[
  {
    "start": 4.059,
    "end": 4.759,
    "text": ""
  },
  {
    "start": 10.22,
    "end": 12.5,
    "text": "Hier ist eine neue Folge des F&W-Klinik-Podcasts."
  },
  {
    "start": 12.6,
    "end": 13.72,
    "text": "Schön, dass Sie reinhören."
  },
  {
    "start": 13.96,
    "end": 15.4,
    "text": "Mein Name ist Florian Albert."
  },
  {
    "start": 15.5,
    "end": 17.26,
    "text": "Ich bin Chefredakteur bei Bibliomät."
  },
  {
    "start": 17.96,
    "end": 22.78,
    "text": "In dieser Folge richten wir den Fokus auf ein Thema, das die Krankenhäuser vermehr fordert."
  },
  {
    "start": 23.28,
    "end": 24.78,
    "text": "Die geriatrische Versorgung."
  },
  {
    "start": 25.96,
    "end": 28.48,
    "text": "Die ist in Deutschland vergleichsweise gut."
  },
  {
    "start": 28.84,
    "end": 36.24,
    "text": "Wenn man als hochbetagter Mensch einen Oberschenkelhalsbruch erleidet, dann kann man darauf vertrauen, dass man hierzulande gut versorgt wird."
  },
  {
    "start": 36.46,
    "end": 38.82,
    "text": "Anders als in anderen Ländern der Welt, z.B."
  },
  {
    "start": 39.66,
    "end": 43.7,
    "text": "in Südosteuropa, wo das nicht selten ein Todesurteil ist."
  },
  {
    "start": 44.12,
    "end": 50.24,
    "text": "Aber die Anforderungen an die Versorgung von alten Patienten im Krankenhaus, sie steigen."
  },
  {
    "start": 50.32,
    "end": 57.38,
    "text": "Es ist gar nicht so sehr die Anzahl der Menschen, die dort kommen, sondern tatsächlich der Aufwand, den es verursacht."
  },
  {
    "start": 57.5,
    "end": 60.86,
    "text": "Und darauf müssen sich Krankenhäuser zunehmend vorbereiten."
  },
  {
    "start": 61.1,
    "end": 65.379,
    "text": "Zum Beispiel in der Notaufnahme, wo die meisten dieser Patienten zuerst aufschlagen."
  },
  {
    "start": 66.2,
    "end": 70.26,
    "text": "Darüber hat meine Kollegin Lena Resek mit Professor Harald Dormann gesprochen."
  },
  {
    "start": 70.48,
    "end": 75.16,
    "text": "Er ist Chefarzt und ärztlicher Leiter der Zentralen Notaufnahme am Klinikum Fürth."
  },
  {
    "start": 75.22,
    "end": 78.08,
    "text": "Und das ist auch der Schwerpunkt unserer heutigen Folge."
  },
  {
    "start": 78.74,
    "end": 85.5,
    "text": "Bevor wir zu diesem Interview kommen, werfen wir aber einen Blick in die neue, in die druckfrische Ausgabe von F&W."
  },
  {
    "start": 88.06,
    "end": 89.98,
    "text": "Druckfrisch serviert."
  },
  {
    "start": 91.8,
    "end": 94.5,
    "text": "Drei Highlights aus unserer Oktober-Ausgabe."
  },
  {
    "start": 94.58,
    "end": 102.3,
    "text": "Da wäre das Interview mit Markus Horn-Eber, dem CEO von Agaplesion, Deutschlands größten christlichen Krankenhausbetreiber."
  },
  {
    "start": 102.86,
    "end": 105.04,
    "text": "Die haben gerade jede Menge auf dem Tisch."
  },
  {
    "start": 105.5,
    "end": 108.44,
    "text": "Die Fusion in Darmstadt mit dem kommunalen Krankenhaus."
  },
  {
    "start": 108.54,
    "end": 114.14,
    "text": "gleichzeitig verklagt Agaplesion, die Stadt Frankfurt wegen des Defizit-Ausgleichskommunaler Kliniken."
  },
  {
    "start": 114.8,
    "end": 120.5,
    "text": "Zudem baut man eine eigene IT-Abteilung auf und will zugleich im ambulanten Markt wachsen."
  },
  {
    "start": 120.86,
    "end": 127.74,
    "text": "Jede Menge Themen, jede Menge Diskussionsstoff, mein Kollege Jens Mau, hat über all diese Dinge mit Horn übergesprochen."
  },
  {
    "start": 128.56,
    "end": 129.24,
    "text": "Nächstes Thema?"
  },
  {
    "start": 129.72,
    "end": 136.86,
    "text": "Jedes Jahr behandelt Vivantes, Berlins größter kommunaler Krankenhausträger, etwa zweihundertfünfzigtausend Patienten stationär."
  },
  {
    "start": 137.3,
    "end": 146.64,
    "text": "Dabei entstehen sehr viele Daten, ein wertvoller Schatz, der für die medizinische Forschung und Innovation nutzbar gemacht werden soll."
  },
  {
    "start": 147.22,
    "end": 154.94,
    "text": "Wie das klappen kann, beschreiben die Profis aus dem Vivantes Konzern, die derzeit ein klinisches Datenzentrum errichten."
  },
  {
    "start": 155.9,
    "end": 164.5,
    "text": "Drittes Thema Die Kassenlage in der GKV ist mies, der Ruf nach Zuzahlung, nach Einsparungen wird immer größer."
  },
  {
    "start": 165.08,
    "end": 182.7,
    "text": "Bertram Häusler vom IGES-Institut in Berlin plädiert für mehr Eigenverantwortung im Gesundheitswesen, aber er sagt auch, das darf nicht länger als reines Sparinstrument gelten, sondern Eigenverantwortung muss zunehmend als Mitgestaltungselement sichtbarer werden."
  },
  {
    "start": 182.96,
    "end": 186.62,
    "text": "Ein spannender Meinungsbeitrag in unserer Politik Rubrik."
  },
  {
    "start": 186.96,
    "end": 192.3,
    "text": "Die komplette Ausgabe von F&W finden Sie auf unserer Webseite, dem Bibliomet Manager."
  },
  {
    "start": 199.9,
    "end": 213.88,
    "text": "Aber dennoch ist eins klar, wir brauchen Investition in den Bereich der Notaufnahmestruktur, weil in den Notaufnahmen werden in ganz Deutschland die größte Anzahl der superalten Menschen behandelt."
  },
  {
    "start": 214.9,
    "end": 215.48,
    "text": "Ja, das ist so."
  },
  {
    "start": 215.72,
    "end": 222.62,
    "text": "Und die werden dort behandelt meistens in einer extrem kritischen Situation eben in den Übergang sogar in einer stationären Aufenthalt."
  },
  {
    "start": 222.84,
    "end": 224.2,
    "text": "Das sagt Professor Dr."
  },
  {
    "start": 224.26,
    "end": 225.12,
    "text": "Harald Dormann."
  },
  {
    "start": 225.36,
    "end": 233.56,
    "text": "Er ist ärztlicher Direktor und Chefarzt der zentralen Notaufnahme am Klinikum Fürth und mein Interviewpartner in der heutigen Podcastfolge."
  },
  {
    "start": 234.04,
    "end": 235.42,
    "text": "Mein Name ist Lena Resig."
  },
  {
    "start": 235.54,
    "end": 237.92,
    "text": "Ich bin die verantwortliche Redakteurin der F&W."
  },
  {
    "start": 239.04,
    "end": 255.08,
    "text": "Im Interview spreche ich mit Harald Dormann über die wachsende Zahl geriatrischer Patienten und somit komplexer Fälle in den Notaufnahmen und darüber, wie die Krankenhäuser bisher darauf eingestellt sind und wie sie sich vorbereiten sollten, um in Zukunft gut gerüstet zu sein."
  },
  {
    "start": 257.839,
    "end": 261.779,
    "text": "Geriatrische Patienten bei Ihnen im Klinikum führt in die Notaufnahme kommen."
  },
  {
    "start": 262.079,
    "end": 264.08,
    "text": "Was sind da so die typischen Besonderheiten?"
  },
  {
    "start": 264.14,
    "end": 266.0,
    "text": "Welche Komplikationen können auftreten?"
  },
  {
    "start": 266.06,
    "end": 267.56,
    "text": "Welche Symptome bringen die mit?"
  },
  {
    "start": 267.64,
    "end": 269.48,
    "text": "im Unterschied zu jüngeren Patienten?"
  },
  {
    "start": 269.82,
    "end": 280.06,
    "text": "Also bei den geriatrischen Patienten ist es so, dass geriatrische Patienten nicht immer mit typischen Symptomen kommen, die sofort auf ihre Erkrankung Rückschlüsse ziehen lassen."
  },
  {
    "start": 280.1,
    "end": 285.42,
    "text": "Das heißt, man braucht bei geriatrischen Patienten auf jeden Fall ein sehr breites Differenzialdiagnostisches Wissen."
  },
  {
    "start": 286.3,
    "end": 295.02,
    "text": "Und das, was alle geriatrischen Patienten von anderen jüngeren Notfallpatientinnen unterscheidet, ist, dass fast alle schon eine längere Kandengeschichte haben."
  },
  {
    "start": 295.48,
    "end": 308.68,
    "text": "Und wir wissen zum Aufnahmezeitpunkt manchmal sehr wenig über die Vergangenheit der Kandengeschichte, die aber für die Therapieplanung und vor allem auch für die Zielplanung, also wohin wollen wir, was wollen wir erreichen für diese Patientinnen?"
  },
  {
    "start": 309.46,
    "end": 311.6,
    "text": "Dieses Wissen ist dann häufig nicht verfügbar."
  },
  {
    "start": 311.98,
    "end": 320.7,
    "text": "Und es wäre aber dringend notwendig, weil ja auch aufgrund des Alters dieser Patientinnen in der Regel auch eine längere Krankengeschichte zu unterschiedlichen Erkrankungen besteht."
  },
  {
    "start": 320.92,
    "end": 324.06,
    "text": "Und wir wollen natürlich wissen, was ist denn im Sinne des Patienten?"
  },
  {
    "start": 324.1,
    "end": 332.18,
    "text": "Wir haben es hier also mit einer sehr anspruchsvollen Patientengruppe zu tun und mit einer ziemlich großen, mehr als jeder dritte Patient in den Notaufnahmen ist."
  },
  {
    "start": 332.48,
    "end": 333.76,
    "text": "Sechzig Jahre und älter."
  },
  {
    "start": 334.28,
    "end": 339.58,
    "text": "Wie gut sind denn die Krankenhäuser, die Notaufnahmen in den Kliniken in Deutschland darauf vorbereitet?"
  },
  {
    "start": 339.88,
    "end": 347.62,
    "text": "Also es ist tatsächlich so, dass etwa ein Drittel aller Patientinnen in den Notaufnahmen älter als siebzig Jahre sind."
  },
  {
    "start": 347.8,
    "end": 359.1,
    "text": "Und ich würde sogar behaupten, dass wir in den Notaufnahmen den höchsten Anteil von sehr alten Menschen, also auch über neunzigjährige und auch über hundertjährige behandeln."
  },
  {
    "start": 359.56,
    "end": 361.9,
    "text": "Und vielleicht ist noch ein anderer Aspekt sehr wichtig."
  },
  {
    "start": 362.54,
    "end": 368.94,
    "text": "Wenn ältere Menschen ins Krankenhaus kommen, dann tun sie das fast ausschließlich über die Notaufnahmen."
  },
  {
    "start": 369.8,
    "end": 378.66,
    "text": "Also es gibt anders als jetzt bei, sage ich mal, vierzig-fünfzig-Jährigen, die jetzt kommen, weil die geilen Blase entfernt werden muss oder weil sie jetzt eine bestimmte Intervention bekommen."
  },
  {
    "start": 379.06,
    "end": 389.88,
    "text": "Die werden ja vorher geplant, die kriegen Voruntersuchungen beim Hausarzt, die Klinik stellt sich darauf ein, das Bett wird zur Verfügung gestellt, der OP-Zeitpunkt wird gemacht, das wird ein präoperatives Gespräch durchgeführt."
  },
  {
    "start": 390.66,
    "end": 399.92,
    "text": "Und bei den älteren Patientinnen ist es so, da gibt es auch schöne Untersuchungen aus Deutschland, das über ausschließlich über Notaufnahmen in die Kliniken kommen."
  },
  {
    "start": 400.4,
    "end": 419.94,
    "text": "Das heißt, für die Zukunft bedeutet es, wenn wir jetzt die Altersdemografie sehen, also diese Altersdemografie wächst ja, was die Älteren betrifft, dass die Notaufnahmen in Zukunft mit auch in Absolutzahlen deutlich mehr älteren Patientinnen zu rechnen haben und dementsprechend auch Anpassungen erforderlich werden."
  },
  {
    "start": 420.4,
    "end": 423.06,
    "text": "Ja, welche Anpassung wären das zum Beispiel?"
  },
  {
    "start": 423.14,
    "end": 426.5,
    "text": "Wie sollten Notaufnahmen sich aufstellen, um besser gerüstet zu sein?"
  },
  {
    "start": 426.92,
    "end": 427.24,
    "text": "gibt es z.B."
  },
  {
    "start": 427.86,
    "end": 430.16,
    "text": "spezielle Schulungen für Mitarbeiter, etc."
  },
  {
    "start": 430.74,
    "end": 442.7,
    "text": "Wir hatten ja in Deutschland, wo in den Jahren ist, schon mal Qualitätsindikatoren entwickelt, die wir uns vorstellen könnten für die Notaufnahmen, anhand der man sich orientieren kann, was den notwendig ist."
  },
  {
    "start": 442.8,
    "end": 474.36,
    "text": "Und das betrifft also sowohl strukturelle Voraussetzungen in den Notaufnahmen, Das heißt, dass man strukturelle Voraussetzungen zum Beispiel, dass man eine gewisse Geräuschkulisse reduzieren kann, die Geräuschbelastung gering hält, dass man grelle Lichtbelastung vermeidet, dass man Orientierungspunkte schafft, also der Tag Nachtrhythmus zum Beispiel auch in der Notaufnahme ersichtlich ist, dass man eine zeitliche Orientierung schafft, das eben meinetwegen die große Uhr an der Wand hängt, wo sich der Patient auch orientieren kann."
  },
  {
    "start": 474.86,
    "end": 497.94,
    "text": "Dann gibt es aber auch Betreuungskonzepte, dass beispielsweise diese Person hauptsächlich jetzt von einer pflegenden Person betreut wird, also so genannte Bezugspflege und dass diese Person nicht von fünf, sechs verschiedenen betreut wird, weil dann eben die Orientierung noch stärker darunter leidet, also dass man hier solche Bezugspflegekonzepte zum Beispiel umsetzt."
  },
  {
    "start": 499.16,
    "end": 508.56,
    "text": "Und dass man dann natürlich auf der anderen Seite, auch beim ärztlichen Personal und beim pflegerischen Personal, der Umgang mit geriatrietypischen Fragestellungen schult."
  },
  {
    "start": 509.8,
    "end": 515.12,
    "text": "Und das, was besonders im Vordergrund steht, das ist zum einen die Polymedikation."
  },
  {
    "start": 515.78,
    "end": 520.74,
    "text": "Also wir wissen, dass die Siebzigjährigen im Schnitt sieben, acht Medikamenten die regelmäßig einnehmen."
  },
  {
    "start": 520.82,
    "end": 522.94,
    "text": "Bei den Achtzigjährigen sind es noch ein bisschen mehr."
  },
  {
    "start": 523.559,
    "end": 528.76,
    "text": "Wir haben teilweise Patientinnen, die kommen mit fünfundzwanzig bis dreißig Medikamenten auf dem Medikationsplan."
  },
  {
    "start": 529.56,
    "end": 544.98,
    "text": "Und wir wissen auch, dass gerade bei den älteren Patienten fast jeder fünfte sechste ältere Patient aufgrund von unerwünschten Nebenwirkungen in die Notaufnahme kommt, das heißt, die aktive Auseinandersetzung mit der Polymedikation bereits zum Beginn des Behandlungsprozesses."
  },
  {
    "start": 545.76,
    "end": 557.52,
    "text": "Einmal, weil es die Ursache sein kann und zum anderen auch, weil es natürlich für die Therapieplanung wichtig ist, stellt also eine große Herausforderung dar und da gibt es sicherlich massiv Nachschulungsbedarf in Deutschland."
  },
  {
    "start": 558.14,
    "end": 567.84,
    "text": "Der zweite große Punkt ist die Gebrechlichkeit des Patienten, was wiederum zu Sturzeeignissen führt und jedes Sturzeeignis an sich ist wieder ein Prognosefaktor für den nächsten Sturz."
  },
  {
    "start": 568.82,
    "end": 574.04,
    "text": "Das heißt, auch da gibt es wirklich Möglichkeiten an Hilfsmitteln, an Betreuungskonzepten."
  },
  {
    "start": 574.18,
    "end": 578.34,
    "text": "Ist das in der Umgebung, wo ich den Patienten hin wieder entlasse, auch gewährleistet?"
  },
  {
    "start": 578.9,
    "end": 583.1,
    "text": "Sonst stürzt er ja in zwei, drei Tagen und kommt dann tatsächlich mit einer Fraktur wieder."
  },
  {
    "start": 584.1,
    "end": 589.14,
    "text": "Der dritte Punkt ist das große Thema der Kognition, also Delir Demenz."
  },
  {
    "start": 589.94,
    "end": 601.44,
    "text": "Auch da sollten in den Notaufnahmen Screening-Instrumente implementiert werden, sodass man also an Patienten relativ schnell erkennt, der tatsächlich eine Delir-Gefahr hat."
  },
  {
    "start": 602.08,
    "end": 607.2,
    "text": "Da haben wir jetzt zum Beispiel im letzten Jahr auch eine neue Light-Linie hier in Deutschland für entwickelt, Delir im Alter."
  },
  {
    "start": 608.2,
    "end": 614.5,
    "text": "für den geriatrischen Patienten, weil es da bis daher in der Vergangenheit eigentlich keine großen Orientierungspunkte gab."
  },
  {
    "start": 615.5,
    "end": 618.54,
    "text": "Und das Thema Demenz natürlich, wie wäre ich dem Patienten gerecht?"
  },
  {
    "start": 619.48,
    "end": 620.4,
    "text": "Hat er eine Betreuung?"
  },
  {
    "start": 620.84,
    "end": 622.14,
    "text": "Gibt es eine Vorsorgevollmacht?"
  },
  {
    "start": 622.56,
    "end": 625.42,
    "text": "Was ist denn eigentlich das Ziel des Patienten?"
  },
  {
    "start": 625.56,
    "end": 630.58,
    "text": "Und gehe ich auf dieses Ziel auch ein, also dieses adressatengerechte Behandeln?"
  },
  {
    "start": 631.1,
    "end": 636.78,
    "text": "Das sind, glaube ich, so diese zentralen Herausforderungen, denen wir uns da in den Notaufnahmen auch stellen müssen."
  },
  {
    "start": 636.98,
    "end": 643.72,
    "text": "Diese von den Fachgesellschaften entwickelten Qualitätskriterien sollten ja eigentlich für jede Notaufnahme in den Kliniken gelten."
  },
  {
    "start": 644.2,
    "end": 647.64,
    "text": "Aber sie sagten es bereits, die werden relativ lückenhaft umgesetzt."
  },
  {
    "start": 648.12,
    "end": 649.04,
    "text": "Woran hakt es da?"
  },
  {
    "start": 650.22,
    "end": 651.08,
    "text": "sich das nicht durch?"
  },
  {
    "start": 651.16,
    "end": 653.72,
    "text": "Warum wird sich in jeder Klinik so angewandt?"
  },
  {
    "start": 654.18,
    "end": 656.94,
    "text": "Genau, also wir hatten auch in der Vergangenheit immer wieder Umfragen gemacht."
  },
  {
    "start": 657.04,
    "end": 661.72,
    "text": "Wer hat denn jetzt diese Indikatoren tatsächlich schon oder Strukturmerkmale umgesetzt?"
  },
  {
    "start": 662.24,
    "end": 665.0,
    "text": "Und da tun sich ganz große Lücken auf in Deutschland."
  },
  {
    "start": 665.66,
    "end": 667.42,
    "text": "Und dann muss man sagen, ja, woran hakt es?"
  },
  {
    "start": 668.14,
    "end": 669.68,
    "text": "Das ist ganz klar, woran es hakt."
  },
  {
    "start": 670.44,
    "end": 674.16,
    "text": "Es muss damit mittelbereit gestellt werden, damit das umsetzbar ist."
  },
  {
    "start": 674.56,
    "end": 681.74,
    "text": "Also wir brauchen für diese Bezugspflege, wir brauchen für diese Schulungskonzepte, die lassen sich ja nicht einfach im Dienstplan so unterbringen."
  },
  {
    "start": 681.8,
    "end": 692.64,
    "text": "Das heißt, da muss es auch Freistellungen geben für das Personal, dass sie an Curriculum das auch einüben können, dass man auch Praktikers machen kann, dass man Kompetenzen aufbauen kann."
  },
  {
    "start": 693.34,
    "end": 703.78,
    "text": "Im Bereich der Polypharmazie gibt es Konzepte, dass zum Beispiel auch Pharmazeuten in den Notaufnahmen vor Ort sind oder dass man die Ärzte in diesem Medikationsprozess stärker schult."
  },
  {
    "start": 705.34,
    "end": 710.92,
    "text": "Und da braucht es auch Mittel und es braucht auf der anderen Seite auch Raumkonzepte."
  },
  {
    "start": 711.54,
    "end": 715.32,
    "text": "Viele Häuser agieren ja in bestehenden Räumlichkeiten."
  },
  {
    "start": 715.82,
    "end": 721.42,
    "text": "Diese Räumlichkeiten müsste man umgestalten und diese Umgestaltungen sind natürlich mit Investitionskosten verbunden."
  },
  {
    "start": 722.46,
    "end": 724.36,
    "text": "Also wir sprechen hier über einen ganzen Blumenstrauß."
  },
  {
    "start": 724.4,
    "end": 733.36,
    "text": "Deswegen, man darf das Thema nicht schwarz-weiß sehen, sondern es gibt zwischen schwarz und weiß viele Grauschartierungen, die man auch in den bestehenden Räumlichkeiten umsetzen kann."
  },
  {
    "start": 734.58,
    "end": 748.58,
    "text": "Aber dennoch ist eins klar, wir brauchen Investition in den Bereich der Notaufnahmestruktur, weil in den Notaufnahmen werden in ganz Deutschland die größte Anzahl der superalten Menschen behandelt."
  },
  {
    "start": 749.76,
    "end": 757.3,
    "text": "Das ist so und die werden dort behandelt meistens in einer extrem kritischen Situation eben in den Übergang sogar in einer stationären Aufenthalt."
  },
  {
    "start": 758.18,
    "end": 770.52,
    "text": "Und da braucht es gehörige Investitionen und ich würde mir auch wünschen, dass der gemeinsame Bundesausschuss, es findet jetzt ja gerade wieder eine Überarbeitung der Richtlinien zur gestuften Notfallversorgung statt in Deutschland."
  },
  {
    "start": 770.58,
    "end": 785.9,
    "text": "Also in der gibt es drei Kategorien, Basisnotfallversorge, Erweiterter und umfassender Notfallversorge und dann wird genau definiert, wie viele Intensivbetten jemand haben muss, ob jemand Beatmungsgeräte haben muss, wie viele CTs und Kernspin-Geräte man auf jeder Stufe haben muss."
  },
  {
    "start": 786.68,
    "end": 790.24,
    "text": "Aber geriatrietypische Strukturwerkmale finden sie da drin nicht."
  },
  {
    "start": 790.72,
    "end": 799.84,
    "text": "Das heißt, der Gesetzgeber hätte schon die Möglichkeit zum Beispiel im GBA über die Richtlinien, diese Qualitätsindikatoren dort einfließen zu lassen."
  },
  {
    "start": 800.42,
    "end": 808.76,
    "text": "Und wenn es nur zum Beispiel wäre, dass jede Notaufnahme die Patienten zur Friedenheit ihrer geriatrischen Patienten misst, es wäre ja einfach umsetzbar."
  },
  {
    "start": 808.8,
    "end": 810.5,
    "text": "Da müsste ich auch baulich nichts verändern."
  },
  {
    "start": 811.04,
    "end": 814.9,
    "text": "Und ein Fragebogen gibt es von der Degina von der Fachgesellschaft auch."
  },
  {
    "start": 815.76,
    "end": 838.74,
    "text": "der validiert ist und dementsprechend hätte man schon die Möglichkeiten, also über Qualitätsindikatoren über den GBA über die Richtlinien und auf der anderen Seite sollten halt auch Investitionskosten entsprechend implementiert werden, damit Notaufnahmen, damit auch Anreize geschaffen werden, dass auch baulich solche Veränderungen stattfinden, dass sich ältere Patienten dort auch wiederfinden können."
  },
  {
    "start": 839.16,
    "end": 843.86,
    "text": "In den USA und in der Schweiz in Basel gibt es ja spezielle geriatrische Notaufnahmen."
  },
  {
    "start": 844.26,
    "end": 848.36,
    "text": "Was würden Sie sagen, wäre so eine Zertifizierung nicht auch für deutsche Kliniken denkbar?"
  },
  {
    "start": 848.74,
    "end": 850.2,
    "text": "Absolut, also absolut."
  },
  {
    "start": 850.32,
    "end": 852.98,
    "text": "Also Sie sprechen jetzt Basel an bzw."
  },
  {
    "start": 853.46,
    "end": 854.22,
    "text": "auch in den USA."
  },
  {
    "start": 854.76,
    "end": 862.3,
    "text": "Das ist ja eine Akkreditierung, die im Endeffekt drei Stufen vorsieht, also Bronze, Silber und Goldakreditierung."
  },
  {
    "start": 862.58,
    "end": 865.92,
    "text": "Und das sind genau diese Merkmale eigentlich definiert."
  },
  {
    "start": 866.0,
    "end": 874.76,
    "text": "Also wenn man jetzt eine Goldakreditierung haben möchte, dann muss man nachweisen, dass das ärztliche und pflegirische Personal eine besondere Kompetenz im Umgang mit geriatrischen Patienten hat."
  },
  {
    "start": 875.24,
    "end": 884.02,
    "text": "Da muss man zum Beispiel nachweisen, dass eine Geräuschreduktion auch da ist, dass sogar die Uhr, glaube ich, steht sogar als Strukturmerkmal, als Orientierungspunkt drin, wenn ich mich jetzt richtig erinnere."
  },
  {
    "start": 884.7,
    "end": 886.26,
    "text": "Und es gibt auch noch Prozesse."
  },
  {
    "start": 887.08,
    "end": 889.34,
    "text": "und auch Screenings, die durchgeführt werden sollten."
  },
  {
    "start": 889.42,
    "end": 902.88,
    "text": "Also man könnte sich auch diesen Katalog bedienen und könnte auch in Deutschland, und da bin ich mir sicher, es gibt auch in Deutschland einige Notaufnahmen, die wahrscheinlich schon den Goldstandard erfüllen, aber es gibt keinen Anreiz dazu, das zu tun."
  },
  {
    "start": 903.68,
    "end": 918.04,
    "text": "Weil wenn Sie jetzt an die Geschäftsführung der Häuser herantreten und sagen, Sie möchten jetzt ein Goldzertifikat das Erste, was er sagt ist, also, Und warum soll ich jetzt für eine Zertifizierung Geld ausgeben, für die ich erst mal keinen Mehrwert habe?"
  },
  {
    "start": 919.18,
    "end": 922.48,
    "text": "Und die älteren müssen ja sowieso über die Notaufnahme in die Klinik kommen."
  },
  {
    "start": 922.58,
    "end": 928.66,
    "text": "Also ich werbe ja dadurch nicht noch mehr ältere Patienten, also im Marketingtechnisch ist das jetzt auch nicht relevant."
  },
  {
    "start": 929.36,
    "end": 941.0,
    "text": "Und das heißt, es gibt auf den verschiedenen Ebenen dafür leider keinen Anreiz außer, dass wir als Behandler sagen, wir wollen für unsere Patienten die bestmögliche Therapie und dazu wäre das zielführend."
  },
  {
    "start": 941.76,
    "end": 943.2,
    "text": "Also auch da fehlt uns der Rahmen."
  },
  {
    "start": 943.8,
    "end": 959.28,
    "text": "Ganz klar, es müssen Anreize gesetzt werden, entweder monetär, oder auch imaginäre Anreize oder eben durch die Richtlinien, zum Beispiel im GBA, dass man sagt, das ist dann einfach vorgeschrieben, weil wir wollen, dass das der Mindeststandard ist, der bundesweit umgesetzt wird."
  },
  {
    "start": 959.48,
    "end": 972.96,
    "text": "Das Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz, KHVVG, sei ja eine Leistungsgruppe Notfallmedizin und eine Leistungsgruppe Geriatrie vor, aber hat nicht festgelegt, dass beide in einem Klinikum gleichzeitig vorhanden sein müssen."
  },
  {
    "start": 973.38,
    "end": 979.22,
    "text": "Das Krankenhausreform Anpassungsgesetz wiederum enthält die... Leistungsgruppe Notfallmedizin gar nicht mehr."
  },
  {
    "start": 979.54,
    "end": 981.12,
    "text": "Wie ist denn Ihre Einschätzung dazu?"
  },
  {
    "start": 981.76,
    "end": 985.52,
    "text": "Also im KAVVG gab es die Leistungsgruppe fünfundsechzig, die Notfallmedizin."
  },
  {
    "start": 986.26,
    "end": 988.56,
    "text": "Und es gibt ja auch die Leistungsgruppe für die Geriatrie."
  },
  {
    "start": 989.42,
    "end": 991.4,
    "text": "Und die sind aber nicht miteinander verknüpft worden."
  },
  {
    "start": 991.46,
    "end": 1004.04,
    "text": "Und es zeigt schon mal, wie weiter Gesetzgeber eigentlich davon entfernt ist, zu begreifen, dass eben fast alle älteren Patienten über die Notaufnahmen in die Kliniken kommen und dass genau da die diagnostische Kompetenz davon abhängt, wie der weitere Verlauf sein wird."
  },
  {
    "start": 1004.48,
    "end": 1014.86,
    "text": "Und es kommt eigentlich noch schlimmer, weil das Krankenhaus Versorgungsreform oder Anpassungsgesetz, da ist die Leistungsgruppe fünfundsechzig ja gar nicht mehr erwähnt, also die Notfallmedizin."
  },
  {
    "start": 1015.2,
    "end": 1016.48,
    "text": "Das heißt, die gibt es da gar nicht mehr."
  },
  {
    "start": 1017.66,
    "end": 1019.36,
    "text": "Von daher kann man sehr auch nicht mehr verknüpfen."
  },
  {
    "start": 1020.16,
    "end": 1040.339,
    "text": "Und ich warne nur davor, dass man sozusagen die Geriatrie separiert, denn Es ist wichtig, dass die Notaufnahmen diese Plattform für diese geriatrischen Patienten darstellen, weil der Patient, wie ich einen ganz schon gesagt hatte, ja unspezifische Symptome hat."
  },
  {
    "start": 1041.26,
    "end": 1046.64,
    "text": "Das heißt, sie müssen in einer Notaufnahmeplattform anhand der unspezifischen Symptome dann ja zum Schluss kommen."
  },
  {
    "start": 1047.119,
    "end": 1052.18,
    "text": "Ist das jetzt ein Patient, der tatsächlich eine Trompektomie braucht, weil er einen Schlaganfall oder einen Herzkarteter braucht?"
  },
  {
    "start": 1052.32,
    "end": 1057.52,
    "text": "Oder ist es ein Patient, der von einem multimodalen Therapiekonzept der Geriaterie profitiert?"
  },
  {
    "start": 1058.04,
    "end": 1074.08,
    "text": "Und diese Findungsphase, die muss in einer Notaufnahme stattfinden und eine zu frühe Zuordnung würde wieder bedeuten, dass wir dann im Rahmen einer Fehlzuordnung im Nachgang wieder verzögerte Behandlungen haben, die eventuell zeitkritisch sind."
  },
  {
    "start": 1074.54,
    "end": 1080.1,
    "text": "Ja, deswegen bin ich auch ein bisschen vorsichtig, wenn man so von geriatrischen Notaufnahmen spricht."
  },
  {
    "start": 1080.66,
    "end": 1085.38,
    "text": "Ich kenne einige ältere Herrschaften, die würden sich darüber beschweren, in die geriatrische Notaufnahme zu gehen."
  },
  {
    "start": 1085.46,
    "end": 1086.84,
    "text": "Ja, und andere."
  },
  {
    "start": 1087.74,
    "end": 1102.52,
    "text": "die das sicher gut aufgehoben werden, aber das Problem ist, wir haben es mit unselektierten Patientinnen zu tun und die brauchen diese Kompetenz der Differenzialdiagnostik, aber eben bedürfnisgerecht auch der Bezugspflege im gleichen Moment."
  },
  {
    "start": 1103.74,
    "end": 1112.02,
    "text": "Und das ist, glaube ich, auch der große Unterschied zu jüngeren Patientinnen, die dann ja orientiert sind, wo auch mehrere Personen dann behandeln können."
  },
  {
    "start": 1112.12,
    "end": 1117.8,
    "text": "Das orientiert die nicht, aber bei den älteren Patienten diese neue Umgebung, also da muss in dieser Umgebung muss es stattfinden."
  },
  {
    "start": 1117.88,
    "end": 1120.42,
    "text": "Und die Notaufnahme ist die richtige Plattform dafür."
  },
  {
    "start": 1120.5,
    "end": 1124.34,
    "text": "Ich glaube, da hat sich in den letzten Jahren trotzdem schon einiges getan."
  },
  {
    "start": 1124.62,
    "end": 1128.7,
    "text": "Das Bewusstsein ist gestärkt, aber was einfach fehlt, sind die Anreize."
  },
  {
    "start": 1129.12,
    "end": 1135.44,
    "text": "entweder über GBA-Richtlinien, entweder über die Notfallreform oder in dem Krankenhausreformanpassungsgesetz."
  },
  {
    "start": 1136.04,
    "end": 1139.22,
    "text": "Da müssten eigentlich die Eckpunkte auch formuliert werden."
  },
  {
    "start": 1139.38,
    "end": 1147.58,
    "text": "und für die Notaufnahmen fehlt es da, Leiter, weil man momentan nur darüber spricht, dass man Patienten steuern möchte in die ideale Umgebung."
  },
  {
    "start": 1148.26,
    "end": 1155.98,
    "text": "Aber die ideale Umgebung wäre in dem Fall eine Geriatrie kompetente Notaufnahme und die ist aber bundesweit noch nicht geschaffen."
  },
  {
    "start": 1156.34,
    "end": 1160.02,
    "text": "Auf die große Reform der Notfallversorgung warten ja alle schon sehr, sehr lange."
  },
  {
    "start": 1160.08,
    "end": 1167.26,
    "text": "Wenn ich sie richtig verstehe, würde diese Reform aber auch zu kurz greifen, wenn man nur auf die Patientensteuerung achtet."
  },
  {
    "start": 1167.7,
    "end": 1173.48,
    "text": "Und dabei die Aspekte der größer werdenden geriatrischen Patientengruppe überhaupt nicht berücksichtigt, oder?"
  },
  {
    "start": 1174.46,
    "end": 1179.84,
    "text": "In der Notfallreform ist das integrierte Notfallzentrum vorgesehen als ein zentraler Anlaufpunkt."
  },
  {
    "start": 1180.12,
    "end": 1194.48,
    "text": "Das finde ich sehr positiv, weil der Patient dann nicht entscheiden muss, sondern er bekommt eine medizinische Beratung und im Rahmen dieser medizinischen Beratung wird er dann im Gesundheitssystem gesteuert, entweder in eine ambulante Struktur oder in eine stationäre Struktur."
  },
  {
    "start": 1195.46,
    "end": 1201.62,
    "text": "Nur oft bei den geriatrischen Patienten ist zwischen ambulant und stationär der Übergang fließend."
  },
  {
    "start": 1202.18,
    "end": 1216.84,
    "text": "Ja, wir haben Patienten, die sind jetzt vielleicht verwirrt und sind delirgefährdet und am nächsten Tag nach einer Volumentherapie oder nach einer Umstellung der Medikation sind die Patienten eigentlich so, dass man sie auch wieder ins Pflegeheim zurücklegen könnte."
  },
  {
    "start": 1217.82,
    "end": 1222.38,
    "text": "Ja, aber den Patienten dann ambulant zu führen hat eben nicht geklappt, sonst wäre er ja nicht da."
  },
  {
    "start": 1222.56,
    "end": 1239.92,
    "text": "Also auch da ist es Problem, dass wir durch diese strikte Sektoren Trennung, da müssen wir durchlässiger werden, dass wir dann auch sehen, wir machen einen limitierten Therapieversuch mit dem Patienten und wenn er sich nicht erholt und stellt sich ein größeres Problem los, dann wird er weiter stationär behandelt, ansonsten wird er wieder frühzeitig ambulantisiert."
  },
  {
    "start": 1240.68,
    "end": 1248.42,
    "text": "Aber wie gesagt, diese Single Point innerhalb von neunzig Sekunden dann die definitive Entscheidung zu treffen, damit wird mit dem älteren Patienten nicht gerecht."
  },
  {
    "start": 1254.32,
    "end": 1258.12,
    "text": "Und die widmet sich in diesem Monat der auflammten Diskussion um das Pflegebudget."
  },
  {
    "start": 1258.68,
    "end": 1264.5,
    "text": "Zur Erinnerung, das Pflegebudget wurde vor einigen Jahren eingeführt, damit die Krankenhäuser wieder mehr Pflegekräfte einstellen."
  },
  {
    "start": 1265.22,
    "end": 1270.46,
    "text": "Es ist eine Flatrate-Finanzierung, das heißt, jedes Personal, das kommt, wird auch bezahlt."
  },
  {
    "start": 1270.84,
    "end": 1274.62,
    "text": "Es hat dazu geführt, dass in den Kliniken inzwischen deutlich mehr Pflegekräfte arbeiten."
  },
  {
    "start": 1275.16,
    "end": 1278.06,
    "text": "Damit verbunden sind aber auch die Kosten deutlich gestiegen."
  },
  {
    "start": 1278.96,
    "end": 1284.22,
    "text": "Inzwischen werden die Stimmen immer lauter, die fordern, das Pflegebudget wieder abzuschaffen."
  },
  {
    "start": 1284.94,
    "end": 1287.8,
    "text": "Anne Evers, Pflegedirektor und Pflegedienstleiter am St."
  },
  {
    "start": 1287.9,
    "end": 1291.52,
    "text": "Josefs Hospital in Wiesbaden, hat dazu eine klare Meinung."
  },
  {
    "start": 1291.8,
    "end": 1291.86,
    "text": "Der"
  },
  {
    "start": 1291.9,
    "end": 1300.46,
    "text": "Staatssekretär des Bundesgesundheitsministeriums Tino Sorgeließ verlauten, dass derzeit eine hochkontroverse Debatte zur Zukunft des Pflegebudgets laufe."
  },
  {
    "start": 1300.9,
    "end": 1304.46,
    "text": "Er meint damit, dass es Befürworter wie auch Gegner des Pflegebudgets gibt."
  },
  {
    "start": 1305.16,
    "end": 1307.18,
    "text": "Dabei ist völlig klar, dass es eine Veränderung geben muss."
  },
  {
    "start": 1307.82,
    "end": 1310.56,
    "text": "Zielführend ist dabei doch aber die Frage, was man erreichen will."
  },
  {
    "start": 1311.3,
    "end": 1317.92,
    "text": "Sollte es das Ziel sein, dass die Pflege in Deutschland nach dem Prinzip satt und sauber agiert, dann sollte man das Pflegebudget einstampfen."
  },
  {
    "start": 1318.6,
    "end": 1324.4,
    "text": "Will ich aber eine professionelle Pflege auf Augenhöhe, dann muss ich dementsprechend auch die Finanzierung ausgestalten."
  },
  {
    "start": 1324.94,
    "end": 1329.94,
    "text": "Das bedeutet selbstverständlich auch, dass die Pflege mehr in Sachen Qualität zu betrachten ist."
  },
  {
    "start": 1330.5,
    "end": 1334.48,
    "text": "Und das bedeutet auch, dass ich eigentlich über das Pflegebudget hinausgehen müsste."
  },
  {
    "start": 1335.36,
    "end": 1344.14,
    "text": "Derzeit erleben wir aber durch die Gesetzgebung überhaupt erstmal eine Definierung des Tätigkeitsgebietes von Pflegekräften, die systemisch auch noch nirgends eingepreist ist."
  },
  {
    "start": 1344.76,
    "end": 1349.84,
    "text": "Weder im Pflegebudget, noch im DRG-System, noch in einem Personalbemessungsinstrument."
  },
  {
    "start": 1350.42,
    "end": 1354.5,
    "text": "Und deswegen kann es eigentlich am Ende nur heißen, es kommt auf den Tisch, was bestellt wird."
  },
  {
    "start": 1355.08,
    "end": 1357.44,
    "text": "Das Geld für das gemeinsame Abendessen ist wohl da."
  },
  {
    "start": 1358.1,
    "end": 1361.08,
    "text": "Aber wo genau wir hingehen, das müssten wir noch klären."
  },
  {
    "start": 1361.44,
    "end": 1364.2,
    "text": "Und damit sind wir am Ende unserer heutigen Folge angekommen."
  },
  {
    "start": 1364.58,
    "end": 1366.44,
    "text": "Schön, dass Sie wieder zugehört haben."
  },
  {
    "start": 1367.02,
    "end": 1370.26,
    "text": "Unsere nächste reguläre Folge erscheint Anfang November."
  },
  {
    "start": 1370.58,
    "end": 1372.64,
    "text": "Das Thema verrate ich Ihnen noch nicht."
  },
  {
    "start": 1373.1,
    "end": 1375.32,
    "text": "Hören Sie einfach wieder rein, lassen Sie sich überraschen."
  },
  {
    "start": 1375.88,
    "end": 1378.86,
    "text": "Wir würden uns freuen, Sie dann wieder begrüßen zu dürfen."
  },
  {
    "start": 1382.2,
    "end": 1384.14,
    "text": "Das war F&W, der Klinik-Podcast."
  },
  {
    "start": 1384.38,
    "end": 1385.94,
    "text": "Schön, dass Sie mit dabei waren."
  },
  {
    "start": 1386.76,
    "end": 1392.28,
    "text": "Aktuelle Nachrichten und spannende Artikel rund um das Klinikgeschehen finden Sie wie immer auf unserer Website."
  },
  {
    "start": 1394.76,
    "end": 1397.12,
    "text": "Wir freuen uns, wenn Sie auch beim nächsten Mal wieder reinhören."
  },
  {
    "start": 1397.32,
    "end": 1403.88,
    "text": "Bis bald!"
  }
]