlosigkeit bedeutet oder von der Mehrheitsgesellschaft nicht gehört werden."
  },
  {
    "start": 2422.779,
    "end": 2439.22,
    "text": "Menschen die für diese Gruppen erstmal ein Ohr entwickelt haben für deren Erfahrungen, Schrägstrich-Leidenserfahrungen können sich fragen ob sie jenseits von Agitationen für diese Truppen eben Erzählungen prägen."
  },
  {
    "start": 2439.96,
    "end": 2444.18,
    "text": "Meiving auch gerne im Film-Medium, was natürlich am besten oder um Verzüglichsten funktioniert."
  },
  {
    "start": 2444.799,
    "end": 2451.12,
    "text": "In denen ja der Impetus erweckt wird mit diesen Gruppen ein Mitgefühl schrägstrich Empathie zu entwickeln."
  },
  {
    "start": 2451.6,
    "end": 2469.259,
    "text": "und wenn man das Ganze sagen ein Stück weit wiederum emotional ein bisschen runterkocht und eben nicht wie der Kinofilm hauptsächlich auf Emotionen setzt dann wird man in dieser narrativen Ethik Beispielsweise Appelle finden auf Solidarität hin, orientierte Appelle."
  },
  {
    "start": 2469.48,
    "end": 2492.98,
    "text": "Und der Philosoph nach dem du da jetzt direkt gefragt hast, der das am stärksten propagiert hat war Richard Rowdy, der so in des letzten Jahrhunderts doch sehr viel Gehör gefunden hat und der ein, ich würde sagen er ist nicht der Urheber dieses Konzepts aber er ist derjenige dieser Art von Zugang in der akademischen Welt sehr stark propagiert hat."
  },
  {
    "start": 2493.46,
    "end": 2498.62,
    "text": "Im Grunde würde ich aber sagen, wenn man genau hinschaut wird man bei fast allen Gerechtigkeitstheoretikerinnen."
  },
  {
    "start": 2498.859,
    "end": 2510.02,
    "text": "Ich mache da auch im Schlussabschnitt beziehe mich auf Martha Nussbaum die mit Amathia Sand stark zusammengearbeitet und sehr viel bewirkt hat durch den Capabilities Approach."
  },
  {
    "start": 2510.1,
    "end": 2512.66,
    "text": "Da geht es auch um die Grundbefähigungen des Menschen."
  },
  {
    "start": 2513.68,
    "end": 2525.42,
    "text": "Das Erzählen ist eine dieser Grundbefähungen und das ist vielleicht auch einer der ältesten und zukunftsträchtigsten Befähungen des Menschen, dass wir uns von unserer Welterfahrung wechselseitig berichten."
  },
  {
    "start": 2526.259,
    "end": 2545.98,
    "text": "Wir dadurch den Perspektivwechsel lernen, den du vorhin auch angesprochen hast Empathie entwickeln können und emotional am Geschick oder Missgeschick andere Menschen teilhaben zu können, um es zu fragen Wie groß ist der Umfang unseres Mitleids, wie groß ist den Umfang unserer Solidarität mit menschlichem Leben?"
  },
  {
    "start": 2546.359,
    "end": 2549.839,
    "text": "plus ja jetzt seit einigen Jahren auch noch verstärkt der ethischen Frage."
  },
  {
    "start": 2551.12,
    "end": 2553.16,
    "text": "Der Naturethischen oder Umweltethischen Frage?"
  },
  {
    "start": 2553.92,
    "end": 2556.759,
    "text": "Wie wollen wir mit nicht-menschlichen Leben eigentlich für dahin umgehen?"
  },
  {
    "start": 2557.04,
    "end": 2564.359,
    "text": "also die Umfangserweiterung unseres mitgefühls im Hinblick auf außer- menschliches Leben ist für die Zukunft eine der spannendsten Fragen."
  },
  {
    "start": 2565.06,
    "end": 2569.48,
    "text": "Dieses Thema, was du jetzt gerade ansprichst, das passt nicht mehr in unsere Diskussion rein."
  },
  {
    "start": 2570.14,
    "end": 2585.02,
    "text": "Es ist auch in der angewandten Ethik von Neda Rümlin drin, es ist hier Ethik der Frage und diese ganze Frage des mit dem nicht-menschlichen Leben, ich hatte vorhin ja schon die Lebensgemeinschaften von Pilzen, Mikroben oder Bakterien genannt."
  },
  {
    "start": 2586.359,
    "end": 2592.259,
    "text": "Das ist ein ganz großes Thema also für die Designerinnen auf jeden Fall in den nächsten Jahren relevant werden wird."
  },
  {
    "start": 2592.64,
    "end": 2599.72,
    "text": "Ich möchte nochmal abschließend Eine, man sieht es in zehn Zeilen irgendwie von deinem aus dem Ende des Buchs zitieren."
  },
  {
    "start": 2600.879,
    "end": 2607.24,
    "text": "Und zwar das sind Fragen die du eben auch vorbereitet hast und die das eine oder andere sich auch stellen können."
  },
  {
    "start": 2607.92,
    "end": 2612.319,
    "text": "Das erste Frage wäre bin ich bereit für mich selbst Verantwortung zu übernehmen?"
  },
  {
    "start": 2612.48,
    "end": 2618.44,
    "text": "Oder übertrage ich Verantwortung lieber auf andere Personen oder abstrakte Größen wie Gesellschaft- oder Staatfragezeichen?"
  },
  {
    "start": 2619.339,
    "end": 2626.56,
    "text": "Zweite Frage Will ich meine Autonomie lieber an teil autonomes Systeme abgeben und mich dadurch von bestehender Verantwortung entlasten?"
  },
  {
    "start": 2627.58,
    "end": 2632.74,
    "text": "Die dritte, will ich durch meine Tätigkeit die Lebensqualität anderer Menschen und Lebewesen verbessern."
  },
  {
    "start": 2633.6,
    "end": 2638.16,
    "text": "Und die vierte und abschließende will ich erst unterlassen andere Menschen zu täuschen."
  },
  {
    "start": 2640.12,
    "end": 2645.799,
    "text": "Ich finde das extrem wertvoll eine Art Kompression des Buchs."
  },
  {
    "start": 2646.02,
    "end": 2647.779,
    "text": "Ja, du schreibst ja nicht bin guter Ding und so weiter."
  },
  {
    "start": 2648.16,
    "end": 2648.259,
    "text": "also"
  },
  {
    "start": 2649.54,
    "end": 2653.24,
    "text": "Ja, ich bin wirklich guter Dinge."
  },
  {
    "start": 2655.259,
    "end": 2660.98,
    "text": "Wenn man die Entwicklung der Geisteswissenschaften in den letzten Jahrzehnten sieht ist das für mich die Quintessenz."
  },
  {
    "start": 2663.02,
    "end": 2667.04,
    "text": "Es ist auch nicht nur eine ambivalente Bewegung."
  },
  {
    "start": 2667.1,
    "end": 2671.759,
    "text": "Die Geistwissenschaft haben sich immer mehr zur Moralwissenschaft weiterentwickelt in fast allen Disziplinen."
  },
  {
    "start": 2672.279,
    "end": 2677.64,
    "text": "Wenn wir es mal so anguckt wird einem kaum entgehen und schrecklich viel moralisiert."
  },
  {
    "start": 2678.22,
    "end": 2681.44,
    "text": "Die Ethik ist die Distanznahme von dieser Moralisierung."
  },
  {
    "start": 2681.52,
    "end": 2687.14,
    "text": "Deswegen ist sie so wichtig, dass wir zu begründeten Urteilen finden über die wir auch fair miteinander reden können."
  },
  {
    "start": 2687.42,
    "end": 2689.42,
    "text": "das moralisieren hilft uns kaum weiter."
  },
  {
    "start": 2689.5,
    "end": 2690.74,
    "text": "ja ich halte da nicht viel davon."
  },
  {
    "start": 2691.22,
    "end": 2692.7,
    "text": "es wird schrecklich viel moralisiert."
  },
  {
    "start": 2693.06,
    "end": 2697.46,
    "text": "Wir müssen zur begründete allgemein also für allgemeinerbaren urteilen kommen."
  },
  {
    "start": 2697.5,
    "end": 2700.299,
    "text": "dann können wir in der gesellschaft auch miteinander friedlich leben."
  },
  {
    "start": 2700.68,
    "end": 2704.1,
    "text": "des moralisierten bringt uns mehr Konflikt als Eintracht."
  },
  {
    "start": 2704.16,
    "end": 2706.48,
    "text": "Das ist eigentlich nicht der Weg, den ich einschlagen möchte."
  },
  {
    "start": 2706.819,
    "end": 2710.66,
    "text": "Die Ethik soll konfliktlösend werken und ich glaube das kann sie auch."
  },
  {
    "start": 2711.279,
    "end": 2716.24,
    "text": "Dazu vielleicht nochmal... also bei Alumern irgendwie Moral-und-Ethik unterschieden wird."
  },
  {
    "start": 2716.299,
    "end": 2728.2,
    "text": "es können sich jetzt referieren aber dass du vielleicht noch mal ganz kurz bisschen definitorisch diese teilweise wirklich synonym verwendeten Begriffe Moral und Ethik nochmal differenzierst."
  },
  {
    "start": 2728.72,
    "end": 2736.44,
    "text": "die Ethik hat die Aufgabe, die moralischen Urteile, die im Alltag getroffen werden auf ihre Begründbarkeit hinzuntersuchen."
  },
  {
    "start": 2737.04,
    "end": 2739.359,
    "text": "Wir treffen alle jeden Tag moralische Urteiler."
  },
  {
    "start": 2739.42,
    "end": 2742.319,
    "text": "Es ist keine Kunst ein moralisches Urteil zu fällen."
  },
  {
    "start": 2742.4,
    "end": 2744.16,
    "text": "Das lernen wir sehr schnell im Laufe des Lebens."
  },
  {
    "start": 2745.04,
    "end": 2748.18,
    "text": "Wir übernehmen eigentlich nur die moralen Urteilen in unserer Piergruppe der Regeln."
  },
  {
    "start": 2748.7,
    "end": 2753.319,
    "text": "Die Ethik ist so wichtig weil sie auch eine Genealogie der Moral wie es Nietzsche genannt hat."
  },
  {
    "start": 2753.379,
    "end": 2755.02,
    "text": "sich fragt, wie kommen die überhaupt zustande?"
  },
  {
    "start": 2755.62,
    "end": 2757.12,
    "text": "Und sind die eigentlich wohlbegründet?"
  },
  {
    "start": 2757.2,
    "end": 2758.58,
    "text": "Oder sind sie auch gerechtfertigt?"
  },
  {
    "start": 2758.92,
    "end": 2761.22,
    "text": "und viele moralische Urteile, die wir im Alter hören."
  },
  {
    "start": 2762.14,
    "end": 2766.1,
    "text": "Naja das sind halt wie Luhmann sagen würde, die Verteilung von Achtung und Missachtung."
  },
  {
    "start": 2766.18,
    "end": 2766.779,
    "text": "so ländert es."
  },
  {
    "start": 2767.9,
    "end": 2772.16,
    "text": "Das ist ein Sprachspielwürde an Wittgenstein-Jahner zu sagen."
  },
  {
    "start": 2773.339,
    "end": 2785.56,
    "text": "Der philosophische Zugang ist wichtig dass wir lernen uns eben nicht nur moralisch wechselseitig zur Verurteilung oder zu begünstigen sondern zu diesen allgemeineren Urteilen zu kommen, die unser Zusammenleben begründbar machen."
  },
  {
    "start": 2786.0,
    "end": 2787.7,
    "text": "Und das ist für eine Demokratie wichtig."
  },
  {
    "start": 2788.02,
    "end": 2797.72,
    "text": "Das möglichst viele Leute, die Begründungen nachvollziehen können – also die Argumente dahinterstecken und dann sind wir auf einem guten Weg und da sind wir auch eine wohlgeordnete Gesellschaft."
  },
  {
    "start": 2798.02,
    "end": 2808.48,
    "text": "wenn die Mehrzahl der Mitglieder im Sinne der Demokratie auch die BeGründung nachvollzielen kann, dann fühlen sich die Leute auch wohl mit dem was passiert oder sie erleben es als qualitätvoll."
  },
  {
    "start": 2812.52,
    "end": 2814.68,
    "text": "Die Absicht oder das Vorhaben des"
  },
  {
    "start": 2814.9,
    "end": 2815.319,
    "text": "Ziels"
  },
  {
    "start": 2816.7,
    "end": 2820.339,
    "text": "von World Design Capital haben wir eben auch in einem Projekt, das ich ja verantwortete."
  },
  {
    "start": 2820.379,
    "end": 2826.68,
    "text": "Das ist ein WDC Campus also der Schnittstelle zu den Hochschulen und das finde ich auch ganz relevant sozusagen im Programm."
  },
  {
    "start": 2828.14,
    "end": 2839.66,
    "text": "Es ist vor allem die Ermächtigung von Designerinnen und Designern zum selbstverantwortlichen Handeln auf Basis einer begründeten, als begründetem Codex."
  },
  {
    "start": 2840.359,
    "end": 2849.879,
    "text": "Und das wäre eben auch natürlich ein Desiderat, dass irgendwie so einen Codex entsteht und dass dann irgendwie in der nächsten, übernächsten Ausgabe dieser angewandten Ethik eben auch eine Designethik drin wäre."
  },
  {
    "start": 2851.5,
    "end": 2854.859,
    "text": "Gut, wir haben jetzt eigentlich noch unsere Abschlussfrage nämlich dieses berühmte Was ist gut?"
  },
  {
    "start": 2855.5,
    "end": 2859.18,
    "text": "Da wäre ich erstmal ja auch dankbar wenn du da was zu sagen könntest."
  },
  {
    "start": 2859.22,
    "end": 2866.68,
    "text": "Wir haben da sie unterschiedlichsten Antworten bekommen und falls dreihundert Sendungen Auf deine Gespannt."
  },
  {
    "start": 2867.319,
    "end": 2871.02,
    "text": "Kannst du auch sehr kurz machen oder nochmal richtig vom Leder ziehen?"
  },
  {
    "start": 2872.14,
    "end": 2877.54,
    "text": "Ich bin jetzt innerlich, wo ich gestehen habe die Frage nicht eingestellt gewesen und gehe zum Ausgangspunkt zurück."
  },
  {
    "start": 2877.6,
    "end": 2880.74,
    "text": "Ich habe glaube ich vorhin gesagt das ist nicht mein präferierter Zugang."
  },
  {
    "start": 2881.66,
    "end": 2901.339,
    "text": "Also im Sinne der Ethik ist es gut dass wir uns für die anderen interessieren und uns nicht nur füllt und selbst interessieren ja und es wäre am Leben der anderen teilnehmende Ethik diese Disziplin dieses Interesse für die anderen Lebensformen zwar abstrakt, aber doch auch im konkreten Relevant verhandelt."
  },
  {
    "start": 2901.46,
    "end": 2911.08,
    "text": "Und insofern ist meine Vorstellung von Gutheit das wir am Leben der Anderen mit Herz und Verstand und Leidenschaft und auch Liebe teilhaben können."
  },
  {
    "start": 2912.18,
    "end": 2914.92,
    "text": "Das es uns allen gemeinsam wohl ergehen möge."
  },
  {
    "start": 2916.4,
    "end": 2917.58,
    "text": "Ja vielen Dank Christian!"
  },
  {
    "start": 2919.0,
    "end": 2931.7,
    "text": "Ich hoffe dass wir eben in dem Gespräch für die Zuhörerinnen so ein bisschen erschlossen haben, also was es mit Ethik auf sich hat und das ist lohnenswert ist sich eben damit der Literatur die vorliegt zu befassen."
  },
  {
    "start": 2932.7,
    "end": 2945.879,
    "text": "Wirklich als Hilfe für die konkrete Arbeit im Design aber eben auch und es wurde vorhin ja auch angesprochen wenn ihr mehr an Gerechtigkeit interessiert seid euch dann dazu beschäftigen wie das möglich ist weil es ist möglich."
  },
  {
    "start": 2947.319,
    "end": 2948.339,
    "text": "Ja vielen herzlichen Dank."
  },
  {
    "start": 2948.859,
    "end": 2950.299,
    "text": "ich danke dir eben so vielen dank."
  },
  {
    "start": 2957.379,
    "end": 2962.799,
    "text": "Das waren Christiano Georg zu einem Thema, das uns auch in Zukunft weiter intensiv beschäftigen wird."
  },
  {
    "start": 2962.859,
    "end": 2966.2,
    "text": "In einer Welt die teils absichtlich auf Werten herumtrampelt"
  },
  {
    "start": 2966.64,
    "end": 2966.779,
    "text": "ist"
  },
  {
    "start": 2967.06,
    "end": 2970.64,
    "text": "Designethik die Ethik unseres Berufsstandes also umso wichtiger!"
  },
  {
    "start": 2974.879,
    "end": 2981.759,
    "text": "Sprechen wir dann mit zwei durchaus prägenen Personen des deutschen Designs, Jean-Marc de Coster und Manfred Wolff."
  },
  {
    "start": 2982.0,
    "end": 2989.879,
    "text": "Die vor über vierzig Jahren das Unternehmen Serienlighting gründeten, dass heute sehr erfolgreich als globaler Anbieter im leuchten Markt agiert."
  },
  {
    "start": 2990.16,
    "end": 2995.1,
    "text": "Mit den beiden spricht Georg über die Geschichte ihres Unternehmens und auch ihre persönliche Geschichte."
  },
  {
    "start": 2996.02,
    "end": 3002.58,
    "text": "Bis dahin wünschen wir euch für immer alles Gute und eine kreative Woche eure Dedikastredaktion!"
  }
]