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    "text": "Susanne Höb: Kommt er jetzt, der Crash? Aktuell haben Crashpropheten wieder Konjunktur. Sie warnen davor, dass der US-Markt einbrechen könnte. Was dahinter steckt, darum geht’s heute. Außerdem schauen wir uns an, wie die EU mehr Menschen motivieren will, am Aktienmarkt zu investieren und wir analysieren einen ETF, der innerhalb von nicht mal einem halben Jahr 3 Milliarden Euro eingesammelt hat. Ich bin Susanne und herzlich Willkommen zu einer neuen Folge justETF Insights mit dem Marktupdate.\nTops & Flops\nStarten wir mit einem kleinen Fun Fact: Magst du Kaffee? Für mich jedenfalls gehört der zum Start in den Tag dazu. Allerdings ist es ziemlich ärgerlich, dass er immer teurer wird. Falls du zufällig auch in Kaffee investierst, dann gab’s für dich im August zumindest einen guten Ausgleich für die hohen Preise: Der WisdomTree Kaffee ETC hat von allen ETFs in unserer Datenbank die beste Rendite eingefahren – mit einem Plus von gut 35 Prozent. Da tun die hohen Kaffeepreise gleich ein bisschen weniger weh …\nBei den Ländern lief’s am besten für Vietnam, Brasilien und Pakistan. Ebenfalls in den Top 5 vertreten waren Spanien und Japan. Klingt nach einem guten Monat für die Schwellenländer, allerdings ist die Region auch in den Flop Five recht gut vertreten mit Indien, Indonesien und den Philippinen (und je nach Index zählt auch Südkorea zu den Schwellenländern, für die der August ebenfalls nicht so berauschend war. Das größte Minus bei den Branchen verzeichneten die Versorger, leicht negativ performt haben außerdem die Basiskonsumgüter und die Industrie mit etwas unter 1 Prozent Verlusten. Für die anderen Sektoren lief es recht gut, am besten für Grundstoffe und die Nicht-Basiskonsumgüter mit einem Plus von 4,7 beziehungsweise 4,1 Prozent. \nWerfen wir noch einen Blick auf den US-Aktienmarkt: Der performt nämlich sehr gut, der Tech-Index Nasdaq 100 erreichte sogar ein neues Allzeithoch. Gleichzeitig mehren sich aber auch kritische Stimmen: Immer mehr Analysten und Manager warnen davor, dass der US-Markt auf eine Blase zusteuern könnte. Howard Marks zum Beispiel, der Mitgründer von Oaktree Capital, sieht Parallelen zur Dotcom-Bubble um die Jahrtausendwende. Auch Michael Hartnett, Stratege bei der Bank of America, meint, die aktuelle Rallye könnte am Ende dazu führen, dass der Markt überhitzt. Es gibt durchaus Gründe, die dafür sprechen: US-Unternehmen sind historisch hoch bewertet, das zeigt zum Beispiel eine Analyse aus dem aktuellen Guide to the Markets von JPMorgan. Hier wurden die Forward-KGVs ermittelt, eine Kennzahl, bei der der aktuelle Aktienkurs ins Verhältnis gesetzt wird mit den erwarteten zukünftigen Gewinnen pro Aktie. Diese Kennzahl liegt derzeit weit über dem Durchschnitt seit 1990. Und dann gibt es da noch den Buffett-Indikator. Auch diese Kennzahl soll einen Hinweis darauf geben, ob der Aktienmarkt eines Landes eher unter- oder überbewertet ist. Dafür wird die Market Cap des gesamten Aktienmarktes ins Verhältnis zum BIP gesetzt. Im Juli haben die USA dabei einen Rekordwert von 210 Prozent erreicht. Warren Buffett selbst hat mal gesagt: “Ab 200 Prozent spielt man mit dem Feuer.”\nAndererseits gibt es auch durchaus gute Gründe für die Kursrallye: Aufgrund der großen Unsicherheiten hatten viele Analysten ihre Gewinnprognosen Anfang des Jahres gesenkt, doch bisher halten die Gewinnmargen noch ganz gut Stand – auch das zeigt JPMorgans Guide to the Markets. Die Unternehmen stehen also besser da als befürchtet. Außerdem hoffen die Investoren auch auf Zinssenkungen im September. Und die Rede des Notenbankchefs Jerome Powell in Jackson Hole lässt darauf schließen, dass es tatsächlich dazu kommt. Schließlich profitieren die Unternehmen aktuell auch vom schwachen Dollar: Seit Jahresbeginn ist er um gut 10 Prozent gefallen, das ist der stärkste Rückgang seit gut 25 Jahren. Das macht US-amerikanische Produkte in anderen Ländern günstiger – und könnte so den Export unterstützen. Dass der Dollar so stark schwächelt, hat verschiedene Gründe: die hohe Schuldenlast zum Beispiel, die erratische Politik von US-Präsident Donald Trump – wobei sich die Märkte inzwischen ein Stück weit daran gewöhnt haben. Nicht zuletzt spielen auch seine Angriffe auf die Zentralbank FED eine Rolle. Ende August hat er FED-Gouverneurin Lisa Cook entlassen, angeblich soll sie Hypothekenbetrug begangen haben. Dass ein US-Präsident derart eingreift, hat es noch nie gegeben, und es ist auch unklar, ob Trump überhaupt das Recht zu einem solchen Schritt hat. Der Kampf um die Unabhängigkeit der Zentralbank sorgt für zusätzliche Verunsicherung. Wie dieser Kampf ausgeht und wie es sich letztlich auf den Dollar auswirken wird, bleibt abzuwarten.\nFür uns Anleger bedeutet ein schwächerer Dollar allerdings auch: Von der guten Performance der US-Aktien kommt nicht so viel im Depot an. In Dollar gerechnet liegt der Kurs des größten ETFs auf den S&P 500 beispielsweise bereits 10 Prozent über dem Stand zu Jahresbeginn – in Euro gerechnet ist er immer noch mit 1,5 Prozent im Minus. Hier realisiert sich das Wechselkursrisiko. Dieses Risiko könntest du übrigens ausschließen, indem du in einen ETF mit Währungsabsicherung, auch “hedge” genannt, investierst. Allerdings muss man auch sagen: Jahrelang war das Verhältnis andersherum – da hat der schwache Euro uns einen kleinen Renditeboost beschert. Den hättest du bei einem ETF mit Währungsabsicherung natürlich nicht. Wenn du mehr über das Thema wissen willst, dann schau dir doch unseren Artikel zum Thema Währungen bei ETFs an, den Link findest du in der Beschreibung.\nThema: EU will Schweden Modell kopieren\nNur jeder sechste Deutsche über 14 legt Geld an der Börse an. Wie könnte man mehr Menschen dazu motivieren? Andere Länder machen es vor: In Schweden zum Beispiel investieren acht von zehn Menschen Geld am Aktienmarkt (wenn man mal außer Acht lässt, dass ein Teil der staatlichen Rente ohnehin in Fonds investiert wird – so gesehen sind eh alle Schweden Aktienbesitzer). Dort fördert die Politik das Investieren an der Börse seit Jahrzehnten: Schon 1978 gab es erste Fonds, mit denen die Schweden Steuern sparen konnten. 1984 kam dann der Durchbruch mit den “Allemansfonder”, Fonds, deren Erträge komplett steuerfrei waren. Diese Subventionen wurden zwar 1997 abgeschafft, die Schweden investierten aber trotzdem weiter. Seit 2012 gibt es wieder ein ähnliches Modell, das Investmentsparkonto, kurz: ISK. Das ist sehr simpel: Alle, die ein Bankkonto haben, können über das ISK an der Börse handeln – und sie müssen für die Erträge keine Kapitalertragsteuer zahlen. Stattdessen gilt ein Standardsteuersatz.\nDie EU nimmt sich das ISK jetzt zum Vorbild: Noch in diesem Quartal soll ein entsprechender Vorschlag vorgelegt werden. Die Idee ist, den Menschen in der EU den Zugang zur Börse zu erleichtern und ihnen mehr Tools und Wissen dafür an die Hand zu geben. Das soll sich nicht nur für die Anleger auszahlen – sondern auch für die Unternehmen in der EU. Denn wenn mehr Menschen investieren, können die sich einfacher über die Börse finanzieren. Es geht immerhin um eine Menge Geld: Allein deutsche Anleger lassen 407 Milliarden Euro mehr oder weniger ungenutzt herumliegen. Das hat der Vermögensverwalter Vanguard in einer Studie herausgefunden. Ein großes Potential, das die EU jetzt offenbar nutzen will. Wir behalten die Entwicklung auf jeden Fall im Auge. Was denkst du, würdest du sowas wie das Investmentsparkonto in Schweden nutzen?\nETF des Monats\nUnser ETF des Monats ist der WisdomTree Europe Defence. Der ETF ist noch ziemlich neu, er wurde erst Anfang März aufgelegt. Trotzdem hat er schon jetzt gut 3 Milliarden Euro Fondsvolumen erreicht und ist damit der zweitgrößte aller Rüstungs-ETFs in unserem ETF-Guide. 3 Milliarden Euro in nur sechs Monaten – wie hat er das geschafft? Das schauen wir uns jetzt an. Wie immer gilt: Das ist keine Anlageempfehlung, sondern wir analysieren den ETF: Was ist da drin, wie ist die Streuung, wie lange gibt’s ihn schon, wie teuer ist er und so weiter.\nFangen wir erstmal damit an, was in dem ETF drin steckt: Er enthält, wie der Name schon verrät, Unternehmen aus dem Bereich Militär und Verteidigung – allerdings nur europäische. Heißt: Palantir, Lockheed Martin und Co. sind nicht enthalten, dafür Rheinmetall, Rolls-Royce und Airbus. Insgesamt sind es ohnehin nur 24 Unternehmen und die Top Ten machen gut 88 Prozent des ETFs aus – da könnte man sich schon fast überlegen, Einzelaktien ins Depot aufzunehmen. Natürlich ist der Fokus mit europäischen Rüstungsunternehmen sehr eng gewählt, aber der WisdomTree ist einer der fokussiertesten in diesem Bereich. Andere Rüstungs-ETFs, die etwas breiter aufgestellt sind, enthalten immerhin 50 bis 60 Unternehmen. Obwohl Rheinmetall am meisten Gewicht hat, liegt nicht Deutschland vorn, sondern Großbritannien mit gut 24 Prozent, gefolgt von Frankreich mit 20 und dann erst Deutschland mit rund 18 Prozent. Bei den Sektoren dominiert – logisch – Industrie mit über 80 Prozent. Der ETF ist, wie erwähnt, noch sehr jung, aber trotzdem schon sehr groß. Die Kosten liegen bei 0,4 Prozent pro Jahr. Es ist ein thesaurierender ETF und er repliziert physisch. Aufgelegt wurde er in Irland, wobei das hinsichtlich der Quellensteuer relativ egal ist, weil er ja keine US-Unternehmen enthält. Da der ETF noch so jung ist, lässt sich nicht viel über die Performance sagen. Beim Performance-Vergleich im ETF-Guide liegt er über drei Monate hinweg aktuell vorn mit einem Wachstum von gut 12 Prozent. Im vergangenen Monat hat er mit einem Minus von 2,5 Prozent aber vergleichsweise schlecht abgeschnitten. \nWarum ist er so beliebt? Das Thema Rüstung allgemein hat mit Beginn des Kriegs zwischen Russland und der Ukraine massiv an Bedeutung gewonnen, kurz darauf wurden Rüstungs-ETFs aufgelegt. Der erste war im März 2023 der VanEck Defense ETF – er ist auch der größte Rüstungs-ETF. Und das weist bereits auf einen wichtigen Aspekt hin: Gerade bei Trends “lohnt” es sich für ETF-Anbieter, früh dran zu sein. Der erste ETF, der einen solchen Trend abdeckt, profitiert von einem sich selbst verstärkenden Effekt: Zunächst ist er der einzige, in den Investoren überhaupt investieren KÖNNEN. Wenn er es schafft, schnell genug Geld einzusammeln, bevor alternative ETFs handelbar sind, hat er einen weiteren Vorteil: Er ist der größte ETF, was ihn für Anleger nochmal attraktiver macht. Im besten Fall hat er auch schon gewisse Meilensteine wie die 100 Millionen Euro Schwelle erreicht, die Anlegern eine gewisse Sicherheit signalisiert. Denn ein ETF mit einem höheren Volumen ist aller Wahrscheinlichkeit nach rentabel, was die Gefahr senkt, dass er geschlossen wird – insbesondere wenn die TER nicht allzu niedrig ist. Für die folgenden ETFs wird es hingegen schwieriger. Sie müssen einen besonderen Ansatz finden, um für Investoren attraktiv zu sein.\nDieses Bild zeichnet sich auch beim WisdomTree-ETF ab: Der Europa-Fokus beim Thema Rüstung ist quasi ein “Trend im Trend”. Ein Grund für diesen Trend ist möglicherweise, dass Investoren davon ausgehen, dass sich die EU auch in Sachen Rüstung von den USA unabhängiger machen will und deshalb mehr Aufträge an europäische Unternehmen vergibt. Zumindest in der jüngeren Vergangenheit war das noch nicht so: Nach Angaben der EU Kommission gingen zwischen Februar 2022 und Juni 2023 über 60 Prozent der Aufträge an US-Unternehmen. Möglicherweise spielen auch moralische Überlegungen eine Rolle und Investoren möchten gerade bei diesem sensiblen Thema bevorzugt aus der eigenen Region unterstützen. Um diesen Bedarf zu befriedigen, wurden dieses Jahr gleich sieben Rüstungs-ETFs mit Europa-Fokus aufgelegt – und der WisdomTree-ETF war der erste, der diese Nische besetzte. So erklärt sich, wie der ETF innerhalb von kurzer Zeit so stark wachsen konnte.\nWenn du bei europäischen Rüstungsunternehmen Potential siehst, kann der ETF für dich eine Option sein, auf bequeme Weise in mehrere dieser Unternehmen gleichzeitig zu investieren. Du solltest dir aber bewusst sein, dass du damit ein vergleichsweise hohes Risiko eingehst. Denn du investierst damit sehr fokussiert nicht nur in eine Branche, sondern schränkst es noch weiter ein auf eine bestimmte Region. Ob dieser Trend tatsächlich nachhaltig ist, lässt sich aber nicht prognostizieren.\nTrend\nZum Schluss möchte ich dich noch auf einen anderen Trend aufmerksam machen. Und zwar werden mehr und mehr ETFs mit US-Fokus aufgelegt, die nicht physisch replizieren. Allein in den letzten 12 Monaten waren es immerhin 24 Stück. Viele Menschen sind ja ein bisschen skeptisch gegenüber Swap-ETFs. Ist vielleicht auch erstmal nachvollziehbar: Schließlich ist da nicht unbedingt das drin, was man erwartet. Das bringt aber eben auch Vorteile – gerade wenn wir über ETFs mit hohem US-Anteil wie S&P 500 oder MSCI World reden. Denn in den USA gibt’s eine vergleichsweise hohe Quellensteuer von aktuell 30 Prozent (und zwischenzeitlich hatte Trump vor, sie nochmal deutlich raufzusetzen) und nicht alle ETFs können sich zu viel gezahlte Steuern erstatten lassen. Bei physisch replizierenden ETFs geht das nur für solche, die in Irland aufgelegt wurden – allerdings hatte Trump auch einen Gesetzesentwurf vorgelegt, der diese Regelungen ignoriert hätte. Glücklicherweise wurde der entsprechende Abschnitt aus dem Gesetz gestrichen, aber man weiß ja nie. Für synthetisch replizierende ETFs wäre das egal, denn sie müssen ja nicht unbedingt dieselben Titel halten, die der Index vorgibt. So können sie die steuerlich unvorteilhaften Dividenden-Aktien aus den USA einfach draußen lassen – was die Rendite angeht, liefern sie dir aber genauso viel, als wären diese Aktien enthalten. Falls du trotzdem unsicher bist, ob ein Swap-ETF was für dich ist: Es gibt noch eine Alternative, nämlich die hybride Methode. Dabei werden die meisten Positionen physisch repliziert, also genau so eingekauft, wie es der Index vorgibt. Nur der Teil der Titel, wo sich das nicht lohnt, eben aus steuerlichen Gründen oder weil der Markt relativ schwer zugänglich ist (wie beispielsweise China), wird durch synthetische Replikation abgebildet. Das soll die Vorteile aus beiden Welten miteinander kombinieren und sogar eine kleine Outperformance liefern. Aktuell gibt es nur einen hybriden Aktien-ETF, nämlich den MSCI ACWI von Scalable und Xtrackers. Über unsere Suche kannst du übrigens bequem auswählen, welche Replikationsmethode du bevorzugst: physisch, synthetisch oder eben hybrid.\nWenn dir der Podcast gefallen hat, lass’ uns doch ein Abo da - und wir freuen uns natürlich auch über eine gute Bewertung auf Spotify, Apple Podcast oder in der Podcast-App deiner Wahl. Vielen Dank an Kia für die Redaktion und Johannes für die Post. Du hörst justETF, den Podcast, mit mir, Susanne - dir viel Erfolg beim Anlegen und bis zum nächsten Mal!",
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