[
  {
    "speaker": "O-Töne",
    "start": 0.01,
    "end": 6.29,
    "text": "Ja, der 29. Januar, heute, ist ein besonderer Tag."
  },
  {
    "speaker": "O-Töne",
    "start": 6.53,
    "end": 10.61,
    "text": "Es ist der erste bundesweite Wirtschaftswarntag."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 18.87,
    "end": 23.19,
    "text": "Hallo ihr Lieben und willkommen bei Wind und Wurzeln. Hier ist Marina und ich"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 23.19,
    "end": 27.07,
    "text": "habe euch mal wieder ein Thema mitgebracht, das zwar ständig in den Nachrichten"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 27.07,
    "end": 31.01,
    "text": "ist, dass wir uns aber dennoch mal in aller Ruhe anschauen sollten."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 31.39,
    "end": 34.87,
    "text": "Denn genau darum geht es hier, dass wir uns die Zeit nehmen,"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 34.87,
    "end": 38.19,
    "text": "in die Tiefe zu gehen und uns die Hintergründe anzuschauen."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 38.43,
    "end": 42.65,
    "text": "Von Nachrichten wie, wie Merz die Wirtschaft aus der Krise holen will,"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 43.03,
    "end": 48.93,
    "text": "Stimmung der deutschen Wirtschaft steigt und deutsche Wirtschaft weiter angeschlagen und so weiter."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 49.35,
    "end": 54.77,
    "text": "Heute geht es also um die Wirtschaft. Und die Frage, geht es uns automatisch"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 54.77,
    "end": 56.81,
    "text": "gut, wenn es der Wirtschaft gut geht?"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 57.39,
    "end": 61.17,
    "text": "Nehmt euch ein kühles Getränk, macht es euch gemütlich. Wir fangen an."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 61.93,
    "end": 65.43,
    "text": "Davor, wie immer, der kurze Hinweis, Wind und Wurzeln lebt davon,"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 65.53,
    "end": 66.89,
    "text": "dass ihr uns unterstützt."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 67.05,
    "end": 70.67,
    "text": "Wir wollen unabhängig bleiben und verzichten deswegen auf Werbung."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 70.93,
    "end": 75.07,
    "text": "Eine neue Folge gibt es immer dann, wenn genug Geld zusammengekommen ist."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 75.53,
    "end": 78.81,
    "text": "Alle Wege, wie ihr uns dabei helfen könnt, findet ihr in den Shownotes."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 79.03,
    "end": 83.67,
    "text": "Und danke an alle, die bereits dabei sind. Ich liebe euch. Und jetzt legen wir wirklich los."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 87.34,
    "end": 90.64,
    "text": "Ganz am Anfang haben wir Thorsten Alsleben gehört."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 91.0,
    "end": 97.58,
    "text": "Thorsten Alsleben ist der Geschäftsführer der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, kurz INSM."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 98.08,
    "end": 102.2,
    "text": "Habt ihr vielleicht schon mal gehört? Die INSM ist eine Lobbyorganisation,"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 102.2,
    "end": 106.9,
    "text": "die sich zum Beispiel für Deregulierung und Privatisierung in der Wirtschaft einsetzt."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 107.32,
    "end": 111.56,
    "text": "Sozial ist, was Arbeit schafft, kommt euch vielleicht auch bekannt vor."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 112.12,
    "end": 116.92,
    "text": "Den Spruch hat die INSM mitgeprägt. Ursprünglich stammt er aus den 30ern,"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 117.02,
    "end": 121.36,
    "text": "wo ihn der erste Wirtschaftsminister der nationalsozialistischen Regierung verwendet hat."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 121.86,
    "end": 126.84,
    "text": "Jedenfalls hat die NSM Anfang des Jahres kräftig im Wahlkampf mitgemischt. Ihre Botschaft?"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 127.22,
    "end": 132.48,
    "text": "Deutschland ginge es wirtschaftlich richtig schlecht. Darum veranstaltete sie am 29."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 132.82,
    "end": 135.46,
    "text": "Januar ihren Wirtschaftswarentag."
  },
  {
    "speaker": "O-Töne",
    "start": 135.8,
    "end": 139.84,
    "text": "Auch wenn jetzt vorübergehend genau für die Zeit der Demo die Sonne scheint,"
  },
  {
    "speaker": "O-Töne",
    "start": 140.08,
    "end": 144.56,
    "text": "die Lage ist ernst. Es dürfte eigentlich nicht sein, dass Unternehmer demonstrieren"
  },
  {
    "speaker": "O-Töne",
    "start": 144.56,
    "end": 147.74,
    "text": "müssen, weil die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen so schlecht sind."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 147.94,
    "end": 152.26,
    "text": "Das war nochmal Thorsten Alsleben, wie er auf dem Wirtschaftswarentag eine Rede hält."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 152.66,
    "end": 158.06,
    "text": "Wie gesagt, die NSM ist eine Lobbyorganisation. Sie hat ganz bestimmte Vorstellungen,"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 158.28,
    "end": 160.06,
    "text": "wie Wirtschaftspolitik sein sollte."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 160.94,
    "end": 164.2,
    "text": "Marktliberal, möglichst wenig Beschränkungen und Regeln für die Konzerne."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 165.04,
    "end": 170.68,
    "text": "Dafür sendet sie ganz gezielt Botschaften in den Wahlkampf. Der Wirtschaftswarentag"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 170.68,
    "end": 173.18,
    "text": "sei eine Aktion der Unternehmer."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 173.52,
    "end": 178.84,
    "text": "Und den Unternehmern reicht es, so zitiert das Handelsblatt zum Beispiel eine"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 178.84,
    "end": 183.84,
    "text": "der RednerInnen, Marie-Christine Ostermann, die Präsidentin des Verbands Die Familienunternehmer."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 184.4,
    "end": 188.66,
    "text": "Nehmen wir mal diese beiden Informationen auseinander. Erstens."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 188.92,
    "end": 191.68,
    "text": "Wer sind denn eigentlich die Unternehmer?"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 192.1,
    "end": 198.5,
    "text": "In Deutschland gab es 23 laut Statistischem Bundesamt insgesamt 3,5 Millionen"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 198.5,
    "end": 201.22,
    "text": "rechtliche Einheiten, also Unternehmen."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 201.64,
    "end": 205.8,
    "text": "Davon sind 87 Prozent kleiner als zehn Beschäftigte."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 206.88,
    "end": 211.72,
    "text": "Haben die Anwesenden am Wirtschaftswarntag wirklich für alle diese Leute gesprochen?"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 212.52,
    "end": 217.54,
    "text": "Ich bezweifle das. Ich schaue mir nur mal kurz an, wer dort vor Ort geredet hat."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 218.04,
    "end": 223.54,
    "text": "Also Arndt Kirchhoff, der ist seit 2013 sowohl Vizepräsident der Bundesvereinigung"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 223.54,
    "end": 225.44,
    "text": "der Deutschen Arbeitgeberverbände,"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 225.56,
    "end": 230.08,
    "text": "als auch Vizepräsident des Verbands der Automobilindustrie und Vorsitzender"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 230.08,
    "end": 236.42,
    "text": "des Aufsichtsrats der Kirchhoff Automotive SE und selbe Name Holding AG und Co. KG."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 237.0,
    "end": 242.2,
    "text": "Dirk Jankura hat auch geredet. Der ist Präsident des Bundesverbands Großhandel,"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 242.46,
    "end": 244.34,
    "text": "Außenhandel und Dienstleistungen."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 244.7,
    "end": 249.32,
    "text": "Dann haben wir Wolfgang Schubert Raab, den Präsident des Zentralverbands des"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 249.32,
    "end": 251.04,
    "text": "Deutschen Baugewerbes."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 251.28,
    "end": 257.1,
    "text": "Und der Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall war auch da, Stefan Wolf."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 257.6,
    "end": 261.54,
    "text": "Es sind also Vertreter der Industrie, der Konzerne."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 261.74,
    "end": 267.72,
    "text": "Und Marie-Christine Ostermann, die Präsidentin des Verbands Die Familienunternehmer, die sagte."
  },
  {
    "speaker": "O-Töne",
    "start": 267.72,
    "end": 274.14,
    "text": "Es brennt an allen Ecken und Enden. Alle Wirtschaftsdaten bewegen sich im roten Bereich."
  },
  {
    "speaker": "O-Töne",
    "start": 274.98,
    "end": 281.28,
    "text": "Seit zwei Jahren schrumpft unsere Wirtschaft. Immer mehr Arbeitnehmer verlieren deshalb ihren Job."
  },
  {
    "speaker": "O-Töne",
    "start": 281.9,
    "end": 288.1,
    "text": "Auch für viele Unternehmen ist die Lage bedrohlich. Alle anderen Industrieländer wachsen."
  },
  {
    "speaker": "O-Töne",
    "start": 288.42,
    "end": 294.36,
    "text": "Nur Deutschland verliert Woche um Woche noch mehr Substanz. Das zeigt,"
  },
  {
    "speaker": "O-Töne",
    "start": 294.48,
    "end": 301.12,
    "text": "dass diese miserable Wirtschaftslage durch die sehr schlechte deutsche Wirtschaftspolitik ausgelöst wurde."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 301.32,
    "end": 305.12,
    "text": "Und das müssen wir uns auch nochmal genau anschauen. Zweitens,"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 305.6,
    "end": 308.02,
    "text": "wer sind diese Familienunternehmer?"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 308.58,
    "end": 313.86,
    "text": "Lobby Control schreibt über diesen Verband etwas, das man bei dem Wort Familienunternehmer"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 313.86,
    "end": 315.44,
    "text": "vielleicht nicht erwartet hätte."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 315.44,
    "end": 321.14,
    "text": "Nur Unternehmen, die mehr als eine Million Euro Umsatz erwirtschaften und mindestens"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 321.14,
    "end": 325.18,
    "text": "zehn MitarbeiterInnen beschäftigen, können Mitglied im Verein werden."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 325.76,
    "end": 332.56,
    "text": "Mindestens zehn MitarbeiterInnen in 87 Prozent der Unternehmen sind es weniger."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 332.56,
    "end": 341.3,
    "text": "Weiter kann man in der Lobbypedia lesen, der Verein hatte am 24.05.2024 6.600"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 341.3,
    "end": 348.1,
    "text": "Mitglieder und hat im Jahr 23 bis zu 2 Millionen Euro und in 21 über 3 Millionen"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 348.1,
    "end": 350.06,
    "text": "Euro für Lobbyarbeit ausgegeben."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 350.4,
    "end": 352.14,
    "text": "Das ist nicht wenig Geld."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 357.07,
    "end": 362.15,
    "text": "Bei diesem Wirtschaftswarntag wurde immer wieder vor allem einer herausgegriffen"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 362.15,
    "end": 364.17,
    "text": "und angegriffen, Robert Habeck."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 364.43,
    "end": 368.57,
    "text": "Er sei schuld an der wirtschaftlichen Lage und er zeige keine Lösungen auf,"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 368.75,
    "end": 370.21,
    "text": "so der Tenor der RednerInnen."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 370.37,
    "end": 373.25,
    "text": "Und das ist unser Stichwort, Lösungen."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 373.51,
    "end": 377.81,
    "text": "Denn Lösungen, das ist genau das, worum es in unserem Podcast geht."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 378.07,
    "end": 383.17,
    "text": "Und eines kann ich euch jetzt schon verraten. Die Lösungen, die von der INSM"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 383.17,
    "end": 388.33,
    "text": "und den Familienunternehmen gefordert werden, sind nicht dieselben Lösungen,"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 388.33,
    "end": 389.55,
    "text": "die ich euch heute vorstelle."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 390.35,
    "end": 394.75,
    "text": "Bevor wir aber Lösungen finden wollen, müssen wir das Problem analysieren."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 395.05,
    "end": 399.49,
    "text": "Wir haben für diese Sendung mit der Journalistin und Buchautorin Ulrike Herrmann"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 399.49,
    "end": 405.51,
    "text": "und mit dem politischen Ökonom und Redakteur des Wirtschaftsmagazins Surplus Max Hauser gesprochen."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 406.19,
    "end": 409.47,
    "text": "Die beiden sind sich in einer Sache einig."
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 409.47,
    "end": 413.05,
    "text": "Der Wirtschaft geht es auch objektiv gesehen nicht gut."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 413.19,
    "end": 414.41,
    "text": "Sagt Max Hauser."
  },
  {
    "speaker": "Ulrike Herrmann",
    "start": 414.73,
    "end": 417.53,
    "text": "Und einer Wirtschaft geht es nur gut, wenn es Wachstum gibt."
  },
  {
    "speaker": "Ulrike Herrmann",
    "start": 417.61,
    "end": 421.43,
    "text": "Das ist mehr als ein Indikator. Das ist eine zwingende Bedingung."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 421.57,
    "end": 423.07,
    "text": "Das sagt Ulrike Herrmann."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 423.71,
    "end": 427.85,
    "text": "Da sind wir auch schon mittendrin. Es gibt ganz bestimmte Indikatoren,"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 427.99,
    "end": 431.31,
    "text": "die uns zeigen, ob es der Wirtschaft gut geht oder eben nicht."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 431.77,
    "end": 438.03,
    "text": "Das Wachstum, sagt Ulrike Herrmann, ist eine zwingende Bedingung dafür, dass es ihr gut geht."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 438.65,
    "end": 443.61,
    "text": "Warum, das konnten wir alle in den ersten Monaten der Corona-Krise live beobachten."
  },
  {
    "speaker": "Ulrike Herrmann",
    "start": 443.87,
    "end": 449.89,
    "text": "Corona war nicht nur ein Virus, sondern es war ja gleichzeitig ein sehr ungewöhnliches"
  },
  {
    "speaker": "Ulrike Herrmann",
    "start": 449.89,
    "end": 453.55,
    "text": "Experiment oder eine sehr ungewöhnliche Erfahrung, weil weltweit innerhalb von"
  },
  {
    "speaker": "Ulrike Herrmann",
    "start": 453.55,
    "end": 457.07,
    "text": "Tagen die Produktion und der Konsum runtergefahren wurden."
  },
  {
    "speaker": "Ulrike Herrmann",
    "start": 457.23,
    "end": 460.15,
    "text": "Also beim Konsum, daran erinnert es sich, jeder gab es an diese Lockdowns."
  },
  {
    "speaker": "Ulrike Herrmann",
    "start": 460.99,
    "end": 464.09,
    "text": "Und auf der Produktionsseite war das Problem, dass die Vorprodukte nicht mehr"
  },
  {
    "speaker": "Ulrike Herrmann",
    "start": 464.09,
    "end": 466.93,
    "text": "durchkamen, weil ja Häfen, Flughäfen, Grenzen, alles geschlossen war."
  },
  {
    "speaker": "Ulrike Herrmann",
    "start": 467.37,
    "end": 470.59,
    "text": "So, und da konnte man mal sehen, was passiert, wenn die Wirtschaft richtig runtergeht."
  },
  {
    "speaker": "Ulrike Herrmann",
    "start": 470.69,
    "end": 473.51,
    "text": "Da hat kein Mensch gesagt, oh, wie schön, wir retten die Umwelt,"
  },
  {
    "speaker": "Ulrike Herrmann",
    "start": 473.63,
    "end": 476.19,
    "text": "sondern alle waren panisch, wo jetzt ihr Einkommen herkommen soll."
  },
  {
    "speaker": "Ulrike Herrmann",
    "start": 476.65,
    "end": 479.47,
    "text": "Also die Firmen hatten Angst, dass sie pleite gehen und die Arbeitnehmer hatten"
  },
  {
    "speaker": "Ulrike Herrmann",
    "start": 479.47,
    "end": 483.71,
    "text": "Angst, dass sie arbeitslos werden. Und das waren auch keine eingebildeten Ängste,"
  },
  {
    "speaker": "Ulrike Herrmann",
    "start": 483.85,
    "end": 484.89,
    "text": "sondern die waren sehr real."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 485.17,
    "end": 490.39,
    "text": "Erst kam Corona, dann kam die russische Invasion der gesamten Ukraine im Februar 2022."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 491.25,
    "end": 494.81,
    "text": "Beide haben sich nicht gerade positiv auf die Wirtschaft ausgewirkt."
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 494.95,
    "end": 499.55,
    "text": "Wir haben seit der Corona-Pandemie und dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine,"
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 501.79,
    "end": 504.69,
    "text": "eine Seitwärtsbewegung des Bruttoinlandsprodukts. Das bedeutet,"
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 504.73,
    "end": 506.05,
    "text": "die Wirtschaft stagniert."
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 506.27,
    "end": 510.53,
    "text": "Es gibt kaum Wachstum. Die Energiepreise belasten die Unternehmen,"
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 510.67,
    "end": 516.19,
    "text": "die Produktion und es fehlt auch an Nachfrage für deutsche Produkte aus In- und Ausland."
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 516.67,
    "end": 519.51,
    "text": "Das bedeutet, es verspielen da verschiedene Faktoren mit rein,"
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 520.03,
    "end": 523.73,
    "text": "dass tatsächlich man jetzt sagen kann, der Wirtschaft geht es nicht gut."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 523.97,
    "end": 527.79,
    "text": "Wichtige Indikatoren, mit denen auch in allen Nachrichtensendungen immer erklärt"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 527.79,
    "end": 532.41,
    "text": "wird, ob es der Wirtschaft gut oder schlecht geht, sind das Bruttoinlandsprodukt,"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 532.57,
    "end": 538.51,
    "text": "kurz BIP, die Inflationsrate oder der Geschäftsklimaindex."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 538.85,
    "end": 545.53,
    "text": "Ulrike Herrmann hat es vorhin bereits gesagt, am wichtigsten ist vor allem das BIP. Das soll wachsen."
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 545.77,
    "end": 550.45,
    "text": "Das Bruttoinlandsprodukt, das misst den Wert aller Güter und Dienstleistungen"
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 550.45,
    "end": 554.25,
    "text": "innerhalb eines Jahres in einem Land produziert worden sind."
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 554.51,
    "end": 558.69,
    "text": "Das ist auch gleichzeitig das Einkommen der Menschen, also die sind äquivalent."
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 558.69,
    "end": 564.35,
    "text": "Und das Problem ist, also das Bruttoinlandsprodukt wurde entwickelt in den 1930er"
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 564.35,
    "end": 571.17,
    "text": "Jahren als eine Maßzahl für ökonomische Aktivität, die genau dann auch in 50er,"
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 571.21,
    "end": 573.47,
    "text": "60er Jahren breite Anwendung gefunden hat."
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 573.47,
    "end": 578.91,
    "text": "Und bereits der Erfinder des Bruttoinlandsprodukts, Simon Kutznetz heißt der,"
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 579.29,
    "end": 584.21,
    "text": "der hat davor gewarnt, diesen Indikator gleichzusetzen mit Wohlfahrt,"
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 584.37,
    "end": 590.55,
    "text": "dass sozusagen das Gesamteinkommen nicht unbedingt etwas mit der Gesamtwohlfahrt der Menschen zu tun hat."
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 591.14,
    "end": 596.36,
    "text": "Und da gibt es diese ganz tolle Rede von Robert F. Kennedy aus dem Jahr 1968."
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 597.18,
    "end": 601.2,
    "text": "Ich habe mal die Stelle rausgesucht. Er bringt das Problem mit dem Bruttoinlandsprodukt"
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 601.2,
    "end": 602.28,
    "text": "wunderbar auf den Punkt."
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 602.44,
    "end": 606.38,
    "text": "Und es klingt auch noch heute nach über 50 Jahren ganz toll, was er gesagt hat."
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 607.06,
    "end": 610.92,
    "text": "Und zwar hat Robert F. Kennedy gesagt, unser Bruttosozialprodukt beträgt jetzt"
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 610.92,
    "end": 612.68,
    "text": "über 800 Milliarden Dollar pro Jahr."
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 612.98,
    "end": 617.48,
    "text": "Aber dieses Bruttosozialprodukt zählt die Luftverschmutzung und die Zigarettenwerbung"
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 617.48,
    "end": 621.0,
    "text": "und die Krankenwagen, die unsere Autobahnen von Blutbädern befreien."
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 621.14,
    "end": 626.04,
    "text": "Es zählt die Spezialschlösser für unsere Türen und die Gefängnisse für die Leute, die sie aufbrechen."
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 626.22,
    "end": 629.78,
    "text": "Es zählt die Zerstörung der Mammutbäume und den Verlust unserer Naturwunder"
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 629.78,
    "end": 631.4,
    "text": "durch die chaotische Zersiedlung."
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 631.72,
    "end": 635.64,
    "text": "Sie zählt Napalm und zählt nukleare Sprengköpfe und gepanzerte Autos für die"
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 635.64,
    "end": 638.4,
    "text": "Polizei zur Bekämpfung der Unruhen in unseren Städten."
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 638.66,
    "end": 641.98,
    "text": "Es zählt Whitmans Gewehr und Specks Messer und die Fernsehprogramme,"
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 642.06,
    "end": 645.26,
    "text": "die Gewalt verherrlichen, um unseren Kindern Spielzeug zu verkaufen."
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 645.26,
    "end": 649.04,
    "text": "Doch das Bruttosozialprodukt berücksichtigt nicht die Gesundheit unserer Kinder,"
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 649.18,
    "end": 651.3,
    "text": "die Qualität ihrer Bildung oder die Freude an ihrem Spiel."
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 651.72,
    "end": 654.96,
    "text": "Es berücksichtigt nicht die Schönheit unserer Poesie oder die Stärke unserer"
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 654.96,
    "end": 658.98,
    "text": "Ehen, die Intelligenz unserer öffentlichen Debatten und die Integrität unserer Beamten."
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 659.22,
    "end": 662.72,
    "text": "Sie misst weder unseren Witz noch unseren Mut, weder unsere Weisheit noch unsere"
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 662.72,
    "end": 665.98,
    "text": "Gelehrsamkeit, weder unser Mitgefühl noch unsere Hingabe an unser Land."
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 666.2,
    "end": 669.78,
    "text": "Sie misst kurz gesagt alles außer dem, was das Leben lebenswert macht."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 669.78,
    "end": 674.0,
    "text": "So gesehen ist das BIP also nicht unbedingt hilfreich, wenn es darum geht,"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 674.12,
    "end": 676.24,
    "text": "die Lebensqualität der Menschen zu messen."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 676.58,
    "end": 679.58,
    "text": "Ein weiterer Indikator ist die Inflationsrate."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 679.98,
    "end": 683.92,
    "text": "Auch das ist ein Begriff, der in den Nachrichten ständig genannt wird."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 684.26,
    "end": 686.82,
    "text": "Wie die berechnet wird, erklärt uns Max."
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 686.82,
    "end": 689.44,
    "text": "Da erstellt das Statistische Bundesamt"
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 689.44,
    "end": 694.18,
    "text": "einen sogenannten repräsentativen Warenkorb von über 30.000 Gütern,"
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 694.52,
    "end": 697.76,
    "text": "wo die Preisentwicklung verfolgt wird und dann wird sich überlegt,"
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 697.88,
    "end": 704.84,
    "text": "okay, ein typischer Haushalt, wie viel konsumiert er von diesen und jenen Dienstleistungen und Gütern?"
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 705.48,
    "end": 709.88,
    "text": "Und also wenn man sich nur diese eine Inflationszahl anguckt,"
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 710.02,
    "end": 714.9,
    "text": "die ja oft genannt wird, die sagt halt nur etwas über einen repräsentativen Haushalt aus."
  },
  {
    "speaker": "Max ",
    "start": 715.1,
    "end": 719.84,
    "text": "Und wenn man sich das dann genauer anguckt zum Beispiel, je nach Haushalt,"
  },
  {
    "speaker": "Max ",
    "start": 719.94,
    "end": 725.0,
    "text": "wie ist da die Inflationsrate? Da spricht man von der haushaltsspezifischen Inflationsrate."
  },
  {
    "speaker": "Max ",
    "start": 725.34,
    "end": 728.74,
    "text": "Für die Haushalte und Menschen mit geringerem Einkommen ist die meist höher,"
  },
  {
    "speaker": "Max ",
    "start": 728.96,
    "end": 734.26,
    "text": "weil die neuerliche Inflation, die wir gesehen haben, die seit fünf Jahren stattgefunden hat,"
  },
  {
    "speaker": "Max ",
    "start": 734.84,
    "end": 739.76,
    "text": "die hat sich ja vor allem konzentriert im Bereich Energie, im Bereich Wohnenergie,"
  },
  {
    "speaker": "Max ",
    "start": 739.86,
    "end": 741.0,
    "text": "im Bereich Lebensmittel,"
  },
  {
    "speaker": "Max ",
    "start": 741.48,
    "end": 746.86,
    "text": "wo ja der Anteil der Konsumausgaben der Haushalte mit niedrigerem Einkommen"
  },
  {
    "speaker": "Max ",
    "start": 746.86,
    "end": 750.0,
    "text": "höher sind als für die mit hohem Einkommen."
  },
  {
    "speaker": "Max ",
    "start": 750.0,
    "end": 756.52,
    "text": "Also ein Mensch, der viel Geld verdient, wird anteilig weniger Geld für Energie, Wohnen usw."
  },
  {
    "speaker": "Max ",
    "start": 756.64,
    "end": 759.36,
    "text": "Ausgeben als ein Haushalt mit geringerem Einkommen."
  },
  {
    "speaker": "Max ",
    "start": 759.82,
    "end": 763.64,
    "text": "Und deshalb war auch die Inflationsrate für Haushalte mit niedrigerem Einkommen"
  },
  {
    "speaker": "Max ",
    "start": 763.64,
    "end": 765.96,
    "text": "höher als die mit hohem Einkommen."
  },
  {
    "speaker": "Max ",
    "start": 766.16,
    "end": 768.82,
    "text": "Und so kommt es dann auch zu unterschiedlichen Einschätzungen darüber,"
  },
  {
    "speaker": "Max ",
    "start": 768.96,
    "end": 770.24,
    "text": "wie stark sie eigentlich ist."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 770.24,
    "end": 775.18,
    "text": "Das bedeutet also vereinfacht gesagt, Haushalten mit niedrigem Einkommen geht"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 775.18,
    "end": 780.8,
    "text": "es mit der aktuellen Inflationsrate wesentlich schlechter als Haushalten mit höherem Einkommen."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 781.18,
    "end": 786.32,
    "text": "Auch während Corona war das so. Die negativen Auswirkungen, die haben die unteren"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 786.32,
    "end": 787.72,
    "text": "Einkommen zu spüren bekommen."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 788.8,
    "end": 793.38,
    "text": "Noch ein Indikator ist der Konsumklimaindex, also eine Zahl,"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 793.46,
    "end": 797.26,
    "text": "die schaut, wie ist denn gerade die Kauflaune bei den Leuten?"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 797.97,
    "end": 802.13,
    "text": "Basierend auf der Befragung von 2000 VerbraucherInnen, jeden Monat neu."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 802.59,
    "end": 807.01,
    "text": "Wenn der Index negativ ist, dann bedeutet das, dass die VerbraucherInnen gerade"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 807.01,
    "end": 808.99,
    "text": "nicht so viel neues Zeug kaufen."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 809.43,
    "end": 814.61,
    "text": "Auch das ist nicht gut für die Wirtschaft, wird aber von vielen Unternehmen gern vernachlässigt."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 814.87,
    "end": 817.87,
    "text": "Denn eigentlich könnte die Rechnung ja einfach sein."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 818.09,
    "end": 821.93,
    "text": "Wenn die Leute genug Geld übrig haben, dann kaufen sie auch wieder mehr ein."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 822.11,
    "end": 826.67,
    "text": "Und wie schafft man es, dass die Leute genug Geld übrig haben? Man erhöht ihre Löhne."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 827.37,
    "end": 832.33,
    "text": "Diesen Zusammenhang zwischen Löhnen und Konsumklima, den macht auch Ulrike Herrmann deutlich."
  },
  {
    "speaker": "Ulrike Herrmann",
    "start": 832.69,
    "end": 835.99,
    "text": "Also wenn man jetzt sich fragt, was bringt am meisten?"
  },
  {
    "speaker": "Ulrike Herrmann",
    "start": 836.27,
    "end": 840.25,
    "text": "Dann ist ganz klar, es würde am meisten bringen, wenn der Mindestlohn steigt"
  },
  {
    "speaker": "Ulrike Herrmann",
    "start": 840.25,
    "end": 843.05,
    "text": "und wenn die unteren Schichten ordentlich verdienen würden."
  },
  {
    "speaker": "Ulrike Herrmann",
    "start": 843.41,
    "end": 846.55,
    "text": "So, aber lange Zeit hatten wir in Deutschland ja auch nur sowas wie Minijobs"
  },
  {
    "speaker": "Ulrike Herrmann",
    "start": 846.55,
    "end": 851.21,
    "text": "ohne Mindestlohn. Das war ja sozusagen der freie Weg in die Ausbeutung, der totale Wahnsinn."
  },
  {
    "speaker": "Ulrike Herrmann",
    "start": 851.43,
    "end": 854.39,
    "text": "So, wenn die unteren Schichten höhere Löhne haben, dann geben sie auch mehr"
  },
  {
    "speaker": "Ulrike Herrmann",
    "start": 854.39,
    "end": 858.37,
    "text": "Geld aus. Und schon stimuliert man das Wachstum. Das hängt also auch zusammen."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 858.79,
    "end": 862.95,
    "text": "Die Unternehmen sitzen also direkt an einem Hebel, der die Wirtschaft ankurbeln könnte."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 863.27,
    "end": 867.03,
    "text": "Sie müssten bessere Löhne zahlen. Das tun sie aber nicht."
  },
  {
    "speaker": "Ulrike Herrmann",
    "start": 867.15,
    "end": 871.03,
    "text": "Weil die Unternehmer denken betriebswirtschaftlich, nicht volkswirtschaftlich"
  },
  {
    "speaker": "Ulrike Herrmann",
    "start": 871.03,
    "end": 875.61,
    "text": "und sehen das immer nur als Kostenfaktor, nie als die Nachfrage ihrer Kollegen."
  },
  {
    "speaker": "Ulrike Herrmann",
    "start": 875.79,
    "end": 879.01,
    "text": "Die sehen nie, dass Löhne hoch sein müssen, damit auch irgendjemand was kauft."
  },
  {
    "speaker": "Ulrike Herrmann",
    "start": 879.09,
    "end": 880.95,
    "text": "Es wird immer nur die Kostenseite gesehen."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 880.95,
    "end": 885.63,
    "text": "Fassen wir zusammen. Das BIP stagniert seit der Corona-Pandemie."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 885.83,
    "end": 887.47,
    "text": "Wir haben kaum Wirtschaftswachstum."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 887.69,
    "end": 890.13,
    "text": "Die Inflationsrate hat ganz schön reingehauen,"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 890.31,
    "end": 893.73,
    "text": "was besonders die unteren Einkommensschichten hart getroffen hat."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 894.01,
    "end": 900.25,
    "text": "Und der Konsumklimaindex? Der ist seit Jahren im Minus. Noch vor der Corona-Pandemie"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 900.25,
    "end": 903.49,
    "text": "2019 lag er bei 10 Punkten im Plus."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 903.79,
    "end": 908.39,
    "text": "Aktuell schwanken wir zwischen 18 und 24 Punkten im Minus."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 908.89,
    "end": 914.73,
    "text": "Trotzdem lesen wir seit einer Woche andere Nachrichten, etwa Anzeichen für Erholung"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 914.73,
    "end": 918.83,
    "text": "der deutschen Wirtschaft verdichten sich, deutsche Wirtschaft im Juni gewachsen."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 919.45,
    "end": 922.75,
    "text": "Nur was sagt das denn über unsere Gesellschaft?"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 923.39,
    "end": 928.57,
    "text": "Was hat das mit uns zu tun? Wie geht es den Menschen in dieser Wirtschaft?"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 933.17,
    "end": 937.67,
    "text": "Okay, also die Wirtschaft, TM, das sind ja irgendwie wir alle."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 937.95,
    "end": 945.67,
    "text": "Das sind die um die 3,5 Millionen Unternehmen, von denen 87 Prozent sehr klein sind."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 945.99,
    "end": 949.49,
    "text": "Dann eben auch die größeren Unternehmen bis hin zu Konzernen."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 949.79,
    "end": 951.87,
    "text": "Die sind auch gar nicht unwichtig."
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 952.23,
    "end": 956.57,
    "text": "Großkonzerne tragen wie in allen Ländern einen großen Teil der Beschäftigung,"
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 957.15,
    "end": 962.73,
    "text": "also Top 1 Prozent, jetzt aus dem Kopf ungefähr 30 Prozent der Beschäftigten."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 962.73,
    "end": 967.09,
    "text": "Und da sind wir bei all den Leuten, die für diese Unternehmen arbeiten,"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 967.51,
    "end": 968.63,
    "text": "die ArbeitnehmerInnen."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 969.39,
    "end": 974.21,
    "text": "Und dann sind da auch noch weltweite Märkte. Das heißt, die Unternehmen hier,"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 974.35,
    "end": 978.03,
    "text": "die stehen auch in einer Konkurrenz zu Unternehmen aus ganz anderen Ländern."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 978.79,
    "end": 982.47,
    "text": "Das alles ist in den letzten Jahrhunderten irgendwie so gewachsen."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 983.03,
    "end": 987.21,
    "text": "Wenn man aber nicht gerade am Aktienmarkt spekuliert oder ein international"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 987.21,
    "end": 993.35,
    "text": "agierendes Unternehmen leitet, dann hat man mit der Wirtschaft oft auf sehr lokaler Ebene zu tun."
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 993.35,
    "end": 998.37,
    "text": "Das, was den meisten Leuten am wichtigsten ist, ist ja sozusagen der Zugang"
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 998.37,
    "end": 1002.55,
    "text": "zu grundlegenden Gütern und Dienstleistungen des alltäglichen Lebens."
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 1002.93,
    "end": 1008.93,
    "text": "Also Zugang zu günstigen und reichhaltigen Lebensmitteln, Wohnungen,"
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 1009.51,
    "end": 1012.53,
    "text": "keine Angst davor zu haben, seine Rechnung nicht bezahlen zu können,"
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 1012.81,
    "end": 1016.53,
    "text": "die grundlegende materielle Infrastruktur des alltäglichen Lebens."
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 1016.53,
    "end": 1021.99,
    "text": "Und das wird zum Beispiel besprochen unter dem Namen der Fundamentalökonomie."
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 1022.21,
    "end": 1026.41,
    "text": "Und das ist das, was die meisten Leute unter Wirtschaft verstehen,"
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 1026.51,
    "end": 1027.87,
    "text": "aber auch als Wirtschaft erleben."
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 1028.19,
    "end": 1033.21,
    "text": "Da geht es ja dann auch weniger um bestimmte Branchen, die sehr viel im Medienlicht"
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 1033.21,
    "end": 1036.99,
    "text": "stehen, wie zum Beispiel Hightech oder Automobilbau."
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 1037.17,
    "end": 1039.73,
    "text": "Es hat halt mit dem Alltagsleben der Menschen nicht so viel zu tun,"
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 1039.79,
    "end": 1042.31,
    "text": "sondern eher diese Fundamentalökonomie."
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 1042.69,
    "end": 1047.69,
    "text": "Und je nachdem, wie es halt mit der Ausstattung dieser grundlegenden Infrastruktur"
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 1047.69,
    "end": 1051.57,
    "text": "aussieht, werden die Menschen auch eher sagen, dass es der Wirtschaft gut oder"
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 1051.57,
    "end": 1053.23,
    "text": "schlecht geht oder auch ihnen persönlich,"
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 1053.75,
    "end": 1058.59,
    "text": "je nachdem zum Beispiel auch welchen Anteil ihres Einkommens sie für diese grundlegenden"
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 1058.59,
    "end": 1060.49,
    "text": "Güter und Dienstleistungen ausgeben."
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 1060.49,
    "end": 1064.31,
    "text": "Wenn das natürlich steigt, dann gibt es ja keine Alternativen."
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 1064.75,
    "end": 1069.53,
    "text": "Also kein Mensch kann ja darauf verzichten, Essen zu essen oder in einer Wohnung zu leben."
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 1069.95,
    "end": 1075.03,
    "text": "Denn sozusagen die Preise und die Verfügbarkeit dieser Grunddienstleistung,"
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 1075.17,
    "end": 1078.81,
    "text": "dieser grundlegenden Güter schwieriger wird, dann glaube ich,"
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 1078.93,
    "end": 1082.73,
    "text": "dann empfinden die Menschen die wirtschaftliche Situation auch als sehr schwierig."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1082.73,
    "end": 1088.75,
    "text": "Diese Fundamentalökonomie, die ist das, was die meisten von uns jeden Tag erleben."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1089.53,
    "end": 1093.59,
    "text": "Alltagswirtschaft, wenn man so will. Und genau hier erwarten die allermeisten"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1093.59,
    "end": 1097.03,
    "text": "Menschen von der Politik, dass sie diese Dinge am Laufen hält,"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1097.35,
    "end": 1099.47,
    "text": "dass das einfach funktioniert."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1099.77,
    "end": 1103.05,
    "text": "Aber genau das wurde in den letzten Jahrzehnten vernachlässigt."
  },
  {
    "speaker": "Ulrike Herrmann",
    "start": 1103.05,
    "end": 1106.41,
    "text": "Genau, also die Leute haben alle das Gefühl, dass sie zu viele Steuern zahlen"
  },
  {
    "speaker": "Ulrike Herrmann",
    "start": 1106.41,
    "end": 1107.35,
    "text": "und nichts dafür bekommen."
  },
  {
    "speaker": "Ulrike Herrmann",
    "start": 1108.43,
    "end": 1111.39,
    "text": "Tragischerweise ist das ja alles gar nicht so ganz falsch. Also dadurch,"
  },
  {
    "speaker": "Ulrike Herrmann",
    "start": 1111.49,
    "end": 1114.73,
    "text": "dass die Reichen keine wenig Steuern zahlen, relativ zu ihrem Einkommen,"
  },
  {
    "speaker": "Ulrike Herrmann",
    "start": 1115.03,
    "end": 1117.71,
    "text": "ist es ja so, dass ausgerechnet die Mittelschicht, vor allen Dingen die Singles"
  },
  {
    "speaker": "Ulrike Herrmann",
    "start": 1117.71,
    "end": 1120.11,
    "text": "in der Mittelschicht, werden in Deutschland am meisten belastet."
  },
  {
    "speaker": "Ulrike Herrmann",
    "start": 1120.61,
    "end": 1124.33,
    "text": "Es ist also auch da alles extrem ungerecht. Und dann haben wir in Deutschland"
  },
  {
    "speaker": "Ulrike Herrmann",
    "start": 1124.33,
    "end": 1128.79,
    "text": "noch zusätzlich das Problem, beispielsweise im Unterschied jetzt zu Skandinavien,"
  },
  {
    "speaker": "Ulrike Herrmann",
    "start": 1129.27,
    "end": 1132.27,
    "text": "ein Großteil der Steuern geht an den Bund."
  },
  {
    "speaker": "Ulrike Herrmann",
    "start": 1132.27,
    "end": 1136.55,
    "text": "Da landen ja schon mal die Hälfte der Steuern oder eben an die Länder."
  },
  {
    "speaker": "Ulrike Herrmann",
    "start": 1136.91,
    "end": 1140.39,
    "text": "Nur ganz wenig landet bei den Kommunen. Das ist aber der Staat,"
  },
  {
    "speaker": "Ulrike Herrmann",
    "start": 1140.49,
    "end": 1141.49,
    "text": "den die Menschen erleben."
  },
  {
    "speaker": "Ulrike Herrmann",
    "start": 1141.63,
    "end": 1145.65,
    "text": "Also gibt es ein Freibad, gibt es ein Hallenbad, gibt es eine öffentliche Bücherei, so."
  },
  {
    "speaker": "Ulrike Herrmann",
    "start": 1145.95,
    "end": 1149.41,
    "text": "Aber die Kommunen haben eigentlich gar kein Geld. Und dann haben die Leute das"
  },
  {
    "speaker": "Ulrike Herrmann",
    "start": 1149.41,
    "end": 1152.89,
    "text": "Gefühl, ja, ich zahle ganz viel Steuern, aber bei mir kommt nichts an."
  },
  {
    "speaker": "Ulrike Herrmann",
    "start": 1153.15,
    "end": 1158.61,
    "text": "Und das ist in Skandinavien genau anders. Die Leute zahlen ihre Steuern an die Kommune."
  },
  {
    "speaker": "Ulrike Herrmann",
    "start": 1159.1,
    "end": 1162.0,
    "text": "Und die gibt dann einen Teil an den Zentralstaat ab."
  },
  {
    "speaker": "Ulrike Herrmann",
    "start": 1162.42,
    "end": 1165.34,
    "text": "Und dadurch sind die Kommunen in Schweden besser ausgestattet."
  },
  {
    "speaker": "Ulrike Herrmann",
    "start": 1165.44,
    "end": 1167.94,
    "text": "Und die Leute haben eben das Gefühl, okay, ich zahle Steuern,"
  },
  {
    "speaker": "Ulrike Herrmann",
    "start": 1168.02,
    "end": 1169.16,
    "text": "aber es kommt auch was dabei rum."
  },
  {
    "speaker": "Ulrike Herrmann",
    "start": 1169.46,
    "end": 1174.86,
    "text": "Und dieses System, das wir in Deutschland haben, ist eben in der politischen Wirkung absolut fatal."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1175.42,
    "end": 1180.04,
    "text": "Anstatt sich aktiv darum zu kümmern, dass es dringend bezahlbaren Wohnraum für"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1180.04,
    "end": 1184.84,
    "text": "alle gibt, galt in der Politik das Mantra, der Markt wird das schon regeln."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1185.2,
    "end": 1189.12,
    "text": "Und heute sehen wir die Ergebnisse davon. Wir haben marode Schulen,"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1189.66,
    "end": 1193.98,
    "text": "klappriger und teurer ÖPNV, kaum bezahlbarer Wohnraum, Ärztemangel."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1194.44,
    "end": 1198.74,
    "text": "Viele Kommunen haben schlicht kein Geld mehr, um diese Probleme anzugehen."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1199.02,
    "end": 1205.64,
    "text": "Und das, obwohl es zwischen 2009 und 2019 immer ein Wirtschaftswachstum gab."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1205.9,
    "end": 1209.48,
    "text": "Es ging der Wirtschaft also in diesen zehn Jahren prima."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1210.14,
    "end": 1216.72,
    "text": "Trotzdem wurde die Fundamentalökonomie zur selben Zeit immer schlechter. Max Hauser sagt dazu."
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 1216.72,
    "end": 1220.3,
    "text": "Wenn es der Wirtschaft gut geht, geht es nicht unbedingt allen Menschen gut,"
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 1220.44,
    "end": 1222.66,
    "text": "aber wenn es der Wirtschaft schlecht geht, geht es allen schlecht."
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 1222.98,
    "end": 1227.3,
    "text": "Und zwar, das liegt daran, dass natürlich das Wachstum ungleich verteilt ist."
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 1227.5,
    "end": 1231.66,
    "text": "Das kann man zum Beispiel an Verteilungsstatistiken ganz gut erkennen,"
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 1232.06,
    "end": 1238.16,
    "text": "von wem denn das Wachstum überhaupt sich angeeignet wird oder wer profitiert denn vom Wachstum."
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 1238.16,
    "end": 1244.78,
    "text": "Und da sehen wir in den Statistiken sehr oft, dass tatsächlich die oberen Einkommensgruppen"
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 1244.78,
    "end": 1246.46,
    "text": "vom Wachstum auch am meisten haben,"
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 1247.04,
    "end": 1251.76,
    "text": "während die Einkommen der unteren 50 Prozent auch in Wachstumsphasen oft stagnieren"
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 1251.76,
    "end": 1255.5,
    "text": "und von den unteren 10, 20 Prozent sinken sie auch."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1255.5,
    "end": 1260.1,
    "text": "Und das ist sehr wichtig zu verstehen. Wenn es der Wirtschaft gut geht,"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1260.44,
    "end": 1265.98,
    "text": "haben nicht alle etwas davon, sondern in erster Linie die oberen 50 Prozent,"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1266.34,
    "end": 1267.76,
    "text": "wenn man großzügig rechnet."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1268.1,
    "end": 1271.66,
    "text": "Aber wenn es ihr schlecht geht, dann leiden alle."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1272.32,
    "end": 1274.0,
    "text": "Klingt irgendwie scheiße."
  },
  {
    "speaker": "Ulrike Herrmann",
    "start": 1277.34,
    "end": 1283.8,
    "text": "Das ist ganz wichtig, dass man die Wirtschaft nie als Selbstzweck betrachtet,"
  },
  {
    "speaker": "Ulrike Herrmann",
    "start": 1284.08,
    "end": 1287.78,
    "text": "sondern immer als Dienerin der Politik."
  },
  {
    "speaker": "Ulrike Herrmann",
    "start": 1288.12,
    "end": 1291.98,
    "text": "Und der letzte Bundeskanzler in Deutschland, der das sehr klar so gesehen hat,"
  },
  {
    "speaker": "Ulrike Herrmann",
    "start": 1292.4,
    "end": 1294.44,
    "text": "war nun ausgerechnet Konrad Adenauer."
  },
  {
    "speaker": "Ulrike Herrmann",
    "start": 1294.7,
    "end": 1297.98,
    "text": "Und jetzt hat sich das verselbstständigt. Ja, ganz oft wird gesagt,"
  },
  {
    "speaker": "Ulrike Herrmann",
    "start": 1298.1,
    "end": 1301.18,
    "text": "was für die Wirtschaft wichtig ist und dann wird das einfach exekutiert."
  },
  {
    "speaker": "Ulrike Herrmann",
    "start": 1301.36,
    "end": 1303.06,
    "text": "Und das ist der falsche Ansatz."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1303.06,
    "end": 1306.56,
    "text": "Ein besserer Gedanke ist, findet Ulrike Herrmann."
  },
  {
    "speaker": "Ulrike Herrmann",
    "start": 1306.94,
    "end": 1311.84,
    "text": "Und das muss man ganz grundsätzlich verstehen, der Kapitalismus ist politisch gestaltbar."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1312.06,
    "end": 1318.22,
    "text": "Man könnte also, die Politik müsste die Wirtschaft aktiv gestalten."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1318.52,
    "end": 1323.16,
    "text": "So gestalten, dass alle Menschen profitieren, wenn es der Wirtschaft gut geht."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1324.16,
    "end": 1329.04,
    "text": "Und dass die Menschen in wirtschaftlich schlechten Zeiten aufgefangen werden."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1329.95,
    "end": 1335.09,
    "text": "Das sagt auch die OECD, die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1335.53,
    "end": 1339.33,
    "text": "Die OECD hat insgesamt 38 Mitgliedstaaten."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1339.45,
    "end": 1343.93,
    "text": "Alle Staaten der EU, dazu noch die USA, Kanada, Australien, Neuseeland,"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1344.13,
    "end": 1348.29,
    "text": "die Türkei und auch asiatische Staaten wie Japan und Südkorea."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1348.71,
    "end": 1354.97,
    "text": "Ein bunter Mix also. Die Idee, wenn alle zusammenarbeiten, sind alle stärker."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1355.31,
    "end": 1360.73,
    "text": "Die OECD verfolgt vor allem drei Ziele. Erstens eine optimale Wirtschaftsentwicklung,"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1360.99,
    "end": 1364.51,
    "text": "hohe Beschäftigung und ein steigender Lebensstandard in ihren Mitgliedsstaaten."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1365.01,
    "end": 1370.57,
    "text": "Zweitens in ihren Mitgliedsstaaten und den Entwicklungsländern das Wirtschaftswachstum"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1370.57,
    "end": 1377.05,
    "text": "zu fördern und drittens zu einer Ausweitung des Welthandels auf multilateraler Basis beizutragen."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1377.05,
    "end": 1383.19,
    "text": "Die OECD ist also keine links-grün-versiffte Utopisten-Selbsthilfegruppe,"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1383.35,
    "end": 1387.99,
    "text": "sondern eine der größten und einflussreichsten ökonomischen Organisationen der Welt."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1388.81,
    "end": 1394.57,
    "text": "2020 hat eine Beratungsgruppe aus acht Ökonominnen dem Generalsekretär der OECD"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1394.57,
    "end": 1395.95,
    "text": "einen Bericht vorgelegt."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1395.95,
    "end": 1401.69,
    "text": "Der Auftrag dieser Gruppe lautete, ein neues Wachstumsnarrativ zu entwickeln,"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1402.09,
    "end": 1407.03,
    "text": "das wirtschaftliche, soziale und ökologische Aspekte berücksichtigen sollte."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1407.63,
    "end": 1412.13,
    "text": "Zwei Jahre lang hat die Gruppe gearbeitet, von 2018 bis 2020,"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1412.13,
    "end": 1414.65,
    "text": "und seitdem liegt ihr Bericht vor."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1415.31,
    "end": 1420.77,
    "text": "Vier Ziele formulieren die acht, denen, wie sie sagen, in der Wirtschaftspolitik"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1420.77,
    "end": 1426.67,
    "text": "der OECD-Staaten Vorrang eingeräumt werden sollte. Wenn die Staaten sich für"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1426.67,
    "end": 1429.11,
    "text": "Herausforderungen der Zukunft wappnen wollen."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1429.91,
    "end": 1436.61,
    "text": "Also ich will das. Und diese vier Ziele sind erstens ökologische Nachhaltigkeit,"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1437.27,
    "end": 1441.45,
    "text": "also Klimawandel, Umweltzerstörung und Artensterben aufhalten."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1441.73,
    "end": 1444.97,
    "text": "Ein bewohnbarer Planet hilft der Wirtschaft ziemlich sicher."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1445.55,
    "end": 1452.57,
    "text": "Zweitens, ein steigendes Wohlbefinden, sprich Lebenszufriedenheit jedes Einzelnen,"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1452.83,
    "end": 1457.13,
    "text": "aber auch höhere Lebensqualität der Gesamtgesellschaft."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1457.67,
    "end": 1464.65,
    "text": "Drittens, eine abnehmende Ungleichheit, also eine aktive Verkleinerung der Kluft"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1464.65,
    "end": 1468.39,
    "text": "zwischen den Extremreichen und den Armen in unserer Gesellschaft."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1468.39,
    "end": 1475.29,
    "text": "Und viertens die Widerstandskraft des Systems, sprich eine resiliente Wirtschaft,"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1475.51,
    "end": 1480.59,
    "text": "die Krisen und Schocks abfedern kann, sodass die Auswirkungen auf die Gesellschaft"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1480.59,
    "end": 1482.35,
    "text": "nicht katastrophal werden."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1482.71,
    "end": 1488.13,
    "text": "Was klar ist, denn wir werden in nächster Zeit alleine durch das Klima so viele"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1488.13,
    "end": 1489.89,
    "text": "Krisen und Schocks haben."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1490.37,
    "end": 1494.21,
    "text": "Und um diese vier Ziele zu erreichen, sagen die ExpertInnen,"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1494.63,
    "end": 1498.23,
    "text": "reicht es nicht, wirtschaftlichen Fortschritt isoliert zu betrachten."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1498.39,
    "end": 1502.01,
    "text": "Sondern wir müssen sozialen Fortschritt genauso messen."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1502.87,
    "end": 1507.91,
    "text": "Die acht Expertinnen, die im Auftrag der OECD ein neues Wachstumsnarrativ finden"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1507.91,
    "end": 1512.15,
    "text": "sollen, sehen deswegen in Ungleichheit einen Indikator dafür,"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1512.43,
    "end": 1514.05,
    "text": "dass es der Wirtschaft schlecht geht."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1514.55,
    "end": 1520.67,
    "text": "Das ist neu. Und wir brauchen noch einiges an Neuem oder ökonomisch gesprochen"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1520.67,
    "end": 1523.67,
    "text": "an Innovation, um diese Ziele zu erreichen."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1523.67,
    "end": 1526.99,
    "text": "Zum Beispiel benötigen wir neben dem BIP,"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1527.35,
    "end": 1533.97,
    "text": "der Inflation, dem Konsumklima und dem Geschäftsklimaindex auch neue Indikatoren,"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1534.07,
    "end": 1538.45,
    "text": "mit denen wir messen, wie gut die Wirtschaft den Klimawandel stoppt,"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1538.61,
    "end": 1541.61,
    "text": "was die Umweltzerstörung wirklich kostet,"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1541.89,
    "end": 1547.13,
    "text": "wie zufrieden die Menschen sind in ihren Kommunen und Gemeinden und auf ihrer"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1547.13,
    "end": 1551.81,
    "text": "Arbeit, wie hoch die Lebensqualität an verschiedenen Standorten ist."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1552.57,
    "end": 1557.95,
    "text": "Ob wir genug gegen Ungleichheit tun und wie wir gut für den Fall von Krisen,"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1558.09,
    "end": 1560.59,
    "text": "Katastrophen und Schocks abgesichert sind."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1561.25,
    "end": 1562.87,
    "text": "Nur um mal ein Beispiel zu bringen."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1563.83,
    "end": 1567.35,
    "text": "Länder argumentieren oft, dass sie Steuern für Reiche senken müssen,"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1567.47,
    "end": 1569.13,
    "text": "damit Reiche dort wohnen bleiben."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1569.25,
    "end": 1572.61,
    "text": "Sie haben also nur einen Indikator und sagen, Reiche wohnen da,"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1572.69,
    "end": 1574.01,
    "text": "wo sie wenig Steuern bezahlen."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1574.37,
    "end": 1578.27,
    "text": "Wir sehen aber in der Praxis, dass das nicht stimmt und dass reiche Leute sich"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1578.27,
    "end": 1581.51,
    "text": "durchaus gerne in Skandinavien und in der Schweiz niederlassen,"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1581.51,
    "end": 1585.27,
    "text": "wo sie hohe Steuern zahlen, weil diese Länder lebenswert sind."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1585.51,
    "end": 1588.35,
    "text": "Und das ist ein Indikator, den wir einfach nicht erfassen."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1589.63,
    "end": 1594.97,
    "text": "Mit der Zusammenlegung von Wirtschafts- und Klimaministerium hatte die Ampel"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1594.97,
    "end": 1600.31,
    "text": "einen Schritt in die Richtung versucht, wo sie mehr solcher Indikatoren hat."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1600.59,
    "end": 1603.97,
    "text": "Die neue Regierung hat das aber gleich wieder rückgängig gemacht."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1604.31,
    "end": 1608.99,
    "text": "Genau wie viele andere Maßnahmen, die Klima, Umwelt, Atemsterben,"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1608.99,
    "end": 1614.89,
    "text": "Luft-, Boden- und Meeresverschmutzung adressieren sollten, gerade EU-weit gedrosselt werden."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1615.76,
    "end": 1621.64,
    "text": "Die Begründung? Nicht gut für die Wirtschaft. Die EU-Kommission und die Bundesregierung"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1621.64,
    "end": 1625.12,
    "text": "tun das Gegenteil dessen, was die OECD uns empfiehlt."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1625.32,
    "end": 1630.32,
    "text": "Wir tun so, als sei es möglich und sinnvoll, einfach so weiterzumachen wie bisher."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1630.72,
    "end": 1636.6,
    "text": "Wir tun so, als sei Veränderung, Neuorientierung, irgend so eine spinnerte Idee."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1637.3,
    "end": 1642.84,
    "text": "Dabei ist die Transformation unvermeidlich, notwendig. Und es wird uns teurer"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1642.84,
    "end": 1645.26,
    "text": "zu stehen kommen, wenn wir sie weiter verschlafen."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1645.76,
    "end": 1650.54,
    "text": "Und das sage nicht nur ich, das sagt auch der Ökonom Peter Bofinger."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1650.76,
    "end": 1654.82,
    "text": "Der ist Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Würzburg."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1654.98,
    "end": 1661.5,
    "text": "Und mit insgesamt 15 Jahren war er das am längsten amtierende Mitglied des Sachverständigenrats"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1661.5,
    "end": 1664.46,
    "text": "zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1664.8,
    "end": 1668.2,
    "text": "Ihr kennt sie vielleicht als sogenannte Wirtschaftsweisen."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1668.56,
    "end": 1674.0,
    "text": "Und zufällig hat der österreichische Falter diesem Peter Bofinger genau die"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1674.0,
    "end": 1677.18,
    "text": "Frage gestellt, die wir hier heute auch stellen."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1677.74,
    "end": 1680.24,
    "text": "Wie schlecht geht es der Wirtschaft?"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1680.98,
    "end": 1684.0,
    "text": "Seine Antwort, es ist schlechter als wir denken."
  },
  {
    "speaker": "Peter Bofinger",
    "start": 1684.38,
    "end": 1687.6,
    "text": "Dass wir ein tiefer liegendes Problem haben, dass wir ein Geschäftsmodell haben,"
  },
  {
    "speaker": "Peter Bofinger",
    "start": 1687.66,
    "end": 1692.1,
    "text": "wenn man das so verkürzt nennen darf, das uns jahrzehntelang total gut geholfen"
  },
  {
    "speaker": "Peter Bofinger",
    "start": 1692.1,
    "end": 1695.64,
    "text": "hat, mit dem wir sehr gut gelaufen sind, das aber jetzt einfach nicht mehr so funktioniert."
  },
  {
    "speaker": "Peter Bofinger",
    "start": 1696.18,
    "end": 1700.52,
    "text": "Und das ist auch natürlich eine große Herausforderung, weil wir jetzt eine gewisse"
  },
  {
    "speaker": "Peter Bofinger",
    "start": 1700.52,
    "end": 1704.88,
    "text": "Transformation brauchen. Das bringt diese tieferliegenden Probleme dann in den"
  },
  {
    "speaker": "Peter Bofinger",
    "start": 1704.88,
    "end": 1709.44,
    "text": "Griff zu kriegen, vor allem wenn man in bestimmten längeren Zeiten in eine Richtung gelaufen ist."
  },
  {
    "speaker": "Peter Bofinger",
    "start": 1709.72,
    "end": 1713.66,
    "text": "Diese Pfadabhängigkeiten, da wieder rauszukommen und dann innovativ sich so"
  },
  {
    "speaker": "Peter Bofinger",
    "start": 1713.66,
    "end": 1716.76,
    "text": "aufzustellen, dass wir global auch punkten können, das ist die Herausforderung."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1721.27,
    "end": 1725.33,
    "text": "Das hier wäre nicht Wind und Wurzeln, wenn wir nicht auch darüber sprechen würden,"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1725.47,
    "end": 1727.53,
    "text": "über was heute schon alles möglich ist."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1727.97,
    "end": 1732.59,
    "text": "Das Allerwichtigste ist, habt keine Angst vor Wirtschaftsthemen."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1733.01,
    "end": 1737.73,
    "text": "Das ist nämlich manchmal ein billiger Trick. Und damit kommen wir wieder zurück"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1737.73,
    "end": 1741.85,
    "text": "an den Anfang, zurück zu INSM und den Familienunternehmen."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1742.23,
    "end": 1748.73,
    "text": "Die tun gern so, als seien sie und nur sie die Einzigen, die für die Wirtschaft sprechen."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1749.55,
    "end": 1756.83,
    "text": "Dabei sind die Wirtschaft wir alle. Und es wird Zeit, dass auch wir alle mitreden und mitgestalten."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1757.35,
    "end": 1759.63,
    "text": "Ja, Wirtschaft ist komplex."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1760.51,
    "end": 1764.69,
    "text": "Aber wir alle wissen am besten, was wir brauchen."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1765.01,
    "end": 1770.85,
    "text": "Die Beantwortung komplexer Fragen braucht komplexe Systeme und tiefe Expertise."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1771.11,
    "end": 1776.01,
    "text": "Und wisst ihr, worin Wirtschaftsweise keine tiefe Expertise haben?"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1776.91,
    "end": 1782.69,
    "text": "Wie es ist, eine kleine Bäckerei zu leiten, wie es ist, Angestellter zu sein"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1782.69,
    "end": 1788.41,
    "text": "und so zu tun, als ob man arbeitet, weil der Chef nicht leiten kann."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1788.89,
    "end": 1794.07,
    "text": "Wir alle haben an 10.000 Orten 10.000 verschiedenen Expertisen,"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1794.17,
    "end": 1797.09,
    "text": "die wir dringend in die Politik einbringen müssen."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1797.31,
    "end": 1801.81,
    "text": "Dass die Politik nicht nur für die großen Unternehmen und die oberen 50 Prozent"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1801.81,
    "end": 1806.99,
    "text": "der Gesellschaft gemacht wird, Sondern dass die Wirtschaft einer Politik dient,"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1807.17,
    "end": 1812.25,
    "text": "die allen Menschen, der Umwelt, dem Klima und auch kleinen Unternehmen gut tut."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1813.39,
    "end": 1817.61,
    "text": "Wir haben zumindest zwei große Hebel dafür, dass sich etwas ändert."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1818.01,
    "end": 1821.27,
    "text": "Und der erste ist wählen."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1821.59,
    "end": 1827.29,
    "text": "Egal ob auf kommunaler Ebene oder bei einer Landtags-, Bundestags- oder Europawahl."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1827.35,
    "end": 1832.37,
    "text": "Wenn wir wählen, dann ist es wichtig, dass wir uns genau anschauen,"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1832.95,
    "end": 1838.57,
    "text": "welche Parteien für eine neue und zukunftsfähige Wirtschaftspolitik stehen und"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1838.57,
    "end": 1842.63,
    "text": "welche nur die alten marktliberalen Dogmen aufwärmen, mit denen wir uns seit"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1842.63,
    "end": 1845.33,
    "text": "Jahrzehnten immer weiter in den Abgrund schaufeln."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1846.21,
    "end": 1851.49,
    "text": "Klingt nur leichter, als es manchmal ist. Denn ihr und ich, wir informieren"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1851.49,
    "end": 1854.75,
    "text": "uns und lesen, hören, diskutieren viel darüber."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1855.03,
    "end": 1859.77,
    "text": "Und dann wählen wir eben Parteien, die für nachhaltige Wirtschaft und mehr Lebensqualität,"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1859.93,
    "end": 1862.75,
    "text": "Umverteilung, Steuergerechtigkeit und so weiter eintreten."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1863.11,
    "end": 1865.79,
    "text": "Aber so viele Gedanken machen sich leider nicht alle."
  },
  {
    "speaker": "Ulrike Herrmann",
    "start": 1866.43,
    "end": 1871.81,
    "text": "Jetzt muss man aber mal sagen, dass ein Kernproblem ist, dass die benachteiligten"
  },
  {
    "speaker": "Ulrike Herrmann",
    "start": 1871.81,
    "end": 1876.43,
    "text": "Schichten nicht konsequent Parteien wählen, die sich um sie kümmern."
  },
  {
    "speaker": "Ulrike Herrmann",
    "start": 1876.81,
    "end": 1880.99,
    "text": "Also das beste Beispiel ist jetzt der Erfolg der AfD. Die AfD ist im Augenblick"
  },
  {
    "speaker": "Ulrike Herrmann",
    "start": 1880.99,
    "end": 1886.87,
    "text": "die größte Arbeiterpartei in Deutschland, obwohl sie ein neoliberales Programm hat."
  },
  {
    "speaker": "Ulrike Herrmann",
    "start": 1887.01,
    "end": 1891.37,
    "text": "Also wenn die AfD ihr Wirtschaftsprogramm umsetzen würde, dann würden wieder nur die Reichen."
  },
  {
    "speaker": "Ulrike Herrmann",
    "start": 1892.53,
    "end": 1896.21,
    "text": "Und trotzdem wird sie von den Arbeitern gewählt. Also zwischendurch haben die"
  },
  {
    "speaker": "Ulrike Herrmann",
    "start": 1896.21,
    "end": 1897.69,
    "text": "Arbeiter auch die FDP gewählt."
  },
  {
    "speaker": "Ulrike Herrmann",
    "start": 1898.29,
    "end": 1902.61,
    "text": "Das war echt irre. Und ganz lange haben die ärmeren Schichten auch immer die"
  },
  {
    "speaker": "Ulrike Herrmann",
    "start": 1902.61,
    "end": 1905.83,
    "text": "CDU gewählt, obwohl die CDU ein neoliberales Programm hat."
  },
  {
    "speaker": "Ulrike Herrmann",
    "start": 1905.83,
    "end": 1909.93,
    "text": "Und wenn es anders wäre, wenn die ärmeren Schichten konsequent wählen würden"
  },
  {
    "speaker": "Ulrike Herrmann",
    "start": 1909.93,
    "end": 1915.09,
    "text": "nach dem Motto, wir wollen eine Besteuerung der großen Vermögen und der großen"
  },
  {
    "speaker": "Ulrike Herrmann",
    "start": 1915.09,
    "end": 1919.51,
    "text": "Erbschaften und der Spitzensteuersätze und so weiter, dann würde Deutschland ganz anders aussehen."
  },
  {
    "speaker": "Ulrike Herrmann",
    "start": 1919.69,
    "end": 1926.17,
    "text": "Das machen die ärmeren Schichten aber nicht. Und da kann man wirklich sagen, schön blöd."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1926.17,
    "end": 1932.23,
    "text": "Wir brauchen mehr Gespräche am Abendbrottisch, bei der Gartenparty und beim Sportverein darüber,"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1932.69,
    "end": 1936.87,
    "text": "wie Alltagsökonomie, die wir alle erleben, unsere Infrastruktur,"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1937.09,
    "end": 1942.43,
    "text": "Energiekosten, Gesundheitsversorgung, Bildung, wie das alles verbessert werden kann."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1942.69,
    "end": 1949.55,
    "text": "Weil meckern ist immer leicht. Und die Unzufriedenheit mit den politisch Verantwortlichen ist groß."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1949.81,
    "end": 1954.01,
    "text": "Das Vertrauen in die Politik, dass sie die Probleme der Menschen lösen kann"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1954.01,
    "end": 1955.95,
    "text": "und wird, hat abgenommen."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1956.17,
    "end": 1960.97,
    "text": "Und damit einher geht das Gefühl vieler Menschen, in der globalisierten Welt"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1960.97,
    "end": 1963.07,
    "text": "die Kontrolle verloren zu haben."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1963.37,
    "end": 1967.21,
    "text": "Ein Gefühl von Ohnmacht, wirtschaftlich und politisch."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1967.53,
    "end": 1972.17,
    "text": "Denn egal, welche Maßnahmen die Regierungen ergreifen, sie scheinen die sozialen"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1972.17,
    "end": 1973.71,
    "text": "Gegebenheiten nicht zu verbessern."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1973.85,
    "end": 1975.99,
    "text": "Sie versprechen immer viel. Und dann?"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1976.29,
    "end": 1979.99,
    "text": "In den ersten beiden Folgen haben wir viel darüber gesprochen,"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1980.47,
    "end": 1984.59,
    "text": "wie fair die Politik ist und warum Faschisten an die Macht kommen."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1985.45,
    "end": 1990.65,
    "text": "Einer der Gründe ist genau diese Unzufriedenheit, diese Ohnmacht und das Gefühl,"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1990.81,
    "end": 1993.93,
    "text": "dass egal wer regiert, es sowieso nicht besser wird."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1994.23,
    "end": 1997.55,
    "text": "Es ist dieser Wunsch, dass es jemand mal ganz anders macht."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1998.13,
    "end": 1999.81,
    "text": "Dabei würde es schon helfen, die"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 1999.81,
    "end": 2004.19,
    "text": "Ziele der OECD stärker in der Politik zu verankern. Und nicht nur dort."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2004.57,
    "end": 2009.61,
    "text": "Geht mal ins Gespräch und redet mit anderen über die Art und Weise, wie wir wirtschaften."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2009.87,
    "end": 2013.15,
    "text": "Man kann diese Art und Weise auf eine sehr einfache Formel bringen."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2013.85,
    "end": 2017.51,
    "text": "Wenn es der Wirtschaft gut geht, dann profitieren die oberen x Prozent."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2017.73,
    "end": 2020.55,
    "text": "Und wenn es der Wirtschaft schlecht geht, dann leiden alle."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2021.03,
    "end": 2025.87,
    "text": "Das ist schlicht und ergreifend nicht gerecht. Und wenn man etwas daran ändern"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2025.87,
    "end": 2030.47,
    "text": "will, dann muss man genau schauen, welche Parteien welche Programme haben."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2031.17,
    "end": 2036.57,
    "text": "Dabei kann man verschiedene Prioritäten setzen. Zum Beispiel Umverteilung statt"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2036.57,
    "end": 2040.85,
    "text": "immer größere Ungleichheit, also mehr Steuern für die Reichsten."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2040.85,
    "end": 2044.77,
    "text": "Um Lebensqualität in den Städten und Gemeinden stärken."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2044.99,
    "end": 2049.71,
    "text": "Das beginnt bei sauberer Luft, bezahlbaren Mieten, guten Kitas und Schulen,"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2050.13,
    "end": 2054.09,
    "text": "günstigem ÖPNV und zuverlässiger Gesundheitsversorgung."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2054.37,
    "end": 2060.37,
    "text": "Um in all das investieren zu können, brauchen die Kommunen höhere Einnahmen, nicht geringere."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2061.35,
    "end": 2066.39,
    "text": "Darum ist es aberwitzig, dass die Bundesregierung gerade Steuerentlastungen"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2066.39,
    "end": 2069.89,
    "text": "auf den Weg gebracht hat, die das Wachstum ankurbeln sollen,"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2070.09,
    "end": 2075.01,
    "text": "die aber dazu führen werden, dass die Kommunen noch weniger Geld haben werden."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2075.61,
    "end": 2080.65,
    "text": "Weitere Prioritäten können sein, eine sichere Versorgung mit Nahrungsmitteln,"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2081.01,
    "end": 2086.87,
    "text": "gesunde Wälder, kurz stabile Ökosysteme und ein Plan für den nächsten Crash,"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2087.11,
    "end": 2089.99,
    "text": "die nächste Krise, die nächste Pandemie zu haben."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2090.79,
    "end": 2094.79,
    "text": "Klar ist, ein Weiter-so funktioniert nur für wenige."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2094.97,
    "end": 2100.67,
    "text": "Und zwar für diejenigen in unserer Gesellschaft, die auf Kosten aller anderen davon profitieren."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2106.23,
    "end": 2112.89,
    "text": "Die zweite Maßnahme ist, euch eurer Macht als KonsumentInnen bewusst zu werden."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2113.37,
    "end": 2117.73,
    "text": "Firmen müssen nicht nach dem Prinzip Gewinnmaximierung wirtschaften."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2117.95,
    "end": 2122.27,
    "text": "Unternehmen müssen die Umwelt und die Mitarbeitenden nicht ausbeuten."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2122.89,
    "end": 2126.63,
    "text": "Immer mehr Alternativen kommen auf den Markt, die anders wirtschaften."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2127.41,
    "end": 2132.23,
    "text": "Ressourcenschonend, bei fairer Bezahlung. Unternehmen, die sich tatsächlich"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2132.23,
    "end": 2134.95,
    "text": "als Diener der Gesellschaft verstehen wollen."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2134.95,
    "end": 2141.07,
    "text": "Die versuchen vor Ort, in ihren Regionen oder sogar global einen Mehrwert zu erschaffen,"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2141.33,
    "end": 2146.41,
    "text": "weil sie ihre Gewinne zum Beispiel in Technologien von morgen investieren oder"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2146.41,
    "end": 2148.89,
    "text": "in den Bau von Werkswohnungen oder"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2148.89,
    "end": 2152.99,
    "text": "in die Bildung und Ausbildung ihrer Mitarbeitenden und deren Familien."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2153.33,
    "end": 2156.23,
    "text": "Auch das kann Wirtschaft sein. Absolut."
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 2156.47,
    "end": 2160.39,
    "text": "Das ist ja die Idee, die Ziele des wirtschaftlichen Handelns zu ändern."
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 2160.65,
    "end": 2165.29,
    "text": "Nach und nach von der Profitorientierung auf die Gemeinwohlorientierung."
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 2166.09,
    "end": 2169.67,
    "text": "Und da ist ja das Problem, wie wir auch vorhin schon festgestellt haben,"
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 2169.77,
    "end": 2174.97,
    "text": "nicht nur beim Bruttoinlandsprodukt werden ja zum Beispiel Umweltschäden oder"
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 2174.97,
    "end": 2177.27,
    "text": "die Qualität unserer sozialen Beziehungen gemessen."
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 2177.49,
    "end": 2181.27,
    "text": "Aber es ist ja genauso in der Unternehmensbilanz. In der Unternehmensbilanz"
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 2181.27,
    "end": 2185.39,
    "text": "taucht es ja genauso nicht auf, welche Folgekosten entstehen."
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 2185.57,
    "end": 2189.39,
    "text": "Und in der Wirtschaftswissenschaft spricht man da von den negativen Externalitäten."
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 2189.73,
    "end": 2195.47,
    "text": "Die Effekte, die auf Dritte ausgelagert werden, für die weder Unternehmen noch"
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 2195.47,
    "end": 2196.89,
    "text": "Konsument bezahlt haben."
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 2198.25,
    "end": 2202.55,
    "text": "Umweltverschmutzung oder zum Beispiel das soziale Kapital, was verloren geht,"
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 2202.69,
    "end": 2205.25,
    "text": "wenn es zum Beispiel zu großen Entlassungsfällen kommt."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2205.25,
    "end": 2209.85,
    "text": "Wie sagt man so schön, Gewinne privatisieren, Risiken vergesellschaften."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2210.17,
    "end": 2212.29,
    "text": "Genau von dieser Logik müssen wir wegkommen."
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 2212.55,
    "end": 2215.77,
    "text": "Wenn wir dann darüber reden, eine Gemeinwohlorientierung zu etablieren,"
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 2215.81,
    "end": 2219.19,
    "text": "dann geht es halt auch darum, diese Kosten mehr zu internalisieren."
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 2219.75,
    "end": 2225.35,
    "text": "Und das wird halt bedeuten, also entweder muss man halt die Profiterwartungen"
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 2225.35,
    "end": 2231.53,
    "text": "dämpfen und muss halt den Investoren, den Unternehmern, muss man halt sagen, okay, wir investieren,"
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 2232.12,
    "end": 2236.5,
    "text": "Arbeiten jetzt halt mit deutlich weniger Profit. Das würde es halt ermöglichen,"
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 2236.56,
    "end": 2239.86,
    "text": "dann auch höhere Löhne zu zahlen, zum Beispiel darauf zu achten,"
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 2239.92,
    "end": 2244.5,
    "text": "dass man halt möglichst im Kreislauf produziert und möglichst nachhaltig."
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 2244.5,
    "end": 2251.1,
    "text": "Aber genau, es gibt halt verschiedene Ecken und Enden, wo sozusagen das Profitmotiv"
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 2251.1,
    "end": 2256.5,
    "text": "doch wirklich sich ins Gehege kommt mit sozialen oder ökologischen Zielsetzungen."
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 2257.4,
    "end": 2261.96,
    "text": "Und Konzepte wie Gemeinwohlökonomie und andere versuchen, Genossenschaften auch"
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 2261.96,
    "end": 2264.88,
    "text": "das mehr auszurichten, dann auf die Gemeinwohlorientierung."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2264.88,
    "end": 2270.04,
    "text": "Nicht nur das Profitmotiv ist ein Problem. Auch die Schnäppchenjäger-Mentalität"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2270.04,
    "end": 2274.12,
    "text": "passt nicht ganz dazu, Produkte nur noch bei Unternehmen zu kaufen,"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2274.28,
    "end": 2276.52,
    "text": "die nachhaltig und fair produzieren."
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 2276.52,
    "end": 2280.78,
    "text": "Sie haben halt höhere Kosten. Das wird dann sozusagen diese Konsumentscheidung."
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 2280.84,
    "end": 2284.78,
    "text": "Möchte ich das teurere, aber fairere Produkt oder nehme ich das günstigere Produkt,"
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 2284.86,
    "end": 2289.16,
    "text": "was aber vielleicht von einem sehr stark ausbeuterischen Konzern produziert wurde?"
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 2289.5,
    "end": 2293.46,
    "text": "Und das eröffnet dann wieder dieses ganze Problem von wer kann es sich leisten,"
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 2293.84,
    "end": 2295.6,
    "text": "sozusagen faire Produkte sich zu kaufen?"
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 2295.6,
    "end": 2300.2,
    "text": "Und natürlich bräuchte es da eine gezielte politische Strategie,"
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 2300.34,
    "end": 2306.4,
    "text": "um halt dort Genossenschaften oder alternative Geschäftsmodelle da weiter zu stärken."
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 2306.8,
    "end": 2308.88,
    "text": "Denn ohne diese Hilfe, glaube ich,"
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 2309.0,
    "end": 2312.4,
    "text": "würden das so Genossenschaften unter Marktbedingungen halt schwer haben."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2312.54,
    "end": 2317.04,
    "text": "Und da sind wir wieder bei der Politik. Denn mit unserem Konsum allein können"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2317.04,
    "end": 2318.26,
    "text": "wir nicht alles verändern."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2318.5,
    "end": 2323.76,
    "text": "Es braucht den Willen in der Politik, das Wirtschaftssystem an sich zu verändern."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2324.76,
    "end": 2330.48,
    "text": "Die Wirtschaftspolitik muss neue Indikatoren etablieren und sie dann auch selbst einhalten."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2331.54,
    "end": 2335.96,
    "text": "Die Finanz- und Wirtschaftsministerien müssen sich klar hinter die Transformation"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2335.96,
    "end": 2339.26,
    "text": "stellen und diese der Öffentlichkeit auch erklären."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2339.78,
    "end": 2343.14,
    "text": "Manchmal muss man Mehrheiten ja auch schaffen."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2343.96,
    "end": 2347.3,
    "text": "Und das muss dann auch in den Mediendebatten aufgegriffen werden."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2347.3,
    "end": 2353.92,
    "text": "Die OECD schreibt, sich jenseits des Wachstums zu begeben, muss zu einem ausdrücklichen"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2353.92,
    "end": 2359.16,
    "text": "politischen Ziel erklärt werden, das sich auch in einem neuen staatlichen Narrativ"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2359.16,
    "end": 2362.0,
    "text": "und öffentlichen Diskurs darüber widerspiegeln muss."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2362.73,
    "end": 2367.47,
    "text": "Ob wir dafür die Wirtschaft direkt schrumpfen müssen oder ob es dann in anderen"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2367.47,
    "end": 2372.83,
    "text": "Bereichen als den jetzigen neues Wachstum gibt, darüber streiten sich die Ökonominnen"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2372.83,
    "end": 2374.97,
    "text": "noch. Ulrike Herrmann sagt."
  },
  {
    "speaker": "Ulrike Herrmann",
    "start": 2375.11,
    "end": 2379.63,
    "text": "Man kann nicht, das ist ja der Stand in Deutschland, drei Planeten verbrauchen,"
  },
  {
    "speaker": "Ulrike Herrmann",
    "start": 2379.95,
    "end": 2381.45,
    "text": "wenn man eigentlich nur eine Erde hat."
  },
  {
    "speaker": "Ulrike Herrmann",
    "start": 2381.55,
    "end": 2385.69,
    "text": "Das hat gar keine Zukunft. Also die Frage ist jetzt, wie kommt man aus einem"
  },
  {
    "speaker": "Ulrike Herrmann",
    "start": 2385.69,
    "end": 2391.95,
    "text": "großen Kapitalismus, der auch noch wachsen muss, in eine kleinere Kreislaufwirtschaft,"
  },
  {
    "speaker": "Ulrike Herrmann",
    "start": 2392.27,
    "end": 2394.71,
    "text": "wo man nur noch verbraucht, was man recyceln kann."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2395.11,
    "end": 2396.83,
    "text": "Max Hauser sagt dagegen."
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 2396.83,
    "end": 2400.97,
    "text": "Also wenn man sich das anguckt, was wir überhaupt noch schaffen müssen für den"
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 2400.97,
    "end": 2403.69,
    "text": "ökologischen Strukturwandel, den ökologischen Umbau,"
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 2404.15,
    "end": 2408.41,
    "text": "dann erfordert es ja riesige Investitionen in unsere Energiesysteme,"
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 2408.49,
    "end": 2412.65,
    "text": "in unsere Mobilitätssysteme, in den Ausbau öffentlicher Infrastruktur und so weiter."
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 2413.31,
    "end": 2418.85,
    "text": "Und alleine durch diese Investition wird aller Wahrscheinlichkeit nach Wirtschaftswachstum"
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 2418.85,
    "end": 2421.55,
    "text": "stattfinden, ein ökonomischer Boom passieren."
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 2421.55,
    "end": 2425.65,
    "text": "Und gleichzeitig müssen wir natürlich darauf achten, dass die Sektoren,"
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 2425.89,
    "end": 2429.15,
    "text": "die halt besonders umweltverschmutzend sind oder besonders ausbeuterisch,"
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 2429.27,
    "end": 2430.63,
    "text": "dass die halt runtergefahren werden."
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 2430.73,
    "end": 2435.45,
    "text": "Und da liegt ja das eigentliche Problem. Aber ob jetzt im Endergebnis,"
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 2435.55,
    "end": 2440.39,
    "text": "also wir haben die wachsenden Zukunftssektoren und wir haben die schrumpfenden"
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 2440.39,
    "end": 2446.79,
    "text": "Industrien von gestern und ob da jetzt netto Wachstum rauskommt oder nicht,"
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 2447.17,
    "end": 2449.85,
    "text": "das wäre mir dann persönlich auch ein bisschen egal."
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 2449.85,
    "end": 2456.05,
    "text": "Also das ist dann sozusagen wirklich die Postwachstumsposition und nicht die Degrowth-Position."
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 2456.33,
    "end": 2459.97,
    "text": "Also es war halt gesagt, wir brauchen jetzt unbedingt negatives Wachstum, das sehe ich nicht so."
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 2460.25,
    "end": 2464.31,
    "text": "Am besten wäre es, uns wird es egal und wir konzentrieren uns aufs Wichtige,"
  },
  {
    "speaker": "Max Hauser",
    "start": 2464.43,
    "end": 2467.35,
    "text": "das ist nämlich ein gutes Leben innerhalb ökologischer Grenzen."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2471.84,
    "end": 2475.26,
    "text": "Ich fasse nochmal zusammen. Im Moment geht es der Wirtschaft,"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2475.5,
    "end": 2482.3,
    "text": "je nachdem wen man fragt, sehr sehr schlecht, schlecht oder nur so mittelprächtig."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2482.64,
    "end": 2487.52,
    "text": "Auf jeden Fall nicht gut. Und darum geht es auch vielen Menschen nicht gut."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2487.8,
    "end": 2489.74,
    "text": "Und genau das müssen wir ändern."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2490.36,
    "end": 2495.18,
    "text": "Und wenn wir nochmal an den Anfang der Folge denken. An den Wirtschaftswarntag"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2495.18,
    "end": 2497.64,
    "text": "der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2498.04,
    "end": 2502.38,
    "text": "Die hat die Politik zum Handeln aufgefordert. Und wir sehen,"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2502.52,
    "end": 2507.08,
    "text": "die Politik, die neue Regierung um Kanzler Friedrich Merz, die handelt."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2507.24,
    "end": 2511.86,
    "text": "An vielen Stellen genauso, wie die INSM es sich wünscht."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2512.06,
    "end": 2516.78,
    "text": "Klimaziele werden aufgeweicht, Lieferketten sollen weniger streng verfolgt werden"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2516.78,
    "end": 2520.16,
    "text": "und Steuerentlastungen in Milliardenhöhe."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2520.36,
    "end": 2527.36,
    "text": "Bis 2029 sollen die Unternehmen fast 50 Milliarden Euro weniger an Steuern zahlen."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2528.36,
    "end": 2533.92,
    "text": "Nichts davon stärkt die Fundamentalökonomie. Nichts davon wird bei den unteren"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2533.92,
    "end": 2535.72,
    "text": "Einkommensschichten zu spüren sein."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2536.28,
    "end": 2542.66,
    "text": "Nichts davon stärkt Nachhaltigkeit, bekämpft Ungleichheit, steigert das Wohlbefinden"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2542.66,
    "end": 2547.86,
    "text": "oder macht die Wirtschaft resilienter für Krisen, wie es die OECD-ExpertInnen fordern."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2548.2,
    "end": 2552.44,
    "text": "Wir brauchen eine Wirtschaft, von der in Zeiten, in denen es ihr gut geht,"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2552.9,
    "end": 2556.88,
    "text": "alle profitieren Und die für Krisenzeiten so gut gewappnet ist,"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2557.24,
    "end": 2563.08,
    "text": "dass wir insgesamt so gut durchkommen wie bisher nur die Reichsten in der Gesellschaft."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2563.66,
    "end": 2567.28,
    "text": "Und das bedeutet, wir brauchen Umverteilung."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2568.26,
    "end": 2572.3,
    "text": "Umverteilung bedeutet ja nicht, dass wir den Reichen etwas wegnehmen,"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2572.6,
    "end": 2579.18,
    "text": "sondern dass das, was die Reichen weggenommen haben, über Ausbeutung von Arbeitskräften,"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2579.34,
    "end": 2583.74,
    "text": "über Ausbeutung unseres gemeinsamen Planeten und unserer Lebensgrundlage,"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2583.94,
    "end": 2586.54,
    "text": "über gestohlene Daten, über KI,"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2587.16,
    "end": 2589.48,
    "text": "dass das wieder zurück zu den Menschen kommt,"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2590.16,
    "end": 2591.62,
    "text": "denen es in erster Linie gehört."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2592.06,
    "end": 2595.72,
    "text": "Und wir brauchen neue Indikatoren um Klima- und Umweltfaktoren,"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2595.8,
    "end": 2600.92,
    "text": "Weltfaktoren, Lebensqualität, Gerechtigkeit und internationale Veränderungen"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2600.92,
    "end": 2605.6,
    "text": "einzupreisen und einen Plan für Herausforderungen der Zukunft zu haben."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2606.14,
    "end": 2610.1,
    "text": "Kurz, wir brauchen komplett neue Ansätze der Wirtschaftspolitik."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2610.32,
    "end": 2614.96,
    "text": "Und wichtig ist dafür, dass wir aufhören, uns von Wirtschaftsthemen zu drücken,"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2615.34,
    "end": 2618.42,
    "text": "weil die so kompliziert und mathematisch sind."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2618.7,
    "end": 2621.8,
    "text": "Ihr müsst ja auch nicht Physik studiert haben, um zu verstehen,"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2622.06,
    "end": 2624.76,
    "text": "dass die Klimakrise real und gefährlich ist, oder?"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2625.46,
    "end": 2630.06,
    "text": "Und genauso wenig braucht ihr ein VWL-Studium, um dabei mitzureden,"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2630.38,
    "end": 2634.84,
    "text": "welche Prioritäten die Politik setzen muss, damit die Wirtschaft wieder den"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2634.84,
    "end": 2637.46,
    "text": "Menschen dient und nicht umgekehrt."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2637.72,
    "end": 2642.7,
    "text": "Die jetzige Wirtschaftsordnung ist kein unabänderbares Schicksal."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2643.43,
    "end": 2647.53,
    "text": "Die Wirtschaft ist kein griechischer Gott, der mal lieb und mal böse ist."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2647.71,
    "end": 2650.97,
    "text": "Im Gegenteil, die Wirtschaft sind wir alle."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2651.27,
    "end": 2655.73,
    "text": "Und das Beste, wenn wir es schaffen, die Ungleichheiten wirklich zu bekämpfen,"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2656.11,
    "end": 2660.49,
    "text": "wenn wir alle fair bezahlt werden und die Armut sinkt, dann wird es auch für"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2660.49,
    "end": 2664.39,
    "text": "immer mehr Menschen bezahlbar, klimaneutral und fair zu leben."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2664.89,
    "end": 2671.05,
    "text": "Also schaut euch mal den Bericht der OECD von 2020 an. Die Heinrich-Böll-Stiftung"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2671.05,
    "end": 2673.91,
    "text": "hat davon eine deutsche Übersetzung auf ihrer Website."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2674.31,
    "end": 2677.99,
    "text": "Und unsere beiden Gäste haben wir auch nicht zufällig ausgewählt."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2678.57,
    "end": 2683.59,
    "text": "Ulrike Herrmann schreibt in ihren Büchern und für die Taz regelmäßig über Kapitalismus,"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2683.81,
    "end": 2685.17,
    "text": "Klima und Ungleichheit."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2685.29,
    "end": 2690.35,
    "text": "Und Max Hauser ist als Redakteur bei Surplus Teil eines neuen Wirtschaftsmagazins,"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2690.35,
    "end": 2694.59,
    "text": "das kompetent, aber niedrigschwellig die Globalisierung,"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2695.01,
    "end": 2700.97,
    "text": "Technologie, politische Ökonomie und was das alles für uns bedeutet im Auge behält."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2705.59,
    "end": 2711.41,
    "text": "Und damit sind wir schon wieder am Ende. Drei Folgen haben wir jetzt schon geschafft. Dank euch."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2711.81,
    "end": 2718.27,
    "text": "Vielen Dank dafür. Die nächste Folge gibt es dann immer, wenn genug Geld zusammengekommen ist."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2718.53,
    "end": 2722.53,
    "text": "Im Moment sind wir noch nicht ganz bei unserem ersten Ziel, einmal im Monat"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2722.53,
    "end": 2726.25,
    "text": "eine Folge zu produzieren. Da fehlen noch gut 500 Euro."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2726.67,
    "end": 2730.63,
    "text": "Also wenn ihr könnt, schaut mal in eure Shownotes. Da findet ihr alle Wege,"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2730.73,
    "end": 2735.47,
    "text": "wie ihr uns dabei unterstützen könnt, unser Ziel von einer Folge im Monat zu erreichen."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2736.25,
    "end": 2740.09,
    "text": "Bis dahin gibt es etwa alle sechs Wochen eine neue Folge Wind und Wurzeln."
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2740.35,
    "end": 2744.95,
    "text": "Und das ist ja auch schon was. Wind und Wurzeln ist eine Produktion von Haus"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2744.95,
    "end": 2750.93,
    "text": "1 in der Redaktion Katrin Rönicke und Marina Weisband Schnitt und Sounddesign"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2750.93,
    "end": 2755.35,
    "text": "Oliver Kraus am Mikro war Marina Weisband Danke fürs Zuhören,"
  },
  {
    "speaker": "Marina",
    "start": 2755.59,
    "end": 2757.03,
    "text": "macht's gut, ich liebe euch."
  }
]