[
  {
    "start": 0.0,
    "text": "Hör doch mal auf, dir so viel Stress zu machen. Du bist doch selber schuld dran, dass du jetzt hier im Burnout landest.\nDas war der Kommentar eines Partners, einer Klientin, die neulich zu mir kam und ziemlich schockiert darüber war und mich gefragt hat:Henriette, was soll ich denn tun?\nUnd ich möchte diese Folge nicht nur dieser Klientin widmen, sondern all denen, die jetzt zuhören, das Gefühl haben, sie funktionieren nur noch.Sie stecken oder stehen kurz vorm Burnout und haben das Gefühl, da steckt auch sogar noch ein Schuldgefühl mit drin in diesem ganzen Paket.\nSo dieses:Ich kann es halt nicht besser.Ja, ich mache mir so viel Stress, aber ich komme da auch nicht raus.Ich weiß auch nicht, wie es gehen soll.\nDarum geht es in dieser Folge.",
    "end": 42.0
  },
  {
    "start": 42.0,
    "text": "Es soll eine kurze und knackige Folge werden.Und am Ende habe ich eine ganz, ganz, ganz besondere Einladung für dich, wenn du nicht noch ein Tool möchtest, um besser zu funktionieren, sondern um wirklich da den ersten Schritt zu gehen.\nAlso bleib gerne dran bis zum Ende.\nSchön, dass du hier bist bei mir im Podcast „Zurück zu dir“.Ich spreche hier über all das, was uns Eltern beschäftigt, wie du deinen Weg aus der Erschöpfung und dem Überlebensmodus gehen kannst und dabei endlich wieder zurück zu dir findest.\nDas Ganze mit viel fundiertem Wissen und Gefühl und einer Menge konkreter Tipps für die Umsetzung.Und nun lehn dich zurück, atme einmal tief durch und entspann dich.",
    "end": 94.0
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  {
    "start": 94.0,
    "text": "Wenn wir im Burnout sind, dann haben wir ganz oft das Gefühl, als hätten wir versagt, als wären wir nicht belastbar genug, als wären wir nicht organisiert genug, als wären wir nicht achtsam genug und würden nicht gut genug auf uns aufpassen.\nWie es immer so schön heißt:Stress dich doch nicht so.Es ist doch so einfach.Mach doch mal einfach nicht so viel Stress.\nBurnout ist jedoch keine Charakterschwäche, kein Verhaltensproblem in dem Sinne.Es ist eine Nervensystemsreaktion.\nBurnout wird dem Freeze-Zustand zugeordnet.Das ist sozusagen der Zustand, wo alles runterfährt.Das ist diese tiefe, tiefe Erschöpfung und dieses Gefühl.\nIch beschreibe das Bild mal so:Decke über den Kopf.Ich will nichts mehr hören, nichts mehr sehen.Lass mich doch einfach alle in Ruhe.\nDiese Starre, in der wir drinstecken, das ist Burnout.\nGleichzeitig kann es aber auch sein, dass diese totale Erstarrung oder diese Phase der Starre sich abwechselt mit explosionsartigen Gefühlen, also wirklich Ausrastern.\nDas heißt, es ist so dieses krasse Hin und Her, wie so eine Zickzackkurve, wenn man das in so einer Fieberkurve beschreiben würde.\nAber all das ist eine ganz normale, ich würde mal sagen, biologische Reaktion, die in deinem Körper geschieht.Und zwar auf zu viel, auf zu lange, fehlende Sicherheit, fehlende Orientierung.\nUnd das bringt dich in die Erschöpfung.Das heißt, dein Nervensystem ist sozusagen im Dauerüberlebensmodus.Und irgendwann geht es nicht mehr.",
    "end": 191.0
  },
  {
    "start": 191.0,
    "text": "Dein Nervensystem ist dafür gemacht, kurzfristig zu reagieren auf Gefahr, Energie zu mobilisieren, kurzfristig, um aus dieser Gefahr wieder herauszukommen.\nAber wenn der Stress chronisch ist, also nicht nur einmal etwas passiert, wo du gestresst wirst und danach kommst du wieder in die Ruhe, sondern wenn dieser Stress andauernd ist, dauerhaft anhält –\nwie das eben bei Müttern, bei Vätern ist:Die Kinder schlafen schlecht.Es fehlt sowieso Schlaf.Es ist eine riesenlange To-do-Liste.Mental Load.Alle wollen was.Alle ziehen an einem.\nDie eigenen Bedürfnisse werden schon gar nicht mehr gefühlt oder gesehen.Und die eigenen Gefühle sowieso nicht.\nChronisch ist es dann, wenn keine echte Entladung mehr möglich ist.Wenn diese Stressverarbeitung nicht mehr stattfindet.\nDer Körper produziert dann permanent Stresshormone, also dauerhaft Adrenalin und Cortisol, die auf Dauer ins System geschüttet werden.\nUnd das bringt alles durcheinander.Ein ganz komplexer Hormonhaushalt gerät aus dem Gleichgewicht.\nDu kannst nicht mehr schlafen.Oder du schläfst, bist danach aber nicht erholter.Reizbarkeit.Wut.Emotionale Taubheit.\nDieses starre Gefühl, dieser komplette Zusammenbruch.Der Shutdown, wie man ihn nennt.Schotten dicht.Es geht nichts mehr.\nDas heißt, es fehlt die Resilienz in unserem Körper, in unserem Nervensystem.",
    "end": 295.0
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    "start": 295.0,
    "text": "Und hier merkst du:Es ist keine Schuldfrage.\nNatürlich geht es um Entscheidungen in deinem Leben.Es geht um gesellschaftliche Entscheidungen, strukturelle Entscheidungen.Ja, das ist ein riesengroßes Thema, das ich hier einmal an die Seite stelle.\nAber es geht nicht darum, dass du dir jetzt die Schuld gibst und sagst:Okay, ich muss halt einfach nur noch mehr ertragen.Ich muss noch leistungsfähiger sein.Ich muss halt besser funktionieren.\nDie anderen schaffen es ja auch.\nNein.Ganz ehrlich: Du warst viel zu lange im Funktionsmodus.",
    "end": 331.0
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    "start": 331.0,
    "text": "Du hast vermutlich schon seit deiner frühesten Kindheit sehr funktioniert.\nMeine Theorie ist tatsächlich, dass diejenigen, die heute im Burnout landen, eigentlich schon als Kind burnout-prädestiniert waren.\nBei mir war es so:Ich war als Teenager kurz vorm ersten Burnout, kurz vorm Abitur.Ich hatte damals schon alle Symptome eines Burnouts.\nUnd danach in meinem Leben immer wieder.Ich bin mehrfach knapp daran vorbeigeschrammt.\nIch hatte immer sehr viele physische Symptome.Ich habe ganz viel herumgedoktert mit Heilpraktikern und so weiter.\nDazu mache ich auch noch eine eigene Podcastfolge zu Nahrungsergänzungsmitteln und Heilmethoden – wie sie helfen können oder eben auch nicht.",
    "end": 376.0
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  {
    "start": 376.0,
    "text": "Ganz oft ist es diese frühe, zu große Verantwortungsübernahme.Stichwort People Pleasing.\nWir müssen es allen recht machen.Wir müssen funktionieren, um geliebt zu werden.\nDiese hohe Anpassungsleistung.Fehlende Pausen.Fehlende Co-Regulation.\nUnd dazu kommt der enorme gesellschaftliche Druck, alles unter einen Hut zu bekommen:Arbeit.Kinder.Haushalt.Alles.\nUnd das ist einfach zu viel.\nJe älter du wirst, desto stärker reagiert der Körper.Irgendwann bricht dieses komplexe System zusammen.\nDann kann dein Nervensystem dich nicht mehr schützen.",
    "end": 416.0
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  {
    "start": 416.0,
    "text": "Diese Ratschläge wie:Du musst dich abgrenzen.Du musst positiver denken.Mach doch mal eine Pause.Stress dich doch nicht so.Trink noch einen Kaffee.\nDie bringen nichts.\nEin überlastetes Nervensystem lässt sich nicht einfach überreden.Und schon gar nicht mit mentalen Methoden.",
    "end": 471.0
  },
  {
    "start": 471.0,
    "text": "Was dein Nervensystem braucht – und jetzt noch viel, viel mehr – ist Sicherheit und Orientierung.\nDas sind zwei absolute Schlüsselbegriffe in der Nervensystemarbeit.\nEin Nervensystem, das sich sicher fühlt und Orientierung hat, ist nicht dauerhaft gestresst.\nUnd jetzt kommt ein ganz wichtiger Punkt:Es geht nicht um ein weiteres Tool, um besser zu funktionieren.\nEs geht darum, dass du deinen Körper zuerst in Sicherheit bringst.\nErst dann kannst du klare Entscheidungen treffen, für dich einstehen, Grenzen setzen und sagen:So geht es hier nicht weiter.",
    "end": 595.0
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  {
    "start": 595.0,
    "text": "Es geht nicht darum, dass du noch mehr leistest.Das hast du dein ganzes Leben lang getan.\nEs geht zurück zu dir.\nZu verstehen, was dein Nervensystem braucht.Die Signale deines Körpers lesen zu lernen.Und klitzekleine, machbare Schritte zurück in die Sicherheit zu gehen.",
    "end": 621.0
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  {
    "start": 621.0,
    "text": "Und genau deswegen lade ich dich ganz herzlich zu meiner Nervensystemswoche ein.\nDen Link findest du in den Shownotes.Wenn du diese Folge später hörst, trag dich trotzdem ein.\nEs geht um Selbstregulation, Co-Regulation, ein bisschen Wissen und ganz viel Körperpraxis.Es geht nicht nur ums Atmen und nicht ums Meditieren – das hilft jetzt oft nicht.\nEs geht darum, wirklich bei dir anzukommen.\nEs ist kostenlos.Ich freue mich auf dich.\nMach es ganz, ganz gut.Und pass gut auf dich auf.",
    "end": 680.994
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